Der Spiegel berichtet über die Probleme im Galoppsport

Ein Bericht im Spiegel über die Problem im Galoppsport. Es ist eben viel Hausgemachtes und man wartet auf Lösungsvorschläge aus Köln. Eine offene Diskussion wäre überfällig, aber sie findet seit Jahren nicht statt.

Bericht im Spiegel

Wo soll das hinführen, wie soll es weiter gehen?

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Es gibt noch Richter in Frankfurt!

Einen Paukenschlag hat es heute in Frankfurt gegeben. Das OLG hat entschieden, daß die Zwangsräumung der Rennbahn durch die Stadt aus dem Urteil des LG Frankfurt vom 16. Dezember gegen Sicherheitsleistung von 75.000 EUR eingestellt wird.

Die Urteilsbegründung hat einen Umfang von 15 Seiten  - und wenn man an das letzte Urteil des OLG in den Streitigkeiten um die Rennbahn denkt, könnte es eine erneute schallende Ohrfeige für die in der Stadtverwaltung am Projekt beteiligen “Fachleute” sein. Damit ist das Ansinnen der Stadt, die Rennbahn an den DFB zum Bau der Sportakademie baldmöglichst zu übergeben, in weite Ferne gerückt. Das OLG ist dabei der Argumentation des Rennklubs gefolgt, wonach dieser noch einen Pachtvertrag bis mindestens 2024 hat.

Das Urteil wird auch Signal-Wirkung auf den DFB-Bundestag haben, der im September über den Bau der Akademie entscheiden soll. Entgegen den bisherigen Äußerungen des DFB’s ist es nämlich keinesfalls so, daß mit der Übergabe des Geländes direkt gebaut werden kann. Dafür ist nämlich nicht nur ein Präsidiumsbeschluß erforderlich, wie von DFB-Seite bisher der Eindruck vermittelt wurde. Vielmehr muß der DFB-Bundestag insgesamt darüber entscheiden – und ob der angesichts jahrelanger Streitigkeiten dazu eine Mehrheit finden wird, ist mehr als fraglich.

Es ist jetzt sehr dringend an der Zeit, daß die Stadt die Niederlage eingesteht und baldmöglichst mit dem Rennklub konstruktive Gespräche über die Fortführung des Rennbetriebs aufnimmt. Das Gelände gammelt vor sich hin und bietet keinen schönen Anblick. Die Stadt als derzeitiger indirekter (oder direkter??) Besitzer läßt die Anlage einfach vor sich hingammeln und wenn im Frühjahr überall das Unkraut sprießt, dann sieht es dort bald aus wie auf einer Industriebrache – und das mitten in Frankfurt.

Glückwunsch an das Team um Graf Solms und seine Mitstreiter im Frankfurter Rennklub. Es zeigt sich mal wieder, daß es sich lohnt, um eine Sache, von der man begeistert ist, zu kämpfen.  Und an dieser Stelle muß man auch an Rebekka Unrath erinnern, die “damals” als 2014 der Frankfurter Magistrat einfach beschlossen hat, den Rennsport zu enteignen, ein Bürgerbegehren auf die Beine gestellt hat, das zwar formaljuristisch gescheitert war, aber in Frankfurt einen richtigen Wirbel verursacht hat.

Es sind die Amateure, die in Frankfurt eine heiße Klinge schlagen, während sich die Profis in Köln mehr als bedeckt halten.

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Einsicht bei der Politik in Frankfurt?

Wie die Frankfurter Rundschau diese Woche berichtet, hat die Stadt dem Rennklub angeblich eine Entschädigung für den Fall angeboten, daß man die Rennbahn räume. Der Rennklub hat natürlich abgelehnt, denn wahrscheinlich wird diese “Entschädigung” in Höhe eines Almosen gewesen sein, wie das in der Politik so üblich ist, wenn man an Privatpersonen oder Vereine “freiwillig” eine Zahlung leistet

Wobei – jetzt hat die Stadt endlich mal den ersten Schritt gemacht und dem Rennklub ein Angebot gemacht. Jetzt sollte man einfach mal um die Höhe feilschen. Einfach mal 50 Million in den Ring werfen und dann die entsetzten Gesichter des Magistrats genießen. Zu wenig Fragen ist schließlich Faulheit und das darf man dem Grafen Solms nun wirklich nicht unterstellen.

Dann wird gefeilscht und geschachert und gehandelt daß den Bazaristi die Augen ausfallen – und am Ende kommen dann 40 oder vielleicht auch nur 35 Millionen raus. Und davon wird dann an der Peripherie eine neue Bahn gebaut – alles top modern mit schönen Linien.

Dann können die Fußball-Rowdies ihr Schulungs-und Weiterbildungs-Zentrum für Hooligans und Balltreter bauen und der Rennsport hat eine schöne neue Bahn – und alle sind Glücklich und zufrieden.

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Jockey-Club will die Rennbahn von Kempton Park schließen

Während in Deutschland die Rennbahnen meistens den Gemeinden gehören und an den Rennsport vermietet werden, ist der Jockeyclub in England der Eigentümer vieler Rennbahnen.

Diese Woche verkündete der Präsident des Jockey Clubs, daß man die Rennbahn von Kempton Park im Speckgürtel von London schließen und als Bauland verkaufen wolle. Mit dem erwartetem Erlös von rund 500 Mio Pfund soll die Struktur des Rennsports insgesamt verbessert werden und eine neue Sandbahn in Newmarket gebaut werden.

Den Betrachter wundert es, daß eine Rennbahn mit Sandbahn geschlossen werden solle, um an anderer Stelle eine neue Sandbahn zu bauen.

Es hat nicht lange nach der Veröffentlichung der Meldung gedauert, bis ein Shitstorm nicht nur in den sozialen Medien über den Präsidenten des altehrwürdigen Jockey-Clubs hereinbrach, mit dem man in Newmarket wohl nicht ansatzweise gerechnet hat. Die Äußerungen sind teilweise sehr hart und deutlich wie z. B. die Frage, warum man denn eine neue Sandbahn brauche. Die Sandbahnrennen sind doch vor allem dafür da, den Buchmachern die Taschen zu füllen.

Aber es sind nicht nur die sozialen Medien, die Sturem gegen den Beschluß des Jockey Clubs laufen. Auch die Presse schießt scharf gegen den “Heiligen Stuhl von Newmarket” des Galopprennsports. Der Guardian protestiert in mehreren Artikeln gegen die Schließung. Eine traditionsreiche Bahn, auf der Pferde wie Arkle, Desert Orchid and Kauto Star sich einen Namen gemacht haben, kann man nicht einfach schließen. Der Autor zitiert den Jockey-Club der einmal über den Wert des englischen Rennsports sagte, das die Tradition des Sports in England keinen Preis habe, weil sie unbezahlbar sei – und eben dieser Jockey-Club will jetzt eine traditionsreiche Rennbahn verkaufen – 30 Silberlinge werden an anderer Stelle als Kaufpreis genannt.

Die Racing Post veröffentlicht bei  Facebook fast im Stundentakt Stimmen von Trainern und Reitern, die sauer und wütend über den Beschluß des Jockey-Clubs sind. Die sonst verwendete vornehme Formulierung “not amused” scheint den Trainern und Reitern in diesem Fall entschieden zu milde zu sein ;-)

Daß die Trainergilde und natürlich auch die Jockeys Sturm gegen die Schließung laufen, sei nur am Rande erwähnt. Nicky Henderson, einer der großen Trainer des National Hunt Sports, meint, daß der Boden in Kempton Park etwas besonderes sei und daß man die Rennen nicht  einfach nach Sandown verschieben könne. Es sei zwar nur 5 Meilen entfernt, aber die Verhältnisse seien ganz andere. Sehr deutlich sagt er, die Schließung von Kempton Park wäre ein Nagel im Sarg des National Hunt Sports.

Kempton Park ist nicht die ganz großartige Rennbahn im Königreich, aber sie ist Heimat der  King George VI Chase am sogenannten Boxing Day, dem zweiten Weihnachtstag. Und es ist in England gute Familientradition, am Boxing Day einen Ausflug nach Kempton Park zu machen. Ob man die Besucher wohl einfach nach Sandown umleiten kann?Inzwischen sind mehrere Petitionen zum Erhalt von Kempton Park bei Change.org eingerichtet worden. In den Foren der Buchmacher ist die angekündigte Schließung das Hauptthema.

Ich wage am Ende mal die provokante Frage, ob es vielleicht bald einen Präsidenten beim Jockey-Club geben wird. Es sind schon wegen kleinerer “Unfälle” die Köpfe von Verantwortlichen gerollt.

Petition zum Erhalt der Rennbahn in Kempton Park

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Der Melbourne-Cup – ein Reisebericht von Sarah Leutwiler

Sarah Leutwiler, Juristin aus Zürich und frühere Amateurrennreiterin, Silbermedaillen-Gewinnerin der Fegentri-Weltmeisterschaftswertung für die Damen 2011, hat privat Australien bereist. Und wer einmal vom Galopp-Virus infiziert ist, besucht bei einer solchen Reise natürlich auch den Melbourne-Cup, das berühmteste Galopprennen Australiens – The Race which stops the world.
Über den Melbourne-Cup hat sie einen kleinen Reisebericht verfaßt:

In meiner Zeit als Amateurrennreiterin war ich schon sehr weit herumgekommen. Aber nach Australien hatte ich es bisher nicht geschafft. Als ich dann im Jahr 2015 den Sieg von Michelle Payne als erste siegreiche Amazone des Melbourne Cups in den Medien verfolgte, wusste ich, dass ich unbedingt mal live vor Ort sein wollte, wenn dieses Rennen stattfindet. So kam es, dass ich mit meinem Verlobten im Oktober/November 2016 zwei Wochen Ferien in Australien machte und dabei auch den Melbourne Cup besuchte.

Von Zürich aus flogen wir mit Emirates via Dubai nach Melbourne. Um bequemer zu reisen, hatten wir bereits Anfang Jahr Business-Flüge gebucht. Das schlägt sich zwar im Budget nieder, aber hat sich für uns gelohnt, zumal ein Aufenthalt von lediglich zwei Wochen eher kurz ist, wenn man den Zeitunterschied von 10 Stunden bedenkt. Den Jetlag überwanden wir in den zwei Wochen nie richtig. Aber wir waren dafür bereits früh morgens fit und unternehmungslustig, was auch Vorteile hat.

Die Tickets für den Melbourne Cup hatten wir via Internet gekauft. Die Tribünenplätze werden etwa im März zum Verkauf freigegeben und sind bereits einige Monate vor dem Melbourne Cup ausgebucht. Wir erstanden unsere Tickets rund ein halbes Jahr vor dem Rennen. Zu diesem Zeitpunkt waren schon die meisten Plätze nicht mehr zu haben.

In Melbourne wohnten wir im Hotel Crown Metropole, eines der drei Crown Hotels, die auch Pferderennen sponsern und viele Rennsportgäste beherbergen. Dass der Tag des Melbourne Cups ein besonderer, öffentlicher Feiertag ist, schlägt sich natürlich in den Hotelpreisen und den Verfügbarkeiten der Zimmer nieder. Auch die meisten Hotels sind früh ausgebucht. Es lohnt sich auch hier, frühzeitig zu buchen.

Der Hype um den Melbourne Cup ist natürlich riesig. Auf Werbeplakaten und in Nachrichtensendern, überall wird man an das Grossereignis erinnert und es wird darüber diskutiert, wer denn der diesjährige Sieger sein wird.

Das Wetter in Melbourne ist sehr unberechenbar. Es kann sich im Verlaufe eines Tages bis zu viermal ändern. Vom wolkenlos blauen Himmel mit viel Sonnenschein und frühsommerlich warmen bis heissen Temperaturen bis zum wolkenverhangenen, grauen Himmel mit viel Wind und Regen sowie stürmischen Gewittern haben wir in den vier Tagen in Melbourne alles erlebt. Am Renntag selbst war es zum Glück bis auf drei kurze Schauern trocken und teilweise sogar sonnig.

Auf die Rennbahn Flemington reist man vom Stadtzentrum aus am einfachsten und schnellsten mit der Bahn. Die Rennbahn verfügt über eine eigene Bahnstation und ist in rund 20 Minuten zu erreichen. Auf den Strassen hat es demgegenüber extrem viel Verkehr und entsprechende Staus.

Am Melbourne Cup Day waren rund 100’000 Besucher auf der Rennbahn. Das ist mit Abstand die höchste Besucherzahl, die ich je erlebt habe. Alle Leute waren entsprechend dem Dresscode sehr schön und bunt gekleidet. Die Damen trugen natürlich Hut. Die Kleidung und Stimmung der Leute schuf eine wunderbar lebensfrohe Atmosphäre, die wohl fast einmalig ist.

Wir hatten nummerierte Plätze auf der Tribüne Lawn Stand. Das ist ein nicht überdachter Teil der Tribüne, welcher fast vis-à-vis des Zielpfostens liegt. Die Tickets waren mit rund EUR 170 recht teuer, wenn man bedenkt, dass wir damit keinen Zugang zur Haupttribüne und dem noch viel schöneren VIP-Bereich hatten.

Der hohen Besucherzahl entsprechend war die Rennbahn extrem überfüllt. Überall musste man Schlange stehen, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat und wohl einfach dazugehört.

Die Rennbahn ist mit Rosen in unterschiedlichsten Farben wunderschön geschmückt. Es wurde mir gesagt, dass sich ein Angestellter das ganze Jahr über nur um die Rosen auf der Rennbahn kümmert.

Zum Wetten gibt es nicht nur bediente Wettschalter sondern auch Automaten. Diese sind grundsätzlich einfach zu bedienen, nur muss man wissen, dass sie kein Rückgeld rauslassen. Unsere Wetteinsätze waren deshalb etwas höher als geplant, aber dank dem fantastischen Schlenderhaner Sieger Almandin holten wir dann doch noch einen kleinen Wettgewinn heraus. Wer nicht alles Geld einsetzt, erhält anstelle von Rückgeld einen Gutschein (Voucher), dessen Wert zu einem späteren Zeitpunkt verwettet werden kann.

Für 8 australische Dollar kann man das offizielle Racebook kaufen, welches in einem kompakten Format zahlreiche nützliche Informationen über die Starter enthält. Ohne dieses Racebook hätten wir wohl keinen Wettgewinn erzielt.

Der Besuch des Melbourne Cups war auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis. Die riesigen Dimensionen der Rennbahn, die eindrückliche Kulisse mit der Skyline von Melbourne, die enthusiastischen Rennbahnbesucher und der tolle Rennsport sind einfach fantastisch und international gesehen wohl fast unvergleichbar.

Dazu einige Impressionen von der Rennbahn und dem Blick auf Melbourne, die auch ohne Bildunterschriften sprechend sind – leider ohne den Sieger.

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Die Süddeutsche berichtet über die Rennbahn

Der Rennbahnstreit in Frankfurt geht weiter und das Medieninteresse nimmt nicht ab, sondern eher zu. Am Neujahrstag berichtet die Süddeutsche in einem ausführlichem Artikel über das Geschehen in der hessischen Metropole.

Der kleine Frankfurter Rennklub wehrt sich gegen den mächtigen DFB und die Stadt Frankfurt. Fast fühlt man sich an die Geschichte vom kleinen gallischen Dorf und das mächtige Imperium Romanum erinnert. Aber Graf Solmix und Rebekka Unrathix haben mit Asterix und Obelix eher wenig Ähnlichkeit….;-)

Die Süddeutsche als außenstehende, nicht zum “Frankfurter Club” Zeitung rollte die Geschichte noch einmal recht ausführlich auf, aber leider übersieht auch sie einige Fakten zur Causa Rennbahn.

Es wird immer noch der Sportakademie gesprochen. Verschwiegen wird, daß der DFB mit seinen gesamten Zentrale auf das Grundstück ziehen will. Also mit allen DFB-eigenen Firmen. Die bekommen dann neue Büroräume auf einem Filet-Grundstück zu einem Preis der jeder Beschreibung spottet.

Und die Kosten für die “Freimachen” des Grundstücks werden nicht genannt. Ich wiederhole sie hier aus einem früheren Post noch einmal

Manfred Hellwig, Gesellschafteranteil 2,0 Mio
Manfred Hellwig, Ersatz für Investitionen 3,0 Mio
Golfakademie für vorzeitige Beendigung des Mietvertrages 2,5 Mio

Das sind rund 7,5 Mio Euro. Dazu kommt noch der weitgehende Pachtverzicht gegenüber dem Golfclub von rund 300.000 EUR für das Jahr 2016. Da das Grundstück nach derzeitiger Lage nicht zum 1. Januar 2017 übergeben werden kann, muß theoretisch die Vertragsstrafe mit dem DFB in Höhe von 900.000 Euro hinzu gerechnet werden. Das macht dann gute 8,5 Mio an Kosten für die Stadt. Demgegenüber steht ein Erlös aus dem Erbpachtvertrag von 6,3 Mio Euro, macht einen Verlust bei Vertragsabschluß von reichlich 2 Mio EUR.

Und jetzt steht das Projekt noch unter dem Vorbehalt des DFB-Bundestags, was erst Ende 2016 bekannt wurde. Bisher hatte es immer geheißen, daß das Projekt beim DFB in trockenen Tüchern sei. Und was passiert, wenn der DFB-Bundestag auch wegen der weiter gestiegenen Kosten das Projekt ablehnt?

Dann ist die Rennbahn platt und es besteht eine große Freifläcte. Und die wird dann in die richtigen Kanäle an die Frankfurter Baulöwen weiter gereicht und die verdienen sich dann eine goldene Nase.

Ist der DFB vielleicht nur vorgeschoben und es geht der Stadt nur um Bauland?

Der Link zum Artikel Süddeutsche Zeitung

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Will der DFB die Rennbahn am Ende gar nicht?

Interessante Neuigkeiten aus Frankfurt meldet die Rundschau diese Woche.

Daß die Stadt den Rennklub mit allen Mitteln vertreiben will, ist ja nichts Neues. Daß das LG noch nie im Sinn des Rennsports entschieden hat, ist auch ein alter Hut, daß das OLG diese Urteile bisher immer kassiert hat, wissen auch alle Insider (außer bei der Stadt, da will man das nicht wahrhaben).

Daß aber die so “hoch gelobte Akademie” noch unter dem Genehmigungsvorbehalt steht, ist dann in der Tat mal eine echte Neuigkeit. Die Rundschau berichtet wörtlich:
Nach Informationen der FR hat der DFB den größeren Teil der vereinbarten kumulierten Erbpacht-Summe von 6,7 Millionen Euro noch gar nicht an die Stadt überwiesen. Angeblich stehen noch 4,7 Millionen Euro aus. Denn tatsächlich gilt es auch beim DFB noch eine größere Hürde zu überwinden. Ein Bundestag des DFB muss dem Projekt der Akademie noch zustimmen.

Langsam nimmt das groteske Züge an. Eigentlich wollte der DFB doch schon per Januar 2016 auf das Rennbahngelände, war dann bei der Stadt ganz großzügig, daß es auch reichen würde, wenn die Übergabe 2017 erfolgen würde, weil man dann mit dem Bau beginnen könne.

Und jetzt steht in der Presse, daß man gar nicht mit dem Bau beginnen kann, weil das entscheidende Gremium, nämlich der DFB-Bundestag überhaupt noch nicht über das Projekt abgestimmt hat. Niersbach et al haben also bisher eine dicke Lippe riskiert und haben überhaupt noch kein Placet des entscheidenden Gremiums. Verhandlung ohne Vollmacht, ist das legal, vor allem wenn man große Zahlungsversprechen eingeht?
Und was passiert, wenn die Delegierten des DFB-Parlaments Eier in der Hose haben und sich nicht einfach über den Tisch ziehen lassen und den arroganten Großkopfeten einfach mal ein schallendes Nein um die Ohren hauen. Was passiert dann? Dann muß doch der Niersbach persönlich haften und zahlen, oder? Wie singt der Osmin so schön: Oh wie will ich triumphieren, wenn sie euch zum Richtplatz führen und die Hälse schnüren zu, schüren zu. Singen will ich ….

Und der DFB-Bundestag beschließt nicht im Frühjahr über das Projekt. Es wird er st im Herbst 2017 beschlossen. Und dann erst könne man einen Bauantrag stellen. Was hat der DFB denn da gefaselt, daß man 2018 umziehen wolle. Alles Lügen, alles Märchen, aber nix Wahres. Ha feile Sklaven, ihr habt sie verhandelt!

Und wenn das Parlament Nee sagt? Dann ist die Rennbahn platt, der Bürgermeister wird nicht wieder gewählt, der DFB ist blamiert (stört da auch nicht mehr, ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich völlig ungeniert) – und was passiert dann in Niederrd? Dann machen wir da einfach Bauland draus, verkaufen den QM für 500,- + privates Handgeld und dann freue sich wieder ein paar Baulöwen und ein paar Wissende aus der Verwaltung.

Ansonsten – allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr – ohne DFB und diesem Gesindel!

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Die Weihnachtsgeschichte – für Pferde

Eine Weihnachtsfabel (v. David Alexander, aus dem Amerikanischen)

Der alte Schimmel schritt mit kleinen tänzelnden Schritten auf den Weidezaun zu. Er schien den Ort zu kennen und war dennoch fremd. Das Gras war grüner als er es je gesehen hatte und wenn auf das weiße Weidetor schaute hatte es einen perligen Glanz. Und da war noch eine andere lustige Sache. Eine große schwarze Wolke schwebte genau über dem Tor. Die Wolke war nicht am Himmel, wo sie normalerweise hingehörte. Es war als ob eine große Rauchwolke sich aus dem Grass erhebe.

Plötzlich löste sich die Wolke auf und ein Pferd erschien an ihrer Stelle. Es war ein kleiner Fuchs mit einer Blässe, einem weißen Socken und bräunlichen Haaren in Schwanz und Mähne. Der Schimmel dachte, dass es ein etwas altertümliches Aussehen hätte.

Hallo, alter Schimmel, sagte der Fuchs aus der schwarzen Wolke.

Hey, das ist ein wirklich guter Trick, rief der Schimmel auf. Wo hast Du den gelernt?

Der Fuchs verschwand wieder in der Wolke um sofort wieder aus ihr herauszutreten.  Das habe ich schon am Tage meiner Geburt gelernt, antwortete er mit einem Wiehern, das wie ein Kichern klang. Du musst wissen, ich bin am 1. April geboren und es gab eine totale Sonnenfinsternis an diesem Tag. Deshalb nannten sie mich auch Eclipse. Ich habe immer meinen Schabernack mit den Leuten getrieben. Meine Stallburschen trat ich zuweilen, meine Reiter versuchte ich abzuwerfen und ich biss den Auktionator, der mich verkaufte.

Ich heiße  hob der alte Schimmel höflich an, aber der trickreiche Fuchs tauchte in die Wolke ein um sofort wieder zu erscheinen und unterbrach ihn grob. Native Dancer, sagte er. Ich sollte Dich kennen. Ich bin Dein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur- ich vertue mich immer beim Zählen der Urs- ist aber auch egal, Du bist ein Nachkomme von mir. Tatsächlich ist das fast jeder  zumindest bei den Vollblütern.

Bist Du der Torwächter?, fragte Native Dancer.

Meistens, entgegnete Eclipse. Ich bin immer dran, wenn einer meiner Nachkommen herkommt. Und das ist fast immer so, wenn es um Vollblüter geht. Der alte Matchem hat noch ein paar übrig und er übernimmt den Job, wenn einer von Seinen kommt. Und der arme alte Herod stellt sich hier gelegentlich auf, aber es gibt nicht viele aus seinem Mannesstamm, die nicht bereits hier sind.

Wo bin ich hier eigentlich? fragte Native Dancer. Ich vermute, ich habe mich etwas verlaufen.

Die Große Wiese, antwortete Eclipse.  so wird dieser Ort genannt. Die Große Wiese. Die meisten Pferde, die sich verlaufen, kommen hier vorbei. Allerdings müssen wir auch einige wieder wegschicken.

Warum? fragte der Dancer.

Weil sie nicht hier hingehören, darum. Lange bevor ich hier herkam, war da z. B. so ein Geselle mit Namen Bayard. Er war ein Teufelspferd. Er gehörte einem alten Nekromanten namens Malagigi und er tat Teufelswerk. Er half diesem Schurken Aymon von Dordogne bei seinem Triumph über Karl den Großen, sagt man, Und ein Hexer namens Michael Scott hatte eine große schwarze Bestie, der sich auf seine Hinterbeine stellte und so alle Glocken von Paris zum Leuten brachte. Er schaffte es sogar, dass die Türme des Palastes eines Tages einstürzten. Der Große Kumpel mag solcher Art Pferde hier nicht sehen.

Aber wir haben das Pferd von Jesse James hier, und das von Dick Turpin auch. Der Große Kumpel sagt, dass sie selbst doch nichts Schlimmes getan hätten. Sie waren nur ihrem Herrn treu und der Große Kumpel sagt, dass sei eine Tugend.

Wer ist der Große Kumpel? fragte Native Dancer.

Du wirst es noch herausbekommen! antworte Eclipse beiläufig. Er senkte sein Maul und drückte das Tor auf.

Du darfst ebenfalls reinkommen. Aber Du verstehst, dass Du nur zur Probezeit hier bist. Der Große Kumpel entscheidet immer zu Weihnachten über den Verbleib der Neuankömmlinge. Mal sehen, heute ist der 16. November, wie man hier zu rechnen pflegt. Da brauchst Du ja nicht mehr lange zu warten.

Ich wette, der Große Kumpel ist Man O’War, sagte Native Dancer als er eintrat und über die smaragdgrünen Flächen blickte, die sich bis in die Unendlichkeit auszudehnen schienen.

Eclipse schnaubte. Werd nicht vorlaut, Junge. Dann fügte er boshaft hinzu: Auch Du wirst Deine Wette verlieren. Genauso wie die vielen Leute ihre Wetten auf Dich in Churchill Downs an jenem Tag verloren haben.

Native Dancer fühlte sich verletzt, denn sein Ahn hatte seinen wunden Nerv getroffen. Seine Lippe zittere etwas als er zu seiner Verteidigung erwiderte: Das Derby war das einzige Rennen, das ich je verlor.

Ich habe nicht ein einziges Rennen verloren, sagte Eclipse ohne Mitgefühl. Also sei nicht vorlaut. Der Große Kumpel will keine vorlauten Kerle auf der Grünen Wiese. Denk daran!

Native Dancer war von der sensiblen Art. Er fühlte, wie sich seine Augen mit Tränen füllten und hoffte, dass es Eclipse nicht bemerken würde. Ich gewann 21 meiner 22 Rennen, und Man O’War gewann nur 20 seiner 21, erklärte er. Und mein Sohn Kauai King gewann das Kentucky Derby.

Meine Söhne gewannen 3 Derbys zu Epsom, sagte Eclipse. Young Eclipse gewann die zweite, Saltram die vierte und Sergeant die fünfte Austragung und ich hätte dieses wunderbare Rennen selbst gewonnen  nur gab es dies noch nicht zu meiner Zeit. Also lass die Aufschneiderei. Es könnte jemand vorbeikommen und Dich reden hören und es dann dem Großen Kumpel erzählen, das würde einen Minuspunkt für Dich bedeuten.

Ein braunes Pferd, das noch altertümlicher als Eclipse aussah, kam heran. Bin ich jetzt dran?, fragte es eifrig.

Noch nicht, Herod, antwortete Eclipse in einem freundlicheren Tone. Old Fig ist jetzt an der Reihe, einer aus seiner Sippe nähert sich.

Wer ist ‘Old Fig’? fragte Native Dancer. Diesen Namen habe ich noch nie gehört.

Es gibt eine Menge Dinge, von denen Du noch nicht gehört hast, Junge, antwortete Eclipse. Sein richtiger Name ist Figure, aber unten nannten sie ihn Justin Morgan, nach seinem Besitzer. Da kommt er schon.

Ein sehr kleines, dunkelbraunes Pferd mit einem runden Rumpf, fast durchsichtigen Beinen und pelzigen Fesseln kam zum Tor angeschnaubt. OK, OK, ich übernehme, sagte er geschäftig. Wo ist der Junge? Kann Verspätungen nicht vertragen. Ich habe zu tun. Eine Wagenladung zu ziehen, ein Feld zu pflügen, ein Rennen zu laufen, ein Trab hier und ein Trab dort. Keine Zeit zu verschwenden. Wo bleibt dieser Junge denn nun?

In den folgenden Wochen begegnete der Tänzer hunderten, vielleicht tausenden von Pferden. Einige von ihnen waren berühmt, manche waren es nicht, einige waren seine Ahnen, und ein paar wenige waren seine eigenen Söhne und Töchter.

Er traf einen schnaubenden weißen Hengst namens Bucephalus, dem der Große Kumpel den Verbleib auf der Grünen Wiese zugestand obwohl es Gerüchte gab, dass er der tödlichen Sünde des Stolzes erlegen sei. Weil er einst einen Eroberer namens Alexander getragen hätte. Er traf einen anderen Schimmel, der lahmte, weil er auf einen rostigen Nagel getreten war gerade bevor er sich für immer verlaufen hatte. Er heiß Traveller und er war auch ein Schlachtpferd aus den Tagen, als ein Mann namens General Lee ihn besessen hatte. Es gab andere Soldatenpferde, zwei von ihnen stammten von dem geschäftigen kleinen Pferd ab, das sie hier ‘Old Fig’ nannten. Einer von denen war Phil Sheridans schwarzer Rienzi und das andere Pferd nannten sie einmal Fancy und ein andermal Little Sorrel und war das Pferd von Stonewall Jackson gewesen.

Native Dancer empfand Man O’War liebenswert trotz seines aristokratischen Betragens und er mochte besonders gern einen knochigen alten Gesellen namens Exterminator, der geduldig alle seine Fragen bis auf eine beantwortete. Er stellte diese eine Frage jedem: Wer ist der Große Kumpel?

Die Antwort war immer die Gleiche: ‘Warte bis Weihnachten!’

Er begegnete Messenger und Hambletonian und Hindoo. Er traf Pferde, die sich an die schrecklichen Hindernisse des Grand National gewagt hatten. Er begegnete einem Pferd, das blind in die smaragdfarbenes Dunkelheit starrte – es war Lexington. Er traf Pferde, die Zirkuswagen und solche, die Brauereiwagen gezogen hatten, solche die Pflüge über die Felder der Erde gezogen hatten und er traf andere, die Könige und Feldherren getragen hatten. Jedes Pferd, dem er begegnete, war von jemandem geliebt worden, aber kein Pferd sollte seine Frage beantworten. Die Antwort war immer die Gleiche: ‘Warte bis Weihnachten!’

Eclipse sorgte sich um ihn und hielt ein wachsames Auge über sein Betragen and sagte, er wiehere zu viel und würde zu viele Fragen stellen. Eclipse konnte den Gedanken nicht ertragen, dass der Große Kumpel einen seiner Nachkommen von der Grünen Wiese verbannen sollte.

Und Native Dancer wollte auch nicht gehen. Er bezweifelte, ob er jemals den Weg zurück nach Maryland finden würde, falls der Große Kumpel ihn wegschicken sollte. Die Grüne Wiese war in jeder Beziehung sehr angenehm. Das Grass war reichhaltig und er traf so viele bemerkenswerte Pferde. Früher, zu Hause, war er manchmal von Alpträumen geplagt worden, wenn ein Dark Star durch seine Träume jagte, aber jetzt schlief er friedlich and erinnerte sich nur selten an das Derby, das er verloren hatte.

Dennoch wurde er nervös als die Wochen vergingen und die Sterne immer heller schienen.

Endlich war es soweit. In einer Nacht, in der der Himmel im Sternenlicht brannte, versammelten sich alle Pferde so nah wie möglich bei einem kleinen Hügel auf der endlosen Koppel. Es waren Hunderte, Tausende, vielleicht Millionen, eine erwartungsvoll murmelnde Menge, die sich über das smaragdfarbene Grass unter den Diamanten des Himmels ausbreitete.

Eclipse war sehr gespannt. Er schwebte zu Native Dancer herüber und flüsterte: Pass jetzt gut auf. Sei ruhig und bescheiden. Der Große Kumpel wird jede Minute hier eintreffen.

Plötzlich war die unüberschaubare Menge genau so still wie die Sterne über ihnen. Der Große Kumpel stand auf dem Hügelchen in einem blendenden Strahl des Sternenlichts und Native Dancer konnte es kaum fassen. Er verschluckte ein spöttisches Wiehern und flüsterte Eclipse zu: Das ist der Große Kumpel? Er ist doch so klein! Und  er ist ja nicht einmal ein Pferd! Was hat der denn jemals geleistet?

Eclipse flüsterte: Er ist ein Esel. Er trug eine schwangere Frau in eine kleine Stadt in einer anderen sternenklaren Nacht. Aber das war vor einer langen, langen Zeit.

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LG Frankfurt urteilt zugunsten der Stadt im Rennbahnstreit

Die letzten Meldungen aus Frankfurt passen so gar nicht in die friedliche, freudig erwartende Adventszeit.

Erst räumt der Golfclub auf der Rennbahn das Feld. Das war zwar angekündigt, denn die Stadt zahlt dem Betreiber eine Entschädigung für den Verzicht auf die Rechte aus dem Pachtvertrag von rund 2,5 Mio Euro, aber die Tatsache als solches schmerzt doch sehr. War doch der Golfclub der ideale Geschäftspartner des Galopp-Sports. Außen Pferderennen, innen Golf, dazu Synergie-Effekte bei den Besuchern. Durch den Golfclub war die Rennbahn auch offen für das Publikum.  Und Dr. Weiland scheint mir ein überaus seriöser und zuverlässiger Geschäftspartner, der dazu auch Reiter ist und mit dem man sicher gut zusammen arbeiten kann.

An dieser Stelle sollte noch einmal erinnert werden, was sich die Stadt Frankfurt die Räumung des Geländes inzwischen hat Kosten lassen

Manfred Hellwig, Gesellschafteranteil 2,0 Mio
Manfred Hellwig, Ersatz für Investitionen 3,0 Mio
Golfakademie für vorzeitige Beendigung des Mietvertrages 2,5 Mio

Das sind rund 7,5 Mio Euro. Dazu kommt noch der weitgehende Pachtverzicht gegenüber dem Golfclub von rund 300.000 EUR für das Jahr 2016. Da das Grundstück nach derzeitiger Lage nicht zum 1. Januar 2017 übergeben werden kann, muß theoretisch die Vertragsstrafe mit dem DFB in Höhe von 900.000 Euro hinzu gerechnet werden. Das macht dann gute 8,5 Mio an Kosten für die Stadt. Demgegenüber steht ein Erlös aus dem Erbpachtvertrag von 6,3 Mio Euro, macht einen Verlust bei Vertragsabschluß von reichlich 2 Mio EUR.

2.000.000 Euro Verlust für die Stadt, damit der DFB ein Filet-Grundstück zum Spottpreis in den Hals geworfen bekommt. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Und jetzt stellt die Staatsanwaltschaft Frankfurt fest, daß sie einen Untreue-Tatbestand der handelnden Personen bei der Stadt, also bei Bürgermeister Olaf Cunitz und Dezernent Markus Frank nicht feststellen kann. Wir “verkaufen” ein Grundstück an den reichsten Sportverband der Welt, machen dabei 2 Mio Miese und die Staatsanwaltschaft kann nichts von Untreue finden? Und es geht ja nicht um ein Grundstück allein für den Sport. Der DFB will mit Mann und Maus und Wagen dorthin umziehen und sämtliche Wirtschaftsbetriebe des DFB würden dann auf der Rennbahn residieren. Wirtschaftsbetriebe, dies jedes Jahr Millionen-Gewinne erwirtschaften und mit Gemeinnützigkeit soviel gemein haben, wie ein Sumo-Ringer mit einem Leichtgewichtsjockey. Hat man da ganz intensiv weg geguckt, damit man wirklich nichts sehen konnte? Oder war man einfach zu bequem, wirkliche Untersuchungen anzustellen?

Es fällt schon schwer, bei solchen Entscheidungen nicht jeden Glauben an eine funktionierende Justiz in Deutschland zu verlieren.  Sicher, Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel, auf Erden wird nur Recht gesprochen, aber es wäre doch schön, wenn das gesprochene Recht wenigstens den Hauch von Gerechtigkeit vermitteln würde.

Gegen die Einstellung des Verfahrens hat der Rennklub direkt Beschwerde eingelegt und das ist auch gut so!

Dann hat das LG Frankfurt am 16. Dezember festgestellt, das der Räumungsklage der Stadt gegen den Rennverein stattzugeben ist. Das Urteil wurde ohne Verhandlung und ohne Beweisaufnahme verkündet, die vom Rennverein benannten Zeugen wurden nicht vernommen. Grundsätzlich ist ein Gericht natürlich frei und an keine Weisung gebunden, wenn es ein Urteil spricht. Ein Amtsrichter vom Dorf kann bei seiner Urteilsfindung die BGH-Rechtsprechung vollständig ignorieren, wenn er eine andere Auffassung vertritt.
Es mutet aber schon sonderbar an, wenn bei einem Prozeß, der nicht nur in Frankfurt von der Presse öffentlich begleitet wird, derart verfahren wird. Dazu das Urteil für sofort vollstreckbar zu erklären, ist die zweite Petitesse dieses Urteils. Das würde bedeuten, daß die Stadt kurzfristig mit dem Abbruch der Tribüne beginnen könnte.

Dagegen hat der Rennverein natürlich richtigerweise sofort Vollstreckungsschutz beantragt und  die Berufung gegen dieses Urteil eingelegt. Ob das schon geschehen ist, ob das Urteil überhaupt schon zugestellt ist, ist eine Frage, die ich derzeit nicht beantworten kann.

Nach Geschäftsverteilungsplan beim OLG in Frankfurt wird die Sache dann vor dem Senat neu verhandelt, der auch schon das Urteil im Verfahren um die einstweilige Anordnung vom 2. September 2016 gesprochen hat.

Darin hat das OLG nicht nur das Urteil des LG kassiert, sondern die Rechte des Rennvereins sehr umfassend dargelegt. Der RV ist der eigentliche Besitzer des Grundstücks und nicht bloß ein Dienstleister zur Veranstaltung von Pferderennen.
Salopp gesagt war es eine volle Klatsche für die Stadt und den Leiter des Liegenschaftsamtes Gangel.

Hier noch einmal der Link auf den Artikel in der Frankfurter Rundschau. Es ist wirklich lesenswert.

Frankfurter Rundschau zum OLG-Urteil vom 2. September

Und ergänzend sei dazu noch angemerkt, daß der Vortrag der Kommune hohl klingt oder besser gesagt eine Frechheit ist, wenn sie feststellt, daß der Rennverein keine Rennen veranstaltet. Dies geschieht nicht vor dem Hintergrund der mangelnden wirtschaftlichen Potenz des Rennvereins, sondern ist einzig der Tatsache geschuldet, daß der zuständige Amtsleiter Markus Frank dem Rennverein die Genehmigung zur Durchführung von Rennen verweigert. Das wird in dem Artikel leider nicht erwähnt. Alles klar?
Markus Frank, der viel Macht in der Frankfurter Stadtverwaltung auf sich vereint hat, verweigert dem Rennverein jede geschäftliche Aktivität und die Anwälte der Stadt verdrehen die Tatsachen und behaupten, der RV könne keine Rennen veranstalten.

Vor dem Hintergrund, daß das Urteil des LG vor einem OLG-Senat neu verhandelt wird, der schon einmal im Sinne des Rennsports Recht gesprochen hat, kann man eigentlich beschauliche  Weihnachtsfeiertage genießen – aber man weiß nie, was da noch kommen kann.

Daß der Rennverein wegen seines jüdischen Präsidenten von der NS-Diktatur auch schon enteignet wurde und das es in dem Fall Rennbahn noch viele andere Sonderbarkeiten gibt, sei nur am Rande noch erwähnt, damit es nicht ganz in Vergessenheit gerät.

Und am Ende – einer könnte noch immer die Reißleine ziehen und den DFB mit einer Unterschrift in die Wüste schicken. Angekündigt hat er es ja schon auf der Presseveranstaltung 2015. Das hatte damals viel Wirbel ausgelöst, aber am Ende hat ihn doch der Mut verlassen und er hat die Vertrags-Kündigung nicht unterschrieben.

Vielleicht besinnt er sich über Weihnachten eines besseren – und schickt Magistrat und DFB dahin, wo sie hin gehören: In die Wüste ;-)

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The Sun schreibt über Frederik Tylicki

Am Freitag hat The Sun einen großen Artikel über Frederick Tylicki gebracht.

Es ist bewundernswert, wie der vor knapp 6 Wochen gestürzte Reiter mit seinen schweren Verletzungen umgeht. Außer der Wirbelsäule waren noch einige Rippen gebrochen und wenn man das alles zusammen rechnet, dann hat er einen verdammt guten Schutzengel gehabt, daß er  diesen Unfall überhaupt überlebt hat.

Freddy nimmt wieder am Leben teil, bekommt Besuch und weiß, was auf der Rennbahn los ist.  Und natürlich wird es auch schlimme Tagen geben, das ist einfach so, wenn man allein im Bett liegt und ins grübeln kommt Aber er will raus, will sich bewegen, will Auto fahren etc..

Eigentlich sind das sehr gute Voraussetzungen, daß er im Rahmen der Möglichkeiten wieder aktiv am Leben teilnehmen kann.  Und es paßt auch zur Lebensgschichte anderer Jockeys, die nach einem Sturz im Rollstuhl landeten und danach eine zweite Karrierre begangen.

Harro Remmert ist der älteste, an den ich mich erinnere un d er wurde vom Rollstuhl aus ein großarter Trainer mit Siegen im Preis von Europa und im Derby und damit ist er einer von zwei Trainern, die sowohl einen Derbysieger geritten und trainiert haben

Peter Gehm war ein großer Hindernisjcokey, der erste aus Deutschland,der nach dem Krieg in der berühmten Steeplechase von Pardubitz den Sieger geritten hat und das gleich mehrfach. Heute ist er in der Ausrüstungsbranche rund ums Pferd tätig.

Christian Zschache ist als Besitzertrainer erfolgreich und hat mit Gereon fast schon einen klassischen Sieger trainiert.

Karl Heinz Kniese sorgt heute in Hamburg dafür, daß die Pferde mit dem richtigen Gewicht gesattelt werden.

Und schließlich noch Peter Heugl, der auch vom Rennsattel im Rollstuhl landet und damitebenso erstklassig umgeht. Zeitweise war er Kommentator bei der Vorschau von Rennen für einen Wettanbieter und er engagiert sich im Behinderten /Rollstuhlsport. Und an dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, daß es damals Dr. Berglar war, der dem Reiter finanziell sehr großzügig unter die Arme gegriffen hat.

Mit Sicherheit habe ich Reiter übersehen, die nach einem schweren Unfall im Rollstuhl gelandet sind, aber die hier  sind mir gerade durch den Kopf gegangen – auch weil man sie immer noch auf der Rennbahn sieht.

Jockeys sind eben aus einem anderen Holz geschnitzt. Der Beruf ist hart und jedes Rennen ist ein Kampf um Sieg und Plätze und wer da im Beruf erfolgreich besteht, der kann auch die Widrigkeiten eines Lebens im Rollstuhl besser meistern als “Otto-Normalo”

Der Artikel in The Sun

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