German Racings Bericht zum FC-Renntag in Köln

Am Dienstag beim FC-Renntag in Köln, der mit 5000 Zuschauern für einen After-Work-Renntag sehr gut besucht war, mußten die Zuschauer direkt vor den Tribünen einen wirklich schlimmen Unfall erleben, als sich Coeur Link zwei Beine brach. Da wünscht man sich dann, daß man das besser nicht gesehen hätte.

Liest man dann den Renntagsbericht bei German Racing, dann steht dort nichts von diesem schlimmen Unfall. Schönwetterberichterstattung, alles was nicht gefällt, wird weggelassen. Es sollte den Verantwortlichen doch klar sein, daß die Tagespresse darüber berichten wird und wenn wir Pech haben, wird “Bild” eine große Bilderserie dazu bringen. Aber anstatt sachlich darüber zu berichten, verschweigt man es und macht es damit nur noch schlimmer. Kein Wort darüber, daß Coeur Link von einem Tierarzt trainiert wird, der schon sehr lange im Geschäft ist und der ein Pferd nie starten lassen würde, wenn er die Vermutung hätte, daß etwas nicht in Ordnung ist. Dies kann er schon aufgrund seiner Ausbildung ganz anders beurteilen als ein Laie. Kein Wort darüber daß die Besitzer seit Jahren einen Rennstall mit guten und sehr guten Pferden unterhalten und garantiert nicht ans schnelle Geld denken. Nichts wird geschrieben, man überläßt den Unfall lieber der Geierpresse, die ihn dann richtig ausschlachten wird.

Solche Desinformationsberichte haben keinen Wert und sind ein Messer ohne Klinge an welchem der Griff fehlt. Die braucht kein Mensch, guter Journalismus sieht anders aus!

Link zu German Racing

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Es gibt noch Richter in Köln!

Der Einlauf im Derby bleibt unverändert- Isfahan ist Derby-Sieger!

Am Montag den 3. April wurde der Fall erneut vor dem Renngericht mit Frank Heckenbücker, Mirko Roßkamp und Horst Greis verhandelt. Nach drei Stunden kam das Renngericht zu dem einstimmigen Ergebnis, den Richterspruch nicht zu ändern und damit den Antrag des Kläger zu verwerfen.

Das ist eine sehr gute Entscheidung. Das Urteil des Oberen Renngerichts wurde dabei vom Renngericht als Nicht-Urteil ohne Bindungswirkung bezeichnet. Ein sicherlich einmaliger Vorgang, nicht nur in der Rechtsprechung des Galopprennsports.

Dazu wurden sowohl von Seiten des Renngerichts als auch von Gottfried Reims als Vertreter des Direktoriums und natürlich von Seiten der Beklagtenvertreter eine Vielzahl von formalen Rechtsfehlern aus dem Urteil des ORG aufgezeigt. Dr. Matthias Birkholz, gemeinsam mit D. v. Boetticher Vertreter des Stalles Darius Racing hat ein knapp 40 Seiten umfassendes Gutachten vorgelegt und darin eine Vielzahl von Rechtsverstößen aufgeführt, die in dem Urteil des ORG enthalten seien. Dr. Birkholz wurde auch mit der Aussage zitiert, daß er in seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Anwalt ein derartig fehlerhaftes Urteil wie das des ORG noch nicht erlebt habe. Eine vernichtende Kritik!  Ähnlich äußerte sich Gottfried Reims als Vertreter des Direktoriums, der von einer “unseligen, nicht rechtmäßigen und auch traurigen Entscheidung“ des Oberen Renngerichts, und einer „Reise nach und durch Absurdistan“ sprach.

Eindeutiger kann man sich nicht äußern und in der Summe der Einzelkritiken ist es eine schallende Ohrfeige für das Obere Renngericht und seinen Vorsitzenden, Dr. Günther Paul.

Im wesentlichen richtet sich die Kritik gegen folgende Punkte:
- Fristversäumnis des Antragstellers (Besitzer von Dschingis Secret). Ein fristgerechter Protest  hätte vor Waageschluß eingelegt werden müssen.
- Mangelndes Gehör des Beklagtenvertreters vor dem ORG, wohingegen der Klägervertreter gehört wurde.
- Die  sehr eigenwillige Interpretation der Ziffer 484 der Rennordnung. Dort ist klar formuliert, daß ein Protestgrund nur gegeben ist, wenn statt einer Reitklappe vom Reiter eine Peitsche mitgeführt wurde.

Weiterhin hat das ORG versucht, einen Protest- und Disqualifikationsgrund in Form des Peitschenmißbrauchs zu konstruieren, den es in der Rennordnung nicht gibt. In Ziffer 623 ff sind verschiedene Disqualifikationsgründe genannt. Der Peitschenmißbrauch zählt ausdrücklich nicht dazu.

Alle diese “Bemühungen” des ORG, den Ausgang des Derbys zu ändern, sind vom RG vollständig abgeschmettert worden. Das Renngericht befindet sich damit in bester Gesellschaft, denn Dr Faßbender, der Gottlieb Planck der Rennordnung hat in einem einige Tage zuvor geschriebenen Beitrag in der “Sport-Welt” in gleicher Weise argumentiert.  Neben dem formalen Mangel des nicht rechtzeitig eingelegten Protest kritisierte Dr. Faßbender auch die materiell rechtlichen Ansprüche, die das ORG zugunsten des Antragstellers zu konstruieren versucht und erwähnt auch, daß es in keinem Rennsportland in Europa eine Regel gibt, nach der bei zu starkem Peitscheneinsatz eine Disqualifikation zu erfolgen hat.

Einzig Jan Antony Vogel, der Generalsekretär des Direktoriums klingt nicht zufrieden mit dem Urteil. Er sieht eine Brüskierung des ORG durch die Entscheidung des RG. Diese Auffassung kann ich nicht teilen. Vielmehr muß festgestellt werden, daß das ORG die Rennordnung in massiver Weise ignoriert und mißachtet hat. Nicht das ORG ist brüskiert worden, sondern das ORG hat die Rennordnung brüskiert und dafür die Quittung bekommen!

Es ist leider zu befürchten, daß das juristische Nachspiel zum Derby noch fortgesetzt wird. Rechtsanwalt Matusche hat erneut Beschwerde beim ORG angekündigt. Darüber hinaus wirft das Verfahren inzwischen viele Fragen für den Rennsport auf.

Das Direktorium muß sich auch sehr dringend Gedanken um die zukünftige Besetzung des ORG machen. Nicht nur in dieser Sache dürfte eine erneute Besetzung des ORG mit den Mitgliedern der letzten Entscheidung schlichtweg nicht möglich sein. Für die Mitglieder Dr. Paul und K. D. Ellerbracke steht immer noch die Frage der Parteilichkeit im Raum, denn bei einer Änderung des Richterspruchs hätten Beide indirekte Vorteile, wenn Dschingis Secret das Derby zugesprochen bekäme. Dr. Paul als Vorsitzender der Mehl-Mülhens-Stiftung, von dessen angestellten Trainer Dschingis Secret trainiert wird und K-D Ellerbracke als Mitbesitzer des Gestüts Auenquelle, dem Standort von Soldier Hollow, der dann einen zweiten Derbysieger in seinem Rekord stehen hätte.

Eine gute Lösung für alle Seiten wäre es wohl, wenn alle fünf Mitglieder des ORG Ihren Rücktritt erklären würden und damit einer möglichen Entlassung elegant zuvor kämen. Aber ob man auf so viel Einsicht hoffen kann?

Inzwischen steht der Galoppsport in Sachen Peitschengebrauch vor einem juristischen Scherbenhaufen. Statt klare Regeln zu formulieren, die auch im Sinne des Sports sind, und den Gebrauch und die Wirkung der Peitsche auf der Webseite auch für den Laien in verständlicher Form zu kommunizieren, wird einerseits vor den Forderungen der sogenannten Tierschützern immer mehr eingeknickt und andererseits werden die aktiven im Regen stehen gelassen.

Das Derby 2016 ist zu einem nie dagewesenen Trauerspiel geworden, das hoffentlich bis zum ersten Julisonntag 2017 beendet ist.

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FSV Frankfurt droht die Insolvenz

Den FSV Frankfurt plagen große finanzielle Probleme. Selbst in der dritten Liga sind Millionensummen in einer Spielzeit unterwegs. Die Kosten im Fußball sind schon in der untersten Profi-Liga  inzwischen immens. Schon Standardsspieler beziehen sehr gute Gehälter, von den zu zahlenden Ablösesummen gar nicht zu reden. Und wenn dann ein Verein aus dem eigenen Nachwuchs keine großen Talente hat, die er auf dem Transfermarkt versilbern kann, kann es schon mal eng werden.

Erschreckend ist die Reaktion aus der Politik. Sport??-Dezernent Markus Frank beeilt sich, dem FSV die Unterstützung zu versichern und sieht als erste Maßnahme eine Stundung der Stationmiete als möglich oder wohl wahrscheinlich. Ob es bei einer Stundung der Stadionmiete bleibt oder ob sie am Ende erlassen wird, ist wohl eher die Frage, wie geräuschlos sich die Stundung in einen Erlaß wird umwandeln läßt.

Es ist einfach bemerkenswert, wie Dezernent Frank beim ersten Hilferuf des FSV die Stadtkasse öffnet und wie kleinlich man sich gegenüber dem Rennsport verhalten hat und jetzt immer noch verhält. Bei den von der Presse initiierten Bürgergesprächen vor dem Bürgerentscheid sprach Frank mehr vom Sport und vom Sport und nochmal vom Sport und dann nur noch vom Fußball. Man könnte fast meinen, daß Sport gleich Fußball für den CDU-Mann ist und andere Sportarten bitte außerhalb Frankfurts ausgeübt werden sollen.

Sollte es zu einer FSV-Insolvenz kommen, droht der Frankfurter Politik ein mittlerer Wirbelsturm,. Denn wie Bild berichtet, gibt es enge personelle Verzahnungen zwischen dem FSV und der Stadtpolitik. Mehrere Lokalpolitiker sitzen auch im Aufsichtsrat des FSV und offensichtlich haben sie es mit der Aufsicht nicht so genau genommen. Hauptsache, sie hatten VIP-Karten für die Heimspiele und konnten das Leben genießen.

Die Politik in Frankfurt scheint ein Moloch zu sein, in dem man für den Fußball alles passend macht und alle anderen Sportarten mit der Blutgrätsche vor die Stadttore vertreibt!

Wenns um den Fußball geht, ist die Stadtkasse in Frankfurt immer schnell offen, bei anderen Sportarten haben die Stadtoberen einen Igel in der Tasche!

Trotz des Veröffentlichungsdatums ist das KEINE Scherz-Meldung zum 1. April!!

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Sensation im Westfälischem – Wöhler verläßt Ravensberg.

Daß Andreas Wöhler einer der besten Trainer ist, den wir aktuell und wohl auch jemals in Deutschland hatten und natürlich auch zu den besten Trainern der Welt gehört, steht wohl außer Frage. Die Liste großer Pferde mit großen Siegen auf den großen Rennbahnen der Welt und auf vielen Kontinenten ist lang – zu lang, als daß man sie hier jetzt alle aufzählen kann. Gruppe 1 Siege in Europa, Amerika, Asien, Australien, Klassische Siege und Plazierungen in Deutschland und Frankreich etc. etc. Je mehr man gräbt umso länger wird die Liste.

Und zuletzt war er besonders in Australien erfolgreich. Nicht nur Protectionist, dem ersten in Deutschland trainierten Sieger im weltberühmten Melbourne-Cup, auch andere Pferde aus dem Wöhler-Quartier zeigten den Kängurus die Hufeisen Made in Germany zur Betrachtung aus gebührender Entfernung vor dem Zielpfosten.

Und Protectionist war dann auch der Auslöser des Standortwechsels. Kaum in australisches Training überstellt war der Star nur noch ein Schatten seiner selbst. Statt die Szene zu beherrschen und weiter auf dem Turf zu triumphieren, war er einer unter vielen – teilgenommen, ohne Erfolg. Zurück in die westfälische Provinz änderte es sich dann wieder. Sieg folgte auf Sieg – nur in Canada wollte es nicht klappen, wohl eher wegen des Rennverlaufs als wegen der Klasse des Pferdes.

Luke Murrell, einer der Direktoren von Australian Bloodstock war mit der Situation äußerst unzufrieden. Der geniale Trainer in der westfälischen Provinz und die Pferde in Australien, sicherlich erfolgreich, aber wie erfolgreich wären sie wohl, wenn sie von dem Mann aus Good old Germany trainiert würden? Es begannen Verhandlungen und diese waren nicht einfach, denn  Andreas Wöhler hat in Deutschland Verpflichtungen und ist darüber hinaus auch vertraglich gebunden.

Luke Murrell gegenüber Galopp-Sieger: Die Deutschen waren verdammt zäh und als sie merkten, daß wir es ernst meinten, wurden knallharte Forderungen auf den Tisch gelegt. Unser Angebot, dafür einen australischen Top-Trainer nach Deutschland zu schicken, wurde mit einem müden lächeln vom  Tisch gewischt. Es ging ums Geld, es wurde um Ablöse verhandelt, um Summen, die man sonst eigentlich nur vom Fußball kennt. Aber wir wollten den Deal, wir wollten den für uns besten Trainer der Welt nach Australien holen.

Ähnlich äußert sich ein großer Besitzer aus dem Wöhler-Stall, der namentlich nicht genannt werden will, gegenüber Galopp-Sieger: Wir haben hart gepokert, sind extra bei professionellen Pokerspielern ins Traningscamp gegangen und es hat sich gelohnt. Die Ablöse, die wir für Adnreas Wöhler erhalten, übersteigt  den Erlös, den German Racing aus dem Verkauf von Racebets erhält, merklich. Der Faktor ist größer Zwei, aber mehr wollte er auch auf Nachfragen nicht preisgeben, denn das würde Begehrlichkeiten wecken. Jedenfalls soll ein merklicher Teil in die Infrastruktur des deutschen Rennsports investiert werden. Die Rettung der Rennbahnen kommt nicht aus Köln, sondern aus der westfälischen Provinz könnte man sagen.

Die endgültigen Verträge müssen jetzt noch unterzeichnet werden – und dann soll es nach dem Derbymeeting im Juli in Hamburg los gehen. Ob Andreas Wöhler zum Abschied noch einen Sieger im Blauen Band sattelt?

Wer den Wöhlerstall übernimmt, ist noch nicht entscheiden, aber es könnte auch ein Wanderer zwischen den Welten werden.  Sobald sich darüber Klarheit abzeichnet, wird Galopp-Sieger natürlich umgehend darüber berichten.

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Der DFB wird ungeduldig

Langsam nimmt der Zug für den Erhalt der Rennbahn in Frankfurt richtig Fahrt auf. Beim F.A.Z.-Main-Palais-Gespräch erklärte DFB-Präsident Grindel, daß der DFB mit der Geduld langsam am Ende sei und Planungssicherheit brauche.

Die Kosten für das Projekt seien inzwischen von ursprünglich 90 Mio auf inzwischen 140 Mio gestiegen, auch weil noch eine zusätzliche Halle gebaut würde. Und angeblich, weil das Gefälle des Geländes stärker sei, als angenommen. Erinnerungen können trüben, aber ich weiß nicht, wo es auf der Rennbahn in FFM ein großes Gefälle gibt.

Den 300 Mitarbeiter des DFB sei die Enge in den Räumen an der Otto Fleck Schneise nicht mehr zuzumuten. Interessant wäre die Frage, wie viele dieser Mitarbeiter denn beim e V und wie viele bei den GmbH’s als beim nicht gemeinnützigen Bereich des DFB beschäftigt sind. Der Anteil der Gewerbefläche, den der DFB auf dem Rennbahngelände errichten will, dürfte erheblich sein.

Grindel erklärte weiterhin, daß es ein Nebeneinander von Galopp und Fußball nicht geben werden, obwohl er ein Freund des Pferdesports sei. Ein Kommentator in der Online-FAZ erklärte dazu süffisant, daß dies auch für alle anderen Sportarten mit dem Fußball gelte. Der Fußball gibt sich als Platzhirsch und duldet niemanden neben sich!

Dies alles muß auch vor dem Hintergrund gesehen werden, daß es von Seiten des Finanzamtes erhebliche Steuernachforderungen in zweistelliger Millionenhöhe im Zusammenhang mit der WM 2006 und der damit verbundenen sehr kreativen Buchführung gibt. In diesem Zusammenhang ist auch die Aberkennung der Gemeinnützigkeit noch nicht vom Tisch!

Und zu guter Letzt sei noch daran erinnert, daß das Votum des DFB-Bundestags, die Akademie wirklich zu Bauen, für September noch aussteht. Was passiert denn, wenn die Amateurvereine sich von den Vorteilen des Projektes für sie eben nicht überzeugen lassen und nicht der Auffassung sind, daß die Vorteile für den Profisport auch Vorteile für die Amateure sind? Das Gewitter in Frankfurt möchte ich zu gerne erleben!

Dem Grafen Solms und den Familien Faust und Weil und Rebekka Unrath muß man nicht nur ganz feste die Daumen drücken, sondern sehr dankbar sein, daß sie den Kampf mit der Stadt und dem DFB aufgenommen haben, denn die Zentralverwaltung des Rennsports war mehr als inaktiv – freundlich formuliert!

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Auch die Neusser Rennbahn vor dem Aus?

Der Fortbestand der Rennbahn von Neuss steht auf der Kippe. Die dritte Rennbahn in Deutschland, um deren Zukunft es nicht gut bestellt ist.  Man konnte schon immer über die eckige Bahn streiten, aber sie hatte zweifelsohne große Zeiten erlebt. Gruppe-Rennen wurden hier gelaufen, hochdotierte Handicaps etc. Und in Neuss war oft die Bude richtig voll!

Am Samstag erschien in der NGZ, dem Ableger der Rheinischen Post jenseits des Großen Wassers, ein wehmütiger Artikel “Schade, wenn ein Kulturgut verschwindet”. Ein mit einer gewissen Sentimentalität geschriebener Artikel, in dem der Rennsport vor allem endlich mal als Kulturgut bezeichnet wird!

In den Leserkommentaren waren durchaus interessante und auch sehr sinnvolle Anregungen zu finden, wie man der Rennbahn wieder Leben einhaucht. Und es wird sehr deutliche Kritik an Neuss Marketing geübt, die nicht nur bei der Vermarktung der Rennbahn ein sehr schlechtes Bild abgibt Aber diese Anregungen würden voraussetzen, daß man im Vorstand des Neusser Rennvereins aktiv wird und etwas unternimmt.

Am Dienstag titelte die NGZ, daß Vogel auf dem hohen Roß sitzt. Teilweise ist der Artikel nicht ganz korrekt, aber der Tenor ist nicht falsch. Und der Autor findet deutliche Worte für den Präsidenten des Neusser Rennvereins.

Dadurch, daß die Winterrenntage passend auf die freien Zeiten bei PMU gelegt werden, werden die Winterrenntage nicht mehr als Veranstaltung für das lokale Publikum wahrgenommen, sondern als Veranstaltung für einen französischen Wettanbieter. Auch wenn das nicht ganz richtig ist, ist es eben der Eindruck, der für einen Außenstehenden entsteht. Langsam zeigen sich die Probleme immer deutlicher, die durch das fehlende Eigengeschäft des Galoppsports in Deutschland auftreten.

Und während Dortmund als zweiter Winterveranstalter noch eigene Renntage im Sommer veranstaltet, ist das in Neuss nicht mehr der Fall. Neuss veranstaltet keine Rennen mehr in eigener Verantwortung!!  Und da jetzt der nächste Renntag für den 24. Oktober angemeldet wurde, scheint man das auch nicht zu ändern zu wollen.

Auch wenn die Grasbahn derzeit “platt” ist, einen dauerhaften Übergang hat, so daß keine Rennen auf Gras möglich sind, könnte man auch im Sommer auf Sand veranstalten. Einen schönen Samstag-Renntag mit Party-Feeling wäre sicher praktikabel. Aber selbst jetzt, wo das Messer an der Gurgel sitzt, wird nichts unternommen, sondern das langweilige Programm der vergangenen Saison wird einfach fortgeschrieben.

Und bei allem Enthusiasmus für den Sport – wer bitte möchte in der Woche bei naßkalter Winterwitterung und einem sehr bescheidenen Programm die Rennen in Neuss “live” erleben, wenn er nicht unmittelbar beteiligt ist? Der Durchschnittszuschauer, der gerne schönen Sport mit schnellen Pferden in angenehmer Atmosphäre erleben möchte, geht im Sommer auf die Bahn.

Der Präsident des Neusser RV hat den Stadtrat nicht von seinen Plänen für die Zukunft der Bahn überzeugen können. Es wäre ja nicht so schlimm, aber der Präsident von Neuss ist als Generalsekretär des Direktoriums in Köln auch für die Zukunft des Rennsports in Deutschland verantwortlich. Und wie soll ihm das im Großen gelingen, was im Kleinen auf seiner Hausbahn nicht gelungen ist?

Und wenn man sich den Rennsport insgesamt in Deutschland anguckt, dann fehlt vor allem eins: Ein Masterplan, wie es besser werden soll.

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Derbyurteil vielleicht nicht öffentlich?

Wie gewöhnlich gut informierten Kreise berichten, liegt das Urteil des oberen Renngerichts inzwischen dem Direktorium vor. Ebenso berichten diese gut informierten Kreise, daß der Vorsitzende des oberen Renngerichts am Montag angeblich entscheiden will, ob und wie das Urteil veröffentlicht wird und ob es allgemein zugänglich sein wird.

Es ist diese Geheimniskrämerei, dieser Standesdünkel, daß Informationen nur einem ausgewähltem Kreis zugänglich sein dürfen etc., der mehr als nur ein schlechtes Licht auf den Rennsport fallen läßt und der mit Recht, die Aufrichtigkeit der handelnden Personen zweifelhaft erscheinen lassen. Und die trifft für viele Belange des Rennsports zu.

Was das Urteuil betrifft, so ist es in der regulären Gerichtsbarkeit (als Abgrenzung zur Sportgerichtsbarkeit des DVR) üblich, daß Entscheidungen nach einer Anonymisierung allgemein zugänglich sind. Dabei werden die Entscheidungen der Obergerichte allgemein veröffentlicht, so daß ein Zugriff Interessierter im Internet direkt erfolgen kann.

Das Urteil hat im Rennsport ein Beben von bisher kaum gekannter Stärke verursacht und viel Schaden verursacht. Sollte um diese Entscheidung jetzt als Verschlußsache behandelt werden,  wäre ein offener Aufstand wohl kaum noch zu vermeiden – und damit sollte man nicht bis zum 14. Juli warten. Es bleibt auch zu hoffen, daß es in Köln keine März gefallenen geben wird.

Es bleibt zu hoffen, daß Herr Dr. Paul als Vorsitzender des oberen Renngerichts und ehemaliger Präsident des hessischen Staatsgerichtshofs sich der Gepflogenheiten der Rechtspflege in Deutschland erinnert und das Urteil uneingeschränkt und allgemein zugänglich veröffentlichen wird.

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Video – auch bei Dschingis Secret Verstoß gegen die Peitschenregel

Im Internet ist ein neues Video online und auch bei Dschingis Secret wurde im Derby gegen die Peitschenregel verstoßen.

Um es gang klar zu sagen, ich mache dem Reiter deswegen keinen Vorwurf. Es war das Derby, es war eine knappe Ankunft und wenn dann mal mehr zur Peitsche gegriffen wird, ist das allzu verständlich. Man will das Rennen schließlich nach Hause bringen.
Aber der Besitzer sollte einfach noch in sich gehen und feststellen, daß er nicht etwas bei anderen kritisieren darf, was bei seinem Jockey auch der Fall ist, nämlich ein nach Rennordnung übermäßiger Peitschengebrauch.

Wenn der Besitzer Anstand und Charakter hat, sollte er seinen Protest nach diesen neuen Beweisen zurück ziehen – aber ich fürchte, daß er dies nicht tun wird.

Peitschengebrauch bei Dschingis Secret

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Das Derby 2016 geht in die nächste Runde.

Am Donnerstag hat das obere Renngericht entschieden, daß der Einlauf im Deutschen Derby 2016 vor dem Renngericht neu verhandelt werden muß. Es wurde folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Die Entscheidung des Renngerichts beruht zwar unter anderem auf einer jahrzehntelangen Handhabung der Nr. 623 Punkt 2 der Rennordnung und anderer Vorschriften. Nr. 623 Pkt. 2 der Rennordnung bestimmt wörtlich:
623. Ein Pferd ist zu disqualifizieren

… 2. bei einem Verstoß gegen die Vorschriften über die Durchführung der Rennen“

Diese bisherige Handhabung hält jedoch einer Nachprüfung nicht stand. An der eindeutigen Bestimmung der Nr. 623 Pkt. 2 der Rennordnung ist nicht vorbeizukommen. Deshalb ist beim Einsatz der Peitsche über die zulässige Richtzahl von fünf Schlägen (Nr. 482 RO in Verbindung mit Richtlinie Nr. 9 Ziffer 4) hinaus zu disqualifizieren. Dem Renngericht bleibt allerdings die Entscheidung, wie im Einzelnen diese Disqualifikation zu erfolgen hat (Nr. 626 der Rennordnung).

Soweit das kurze Presse-Statement

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen. Das Urteil kann man aus vielen Gründen nur als Skandalurteil betrachten, dem dazu der Geruch der Befangenheit anhaftet.

Die Mitglieder des oberen Renngerichts waren die Herren Dr. Paul, Ellerbracke, Leisten, Neunzig, v. Mitzlaff. Wer profitiert von einer Disqualifikation des Siegers und des Zweitplazierten?  Der vermeintliche Sieger Dschingis Secret wird in Röttgen trainiert, Soldier Hollow ist in Auenquelle aufgestellt. Mindestens zwei Mitglieder des Renngerichts hätten wegen eigener Interessen gar nicht am Tisch sitzen dürfen.

Weitere Besonderheiten dieser Verhandlung hat Lars-Wilhelm Baumgarten bei Facebook gepostet. Der Beklagten-Anwalt und der Sprecher der Rennleitung des HRC Frank Becker waren zur Verhandlung nicht zugelassen, wohl aber der Klägervertreter. Des Weiteren erfolgte die Verhandlung unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

Seit wann erfolgen Verhandlungen unter Ausschluß der Öffentlichkeit (Sonderfälle, die im Rennsport nicht zur Debatte stehen, einmal außen vor)? Wie kann es sein, daß der Beklagten-Vertreter zur Verhandlung nicht zugelassen ist? Auch wenn es ein wenig weit hergeholt sein könnte, erinnert es sehr an politische Prozesse, die es in Dtld seit 1989 eigentlich nicht mehr geben sollte.

Allein die Tatsache, daß der Beklagtenvertreter zur Verhandlung nicht zugelassen wurde, macht die Entscheidung anfechtbar! Jedes ordentliche Gericht würde sie sofort kassieren!

Die Argumentation in der Presseerklärung ist nicht nachvollziehbar. Es gibt in der RO dezidierte Regeln für das Verfahren bei einem Peitschenmißbrauch und wie der Jockey zu betrafen ist. Nach dem Derby wurden diese Strafen drastisch verschärft, was hier aber nicht zu berücksichtigen ist. In Ziffer 484 RO ist ausdrücklich vermerkt, daß eine Disqualifikation nur erfolgen darf, wenn eine Peitsche statt einer Reitklappe mitgeführt wurde. Das heißt auch im Umkehrschluß, daß in allen anderen Fällen des Peitschenmißbrauchs oder der falschen Führung der Peitsche KEINE Disqualifikation erfolgen darf!

Die angeführte Ziffer 623 Nr 2 RO ist eine sehr allgemeine Regelung, die aber nicht für die Fälle greifen kann, für die eigene Vorschriften erlassen wurden. In den folgenden Ausführungen, in denen die verschiedenen Protestgründe genannt werden, ist der Fall des Peitschenmißbrauchs  nicht genannt. Wohl aber ist vorgeschrieben, daß der Protest vor Waageschluß erfolgen muß.  Da der Besitzer des Drittplazierten keinen Protest eingelegt hat, kann er jetzt auch nicht eine Änderung des Richterspruchs fordern.

Wenn die Auffassung des Renngerichts also greifen sollte, hätte seit Verschärfung der Peitschenregel (oder schon vorher?) in jedem Fall des Peitschenmißbrauchs der Sieger oder die Plazierten disqualifiziert werden müssen. Dies ist jedoch bisher nicht der Fall gewesen und auch deswegen kann Ziffer 623 RO hier nicht in dieser vom ORG angedachten Form verstanden und angewendet werden.

Es scheint ein Verfahren zu sein, bei dem man dicke Eichenbalken der gewachsenen Rechtsprechung des Rennsports wie Gummistäbe biegen will, um ein für bestimmte Leute passendes Ergebnis zu erzielen.

Sollte es zu einem Urteil kommen, in dem der Sieger wegen Peitschenmißbrauchs disqualifiziert wird, wäre das ein Unikum in der Welt der großen Rennsportländer und es muß dann die Frage gestellt werden, ob man die Leitung des Rennsports dann nicht besser dem Festkommitee des Kölner Karnevals überträgt, denn mit Leistungsprüfungen haben die Veranstaltungen dann nur noch wenig gemein.

Der Schaden für das ohnehin ramponierte Image des Rennsports in der Öffentlichkeit ist schon heute hoch.

Die Kritik in den sozialen Medien ist hoch, nachfolgend ein paar Beispiele:

“Wirklich unglaublich!”

“Soetwas nennt man Befangenheit. UNGLAUBLICH, dass die Besetzung des Gerichts so überhaupt aufgestellt wurde, meiner Meinung nach noch unglaublicher, dass jemand, der sich dem “Geruch” einer Befangenheit ausgesetzt sieht, sich überhaupt aufstellen lässt.”
“Skandal, diese Herren machen den ganzen Sport kaputt”

“Da fällt einem nur ein einziges Wort ein : SKANDAL. Auch eine Möglichkeit den Rennsport in der Außenwirkung der völligen Lächerlichkeit preiszugeben. Man kann nur hoffen, das diese Herrschaften nicht auch noch über die Verteilung der Mittel und damit die Zukunft des Rennsports entscheiden. Wie heißt doch eine alte Binsenweisheut: GELD VERDIRBT DEN CHARAKTER”

“Die Totengräber des Rennsports an einem Tisch , Glückwunsch !!”

“Das oberste Renngericht hat angeblich in der folgenden Besetzung , Dr Paul, Ellerbracke und Leisten entschieden. Dr. Paul, Herr Ellerbracke ??? SoldierHollow steht in Auenquelle, der Betroffene Besitzer hat wo die Pferde im Training stehen? Der ganze Protest ist an Unsportlichkeit kaum zu übertreffen , aber jetzt wird es peinlich für den Rennsport.”

“Es gibt eine schönes Lied das heißt. Wer hat mein Lied so zerstört. Jetzt kann man nur noch sagen. Wer hat meinen Sport so zerstört. Unglaublich dieser deutscher Rennsport”
“Das ist das allerletzte, eine solche Besetzung, die doch in keiner Weise unabhängig ist entscheidet? Gehts noch? Kennt denn keiner die Verbindungen”

“Lass mich selten zu kommentaren hinreissen. Aber was heute hier entschieden wurde ist fuer unseren sport grauenhaft. Da kaempft man mit eigenen mitteln fuer die erhaltung von rennbahn und sport und dann entscheidet die debilitaet von diesen herren und stellt alle entscheidungen des renngerichts in frage? Ich werde die konsequenz daraus ziehen.”

“Antwort dazu: Ja Herr [...] nur bitte die richtige Konsequenz! Es muß endlich eine Wachablösung herbeigeführt werden und dabei müssen endlich alle an einem Strang ziehen. Die Verantwortlichkeiten müssen neu verteilt werden, dabei müssen verschiedene Fraktionen berücksichtigt und die alten Seilschaften nachhaltig geschwächt werden. Solange jeder im Sinne seiner Eigeninteressen sein Fähnlein nach dem Winde hängt, wird sich nichts verändern.”

“Ich dachte das gibt’s nur in Italien”

Und das beste Zitat zum Schluß: “Die Maxime einer mittlerweile verstorbenen Grand Dame des deutschen Rennsports lautete: ‘Wir gewinnen etweder auf dem grünen Rasen oder gar nicht’. Das mag verstaubt sein, aber hat was. Diese Prozesse mit allem Drum und Dran machen mehr Schade, als unserem Sport gut tut.Soviel Engagement würde ich mir bei der Entwicklung neuer Wege, Visionen für die Zukunft wünschen.”

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Der Spiegel berichtet über die Probleme im Galoppsport

Ein Bericht im Spiegel über die Problem im Galoppsport. Es ist eben viel Hausgemachtes und man wartet auf Lösungsvorschläge aus Köln. Eine offene Diskussion wäre überfällig, aber sie findet seit Jahren nicht statt.

Bericht im Spiegel

Wo soll das hinführen, wie soll es weiter gehen?

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