Aufgaben des Direktoriums gem. Rennordnung

Auf allgemeinen Wunsch einer einzelnen Dame der Abschnitt A (Direktorium ) der Rennordnung in der Fassung von 2015.

1. Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. ist eine anerkannte
Züchtervereinigung auf dem Gebiet der Vollblutzucht im Sinne des § 2 Nr. 2 und §§
3 und 4 des Tierzuchtgesetzes vom 21.12.2006 und nach der Verordnung über
Zuchtorganisationen vom 29.04.2009.

2. Das Direktorium hat die deutsche Vollblutzucht zu fördern, im In- und Ausland zu vertreten und die Rennen, welche die von ihm anerkannten Rennvereine als
Leistungsprüfungen der Vollblutzucht veranstalten, zu beaufsichtigen. Ihm obliegt
die Aufsicht über den Totalisatorbetrieb im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

3. Dazu erläßt die Mitgliederversammlung des Direktoriums die Rennordnung, in der für die Gebiete Zucht, Rennen und Wettbetrieb die Vorschriften und
Ausführungsbestimmungen niedergelegt, Pflichten und Rechte des Direktoriums
aufgezeigt, die Aufgaben für Rennleitung und Rechtsorgane bestimmt und Ordnungsmaßnahmen und Verfahrensordnung geregelt sind.

4. Die Rennordnung einschließlich der Richtlinien, Ausführungs- und Besonderen Bestimmungen und die in ihrem Rahmen ergangenen Entscheidungen sind
für jeden, der sich an der Vollblutzucht und am Rennbetrieb beteiligt, verbindlich.

5. Das Direktorium gibt den Wochenrennkalender und den Jahresrennkalender heraus. Die in der Rennordnung vorgeschriebenen Veröffentlichungen erfolgen im Wochenrennkalender.

6. Das Direktorium stellt die Legitimationskarten aus, die zum freien Eintritt
zu den dem Direktorium unterstellten Rennbahnen berechtigen, und erläßt hierzu
eine Ausgabeordnung.

7. Das Direktorium erteilt die Lizenzen für Trainer, Besitzertrainer, Berufsrennreiter und Amateurrennreiter sowie die Reiterlaubnis für Auszubildende.

8. Die Mitgliederversammlung des Direktoriums bestellt die Funktionäre
(Starter, Zielrichter, Ausgleicher) für die Rennbahnen, auf denen Rennen der Klasse
A veranstaltet werden. Es kann die Funktionäre auch für eine Bahn bestimmen, auf
der nur Rennen der Klasse B veranstaltet werden.

9. Die Mitgliederversammlung des Direktoriums bestellt auf die Dauer von
drei Kalenderjahren die Mitglieder der Ausschüsse und Kommissionen sowie des
Ordnungsausschusses, des Renngerichts, des Oberen Renngerichts und des
Schiedsgerichts außer den Vorsitzenden und bestimmt die Reihenfolge ihres Einsatzes.

10. Eine Entscheidung der im Rahmen der Rennordnung gebildeten Organe,
Gerichte und Ausschüsse wird mit Stimmenmehrheit getroffen. Bei Stimmengleichheit ist die Stimme des Vorsitzenden maßgebend. Eine Entscheidung ist, soweit
nicht in der Rennordnung ein Rechtsmittel dagegen vorgesehen ist, endgültig.

11. Die Mitgliederversammlung des Direktoriums setzt die in der Rennordnung vorgesehenen Gebühren und Gelder fest und stellt sie in einer Kostenordnung
zusammen.

12. Das Direktorium ist die Verrechnungsstelle für den gesamten Rennbetrieb.
Hier werden für alle am Renn- und Zuchtbetrieb beteiligten Personen Konten unterhalten. Die Konten werden als Kontokorrentkonten geführt. Jeweils zum Ende eines
Kalenderquartals erfolgt ein Rechnungsabschluß. Die zu diesem Zeitpunkt entstandenen beiderseitigen Ansprüche werden dabei verrechnet. Einwendungen wegen
Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit eines Rechnungsabschlusses müssen innerhalb eines Monats nach Zugang schriftlich erhoben werden. Erfolgt keine Einwendung, gilt dies als Genehmigung. Sämtliche Zahlungen im Renn- und Zuchtbetrieb
sind über diese Konten abzuwickeln. Das Direktorium kann eine eigene Forderung
und eine Forderung eines Rennvereins aus dem Zucht-, Renn- und Trainingsbetrieb
sowie eine Forderung, die sich aus einem Schiedsspruch oder Schiedsvergleich des
Schiedsgerichts ergibt, ohne besondere Anweisung durch Umbuchung verrechnen.
Abtretungen von Rennpreisen, Züchterprämien, Trainerprozenten und Reitgeldern
kçnnen nur nach Verrechnung eventueller Debetsalden bzw. Rennbetriebskosten
vorgenommen werden. Um eine ordnungsgemäße Kontoführung zu gewährleisten,
ist jeder Kontoinhaber verpflichtet, Änderungen des Namens und seiner Anschrift
unverzüglich gegenüber dem Direktorium anzuzeigen. Der Gerichtsstand ist Kçln.
Das Direktorium übt bei der Abrechnung die Funktion einer eigennützigen Treuhand
im Verhältnis zu jedem einzelnen seiner Mitglieder aus, und zwar im Rahmen des
untereinander abzuwickelnden Geschäftsverkehrs auch gegenüber den jeweils anderen Mitgliedern, für die es ebenfalls als Treuhänder tätig wird. Dabei sind die Interessen der Mitglieder so auszuüben, dass diesen kein Nachteil entsteht und somit
auch der Fortbestand des Direktoriums gesichert ist. Die wirtschaftliche Verantwortung für den gesamten Rennbetrieb verbleibt beim jeweiligen Mitglied.

13. Die Mitglieder und Beauftragten des Direktoriums haben Zutritt zu allen
Rennbahnen.

14. Die Haftung des Direktoriums, seiner Organe sowie seiner Funktionäre ist
beschränkt auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

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Schwarze Schafe im Sport

Im Handelsblatt liest man eher weniger über Galopprennen und Vollblutzucht. Aber hin und wieder wird im Rahmen der allgemeinen Berichterstattung auch nebenbei über die die Vollblutzucht berichtet.

So geschehen in der vergangenen Woche, als über den Wirtschaftsdetektiv Medard Fuchsgruber berichtet wurde. Geschäftlich scheint derzeit bei ihm einiges schief zu laufen, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrug und Untreue und auch sonst gibt es Probleme.

In der Vollblutzucht laufen seine Aktivitäten unter dem Decknamen u. A. Gestüt/Stall Lenzenthal. Folgt man die Spuren in der DVR-Datenbank, kommt man aus dem Staunen nicht raus. Enorm viele Stuten, die güst geblieben sind, verfohlt haben und Produkte ohne Nachricht. Von einem geordneten Zuchtbetrieb kann auch bei großem Wohlwollen nicht gesprochen werden.

Aber damit nicht genug. Die Anwohner bemängelten beim Kreisveterinär desöfteren den Futter- und Pflegezustand der Pferde. Man muß da sicher erst mal vorsichtig sein, auch gut gefütterte Vollblüter gelten oft als zu dünn oder unterernährt, weil der Maßstab ein schwere Warmblut ist. Wenn man das den Leuten erklärt, sind sie ziemlich schnell einsichtig und erkennen den Unterschied. Im Gestüt Lenzenthal wurde dann vom Kreisveterinär die mangelnde Sachkunde der Mitarbeiter bemängelt und festgestellt, daß der Eigentümer über eine Solche eben auch nicht verfügt.

Im Dezember hat der Amtstierarzt ein Haltungsverbot ausgesprochen und die Pferde abtransportieren lassen. Angeblich hätten die Tiere unter erheblicher Vernachlässigung gelitten.

Soweit so gut – ein Vollblutzüchter mit güsten Stuten und Nachkommen ohne Nachricht und dann kommt der Amtstierarzt und beendet die Geschichte. Und was hat das Direktorium, die Aufsichtsbehörde des Galopp-Rennsports unternommen?  Kommt das DVR in dem Handelsblatt-Bericht nicht vor, weil man ganz still und leise agiert hat und es deswegen nicht bemerkt wurde oder weil das Handelsblatt nicht weiß, daß es ein DVR gibt, das als Aufsichtsbehörde für Vollblutzucht und Rennen auch für die Überwachung von Zuchtbetrieben zuständig ist oder weil es einfach nichts gemacht hat?  Es kann nicht, wie der Amtstierarzt Pferde beschlagnahmen, aber es kann dies vom Amtstierarzt fordern und ihn bei der Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen.

Aber das DVR hat wohl nichts gemacht. Alles andere wäre ja auch fast schon ein Wunder gewesen!

Handelsblatt

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Doku-Soap über das Gestüt Graditz auf MDR

Eine vierteilige Doku-Soap über das Leben auf dem Gestüt Graditz startet am Samstag im MDR um 18 Uhr.  Es wird sicher nicht primär um den Rennsport und die Vollblutzucht gehen und es ist eben eine Doku-Soap – aber mal reingucken wird sicher kein Fehler sein.


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Ein neuer Dopingfall?

Dank guter Kontrollen und eines stringenten Regelwerks hat es in Deutschland seit langem keinen Doping-Fall gegeben. Das könnte sich aktuell aber leider ändern.

Wie gut informierte Kreise berichten, waren am Montag Vertreter von France Galop in Köln und haben zusammen mit Vertretern des Direktoriums einen Trainingsbetrieb in Köln besucht und dort unter anderem Proben von Futtermitteln genommen und Mitarbeiter des Stalls befragt.

Wie es heißt, geht es um einen Dopingfall in einem französischen Basisrennen vor einigen Tagen. Angeblich handelt es sich um Cobalt-Doping. Cobalt fördert die Bildung von roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind und ähnlich wirkt, wie Erythropoietin (bekannt als Epo) bei den Radsportlern. Allerdings hat Cobalt auch sehr schädliche Nebenwirkungen. Bei zu großer Dosis oder bei zu langer Anwendung besteht ein erhöhtes Risiko von Herzattacken und es soll die Bildung von Tumoren beschleunigen.

Cobalt ist vor einiger Zeit in Australien bei verschiedenen Rennpferden festgestellt worden. Unter anderem bei Pferden von Peter Moody, der vor allem als Trainer von Black Caviar bekannt ist.

Solange keine gesicherten Informationen vorliegen, werde ich auch auf Nachfrage keine Angaben zu dem betroffenen Rennstall machen. Namen in Kommentaren werden gelöscht!!

Update Donnerstag.
Inzwischen hat GOL gemeldet, daß es sich um ein Pferd aus dem Stall von Peter Schiergen handelt. Es wurde ein erhöhter Cobalt-Wert festgestellt, der aber nach Aussage des Trainers zwar über dem Grenzwert liegt, aber nicht leistungssteigernd sei.

Es stellt sich die Frage, warum bei einem derart geringem Wert dann France Galop Mitarbeiter nach Köln entsendet, um den Stall zu inspizieren.

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Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen Manfred Hellwig

Als ich im August 2014 vor ziemlich genau drei Jahren, Manfred Hellwig als Verräter von Frankfurt bezeichnet habe, habe ich mir viel Kritik anhören müssen. Sowohl sachliche als auch teilweise sehr unsachliche Emails habe ich bekommen. Ich hätte mich total im Ton vergriffen und der Begriff des Verräters des Rennsports sei absolut überzogen und durch nichts zu begründen etc. Es ging damals “nur” um eine Auflösungsvereinbarung, die Manfred Hellwig mit der Stadt unterschrieben hatte.

Was damals war, ist im Vergleich zu den aktuellen Vorwürfen geradezu Peanuts. Und heute bleibt mir die traurige Feststellung, daß ich mit meinen Vorwürfen Recht behalten habe – und der Sumpf um die Person von Hellwig noch viel schlimmer und tiefer ist, als damals zu vermuten war.

In der Samstagsausgabe berichtet die Frankfurter Rundschau über umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Manfred Hellwig. Es geht um den Verdacht der Untreue und des Betruges, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen erklärte.

Es wurden Zahlungsansprüche des Rennvereins gegen die Hippodrom GmbH als Besitzgesellschaft nicht geltend gemacht, obwohl der dazu als Präsident des Vereins verpflichtet gewesen sei. Außerdem sollen Spenden an den Verein auf Konten der Hippodrom GmbH weiter geleitet worden. Hellwig war damals sowohl Geschäftsführer-Gesellschafter der Hippodrom GmbH als auch Präsident dies Rennklubs. Der Schaden für den Rennklub soll mindestens 1,1 Mio Euro betragen. Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten und stehen nahezu vor dem Abschluß.

Ich vermute jedoch, daß es am Ende nicht bei einem Betrag von mehr als 1,1 Mio Euro bleiben wird. Die Verträge zwischen Stadt und Hippodrom enthalten bestimmte Auflagen bezüglich der Gewinne der Hippodrom GmbH. Diese dürfen nicht höher sein, als der Gewinn, den ein ordentlicher Kaufmann kalkuliert. Darüber hinaus gehende Gewinne sind an den Rennverein zur Durchführung der Rennen abzuführen. Dabei handelt ses sich aber wahrscheinlich um Fordserungen, die nicht strafrechtlich relevant sind und deswegen auf dem Zivilweg geltend gemacht werden müssen.

Mit anderen Worten, Hellwig hat locker in die Vereinkasse gegriffen und das Geld auf “seine” Hippodrom GmbH umgebucht. Besonders starker Tobak ist die Tatsache, daß er sich in dieser Art auch an Spenden zugunsten des Vereins bedient hat.

Was soll man davon halten? Eigentlich bleibt einem nur noch die Spucke weg, bei so viel Dreistigkeit und Unverschämtheit.

Es bleibt wahrscheinlich trotzdem die Tatsache bestehen, daß nach der Insolvenz des alten Frankfurter Rennclubs ohne das Engagement Hellwigs in Frankfurt erst mal keine Rennen mehr gelaufen worden wären. Aber das Konstrikt mit der Hippodrom GmbH war wahrscheinlich von Anfang an dazu gedacht, möglichst viele Gelder des Rennsports in die Geschäfts- und PRivatkasse von Manfred Hellwig umzuleiten. Ein von langer Hand und sehr grundsätzlicher Angriff des Gestüts- und Rennstallbesitzers gegen den Rennsport in Frankfurt.

Es muß jetzt auch die Frage gestellt werden, ob die seinerzeit eingestellten Ermittlungen gegen Markus Frank und Olaf Cunitz nicht wieder aufgenommen werden müssen. Nicht wegen Untreue gegenüber der Stadt, sondern wegen Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue in Sachen Rennverein und Hippodrom GmbH.

Am Ende hat der Hellwig dann noch mit Bürgermeister Cunitz und Sportdezernent Frank vom Frankfurter Magistrat beim Äppelwoi zusammen gesessen und den Plan ausgetüfftelt, wie man den Rennklub und damit den Galopprennsport am Besten über den Tisch zieht und jeder von den Dreien hat eine gute Schnitte abbekommen. Es ist Sache der Staatsanwaltschaft, das zu beweisen.

Es stellt sich weiterhin die Frage, wie der Rennsport und das Direktorium mit einem Besitzer verfahren, der maßgeblich zum drohenden Verlust der Rennbahn in Frankfurt beigetragen hat und dazu auch betrügerisch gehandelt hat.

Kann man einfach weitermachen nach dem Motto business at usual oder ist es an der Zeit, hier auch eine klare Entscheidung zu treffen. Die Rennordnung gibt dazu nichts her, denn Ziffer 590, Z1 der RO sanktioniert nur die Schädigung des Ansehens des Rennsports nicht aber die Schädigung des Rennsports durch betrügerische Finanztransaktionen.

Aber das DVR könnte an die Vereine eine Empfehlung aussprechen, Manfred Hellwig als Persona non grata zu erklären und Manfred Hellwig Hausverbot zu erteilen. Ob das aber bei der ohnehin angespannten Situation des Rennsports in Deutschland geschehen wird, ist mehr als fraglich. Und ob die Trainer die Pferde vor die Tür stellen, ist bei der finanziellen Situation vieler Trainer ebenfalls fraglich. Den Mumm, den Andreas Wöhler auch wegen seines erstklassigen Standings hatte, als sich ein Besitzer in höchst unflätiger und diskriminierender Art über den Wöhler-Stalljockey geäußert hat, haben leider nur wenige Trainer.

Ansonsten soll jeder selbst entscheiden, wie er Manfred Hellwig in Zukunft auf der Rennbahn begegnet!

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Antrag des Frankfurter Rennklubs wurde vom OLG abgewiesen

Keine guten Nachrichten aus Frankfurt. Das Gericht hat die Klage des Frankfurter Rennklubs abgewiesen und die Revision beim BGH zugelassen.

Jetzt bleibt zu hoffen, daß Vollstreckungsschutz gewährt wird, denn wenn ein Umbau des Geländes erfolgt, hilft auch ein gewonnener Prozeß nicht weiter.

Später mehr!

Update – laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau wird ein Vollstreckungsschutz nicht gewährt. Das ist keine gute Situation.

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Urteil in Frankfurt am 27. Juli

Gestern wurde der Streit um die Rennbahn vor dem OLG erneut verhandelt. Nach übereinstimmender Meinung verschiedener “Prozeßbeobachter” war es ein guter Tag für den Rennklub – aber ob ein Sieg nach Punkten reicht oder ob man einen KO-Sieg hätte erzielen müssen, steht noch in den Sternen. Denn bekanntlich ist man vor Gericht und auf hoher See allein in Gottes Hand.

Im Kern geht es jetzt um die Frage, ob der Vertrag zwischen Rennklub und Hippodrom eine kurze Kündigungsklausel enthält oder eine Kündigung erstmals 2024 möglich ist. Es gibt wohl verschiedene Verträge und da ist die Frage, welcher Vertrag wirksam ist. Auch ist natürlich ein sehr spannendes Thema, ob die Stadt als Gesellschafterin der Hippodrom GmbH mit der Kündigung des Rennklubs nicht gegen die Satzung der Hippodrom verstoßen hat. In den Verträgen steht nämlich etwas von Förderung des Galoppsports in Frankfurt.

Und es gibt viele Nebenkriegsschauplätze – z.B. daß Manfred Hellwig sich an Sponsorengeldern bereichert haben könnte und daß er Zahlungen, die er von der Stadt erhalten hat, an den Rennklub hätte weiterleiten müssen. Dieses kann man aus dem Mietvertrag zwischen Stadt und Hippodrom durchaus ableiten. Angeblich hat Hellwig als Präsident heimlich einen Mietauflösungsvertrag unterschrieben, von dem sein Nachfolger Manfred Louven erst mal keine Kenntnis erhalten hat.

Es ist wohl kein Fehler, wenn man feststellt, daß Manfred Hellwig einerseits viel für den Erhalt der Rennbahn unternommen hat und dazu auch erhebliches an eigenem Geld in die Hand genommen hat, aber daß er auch – und vor allem hintenrum – sehr viel unternommen hat, dem Rennklub und damit dem Rennsport in Frankfurt zu schaden. Erinnert sei noch einmal an die öffentliche Ankündigung im Juni 2015 kurz vor dem Bürgerentscheid, den Vertrag mit der Stadt aufzulösen und dann dieser Ankündigung keine Taten hat folgen lassen.

Die vorsitzende Richterin am OLG monierte in Richtung der Stadt, daß man den Druck, den die Stadt aufbaue, nicht akzeptiere.  Das Verfahren habe eine ganz normale Dauer.
Wie auch immer das Urteil am 27. Juli gesprochen wird – das Verfahren wird erst vor dem BGH entschieden werden. Ob der DFB dann noch Interesse an dem Gelände haben wird?

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Ein erfolgreiches Wochenende für die deutsche Vollblutzucht

Drei wichtige Klassiker wurden dieses Wochenende gelaufen. Oaks und Derby auf den Downs von Epsom und der Prix du Jockey Club in Chantilly.

Die Oaks wurden leicht von der Nathaniel-Tochter Enable aus dem Stall von Khalid Abdullah und trainiert von John Gosden mit fünf Längen vor der Favoritin Rhododendron aus dem O’Brien-Quartier gewonnen. Nathaniel hat mit seinem ersten Dreijährigen-Jahrgang damit direkt einen klassischen Sieger auf der Bahn.

Wahrscheinlich wäre es Enables Besitzer lieber gewesen, wenn ein Frankel-Nachkomme dieses Wochenende einen klassischen Sieger gestellt hätte, aber es hat nicht sollen sein. Chracksman wurde für Frankel immerhin Dritter im Derby.

The Oaks

Daß Aidan O’Brien den Sieger im Epsom-Derby sattelt ist eher die Regel als die Ausnahme. Daß der Sieger dann aber zu verdammt langen Odds gewinnt, ist schon etwas Besonderes. Der Pour Moi-Sohn Wings of Eagles gewann für den Master of Ballydoyle als 40/1 Außenseiter. Seit 1974 Snow White das Derby mit 50/1 gewonnen hat, gab es keine derart langen Odds für einen Sieger im Urmeter des Rennsports mehr. Im Sattel von Wings of Eagles saß Padraig Beggy, ein bisher noch nicht besonders in Erscheinung getretener Nachwuchsreiter. Bisher hatte er gerade eine knappe handvoll Plazierungen in Gruppe-Rennen geritten. Sein größter Erfolg war  ein zweiter Platz in den Moyglare-Stud Stakes auf dem Curragh mit Hydrangea, ebenfalls aus dem O’Brien-Quartier. 2014 war er ein Jahr in Australien tätig und ritt dort mit nettem Erfolg, aber keine großen Sieger.

Auch wenn es schon ziemlich verdünnt ist, führt Wings of Eagles deutsches Blut. Die fünfte Mutter ist die Orsini-Tochter Rosetta II, die in den Farben der Gräfin Batthyany lief und 1968 die Goldene Peitsche und den Prix de la Porte Maillot gewann.

Einige Hoffnungen galten dem Gonbarda-Sohn Dubai Thunder, der sein Debut imponierend gewann. Aber auf der anspruchsvollen Bahn vom Epsom ist es für ein Pferd, das gerade ein Rennen gelaufen ist, mehr als schwierig, nac vorne zu kommen. Man darf auf die weitere Karriere des Dubawi-Sohns sehr gespannt sein, aber das Derby kam für ihn definitiv zu früh.

Derby Stakes

Ein großartiger Erfolg für die deutsche Zucht wurde der am Pfingst-Sonntag gelaufene Prix du Jockey Club. Der Rajsaman-Sohn Brametot gewann für die Besitzergemeinschaft Al Shaqab / G Augustin-Normand vor Waldgeist für die Besitzergemeinschaft Gestüt Ammerland/Newsells Park / Tabor / Magnier.

Nach den französischen Guineas war es der zweite klassische Erfolg für Brametot und theoretisch ist er damit ein Anwärter für die Dreifache Krone. Aber der Prix Royal Oak, das französische St. Leger,  ist seit 1980 für ältere Pferde offen und damit kein Klassiker mehr und die “Dreifache Krone” hat in Frankreich nicht die Bedeutung, die sie in England hat. Zudem ist das Rennen spät im Jahr, Ende Oktober und die guten Dreijährigen laufen dann eher in den Champion Stakes in England über 2000m oder im Breeders Cup als über weite 3000m im Royal Oak.

Es war eine knappe Entscheidung im Jockey-Club und 20m vor der Linie war Waldgeist noch  vor Brametot. Beide Pferde kamen mit viel Speed vom hinteren Drittel und überrollten das Feld. Für Ammerlands Gestütsherrn, Dr. Dietrich v. Bötticher als Haupteigner von Waldgeist ist es natürlich schade, wenn man um einen kurzen Kopf das französische Derby verliert.

Brametots Mutter Morning Light ist von Law Society aus der Mosella gezogen und damit eine Halbschwester zu Monsun. Ein weiteres Beispiel für die erstklassige Arbeit, die Ulrike Castle in Isarland geleistet hat. Wenn die Stadtväter von München mal wahrnehmen würden, welches züchterische Juwel sie vernichtet haben. Aber wahrscheinlich würde es sich nicht interessieren, auch wenn man es Ihnen unter die Nase hält.

Waldgeist stammt aus der Ravensberger Erfolgsfamilie der Waldrun. Seine Mutter Waldlerche lief für das Gestüt Bernried erst in Frankreich und gewann dort den zur Gruppe 3 zählenden Prix Penelope. Später im Jahr wurde sie in Deutschland von Simon Stokes trainiert und wurde Zweite im Nereide-Rennen in München. Waldgeist ist ihr Erstling.

Be My Sheriff, der für Nadine Siepmann von Miroslav Rulec gesattelt wurde, hatte ohnehin einen schweren Stand und lief nach deutscher Rechnung rund 20-30 kg gegen das Handicap  und kam als Neunter über die Linie. Allerdings nur 5 1/2 Längen hinter dem Sieger und das ist dann wieder eine sehr beachtliche Form, auch wenn er kein Geld mit nach Hause gebracht hat.

Prix du Jockey Club

In Japan gewann Weiser als erster Starter überhaupt für den Monsun-Sohn Novellist direkt sein Debut. Man darf gespannt sein, wie die Novellist-Nachkommen sich der weitere Saison schlagen werden. Nach diesem Einstand nach Maß dürfte der Anspruch an die Novellist-Starter nicht gerade klein sein.

Weiser in Japan

Und einen weiterer Erfolg für ein kleineres Zuchtunternehmen sei an dieser Stelle noch erwähnt. Die von Claudia Löseken gezogene Linngari-Tochtger Kanji gewann als Favoritin das Hoppegartener Auktionsrennen für den Stall Dipoli. Für das junge Zuchtunternehmen von Claudia Löseken und Matthias Tamrat, die ihre Pferde unter Stall proclamat vermarkten, war es der erste bessere Erfolg. Inzwischen hat man vier Stuten, die entweder zu Hause im Westerwald oder im Gestüt Etzean im Odenwald stehen.

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Novellists erster Starter und erster Sieger

Einen Einstand nach Maß hat Novellist in der japanischen Zucht. WEISER war am Pfingst-Sonntag sein erster Starter überhaupt und auch direkt sein erster Sieger!

Das Rennen ging über 1400m und gewonnen wurde in 1:21,9, also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 60 km/h. Eine erstaunliche Leistung für einen Zweijährigen so früh im Jahr.

Mit einer halben Länge gewann der Hengst in den Farben der U.Carrot Farm mit der Nummer 10 als zweiter Favorit sein Debut.

Der Rennfilm

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Von Bayern lernen, heißt Siegen lernen.

Bayern ist nicht nur einer der besten Wirtschaftsstandorte in Deutschland (ich weiß, daß ich aus Hamburg Widerspruch bekommen werde), sondern auch im Fußball ein Top-Standort. Auch als ausgewiesener Fußball-Laie weiß ich, daß kein Verein in Deutschland annähernd so erfolgreich ist, wie die Bayern aus München.

Und Bayern kümmert sich um die Jugend, um Nachwuchsförderung und hat dazu eine Talent-Schmiede den FC Bayern Campus gebaut. Stolze 70 Mio kostet das Projekt und soll diesen August fertig sein.

So ein Ding will der DFB ja auch bauen. Aber im Unterschied zu den Bayern will der DFB seine Akademie partout auf dem Gelände errichten, auf dem seit über 150 Jahren eine andere Sportart zu Hause ist. Und obwohl es Widerstand gibt, beharrt der DFB auf die Vertragserfüllung. Respekt vor anderen Sportarten ist in Frankfurt eben fremd. In Frankfurt und den umliegenden Dörfern gab es ja auch nur dieses eine Grundstück, das für den DFB gut genug war oder ist.

Glückwunsch an die Bayern zum neuen Fußball Campus und der DFB wird hoffentlich sein Fett noch richtig weg bekommen!

Der FC Bayern Campus

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