Vier Mitglieder des Oberen Renngerichts zurückgetreten

Wie am Montag von GOL gemeldet wurde, sind vier Mitglieder der Oberen Renngerichts, die die – vorsichtig ausgedrückt – mehr als sonderbare Entscheidung im Derby-Rechtsstreit gesprochen haben, zurück getreten. Dr. Günter Paul, Dirk v. Mitzlaff, Karl-Dieter Ellerbracke und Rolf Leisten.

Als Vorsitzender des Oberen Renngerichts amtiert bis auf Weiteres der Präsident des Hamburger Rennclubs, Eugen Andreas Wahler. Mit dem Rücktritt der vier Mitglieder des Renngerichts ist jetzt der Weg frei für eine neue Besetzung des ORG für die neue Revisionsverhandlung im Derbystereit.

Hoffentlich wird die endgültige Entscheidung in der Derbyangelegenheit vor dem ersten Sonntag im Juli feststehen. Die Zeit wird langsam eng.

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Ein offener Brief von Andrea Glomba an den NDR

Andrea Glomba ist Pferdewirtin und war 15 Jahre aktiv im Rennsattel. Seit geraumer Zeit ist sie Tierschutzbeauftragte für die Renntage in Saarbrücken. In einem offenen Brief wendet sie sich an die verantwortlichen Personen beim Norddeutschen Rundfunk wegen der NDR-Dokumentation “45 Minuten” am 15. Mai 2017.
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Sehr geehrte Frau Denz,

ich hoffe einmal, dass Sie diese Mail durchlesen und es nicht einfach eine Standard Antwort gibt. Wenn ich mich erst einmal vorstellen darf: Mein Name ist Andrea Glomba. Ich bin 38 Jahre alt und von Beruf Pferdewirt. Genau gesagt habe ich den Schwerpunkt des Rennreitens gelernt. 1995 habe ich begonnen in diesem Beruf zu arbeiten und ich bin ihm, wenn auch nur noch Nebenberuflich, immer noch treu. 15 Jahre habe ich aktiv Rennen geritten. An absolvierten Rennen waren es um die 1000. Gewonnen habe ich etwas mehr als 100 davon.

Seit 20 Jahren bin ich im Tierschutz aktiv. Früher sehr aktiv im Bereich der Pferdehilfe, habe mich dort aber Stück für Stück zurückgezogen. Denn: die größten Abgründe habe ich im Freizeitbereich erlebt und die Möglichkeit zu helfen sind dort, gelinde gesagt, begrenzt.
Die Zeit bis Veterinärämter eingreifen ist deutlich zu lange und Pferde beschlagnahmen wird aufgrund der hohen Folgekosten so gut wie nie getan.Von daher musste ich für mich selbst die Entscheidung treffen, in dem Bereich kürzer zu treten und meine Kraft den Bereichen zu widmen, in denen ich etwas erreichen kann.Natürlich stehe ich aber nach wie vor auch dem Pferdeschutz zur Verfügung.Vor 3 Jahren habe ich meine Laufbahn als Rennreiter beendet. Seitdem reite ich nur noch Pferde im Training und hospitiere derzeit bei der Rennleitung um auch in diesem Bereich später dem Rennsport aktiv beizuwohnen.
Ausserdem bin ich Tierschutzbeauftragte für die Renntage in Saarbrücken Güdingen.

Nun meine Meinung zu Ihrer Reportage im Fernsehen:

Ich bin, wie übrigens 90% meiner Bekannten im Rennsport, weder der Ansicht, dass bei uns alles rosig läuft, noch, dass es bei uns ausnahmslos Tierfreunde gibt. Es wäre schön, dies behaupten zu können, aber das ist Wunschdenken. Es gibt überall schlechte Menschen und wird es auch immer geben.
Ich fände es auch nicht gut, wenn wir behaupten würden, dass es in unserem Sport keine Unfälle gäbe. Und leider Gottes, kann ein Pferd, welches sich im Rennen vertritt und sich etwas bricht nicht gerettet werden. Zum einen da ein angebrochener Knochen aufgrund der hohen Geschwindigkeit meist umgehend durchbricht, bevor man das Pferd anhalten kann, zum anderen ist es bei Pferden kaum möglich ein gebrochenes Bein zu reparieren. Es wurde schon oft und mit vielen finanziellen Mitteln versucht, endete aber meist mit dem Tod des Pferdes durch Kolik aufgrund der langen Stehzeit.
Trotzdem ist es pietätlos, wenn, nur um gute Bilder zu haben, gezeigt wird, wie ein Pferd sich das Bein bricht und, schlimmer noch, damit weiterläuft. Solche Bilder könnten zumindest verpixelt werden. Jedes dieser verunglückten Pferde hatte Menschen hinter sich, die um es trauern und diese Bilder nicht unbedingt nochmal sehen müssten.

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Was mich aber am meisten stört, ist, dass der eigentliche Pressekodex überhaupt nicht eingehalten wurde.

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Falls Ihnen dieser nicht bekannt ist, nenne ich Ihnen hier die von mir bemängelten Punkte:

1.Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde:

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.

Wurde dies eingehalten? Nein!

Denn:

Sie behaupten, dass Ihre Recherchearbeit eine ganze Saison (bzw 6 Monate) dauerte. In Wirklichkeit waren Sie aber gerade mal 3 Tage am Rennstall Recke und einen Tag auf der Rennbahn in Krefeld unterwegs. Das Bildmaterial, welches Sie verwendet haben ist teilweise mehr als 15 !! Jahre alt. Denn direkt in der Eingangssequenz bin zufälligerweise ich auf einem Rennpferd zu sehen, welches bereits vor mehr als 10 Jahren als Reitpferd abgegeben wurde (dort aber leider vor mehreren Jahren aufgrund einer Kolik verstarb). Der Besitzer der Rennfarben verstarb im Jahr 2002! Seiddem wurden diese Farben auch nicht mehr in Rennen getragen! Weshalb also so eine alte Sequenz?Auch die Aufnahmen mit den Zungenbändern (welche ja bei jedem Rennen auf mind einem Pferd genutzt wurden) sind mehrere Jahre alt.

Und Zungenbänder werden zB kaum noch genutzt heutzutage. Auch finde ich es befremdlich, dass Ihre Reporter einen der Rennställe besucht, der das Glück hat über große Weiden zu verfügen (wo auch die Trainingspferde täglich mehrere Stunden verbringen), diese Weiden sogar filmt, im Bericht dann aber darauf hinweist, dass keine Weiden zur Verfügung stünden? Nun ja…

Widmen wir uns Punkt

2. Sorgfalt

Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.

Wurde von Ihnen gründlich recherchiert? Nein!

Denn:

Der Großteil der Reportage stützt sich auf Behauptungen einer Frau B. Der Name dieser Frau ist mir schon seit mehreren Jahren ein Begriff. Denn sie hatte bereits über ein Online Forum versucht Spenden für Ihre Pferde zu sammeln und dort die Geschichte Ihres Pferdes “Aspantau” geschildert. Damals war er allerdings nicht, wie im Film hier bösartig, sondern Zitat “war er trotz allem ein freundlicher Genosse, der immer versucht einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern”. Nachzulesen unter folgendem Link: http://chevalie.de/das-stille-leiden-der-rennpferde/

Da auf ihre Geschichte mehrere Leute reagiert haben, die das Pferd kannten und konkrete Nachfragen stellten, wurde alles schnell wieder gelöscht. Ich hatte auch Kontakt per PN mit dieser Frau. Sie wollte mir Befunde schicken um zu beweisen, wie schlimm Aspantau dran ist. Leider kam hier nichts mehr. Frau B erklärte auch, dass sie Kontakt mit den Vorbesitzern aus Irland hatte. Eine Lüge, wie schnell bewiesen ist.

Auch die Fotos, wie sie Aspantau angeblich bekommen hat.. Wie kann es sein, dass ein Pferd mit einem aktuellen Foto inseriert ist und 3 Tage später mit langem Fell und deutlich abgemagert bei seiner Besitzerin ankommt, welche gerade mal ein paar Kilometer weiter weg wohnt?

Frau B. hat ein (mit Ausnahme eine Sehnenschadens) kerngesundes Pferd für einen Spottpreis bekommen, da die Besitzer einfach nur wollten, dass er in guten Händen unterkommt. Was dann passiert ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Laut ihrer eigenen Aussage bekam er nach dem Abnehmen eine Belastungsrehe. Davon ist in späteren Berichten nichts mehr zu hören. Zumal auch unverständlich wäre, weshalb man einem Vollblüter, bei denen bekannt ist, dass sie empfindliche Hufsohlen haben, einfach die Eisen abnimmt und sie auf eine Koppel stellt..

Nun zu Punkt

3. Richtigstellung

-Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.

Hierzu haben Sie ja noch Gelegenheit.

weiter geht es bei Punkt

4. Sensationsberichterstattung und Jugendschutz

Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.

Pferde zu zeigen, die mit einem baumelnden Bein herumlaufen ist definitiv eine unangemessene Darstellung von Leid. Natürlich sind diese Unfälle passiert und brauchen nicht verborgen zu werden. Aber so zu zeigen?Über Ihren zweiten Interviewpartner muss man nicht viel sagen. Dr Pick könnte nur selbst einmal darauf hinweisen, wie viele Rennen er geritten hat, wie gerne er die Peitsche einsetzte und welche anderen Reitsportmodelle seine Gunst hatten. Erst als er selbst diesem Hobby nicht mehr nachgehen konnte, begann er damit zu kritisieren.

Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, das ein Sport mit Pferden auch immer einen Teil zu Lasten den Tieres geht. Dies hat aber nichts mit dem Rennsport alleine zu tun, sondern beginnt schon bei den Freizeitpferden, die viel zu oft ohne genügend med. Betreuung oder von zu schweren und/ oder unwissenden Menschen gehalten werden.

Der Rennsport hat in den vergangenen Jahren sehr viel Zugeständnisse an den Tierschutz gemacht! Dies wurde von keiner ! anderen Pferdesportart getan oder überhaupt nur in Erwägung gezogen.

Wenn Sie eine wirklich neutrale Recherche hätten bringen wollen, hätten Sie darauf eingehen können. Erwähnen, wie viele Pferde nach ihrer Karriere im Rennsport ein langes Leben als Reitpferd gestartet haben oder aber wie das Leben in einem Rennstall für ein Pferd wirklich ist.Gerne stehen wird jederzeit für Sie zur Verfügung! Sie nennen Tag und Ort und ich selbst werde mit einem Trainer einen Termin ausmachen, so dass wir dort vorbeifahren und Sie eine Reportage machen können, die authentisch ist.

Genauso stehe ich Ihnen für Nachfragen bzw auch für Bildmaterial und Berichten von Ex Galoppern zur Verfügung. Und zwar nicht geschönt, sondern authentisch.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Glomba

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Die Feinheiten der Rennordnung

Herr Pudwill hat ja teilweise eine etwas eigenwillige Interpretation der Rennordnung und will diese dann unbedingt durchgesetzt sehen! Der Start im Gerling-Preis könnte sich allerdings zu einem gewaltigen Eigentor entwickeln!

Beim Derby hat er, wie Dr. Faßbender in einem Gastbeitrag in der Sport-Welt ausgeführt hat, die Protestfrist versäumt, womit das Verfahren eigentlich direkt wegen Fristversäumnis hätte eingestellt werden müssen. Heute meldet Galopp-Online, daß für Dschingis Secret im Gerling-Preis eigentlich das Gewicht falsch berechnet worden ist. Denn wegen des laufenden Protestverfahrens hätte Dschingis Secret eigentlich wie ein Gruppe-1 Sieger behandelt werden müssen und damit hätte er 59 kg tragen müssen. Hat er aber nicht. Dies ergibt sich aus Ziffer 639 RO.

Damit müßte er eigentlich wegen zu wenig getragenem Gewicht disqualifiziert werden.  Ob man diesem Mangel durch die Beendigung des Protestverfahrens NACHTRÄGLICH abhelfen kann, sehe ich mal als fraglich. Denn zum Zeitpunkt des Rennens war ein Protestverfahren anhängig und damit muß der Sieger wegen zu wenig getragenem Gewicht disqualifiziert werden.  Was sagt die RO zu den Fristen für einen Protest wegen zu wenig getragenem Gewicht. Kann der nur bis Waageschluß erfolgen oder auch noch nachträglich? Ich meine mich zu erinnern, daß dies auch noch nachträglich erfolgen kann, es gab da mal einen Fall im Hansa-Preis wo es durchaus eine Interpretation der Berechnung der Gewichte gab und der Sieger (war es Trainer Bruno Schütz? ) nachträglich disqualifiziert wurde.

Die Meldung in Galopp-Online

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Der Galoppsport in Spiegel-TV am 7. Mai

Sonntag Abend Spiegel TV über Arm und Reich in NRW. Der Galopp-Sport und die Rennbahn in Düsseldorf müssen als Beispiel für den Reichtum herhalten.

Aktuelle Aufnahmen mit dem Sieg von Wonnemond in der Frühjahrsmeile in Düsseldorf. Da wird die Dotierung des Rennens mit den Bezügen eines Hartz-IV Empfängers verglichen.  Warum vergleicht man nicht mal das Gehalt eines Fußballspielers von Schalke 04 mit dem Hartz-IV Uinterhalt? Man meint, auf der Rennbahn befinden sich nur die Schönen und die Reichen.

Kein Wort darüber, daß die Rennbahnbesucher aus allen Bevölkerungsschichten stammen. Kein Wort über die Kosten, die der Unterhalt eines Rennpferdes verursacht. Kein Wort darüber, daß  der Rennsport ein Wirtschaftszweig ist, in dem auch die Menschen Arbeit finden, die in vielen anderen Bereichen kaum eine Chance haben.

Kurz: es wurden die puren Klischees in einer Form bedient, wie es schon lange nicht mehr der Fall war. Der Informationsgehalt war gegen Null. Solche Berichte braucht kein Mensch. Hat sich niemand vorher mit dem Team von Spiegel TV zusammen gesetzt, man brauchte ja eine Drehgenehmigung.

Hinweis: Die aktuelle Sendung steht auf TV-Now noch nicht zur Verfügung, sobald die der Fall ist, wird der Link gesetzt.

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Zeugenvernehmung im Rennbahnstreit

Heute war Zeugenvernehmung im Rennbahnstreit. Vier Zeugen wurden gehört und Fortsetzung der Zeugenvernehmung und Termin für die mündliche Verhandlung  ist am 2. Juni beim OLG in Frankfurt.

Die Fußballseite “Ran”, meldet heute, daß der Bau der Akademie auf dem Rennbahngelände  nun auf der Kippe stehe, denn die Fortsetzung der Verhandlung ist nach der Frist, die DFB-Chef Grindel der Stadt gesetzt hat, bis zu der Klarheit über die Zukunft des Geländes bestehen muß. Diese Erklärung wollte der DFB bis zum 19. Mai haben.

Es mutet irgendwie sonderbar an. Jedesmal wenn in der Rennbahn-Angelegenheit ein Termin ansteht, rechnen Stadt und DFB mit einem Urteil. Dabei sollte doch jedem halbwegs verständigen juristischen Laien klar sein, daß nach der heutigen Zeugenbefragung vom Gericht nicht sofort ein Urteil gesprochen wird.

Wenn am 2. Juni der Termin mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt wird und im Anschluß mündlich verhandelt wird, wird danach auch kein Urteil verkündet. Evtl werden noch Schriftsatzfristen beantragt und vielleicht verkündet das Gericht einen Termin zur Entscheidung. Das heißt aber auch nicht Urteil, denn eine Entscheidung kann auch eine Fortsetzung der Beweisaufnahme sein.

Hat man beim DFB und bei der Stadt denn wirklich keinen blassen Schimmer zum Procerde in Zivilprozessen?

Ran über den Rennbahn-Prozeß

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Gute Berichterstattung im Express

Der Express gilt nicht unbedingt als die Zeitung für seriösen und gut recherchierten Journalismus – eher als das Sensationsblatt, das zuerst mit dem Toten sprach.

Im Bericht über den Kölner FC-Renntag haben die Jungs vom Boulvard aber alles richtig und gut gemacht. Unter einer eher reißerischen Überschrift (Express halt) folgt ein sachlicher Bericht über den Renntag und auch das Unglück von Coeur Link wurde gut behandelt. Ein schwerer Unfall der auf die ansonsten tolle Stimmung drückte. Ein Trainer der seinem Pferd zur Hilfe eilte und dann einen Beinbruch erlitt etc..
Alles drin und mit der passenden Sentimentalität beschrieben und ohne total auf die emotiomalen Tränendrüsen zu drücken.

Gut gemacht, kann man da nur sagen – und die Scribenten von German Racing sollten dort mal ein Praktikum machen, denn noch ist Polen und der Journalismus an der Kölner Rennbahnstraße ja nicht verloren!

Express – FC-Renntag

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German Racings Bericht zum FC-Renntag in Köln

Am Dienstag beim FC-Renntag in Köln, der mit 5000 Zuschauern für einen After-Work-Renntag sehr gut besucht war, mußten die Zuschauer direkt vor den Tribünen einen wirklich schlimmen Unfall erleben, als sich Coeur Link zwei Beine brach. Da wünscht man sich dann, daß man das besser nicht gesehen hätte.

Liest man dann den Renntagsbericht bei German Racing, dann steht dort nichts von diesem schlimmen Unfall. Schönwetterberichterstattung, alles was nicht gefällt, wird weggelassen. Es sollte den Verantwortlichen doch klar sein, daß die Tagespresse darüber berichten wird und wenn wir Pech haben, wird “Bild” eine große Bilderserie dazu bringen. Aber anstatt sachlich darüber zu berichten, verschweigt man es und macht es damit nur noch schlimmer. Kein Wort darüber, daß Coeur Link von einem Tierarzt trainiert wird, der schon sehr lange im Geschäft ist und der ein Pferd nie starten lassen würde, wenn er die Vermutung hätte, daß etwas nicht in Ordnung ist. Dies kann er schon aufgrund seiner Ausbildung ganz anders beurteilen als ein Laie. Kein Wort darüber daß die Besitzer seit Jahren einen Rennstall mit guten und sehr guten Pferden unterhalten und garantiert nicht ans schnelle Geld denken. Nichts wird geschrieben, man überläßt den Unfall lieber der Geierpresse, die ihn dann richtig ausschlachten wird.

Solche Desinformationsberichte haben keinen Wert und sind ein Messer ohne Klinge an welchem der Griff fehlt. Die braucht kein Mensch, guter Journalismus sieht anders aus!

Link zu German Racing

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Es gibt noch Richter in Köln!

Der Einlauf im Derby bleibt unverändert- Isfahan ist Derby-Sieger!

Am Montag den 3. April wurde der Fall erneut vor dem Renngericht mit Frank Heckenbücker, Mirko Roßkamp und Horst Greis verhandelt. Nach drei Stunden kam das Renngericht zu dem einstimmigen Ergebnis, den Richterspruch nicht zu ändern und damit den Antrag des Kläger zu verwerfen.

Das ist eine sehr gute Entscheidung. Das Urteil des Oberen Renngerichts wurde dabei vom Renngericht als Nicht-Urteil ohne Bindungswirkung bezeichnet. Ein sicherlich einmaliger Vorgang, nicht nur in der Rechtsprechung des Galopprennsports.

Dazu wurden sowohl von Seiten des Renngerichts als auch von Gottfried Reims als Vertreter des Direktoriums und natürlich von Seiten der Beklagtenvertreter eine Vielzahl von formalen Rechtsfehlern aus dem Urteil des ORG aufgezeigt. Dr. Matthias Birkholz, gemeinsam mit D. v. Boetticher Vertreter des Stalles Darius Racing hat ein knapp 40 Seiten umfassendes Gutachten vorgelegt und darin eine Vielzahl von Rechtsverstößen aufgeführt, die in dem Urteil des ORG enthalten seien. Dr. Birkholz wurde auch mit der Aussage zitiert, daß er in seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Anwalt ein derartig fehlerhaftes Urteil wie das des ORG noch nicht erlebt habe. Eine vernichtende Kritik!  Ähnlich äußerte sich Gottfried Reims als Vertreter des Direktoriums, der von einer “unseligen, nicht rechtmäßigen und auch traurigen Entscheidung“ des Oberen Renngerichts, und einer „Reise nach und durch Absurdistan“ sprach.

Eindeutiger kann man sich nicht äußern und in der Summe der Einzelkritiken ist es eine schallende Ohrfeige für das Obere Renngericht und seinen Vorsitzenden, Dr. Günther Paul.

Im wesentlichen richtet sich die Kritik gegen folgende Punkte:
- Fristversäumnis des Antragstellers (Besitzer von Dschingis Secret). Ein fristgerechter Protest  hätte vor Waageschluß eingelegt werden müssen.
- Mangelndes Gehör des Beklagtenvertreters vor dem ORG, wohingegen der Klägervertreter gehört wurde.
- Die  sehr eigenwillige Interpretation der Ziffer 484 der Rennordnung. Dort ist klar formuliert, daß ein Protestgrund nur gegeben ist, wenn statt einer Reitklappe vom Reiter eine Peitsche mitgeführt wurde.

Weiterhin hat das ORG versucht, einen Protest- und Disqualifikationsgrund in Form des Peitschenmißbrauchs zu konstruieren, den es in der Rennordnung nicht gibt. In Ziffer 623 ff sind verschiedene Disqualifikationsgründe genannt. Der Peitschenmißbrauch zählt ausdrücklich nicht dazu.

Alle diese “Bemühungen” des ORG, den Ausgang des Derbys zu ändern, sind vom RG vollständig abgeschmettert worden. Das Renngericht befindet sich damit in bester Gesellschaft, denn Dr Faßbender, der Gottlieb Planck der Rennordnung hat in einem einige Tage zuvor geschriebenen Beitrag in der “Sport-Welt” in gleicher Weise argumentiert.  Neben dem formalen Mangel des nicht rechtzeitig eingelegten Protest kritisierte Dr. Faßbender auch die materiell rechtlichen Ansprüche, die das ORG zugunsten des Antragstellers zu konstruieren versucht und erwähnt auch, daß es in keinem Rennsportland in Europa eine Regel gibt, nach der bei zu starkem Peitscheneinsatz eine Disqualifikation zu erfolgen hat.

Einzig Jan Antony Vogel, der Generalsekretär des Direktoriums klingt nicht zufrieden mit dem Urteil. Er sieht eine Brüskierung des ORG durch die Entscheidung des RG. Diese Auffassung kann ich nicht teilen. Vielmehr muß festgestellt werden, daß das ORG die Rennordnung in massiver Weise ignoriert und mißachtet hat. Nicht das ORG ist brüskiert worden, sondern das ORG hat die Rennordnung brüskiert und dafür die Quittung bekommen!

Es ist leider zu befürchten, daß das juristische Nachspiel zum Derby noch fortgesetzt wird. Rechtsanwalt Matusche hat erneut Beschwerde beim ORG angekündigt. Darüber hinaus wirft das Verfahren inzwischen viele Fragen für den Rennsport auf.

Das Direktorium muß sich auch sehr dringend Gedanken um die zukünftige Besetzung des ORG machen. Nicht nur in dieser Sache dürfte eine erneute Besetzung des ORG mit den Mitgliedern der letzten Entscheidung schlichtweg nicht möglich sein. Für die Mitglieder Dr. Paul und K. D. Ellerbracke steht immer noch die Frage der Parteilichkeit im Raum, denn bei einer Änderung des Richterspruchs hätten Beide indirekte Vorteile, wenn Dschingis Secret das Derby zugesprochen bekäme. Dr. Paul als Vorsitzender der Mehl-Mülhens-Stiftung, von dessen angestellten Trainer Dschingis Secret trainiert wird und K-D Ellerbracke als Mitbesitzer des Gestüts Auenquelle, dem Standort von Soldier Hollow, der dann einen zweiten Derbysieger in seinem Rekord stehen hätte.

Eine gute Lösung für alle Seiten wäre es wohl, wenn alle fünf Mitglieder des ORG Ihren Rücktritt erklären würden und damit einer möglichen Entlassung elegant zuvor kämen. Aber ob man auf so viel Einsicht hoffen kann?

Inzwischen steht der Galoppsport in Sachen Peitschengebrauch vor einem juristischen Scherbenhaufen. Statt klare Regeln zu formulieren, die auch im Sinne des Sports sind, und den Gebrauch und die Wirkung der Peitsche auf der Webseite auch für den Laien in verständlicher Form zu kommunizieren, wird einerseits vor den Forderungen der sogenannten Tierschützern immer mehr eingeknickt und andererseits werden die aktiven im Regen stehen gelassen.

Das Derby 2016 ist zu einem nie dagewesenen Trauerspiel geworden, das hoffentlich bis zum ersten Julisonntag 2017 beendet ist.

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FSV Frankfurt droht die Insolvenz

Den FSV Frankfurt plagen große finanzielle Probleme. Selbst in der dritten Liga sind Millionensummen in einer Spielzeit unterwegs. Die Kosten im Fußball sind schon in der untersten Profi-Liga  inzwischen immens. Schon Standardsspieler beziehen sehr gute Gehälter, von den zu zahlenden Ablösesummen gar nicht zu reden. Und wenn dann ein Verein aus dem eigenen Nachwuchs keine großen Talente hat, die er auf dem Transfermarkt versilbern kann, kann es schon mal eng werden.

Erschreckend ist die Reaktion aus der Politik. Sport??-Dezernent Markus Frank beeilt sich, dem FSV die Unterstützung zu versichern und sieht als erste Maßnahme eine Stundung der Stationmiete als möglich oder wohl wahrscheinlich. Ob es bei einer Stundung der Stadionmiete bleibt oder ob sie am Ende erlassen wird, ist wohl eher die Frage, wie geräuschlos sich die Stundung in einen Erlaß wird umwandeln läßt.

Es ist einfach bemerkenswert, wie Dezernent Frank beim ersten Hilferuf des FSV die Stadtkasse öffnet und wie kleinlich man sich gegenüber dem Rennsport verhalten hat und jetzt immer noch verhält. Bei den von der Presse initiierten Bürgergesprächen vor dem Bürgerentscheid sprach Frank mehr vom Sport und vom Sport und nochmal vom Sport und dann nur noch vom Fußball. Man könnte fast meinen, daß Sport gleich Fußball für den CDU-Mann ist und andere Sportarten bitte außerhalb Frankfurts ausgeübt werden sollen.

Sollte es zu einer FSV-Insolvenz kommen, droht der Frankfurter Politik ein mittlerer Wirbelsturm,. Denn wie Bild berichtet, gibt es enge personelle Verzahnungen zwischen dem FSV und der Stadtpolitik. Mehrere Lokalpolitiker sitzen auch im Aufsichtsrat des FSV und offensichtlich haben sie es mit der Aufsicht nicht so genau genommen. Hauptsache, sie hatten VIP-Karten für die Heimspiele und konnten das Leben genießen.

Die Politik in Frankfurt scheint ein Moloch zu sein, in dem man für den Fußball alles passend macht und alle anderen Sportarten mit der Blutgrätsche vor die Stadttore vertreibt!

Wenns um den Fußball geht, ist die Stadtkasse in Frankfurt immer schnell offen, bei anderen Sportarten haben die Stadtoberen einen Igel in der Tasche!

Trotz des Veröffentlichungsdatums ist das KEINE Scherz-Meldung zum 1. April!!

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Sensation im Westfälischem – Wöhler verläßt Ravensberg.

Daß Andreas Wöhler einer der besten Trainer ist, den wir aktuell und wohl auch jemals in Deutschland hatten und natürlich auch zu den besten Trainern der Welt gehört, steht wohl außer Frage. Die Liste großer Pferde mit großen Siegen auf den großen Rennbahnen der Welt und auf vielen Kontinenten ist lang – zu lang, als daß man sie hier jetzt alle aufzählen kann. Gruppe 1 Siege in Europa, Amerika, Asien, Australien, Klassische Siege und Plazierungen in Deutschland und Frankreich etc. etc. Je mehr man gräbt umso länger wird die Liste.

Und zuletzt war er besonders in Australien erfolgreich. Nicht nur Protectionist, dem ersten in Deutschland trainierten Sieger im weltberühmten Melbourne-Cup, auch andere Pferde aus dem Wöhler-Quartier zeigten den Kängurus die Hufeisen Made in Germany zur Betrachtung aus gebührender Entfernung vor dem Zielpfosten.

Und Protectionist war dann auch der Auslöser des Standortwechsels. Kaum in australisches Training überstellt war der Star nur noch ein Schatten seiner selbst. Statt die Szene zu beherrschen und weiter auf dem Turf zu triumphieren, war er einer unter vielen – teilgenommen, ohne Erfolg. Zurück in die westfälische Provinz änderte es sich dann wieder. Sieg folgte auf Sieg – nur in Canada wollte es nicht klappen, wohl eher wegen des Rennverlaufs als wegen der Klasse des Pferdes.

Luke Murrell, einer der Direktoren von Australian Bloodstock war mit der Situation äußerst unzufrieden. Der geniale Trainer in der westfälischen Provinz und die Pferde in Australien, sicherlich erfolgreich, aber wie erfolgreich wären sie wohl, wenn sie von dem Mann aus Good old Germany trainiert würden? Es begannen Verhandlungen und diese waren nicht einfach, denn  Andreas Wöhler hat in Deutschland Verpflichtungen und ist darüber hinaus auch vertraglich gebunden.

Luke Murrell gegenüber Galopp-Sieger: Die Deutschen waren verdammt zäh und als sie merkten, daß wir es ernst meinten, wurden knallharte Forderungen auf den Tisch gelegt. Unser Angebot, dafür einen australischen Top-Trainer nach Deutschland zu schicken, wurde mit einem müden lächeln vom  Tisch gewischt. Es ging ums Geld, es wurde um Ablöse verhandelt, um Summen, die man sonst eigentlich nur vom Fußball kennt. Aber wir wollten den Deal, wir wollten den für uns besten Trainer der Welt nach Australien holen.

Ähnlich äußert sich ein großer Besitzer aus dem Wöhler-Stall, der namentlich nicht genannt werden will, gegenüber Galopp-Sieger: Wir haben hart gepokert, sind extra bei professionellen Pokerspielern ins Traningscamp gegangen und es hat sich gelohnt. Die Ablöse, die wir für Adnreas Wöhler erhalten, übersteigt  den Erlös, den German Racing aus dem Verkauf von Racebets erhält, merklich. Der Faktor ist größer Zwei, aber mehr wollte er auch auf Nachfragen nicht preisgeben, denn das würde Begehrlichkeiten wecken. Jedenfalls soll ein merklicher Teil in die Infrastruktur des deutschen Rennsports investiert werden. Die Rettung der Rennbahnen kommt nicht aus Köln, sondern aus der westfälischen Provinz könnte man sagen.

Die endgültigen Verträge müssen jetzt noch unterzeichnet werden – und dann soll es nach dem Derbymeeting im Juli in Hamburg los gehen. Ob Andreas Wöhler zum Abschied noch einen Sieger im Blauen Band sattelt?

Wer den Wöhlerstall übernimmt, ist noch nicht entscheiden, aber es könnte auch ein Wanderer zwischen den Welten werden.  Sobald sich darüber Klarheit abzeichnet, wird Galopp-Sieger natürlich umgehend darüber berichten.

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