Urteil in Frankfurt am 27. Juli

Gestern wurde der Streit um die Rennbahn vor dem OLG erneut verhandelt. Nach übereinstimmender Meinung verschiedener “Prozeßbeobachter” war es ein guter Tag für den Rennklub – aber ob ein Sieg nach Punkten reicht oder ob man einen KO-Sieg hätte erzielen müssen, steht noch in den Sternen. Denn bekanntlich ist man vor Gericht und auf hoher See allein in Gottes Hand.

Im Kern geht es jetzt um die Frage, ob der Vertrag zwischen Rennklub und Hippodrom eine kurze Kündigungsklausel enthält oder eine Kündigung erstmals 2024 möglich ist. Es gibt wohl verschiedene Verträge und da ist die Frage, welcher Vertrag wirksam ist. Auch ist natürlich ein sehr spannendes Thema, ob die Stadt als Gesellschafterin der Hippodrom GmbH mit der Kündigung des Rennklubs nicht gegen die Satzung der Hippodrom verstoßen hat. In den Verträgen steht nämlich etwas von Förderung des Galoppsports in Frankfurt.

Und es gibt viele Nebenkriegsschauplätze – z.B. daß Manfred Hellwig sich an Sponsorengeldern bereichert haben könnte und daß er Zahlungen, die er von der Stadt erhalten hat, an den Rennklub hätte weiterleiten müssen. Dieses kann man aus dem Mietvertrag zwischen Stadt und Hippodrom durchaus ableiten. Angeblich hat Hellwig als Präsident heimlich einen Mietauflösungsvertrag unterschrieben, von dem sein Nachfolger Manfred Louven erst mal keine Kenntnis erhalten hat.

Es ist wohl kein Fehler, wenn man feststellt, daß Manfred Hellwig einerseits viel für den Erhalt der Rennbahn unternommen hat und dazu auch erhebliches an eigenem Geld in die Hand genommen hat, aber daß er auch – und vor allem hintenrum – sehr viel unternommen hat, dem Rennklub und damit dem Rennsport in Frankfurt zu schaden. Erinnert sei noch einmal an die öffentliche Ankündigung im Juni 2015 kurz vor dem Bürgerentscheid, den Vertrag mit der Stadt aufzulösen und dann dieser Ankündigung keine Taten hat folgen lassen.

Die vorsitzende Richterin am OLG monierte in Richtung der Stadt, daß man den Druck, den die Stadt aufbaue, nicht akzeptiere.  Das Verfahren habe eine ganz normale Dauer.
Wie auch immer das Urteil am 27. Juli gesprochen wird – das Verfahren wird erst vor dem BGH entschieden werden. Ob der DFB dann noch Interesse an dem Gelände haben wird?

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Ein erfolgreiches Wochenende für die deutsche Vollblutzucht

Drei wichtige Klassiker wurden dieses Wochenende gelaufen. Oaks und Derby auf den Downs von Epsom und der Prix du Jockey Club in Chantilly.

Die Oaks wurden leicht von der Nathaniel-Tochter Enable aus dem Stall von Khalid Abdullah und trainiert von John Gosden mit fünf Längen vor der Favoritin Rhododendron aus dem O’Brien-Quartier gewonnen. Nathaniel hat mit seinem ersten Dreijährigen-Jahrgang damit direkt einen klassischen Sieger auf der Bahn.

Wahrscheinlich wäre es Enables Besitzer lieber gewesen, wenn ein Frankel-Nachkomme dieses Wochenende einen klassischen Sieger gestellt hätte, aber es hat nicht sollen sein. Chracksman wurde für Frankel immerhin Dritter im Derby.

The Oaks

Daß Aidan O’Brien den Sieger im Epsom-Derby sattelt ist eher die Regel als die Ausnahme. Daß der Sieger dann aber zu verdammt langen Odds gewinnt, ist schon etwas Besonderes. Der Pour Moi-Sohn Wings of Eagles gewann für den Master of Ballydoyle als 40/1 Außenseiter. Seit 1974 Snow White das Derby mit 50/1 gewonnen hat, gab es keine derart langen Odds für einen Sieger im Urmeter des Rennsports mehr. Im Sattel von Wings of Eagles saß Padraig Beggy, ein bisher noch nicht besonders in Erscheinung getretener Nachwuchsreiter. Bisher hatte er gerade eine knappe handvoll Plazierungen in Gruppe-Rennen geritten. Sein größter Erfolg war  ein zweiter Platz in den Moyglare-Stud Stakes auf dem Curragh mit Hydrangea, ebenfalls aus dem O’Brien-Quartier. 2014 war er ein Jahr in Australien tätig und ritt dort mit nettem Erfolg, aber keine großen Sieger.

Auch wenn es schon ziemlich verdünnt ist, führt Wings of Eagles deutsches Blut. Die fünfte Mutter ist die Orsini-Tochter Rosetta II, die in den Farben der Gräfin Batthyany lief und 1968 die Goldene Peitsche und den Prix de la Porte Maillot gewann.

Einige Hoffnungen galten dem Gonbarda-Sohn Dubai Thunder, der sein Debut imponierend gewann. Aber auf der anspruchsvollen Bahn vom Epsom ist es für ein Pferd, das gerade ein Rennen gelaufen ist, mehr als schwierig, nac vorne zu kommen. Man darf auf die weitere Karriere des Dubawi-Sohns sehr gespannt sein, aber das Derby kam für ihn definitiv zu früh.

Derby Stakes

Ein großartiger Erfolg für die deutsche Zucht wurde der am Pfingst-Sonntag gelaufene Prix du Jockey Club. Der Rajsaman-Sohn Brametot gewann für die Besitzergemeinschaft Al Shaqab / G Augustin-Normand vor Waldgeist für die Besitzergemeinschaft Gestüt Ammerland/Newsells Park / Tabor / Magnier.

Nach den französischen Guineas war es der zweite klassische Erfolg für Brametot und theoretisch ist er damit ein Anwärter für die Dreifache Krone. Aber der Prix Royal Oak, das französische St. Leger,  ist seit 1980 für ältere Pferde offen und damit kein Klassiker mehr und die “Dreifache Krone” hat in Frankreich nicht die Bedeutung, die sie in England hat. Zudem ist das Rennen spät im Jahr, Ende Oktober und die guten Dreijährigen laufen dann eher in den Champion Stakes in England über 2000m oder im Breeders Cup als über weite 3000m im Royal Oak.

Es war eine knappe Entscheidung im Jockey-Club und 20m vor der Linie war Waldgeist noch  vor Brametot. Beide Pferde kamen mit viel Speed vom hinteren Drittel und überrollten das Feld. Für Ammerlands Gestütsherrn, Dr. Dietrich v. Bötticher als Haupteigner von Waldgeist ist es natürlich schade, wenn man um einen kurzen Kopf das französische Derby verliert.

Brametots Mutter Morning Light ist von Law Society aus der Mosella gezogen und damit eine Halbschwester zu Monsun. Ein weiteres Beispiel für die erstklassige Arbeit, die Ulrike Castle in Isarland geleistet hat. Wenn die Stadtväter von München mal wahrnehmen würden, welches züchterische Juwel sie vernichtet haben. Aber wahrscheinlich würde es sich nicht interessieren, auch wenn man es Ihnen unter die Nase hält.

Waldgeist stammt aus der Ravensberger Erfolgsfamilie der Waldrun. Seine Mutter Waldlerche lief für das Gestüt Bernried erst in Frankreich und gewann dort den zur Gruppe 3 zählenden Prix Penelope. Später im Jahr wurde sie in Deutschland von Simon Stokes trainiert und wurde Zweite im Nereide-Rennen in München. Waldgeist ist ihr Erstling.

Be My Sheriff, der für Nadine Siepmann von Miroslav Rulec gesattelt wurde, hatte ohnehin einen schweren Stand und lief nach deutscher Rechnung rund 20-30 kg gegen das Handicap  und kam als Neunter über die Linie. Allerdings nur 5 1/2 Längen hinter dem Sieger und das ist dann wieder eine sehr beachtliche Form, auch wenn er kein Geld mit nach Hause gebracht hat.

Prix du Jockey Club

In Japan gewann Weiser als erster Starter überhaupt für den Monsun-Sohn Novellist direkt sein Debut. Man darf gespannt sein, wie die Novellist-Nachkommen sich der weitere Saison schlagen werden. Nach diesem Einstand nach Maß dürfte der Anspruch an die Novellist-Starter nicht gerade klein sein.

Weiser in Japan

Und einen weiterer Erfolg für ein kleineres Zuchtunternehmen sei an dieser Stelle noch erwähnt. Die von Claudia Löseken gezogene Linngari-Tochtger Kanji gewann als Favoritin das Hoppegartener Auktionsrennen für den Stall Dipoli. Für das junge Zuchtunternehmen von Claudia Löseken und Matthias Tamrat, die ihre Pferde unter Stall proclamat vermarkten, war es der erste bessere Erfolg. Inzwischen hat man vier Stuten, die entweder zu Hause im Westerwald oder im Gestüt Etzean im Odenwald stehen.

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Novellists erster Starter und erster Sieger

Einen Einstand nach Maß hat Novellist in der japanischen Zucht. WEISER war am Pfingst-Sonntag sein erster Starter überhaupt und auch direkt sein erster Sieger!

Das Rennen ging über 1400m und gewonnen wurde in 1:21,9, also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 60 km/h. Eine erstaunliche Leistung für einen Zweijährigen so früh im Jahr.

Mit einer halben Länge gewann der Hengst in den Farben der U.Carrot Farm mit der Nummer 10 als zweiter Favorit sein Debut.

Der Rennfilm

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Von Bayern lernen, heißt Siegen lernen.

Bayern ist nicht nur einer der besten Wirtschaftsstandorte in Deutschland (ich weiß, daß ich aus Hamburg Widerspruch bekommen werde), sondern auch im Fußball ein Top-Standort. Auch als ausgewiesener Fußball-Laie weiß ich, daß kein Verein in Deutschland annähernd so erfolgreich ist, wie die Bayern aus München.

Und Bayern kümmert sich um die Jugend, um Nachwuchsförderung und hat dazu eine Talent-Schmiede den FC Bayern Campus gebaut. Stolze 70 Mio kostet das Projekt und soll diesen August fertig sein.

So ein Ding will der DFB ja auch bauen. Aber im Unterschied zu den Bayern will der DFB seine Akademie partout auf dem Gelände errichten, auf dem seit über 150 Jahren eine andere Sportart zu Hause ist. Und obwohl es Widerstand gibt, beharrt der DFB auf die Vertragserfüllung. Respekt vor anderen Sportarten ist in Frankfurt eben fremd. In Frankfurt und den umliegenden Dörfern gab es ja auch nur dieses eine Grundstück, das für den DFB gut genug war oder ist.

Glückwunsch an die Bayern zum neuen Fußball Campus und der DFB wird hoffentlich sein Fett noch richtig weg bekommen!

Der FC Bayern Campus

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Klasse Fans!

Manchmal haben Fußballfans echte Klasse. Das konnte man gerade beim Pokal-Endspiel im Grunewald erleben. Schade, daß man dazu Pyrotechnik im Stadion gezündet hat, weil das wirklich gefährlich werden kann. Die Sicherheitskräfte des DFB die ja für den Stadionraum zuständig sind, haben offensichtlich versagt – und das nur wenige Tage nach dem fürchterlichen Attentat von Manchester. Nicht auszudenken, wenn es nicht nur Pyrotechnik gewesen wäre.

Nicht, daß sie Helene Fischer ausgepfiffen haben. Mme Blonde machte doch nur Ihren Job und ich mag auch nicht, was sie singt. Sie haben den DFB ausgepfiffen – und die Hessen und die Preußen aus Dortmund haben das in großer Eintracht gemacht. Man wirft dem DFB Korruption, mangelnde Transparenz und Profitgier nachgesagt wurde.  Alles Eigenschaften die zu einer ordentlichen Mafia-Organisation eben dazu gehören. Und genauso wie bei der Mafia wird das eben vom DFB alles bestritten. Man sei ja schließlich ein sauberer Sportverband, gehe jeden Sonntag in die Kirche etc etc.. Die Fußballfans mögen solche Typen wie die vom DFB eben nicht.

Und nicht vergessen. In Frankfurt sitzt der Oberbürgermeister Feldmann im Römer und erzählt immer noch was der DFB doch für ein großartiger und seriöser Geschäftspartner ist.

Bericht 90min zum Pokalfinale

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Vier Mitglieder des Oberen Renngerichts zurückgetreten

Wie am Montag von GOL gemeldet wurde, sind vier Mitglieder der Oberen Renngerichts, die die – vorsichtig ausgedrückt – mehr als sonderbare Entscheidung im Derby-Rechtsstreit gesprochen haben, zurück getreten. Dr. Günter Paul, Dirk v. Mitzlaff, Karl-Dieter Ellerbracke und Rolf Leisten.

Als Vorsitzender des Oberen Renngerichts amtiert bis auf Weiteres der Präsident des Hamburger Rennclubs, Eugen Andreas Wahler. Mit dem Rücktritt der vier Mitglieder des Renngerichts ist jetzt der Weg frei für eine neue Besetzung des ORG für die neue Revisionsverhandlung im Derbystereit.

Hoffentlich wird die endgültige Entscheidung in der Derbyangelegenheit vor dem ersten Sonntag im Juli feststehen. Die Zeit wird langsam eng.

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Ein offener Brief von Andrea Glomba an den NDR

Andrea Glomba ist Pferdewirtin und war 15 Jahre aktiv im Rennsattel. Seit geraumer Zeit ist sie Tierschutzbeauftragte für die Renntage in Saarbrücken. In einem offenen Brief wendet sie sich an die verantwortlichen Personen beim Norddeutschen Rundfunk wegen der NDR-Dokumentation “45 Minuten” am 15. Mai 2017.
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Sehr geehrte Frau Denz,

ich hoffe einmal, dass Sie diese Mail durchlesen und es nicht einfach eine Standard Antwort gibt. Wenn ich mich erst einmal vorstellen darf: Mein Name ist Andrea Glomba. Ich bin 38 Jahre alt und von Beruf Pferdewirt. Genau gesagt habe ich den Schwerpunkt des Rennreitens gelernt. 1995 habe ich begonnen in diesem Beruf zu arbeiten und ich bin ihm, wenn auch nur noch Nebenberuflich, immer noch treu. 15 Jahre habe ich aktiv Rennen geritten. An absolvierten Rennen waren es um die 1000. Gewonnen habe ich etwas mehr als 100 davon.

Seit 20 Jahren bin ich im Tierschutz aktiv. Früher sehr aktiv im Bereich der Pferdehilfe, habe mich dort aber Stück für Stück zurückgezogen. Denn: die größten Abgründe habe ich im Freizeitbereich erlebt und die Möglichkeit zu helfen sind dort, gelinde gesagt, begrenzt.
Die Zeit bis Veterinärämter eingreifen ist deutlich zu lange und Pferde beschlagnahmen wird aufgrund der hohen Folgekosten so gut wie nie getan.Von daher musste ich für mich selbst die Entscheidung treffen, in dem Bereich kürzer zu treten und meine Kraft den Bereichen zu widmen, in denen ich etwas erreichen kann.Natürlich stehe ich aber nach wie vor auch dem Pferdeschutz zur Verfügung.Vor 3 Jahren habe ich meine Laufbahn als Rennreiter beendet. Seitdem reite ich nur noch Pferde im Training und hospitiere derzeit bei der Rennleitung um auch in diesem Bereich später dem Rennsport aktiv beizuwohnen.
Ausserdem bin ich Tierschutzbeauftragte für die Renntage in Saarbrücken Güdingen.

Nun meine Meinung zu Ihrer Reportage im Fernsehen:

Ich bin, wie übrigens 90% meiner Bekannten im Rennsport, weder der Ansicht, dass bei uns alles rosig läuft, noch, dass es bei uns ausnahmslos Tierfreunde gibt. Es wäre schön, dies behaupten zu können, aber das ist Wunschdenken. Es gibt überall schlechte Menschen und wird es auch immer geben.
Ich fände es auch nicht gut, wenn wir behaupten würden, dass es in unserem Sport keine Unfälle gäbe. Und leider Gottes, kann ein Pferd, welches sich im Rennen vertritt und sich etwas bricht nicht gerettet werden. Zum einen da ein angebrochener Knochen aufgrund der hohen Geschwindigkeit meist umgehend durchbricht, bevor man das Pferd anhalten kann, zum anderen ist es bei Pferden kaum möglich ein gebrochenes Bein zu reparieren. Es wurde schon oft und mit vielen finanziellen Mitteln versucht, endete aber meist mit dem Tod des Pferdes durch Kolik aufgrund der langen Stehzeit.
Trotzdem ist es pietätlos, wenn, nur um gute Bilder zu haben, gezeigt wird, wie ein Pferd sich das Bein bricht und, schlimmer noch, damit weiterläuft. Solche Bilder könnten zumindest verpixelt werden. Jedes dieser verunglückten Pferde hatte Menschen hinter sich, die um es trauern und diese Bilder nicht unbedingt nochmal sehen müssten.

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Was mich aber am meisten stört, ist, dass der eigentliche Pressekodex überhaupt nicht eingehalten wurde.

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Falls Ihnen dieser nicht bekannt ist, nenne ich Ihnen hier die von mir bemängelten Punkte:

1.Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde:

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.

Wurde dies eingehalten? Nein!

Denn:

Sie behaupten, dass Ihre Recherchearbeit eine ganze Saison (bzw 6 Monate) dauerte. In Wirklichkeit waren Sie aber gerade mal 3 Tage am Rennstall Recke und einen Tag auf der Rennbahn in Krefeld unterwegs. Das Bildmaterial, welches Sie verwendet haben ist teilweise mehr als 15 !! Jahre alt. Denn direkt in der Eingangssequenz bin zufälligerweise ich auf einem Rennpferd zu sehen, welches bereits vor mehr als 10 Jahren als Reitpferd abgegeben wurde (dort aber leider vor mehreren Jahren aufgrund einer Kolik verstarb). Der Besitzer der Rennfarben verstarb im Jahr 2002! Seiddem wurden diese Farben auch nicht mehr in Rennen getragen! Weshalb also so eine alte Sequenz?Auch die Aufnahmen mit den Zungenbändern (welche ja bei jedem Rennen auf mind einem Pferd genutzt wurden) sind mehrere Jahre alt.

Und Zungenbänder werden zB kaum noch genutzt heutzutage. Auch finde ich es befremdlich, dass Ihre Reporter einen der Rennställe besucht, der das Glück hat über große Weiden zu verfügen (wo auch die Trainingspferde täglich mehrere Stunden verbringen), diese Weiden sogar filmt, im Bericht dann aber darauf hinweist, dass keine Weiden zur Verfügung stünden? Nun ja…

Widmen wir uns Punkt

2. Sorgfalt

Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.

Wurde von Ihnen gründlich recherchiert? Nein!

Denn:

Der Großteil der Reportage stützt sich auf Behauptungen einer Frau B. Der Name dieser Frau ist mir schon seit mehreren Jahren ein Begriff. Denn sie hatte bereits über ein Online Forum versucht Spenden für Ihre Pferde zu sammeln und dort die Geschichte Ihres Pferdes “Aspantau” geschildert. Damals war er allerdings nicht, wie im Film hier bösartig, sondern Zitat “war er trotz allem ein freundlicher Genosse, der immer versucht einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern”. Nachzulesen unter folgendem Link: http://chevalie.de/das-stille-leiden-der-rennpferde/

Da auf ihre Geschichte mehrere Leute reagiert haben, die das Pferd kannten und konkrete Nachfragen stellten, wurde alles schnell wieder gelöscht. Ich hatte auch Kontakt per PN mit dieser Frau. Sie wollte mir Befunde schicken um zu beweisen, wie schlimm Aspantau dran ist. Leider kam hier nichts mehr. Frau B erklärte auch, dass sie Kontakt mit den Vorbesitzern aus Irland hatte. Eine Lüge, wie schnell bewiesen ist.

Auch die Fotos, wie sie Aspantau angeblich bekommen hat.. Wie kann es sein, dass ein Pferd mit einem aktuellen Foto inseriert ist und 3 Tage später mit langem Fell und deutlich abgemagert bei seiner Besitzerin ankommt, welche gerade mal ein paar Kilometer weiter weg wohnt?

Frau B. hat ein (mit Ausnahme eine Sehnenschadens) kerngesundes Pferd für einen Spottpreis bekommen, da die Besitzer einfach nur wollten, dass er in guten Händen unterkommt. Was dann passiert ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Laut ihrer eigenen Aussage bekam er nach dem Abnehmen eine Belastungsrehe. Davon ist in späteren Berichten nichts mehr zu hören. Zumal auch unverständlich wäre, weshalb man einem Vollblüter, bei denen bekannt ist, dass sie empfindliche Hufsohlen haben, einfach die Eisen abnimmt und sie auf eine Koppel stellt..

Nun zu Punkt

3. Richtigstellung

-Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.

Hierzu haben Sie ja noch Gelegenheit.

weiter geht es bei Punkt

4. Sensationsberichterstattung und Jugendschutz

Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.

Pferde zu zeigen, die mit einem baumelnden Bein herumlaufen ist definitiv eine unangemessene Darstellung von Leid. Natürlich sind diese Unfälle passiert und brauchen nicht verborgen zu werden. Aber so zu zeigen?Über Ihren zweiten Interviewpartner muss man nicht viel sagen. Dr Pick könnte nur selbst einmal darauf hinweisen, wie viele Rennen er geritten hat, wie gerne er die Peitsche einsetzte und welche anderen Reitsportmodelle seine Gunst hatten. Erst als er selbst diesem Hobby nicht mehr nachgehen konnte, begann er damit zu kritisieren.

Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, das ein Sport mit Pferden auch immer einen Teil zu Lasten den Tieres geht. Dies hat aber nichts mit dem Rennsport alleine zu tun, sondern beginnt schon bei den Freizeitpferden, die viel zu oft ohne genügend med. Betreuung oder von zu schweren und/ oder unwissenden Menschen gehalten werden.

Der Rennsport hat in den vergangenen Jahren sehr viel Zugeständnisse an den Tierschutz gemacht! Dies wurde von keiner ! anderen Pferdesportart getan oder überhaupt nur in Erwägung gezogen.

Wenn Sie eine wirklich neutrale Recherche hätten bringen wollen, hätten Sie darauf eingehen können. Erwähnen, wie viele Pferde nach ihrer Karriere im Rennsport ein langes Leben als Reitpferd gestartet haben oder aber wie das Leben in einem Rennstall für ein Pferd wirklich ist.Gerne stehen wird jederzeit für Sie zur Verfügung! Sie nennen Tag und Ort und ich selbst werde mit einem Trainer einen Termin ausmachen, so dass wir dort vorbeifahren und Sie eine Reportage machen können, die authentisch ist.

Genauso stehe ich Ihnen für Nachfragen bzw auch für Bildmaterial und Berichten von Ex Galoppern zur Verfügung. Und zwar nicht geschönt, sondern authentisch.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Glomba

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Die Feinheiten der Rennordnung

Herr Pudwill hat ja teilweise eine etwas eigenwillige Interpretation der Rennordnung und will diese dann unbedingt durchgesetzt sehen! Der Start im Gerling-Preis könnte sich allerdings zu einem gewaltigen Eigentor entwickeln!

Beim Derby hat er, wie Dr. Faßbender in einem Gastbeitrag in der Sport-Welt ausgeführt hat, die Protestfrist versäumt, womit das Verfahren eigentlich direkt wegen Fristversäumnis hätte eingestellt werden müssen. Heute meldet Galopp-Online, daß für Dschingis Secret im Gerling-Preis eigentlich das Gewicht falsch berechnet worden ist. Denn wegen des laufenden Protestverfahrens hätte Dschingis Secret eigentlich wie ein Gruppe-1 Sieger behandelt werden müssen und damit hätte er 59 kg tragen müssen. Hat er aber nicht. Dies ergibt sich aus Ziffer 639 RO.

Damit müßte er eigentlich wegen zu wenig getragenem Gewicht disqualifiziert werden.  Ob man diesem Mangel durch die Beendigung des Protestverfahrens NACHTRÄGLICH abhelfen kann, sehe ich mal als fraglich. Denn zum Zeitpunkt des Rennens war ein Protestverfahren anhängig und damit muß der Sieger wegen zu wenig getragenem Gewicht disqualifiziert werden.  Was sagt die RO zu den Fristen für einen Protest wegen zu wenig getragenem Gewicht. Kann der nur bis Waageschluß erfolgen oder auch noch nachträglich? Ich meine mich zu erinnern, daß dies auch noch nachträglich erfolgen kann, es gab da mal einen Fall im Hansa-Preis wo es durchaus eine Interpretation der Berechnung der Gewichte gab und der Sieger (war es Trainer Bruno Schütz? ) nachträglich disqualifiziert wurde.

Die Meldung in Galopp-Online

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Der Galoppsport in Spiegel-TV am 7. Mai

Sonntag Abend Spiegel TV über Arm und Reich in NRW. Der Galopp-Sport und die Rennbahn in Düsseldorf müssen als Beispiel für den Reichtum herhalten.

Aktuelle Aufnahmen mit dem Sieg von Wonnemond in der Frühjahrsmeile in Düsseldorf. Da wird die Dotierung des Rennens mit den Bezügen eines Hartz-IV Empfängers verglichen.  Warum vergleicht man nicht mal das Gehalt eines Fußballspielers von Schalke 04 mit dem Hartz-IV Uinterhalt? Man meint, auf der Rennbahn befinden sich nur die Schönen und die Reichen.

Kein Wort darüber, daß die Rennbahnbesucher aus allen Bevölkerungsschichten stammen. Kein Wort über die Kosten, die der Unterhalt eines Rennpferdes verursacht. Kein Wort darüber, daß  der Rennsport ein Wirtschaftszweig ist, in dem auch die Menschen Arbeit finden, die in vielen anderen Bereichen kaum eine Chance haben.

Kurz: es wurden die puren Klischees in einer Form bedient, wie es schon lange nicht mehr der Fall war. Der Informationsgehalt war gegen Null. Solche Berichte braucht kein Mensch. Hat sich niemand vorher mit dem Team von Spiegel TV zusammen gesetzt, man brauchte ja eine Drehgenehmigung.

Hinweis: Die aktuelle Sendung steht auf TV-Now noch nicht zur Verfügung, sobald die der Fall ist, wird der Link gesetzt.

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Zeugenvernehmung im Rennbahnstreit

Heute war Zeugenvernehmung im Rennbahnstreit. Vier Zeugen wurden gehört und Fortsetzung der Zeugenvernehmung und Termin für die mündliche Verhandlung  ist am 2. Juni beim OLG in Frankfurt.

Die Fußballseite “Ran”, meldet heute, daß der Bau der Akademie auf dem Rennbahngelände  nun auf der Kippe stehe, denn die Fortsetzung der Verhandlung ist nach der Frist, die DFB-Chef Grindel der Stadt gesetzt hat, bis zu der Klarheit über die Zukunft des Geländes bestehen muß. Diese Erklärung wollte der DFB bis zum 19. Mai haben.

Es mutet irgendwie sonderbar an. Jedesmal wenn in der Rennbahn-Angelegenheit ein Termin ansteht, rechnen Stadt und DFB mit einem Urteil. Dabei sollte doch jedem halbwegs verständigen juristischen Laien klar sein, daß nach der heutigen Zeugenbefragung vom Gericht nicht sofort ein Urteil gesprochen wird.

Wenn am 2. Juni der Termin mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt wird und im Anschluß mündlich verhandelt wird, wird danach auch kein Urteil verkündet. Evtl werden noch Schriftsatzfristen beantragt und vielleicht verkündet das Gericht einen Termin zur Entscheidung. Das heißt aber auch nicht Urteil, denn eine Entscheidung kann auch eine Fortsetzung der Beweisaufnahme sein.

Hat man beim DFB und bei der Stadt denn wirklich keinen blassen Schimmer zum Procerde in Zivilprozessen?

Ran über den Rennbahn-Prozeß

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