Arrogate mit 7 Jahren eingegangen

Der Paulick-Report meldet heute, daß der Juddmonte-Stallion Arrogate mit 7 Jahren wegen eines neurologischen Problems aufgegeben werden mußte. Allerdings hat Juddmonte diese Meldung noch nicht bestätigt.

Paulick Report

Arrogate schlug unter anderem California Chrome in einem bemerkenswerten Finish im Breeeders’  Cup 2016

Breeders’ Cup Classic

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Hein Bollow lebt nicht mehr

Die lebende Legende des Deutschen Turfs, Hein Bollow ist mit 99 Jahren in einem Kölner Krankenhaus nach einem Schlaganfall verstorben. Die 100 waren ihm leider nicht vergönnt!

Ein ausführlicher Nachruf folgt in einigen Tagen.

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Ostern 2020

Allen Freunden des Galoppsports und auch allem anderen ein frohes Osterfest. Die Umstände dieses Jahr sind so, wie wir sie noch nicht hatten und hoffentlich auch nie wieder haben werden.

Bleiben Sie uns gewogen und bleiben Sie vor allem gesund!

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Camarero Superstar

Es die kleine Gruppe der absoluten Superstars. Pferde, die weit über ihre Epoche hinaus auch Menschen bekannt sind, die nicht zu den Insidern des Turfs gerechnet werden können.

Kincsem ist so ein Superstar, genau wie Black Caviar und Ribot war es  vor vielen Jahren in Italien, Schwarzgold in Deutschland, auch wenn sie nicht zum erlesenen Kreis der Ungeschlagen gehört.

Aber wer ist Camerero – ich gestehe, daß mir der aus Puerto Rico stammende Thirteen-Sohn bislang kein Begriff war, bis ich über ein Video von ihm gestolpert bin.  56 Siege in Folge sagt das Video, 76 Starts, 73 Sieger, 2 Plätze und eine Gewinnsumme von 43.552 US-Dollar. Das war in den 50ern auch in den USA nicht ganz wenig Geld und in Puerto Rico dürfte es ein kleines Vermögen gewesen sein.

Leider hat der Film keinen Original-Ton, aber die Bilder sind trotzdem interessant.

Camarero

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Historische Ausgabe der Racing Post

Morgen am Donnerstag wird es eine historische Ausgabe der Racing-Post geben- es ist die letzte Ausgabe vor der Corona-Pause, die so lange andauern wird, wie in Britannien keine Rennen mehr gelaufen werden.

https://www.racingpost.com/news/latest/a-letter-to-readers-from-the-editor-of-the-racing-post/430054

Es bleibt die Hoffnung, daß die Seuche eingedämmt wird und die Krise bald vorüber geht. Hoffnung  habe ich, aber so richtig dran glauben will ich noch nicht.

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Nichts geht mehr

Inzwischen werden auch in Britannien keine Rennen mehr gelaufen. In Europa gibt es noch Rennen in Irland und in Schweden scheinen die Traber auch noch zu laufen. In allen anderen Ländern geht nichts mehr.

Inzwischen ist der Dubai World Cup abgesagt und fast zeitgleich war in der Wirtschaftspresse zu lesen, daß Emirates am Boden bleibt

In den USA wird derzeit noch veranstaltet aber bei der dortigen Entwicklung der Infektions-Zahlen scheint das nur nur eine Frage der Zeit zu sein, bis dort auch die Bahnen geschlossen werden.

In Australien wurden am WoEnde Rennen vor leeren Tribünen gelaufen. Mit den Golden Slipper Stakes wurde das wertvollste Rennen für Zweijährig ein der Welt entschieden. Letztes Jahr gab es einen kompletten Triumph der Godolphins. Dieses Jahr kommt mit dem Not a Single Doubt Sohn Farnan der Sieger wieder aus dem Stall von Gai Waterhouse, die inzwischen eine Trainergemeinschaft mit Adrian Bott hat. Insgesamt hat sie jetzt 7 (sieben!) Golden Slipper Sieger trainiert und damit den von ihrem Vater gehaltenen Rekord in diesem Rennen gebrochen. Ein schöner Rekord in diesen trüben Tagen. Farnanb läuft in den Farben der Besitzergemeinschaft Aquis Farm & Phoenix Thoroughbred und wurde von Hugh Bowman

Wie wird es weiter gehen? Nicht nur im Rennsport, sondern in der Welt überhaupt? Thomas Bach hält an der Austragung der olympischen Spiele in Tokio im Juli-August 2020 fest, weil man eine Olympiade nicht mal ebene verschieben könne, wie ein Fußball-Spiel. Sportler sehen das ganz anders und haben entweder ihre Nichtteilnahme bereits erklärt oder halten den Termin einfach für illusorisch. Vielleicht wird die Corona-Krise den Beton-Apparatschiks diverser Sportverbände mal ein wenige Flexibilität beibringen.

Wann wieder Rennen normal gelaufen werden – wer weiß das schon. Das königliche Meeting von Ascot sehe nicht dieses Jahr nicht, das Derby-Meeting in Deutschland auch nicht. Vielleicht wird man in Deauville wieder erste zaghafte Gehversuche machen.

Und die Krise selbst entwickelt sich dramatisch. Die Russen unterstützen die Italiener mit Material und technischem Gerät und die EU, die angeblich ein Segen für Europa sein soll, zeigt, wie sich die Uschi die Hände richtig wäscht. Mehr hat die EU eben nicht drauf. In Spanien wird die Krise immer dramatischer. 1400 Tote sind dort inzwischen gemeldet. Das sind ca 10% der bisher auf der Welt gezählten Toten.

Bei Anne Will auf dem Talk-Sofa erklärte eine Ärztin, daß wir in wenigen Wochen einen Versorgungsnotstand erleben werden und daß die Ausgangssperre Ihrer Ansicht nach zu spät komme. Da kann man nur zweimal hoffen, daß sie nicht recht hat.

Wie auch immer die Corona-Krise sich entwickeln wird. Sie wird gewaltige Spuren in der Welt hinterlassen. Man wird die Zeit zukünftig einteilen in die Zweit vor Corona und nach Corona, so wie man von der Vorkriegs- und der Nachkriegszeit spricht.

Hoffen wir, das nicht das Worst Case Szenario Realität wird, sondern die ganz milde Variante. Hoffen wir, das der Peak bald erreicht sein wird und sich die Lage entspannen wird. Und hoffen wir, daß die ohnehin robusten Rennsportler die Krise gut überstehen werden und wir keine Toten danach werden beklagen müssen.

Bleiben Sie gesund!

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Alles auf Halt

Die Welt steht im Zeichen der Corona-Krise und der Rennsport als Publikums-Sport steht mittendrin. War man bisher noch davon ausgegangen, Rennen mit wenigen oder auch ganz ohne Besucher stattfinden lassen zu können, sind diese Pläne nach kurzer Zeit bereits Geschichte.

In Deutschland und Frankreich werden bis zum 18. April keine Rennen mehr stattfinden. In England/Irland werden noch Rennen ohne Publikum abgehalten, aber das Grand National Meeting ist heute Morgen abgesagt worden. In den USA wurde das Frühjahrs-Meeting in Keeneland gestern abgesagt. Andere Bahnen in den USA veranstalten derzeit noch. Ebenso werden noch Rennen in Schweden, Irland, Südafrika und Australien gelaufen.

Es ist aber zu erwarten, daß vor allem in Europa der Rennsport kurzfristig vollkommen zum Erliegen kommt.

Sportlich wird man dieses Jahr ziemlich vergessen können. Keine oder nur wenige Vorbereitungsrennen für das Derby, wenn es überhaupt gelaufen wird, und alle anderen bedeutenden Rennen danach werden nur eine geringe Aussagekraft bezüglich des Leistungsstandards für den aktuellen Jahrgang haben. Das ist bitter, aber es ist zu verschmerzen.

Viel wichtiger wird sich die soziale Frage in den Vordergrund drängen, wenn nicht im Mai/Juni wieder ein normaler Rennbetrieb stattfindet. Den Rennsport in Deutschland muß man mehr als in den anderen europäischen Ländern als „arm“ bezeichnen. Wenn dann noch Einnahme-Ausfälle dazu kommen, kann es sehr schnell eng werden. Es sind ja nicht alleine, die Geldpreise aus Deutschland, die fehlen. Auch in Frankreich und in Belgien finden keine Rennen mehr statt. Die Verdienstmöglichkeit ist derzeit Null. Wenn Null Einkommen auf geringe Rücklagen trifft, kann sich jeder ausrechnen, wie lange das gut geht.

Ohne Startmöglichkeit werden die Besitzer vor allem älterer und nicht so guter Pferde schnell die Lust verlieren, diese noch im Training zu belassen. Stehen keine Pferde im Training, braucht man auch keine Mitarbeiter mehr. Ein Teufelskreis, der da ins Rollen kommt.

Es wird noch spannend werden – aber die Hoffnung auf eine Entspannung muß immer bleiben!

Aber es geht nicht nur um die Veranstaltung von Rennen. Es geht auch um den Trainingsbetrieb, denn Rennbahnen und Trainingsanlagen sind Sportstätten und die sind von der Politik geschlossen worden. Gilt diese Schließung auch für Betriebe rund ums Pferd? Außerdem gelten in Zeit der Corona-Krise auch weiterhin die Tierschutzvorschriften.

Der Sankt Georg hat dazu einen Artikel mit allgemeinen Verhaltensregeln veröffentlicht. Beim Lesen ist mir die Hutschnur hochgegangen, als dort zwischen Reitbetrieben als Gewerbebetrieben und Landwirtschaftsbetrieben unterschieden werde. Im Raum Düsseldorf gibt es einen Reitstall mit gut 150 Pensionspferden, der als Landwirtschaft gilt, und 3 km Luftlinie entfernt einen kleinen Reitstall mit 30 Pensionspferden, der als Gewerbebetrieb geführt wird. Letzterer wird von gesetzlichen Einschränkungen betroffen sein, Ersterer bleibt als Landwirt unbehelligt … weil Corona auf dem Bauernhof-Reitstall ja nicht so gefährlich ist wie in einem gewerblichen Reitstall.
Auf solche Ideen können auch nur Beamtenhirne kommen.

Ein Versuch über die Reitsportorganisationen mehr Informationen zu erhalten, war bisher nicht erfolgreich. Bei der FN in Warendorf war dauerbelegt. Die Landes-Reit- und Fahrschule hatte mir für heute eine Stellungnahme zugesagt, diese war aber aufgrund der andauernden Diskussion mit den zuständigen Ministerien noch nicht verfügbar.

Sankt Georg Corona

Update 13:30 In Britannien sind nach einer Meldung der Racing Post alle Rennen bis Ende April abgesagt. Die Veranstaltungen für heute (Dienstag) haben noch keinen Hinweis darauf.

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In Memoriam Manfred Chapman

(C) Marc Rühl

Manfred Chapman, die Stimme der Rennbahn, lebt nicht mehr.

Er kam aus einer Rennsport-Familie, sein Vater Richard war Hindernis-Jockey u.a. am Stall von Georg Zuber in Neuss in den 50ern. Dort ritt er unter anderem Prinzregent über die Hürden. Mein Vater kaufte den Gundomar-Sohn einige Wochen später und Trainer und Jockey haben ihn bekniet, ihn im Rennstall zu lassen. Aber er wurde dann doch Dressurpferd.
Und wenn ich mich recht erinnere, dann war Richard Chapman gebürtiger Engländer, als Soldat nach Deutschland gekommen und dann hier hängen geblieben.

Manni mußte das Mikrofon 2013 aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen. Erst machten die Augen Probleme und dann die Stimme. Seine große Popularität – auch über den Sport hinaus – konnte man auch an der umfangreichen Berichterstattung über seine damalige Krankheit erkennen. Er hat mit seiner Art, Rennen zu kommentieren, eine Epoche des Rennsports in Deutschland geprägt, die man auch als die “Goldene Epoche” des Rennsports in Deutschland nach dem Krieg bezeichnen kann.

Durch seine Kommentaren wird Manni ewig weiterleben, solange es in Deutschland Rennsport gibt und solange es Menschen gibt, die die Faszination des Rennsports leben!

Unvergessen auch sein Auftritt bei TV total mit Stefan Raab, wo er die Endphase des Großen Preis von Baden auf Sächsisch nachkommentierte.

TV-Total Manfred Chapman

Die Sportwelt hat einige Kommentare in einem kurzen Video zusammengestellt.

Manfred Chapman Kommentrare

Jetzt ist er nach schwerer Krankheit in einem Kölner Krankenhaus gestorben.
Leb wohl Manni!

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Galopprennen in den USA und die Entwicklung seit 2000

Als Deutscher blickt man mit einem gewissen Neid in die USA, wenn man den hiesigen Rennsport mit dem in den USA vergleicht. Fast drei Dutzend Rennen mit einer Dotierung von mehr als 1 Mio US-Dollar und auch sonst scheint das Preisniveau im Vergleich zu Deutschland eher üppig. Dazu Trainer, die aus europäischer Sicht geradezu fantastische Gewinnsummen aufweisen. Die Trainerstatistik für 2019 weist 9 Trainer mit einer Gesamtgewinnsumme von über 10 Mio US-Dollar aus. Für Chad Brown als Champion haben die Pferde mehr als 31 Mio US-Dollar zusammen galoppiert.

Aber die golden glänzende Fassade scheint zu täuschen. Vor kurzem gab Kiaran McLaughlin bekannt, mit dem 31. März den Trainerjob an den Nagel zu hängen und zukünftig als Jockey-Agent zu arbeiten. Das Trainergeschäft lohne sich wegen vielfältiger Auflagen und Hemmnisse nicht mehr, hat er erklärt. Nun ist Kiaran McLaughlin nicht irgendwer, sondern einer der Top-Trainer in den USA. 2019 gewannen seine Pferde rund 5,6 Mio US-Dollar und er steht an 22. Stelle der Statistik. Und dies, ohne daß er in 2019 ein Gruppe-1 Rennen gewonnen hat. Wie muß es mit der wirtschaftlichen Situation der Trainer bestellt sein, die einen Stall mit 10 oder 20 oder vielleicht 30 Pferden haben?

Fast 50.000 Pferde haben in den USA mindestens 2019 einen Start absolviert. Auch das scheint aus Deutscher und auch aus europäischer Sicht ziemlich viel zu sein. Ich glaube nicht, daß die großen Rennsportländer England, Frankreich, Irland und Deutschland zusammen auf diese Zahl von Startpferden kommen.

Aber blickt man einmal zurück und vergleicht die aktuellen Zahlen mit der Entwicklung, dann schrumpft der Rennsport seit 2000 in den USA deutlich.2000 waren noch über 75.000 Pferde in Training, es gab mehr als 38.000 Besitzer, 9885 Trainer und 2006 Jockeys. Die knapp 50.000 Pferde aus dem Jahr 2019 gehören 23.997 Besitzern, werden von 4959 Trainern vorbereitet und von 1400 Jockeys geritten.

Einen merklich Rückgang hat es 2009/2010 gegeben und das muß man als Folge der 2008 beginnenden Finanzkrise sehen, die auch durch die Pleite von Lehman Brothers ausgelöst wurde. Die nachfolgende Grafiken zeigen die Entwicklung in den vier Bereichen Pferde, Besitzer, Trainer und Jockeys.

Bemerkenswert sind die Relationen. Wurden 2000 rund 7,5 Pferde je Trainer trainiert, waren es 2019, fast 10 Pferde je Trainer. Bei den Jockeys schwankt die Zahl zwischen 40 und 35 Pferden je Jockey und sehr konstant ist die Zahl der Pferde je Besitzer, sie schwankt zwischen 1,9 und 2,1 Pferden.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Konstanz in den Relationen.

Vor allem die Zahl der Pferde je Trainer überrascht, denn die Großunternehmen wie Chad Braun Steven Asmussen, Mark Casse et al haben in der Spitze über 600 Pferde (Steven Asmussen) und bis Platz 21 der Statistik sind es immer über 100 Pferde . Ich kann nicht sagen, wie viele Besitzertrainer es in den USA gibt, aber es scheint eine erheblich Zahl zu sein. Anders ist die Relation Trainer zu Pferde nicht zu erklären.

Datenquelle ist Equibase. Die Daten beziehen sich auf die USA, Canada und Puerto Rico

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Christophe Soumillon neuer französischer Rekordhalter

Christophe Soumillon ist neuer Rekordhalter mit den meisten Siegen eines Jockeys in Frankreich und löst damit Yves Saint-Martin als bisherigen bisherigen “ewigen Besten” ab.  Siegritt 3315 gelang ihm heute in Compiegne mit Valeya aus dem Stall des Aga Khans. Weltweit ist die Zahl der Siege des französischen Meisterjockeys noch etwas höher, denn die im Ausland gerittenen Sieger werden nicht berücksichtigt.

Damit hält Christophe Soumillon jetzt zwei französische Rekorde. Neben dem meisten Siegen insgesamt hat er 2017 305 Sieger geritten. So viel wie kein anderer Jockey in Frankreich (und in Europa) in einem Jahr jemals geritten hat.

Yves Saint-Martin hält allerdings immer noch den Championatsrekord. 15 Cravache d’Or hat er in seiner Karriere gewonnen. Christophe Soumillon kommt auf 10 Championate. Aber es bleiben ihm ja noch ein paar Jahre, um diesen Rekord auch noch zu überbieten oder zu egalisieren.

Glückwunsch an den französischen All-Time-Champ

Interview Equidia

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