Kazzio gewinnt den Gran Premio Merano – drei Deutsche vorne

Der letzte deutsche Sieger im Gran Premio Merano war 2005 Rosenbrief im Besitz von Frau Dr. A. Grimminger, trainiert von Baron Christian v. d. Recke und geritten von dem französischen Amateur Thierry Steeger. Seitdem gab es einige Plazierungen, aber ein voller Erfolg wollte nicht gelingen.

In den letzten Jahren waren vor allem die Tschechen und da besonders Josef Vana Senior und Junior dominierend in dem wichtigsten Hindernisrennen Italiens. 2013 und 2014 gewann der polnische Lando-Enkel Alpha Two für das Vana-Team. Vana Senior als Trainer und Vana Junior im Sattel.

Kazzio war mit erstklassigen Referenzen aus der “Deutschen Provinz” angereist. Er gewann die Seejagdrennen von Hamburg, Bad Harzburg und Quakenbrück und war im August Zweiter in der ING Grote Steeple-Chase van Vlaanderen im belgischen Waregem.
Toto-Favoriten waren in diesem Jahr die vom französischen Meistertrainer Guilleaume Macaire vorbereiteten Pferde, die beide aus deutscher Zucht stammten. Nach dem Start ging Kauto Sweety früh nach vorne und galoppierte einige Längen vor dem Feld. Kazzio war eher unsichtbar im Mittelfeld auf der Reise. Rund 1000 Meter vor dem Ziel mußte Kauto Sweety seinem hohen Tempo dann aber endgültig Tribut zollen und wurde nach hinten durchgereicht. Dafür kamen die aus Frankreich entsandten Sholokhov-Söhne Marinas aus Etzeaner Zucht und Ole Companero aus der Zucht von Michael Herrmann und Kazzio immer besser ins Bild.

Am Ende gewann Kazzio mit Cevin Chan im Sattel sicher mit 1 1/4 Längen vor dem französischen Duo und holte nach 10 Jahren den Gran Premio Merano wieder nach Deutschland. Für das Team mit Pavel Vovcenko, Cevin Chan und natürlich dem Besitzer Bernd Huckschlag war es der größte Erfolg über die schweren Sprünge überhaupt.

Für die deutsche Zucht war es ein totaler Triumpf, denn die ersten drei Pferde sind in Deutschland gezogen, Frolon als Vierter hat mit Lavirco einen deutschen Vater. Fünfter wurde der von dem früheren Amateurrennreiter Alex Traber trainierte Nando.

Gran Premio Merano – Kazzio

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Ein schöner Tag für Turfdeutschland

Im belgischen Waregem wird Kazzio aus der Zoppenbroicher Königsstuhl-Familie, trainiert von Pavel  Vovcenko mit Cevin Chan im Sattel Zweiter in der Grote Steeple-Chase van Vlaandern. Der Ausflug ins Nachbarland war mit 20.000 EUR honoriert. Auch wenn wir in Deutschland kaum noch Hindernisrennen haben, brauchen sich die deutschen Steepler nicht zu verstecken

In Auteuil gewinnen am ersten Renntag nach der Sommerpause Descartes (v. Sholokhov) aus der Zucht von Brigitta und Bernhard Matusche ein Listenrennen auf der Hürdenbahn. Wenn der französische Meistertrainer G. Macaire einen Hürdendebutanten in einem Listenrennen aufbietet, muß er  eine ziemlich gute Meinung von dem Pferd haben! Direkt anschließend gewinnt Thea (v. Sholokhov) aus Etzeaner Zucht ein Konditions-Hürdenrennen für Vierjährige. Ein Laveron-Sohn wird noch Dritter. Im abschließenden Hürdenrennen für vierjährige Stuten gewinnt eine in Frankreich gezogene Network-Tochter und zwischendrin wurde ein Sommertag-Sohn Dritter in einem Jagdrennen für Vierjährige.

Nancy war schon fast in deutscher Hand. Im ersten Rennen gewann Mario Hofer vor Sascha Smrczek, im zweiten Rennen wird Sascha Smrczek Dritter und Mario Hofer Fünfter, das Tierce-Rennen gewann Sascha Smrczek vor Hella Sauer, im Vierten siegte Dieter Ronge vor Claudia Barsig, im Fünften siegte Waldemar Hickst, Conny Brandstätter wurde Dritte, im Sechsten wurde Markus Klug Zweiter vor Henk Greve, im Siebten siegte Waldemar Hickst, Sascha Smrczek wurde Dritter und im letzten Rennen wurde Hella Sauer Dritte, Hans Blume Vierter. Okay Nantes ist eher eine Provinzbahn und es war Nützlichkeitssport, aus züchterischer Sicht soll man das mal nicht zu hoch bewerten. Aber die Deutschen haben viel Geld mit nach Hause gebracht.

In Deutschland war rennfrei – aber wo sollen auch die Starter herkommen, wenn die Pferde alle im Ausland laufen und selbst die Paradebahn Baden Baden kann den französischen Provinzbahnen finanziell kaum etwas entgegen setzen. Wenn das Management der deutschen Rennsport AG auch so erfolgreich arbeiten würde, wie Züchter und Trainer sähe das vielleicht anders aus.

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Gewinnt American Pharoah auch den vierten Stern?

Gewinnt American Pharoah auch den vierten Stern? Ein Dutzend Pferde haben die amerikanische Triple-Crown bisher gewonnen. Zuletzt American Pharoah – er ist der aktuelle Titelhalter. Nur bei seinem Debut patzte American Pharoah, danach gestaltete er jedes Rennen zu einem Sieg.

Der nächste Start des Ausnahmegaloppers ist dieses Wochenende in den Travers Stakes auf der Rennbahn von Saratoga über 1 1/4 Meilen (2011m). Die drei Rennen der Triple-Crown sind in Amerika dicht gedrängt von Anfang Mai bis Ende Juni und die Travers Stakes sind so etwas wie das St. Leger in Europa. Die Pferde sollen beweisen, daß sie nach der anstrengenden Saison noch fit and well sind.

Die Travers Stakes wurden von vielen großen und großartigen Pferden gewonnen. Aber erst einmal in weit über 100 Jahren hat ein Triple-Crown-Sieger, nämlich Whirlway 1941, auch die Travers Stakes gewonnen. Sollte American Pharoah dies am Samstag auch gelingen, hätte er endgültig Geschichte geschrieben und mit Erfolg nach den Sternen gegriffen!

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Galopprennen und Marketing

Ein “Matchrace” steht an, zwar nicht wie damals zwischen War Admiral und Seabiscuit, sondern eins zwischen zwei Pferden, die irgendwo um die 70 kg GAG haben. Die Fachwelt diskutiert um den Wert dieses Rennens, die Medien berichten darüber und die Fachwelt wundert sich.

Ein kleiner Ausflug in eine etwas ältere Geschichte aus der Welt des Marketings. Als Microsoft noch eine kleine Firma war, aber mit DOS schon Geld verdient hatte, kaufte man sich einen Marketingmanager ein, der zuvor seine Brötchen in der Kosmetik-Welt verdient hat. Er erklärte  Bill Gates und den anderen Microsofties die Welt des Marketings am Beispiel einer Handcreme. Was ist der Unterschied zwischen Vaseline und einer hochwertigen Handcreme? Nicht viel, wußte der Marketing-Experte zu berichten, außer ein paar Duftstoffen, die auch die Konsistenz verändern, ist in einer hochwertigen Creme nicht viel mehr drin als eben Vaseline. Der Unterschied ist die Verpackung und das Marketing. Wie mache ich aus einem einfachen Produkt einen begehrenswerten Artikel, den jeder kaufen will?

Im Hause Microsoft hatte man damals mit der Entwicklung von Windows angefangen. Version 1.0 hielt man für marktreif. Was auch immer das bei Microsoft in Bezug auf Qualität und Funktionsfähigkeit des Produkts heißen mag, soll jetzt mal außen vor bleiben. Für die Programmierer hieß das Produkt Interface-Manager, was sie als sachlich richtige Bezeichnung der neuen Software sahen. Vom Namen müsse man ja schließlich auch auf die Funktionen des Produkts schließen können.

Es muß den Marketing-Mann einige Mühen gekostet haben, aus dem sperrigen und für die Allgemeinheit unverständlichen Namen “Interface Manager” den leicht zu verstehenden Begriff “Windows” zu machen. Man klickt auf ein Symbol und in einem neuen Fenster geht ein neues Programm auf.  Eigentlich ganz logisch, aber nicht für Software-Entwickler, denn die sahen erst mal den Schnittstellen-Manager im Vordergrund. Was Schnittstellen sind, soll jetzt auch mal egal sein.

Der Rest der Windowsgeschichte dürfte allgemein bekannt sein und wer sie nicht kennt, kann sie im Internet nachlesen.  Es kann wohl als ziemlich sicher gelten, daß ein Interface-Manager es niemals zu der Popularität des sprachlich wohlklingenderem und eingängigen Windows geschafft hätte.

Was hat das mit dem Matchrace zu Hoppegarten im speziellem und dem Galopprennsport im Allgemeinen zu tun? Der Galoppsport ist für Außenstehende nicht direkt zu verstehen. Ausgleichsrennen, Altersgewichtsrennen, Gruppe-Rennen, Steher, Flieger, Meiler, Handicapper, Erlaubnisreiter und was da sonst noch alles für Fachbegriffe durch die Welt fliegen. Alles richtig, versteht aber kaum einer, der nicht regelmäßig dabei ist.
Aber Matchrace, das versteht fast jeder, auch wenn man der englischen Sprache sonst nicht so mächtig ist.

Die Komplexität des Galoppsorts hat einen guten Grund und ist historisch gewachsen und man kann und darf sie natürlich nicht abschaffen, weil es aus Marketingsicht vielleicht einfacher wäre.

Aber man soll eben den Ball aufnehmen, wenn er von zwei “positiv” Verrückten wie  Guido Hermann Schmitt und Christian Sundermann ins rollen gebracht wird. Es ist kontraproduktiv, wenn man so ein “Event” ignoriert, weil der sportliche Wert fehlt. Auch jeder Leistungssport braucht hin und wieder mal Gaudi, damit er interessant ist und darüber berichtet.

Gamgoom (Schmitt) und Ach was (Sundermann) laufen über 1200m auf der Hoppegartener Geraden Bahn gegeneinander. 7.000 EUR bekommt der Sieger, der das Geld an die Jockeyschule stiften muß. Es geht also um Ruhm und Ehre in diesem Rennen. Und es geht um ein Wettrennen, bei dem vielleicht ein paar mehr mitfiebern, die noch nicht auf der Rennbahn waren. “Meiner ist schneller als Deiner, Wetten?” ist schließlich einer der Wurzeln des Galopprennsports.

Ob man nun die Schlagzeile der Bild-Zeitung für gut hält oder nicht, ist auch nicht so wichtig. Es steht ein recht ausführlicher Artikel in einer auflagenstarken Zeitung über das Rennen – natürlich mit den bild-typischen Fehlern und Übertreibungen, aber das ist eben so bei der Bild-Zeitung. Das ist nicht nur bei Pferderennen so, das ist bei denen immer so. Die Schlagzeile ist alles, der Artikel nur schmückendes Beiwerk Wenn die Bild-Zeitung das Interesse für den Sport entdeckt hat und der Bild-Leser mehr über Pferderennen und Toto-Wetten wissen will, dann wird auch mal ein Redakteur zur Fortbildung geschickt. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Matchrace ist wie Windows, Altersgewichtsrennen ist das Pendant zum Interface-Manager.

Wenn man dann die Leute auf die Bahn gelockt hat und es Ihnen gefallen hat, werden sie sich auch mit der Zeit mit den Begrifflichkeiten des Rennsports vertraut machen Nicht heute und nicht morgen, aber demnächst und irgendwann muß man ja mal anfangen.

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Gastbeitrag: Ein Statement von ProRennbahn nach der Wahl

Liebe Mitstreiter und Unterstützer unseres Anliegens „Rennbahnerhalt”,

allen, die uns aktiv durch spontanes Flyerverteilen, Plakateaufhängen, Infostände, Info-Austausch, Materialtransporte und Spenden unterstützten sowie uns als Internet“kämpfer”, als Multiplikatoren mit aufklärerischer Arbeit, aufmunternden Anrufen und Mails ermutigten, möchten wir für diese oft notwendig gewordenen Motivationen sehr herzlich danken. Auch bei den Parteien, Institutionen, Initiativen und Vereinen, die uns in unseren Bemühungen, den bereits existierenden „Bürger“park Rennbahngelände zu erhalten, aktiv begleiteten, bedankt sich die Initiative Pro Rennbahn ganz besonders.

Erstaunlicherweise haben wir, die 2 “elitären Minoritätenvereine mit exklusiven Partikularinteressen” (Zitate der CDU, Grünen), eine deutliche Mehrheit gegenüber dem Fußballgiganten DFB mit seinen 90 Fußballvereinen in Frankfurt erzielt. Die Zustimmung für eine Akademie in der Bevölkerung, auf die die Stadt sich jetzt stolz beruft, ist, sachlich gesehen, angesichts des Wahlergebnisses nicht vorhanden. Das Akademie-Projekt hat die Bürger offensichtlich nicht sonderlich interessiert, geschweige denn mobilisiert.
So erscheint auch die im Vorfeld vom DFB in Auftrag gegebene Forsa-Studie leider in einem neuen „sachlich“ fragwürdigen Licht. Sandrock, Köttker (DFB, Internet; FR, 21.6.15): “Es freut uns deshalb umso mehr, dass so viele Bürger unserer sachlichen, seriösen und transparenten Informationslinie … gefolgt sind.” Laut dieser Umfrage befürworteten 83% der Niederräder Bürger das Leuchtturmprojekt. Die Wahlergebnisse in Niederrad und Sachsenhausen zeigen jedoch, dass die beiden Stadtteile sich mit bis zu 79% der Wähler (Briefwahl) und 77% (Wahllokal) für den Erhalt der Rennbahn aussprachen. Wen hat der DFB in diesen Stadtteilen befragen lassen…..?

Ein ähnlich negatives Ergebnis zeigt sich damit auch für den Bürgerpark, der in einer während der letzten Woche schnell vom DFB nachgeschobenen Forsa-Untersuchung angeblich bei 77% der Frankfurter Bevölkerung Anklang fand und für „Sehr gut“ befunden wurde. Die tatsächlich sachlichen Zahlen des Wahlergebnisses sprechen eine andere Sprache. Das hinterlässt ein unsachliches manipuliertes Geschmäckle, das dem Fair-Play-Propagandisten im Nachklapp nicht gut zu Gesicht steht.

Es war die Standortfrage, die zum Protest der Frankfurter Bürger führte, nicht der Bau eines Leistungszentrums. Die Informationspolitik der Allianz Stadt Frankfurt und Investor verschwieg diese Tatsache (absichtlich) in den Umfragen und in der Öffentlichkeit und dies führte letztendlich zu einer von der Initiative nicht gewünschten Konfrontation dreier Sportarten nach dem Prinzip „entweder/oder.”

Wir trösten uns damit, dass wir unter den derzeit gültigen Regularien eines Bürgerentscheids in Bayern erfolgreich gewesen wären, drücken den in den Startlöchern sitzenden Bürgerinitiativen in Frankfurt die Daumen für ein erfolgreiches Bürgerbegehren, wünschen Hessen ein in absehbarer Zeit gesenktes demokratischeres Quorum und werden mit Interesse die weiteren Galoppsprünge und Abschläge auf dem Rennbahnareal, die nicht mehr in unseren Händen liegen, in der Presse verfolgen

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Der neue Bürgerpark von Frankfurt – nicht finanzierbar!

DFB und Magistrat in Frankfurt werden nicht müde, diesen ominösen Bürgerpark auf dem Rennbahngelände als Gewinn für Frankfurt zu bezeichnen. Oliver Bierhoff vom DFB erwähnt diesen als erstes auf die Frage, was denn die Frankfurter für einen Vorteil von der Akademie habe. Die Akademie ist also kein Vorteil für die Bürger, sondern einzig der Bürgerpark. Endlich sagt der Bierhoff mal die Wahrheit: Die Akademie hat nämlich nur Nachteile für den Bürger!

Die Fraktion der Bürger für Frankfurt (BFF) haben zu diesem Bürgerpark noch ein paar mehr Anmerkungen auf Ihrer Webseite gemacht. Z. B. Wird festegellt, daß die derzeitigen Grünflächen nicht mehr gepflegt werden können, weil kein Geld zur Verfügung steht. Wie soll dann der Park angelegt und vor allem, wie soll er dann später bewirtschaftet werden? Es geht immerhin um eine Fläche von 18 ha oder 180.000 qm!

Fragen, auf die der Magistrat keine Antwort geben kann oder geben will!

Die vollständige Pressemitteilung der BFF

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Wählen gehen ist in Frankfurt erste Bürgerpflicht

In Deutschland wird Wahlmüdigkeit gelebt. Man ist desillusioniert von der Politik und den Politikern. Es gewinnt trotzdem, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Dieses mal ist es anders, es gewinnt nicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen-. Um zu gewinnen, um die Rennbahn zu erhalten müssen bei der Abstimmungen mindestens 25% der wahlberechtigten Frankfurter für den Erhalt der Rennbahn stimmen. Rund 125.000 Stimmen sind erforderlich. Mehr, als OB Feldmann bei der Wahl erhalten hat. Wer nicht wählt, wählt den DFB und seine “Akademie”!

Für die Unentschlossenen ein paar Fakten zur Entscheidung.

- Der Akteneinsichtsausschuß hat festgestellt, daß nicht wie angegeben 22 Standorte geprüft wurden, sondern tatsächlich nur fünf Standorte. Die Stadtverordneten-Versammlung hat als auf vollkommen falschen Informationen einen Beschluß gefaßt. Man könnte auch sagen, sie ist hinters Licht geführt worden.

- Der Bund der Steuerzahler kritisiert das Projekt als Geschenk an den DFB.

- Der NABU krtisiert das Projekt ebenso wie Professor Till Behrens, dem Vordenker des Frankfurter Grüngürtels.

- Entgegen der dauernden Behauptung von Politik und DFB ist die Rennbahn ein täglich offenes Gelände, das Jedermann zugänglich ist. Außerhalb der Renntage besuchen rund 60.000 Frankfurter das Gelände jährlich.

- Der immer wieder beschworene Bürgerpark steht unter Finanzierungsvorbehalt. Die Stadt ist klamm und deswegen wird er wohl erst “irgendwann” realisiert werden.

- Die Stadt macht schon jetzt ein Minusgeschäft. Die zu erwartenden Abfindungen für Golf und Hippodrom GmbH  übersteigen die Erbpacht des DFB schon jetzt. Dazu ergeben sich aus den verschiedenen Verträgen noch Zahlungsverpflchtungen in noch nicht bekannter Höhe für die Stadt.

- Sport heißt Vielfalt – und nicht immer nur Fußball.  Leider hat der Fußball offensichtlich keinen Respekt vor anderen Sportarten.

Wer die Rennbahn als offenes Gelände erhalten will, muß wählen gehen und mit JA stimmen. Wer nicht wählt, wählt den DFB. Wer seine Wahlbenachrichtigung verlegt hat, kann mit dem Personalausweis in sein Wahllokal gehen und seine Stimme abgeben!

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50 Royal Ascot Sieger für Frankie Dettori

Am Mittwoch hat Frankie Dettori mit Osaila seinen 50. Sieger beim königlichen Meeting von Royal Ascot geritten. Eine Zahl, die nur wenige Jockeys erreichen. Herzlichen Glückwunsch!!

Sein erster Sieger war 1990 Markofdistinction im Besitz von Gerald Leigh, trainiert vom in England arbeitenden Luca Cumani. Für die Queen war er 1995 mit Phantom Gold in den Ribblesdale Stakes erfolgreich.  Die Hälfte der Siege konnte er für Godolphin verbuchen und diese mit nur einer Ausnahme unter der Ägide von Saeed bin Suroor
Der sympathische, längst in England angekommene Italiener erlebt nach einem auch verletzungsbedingten Formtief wieder eine ganz große Zeit im Sattel –  hoffentlich kann er noch lange reiten!

dettori_50_asc PDF Datei mit allen Dettori-Siegen in Royal Ascot

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Das Hotel, die Rennbahn und der Fußball

Es ist einige Jahre her, da hat eine chinesischer Investor ein kleines Stück der Frankfurter Rennbahn gekauft, dort wo früher die Artur und Carl von Weinberg-Ställe standen. Es waren nüchterne Zweckbauten, aber der Name war es, der sie groß schienen ließ. Erinnerten sie doch an die Herren Dr. Arthur und Carl von Weinberg, die zum Ende des 19. Jahrhunderts zu großen Unternehmern in der Mainmetropole aufsteigen sollten, vom Kaiser das Adelsprädikat verliehen bekamen und die dazu noch große Mäzene Frankfurts waren – fast die Hälfte des Stiftungskapitals der neu zu gründenden Universität gaben die Weinbergs damals – und sie waren passionierte Reiter und Vollblutleute und sie verhalfen dem Galoppsport in Frankfurt zu großer Bedeutung!

Aber der Rennverein brauchte Geld und da bot sich der Verkauf dieser Ecke für ein Hotel an und die Chinesen kauften. Ein Filetgrundstück in perfekter Lage, mit einem großen Garten, der Rennbahn und darinnen einem schönen Golfplatz. Perfekt für die gehobene Geschäftskundschaft. Nach anstregenden Besprechungen bei einer Runde Golf entspannen oder mit Geschäftsfreunden bei einer Partie Golf noch ein paar Details über das Projekt in lockerer Atmosphäre zu besprechen. Gute Geschäfte werden schließlich  auf dem Golfplatz und nicht Verhandlungstisch beschlossen. Hotel mit Golfplatz mitten in der City – besser kann es ein Hotel nicht treffen und deswegen war man auch bereit, einen stattlichen Preis zu zahlen. Mehr als 800 Euro gab man für einen Quadratmeter.

Aber erst einmal tat sich erst mal gar nichts. Statt chinesischer Betriebsamkeit war erst mal über allen Wipfeln ruh’.  Eine dürre Wiese fand der Besucher statt einer belebten Baustelle und das ging so Jahr über Jahr.

Aber jetzt wird gebaut, jetzt herrscht emsige Betriebsamkeit auf dem Grundstück und zum Jahresende soll Eröffnung sein.  Man darf gespannt sein, wie sich das europäisch-chinesische Haus präsentieren wird.  Eigentlich ein Grund zur Freude, sollte man vermuten – wenn da nicht der DFB und die Begehrlichkeiten wären.

Der will auf dem Grundstück von Rennbahn und Golfplatz eine Fußball-Akademie errichten und weil es so praktisch ist, zieht dann gleich die ganze Verwaltung des Hundert_Millionen-Euro-Konzerns auf das Gelände um, aber über den Verwaltungssitz wird kaum gesprochen, immer wird die Akademie betont.

Die Rennbahn, der Golfplatz sollen dieser wundersamen Akademie weichen 150 Jahre Sportgeschichte in Frankfurt werden dann einfach mal so platt gemacht.

Und die Chinesen und das Hotel haben dann keinen schönen Garten mit Golfanlage mehr. Staat morgens einen Blick in die Natur zu werfen und die Vollblüter bei der Morgenarbeit zu erleben, guckt man auf den Verwaltungspalast des DFB. Vielleicht kann man dem Don Niersbach auf dem Schreibtisch gucken und sehen, wie er mit seinem Freund Don Blatter die Reorganisation der Fifa nicht voran treibt. Trübe Aussichten sind das, im präzisen Sinne des Wortes, denn wer will sich vom Niersbach schon morgens das Frühstück verderben lassen.

Und dann noch dieser Vorzugspreis für den reichsten Sportverband der Welt – nur rund 6% (sechs Prozent) von dem was einst die Chinesen bezahlten, muß der DFB-Boss hinblättern.  Ein Filet-Stück zum Preis eines Frankfurter Würstchens von der Freibank.

Die chinesischen Hoteliers haben – man verzeihe meine Wortwahl – die dreifache  Arschkarte gezogen. Nicht nur, daß sie nur noch ein Schnitzel statt eines Filets bekommen, der direkte Nachbar bekommt das Filet-Stück noch viel billiger und wenn man gerade Eröffnung gefeiert hat, bekommt man erst mal den Baukran vor die Fenster gesetzt.

Da möchte man doch meinen, daß die Chinesen vor Wut rot anlaufen und nach Recht rufen. Aber aus der Umgebung war zu vernehmen, daß man nicht gedenkt, sich in der Angelegenheit zu streiten.

Also ich wäre zum Rumpelstilzchen geworden, ich hätte vor Wut ein Loch in den Boden gestampft – aber nicht um darin zu verschwinden, sondern um den Olaf und den Markus und den Wolfgang und den Peter und den Micha und noch ein paar andere drin verschwinden zu lassen. Denn dann wär’ wieder ruh’ über Frankfurts Wipfeln und Hotel, Golf und Galopp könnten an diesem Standort eine wunderbare und erfolgreiche Gemeinschaft bilden!

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Akteneinsicht in Frankfurt

Wolfgang Hübner von den Bürgern für Frankfurt ist Mitglied des Akteneinsichtausschusses für das DFB-Zentrum auf der Rennbahn. Hier sein Protokoll mit dem Ergebnis.

Protokoll des Akteneinsichtausschuß


Wem der Text zu lang ist, hier die Original-Zusammenfassung aus dem Protokoll

1. Die Auswahl der Rennbahn als geplanten künftigen Standort für den DFB-Komplex ist nicht aufgrund sachlich überzeugender Fakten erfolgt, sondern als Folge nicht transparenter politischer Entscheidungen im Magistrat.

2. Frankfurt befand und befindet sich in keinem Standortwettbewerb um den DFBKomplex mit anderen Städten, weil der DFB nach eigenen Angaben nie einen anderen Standort ins Auge gefasst hatte und das auch nicht tun will.

3. Es gab und gibt im Stadtgebiet Frankfurts geeignete alternative Standorte, die zum Teil überhaupt nicht näher geprüft, zum Teil aus nicht überzeugenden Gründen aussortiert wurden.

4. Die Rennbahn ist weder aus ökonomischen, ökologischen noch stadtplanerischen Erwägungen die beste, geschweige denn die einzige geeignete Fläche für den geplanten DFB-Komplex in Frankfurt.

5. „Mit der Aufgabe der Rennbahn wäre der Verlust einer traditionsreichen und landesweit einmaligen Sport- und Freizeitattraktion verbunden, die für breite Bevölkerungsschichten sowohl im Alltag wie auch anlässlich von sportlichen und anderen Darbietungen erlebbar ist.“ (Zitat aus einer internen Stellungnahme des Stadtplanungsamtes)

6. Das Gelände des geplanten DFB-Komplexes – wo immer es auch entstehen wird – kann aus mehrfachen Gründen nicht so öffentlich zugänglich sein wie die Rennbahn. Es muss und wird deshalb wirksam von der Außenwelt mit abgrenzenden Einrichtungen ausgestattet.

7. Der geplante „Bürgerpark“ entstammt keinem Bedürfnis oder Verlangen der Bürger, sondern ist einzig das Projekt eines politischen Willens, der dem Verlust des Großteils der Fläche der Rennbahn mehr Akzeptanz bei den Bürgern verschaffen soll.

8. Die Akteneinsicht vermittelt keinerlei Klarheit über die Kontaktaufnahme zwischen dem Magistrat und der Frankfurter Hippodrom GmbH zwecks Beendigung des Vertragsverhältnisses und Übereignung der Gesellschafteranteile. Weder kann 14 nachvollzogen werden, welche Seite die Initiative dazu ergriffen hat noch wann das geschah. Das zu wissen, ist für das Verständnis der weiteren Entwicklung von unverzichtbarer Bedeutung.

9. Zwischen der Stadt, insbesondere dessen Grünflächenamt, und der Frankfurter Hippodrom GmbH des Herrn Hellwig gab es jahrelange Auseinandersetzungen um Natureingriffe und finanzielle Forderungen, die eine Vertragskündigung seitens der Stadt in den Jahren 2012 und 2013 ermöglicht, wenn nicht sogar notwendig gemacht hätten. Die zur Einsicht vorgelegten Akten geben keinen Aufschluss darüber, warum das nicht geschehen ist und wer aus welchen Gründen daran interessiert war.

10. Das Revisionsamt der Stadt Frankfurt hat die finanziellen Konditionen des Erbbaupachtvertrages mit dem DFB kritisiert. Es gibt keine nachvollziehbare Begründung, warum der DFB das Gelände für 46 Euro/qm bekommen soll, der Bodenrichtwert für mit Baurecht ausgestattetes Land im Bereich der Rennbahn aber bei 500 Euro liegt und 2006 im Pachtvertrag der Stadt mit der Huarong-Gruppe für das Hotel direkt an der Rennbahn gar 859 Euro/qm ausbedungen wurden.

11. Eine städtische finanzielle Förderung des Renn-Klubs erfolgte letztmalig im Frühjahr 2013 mit einem Betrag von 12.700 Euro. Von einem „Fass ohne Boden“ kann zumindest in den letzten Jahren und der Gegenwart keine Rede sein. Solche Behauptungen entsprechen nicht den Realitäten, sondern verfälschen sie.

12. Alle vorherigen direkten oder indirekten städtischen Subventionierungen der Rennbahn bzw. des Renn-Klubs waren demokratisch legitimiert und wurden von Mehrheiten der Stadtverordneten und/oder des Magistrats beschlossen.

Stadtverordneter Wolfgang Hübner, Mitglied des Akteneinsichtsausschusses

Frankfurt, 7. Juni 2015

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