Top-Rating für Baden-Sieger Ghaiyyath

(C) Marc Ruehl

Die Racing Post meldet am Dienstag Nachmittag, daß Ghaiyyath für seinen Sieg im Großen Preis von Baden vom englischen Handicapper mit 127 Pfund eingeschätzt wird. Das ist ein Pfund unter Enable als höchst eingeschätztes Pferd und gleichauf mit Crystal Ocean und Battaash.

Eigentlich werden die Rennen, die nach dem Samstag-“Kassenschluß“ gelaufen werden, erst in der nächsten Woche bewertet. Wegen des außergewöhnlichen Sieges hat sich der englische Handicapper Mark Olley mit Deutschlands Chef-Handicapper Harald Siemen kurzgeschlossen. Gerechnet wurde dabei über Donjah, die als Siegerin des Ratibor-Rennens schon einmal mit 106 Pfund eingeschätzt wurde.

Ob er diese Form im Arc wiederholen kann, daran hat Mark Olley allerdings Zweifel. „Immer wenn zwischen den Rennen keine merkliche Pause war, hat Ghaiyyath eine schlechte Form gezeigt“, äußerte sich Englands Handicapper sinngemäß. Und der Arc kommt in gerade einmal vier Wochen.

Dem Standing des Großen Preis von Baden im internationalen Konzert der Grand-Prix Rennen tut diese Bewertung des Siegers richtig gut!

Racing Post Artikel

Interessant zum Rating des Preis von Baden sind die Anmerkungen vom Handicapper Harald Siemen in seinem Blog

Das Monster-Rennen von Baden

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Ghaiyyath mit großer Gala im Großen Preis von Baden.

(C) Marc Rühl

Nach dem Sieg von Laccario im Deutschen Derby gab es nicht wenige (mich eingeschlossen), die der Meinung waren, einen guten Derbysieger gesehen zu haben. In Hamburg lief der Scalo-Sohn noch recht grün, wackelt ein wenig in der Zielgerade, gewann aber trotzdem souverän.

Und so war man guter Dinge für den heutigen Großen Preis von Baden, in dem Laccario als Favorit an den Start ging. Neun Pferde liefen insgesamt, zwei Ausländer und sieben aus Deutschland. Außer Colomano, der mit fünf Jahren Alterspräsident des Rennens war, waren die Deutschen alle Dreijährig. Ältere Grand-Prix-Pferde sind in Deutschland leider Mangelware. Die besseren Dreijährigen werden häufig ins Ausland verkauft oder bekommen leider früh gesundheitliche Probleme. Und bei der inzwischen recht kleinen deutschen Zucht ist der Nachwuchs dazu eher übersichtlich.

Wer jetzt hoffte, daß der Derbysieger sich weiter entwickelt hat, reifer geworden ist und seinen Hamburger Sieg bestätigt, der wurde leider schon vor der Zielgeraden eines besseren belehrt. Anfangs bestimmte Colomano die Pace, aber im Iffezheimer Bogen setzte sich Gaiyyath an die Spitze des Feldes und bestimmte fortan das Geschehen. Und mit fortschreitender Distanz zeichnete sich eine deutliche Überlegenheit ab. Im Schlußbogen mußte Eduardo Pedroza auf Laccario schon aktiv werden, um den Anschluß an den Godolphin-Galopper nicht zu verlieren, während William Buick vorne damit beschäftigt war, den Ehrgeiz seines Hengstes im Zaum zu halten.

In der Geraden verlor Gaiyyath seine Gegner förmlich und stiefelte mit drückender Überlegenheit die Gerade herunter. Mit sagenhaften 14 Längen gewann der Dubawi-Sohn den Großen Preis von Baden. Meine Aufzeichnungen reichen mit wenigen Lücken bis 1904 zurück. Noch nie in der Geschichte des Rennens hat es seitdem einen derart überlegenen Sieger gegeben.

Hinter dem Sieger gewann Donjah in den Farben von Darius Racing den Kampf um den Ehrenplatz gegen den Derby-Sieger und verwies diesen mit 4 ¼ Längen auf den dritten Platz. Die Stute hatte bisher viel Pech, war im Preis der Diana durch die reiterlose Schlenderhanerin gestört. Jetzt hat sie in einem störungsfreien Rennen eine wirklich gute Leistung gezeigt,. Aber sowohl Donjah als auch Laccario wirkten in der Geraden ziemlich müde, vor allem im Vergleich zu dem stramm marschierenden Sieger. Vierter wurde Colomano und der gut eingeschätzte Communique wurde Letzter. Die Plazierten sind sicher nicht schlecht gelaufen und auch dem Derbysieger ist kein Zacken aus der Krone gebrochen – aber in der internationalen Champions-League braucht er derzeit nicht anzutreten.

Aber es bleibt die Frage, wie gut der Sieger denn wirklich ist. Seine Rennkarriere lief bisher alles andere als rund. Zweijährig gewann er Gruppe III bei drei Starts. Dreijährig lief er einmal in Frankreich und gewann Gruppe III. Dieses Jahr scheint für ihn eine normale Saison zu werden. Er gewann zum Saisonauftakt den Prix d’Hacourt in Longchamps, wurde Dritter zu Waldgeist im Prix Ganay und jetzt Sieger im Preis von Baden. Äuffallend, daß er außer zweijährig nie in England gelaufen ist. Und seit dem Prix Ganay sind auch wieder vier Monate vergangen, in dem Gaiyyath nicht am Start war. Spielt die Gesundheit nicht mit oder haben die langen Pausen andere Gründe?

Er hat noch eine Nennung für den Arc und die Buchmacher haben den Kurs für ihn halbiert. 2002 gewann Marienbard nach seinem Sieg in Baden Baden den Arc – und daran wird man sich bei Godolphin sicherlich erinnern. Vielleicht wird der Arc mit Crystal Ocean, Japan und Ghaiyyath als Gegner für Enable doch noch ein richtig spannendes Rennen!

Gewinnt ein Pferd mit derartiger Überlegenheit sucht man nach ähnlichen Siegern in der Historie des Rennens und darüber hinaus.

Danedream und Lomitas gewannen den GP von Baden mit sieben Längen, Acatenango und Germany mit fünf Längen und Athenagoras 1973 mit 6 ½ Längen. Aber einen Vorsprung von mehr als 10 Längen, der früher als „Weile“ bezeichnet wurde, hat es noch nicht gegeben. Es gab noch einige andere Sieger mit dem Richtspruch „Überlegen“ oder „Hochüberlegen“, aber keiner gewann mit einem zweistelligen Vorsprung.

Wie viele Pferde hat es in Deutschland überhaupt gegeben, die ein Gruppe I Rennen mit mehr als 10 Längen gewonnen haben.

Als erstes landet man bei der „Wunderstute“ Schwarzgold. Sie war damals ein Pferd, das seine Gegner aus den Schuhen galoppierte. Das Derby gewann sie mit 10 Längen, den Großen Preis der Reichshauptstadt in Hoppegarten mit Weile, also mit mehr als 10 Längen. Im Wochenschaubericht sieht diese Weile wie gute 100m aus.Das wären dann reichlich 40 Längen gewesen.

Luciano gewann den Aral Pokal 1968 8 Längen, den Rheinland-Pokal als Nachfolger gewann Oriental Tiger 2008 mit 7 Längen, wurde später aber wegen unerlaubter Medikamentierung disqualifiziert.

Im Preis von Europa gewann Prince Ippi 1972 mit 7 Längen, ebenso Gold and Ivory 1984 und Lomitas siegte 1991 mit 8 Längen. Also auch kein zweistelliger Sieger.

Im Großen Preis von Berlin/Großer Preis von NRW siegte 1929 Oleander mit 8 Längen, 1930 Alba mit 6 Längen und Schwarzgold mit Weile 1940, Lombard 1971 mit 9 Längen.

Im Derby gab es dann drei Sieger mit einem zweistelligen Vorsprung. Wie bereits erwähnt, die legendäre Schwarzgold, dann Orofino 1981 mit 12 ¾ Längen und 2014 Sea the Moon mit 11 Längen. In der Frühzeit des Derbys gewann 1871 Bauernfänger mit 20 Längen. Es liefen damals fünf Pferde und man muß das Ergebnis der Zeit entsprechend einordnen – aber 20 Längen sind vermerkt!

Und wie sieht es im Ausland aus?

Ribot first, the rest nowhere“ fällt mir als erstes ein. Den Gran Premio del Jockey Club gewann er 1955 mit 15 Längen, den Arc im gleichen Jahr mit 3 Längen, Milano mit 8 Längen, Ascot mit 5 Längen und den zweiten Arc mit 6 Längen. Einmal war er zweistellig.

Dann fällt mir Harbinger ein, der 2010 die King George VI and Queen Elizabeth Stakes mit 11 Längen gewann.

Shergar siegte im Epsom Derby mit 10 Längen. Ein Vorsprung, den es davor und danach im englischen Derby nicht gegeben hat.

Frankel war meist drückend überlegen, aber er wurde eigentlich kaum richtig ausgeritten, deswegen war der Vorsprung meist nur einstellig. In den Queen Anne Stakes 2012 waren es dann 11 Längen und es hätten noch einige mehr werden können, wenn man ihn gelassen hätte.

Erwähnen muß man noch Overdose – der vor allem bei seinen ersten Starts in Ungarn nicht einfach die Rennen gewann, sondern bei dem man die Längen der Siege addierte. Nachdem man den Prix de l’Abbaye de Longchamp 2008 wegen Fehlstart für ungültig erklärt hat uind ihm damit seinen Gruppe-1 Sieg „geklaut“ hat, entschädigte er sich in Rom mit einem 10-Längen Sieg im „Premio Carlo E Francesco Aloisi“. Es war halt „nur“ Gruppe III.

Und last but noch least – Secretariat – er gewann Belmont Stakes mit offiziellen 31 Längen und ist auch wegen des recht guten Rennfilms das Musterbeispiel für den drückend überlegenen Sieg eines Pferdes in einem Rennen.

Der Streifzug durch die Reihen der Sieger mit großen Vorteil am Pfosten soll nur ein kleiner Exkurs in die Welt der außergewöhnlichen Sieger sein und erhebt – vor allem im Ausland – keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und es wurden nur Rennen der Gruppe I – mit Ausnahmen – über die klassischen 2400m berücksichtigt, weil es sonst ausufern würde.

Großer Preis von Baden 2019

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Sea the Moon im Norsk Derby 1 und 3

Nach dem sportlich natürlich viel bedeutenderem Sieg von Alpine Star in den irischen Debutante Stakes (GR 2) stellt der im englischen Tetra-Pack-Gestüt stehende Sea the Moon mit am Sonntag mit Privilegiado und Nouvelle Lune den Sieger und die Drittplazierte in Norwegens Klassiker.

Privilegiado, der in den Farben des Stalles “Bright Side of Life” läuft, war zuvor Zweiter im schwedischen Derby und gewann in Ovrevoll mit Pat Cosgrave im Sattel hochüberlegen mit “Weile” vor Hampus G (U. Holmquist) als Zweitplaziertem.  Vierter wurde der Lord of England Sohn Prince Charming.

Norsk Derby – Privilegiado

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Zwei interessante Sieger: Mums Tripple und Alpine Star

Außer den etablierten Stars wie Enable, Stradivarius und Crystal Ocean gab es diese Woche zwei interessante Sieger.

Mums Tripple in den Goffs UK Premier Yearling Stakes in York. Das Rennen ist wie ein Auktionsrennen aufgemacht, aber der Ton macht die Musik und der war Fortissimo. 11  Längen trennten den Sieger vom Zweiten.
Allerdings fragt man sich, warum Ryan Moore bei einem derart überlegenen Pferd zur Peitsche gegriffen hat. Oder war das Publikum so laut, daß Mums Tripple davor zurück schreckte und nicht mehr weiter wollte?

Goffs UK Premier Yearling Stakes

In Irland auf dem Curragh gewann Alpine Star nach heißem Kampf in den Niarchos-Farben vor Petite Mustique als beste Vertreterin der O’Brien Armada die zur Gruppe 2 zählenden Debutante-Stakes über 7 Furlongs.

Alpine Star ist eine Tochter des Görlsdorfer Derby-Siegers Sea the Moon, der sich inzwischen im Oberhaus der englischen Stallions etabliert hat. Und eine gute Werbung für die Badener Auktion ist der Sieg allemal.

Debutante Stakes

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Geht es auch eine Nummer kleiner?

Von einer spektakulären Großen Woche schreibt German Racing über das anstehende Meeting in Baden Baden. Spektakulär – da kommen die wildesten Gedanken. Enable wird in den Yorkshire-Oaks gestrichen und startet vor dem Arc im Großen Preis von Baden oder was ganz wildes eben.

Bisher hat ein Pferd die Yorshire-Oaks und dann nach den Arc gewonnen. Das war Enable 2017, aber zwei Pferde haben den Großen Preis von Baden und dann den Arc gewonnen – Marienbard und Danedream. Und Star Appeal hat 1975 ein vierter Platz in Baden für den Sieg in Paris gereicht, so gut war der Sport damals in Deutschland. Die Chance, nach einem Sieg in Baden Baden auch den Arc zu gewinnen, ist – rein statisch betrachtet – also doppelt so hoch, wie nach einem Sieg in den Yorkshire-Oaks. Irgendwo eine spektakuläre Fehldisposition des Trainers….

Aber Enable wird nicht kommen, das ist eine spektakuläre Phantasie. Was ist denn sonst spektakulär an dieser Großen Woche? Die Rennpreise sind es nicht, die sind wie immer Deutscher Standard. Nicht mehr die besonderen Rennpreise, die Baden Baden einst zahlte, als man durchaus auf Augenhöhe mit den großen internationalen Veranstaltern auftrat. Damals gab es 128.000 DM in Gruppe III zu gewinnen, mehr als in Frankreich, dort gab es Pi mal Daumen umgerechnet nur 110.000 DM. Damals schwebte Baden Baden zwei Etagen über Turfdeutschland – Hamburg in den 90ern einmal ausgenommen, die waren ähnlich hoch. Damals waren die Ausgleich IV mit 15.000 DM in Baden Baden dotiert, viel mehr als im Rest der Republik.

Das war irgendwie schon spektakulär – und auch die Umsätze waren es. In einem Rennen hat man in Baden Baden so viel gemacht, wie die Veranstalter im Westen am ganzen Tag, wenn sie während des Meetings veranstaltet haben. Baden Baden war „outstanding“ Aber das alles ging zum Henker als der Tod mich fort gerafft, heiß es in Offenbachs Orpheus. Tod ist man Gott sei Dank noch lange nicht – aber Glanz und Glorie hat man verloren.  Die glorreichen Zeiten sind nicht mehr. Deutsche Mindestdotierung wird in Baden Baden in den Black Type Rennen gezahlt. Mehr nicht. Früher hätte man sich deswegen geschämt. 1,25 Mio Geldpreise werden ausgeschüttet – damit hätte man noch nicht einmal den ersten Tag des gerade in York stattfindenden Ebor-Meetings finanzieren können. In Baden reicht das jetzt für eine ganze Woche.

Ja natürlich, die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Die „Grande Armee“ unterhält in Baden keine Garnison mehr, und mit den Kuren ist das auch nicht mehr so, wie das früher mal war und deswegen ist die Bäder- und Kurverwaltung auch nicht mehr so spendabel, wie sie es mal war. Die Region hat sich gewandelt, dazu das geänderte Wettverhalten, weniger Pferde, mehr Fußball, die Buchmacher, denen man kaum etwas entgegen zu setzen hat oder es vielleicht auch nicht will. Zu wenig Präsenz bei den Wettannahmen etc. Probleme über Probleme und teilweise kann man sie nur in Köln lösen. Aber in Baden ist auch das Flair verloren gegangen, das man in den 90ern hatte. Das kann nur Baden selbst wieder auffrischen.

Zweifelsohne – der Veranstalter hat sich außerhalb der Rennen einiges einfallen lassen, um das Publikum zu unterhalten. Der Kino-Abend der Sport-Welt verspricht einiges. Aber der Sport ist nicht mehr „outstanding“, eher normaler deutscher Standard. Sieglosen-Rennen, Ausgleich IV und zwischendrin das „Gruppe-Highlight“. Und dann die C- und D-Promis dazu, die nerven doch nur. Das ist keine Unterhaltung, die muß man ertragen, wenn sie ihre Turfweisheiten zum besten geben.

Es fehlt das Geld, es fehlen die guten Pferde, die Stars die die Massen bewegen. In Deutschland sind sie selten geworden und wenn es sie gibt laufen sie im Ausland oder werden gleich verkauft – weil es am Geld fehlt.

Aber dafür haben wir ja jetzt in Baden Baden spektakuläre Hausmannskost.

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Enable auf dem Weg zur Unsterblichkeit.

Die diesjährigen King George VI and Queen Elizabeth Stakes werden so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Nach Enables erfolgreichen Jahresdebut in den Eclipse-Stakes von Sandown rechnete man allgemein mit einem souveränen Sieg der Stute in Englands Parade-Rennen und Europas wichtigstem Sommer-Grand-Prix.

Aber es kam anders – es wurde ein spanndes Finish über fast die ganze Gerade von Ascot. Crystal Ocean, im Besitz von Sir Evelyn de Rothschild und trainiert von Sir Michael Stoute stellte Khaled Abdullahs bestes Pferd zum Kampf. Dabei agierte James Doyle im Sattel von Crystal Ocean wesentlich energischer als Frankie Dettori auf Enable, der eigentlich nur mit den Händen ritt und mit der Peitsche sehr sparsam agierte. Am Ende betrug der Vorsprung der Stute einen Hals – die Würze des Rennens war aber nicht die knappe Ankunft, sondern der Kampf um den Sieg über fast die ganze Gerade.

Dritter mit 1 ¾ Längen dahinter wurde Waldgeist mit Pierre Charles Boudot im Sattel. Es war die mit Abstand beste Form des Ammerländers in diesem Jahr und vielleicht eine der besten Formen seiner Karriere. In der Champions-League fehlt dem Vertreter des Ravensberger Waldrun-Familie das letzte Quentchen Klasse, um aus dem Duo ein Trio im Streit um den Sieg zu machen. Allerdings agierte PCB auch nicht mit der Effizienz, mit der James Doyle und Frankie Dettori zu Werke gingen.

Deutliche sieben Längen betrug dann der Abstand zu Viertplazierten Saloun. Enttäuschend lief der englisch-irische Doppel-Derbysieger Anthony van Dyck, der am Berg schon in Nöten war und bei Erreichen der Geraden mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun hatte. Am Ende kam er als Zehnter, rund 40 Längen hinter der Siegerin über die Linie. Es scheint, daß die Dreijährigen in Europa dieses Jahre nicht besonders stark sind.

Die spannende Frage des Turfs ist natürlich, ob Enable als erste dreifache Siegerin des Arcs in die Geschichte eingehen wird.

Es gibt acht Doppelsieger im Arc, fünf davon nach dem Krieg. Dies sind Tantieme 1950/51, Ribot 1955/56, Alleged 1977/78, Treve 2013/2014 und Enable 2017/18. Corrida ist immer noch das Maß aller Dinge, denn sie war 1935 als Dreijährige Dritte in dem Pariser Paraderennen und danach zweimal gewann, gefolgt von Treve, die 2015 nach zwei Siegen beim dritten Versuch als Vierte über die Linie ging. Criquette Head, die Trainerin von Treve merkte nach dem Rennen an, daß der Trouble und das sehr große Interesse der Medien für viel Unruhe gesorgt habe und das war für die Vorbereitung nicht gerade positiv. Für mich hat allerdings Thierry Jarnet im dritten Arc nicht den perfekten Ritt geliefert. Auch für einen so alten Hasen dürfte die nervliche Belastung in diesem Rennen übermäßig groß gewesen sein! Aber vorne machte 2015 Golden Horn eine Musik, gegen die schwer anzukommen gewesen wäre – auch wenn bei Treve alles optimal gelaufen wäre.

Drei Pferde haben die „King George“ zweimal gewonnen, Dahlia 1973/74, Swain 1997/98 und Enable 2017/18. Aber außer weder Dahlia noch Swain haben den Arc gewonnen.

Damit ist Enable die erste Doppelsiegerin in beiden Rennen und das allein ist schon einen Sonderplatz in der Geschichte wert. Aber ist das ein gutes Omen für einen einen dritten Arc-Sieg? Oder dreht Cyrstal Ocean im Arc den Spieß um? Von den Dreijährigen scheint in dieser Saison keine starke Konkurrenz nachgewachsen zu sein. Aber immer dann, wenn man meint, daß es nicht scheitern kann, kommt ein großer Außenseiter, der dem Star die Show vermasselt. Jedenfalls werden die französischen Medien John Gosden nicht so auf die Füße treten, wie das bei Mme Head in Chantilly gewesen ist.

Wenn auch ebenfalls ein Gruppe 1-Rennen aber trotzdem drei Nummern kleiner ging es am Sonntag im Großen Dallmayr-Preis, dem Bayerischen Zuchtrennen um 155.000 Euro. Favorit wurde der Derby-Dritte Quest the Moon. Aber es kam anders, als die Wetter das gedacht haben. Sieger wurde der aus England entsandte Danceteria, im Besitz der Besitzergemeinschaft Australian Bloodstock & Clive Washburn.. Was soll man von dem Sieger halten? Er kam überhaupt erst vierährig ins Rollen, war zuletzt Vierter in den von Enable gewonnenen Eclipse-Stakes und jetzt gewinnt er Gruppe 1 in Deutschland. Ist er ein spätes Pferd, das jetzt erst riczhtig ins Rollen kommt, oder waren die Gegner so schwach, daß man mit einem französischen Gruppe-3-Sieg gut genug für Gruppe 1 in Deutschland ist. Inzwischen sind dieses Jahr mehr Gruppe-Rennen ins Ausland gegangen, als im Land geblieben sind und die Sieger vertraten im Heimatland nicht die erste Garnitur. Das ist kein gutes Omen für das Rating der deutschen Black-Type-Rennen

Quest the Moon wurde hinter seinem Stallgefährten Wai Key Star Dritter und lief damit besser als der Derby-Vertreter in England. Für meinen Geschmack war Oisin Murphy aber auch etwas früh in Front gezogen und dann fehlte am Ende die Kraft. Der Sieger kam erst halbe Gerade wirklich ins Rennen und da schien für einen Moment fast zu cantern.

Uns fehlen in Deutschland einfach Pferde. Vier bis fünf Prozent eines Jahrgangs kann man der erweiterten Spitzenklasse zurechnen, bei 1000 Fohlen sind das 40 bis 50 Pferde. In guten Jahren hatten wir über 2000 Fohlen, also 80 bis 100 Pferde im Oberhaus. Und damals wurden noch zahlreiche gut gezogenen Vollblüter importiert. Heute ist das Gegenteil der Fall. Gute Deutsche Vollblüter werden exportiert. Inzwischen recht häufig nach Australien, wie zuletzt der Derbyzweite Django Freeman, der auf den fünften Kontinent verkauft wurde. Aus der Sicht der Besitzer eine absolut verständliche Entscheidung, denn wahrscheinlich wird das Pferd in Deutschland nie das Geld gewinnen, das durch den Verkauf erzielt wurde. Und bei aller Passion muß darf man die Kasse nicht aus den Augen lassen.

In München zeigt sich auch an anderer Stelle das ganze Elend des deutschen Rennsports. Gab es 2014 noch 12 wichtige Rennen (incl. Auktionsrennen) in München, waren es 2016 noch sechs und 2018 sind noch vier davon übrig geblieben. Kein Listenrennen mehr, kein Ausgleich 1, drei Gruppe-Rennen und das Auktionsrennen sind übrig geblieben. Das Rahmenprogramm beim Dallmayr-Renntag war eher das eines Brot- und Butter-Renntags. Acht gute Rennen auf einer Bahn weniger, das ist ein Wort. Und auch, wenn der Aderlaß in München besonders hoch ist, findet er auch auf anderen Bahnen statt.

Und so kommt man in einen Teufelskreis – weniger Rennen, dadurch weniger Pferde und die Attraktivität des Rennsports nimmt weiter ab. Ein Sport, der in den Medien präsent sein will, muß regelmäßig veranstalten, es müssen viele Besucher auf der Bahn sein und die nationalen Athleten müssen internationale Klasse vertreten, sonst wird das nichts.

Daß die Engländer gerne auf den Kontinent kommen und die großen Rennen auf die Insel entführen, ist allerdings kein alleiniges deutsches Problem. In Deauville wurde der Prix Rothschild als erstes großes Rennen des Sommermeetings gelaufen – und es siegte die in England von Karl Burke vorbereitete Laurens. Insgesamt sind es mehr als ein Dutzend Gruppe-Rennen die, die die Engländer dieses Jahr aus Frankreich entführt haben.

Zwei große Pferde sind in den letzten Wochen abgetreten. In Japan hat sich der Super-Stallion Deep Impact von einer Rückenoperation nicht erholt und mußte aufgegeben werden. Er wurde 17 Jahre alt. Die Sieger der Irish Oaks von 2018 und zweite zu Enable im Arc des gleichen Jahres mußte wegen einer Krebserkrankung ebenfalls aufgegeben werden.

Es sind nicht immer die Unfälle auf der Rennbahn, die die Pferde zu früh sterben lassen. Manchmal ist das Leben eben ein verdammt unfairer Sport.

Sea of Classe Irish Oaks

Japan würdigt Deep Impact (schon älter)

Japan würdigt Deep Impact (2019 japanisch)

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Network im Alter von 22 Jahren abgetreten

Wie die Racing Post heute berichtet, ist Network im Alter von 22 Jahren nach einem Herzanfall eingegangen.

Gezogen im Gestüts Wittekindshof lief er in den Farben des Stalles Harlekin 11 Rennen, von denen er vier gewann und dreimal plaziert war. Sein bester Erfolg war der Sieg in der Union im Jahr 2000 gegen den Schlenderhaner Indian Ruby und den Erlenhofer Anzillero. Danach sollte ihm aber nicht mehr viel gelingen, sein nächster größerer Erfolg ist 2001 der zweite Platz in einem Listenrennen in München.

Seine Stutenlinie ist die alte Erlenhofer Familie der Nella da Gubbio, die damals von Thyssen aus Italien vom Gestüt Dormello Olgiata nach Deutschland eingeführt wurde und mit Nereide, Nebelwerfer, Neckar und Niederländer vier Derbysieger gebracht hat.

Der Monsun-Sohn  war über Jahre eine feste Größe bei den französischen Hindernis-Stallions und zusammen mit Lavirco und einigen anderen deutschen Hengsten aus den “goldenen Neunzigern” war er eines der großen Aushängeschilder für die deutsche Vollblutzucht und seinen Vater Monsun.

Er ist laut Racing Post Vater von fünf individuellen Gruppe-1 Sieger über die Sprünge und mit Sprinter Sacre hat er einen Steepler gebracht, der zu den ganz Großen seiner Zeit in England zählte.

Die Zahl der deutschen Hengste, die über einige Jahre im französischen Hindernissport führend waren, wird nach dem Abtreten von Lavirco und nun auch Network immer kleiner. Mit Nachwuchs ist leider nicht zu rechnen.

Racing-Post Artikel

Networks Nachkommen bei Galopp-Sieger

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Die seltenen Royal-Ascot-Doppel

Royal Ascot, die königliche Rennwoche, dauert von Dienstag bis Samstag, früher von Dienstag bis Freitag. Bei nur fünf (früher vier) aufeinander folgenden Renntagen sind vor allem in der heutigen Zeit Doppelerfolge während des Meetings sehr selten – welches erstklassige Pferd absolviert in so kurzer Zeit schon zwei Starts?

Aber es gibt sie – auch wenn sie fast so selten sind wie die berühmte Blaue Mauritius bei den Briefmarken.

Dieses Jahr gelang es Blue Point aus der großen Godolphin-Flotte, trainiert von Charlie Appleby und geritten von James Doyle. Er gewann am Eröffnungstag die King’s Stand Stakes und konnte am Schlußtag die Diamond Jubilee Stakes für sich entscheiden.

Ascot Racecourse schreibt, daß dieses Kunststück das letzte Mal 2003 Choisir gelungen ist, der ebenfalls die King’s Stand Stakes und die damals Golden Jubilee Stakes gewinnen konnte.

Aber danach gab es zwei weitere Doppelsieger während des königlichen Meetings, wenn auch auf niedrigerem Niveau und auf der Steherdistanz.

2012 gewann Simenon aus dem Stall des irischen Meistertrainers William Peter Mullins mit Ryan Moore im Sattel die Ascot Stakes am Eröffnungstag und die Queen Alexandra Stakes als traditionell letztes Rennen des Meetings.

2006 gelang das Doppel aus Ascot Stakes und Alexandra Stakes Baddam, trainiert von Mick Channon und geritten von Ian Morgan.

Vor Choisir gab es aber auch schon Doppelsieger und eine davon ist die Stute Stanerra, die 1983 sowohl die Prince of Wales Stakes als auch die Hardwicke Stakes gegen die Hengste gewann.

Insgesamt sind bei Galopp-Sieger seit 1900 23 Doppelsieger während Royal Ascot verzeichnet. Ich bin bei dieser Zahl allerdings etwas vorsichtig, weil bei den alten Rennen nicht ganz sicher ist, ob sie immer zum königlichen Meeting gehörten.

1920 gab es wahrscheinlich sogar eine dreifacher Siegerin. Diadem gewann die All Aged Stakes, heute als Golden Jubilee Stakes gelaufen, die Rous Memorial Stakes in einem Walkover (Alleingang) und dann noch die King’s Stand Stakes – also die gleichen Fliegerrennen, die auch Blue Point 2019 gewann.

King’s Stand Stakes 2019

Diamond Jubilee Stakes 2019

Hayley Turner schreibt erneut Rennsportgeschichte. 2008 war sie die erste Frau, die in Deutschland den Sieger in einem Gruppe-Rennen geritten hat. Lady Deauville in der Lando-Trophy, dem ex Hessen-Pokal in Hannover.

In den Sandringham Stakes, einem Handicap für dreijährige Stuten auf der Meile reitet sie Thanks Be aus dem Stall von Charlie Fellowes mit einem Hals  gegen Magnetic Charm in den Farben der Königin mit James Doyle im Sattel  nach Hause. Allerdings hatte Thanks Be auch 1 Stone, 7  lbs (21 lbs), rund 10 kg weniger zu schleppen als die Pferde dahinter.

Nach Gay Kelleway die 1987 Sprowston Boy in den Queen Alexandra Stakes zum Sieg geritten hat, ist Hayley Turner die zweite Frau überhaupt, die einen Royal Ascot Sieger geritten hat.

Sandringham Stakes 2019

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Die Union 2019 – Herold lebt!

Laccario gewinnt mit Eduardo Pedroza im Sattel souverän die Union. (C) Marc Rühl

Nein, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Union-Sieger ist noch lange kein Deckhengst und wie gut der Jahrgang 16 ist, wird sich erst noch zeigen. Aber immerhin weht seit langem mal wieder eine frische Brise durch Deutschlands ältester, noch existierender Hengstlinie. Denn trotz einzelner Erfolge – national und international – war es um diese einstige Perle der deutschen Vollblutzucht in den letzten Jahren doch ziemlich ruhig geworden.

Dark Ronald – Herold – Alchimist – Birkhahn – Literat – Surumu – Acatenango – Lando – Scalo.

Scalo war vielleicht nicht der Super-Star seiner Zeit, dafür fehlen internationale Erfolge in seinem Rekord, aber er war ein sehr gutes Rennpferd, Gruppe-1 und Europapreis-Sieger. Es war schwierig, ihn in Deutschland als Deckhengst unterzubringen, weil es mit ähnlichem Pedigree einfach zu viele Hengste in Deutschland gab. Er ging nach Frankreich und man hatte eigentlich gehofft, daß er dort erfolgreich wirken kann, aber dem war leider nicht so. Bei Galopp-Sieger sind gerade mal eine handvoll Nachkommen von ihm erfaßt und das auch nur, weil auch Erfolge, die eigentlich bei GS nicht erwähnt werden, in manchen Fällen trotzdem Eingang in die Datenbank finden.

Auch konnte man fragen, ob er aus Ittlingen genügend Unterstützung bekommt oder ob man nicht vielleicht etwas mehr Engagement zeigen könnte – wie auch immer. Jetzt hat Scalo mit Laccario seinen ersten Gruppe-2 Sieger gebracht und mit dem beeindruckenden Sieg in der Union ist er klarer Favorit für das Derby. Er schlug dabei Django Freeman den Sieger des Bavarian Classic in München und Winterfuchs, den Sieger des Dr. Busch-Memorials in Krefeld, die beide Campanologist zum Vater haben und zwei renommierte Derby-Vorprüfungen gewonnen haben.

Laccario muß jetzt zeigen, daß er die Klasse für die Fortsetzung von Deutschlands Traditionshengstlinie hat. Gezogen ist er schon mal gut genug. Er hat Lomtias zum Stutenvater und ist auf Laurea, der Mutter zweier Derbysieger 3 x 3 ingezogen. Aber auf dem Pedigree reitet man nicht und das Pedigree alleine läuft auch nicht schnell.

Das Ergebnis der Union und auch anderer Prüfungen für die Dreijährigen hat aber auch gezeigt, daß die Vollblutzucht oft eine wahre Passion ist – eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Der Kingmambo-Sohn Campanologist wurde vom Gestüt Fährhof 2012 von Godolphin erworben und brachte sowohl in Deutschland als auch in seinem Shuttle-Land Argentinien sehr schnell gute Pferde. Aus dem Jahrgang 2014 war in Argentinien Village King im zur Gruppe 1 zählenden Gran Premio Jockey Club erfolgreich und in Europa war Walsingham im von Khan gewonnenen Europa-Preis 2018 Zweiter. Das hätte eine ganz große Karriere als Deckhengst werden können, aber auf der Rückreise von Argentinien nach Europa im Dezember 2015 ist er im Flugzeug an einer Kolik eingegangen.

Und wer mir jetzt wieder einen Hang zu Nostalgie vorwirft, dem kann ich nicht ganz widersprechen. Aber es gilt, daß Galopprennen keine Schönheitswettbewerbe und auch keine Veranstaltung vom Mütter-Genesungswerk sind. Es ist ein Auslesesport in dem sich die jeweils besten Pferde für die Zucht qualifizieren. Und wenn die besten eines Jahrgangs dann Tradition aus einer alten deutschen Hengstlinie und Leistung vereinen, ist es doch ganz im Sinne der Vollblutzucht in Deutschland – auch ganz ohne Nostalgie.

Union-Rennen 2019

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Das Waterloo von Köln

(C) Marc Ruehl

(C) Marc Ruehl

In knapp einem Monat, am 18. Juni wird in Waterloo in der Nähe von Brüssel an die Schlacht von Waterloo erinnert. Dort schlug am 18. Juni eine internationale Armee unter dem Kommando des englischen Marschalls Wellington die französische „Grande Armee“ (oder was davon noch übrig geblieben war) unter Napoleon Bonaparte.

Freilich wäre dieser englische Sieg nicht gelungen wenn die preußischen Truppen unter dem Marschall von Blücher und seines Generalquartiermeisters Graf Geneisenau nicht gerade noch rechtzeitig eingetroffen wären und die schon im Karree stehenden Engländer unverzüglich und unter Aufbietung aller Kräfte entsetzt hätten.

Und nicht nur wegen der militärischen Niederlage Napoleons sondern auch, weil es in Europa den unbedingten politischen Willen gab, der dauernden französischen Aggression und den Großmachtphantasien Napoleons ein Ende zu bereiten, wurde Waterloo zum Synonym für eine endgültige und vernichtende Niederlage.

Eine solche verheerende  Niederlage hat die deutsche Vollblutzucht am heutigen Sonntag in Köln im ersten Klassiker der Saison, dem Mehl-Mülhens-Rennen (Deutsche 2000 Guineas) erlebt. Nicht nur, daß bei elf Startern gerade einmal drei Pferde in Deutschland trainiert werden und von diesen drei haben je nach Lesart einer oder zwei Pferde einen ausländischen Hengst zum Vater.

Die Plätze 1 bis 7 wurden von Engländern belegt, dahinter kamen die Deutschen. Die Abstände waren nicht riesig, aber die Niederlage ist brutal. Wenn ich bei den Altdaten keinen Fehler gemacht habe, hat es seit 1945 46 Rennen Gruppe-Rennen gegeben, bei denen die ersten drei Pferde im Ausland trainiert wurden. Meistens waren es Flieger-Rennen, besonders die Goldene Peitsche und auch das Zukunftsrennen – aber in einem Klassiker hat es das nicht nicht gegeben. Und wie es auf den Plätzen 4 und Folgende bei den früheren  Rennen war, kann ich aus dem Bauch leider auch nicht beantworten.

Gewonnen hat Fox Champion von King Power Racing mit Oisin Murphy im Sattel und trainiert von Richard Hannon junior. Wie gut der Sieger dann wirklich ist, ist schwer zu sagen. Außer beim Debut ist er ungeschlagen, aber Black-Type ist er noch nicht gelaufen. Auch die folgenden Pferde kann man nicht wirklich einschätzen. Schlecht sind sie nicht, aber zur ersten Garde auf der Insel gehören sie auch nicht.

Eigentlich hat sich die Niederlage im Carl Jaspers Preis schon angedeutet, als ein Listenpferd aus der französischen Provinz Gruppe II in Deutschland gewinnt, aber daß die Niederlage derart massiv ist, war dann doch nicht zu erwarten. Aber wo waren die großen Gestüte, Röttgen, Fährhof, Schlenderhan, Görlsdorf, Karlshof etc. – alle glänzten sie durch Abwesenheit. Oder hat niemand mehr gescheite Dreijährige im Stall, oder warten die großen Gestüte bis zur Union, bis die besseren Pferde an den Start kommen?

Bisher waren die international bescheidenen Dotierungen und die Klasse der deutschen Pferde ein Garant dafür, daß die Rennen überwiegend im Lande blieben. Aber wenn sich das jetzt in England rumspricht, daß die Vollblutzucht in Dtld nicht mehr so ist, wie sie mal war, sondern vor allem vom Ruhm vergangener Tage zehrt, dann machen die Engländer demnächst Kaffeefahrten nach Deutschland. Aber hoffen wir mal auf ein paar gute Pferde, die noch wachsen müssen.

In den USA wurden die Preakness Stakes gelaufen – Sieger war War of Will, der bei der Rempelei im Kentucky-Derby besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde. Beieindruckend war die Aufholjagd von Everfast, der im Rennen teilweise hinter dem Feld lief und mit viel Speed noch Zweiter wurde. Bodeexpress hatte keine Meinung und sptrang mit einem riesigen Satz au der Maschine, den sein Reiter nicht aussitzen konnte und zu Boden ging.

In Paris Auteuil wurde die Grand Steeplechase de Paris gelaufen.Es siegte der siebenjährige Carriacou von Califet aus dem Stall von Mme I Pacault, geritten von Davy Russell und im Besitz des Stalls Mirande souverän mit 9 Längen. Der Prix Marechal Foch, ein traditionsreiches Jagdrennen für die Amateure unter Fegentri-Patronat und damit ein Wertungslauf für die Weltmeisterschaft der Amateure. Der Sieger Dalahst wurde von dem irischen Amateur Tom Hamilton geritten. Allerdings scheint er kein nominierter Reiter zu sein und deswegen gibt es auch eine Weltmeister-Punkte.

Schon gestern sattelte der irische Meistertrainer William Mullins mit dem in Frankreich gezogenen Benie des Dieux seinen fünften Sieger im Grande Course des Haies d’Auteuil. Geritten hat Paul Townend und Besitzer ist Susannah Ricci, die in Irland einen großen Hindernisstall unterhält und in deren Farben auch die Shirocco-Tochter Annie Power gelaufen ist.

In Italien stand das Derby-Italiano auf dem Programm. Sieger wurde der irisch gezogene Rip von Winkle-Sohn Keep on Fly aus dem Stall von A Botti im Besitz von Dioscuri Srl, einer Gesellschaft im Besitz der Familie Botti, und die Plätze zwei und drei wurden ebenfalls von Botti-Pferden gewonnen. Der Premio Presidente Repubblica über 1800m ging an den in England von Ed Walker trainierten Stormy Antarctic mit Frankie Dettori im Sattel.

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