Alson wird 2020 in Frankreich trainiert

Nach der Ankündigung Schlenderhans, die Trainingsanlage aufzugeben, pfiffen es die Spatzen schon von den Dächern und jetzt berichtet GOL offiziell darüber, daß Alson zu André Fabre nach Frankreich wechseln soll. Insgesamt welchseln neun Pferde nach Frankreich. Außer Alson werden zukünftig Mare Australis und Shenouni von André Fabre trainiert. vier Pferde wechseln zu Francis-Henri Graffard und zwei Gavin Hernon.

Die hoffnungsvollen Nachwuchspferde verlassen das Land. Aus der Sicht des Besitzers ist das verständlich, vor allem weil André Fabre schon große Erfolge für Schlenderhan/Ullmann trainiert hat.  Für den Rennsport in Deutschland ist es ein neuer Schlag in den Nacken. Der Sport lebt auch von Stars. Nicht das Brot- und Buttergeschäft lockt die Menschen auf die Rennbahn oder in die Sport-Arenen. Es sind die Stars, die die für voll Bahnen oder Stadien sorgen.

In Deutschland ist es inzwischen ein Problem, daß die guten oder hoffnungsvollen Pferde relativ schnell ins Ausland verkauft werden oder wenn sie noch in deutschem Besitz stehen, meistens im Ausland laufen, weil die Geldpreise deutlich besser sind. Und man braucht auch die internationalen Erfolge, wenn man später einen Deckhengst vermarkten will.

Wie schmal die Gruppe der Spitzenpferde in Deutschland inzwischen ist, hat der Chef-Handicapper Harald Siemen zuletzt in seinem Blog aufgezeigt. Von sieben Gruppe-1 Rennen gingen fünf  ins Ausland.  Nur Derby und Diana blieben im Land. und bei Gruppe-2, Gruppe-3 und Listenrennen ist die Quote der im Ausland trainierten Sieger auch recht hoch.

Aber wahrscheinlich ist das alles nicht relevant für den Rennsport in Deutschland, denn das Direktorium hat ja verkündet, daß die Aussichten positiv sind.

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Breeders’ Cup 2019 – eine kurze Nachlese

Der Breeders Cup 2019 kann man aus europäischer Sicht ziemlich schnell abhaken. Dem alten Kontinent gelang ein Sieg und auch auf der Grasbahn dominierten die Amerikaner.

Die internationalen Big Playern des Rennsports hatten ebenfalls kein Glück und konnten keinen Sieger in Empfang nehmen. Weder die Scheichs, egal ob Dubai oder Katar oder sonst wo, noch Khalid Abdullah noch das Coolmore-Imperium hatten einen Sieger. Die Calumet-Farm, die man schon als Legende bezeichnen muß und deren Farben für einige Jahre in Amerika vollkommen von der Bildfläche verschwunden waren, hatte einige Plazierte in verschiedenen Rennen. Die Revitalisierung dieser Institution scheint erfolgreich zu sein.

Wer oder was sich dann wirklich in den USA hinter den teilweise unscheinbaren Besitzer-Namen verbirgt, ein kleiner Familienstall oder eine große amerikanische Besitzergemeinschaft oder eine größere Kapitalgesellschaft, ist nicht immer ganz einfach zu ergründen.

Und die schlechte Nachricht. Mongolian Groom, der im Breeders’ Cup Classic angehalten wurde, hat es nicht überlebt. Sonntag Morgen kam von HorseRacingNation die Nachricht, daß der diesjährige Sieger in den Awsome Again Stakes (GR 1) aufgegeben werden mußte. Das ist natürlich bitter, aber es läßt sich leider nicht verhindern, daß ein Pferd einen falschen Tritt macht und sich dabei ein Bein bricht. Ansonsten scheinen die Verantwortlichen die heftig kritisierten Probleme es Frühjahrs gelöst zu haben, denn es war wohl der einzige Zwischenfall während des zweitägigen Meetings mit einer sehr umfangreichen Karte

Zur Eröffnung des Meetings wurden die Marathon-Stakes gelaufen, die einige Jahre zum Breeders’ Cup Programm gehörten, jetzt aber nur noch ein Rennen im Rahmenprogramm sind. Der Sieger war Itsinthepost, trainiert von dem Amerikaner Jeff Mullins und geritten von Drayden von Dyke.

Interessantes Detail am Rande. Laut Equibase, der offiziellen amerikanischen Rennsportseite, wird der Bahnrekord für die 2816m in Santa Anita immer noch von Noor mit 2:52,8 gehalten. Aufgestellt wurde der Rekord am 4. März 1950. Der diesjährige Sieger war 11 Sekunden langsamer. Das macht einen Vorsprung von rund 160m für den Helden von damals.

Die fünf Breeders’ Cup Rennen des ersten Tages waren den Zweijährigen vorbehalten.

In dem zur Gruppe 2 zählenden Breeders’ Cup Juvenile Turf Sprint über 1006m stammte der Sieger und der Dritte von American Pharoah ab. Der Triple-Crown Sieger von 2015 ist auch als Deckhengst blendend vom Start gekommen.

Am zweiten Tag gelang Joseph Patrick O’Brien der einzige europäische Sieg mit Iridessa im Breeders Cup Filly & Mare Turf über 2011m. Und es war ein Sieg für die Geschichtsbücher. Joseph O’Brien ist nicht nur der jüngste Trainer, der einen Breeders’ Cup Sieger gesattelt hat, sondern auch der einzige Aktive, der sowohl einen Sieger geritten und trainiert hat. Ein Rekord, dem ihm so schnell niemand nachmachen wird.

Belvoir Bay, die Siegerin des Turf Sprint gehörte zu den Pferden, die im Januar 2018 von dem verheerenden Feuer in San Luis de Rey betroffen waren. Jetzt siegte die Stute in neuer Rekordzeit von 0:54,8 Min für die 1006m. Manchmal schreibt das Leben richtig schöne Geschichten.

Im „Turf“ über 2414m, der die Domäne der Europäer ist, lief der Epsom-Derbysieger Anthony van Dyck auf den dritten Platz. Sieger war der in Amerika bewährte Bricks and Motar. Alounak im Besitz von Darius Racing und trainiert von Waldemar Hickst in Köln wurde mit Clement Lecoeuvre als einziger Starter aus Deutschland Fünfter und lief ein sehr gutes Rennen. Er war 2 ½ Längen vom Sieger geschlagen und eine Länge vom Epsom-Derbysieger. Das ist eine Form, die sich sehen lassen kann.

Den mit 6 Mio USD dotierten „Classic“ gewann Vino Rosso nach einem tollen Ritt von Irad Ortiz jr vor McKinzie und Higher Power. Damit gewann Irad Ortiz jr nicht nur den „Turf“ und den „Classic“ sondern war auch erfolgreichster Jockey des Meeting. Sein kleiner Bruder Jose gewann zusätzlich zwei Rennen. Die Familie ist top in Form und beide Ortiz gehören derzeit zu den führenden Jockeys in den USA.

Wie Eingangs schon erwähnt, erlitt Mongolian Groom nach Erreichen der Geraden einen Bruch des linken Hinterbeins. Das Pferd galoppierte zum Zweitpunkt des Unfalls relativ alleine in ca dritter Spur. Fremdverschulden scheidet aus und an der Bahn kann es nicht wirklich gelegen haben, denn über die Stelle sind dieses Wochenende rund 100 Pferde galoppiert. Freud und Leid sind nicht nur im Rennsport manchmal ganz dicht beieinander. Faszinierender Rennsport, grausamer Rennsport.

Breeders Cup Turf

Breeders Cup Classic

Breeders Cup Filly and Mare Turf

Breeders Cup Sprint Dirt

Breeders Cup Mile Turf

Breeders Cup Mile Dirt

Breeders Cup Filly and Mare Sprint Dirt

Breeders Cup Juvenile Turf

Breeders Cup Sprint Turf

Breeders Cup Distaff

Breeders Cup Juvenile Fillies Turf

Breeders Cup Juvenile Turf Sprint

Breeders Cup Juvenile Dirt

Breeders Cup Juvenile Fillies Dirt

Ich hoffe, ich habe alle Breeders Cup Rennen und keines doppelt. Ist bei YouTube nicht ganz einfach zu sortieren.  Die Rennen wiederholen sich mit unterschiedlichen Titeln.

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OLG bestätigt den Derby-Einlauf 2016

In seiner Entscheidung vom 30.10 hat das OLG den Einlauf im Deutschen Derby 2016 für korrekt erklärt und Antrag des Besitzers von Dschingis Secret auf Änderung des Richterspruchs abgewiesen.

Das Urteil ist natürlich zu begrüßen. Viel wichtiger als die Entscheidung des Einzelfalls ist aber die grundsätzliche Bestätigung der Verbandsgerichtsbarkeit und die Rechtskraft der getroffenen Entscheidungen. Auch die vom LG gerügte angebliche Nicht-Entscheidung des Oberen Renngerichts wurde vom OLG als korrekt und verbindlich gesehen.

Die Kritiker, die im Einklang mit dem LG Köln die interne Verbandsgerichtsbarkeit kritisierten, müssen nach dem OLG-Urteil feststellen, daß die Kritik nicht berechtigt war und sie nur eine Mindermeinung vertreten.

Pressemitteilung des OLG Köln

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Glanz und Elend in schwarz-blau-rot

Vor wenigen Wochen feierte Schlenderhan sein 150 jähriges bestehen, wie GOL berichtet hat. 1869 kaufte Freiherr von Oppenheim Schloß und Gut Schlenderhan vor den Toren Kölns. Möglich wurde dieser Kauf auch durch eine weitere Emanzipation der Juden in Preußen und in dem von Preußen dominierten Norddeutschen Bund. Danach war es Juden u. a. erlaubt, Land und Grundbesitz außerhalb der Städte zu erwerben und es war damals wohl die weitreichendste Emanzipation, die Juden in Europa erfahren hatten. Vor allem aus Osteuropa und da besonders aus Rußland zog es sie nach Preußen, in dem sie nicht nur ihren Glauben nahezu unbeschränkt leben konnten.

Schlenderhan ist seither nicht nur das älteste Privatgestüt in Deutschland, sondern auch das Erfolgreichste und dazu mit einer Beständigkeit, die ihresgleichen sucht.

Am Sonntag gab es durch Alson mit seinem Sieg im Criterium International (Gruppe 1) in Longchamp ein nachträgliches Jubiläumspräsent. Und obwohl es ein Zweipferderennen war, lieferte der Areion-Sohn eine eindrucksvolle Demonstration seiner Klasse. Vier Pferde wurden als Starter für die mit 250.000 Euro dotierte Gruppe-1 Prüfung angegeben drei Iren aus den Ställen von Vater und Sohn O’Brien und ein Deutscher. Auch wenn am Vortag mit dem Criterium de Saint Cloud ein weiteres Gruppe-1 Rennen für Zweijährige entschieden wurde, irritieren die fehlenden Franzosen in diesem Rennen doch einigermaßen. In Saint Cloud ging es über die für Zweijährige sehr weite Distanz von 2000m, in Longchamp waren 1400m gefragt.

Dann wurde Wichita abgemeldet und es verblieben drei Starter. Lady Penelope aus dem Stall von Josef O’Brien war nach Paris gereist, verletzte sich in der Box und wurde abgemeldet.

Es rückten zwei Pferde in die Startbox ein – und wenn man nur das Ergebnis gelesen hat, dann dachte man erst mal an ein gemütliches Rennen, in dem der Zweitplazierte zeitig die Überlegenheit des Gegners erkannte und die Hände runter gesetzt hat und den Sieger ziehen ließ. Weit gefehlt! Es war ein aus der Maschine heraus zügig gelaufenes Rennen in dem Alson immer das besser gehende Pferd war. Eingangs der langen Pariser Zielgeraden mußte Donnacha O’Brien Armory schon anschieben, um den Takt von Alson mitgehen zu können.

Während Frankie Dettori auf Alson ganz lässig die Gerade runter galoppierte, wurde Armory noch sehr energisch angefaßt. Eine für mich unverständliche Reitweise! Donnacha O’Brien ist zwar ein junger aber trotzdem erfahrener Jockey, der in vielen großen Rennen geritten und gewonnen hat. Er mußte doch die drückende Überlegenheit von Alson erkannt haben und hätte ohne Anstrengung das zweite Geld bekommen. Wenn ein Finish eng ist, sehe ich den Peitschengebrauch als sinnvoll und unbedingt statthaft, wenn das Pferd unter der Peitsche anzieht. Ob das nun der Derbysieg von Isfahan 2016 oder das legendäre Derby 1979 zwischen Königsstuhl und Nebos war. Aber hier war der Peitschengebrauch absolut sinnlos und man könnte angesichts der unterschiedlichen Klasse der Pferde durchaus von Mißbrauch sprechen.

Auch wenn es nur ein Zweipferderennen war, wurde das Criterium International seinem Namen vollauf gerecht. Ein Ire und ein Deutscher kämpfen auf französischem Boden um den Sieg in einem bedeutenden Rennen! Es war absolut International!

Am Ende gewann Alson mit dem Finger in der Nase und 20 Längen Vorsprung gegen einen angestrengten Armory, den er am Arc-Tag im Grand Criterium noch knapp mit einem kurzen Hals von Alson auf den dritten Platz verwiesen wurde. Wann hat es zuletzt einen Sieger in einem Gruppe 1 Rennen mit 20 Längen gegeben? Die Frage wurde hier nach dem Sieg von Ghaiyyath im Großen Preis von Baden diskutiert und bei 20 Längen landet man bei Secretariat und den Belmont Stakes 1973. Lang lang ists her. Ebenso die Zeit kann sich absolut sehen lassen.: 1:27,6 Min auf sehr schwerer Bahn, die man in Dtld wahrscheinlich als „tief“ bezeichnen würde. 2018 gewann der Sieger auf Boden „gut bis weich“ in 1:27,1 Min, also eine halbe Sekunde schneller auf viel besserer Bahn. Es war ein absolut reell gelaufenes Rennen.

Wenn ich nichts übersehen habe, ist es der erste in Deutschland trainierte Sieger in einem Gruppe-1 Rennen für zweijährige Pferde in Frankreich und es ist der erste Sieg für einen Areion-Sohn in einem Gruppe-1 Rennen. Damit ist Alson auch der gewinnreichste Zweijährige, der jemals in Deutschland trainiert wurde.

Zweifellos, es war eine Sternstunde für die Vollblutzucht in Deutschland und für Schlenderhan. Aber nach Feiern wird den wenigsten in Bergheim bei Köln zumute gewesen sein.

Am vergangenen Freitag meldete GOL, daß Schlenderhan seine eigene Trainingsanlage, die vor rund 10 Jahren für viel Geld erstellt wurde, aufgeben wird. Die Pferde sollen auf verschiedene Trainer verteilt werden.

Für Informierte war das nicht ganz so verwunderlich. Wird doch die Trainingsanlage mit unterschiedlichen Ländereien seit rund einem Jahr von einem renommierten Makler für Immobilien im ländlichen Raum angeboten. Auf Nachfrage am Montag war der zuständige Sachbearbeiter aber nicht bereit, weitere Auskünfte zu geben, außer daß es für die Anlage ein normales Interesse gäbe und daß sie noch nicht verkauft ist. Es ist ja auch verständlich, daß man bei einem auf Grund seiner Besonderheiten nicht einfach zu vermarktenden Objekt sich nicht allzu tief in die Karten gucken lassen will.

Keine Frage, diese Entscheidung ist aus Kostengründen getroffen worden. Eine derart großzügige Anlage zu pflegen und zu unterhalten kostet viele Geld und wenn man die Kosten auf 50 Pferde im Training umlegt, sind das höhere Kosten je Pferde, als wenn die Pferde bei einem Public Trainer auf einer Rennbahn im Training stehen, wo die Kosten der Pflege auf 100 und mehr Pferde umgelegt werden.

Früher hatte Schlenderhan eine eigene Hausbank und mit den zeitweise sehr üppigen Erträgen konnte man viel gestalten. Natürlich sind es diese ‘nderungen bei der Eigentümerfamilie, die sich auf Schlenerhan ganz massiv auswirken. Aber auch nach dem Ende der Hausbank war es der Monsun, der mit seinem warmen Regen für reiche Ernten sorgte und als dieser ausblieb, wurden die Böden karg und es mußte gespart werden. Und es ist natürlich auch der Rennsport mit seinen Geldpreisen, die nicht nur international nicht mehr konkurrenzfähig sind, sondern auch die allgemeine Kostenwicklung seit rund 20 Jahren nicht mehr abbilden.

Und jetzt wird der Luxus einer eigenen Trainingsanlage gespart. Aber das ist es nicht, es ist eine Zäsur und nicht nur für Schlenderhan. Das größte und älteste deutsche Privatgestüt nmuß kleine Brötchen backen, so als wenn Daimler-Benz in Stuttgart für den Vorstand eine Kleinwagenregelung bei den Dienstwagen erläßt.

Dazu kommt die Außenwirkung, warum soll man noch in den Galopprennsport investieren, wenn der Branchenprimus sich massiv verkleinert. Die Schließung der Trainingsanlage wird Galopp-Deutschland noch bitter zu spüren bekommen.

In den sozialen Medien las man von Mitarbeitern, daß es sie besonders bedrücke, die Nachricht von der Schließung des Trainingszentrums aus der Presse zu erfahren. Wenn es stimmen sollte, ist das wahrlich nicht der Stil, der Schlenderhan würdig ist!

Es ist unverständlich,daß das DVR zu dieser Causa noch nicht geäußert hat. Und die angeblich so guten Aussichten, die das DVR in Baden Baden kommuniziert hat, sollten einmal mit belastbaren Fakten unterlegt werden. Es paßt einfach zur Causa Schlenderhan!

Criterium International

Statement J-P Carvalho nach dem Rennen

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Enable auf den Spuren von Goldikova?

Wie die Racing Post heute berichtet, hat Khalid Abdullah entschieden, daß seine Wunderstute Enable noch ein weiteres Jahr im Training bleiben wird. Damit wandelt Enable auf den Spuren der französischen Superstute Goldikova, aus dem Wertheimer-Stall und trainiert von Freddy Head, die auch sechsjährig im Training blieb. Der Versuch, den Breeders’ Cup Turf viermal zu gewinnen, gelang aber leider nicht. Beim vierten Versuch wurde sie “nur” Dritte.

Und Enable -  soll sie jetzt die erste Stute werden, die die King George VI and Queen Elizabeth Stakes dreimal gewinnen kann? Die Chancen stehen ja nicht schlecht. Oder soll sie mit einem Jahr Pause ein drittes Mal den Arc gewinnen und nach Motrico die älteste Arc-Siegerin der Geschichte zu werden?  Oder vielleicht auch Beides – dreimal King George und dreimal Arc?

Das wäre dann ein Rekord, der vielleicht so lange bestehen wird, wie der von Kincsem – ungeschlagen in 54 Rennen von der Bahn abzutreten. Und Kincsems Rekord wurde dieses Jahr 140 Jahre alt! Und da es gerade paßt: 1929, also vor 90 Jahren, gewann Oleander das dritte Mal den Großen Preis von Baden – 50 Jahre nach Kincsem.

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Köln und Krefeld

Früher, in der guten, nicht ganz so alten Zeit, als in Deutschland jedes Jahr über 3.000 Rennen gelaufen wurden, da gab es an einem Tag in einer Region nur auf einer Bahn Rennen.

Also Bremen hat nicht zeitgleich mit Hannover veranstaltet und Gelsenkirchen nicht mit Düsseldorf. Dafür gab es Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag Rennen und manchmal auch noch an anderen Tagen. So war das in der guten, nicht ganz so alten Zeit

Heute haben wir gerade mal etwas über 1000 Rennen im Jahr, aber dafür veranstalten dann diesen Sonntag Köln und Krefeld Rennen, an dem die Turf-Welt nach Paris blick und nur die Frage diskutiert wird, ob Enable das Triple schafft oder ob sie geschlagen wird. Es sind gerade mal 60 km zwischen den beiden Bahnen – die A57 entlang, Gerade Bahn auf 55 km.

Da fragt man sich, wer eine Terminplanung genehmigt, mit der sich zwei Vereine gegenseitig kanibalisieren und die sicherlich nicht förderlich für den Galoppsport ist.

Samstag werden im Kartell keine Rennen gelaufen, warum weicht nicht einer der beiden Sonntagsveranstalter auf den Samstag aus? Oder ist es neuerdings in NRW verboten, Samstag Pferderennen zu veranstalten?

Man fragt sich, wer diese Planung im DVR genehmigt hat.

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Der Arc: Enable oder ein anderer?

Der Prix de l’Arc de Triomphe ist eines der ganz besonderen Rennen im Turfkalender. Wer hier gewinnt,gehört zu den besten Pferden der Welt. Dazu ist es das mit Abstand höchst dotierte Rennen in Europa. Selbst der Fünfte bekommt noch mehr Geld, als der Sieger im Preis von Europa, der mal der deutsche Gegenentwurf zum Arc war und bei der finanziellen Ausstattung nicht in den gleichen aber in ähnlichen Dimensionen zu Hause war. Aber das ist Geschichte, das war vor langer Zeit.

Aber dieses Jahr geht es nicht allein um die Frage des Sieges, dieses Jahr geht es um die Frage, ob in der fast hundertjährigen Geschichte des Rennens erstmals ein Pferd zum dritten Mal in die Siegerliste eingetragen wird.

Bisher haben zwei Pferde versucht, den Arc dreimal zu gewinnen. In den Dreißigern war es die französische Wunderstute Corrida. Aber eigentlich waren es bei ihr keine drei Versuche, denn dreijährig wurde sie „nur“ Dritte und gewann die beiden folgenden Jahre. Aber addiert man Siege und Plazierungen, dann ist sie bis heute die erfolgreichste Arc-Starterin ever.

Einen echten Versuch zur Arc-Triple-Crown unternahm Treve 2013/14/15. Zweimal siegte sie mit Stil und Klasse aber beim dritten Versuch war das Glück so gar nicht auf ihrer Seite. Es paßte einfach nichts im Rennen, es lief alles gegen sie. Golden Horn war der strahlende Sieger und Treve kam als Vierte über die Linie,

Und jetzt kommt Enable und versucht das scheinbar Unmögliche erneut. Leider ist das Feld mit 12 Startern klein geraten und eines der schwächsten Felder im Arc insgesamt. Aber was an Masse fehlt, ist an Klasse umso mehr vertreten, auch wenn mit Crystal Ocean Enables größter Widersacher fehlt. Er hat sich im Training verletzt und wird nächstes Jahr als Deckhengst bei Coolmore debutieren.

Bisher haben nach dem Krieg vier Fünfjährige den Arc gewonnen. Einer davon war der Deutsche Star Appeal und zuletzt gelang es Marienbard in den Godolphin 2002. Le Paillon ist sicherlich der außergewöhnlichste Arc Sieger, denn er gewann im Frühsommer im gleichen Jahr den Grand Course des Haies d’Auteuil und war zuvor Zweiter im Champion Hurdle von Cheltenham um dann nach dem Sieg im Grand Prix de Deauville mit dem Sieg im Arc seine Rennlaufbahn zu krönen. Ein wahrlich außergewöhnliche Startfolge. Der fünfte Fünfjährige war Sagace, der 1984 aber zugunsten von Rainbow Quest disqualifiziert wurde. Die jüngeren Pferde dominieren natürlich auch,weil ein Arc Sieger früh in die Zucht geht. Mit einem Sieg im wichtigsten Rennen Europas ist eine gut dotierte Stallion-Laufbahn oft lukrativer als ein weitere Jahr auf der Rennbahn.

Der Boden in Paris wird weich, vielleicht sogar sehr weich sein, Auf weicher Bahn hat Enable schon gewonnen, aber wird sie auch schweren Boden können? Der Boden könnte entscheidend sein!

Und die Konkurrenten? Der Derbyjahrgang scheint in Europa nicht wirklich stark zu sein. Der Sieger im Epsom-Derby glänzt durch Abwesenheit. Japan aus dem O’Brien-Quartier ist einer der guten Dreihjährigen und als Sieger im Grand Prix de Paris hat er in Frankreichs heimlichen Derby schon seine Visitenkarte an der Seine abgegeben. Allerdings haben die folgenden Pferde danach keine Bäume ausgerissen oder sind nicht mehr gelaufen. Viel besser muß man seinen Sieg über Crystal Ocean in den International Stakes von York bewerten, denn da hat er Enables härtesten Widersacher knapp aber sicher geschlagen. Aber in York ging es nur über 2062m. Kann Japan auch 2400 auf schwer Bahn stehen, wenn die Gegner erstklassig sind?

Magical, ebvenfalls aus dem O’Brien-Quartier kommt mit frischer Siegform aus den Irish Champion Stakes an den Start, aber in den Yorkshire Oaks war sie deutlich hinter Enable und daß sie dieses mal davor ist, glaube ich nicht.

Der große Unbekannte im Feld ist für mich Ghaiyyath. Seine Siegform in Baden Baden ist brillant und mit dieser Form ist er für Enable ein echter Gegner. Aber bei „kurzer“ Startfolge hatte er in der Vergangenheit immer Probleme und die vier Wochen von Baden Baden bis zum Arc sind für ihn eine kurze Startfolge. Aber wenn er sich weiter entwickelt hat und in der Badener Form läuft, dann ist er für mich der größte Gegner. Bisher haben zwei Pferde den Arc gewonnen, die zuvor im Großen Preis von Baden gewonnen hatten. 2002 Marienbard, ebenfalls in den Godolphin-Farben und mit Frankie Dettori im Sattel und 2011 Danedream. Macht Ghaiyyath das Triple?

Der französische Derbysieger Sottsass hat sich mit einem Sieg im Prix Niel empfohlen. Aber kann er den Boden und sind die französischen Dreijährigen gut genug? Gegen die Älteren ist er noch nicht gelaufen.

Der Aufsteiger der Saison ist sicherlich French King. Im vergangenen Jahr konnte er in der französischen Provinz kein Listenrennen gewinnen. Dieses Jahr ist er ungeschlagen und zuletzt Sieger im Großen Preis von Berlin in Hoppegarten. Aber alles Formen auf gutem Boden. Wenn er ins Geld läuft, hat er seine Form bestätigt und die deutschen Rennen aufgewertet, aber Enable wird er nicht schlagen.

Und dann ist da noch der beständige Waldgeist. Seine wahrscheinlich beste Form überhaupt lief er in den „King George“ in Ascot, als er knapp zwei Längen hinter Enable und Crystal Ocean über die Linie kam. Als Vertreter der Ravensberger Waldrun-Familie sollte er der große Profiteur des Regens sein. Bei aller Beständigkeit fehlt ihm leider der letzte Schuß Klasse und ein Sieg in einem ganz großen Rennen. Sollte das heute gelingen?

Die Japaner haben teilweise erstklassige Formen im Marschgepäck. Aber ich halte sie auch wegen der Wetterverhältnisse für nicht wirklich gefährlich. In Japan ist der Boden fast immer fest und die Vertreter Nippons werden mit dem unbekannten weichen Boden zu kämpfen haben, egal wie gut sie auf festem Boden laufen.

Zu erwähnen ist noch Nagano Gold. Wenn ich nicht irre, ist es der erste Starter im Arc aus der Tschechei. Für die Tschechei ist er fast ein Wunderpferd, der allerdings in seinem Heimatland zuletzt 2017 gelaufen ist. Dieses Jahr war er Zweiter in den Hardwicke Stakes während des königlichen Meetings von Ascot und danach Dritter im Grand Prix de Deauville. Das sind respektable Formen, aber für diesen Sonntag reicht es es nicht. Nagano Gold wird für Ruhm und Ehre kämpfen und sich achtbar aus der Affäre ziehen, aber ich glaube nicht, daß dies auch noch mit einem Geldpreis honoriert wird.

Und das Fazit? Waldgeist und Ghaiyyath sind echte Prüfsteine für Enable, Japan für mich nur bedingt und French King könnte eine Überraschung landen. Und auch wenn Frankie Dettori ein Jockey ist, der alles gewonnen hat, was man gewinnen kann und eigentlich durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist und dazu dieses Jahr einen ungeheuren Lauf hat, möchte ich am Sonntag nicht in seiner Haut stecken und und nicht mit ihm tauschen wollen. Die Anspannung und der Druck der auf ihm lastet, dürfte größer sein als bei den anderen 11 Jockey zusammen!

Entscheidend wird die Tagesform sein – und der Rennverlauf muß passen! Aber wenn nicht alles schief geht, dann feiert Enable Sonntag ein Rendez vous mit dem Ruhm in Paris-Longchamp.

Zwei Stunden nach dem Arc versucht der Brümmerhofer Waldpfad aus dem Stall von Dominique Moser sein Glück im Prix de la Foret. Nach dem starken Auftritt im Betfair Sprint Cup von Haydock sollte er hier auch wieder in die Plazierung laufen. In Haydock ging er anfangs die Pace nur mit Mühe mit und kam am Ende mit großem Speed angeflogen. Die etwas weitere Distanz dürfte ihm da entgegen kommen. 2007 gewann hier Toylsome von der Spitze. Ein neuer deutscher Sieg ist nicht unmöglich.

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Crystal Ocean verletzt

Die Pferde, die Enable an einem Sieg im Arc hindern können, nimmt leider ab. Die Racing Post meldet, daß Crystal Ocean sich heute bei einer normalen Gesundheitsarbeit verletzt hat und wird deswegen im Arc nicht starten können.

Die Tatsache, daß es das Karriere-Ende für den Fünfjährigen ist,macht die Aussage natürlich dramatisch – aber nach dem Arc wäre er noch Champions Stakes oder Japan Cup oder Breeders’ Cup gelaufen und dann als Deckhengst aufgestellt worden.

Aber der Arc verliert mächtig an Attraktivität!

Karriere-Ende für Crystal Ocean

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Limitierung von Bedeckungen in den USA im Gespräch

Vor einigen Tagen berichtete die Webseite Horseracingnation über ein Modell des amerikanischen Jockeyclubs, wonach die Anzahl der Bedeckungen je Hengst auf 140 Stuten limitiert werden soll.

Hintergrund ist auch ein Absinken der Fohlenpopulation von 37.499 Fohlen im Jahr 2007 auf erwartete 20.500 Fohlen in 2020. 2007 deckten 37 Hengste mehr als 140 Stuten in einer Saison, diese Zahl sank auf 24 Hengste in 2010 und hat sich seitdem auf 43 Hengste mit mehr als 140 Bedeckungen nahezu verdoppelt.

2007 stammten 5.894 Stuten oder 9,5% der Population von Hengsten ab, die mehr als 140 Stuten je Saison gedeckt haben. 2019 stammten 7.415 Stuten oder 27% der Population von Hengsten ab, die mehr als 140 Stuten im Jahr gedeckt haben.

Mit der Beschränkung der Bedeckungen möchte man einer weiteren Verengung des Genpools entgegentreten und die genetische Vielfalt in der Vollblutzucht erhalten.

Soweit die Idee aus Amerika. Aber reichen diese Maßnahmen aus, um einer Verengung des Genpools entgegen zu treten?

Auch wenn der Ansatz gut ist, halte ich die Maßnahmen für nicht ausreichend. Selbst wenn die Anzahl der Produkte eines Hengstes damit für die Zukunft begrenzt sein wird, besteht weiter das Problem, daß die großen Hengstlinien, die dazu meistens kommerziell und damit erfolgreich gemanagt sind, weiter die Zucht dominieren werden.

Dazu einige Beispiele, hier allerdings mehr auf Europa als auf die USA bezogen. Die Situation ist ja nicht wesentlich anders, trotz differierender Gesamtzahlen.

Sadler’s Wells hat bei Galopp-Sieger 109 Söhne verzeichnet, die als Deckhengst aufgestellt sind oder waren, diese haben wiederum derzeit 89 Deckhengste gezeugt. Beide Zahlen sind nicht vollständig, weil Hengste in Galopp-Sieger erst als Deckhengst geführt werden, wenn sie mindestens ein Produkt in der Datenbank haben. Das betrifft dann junge Hengste und Hengste, die noch kein Pferd gebracht, das BT  hat oder in einem guten Handicap plaziert war oder aus anderen Gründen in die DB gelangt ist oder es betrifft Hengste, die in einem Teil der Welt als Deckhengst aktiv sind, der von mir nicht beobachtet wird, also auch für das Zuchtgeschehen in den großen Rennsportnationen nicht von Bedeutung sind. Insgesamt schätze ich die als Stallion aktiven Sadler’s Wells-Nachkommen, die nicht bei GS erfaßt sind, bei unter 20%.

Sadler’s Wells: Deckhengste über 10 Generationen

Würde man die Stuten bzw. Pferde zusammen rechnen, die von einem Sadler’s Wells-Sohn abstammen, würde man für Europa sowohl absolut als auch als Anteil in der Gesamtpopulation eine erhebliche Zahl erhalten. Auch dazu zwei Zahlen aus Galopp-Sieger:

In der Datenbahn sind 822 S-W Nachkommen registriert, die wiederum 3885 Nachkommen haben. Nach Pedigreequery hat S-W insgesamt 2173 Nachkommen, aber auch diese Zahl wird nicht vollständig sein. Die Zahl für die Enkel-Generation kann man dort leider nicht direkt ermitteln.

Sadler’s Wells: Nachkommen über 5 Generationen

Mit anderen Worten – auch wenn man die S-W-Söhne, von denen noch viele im Deckgeschäft aktiv sind, limitieren würde, würde man dem Problem der Genpool-Verengung nur bedingt entgegen wirken.

Betrachtet man dann die Zahlen für Northern-Dancer, so wird das Problem in einer noch größeren Dimension deutlich. N-D hat bei Galopp-Sieger 123 Deckhengste in der DB, die wiederum 636 Deckhengste gezeugt haben.

Northern Dancer: Deckhengste 10 Generationen

Insgsamt hat N-D in der Generation G1 313 Pferde in der DB, in der Generation G2 sind es 5.608 und in der dritten Generation G3 sind es 19.099 Pferde. Die geringe Zahl in G1 ist auch Folge der relativ geringen Zahl der amerikanischen Rennen, die für diese Zeit bei GS registriert sind.

Vorsicht: Es werden extrem viele Daten geladen, der Aufbau der Seite dauert einige Minuten und ca 10 Minuten, bis die Seite vollständig geladen ist! Nach dem Aufruf WARTEN und nicht neu laden!
Northern Dancer: Nachkommen über 5 Generationen

Die insgesamt größeren Zahlen sind natürlich auch in den 20 Jahren begründet, die zwischen Sadler’s Wells und Northern Dancer liegen. Das entspricht in der Vollblutzucht in etwa zwei Generationen und würde aber auch bedeuten, daß in 20 Jahren die Dimensionen von Sadler’s Wells ähnlich denen von Northern Dancer von heute sein werden.

Auf der anderen Seite gibt es extrem kleine Linien, die ums Überleben kämpfen und die von einem solchen Deckel in gleicher Weise betroffen wären. Für Europa nenne ich einmal die Dark-Ronald-Linie, die einmal ziemlich populär war und heute eigentlich nur noch in Deutschland und über Star Appeal / Star Way in Australien vertreten ist.

Dark Ronald: Deckhengste 15 Generationen

Oder in den USA den den schon fast krassen Fall Man O’War Linie, dem populärsten Vererber der Neuzeit aus dem Godolphin-Stamm. Es gibt weniger als eine Handvoll Hengste aus dieser Linie, die heute noch aktiv sind.

Man O’War: Deckhengste über 15 Generationen

Möchte man mit einer wie auch immer definierten Deckelung der Bedeckungszahlen die genetische Diversität der Vollblutzucht fördern, reicht es nicht, einzelne Hengste zu limitieren. Was nützt es, wenn ein S-W Sohn bei den Bedeckungszahlen gedeckelt wird, diese dann aber einem anderen S-W Sohn zugute kommen? Und selbst bei der amerikanischen Vollblutzucht mit für europäische Verhältnisse sehr hohen Bedeckungszahlen scheint mir ein Wert von 140 Stuten pro Hengst sehr hoch gegriffen.

Für eine wirklich Förderung der Diversität wäre es erforderlich, die dominierenden Hengstlinien an der weiteren Ausdehnung zu hindern und mittelfristig eine Reduzierung des Anteils an der Gesamtpopulation zu erreichen.

Nimmt man für N-D also einen derzeitigen Anteil von 20% in den Hengstlinien der Vollblutzucht an, darf die Anzahl der Bedeckungen durch N-D Nachkommen maximal 20% an der Anzahl der Gesamtbedeckungen betragen. Und die Tendenz muß fallend sein. Im Deckjahr 2021 dürfte der Anteil nur noch 18% betragen, also 10% weniger.

Dies betrifft natürlich alle großen Hengstlinien, für die entsprechende Quoten festgelegt werden, und für alle Linien, deren Anteil an den Bedeckungen einen Wert von X% unterschreitet, werden keine Quoten festgelegt.

Gäbe es dann aus einer weniger populären Linie einen Vertreter mit sehr guter Rennkarriere, hätte dieser eine ganz andere Entfaltungsmöglichkeit, als dies derzeit der Fall ist, wo die großen Linien, die oft professionell gemanagt sind, Seitenlinien kaum Raum lassen. Auch, weil solche Hengste oft nicht professionell gemanagt werden.

Im Ergebnis wäre dieses System ähnlich den Fangquoten, mit denen eine Überfischung der Weltmeere verhindert werden soll, oder dem angewendeten Kartell-Recht, mit dem die Stellung marktbeherrschender Unternehmen drastisch eingeschränkt werden kann. Leider wird das Kartellrecht zu selten angewendet, was spürbare Verwerfungen zur Folge hat.

Aber was passiert am Ende mit der Entwicklung der Vollblutzucht, wenn der Hengst mit dem absolut besten Verhältnis von Nachkommen zu BT-Siegern nur noch eine limitierte Zahl von Stuten decken darf, weil seine Quote ausgeschöpft ist?

Was ist besser für die Entwicklung Vollblutzucht – uneingeschränkte Entfaltung dominierender Leistungsträger in der Zucht oder genetische Vielfalt?

Original-Artikel in  Horseracingnation

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Waldpfad mit Gruppe-I Plazierung in Britannien

Der Sprint Cup in Haydock zählt zur British Campions Series und ist eines der renommierten Fliegerrennen auf der Insel. Nach seinem Überraschungserfolg in den Hackwood Stakes von Newbury und einer guten Plazierung in der Goldenen Peitsche von Baden Baden wollte Waldpfad in den Flieger-Olymp aufsteigen.

Das Rennen war hochklassig besetzt, aber durch den Ausfall von Ten Sovereigns wegen des Bodens und Advertise wegen nicht so berauschender Arbeitsleistungen steigen die Chancen des Brümmerhofers schon vor dem Start deutlich an.

Das Rennen wurde aus der Maschine raus schnell gelaufen und Waldpfad mußte sich anstrengen, um Anschluß zu behalten. Mit zunehmender Distanz kam er aber immer besser ins Rennen. Andrea Atzeni brachte den Shamardal-Sohn außen immer besser in Position und als auf den letzten 100 Metern innen Hello Youmzain in den Farben von Jaber Abdullah  The Tin Man mit ½ Länge auf den Platz verwies, kam außen Waldpfad mit gewaltigem Speed auf den dritten Platz und schlug Brando innen noch mit einem Kopf.

Das war wohl die beste Form, die ein in Deutschland trainiertes Pferd dieses Jahr gezeigt hat und Waldpfad ist wohl auch das beste, derzeit in Deutschland trainierte Pferd.

Wenn ich nichts übersehen habe, dann war das die erste Plazierung eines in Deutschland trainierten Pferdes in einem englischen Gruppe-I Fliegerrennen. Es gab einige Versuche und es gab auch Plazierungen in Gruppe II und Gruppe III, aber eine Gruppe-I Plazierung habe ich nicht gefunden!

Man darf auf die weitere Karriere von Waldpfad gespannt sein. Am Champions Day in Ascot ist der Boden meistens weich und das kommt dem Vertreter der Waldrun-Familie sicher entgegen. Und 1200m scheinen mir auch besser zu sein, als die 1000m zum Prix de l’Abbaye am Arc-Tag in Longchamp.

Haydock Sprint Cup Stakes – Hello Youmzain

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