Network im Alter von 22 Jahren abgetreten

Wie die Racing Post heute berichtet, ist Network im Alter von 22 Jahren nach einem Herzanfall eingegangen.

Gezogen im Gestüts Wittekindshof lief er in den Farben des Stalles Harlekin 11 Rennen, von denen er vier gewann und dreimal plaziert war. Sein bester Erfolg war der Sieg in der Union im Jahr 2000 gegen den Schlenderhaner Indian Ruby und den Erlenhofer Anzillero. Danach sollte ihm aber nicht mehr viel gelingen, sein nächster größerer Erfolg ist 2001 der zweite Platz in einem Listenrennen in München.

Seine Stutenlinie ist die alte Erlenhofer Familie der Nella da Gubbio, die damals von Thyssen aus Italien vom Gestüt Dormello Olgiata nach Deutschland eingeführt wurde und mit Nereide, Nebelwerfer, Neckar und Niederländer vier Derbysieger gebracht hat.

Der Monsun-Sohn  war über Jahre eine feste Größe bei den französischen Hindernis-Stallions und zusammen mit Lavirco und einigen anderen deutschen Hengsten aus den “goldenen Neunzigern” war er eines der großen Aushängeschilder für die deutsche Vollblutzucht und seinen Vater Monsun.

Er ist laut Racing Post Vater von fünf individuellen Gruppe-1 Sieger über die Sprünge und mit Sprinter Sacre hat er einen Steepler gebracht, der zu den ganz Großen seiner Zeit in England zählte.

Die Zahl der deutschen Hengste, die über einige Jahre im französischen Hindernissport führend waren, wird nach dem Abtreten von Lavirco und nun auch Network immer kleiner. Mit Nachwuchs ist leider nicht zu rechnen.

Racing-Post Artikel

Networks Nachkommen bei Galopp-Sieger

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Die seltenen Royal-Ascot-Doppel

Royal Ascot, die königliche Rennwoche, dauert von Dienstag bis Samstag, früher von Dienstag bis Freitag. Bei nur fünf (früher vier) aufeinander folgenden Renntagen sind vor allem in der heutigen Zeit Doppelerfolge während des Meetings sehr selten – welches erstklassige Pferd absolviert in so kurzer Zeit schon zwei Starts?

Aber es gibt sie – auch wenn sie fast so selten sind wie die berühmte Blaue Mauritius bei den Briefmarken.

Dieses Jahr gelang es Blue Point aus der großen Godolphin-Flotte, trainiert von Charlie Appleby und geritten von James Doyle. Er gewann am Eröffnungstag die King’s Stand Stakes und konnte am Schlußtag die Diamond Jubilee Stakes für sich entscheiden.

Ascot Racecourse schreibt, daß dieses Kunststück das letzte Mal 2003 Choisir gelungen ist, der ebenfalls die King’s Stand Stakes und die damals Golden Jubilee Stakes gewinnen konnte.

Aber danach gab es zwei weitere Doppelsieger während des königlichen Meetings, wenn auch auf niedrigerem Niveau und auf der Steherdistanz.

2012 gewann Simenon aus dem Stall des irischen Meistertrainers William Peter Mullins mit Ryan Moore im Sattel die Ascot Stakes am Eröffnungstag und die Queen Alexandra Stakes als traditionell letztes Rennen des Meetings.

2006 gelang das Doppel aus Ascot Stakes und Alexandra Stakes Baddam, trainiert von Mick Channon und geritten von Ian Morgan.

Vor Choisir gab es aber auch schon Doppelsieger und eine davon ist die Stute Stanerra, die 1983 sowohl die Prince of Wales Stakes als auch die Hardwicke Stakes gegen die Hengste gewann.

Insgesamt sind bei Galopp-Sieger seit 1900 23 Doppelsieger während Royal Ascot verzeichnet. Ich bin bei dieser Zahl allerdings etwas vorsichtig, weil bei den alten Rennen nicht ganz sicher ist, ob sie immer zum königlichen Meeting gehörten.

1920 gab es wahrscheinlich sogar eine dreifacher Siegerin. Diadem gewann die All Aged Stakes, heute als Golden Jubilee Stakes gelaufen, die Rous Memorial Stakes in einem Walkover (Alleingang) und dann noch die King’s Stand Stakes – also die gleichen Fliegerrennen, die auch Blue Point 2019 gewann.

King’s Stand Stakes 2019

Diamond Jubilee Stakes 2019

Hayley Turner schreibt erneut Rennsportgeschichte. 2008 war sie die erste Frau, die in Deutschland den Sieger in einem Gruppe-Rennen geritten hat. Lady Deauville in der Lando-Trophy, dem ex Hessen-Pokal in Hannover.

In den Sandringham Stakes, einem Handicap für dreijährige Stuten auf der Meile reitet sie Thanks Be aus dem Stall von Charlie Fellowes mit einem Hals  gegen Magnetic Charm in den Farben der Königin mit James Doyle im Sattel  nach Hause. Allerdings hatte Thanks Be auch 1 Stone, 7  lbs (21 lbs), rund 10 kg weniger zu schleppen als die Pferde dahinter.

Nach Gay Kelleway die 1987 Sprowston Boy in den Queen Alexandra Stakes zum Sieg geritten hat, ist Hayley Turner die zweite Frau überhaupt, die einen Royal Ascot Sieger geritten hat.

Sandringham Stakes 2019

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Die Union 2019 – Herold lebt!

Laccario gewinnt mit Eduardo Pedroza im Sattel souverän die Union. (C) Marc Rühl

Nein, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Union-Sieger ist noch lange kein Deckhengst und wie gut der Jahrgang 16 ist, wird sich erst noch zeigen. Aber immerhin weht seit langem mal wieder eine frische Brise durch Deutschlands ältester, noch existierender Hengstlinie. Denn trotz einzelner Erfolge – national und international – war es um diese einstige Perle der deutschen Vollblutzucht in den letzten Jahren doch ziemlich ruhig geworden.

Dark Ronald – Herold – Alchimist – Birkhahn – Literat – Surumu – Acatenango – Lando – Scalo.

Scalo war vielleicht nicht der Super-Star seiner Zeit, dafür fehlen internationale Erfolge in seinem Rekord, aber er war ein sehr gutes Rennpferd, Gruppe-1 und Europapreis-Sieger. Es war schwierig, ihn in Deutschland als Deckhengst unterzubringen, weil es mit ähnlichem Pedigree einfach zu viele Hengste in Deutschland gab. Er ging nach Frankreich und man hatte eigentlich gehofft, daß er dort erfolgreich wirken kann, aber dem war leider nicht so. Bei Galopp-Sieger sind gerade mal eine handvoll Nachkommen von ihm erfaßt und das auch nur, weil auch Erfolge, die eigentlich bei GS nicht erwähnt werden, in manchen Fällen trotzdem Eingang in die Datenbank finden.

Auch konnte man fragen, ob er aus Ittlingen genügend Unterstützung bekommt oder ob man nicht vielleicht etwas mehr Engagement zeigen könnte – wie auch immer. Jetzt hat Scalo mit Laccario seinen ersten Gruppe-2 Sieger gebracht und mit dem beeindruckenden Sieg in der Union ist er klarer Favorit für das Derby. Er schlug dabei Django Freeman den Sieger des Bavarian Classic in München und Winterfuchs, den Sieger des Dr. Busch-Memorials in Krefeld, die beide Campanologist zum Vater haben und zwei renommierte Derby-Vorprüfungen gewonnen haben.

Laccario muß jetzt zeigen, daß er die Klasse für die Fortsetzung von Deutschlands Traditionshengstlinie hat. Gezogen ist er schon mal gut genug. Er hat Lomtias zum Stutenvater und ist auf Laurea, der Mutter zweier Derbysieger 3 x 3 ingezogen. Aber auf dem Pedigree reitet man nicht und das Pedigree alleine läuft auch nicht schnell.

Das Ergebnis der Union und auch anderer Prüfungen für die Dreijährigen hat aber auch gezeigt, daß die Vollblutzucht oft eine wahre Passion ist – eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Der Kingmambo-Sohn Campanologist wurde vom Gestüt Fährhof 2012 von Godolphin erworben und brachte sowohl in Deutschland als auch in seinem Shuttle-Land Argentinien sehr schnell gute Pferde. Aus dem Jahrgang 2014 war in Argentinien Village King im zur Gruppe 1 zählenden Gran Premio Jockey Club erfolgreich und in Europa war Walsingham im von Khan gewonnenen Europa-Preis 2018 Zweiter. Das hätte eine ganz große Karriere als Deckhengst werden können, aber auf der Rückreise von Argentinien nach Europa im Dezember 2015 ist er im Flugzeug an einer Kolik eingegangen.

Und wer mir jetzt wieder einen Hang zu Nostalgie vorwirft, dem kann ich nicht ganz widersprechen. Aber es gilt, daß Galopprennen keine Schönheitswettbewerbe und auch keine Veranstaltung vom Mütter-Genesungswerk sind. Es ist ein Auslesesport in dem sich die jeweils besten Pferde für die Zucht qualifizieren. Und wenn die besten eines Jahrgangs dann Tradition aus einer alten deutschen Hengstlinie und Leistung vereinen, ist es doch ganz im Sinne der Vollblutzucht in Deutschland – auch ganz ohne Nostalgie.

Union-Rennen 2019

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Das Waterloo von Köln

(C) Marc Ruehl

(C) Marc Ruehl

In knapp einem Monat, am 18. Juni wird in Waterloo in der Nähe von Brüssel an die Schlacht von Waterloo erinnert. Dort schlug am 18. Juni eine internationale Armee unter dem Kommando des englischen Marschalls Wellington die französische „Grande Armee“ (oder was davon noch übrig geblieben war) unter Napoleon Bonaparte.

Freilich wäre dieser englische Sieg nicht gelungen wenn die preußischen Truppen unter dem Marschall von Blücher und seines Generalquartiermeisters Graf Geneisenau nicht gerade noch rechtzeitig eingetroffen wären und die schon im Karree stehenden Engländer unverzüglich und unter Aufbietung aller Kräfte entsetzt hätten.

Und nicht nur wegen der militärischen Niederlage Napoleons sondern auch, weil es in Europa den unbedingten politischen Willen gab, der dauernden französischen Aggression und den Großmachtphantasien Napoleons ein Ende zu bereiten, wurde Waterloo zum Synonym für eine endgültige und vernichtende Niederlage.

Eine solche verheerende  Niederlage hat die deutsche Vollblutzucht am heutigen Sonntag in Köln im ersten Klassiker der Saison, dem Mehl-Mülhens-Rennen (Deutsche 2000 Guineas) erlebt. Nicht nur, daß bei elf Startern gerade einmal drei Pferde in Deutschland trainiert werden und von diesen drei haben je nach Lesart einer oder zwei Pferde einen ausländischen Hengst zum Vater.

Die Plätze 1 bis 7 wurden von Engländern belegt, dahinter kamen die Deutschen. Die Abstände waren nicht riesig, aber die Niederlage ist brutal. Wenn ich bei den Altdaten keinen Fehler gemacht habe, hat es seit 1945 46 Rennen Gruppe-Rennen gegeben, bei denen die ersten drei Pferde im Ausland trainiert wurden. Meistens waren es Flieger-Rennen, besonders die Goldene Peitsche und auch das Zukunftsrennen – aber in einem Klassiker hat es das nicht nicht gegeben. Und wie es auf den Plätzen 4 und Folgende bei den früheren  Rennen war, kann ich aus dem Bauch leider auch nicht beantworten.

Gewonnen hat Fox Champion von King Power Racing mit Oisin Murphy im Sattel und trainiert von Richard Hannon junior. Wie gut der Sieger dann wirklich ist, ist schwer zu sagen. Außer beim Debut ist er ungeschlagen, aber Black-Type ist er noch nicht gelaufen. Auch die folgenden Pferde kann man nicht wirklich einschätzen. Schlecht sind sie nicht, aber zur ersten Garde auf der Insel gehören sie auch nicht.

Eigentlich hat sich die Niederlage im Carl Jaspers Preis schon angedeutet, als ein Listenpferd aus der französischen Provinz Gruppe II in Deutschland gewinnt, aber daß die Niederlage derart massiv ist, war dann doch nicht zu erwarten. Aber wo waren die großen Gestüte, Röttgen, Fährhof, Schlenderhan, Görlsdorf, Karlshof etc. – alle glänzten sie durch Abwesenheit. Oder hat niemand mehr gescheite Dreijährige im Stall, oder warten die großen Gestüte bis zur Union, bis die besseren Pferde an den Start kommen?

Bisher waren die international bescheidenen Dotierungen und die Klasse der deutschen Pferde ein Garant dafür, daß die Rennen überwiegend im Lande blieben. Aber wenn sich das jetzt in England rumspricht, daß die Vollblutzucht in Dtld nicht mehr so ist, wie sie mal war, sondern vor allem vom Ruhm vergangener Tage zehrt, dann machen die Engländer demnächst Kaffeefahrten nach Deutschland. Aber hoffen wir mal auf ein paar gute Pferde, die noch wachsen müssen.

In den USA wurden die Preakness Stakes gelaufen – Sieger war War of Will, der bei der Rempelei im Kentucky-Derby besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde. Beieindruckend war die Aufholjagd von Everfast, der im Rennen teilweise hinter dem Feld lief und mit viel Speed noch Zweiter wurde. Bodeexpress hatte keine Meinung und sptrang mit einem riesigen Satz au der Maschine, den sein Reiter nicht aussitzen konnte und zu Boden ging.

In Paris Auteuil wurde die Grand Steeplechase de Paris gelaufen.Es siegte der siebenjährige Carriacou von Califet aus dem Stall von Mme I Pacault, geritten von Davy Russell und im Besitz des Stalls Mirande souverän mit 9 Längen. Der Prix Marechal Foch, ein traditionsreiches Jagdrennen für die Amateure unter Fegentri-Patronat und damit ein Wertungslauf für die Weltmeisterschaft der Amateure. Der Sieger Dalahst wurde von dem irischen Amateur Tom Hamilton geritten. Allerdings scheint er kein nominierter Reiter zu sein und deswegen gibt es auch eine Weltmeister-Punkte.

Schon gestern sattelte der irische Meistertrainer William Mullins mit dem in Frankreich gezogenen Benie des Dieux seinen fünften Sieger im Grande Course des Haies d’Auteuil. Geritten hat Paul Townend und Besitzer ist Susannah Ricci, die in Irland einen großen Hindernisstall unterhält und in deren Farben auch die Shirocco-Tochter Annie Power gelaufen ist.

In Italien stand das Derby-Italiano auf dem Programm. Sieger wurde der irisch gezogene Rip von Winkle-Sohn Keep on Fly aus dem Stall von A Botti im Besitz von Dioscuri Srl, einer Gesellschaft im Besitz der Familie Botti, und die Plätze zwei und drei wurden ebenfalls von Botti-Pferden gewonnen. Der Premio Presidente Repubblica über 1800m ging an den in England von Ed Walker trainierten Stormy Antarctic mit Frankie Dettori im Sattel.

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Wenn die Erben fehlen – Gigginstown House Stud wird merklich verkleinert

Die Racing Post meldet heute, daß  das Gigginstown Hous Stud von Michael O’Leary seien Aktivitäten massiv reduzieren wird und wahrscheinlich keine neuen Pferde kaufen wird. Als Grund wird das fehlende Interesse der Kinder am Rennsport angegeben.

Das ist ein Beben von seimischen Ausmaß, schreibt die Racing Post weiter und für Gordon Elliott ist es eine sehr schwierige Situation, denn er ist durch die Vielzahl der Gigginstown-Pferde von der Entscheidung besonders betroffen.

Gigginstown dominiert den irischen Hindernis-Sport in enormen Maß und teilweise sind fünf, sechs oder mehr Pferde in einem Rennen in den Bordeaux-Weißen Farben am Start. Das führte natürlich auch zu einer Monokultur, denn Mrs S Ricci und John McManaus als weitere Großbesitzer dominieren den Hindernissport auf der Grünen Insel.

225 Pferde sind in der letzten Saison in den Gigginstown-Farben gelaufen – so viel wird es nicht mehr geben. Der Abbau soll über fünf Jahre erfolgen, auch damit die Trainer Zeit für die Anpassung haben.

Wird der Wegfall eines Großinvestors aber vielleicht wieder kleinere Besitzer animieren, in den Hindernis-Sport einzusteigen?

Und was wird schließlich auch mit dem umfangreichen Sponsoring von Ryan Air in den Hindernissport geschehen, wenn der Chef keine Pferde mehr am Start hat. Für den irischen Rennsport kann das eine enorme Zäsur bedeuten, denn man muß noch den Weg-Fall des Darley-Sponsoring u.a. für die Irish Oaks kompensieren.

Die Frage, was mit einigen deutschen Gestüten geschehen wird, wenn die jetzige Besitzergeneration abtritt, stellt man im Moment besser nicht ….

Der Racing-Post Artikel

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Erste Disqualifikation in 145 Jahren im Kentucky Derby

Drei wichtige Klassiker wurden am vergangenen Wochenende gelaufen.

Das Kentucky-Derby macht den Anfang eines kleinen Rückblicks. Erstmals in der Geschichte des Rennens wurde der Sieger nicht auf dem Schlamm der Sandbahn ermittelt, sondern am grünen Tisch der Stewards.Anfangs war ich irritiert über diese Entscheidung bei reichlicher Betrachtung des Rennfilms muß man diese jedoch als richtig ansehen. Im Schlußbogen hat Maximum Security für erhebliche Unruhe im Feld gesorgt. In den sozialen Medien waren nicht wenige Stimmen, die von einem Glück sprachen, daß nicht mehr passiert sei. In der Fachpresse sind die Meinungen sehr geteilt. Die Racing Post spricht von einer „sensationellen Disqualifikation“

Im Rennfilm ist die kritische Stelle ab 2:00 Min zu sehen. Wenn der Film mit Stop and Go langsam läuft, sieht man die Rempelei und auch die Folgen recht deutlich. Wie die Racing Post berichtet, will man im Umfeld von Maximum Security Einspruch gegen die Entscheidung der Rennleitung einlegen.

Kentucky-Derby 2019

Statement der Rennleitung zur Disqualifikation

Glücklicher Sieger wurde Country House im Besitz einer scheinbar ziemlich großen Besitzergemeinschaft, trainiert von William Motts und geritten von dem Franzosen Flavien Prat. Flavien Prat reitet seit 2015 in den USA und es war sein erster Erfolg im Kentucky Derby. Mit einer Quote 66,5:1 oder 665:10 nach alter Schreibweise war es einer der längsten Außenseiter im Feld und der Derbysieger mit der längsten Quote seit mindestens 1991. Ältere Quoten habe ich leider nur mit Lücken.

Der erste Schritt zur Triple Crown? Nein, daran glaube ich nicht!

In England wurden die Guineas gelaufen und sie wurden mal wieder Beute der „irischen Coolmore Boys“ Aidan O’Brien für den es nach der Rekordjagd in 2017 in 2018 nicht wirklich rund gelaufen ist, scheint für die neue Saison bestens gerüstet. Die 2000 Guineas wurden von dem Invincible Spirit-Sohn Magna Grecia Mit Trainersohn Donnaca O’Brien im Sattel gewonnen. Aber es war (noch) nicht die Dominanz der Coolmore Pferde, die man in den vergangenen Jahren oft erlebt hat. Ten Sovereigns als weiterer Coolmore-Vertreter wurde Fünfter. Aus Deutscher Sicht interessant ist der zweite Platz von King of Change. Sein Vater Farhh ist ein Sohn der Auenquellerin Gonbarda, die als doppelte Gruppe-1 Siegerin an die Maktoums verkauft wurde. 2018 stellte Farhh mit Dee Ex Bee den Runner Up zu Mansar im Epsom Derby. Farhh selbst hat mit den Lockinge Stakes von Newbury in den Champions Stakes von Ascot zwei renommierte Rennen des englischne Turfs gewonnen und bis fünfjährig auf der Bahn.

2000 Guineas Magna Grecia

In den 1000 Guineas für die Stuten siegte die Galileo-Tochter Hermosa aus dem O’Brien Quartier. Aber auch hier saß der Stalljocky wieder auf der Falschen und Wayne Lordan konnte den zweiten Sieg in einem englischen Klassiker nach Hause bringen.

1000 Guineas Hermosa

Auffallend war die geringe Präsenz von Frankel-Nachkommen in den Klassikern. In keinem der drei Rennen (Kentucky Derby, 2000 Guineas und 1000 Guineas) hatte er einen Starter.

In Deutschland wurde mit dem Carl Jaspers Preis als Nachfolger des Gerling-Preis gelaufen. Seit 1929 gehört das Rennen zum Kölner Kalender und ist das mit Abstand älteste gesponserte Rennen in Deutschland. Als der Gerling Konzern in seiner alten Struktur aufgehört hatte, zu existieren, wurde das Rennen von einer Tochter von Hans Gerling weiter gesponsert – aber auch dieses Engagement hat sein Ende gefunden – warum auch immer. „Gerling“ das war ein Name, das war auch ein Stück Wirtschafts-Tradition in Deutschland und jetzt ist er futsch. Der neue Sponsor Carl Jaspers kommt auch aus der der Industrieversicherung und gehört schon länger zu den Sponsoren des Kölner Rennvereins. Jetzt beleibt die Hoffnung, daß das Engagement ähnlich lange währen wird, wie das von Gerling.

Der Sieger kam mit French King aus Frankreich und hatte zuletzt mit der „H.H The Emir Trophy“ ein Rennen mit einer Dotierung von 1 Mio USD in Doha gewonnen.Das Rennen wurde 2017 schon von dem Graditzer Chopin gewonnen. Zweiter wurde Be my Sheriff im Besitz von Nadine Siepmann in traditionsreichen Farben. Für Nadine Siepmann war es der bisher größte Erfolg. Dritter wurde Windstoß, der Derbysieger von 2017. Sein jüngerer Bruder Weltstar, der 2018 das Derby gewann, ist seit seinem Triumph in Hamburg noch nicht wieder gelaufen. Wie gut der Sieger ist, muß er noch zeigen, denn 2018 lief er vorzugsweise in der französischen Provinz. Es ist schwer, den Sieg in der Wüste einzuschätzen. Die Racing Post gibt French King sowohl für den Wüstensieg als auch für den Sieg in Köln ein Rating von 110. Ohne diesen Sieg ist es ein Pferd aus der französischen Provinz, der in Listenrennen plaziert ist, aber nicht gewonnen. Und jetzt avanciert er zum Gruppe-2 Sieger in Deutschland und schlägt dabei den Derbysieger von 2017. Hoffentlich gewinnt er jetzt in Frankreich wenigstens Gruppe 3.

Carl Jaspers Gerling Preis French King

Kleine Züchter haben es schwer und das nicht nur in Deutschland. Einer dieser kleinen Züchter ist Matthias Tamrat, dessen Zuchtaktivitäten unter eigenem Namen, unter dem Namen seiner Lebensgefährtin Claudia Löseken oder unter dem Decknamen Stall Proclamat laufen. Dem von Matthias Tamrat gezogenen Kabir galten im Frühjahr letzten Jahres größere Hoffnungen Als Zweiter im Ferdinand Leisten Memorial in Baden Baden und Sieger des Münchener Auktionsrennens sollte er klassischen Lorbeer für Darius Racing gewinnen. Aber das hat nicht geklappt. Im September ist er in einem Reclamer von Guido Schmitt gekauft worden und fand im kleineren Rahmen wieder zu guter Form Zwei Plätze und ein Sieg, alle in Frankreich, standen für den neuen Besitzer im Rekord. Am Samstag siegte Kabir im Grand Handicap de Paris, einem mit 70.000 Euro dotieren Grand Handicap in Longchamp. Die Handicap-Kultur in Frankreich ist nicht mit der in England zu vergleichen. Die großen Handicaps haben dort nicht nur Dotierungen, die teilweise weit über der von Gruppe-Rennen liegt, aber verachten sollte man die „Grand Handicaps“ in Frankreich auch nicht. Man muß schon ein gutes Pferd haben, wenn man dort gewinnen will.

Für Guido Schmitt, der beim Kauf von Pferden ohne aktuelle Form ein gutes Händchen bewiesen hat, war der Kauf von Kabir ein schon jetzt erfolgreiches Geschäft. Zweiter wurde Cafe Royal, ein Nicaron-Sohn aus Pfauenhofer Zucht, trainiert von Axel Kleinkorres, womit der deutsche Einlauf komplett war.

Grand Handicap de Paris Kabir

Eine Züchterprämie für die deutschen PFerde gab es leider nicht.

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Tiger Roll und Magic of Light schreiben Grand National Geschichte

Seit Red Rum 1973 und 1974 die Grand National zweimal in Folge gewonnen hat, ist es noch keinem Pferd wieder gelungen, das berühmteste Jagdrennen der der Welt zweimal zu gewinnen – bis dies Tiger Roll 2018 und 2019 nach 45 Jahren erneut gelang.

Insgesamt gibt es 10 Pferde, denen das Kunststück eines Doppelsiegs in der Liverpooler gelungen ist. The Duke (1836, 1837, Peter Simple (1849,1853), Abd-El-Kader (1850,1851), The Colonel (1869, 1870), Manifesto (1897,1899), Poethlyn (1918,1919), Reynoldstown (1935,1936), Red Rum (1973,1974,1977) und jetzt Tiger Roll (2018,2019)

Der Doppelerfolg von The Duke muß mit Skepsis betrachtet werden, verschiedene Quellen sehen die erste Austragung der Grand National 1839, andere sehen die Grand National schon in den frühen Dreißigern des 19. Jahrhunderts als den Beginn der Grand National.

Ebenso außergewöhnlich ist der zweite Platz von Magic of Light. Zuletzt lief mit Eyecatcher 1976 und 1977 eine Stute in die Plazierung. Die letzte Stute, die die Grand National gewonnen hat, ist Nickel Coin 1951.

Die äußeren Bedingungen für ein gutes Rennen waren ideal, der Boden war gut bis weich, also perfekt, um bei der Landung nach dem Sprung gut zu federn, aber nicht so viel Kraft kostet, wie wenn die Bahn weich oder gar schwer ist. Tiger Roll, der als kleines und leichtes Pferd beschrieben wird, ging mit dem dritthöchsten Gewicht von 11-5 (rund 72 kg) an den Start. Das Gigginstown House Stud von Ryanair Chef Michael O’Leary hatte insgesamt sieben Pferde im Rennen.

Vom Fleck weg gab es eine zügige Pace und man sah Magic of Light relativ früh in der Spitzengruppe, während Tiger Roll das Rennen mehr im Mittelfeld aufnahm. Am ersten Hindernis gab es gleich einen folgenschweren Sturz, bei dem Vintage Clouds gefallen war und Up for Review sehr unglücklich über ihn fiel und sich dabei wahrscheinlich das Genick gebrochen hat. Up for Review ist das erste Pferd seit 2012, das in der Grand National sein Leben gelassen hat.

Danach lief alles fast reibungslos. 37 Pferde von 40 gestarteten gingen in die zweite Runde. An den anderen 14 Hindernissen der ersten Runde wurde nur Monbeg Notorious an Hindernis 11 angehalten. Es ist schon fast phänomenal, wenn bei den anspruchsvollen Sprüngen und dem großen Feld kein Pferd seinen Reiter verliert oder fällt.

Über den Weg bestimmte eine Gruppe die Pace, zu der auch Magic of Lights gehörte. Tiger Roll verbesserte eher unauffällig seine Position und war am vorletzten Sprung dann schließlich in Front. Magic of Lights versuchte nachzusetzen und auch Rathvinden blieb dicht dabei. Am letzten Sprung mußte Paddy Kennedy auf Magic of Lights noch einen ziemlichen Rumpler aussitzen. Ob die Stute ohne diesen Rumpler Tiger Roll geschlagen hätte – ich glaube es nicht, denn Tiger Roll ging am Ende für das Auge deutlich besser und hätte wohl ziemlich jeden Angriff von Magic of Lights parieren können. Rathvinden mit Ruby Walsh im Sattel lief ebenfalls ein starkes Rennen und war dicht auf.

Die Grand National war wieder fest in irischer Hand – die Plätze 1-2-3-5 gingen auf die Grüne Insel und nur Walk in the Mill verhinderte den totalen irischen Triumph und legte Ehre für Good old England ein!

Tiger Roll lief wie im letzten Jahr als Vorbereitungsrennen für die Grand National eine Cross Country Chase in Cheltenham. Es ist bewundernswert, wie dieses eher leichte Pferd mit dem hohen Gewicht über die großen Sprünge geht.

Lights of Magic hat in dieser Saison schon sechs Starts vor der Grand National absolviert, was für ein Hindernispferd auf der Insel schon ein ziemlich strammes Programm ist. Dabei fiel sie nicht unbedingt als besonders talentiert auf. Zuletzt war sie in Cheltenham Siebte, davor verlor sie ihren Reiter in Fairyhouse, war zweite in eine Jagdrennen für Stuten und gewann davor ein Hürdenrennen für Stuten in Ascot. Wahrlich keine Empfehlung für eine vordere Plazierung in der Grand National und so ging sie mit 66/1 als eine der längsten Außenseiter ins Rennen. Die Buchmacher boten für eine größere Gruppe von Startern eine Quote von 66/1 und nur Just a Par mit 100/1 stand noch länger.

Das Gigginstown House Stud ist jetzt zusammen mit Trevor Hemmings, James Machell und Noel le Mare einer von vier Besitzern mit drei Siegern in der Grand National. Gordon Elliott als Trainer hat ebenfalls drei Sieger für das Rennen bisher gesattelt.

Und die Deutschen?

Einige Deutsche Stallions hatten sich in der Hinderniszucht in Frankreich recht schnell einen Namen gemacht und nicht wenige Hindernispferde in England und Irland kommen aus Frankreich, wie zB der große Kauto Star. Aber die Hochzeit der deutschen Deckhengste in der französischen Hinderniszucht ist vorbei. Die Stars sind aus Altersgründen abgetreten und mit den jüngeren Hengsten klappt es im Moment nicht so. Daher wird auch der Kreis der Pferde im Hindernissport mit deutschen Zuchthintergrund immer kleiner.

In der Grand National liefen fünf Pferde mit einem deutschen Vater. Am besten lief Valseur Lido der in den Gigginstown-Farben Zehnter wurde und damit noch Geld bekam. Vieux Lion Rouge, im Dezember Zweiter in der Becher Chase in Aintree über den Grand National Kurs, kam auf Platz 15 ein und der Rest ist gefallen oder wurde angehalten.

Am ersten Tag des Meetings gewann Portland Hills das Doom Bar Anniversary 4-Y-O Juvenile Hurdle (Grade 1). Portland Hills Mutter ist Elle Galante und die großartige Elle Danzig aus Wittekindshofer Zucht ist seine Großmutter.

Im Betway Top Novices’ Hurdle (Grade 1) wurde der früher für Röttgen von Markus Klug trainierte Aramon Zweiter.

Michael O’Leary flog mit der hauseigenen Linie zurück nach Irland – und spendierte allen Mitfliegern zwei kostenlose Getränke auf dem Heimflug. Die Stimmung an Bord der Ryanair-Maschine muß sehr ausgelassen gewesen sein. Über den Geschäftsmann M O’L könnte man einiges schreiben aber das ist ein anderes Thema und gehört hier nicht hin.

Und wie geht es weiter mit Tiger Roll? Jetzt zweimal Zweiter wie Red Rum oder drei Siege in Folge – eine Handicap Chase mit 40 Pferde über anspruchsvolle Hindernisse mehrfach zu gewinnen ist schon eine Ansage – und unterwegs kann immer mal was passieren, auch durch Fremdverschulden!

Hoffen wir einfach, daß er gesund bleibt und noch viele gute Rennen gewinnen kann! Wenn er aber 2020 wieder die Cross Country Chase von Cheltenham gewinnt, dann könnte die Grand National für die Buchmacher eine sehr teure Angelegenheit werden. Dieses Jahr hat sie angeblich 250 Mio Pfund gekostet.

Michael O’Leary läßt auf dem Heimflug die Korken knallen

Grand National 2018

Grand National 2019

Grand National – wo landeten die Teilnehmer.

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Pferdegrippe in Britannien

In England ist bei geimpften Pferden der Virus der hochinfektiösen Pferdegrippe festgestellt worden. Seit vergangenem Donnerstag (7. Februar) ruht deswegen der Galopp-Sport im Vereinigten Königreich.

@hippotel aus dem Galopper-Forum hat den Stand der Dinge einmal zusammen gefaßt gepostet. Zur allgemeinen Information übernehme ich das Posting:

Pferdegrippe: Das Newmarket-Labor hat einen Ausbruch offiziell mitgeteilt.
Drei weitere Fälle wurden in den Ställen des Trainers Donald McCain bestätigt,

Eines der Pferde, Raise A Spark, lief am Mittwoch bei den Ayr-Rennen und hatte zuvor keine Symptome des hochansteckenden Virus gezeigt.

Die Gesamtzahl der Fälle in McCains Ställen in Cheshire beträgt sechs, und ein anderer verdächtiger Fall wird an anderer Stelle untersucht, sagte die British Horseracing Authority (BHA).

Als Teil eines sechstägigen Rennstillstands wurden in Großbritannien die Rennen bis Mittwoch abgesagt.

Am Freitagnachmittag waren insgesamt 174 Rennställe gesperrt, während die Tests fortgesetzt wurden.

Der Alarm wurde am Mittwochabend ausgelöst, als bei drei geimpften Pferden bei McCain festgestellt wurde, dass sie Influenza bei Pferden hatten.

Ein anderer Fall, der noch nicht als positive Probe bestätigt wurde, wurde von einem anderen Trainer ermittelt. Zu diesem Zeitpunkt wurde keine Verbindung zwischen den beiden Ställen hergestellt.

Der ungenannte Trainer, von dem angenommen wird, dass er nicht in einem der großen Trainingsbereiche operiert, hatte am Dienstag in Newcastle und am Mittwoch in Wolverhampton Starter.

Infolgedessen hat das BHA Dutzende von anderen Pferden gesperrt, die Starter an diesen Renntagen waren.

Pferdegrippe unterscheidet sich nicht wesentlich von der menschlichen Grippe – infizierte Pferde leiden unter Husten und Schnupfen und fühlen sich im Allgemeinen heruntergekommen.

“Die BHA arbeitet eng mit dem Animal Health Trust zusammen, um die logistische Herausforderung zu bewältigen, ausreichend Abstriche bereitzustellen und die Menge der durch die Einrichtung geschickten Tests zu handhaben, da derzeit insgesamt 174 Rennställe getestet werden”, sagte die Behörde in einer Erklärung.

“Es wird nicht möglich sein, jedes Pferd vor Ende des Wochenendes von jedem Hof ??aus zu testen, aber wir werden mit Trainern zusammenarbeiten, um Prioritäts- oder Risikopferde zu ermitteln und sicherzustellen, dass sie getestet werden. Dies wird alles Teil des Bildes sein wurde gebaut, um die am Montag getroffenen Entscheidungen zu unterstützen. “

Es wird erwartet, dass sich am Montag ein klareres Bild von der Wiederaufnahme des Rennens und von möglichen Auswirkungen auf das Prunkstück Cheltenham Festival im nächsten Monat ergibt.

Neun Standorte haben seit Beginn des Jahres 2019 bestätigte Ausbrüche der Equine-Grippe erlitten, obwohl nur einige Rennpferde betroffen sind.

Dazu gehören ein Bericht, der am Montag acht geimpfte zweijährige Vollblüter in Suffolk und ein geimpftes Pferd am 30. Januar in Leicestershire umfasst.

Andere Berichte über ungeimpfte Pferde stammen aus Essex, Cheshire, Derbyshire, Lincolnshire, Yorkshire und anderen Der Fall in Suffolk konzentrierte sich auf sechs nicht-reinrassige Pferde.

Obwohl es nicht als lebensbedrohlich angesehen wird, schränkt die Influenza von Pferden die Wettbewerbsfähigkeit ein und ist sehr ansteckend.

Die Anzahl der erkrankten Pferde ist deutlich gestiegen. Weitere positive Befunde des McCain-Teams sind vielleicht keine Überraschung – alle sagen immer, wie leicht sich das Virus ausbreitet – aber das eine von ihnen war ein Pferd, das diese Woche zu den Rennen gereist ist und mit anderen Pferden in Kontakt kommt, ist eindeutig eine bedeutende Entwicklung.

Trainer, die zuvor leise optimistisch waren, dass sie Entwarnung erhalten, müssen jetzt nervöser sein.

Inzwischen als Folge des “verdächtigen Falls” Ohne Verbindung zu McCain ist die Anzahl der Ställe im Lockdown über 170 – das ist eine große Anzahl; Dieses Problem eskaliert jetzt.

Wie hat sich die Situation entwickelt?

Die Krise wurde am Mittwochabend ausgelöst, als drei geimpfte Pferde sich in den Stallungen des Grand National-Turniers Donald McCain im Stall von Cheshire als positiv erwiesen haben.

Da andere Pferde aus McCains Hof diese Woche in Ayr, Ludlow und Wolverhampton gelaufen waren, ordnete die BHA an, dass alle vier Treffen am Donnerstag abgesagt werden sollten.

Später wurde dies bis spätestens Mittwoch auf eine vollständige Schließung der Rennen ausgedehnt. Weitere Nachrichten werden heute (11.2.) erwartet wenn die Testergebnisse bekannt sind. In Irland läuft der Rennsport wie gewohnt weiter.

Newburys “Super Saturday” -Treffen, bei dem der letztjährige Cheltenham Gold Cup-Sieger Native River vor seiner Titelverteidigung ein letztes Rennen hatte, gehört zu den Opfern. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass einige der großen Rennen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Die gesperrten Höfe umfassen den in Lambourn, Berkshire, ansässigen Weltmeister des Jumps, Nicky Henderson, der beim Festival mehr Sieger gewonnen hat als alle anderen.

“Wir hatten am Mittwoch zwei Pferde in Ludlow, bei denen ein Pferd von Donalds Hof kam und es hätte Kontakt mit einem infizierten Pferd sein können.” Henderson, der Champion-Hürdenläufer Buveur D’Air und Champion-Jäger Altior ausbildet, erzählte BBC Radio 5 live.

“Es ist sehr, sehr virulent, so dass es egal ist, wie viel Schmerzen Sie durchmachen, um diese Dinge in Schach zu halten, es ist sehr gefährlich.

“Alle Pferde müssten geimpft sein – streng genommen, das ist Pflicht. Unglücklicherweise wird gesagt, dass nur 40% der Pferdewelt – von Pferden in Großbritannien – tatsächlich geimpft sind. Es gibt keine Zuständigkeit für Pferde außerhalb des Rennsports, die das Impfen vorschreiben..

“Wie beim Menschen gibt es viele, viele verschiedene Arten von Infektionen. Es ist also möglich, dass es eine neue gibt, über die wir nichts wissen.”

Sämtlich Zitate aus einem Bericht der BBC

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Darley reduziert Sponsoring

Wie am Montag in der Racing Post zu lesen war, reduziert Darley das Sponsoring im englischen und irischen Rennsport erheblich. Sowohl die Irish Oaks als auch die Yorkshire Oaks werden schon 2019 nicht mehr unterstützt. Ebenso fallen diverse Förder-Programme für den Nachwuchs dem Rotstift zum Opfer.

Insgesamt betrugt das Sponsoring zuletzt rund 6,6 Mio Pfund. In  Frankreich werden derzeit zwei Rennen von Darley gesponsort, aber man hat keine Informationen über das Ende des Engagements, erklärte man bei France Galop. Deutschland wird in dem Artikel nicht erwähnt, aber wenn ich nicht irre, dann wird nur das Oettingen-Rennen in Baden Baden von Darley gesponsort und die geringe Summe dürfte beim Kosten-Controlling unter dem Radar geblieben sein.

Wenn man bedenkt, wie lange und in welchen Dimensionen Darley im englischen und irischen  Rennsport engagiert ist, läßt diese Meldung sehr aufhorchen. Es ist nicht nur das zusammen gestrichene Volumen, sondern auch die Tatsache das bereits dieses Jahr Rennen nicht mehr unterstützt werden, für die sich Darley sehr lange engagiert hat. Nach 30 Jahren wird von jetzt auf gleich ausgestiegen.

Aufhorchen läßt auch eine Meldung von William Derby vom Management der Rennbahn von York. Er führt aus, daß es derzeit sehr schwer sei, für den Rennsport große Sponsoren zu gewinnen. Dem Rennsport wehe ein rauer Wind um die Ohren und es fällt schwer, sich in diesem kritischen Umfeld zu behaupten.

Während Royal Ascot sind die jährlichen Steigerungsraten der Geldpreise deutlich. Und insgesamt macht der englische Rennsport auch von den Geldpreisen der besseren Rennen in den letzten Jahren einen sehr dynamischen Eindruck. In vielen Bereichen sieht man deutliche Steigerungen und das nicht nur bei den Top-Ereignissen, sondern auch in dem „besseren mittleren“ Bereich. Vor diesem Hintergrund wundert die Aussage von William Derby ein wenig.

Man darf gespannt sein, ob und wie schnell die Engländer und Iren die Lücke schließen können. Und man wird auch gespannt auf die Jählingsauktionen gucken, welches Engagement die Blaue Flotte dort an den Tag legen wird.

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Red Jazz neuer Stallion auf dem Lindenhof

Nachdem der Pachtvertrag für Nutan ausgelaufen ist, hat Volker Linde im Ausland einen neuen Stallion für sein Gestüt gefunden. Auch dieser ist ein Flieger. Nach dem leider nur sehr kurz dort verweilenden Overdose und dem ersten Lindenhofer Stallion Perceive Arrogance ist es der dritter Flieger, der auf dem Lindenhof eine Beschälerbox bezieht. Red Jazz stand bisher in Irland im Ballyhane Stud mit einer Decktaxe von 5.000 Euro

Was soll man von dem Newcomer halten, der seit 2014 in Irland als Stallion tätig ist?

Red Jazz hat in fünf Rennzeiten 32 Starts absolviert, fünf Rennen gewonnen und war fünfzehnmal plaziert. Auch wenn Flieger allgemein länger laufen und öfter eingesetzt werden (können), ist das eine beachtliche Zahl – auch vor dem Hintergrund, daß wir einige Hengste in Deutschland haben, die die Dreijährigen-Kampagne vorzeitig beenden mußten.

Sein größter Erfolg war der Sieg in den zur Gruppe 2 gehörenden Victor Chandler Challenge Stakes von Newmarket. Dabei schlug er mit Cat Junior und Main Aim zwei Hengste, die inzwischen ebenfalls eine Beschälerbox bezogen haben. Dies war auch sein einziger Sieg auf Gruppen-Level. Stattdessen sammelte er fleißig Plazierungen, so u.a zweimal in der zur Gruppe 2 zählenden Godolphin Mile in Dubai. Er war Zweiter in den renommierten Lennox Stakes von Goodwood und den Dubai Challenge Stakes von Newmarket. Seine beste Plazierung ist wohl der dritte Platz in den Queen Elizabeth Stakes (GR 1) von Ascot, in der er Poet’s Voice und Rip van Winkle, zwei inzwischen erfolgreichen Stallions den Vortritt lassen mußte und nur mit einer Nase und ½ Länge geschlagen war. In den 2000 Guineas von Newmarket endete er als Achter, war aber auch nur vier Längen vom Sieger geschlagen.

Angenehm fällt seine Beständigkeit auf. In jeder Saison hat er gleichmäßig gute Formen gezeigt. Er ist konstant gut gelaufen, aber ein „Kracher“ war er keinesfalls!

Seine Stärke ist sein Pedigree. Die Vollblutzucht in Deutschland ist derzeit von drei Hengststämmen geprägt: Monsun. Big Shuffle und In the Wings. Monsun hat internationale Standards für die deutsche Vollblutzucht gesetzt, bei den beiden anderen Linien ist das internationale Interesse eher weniger ausgeprägt, obwohl sie in Deutschland große Erfolge feiern. Die Big Shuffle Hengste liefern viele gute Pferde im „mittleren“ Bereich – aber ein echter Star ist seit langem nicht dabei. Aber das ist im Moment insgesamt ein Problem der heimischen Vollblutzucht.

Red Jazz ist der perfekte Outcross-Hengst für deutsche Stuten. Mit den in Deutschland dominierenden Hengststämmen ist er nicht verwandt und die Stutenlinien sind ihm ebenso fremd. Sein Vater Johannesburg blieb zweijährig ungeschlagen in sieben Rennen und gewann zum Saisonschluß die Breeders’ Cup Juvenile Stakes. Dreijährig debutierte er in den Gladness Stakes in Irland und wurde Zweiter, danach wurde er Achter im Kentucky-Derby und darauf Neunter in den Golden Jubilee Stakes während Royal Ascot. Danach hat er seine Karriere beendet. Er ist Vater von Gruppe-1-Siegern auf drei Kontinenten und mit dem viel zu früh eingegangenen Scat Daddy ist er Vater einer derzeit international angesagten Hengst-Linie.

In seinem ersten Jahrgang von 2015 ist Snazzy Jazzy das Aushängeschild von Red Jazz. Bei 10 Starts gewann er 5 Rennen und rund 207.000 Pfund, was auch einem hoch dotierten Auktionsrennen in Irland geschuldet ist. Dazu war er in drei Ländern – Irland (Auktionsrennen), Schottland (gut dotiertes Handicap) und Frankreich (Gruppe 3) siegreich. Insgesamt hat Red Jazz nach den Daten der Racingpost 68 gelaufene Nachkommen mit 27 Siegern und 49 Siegen.

Red Jazz wird sicherlich nicht als Neuzugang des Oberhauses der Hengste in Deutschland gesehen werden, sondern eher das mittlere Marktsegment bedienen. Ich möchte an dieser Stelle an Big Shuffle erinnern, der 1990 nach Deutschland kam. Damals gab es mehr Kritik als Zustimmung. Ein Flieger und dann noch nicht einmal mit Spitzen-Rennleistung. Ob das was wird, war die allgemeine Frage, die meistens mit negativem Unterton gestellt wurde.

Heute muß man feststellen, daß Big Shuffle insgesamt für die sehr von Stehern geprägte deutsche Vollblutzucht ein echter Gewinn war. Auch wenn sein Stern heute ein wenig verblaßt ist, weil die ganz großen Vererber nicht vertreten sind. Jedoch ist sein Einfluß in den Stutenlinien deutlich sichtbar.

Red Jazz hat einen ähnlichen Hintergrund und jetzt ist es Volker Lindes Job, daraus einen Hengst zu machen, der Einfluß auf die deutsche Zucht nehmen wird.

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