„National Rachael“ hängt die Stiefel an den Nagel.

Die Grand National polarisiert – die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Aber auch die, die sie hassen, können sich einer gewissen Faszination nicht entziehen und wer von den Aktiven würde nicht gerne mal im Führring oder noch lieber in der Winners Enclosure stehen, weil man einen Starter oder gar einen Sieger in dem berühmtesten Rennen der Welt hat.

Viele, sehr viele Reiter träumen davon, einmal den großen Kurs in Aintree zu reiten. Und dieser Traum wurde einst mit keiner Geringeren als der ebenso weltberühmten Elizabeth Taylor verfilmt. Ein rührender Familienfilm, der 1944 in die Kinos kam, als Europa im Krieg versank, tat so ein Rührstück den geschundenen Seelen gut.

Einmal in einer Dekade wird der Film im TV gezeigt – ein Rührstück das man immer gerne wieder ansieht und sich über die geschrumpften Hindernisse amüsiert, über die Velvet ihren Pie trainiert. Über die Unstimmigkeiten aus renntechnischer Sicht guckt man da gerne hinweg.

Aber vom Film zurück in die Realität. In den angelsächsischen Ländern war man sehr restriktiv, was Frauen im Rennsattel betrifft. Eine Gräfin Lata Brandis, die 1937 die große Pardubitzer mit der Stute Norma gewann, wäre in England nicht möglich gewesen. Frauen durften nicht trainieren und schon gar nicht in den Sattel steigen. In den USA wollte man Kathryn Kusner in den 70ern eine Jockey-Lizenz mit der Begründung verweigern, daß sie die Pferde ja nicht richtig festhalten könne und das im Rennen eine Gefahr für die anderen Reiter sei. Kusner war Olympiareiterin 1964, 1968 und Medaillengewinnerin 1972.

Von „National Velvet“ zu „National Rachael“ sollten dann noch einmal 77 Jahre vergehen und es gab noch viele Hindernisse zu überwinden, um das Filmmärchen wahr werden zu lassen. Es war nicht ein einziger Kraftakt, es waren viele kleine Schritte auf dem Weg zum „Rendez vous mit dem Ruhm“

Der Sex Discrimination Act von 1975 machte es möglich, daß Frauen Rennen reiten durften. Die erste Frau, die in der Grand National ritt, war 1977 Charlotte Brew mit Barony Fort, die den Kjurs nicht beendete. Die erste Reiterin im Ziel der Grand National war 1982 Geraldine Rees, die als Achte und Letzte über die Ziellinie ritt – auf einem geschlagenen Pferd und eigentlich hätte auch sie anhalten müssen. Aber es war verständlich, daß sich Pferd und Reiter ins Ziel schleppten. Damals waren die Hindernisse auf dem Grand National Kurs noch von ganz anderem Format, als dies heute Fall ist, Wer die Bilder von Red Rum über Bechers Brook kennt, weiß wie der Kurs damals gestaltet war. Die Entschärfung der Sprünge hat in den 90ern begonnen.

Erste Reiterin mit reellen Siegchancen war die Irin Katie Walsh 2012 mit dem Co-Favoriten Seabass. Sie kam als Dritte über die Linie, geschlagen mit Nase und fünf Längen. Die sympathische Amateurreiterin aus einer echten Rennsportfamilie ritt damals in vielen großen Hindernisrennen nach vorne – und wenn sie die Liverpooler gewonnen hätte, dann hätte es nach den damaligen Presseberichten bei den Buchmachern ein ziemliches „Blutbad“ gegeben. Halb Irland hatte drauf gestellt.

In den Folgejahren sollte keine Reiterin in der Grand National 1-2-3 einkommen. Rachael Blackmore kam 2019 mit dem Anzillero-Sohn Valseur Lido als Zehnte über die Linie – und dann der Triumph 2021. 2020 war das Grand National Meeting wegen Corona ausgefallen und die Austragung 2021 fand fast ohne Publikum auf der Bahn statt. Die Aktiven bildeten nach jedem Rennen ein Spalier und feierten den Sieger des Rennens – toll gemacht, aber nicht vergleichbar mit einer vollen Bahn. Ich erinnere mich noch an den dritten Sieg von Red Rum in der Grand National 1977, als die berittene Polizei es kaum schaffte, eine Gasse in der Menge zu bilden, durch die Red Rum mit Tommy Stack als Sieger zur Waage zurück kam. Wahrscheinlich wäre es 2021 für Rachael Blackmore und Minella Times ähnlich gewesen. Für den großen irischen Besitzer John P McManus war es der zweite Sieg in der Grand National – aber das war damals eher eine Randnotiz.

2021 wurde für Rachael Blackmore insgesamt ein großartiges Jahr. Beim Cheltenham Festival wurde sie mit sechs Siegen erfolgreichster Reiter. Bester Sieg war der Erfolg im Triumph Hurdle mit dem Fährhofer Maxios Sohn Quilixios, der dann drei Wochen später noch einmal getoppt werden sollte. Im Gold Cup wurde sie mit A Plus Tard Zweite, ein Jahr später 2022 gewann das Paar den Gold Cup in Cheltenham.

Erfolge haben bekanntlich viele Väter und auch bei Rachael Blackmore ist es nicht anders. Angefangen natürlich bei den Eltern. Der Vater ist Farmer und auf dem Land, auf einem Hof leben Kinder anders als in der Stadt – ein Pony gehört zur Ausstattung, weil die Kosten auf einem Bauernhof dafür nicht ins Gewicht fallen, was ist der Stadt ganz anders ist.

Die Racingpost nennt viele Weggefährten und Wegbereiter für sie – am Ende ist aber Henry de Bromhead die entscheidende Figur für den Erfolg. Nicht nur, weil er ihr Arbeitgeber ist und sie beritten macht. Sie sagt ganz klar: „Ohne Henry wäre meine Geschichte sehr unterschiedlich“. Er ist auch der Trainer von 16 Ihrer 18 Festival-Siege in Cheltenham, die beiden anderen kommen von Willie Mullins.

Ihren ersten Sieger „under rules“ ritt sie mit einer Amateurlizenz, wie ihr auf der Flachen und in der Welt erfolgreiche Landsmann Ryan Moore es auch gemacht hat. Und viele andere ebenso. Auch auf den Inseln dürfen die Stifte im ersten Ausbildungs-Jahr eigentlich keine Rennen reiten, aber wenn sie vorher mit einer Amateurlizenz geritten haben, wird Dispens erteilt.

Nachfolgend die 18 Festival-Sieger im Überblick. Die Racing Post hat den CV von Rachael einmal kurz zusammen gefaßt., den ich hier wiederhole.

Erwähnenswert ist Ihre Wahl zum BBC Sports Personality of the Year 2021, bei der sie Formel-1 Piloten und Olympia-Sportler hinter sich ließ. Der Galoppsport hat auf den Inseln eben noch einen ganz anderen Stellenwert!

Für Hindernisreiter ungewöhnlich ritt sie auch auf der Flachen und insgesamt zwölf Sieger. Bemerkenswert der Erfolg in den zur Gruppe 3 zählenden „William Hill Bronte Cup Fillies’ Stakes“ mit der Sea the Moon Tochter „Term of Endeament“. 58 kg hat sie ausgewogen, für einen Hindernisreiter ein „Briefmarkengewicht“.

Rachael Blackmore CV

Born Co. Tipperary, July 11, 1989

Parents Charles Blackmore (Tipperary farmer) & Eimir Blackmore (schoolteacher)

Educated University of Limerick (degree in equine science)

Apprenticeship amateur rider with Shark Hanlon

First winner under rules Stowaway Pearl (trainer Shark Hanlon) lady riders’; handicap hurdle, Thurles, February 10, 2011

First winner as professional Most Honourable, Clonmel, September 3, 2015

First Pattern winner Blow By Blow (2018 Michael Purcell Memorial Novice Hurdle)

First Cheltenham Festival winner A Plus Tard (2019 Close Brothers Novices’ Handicap Chase)

First Grade 1 winner Minella Indo (2019 Albert Bartlett Novices’ Hurdle)

Grand National winner Minella Times (2021)

Cheltenham Gold Cup winner A Plus Tard (2022)

Champion Hurdle winner Honeysuckle (2021, 2022)

Irish Champion Hurdle winner (Leopardstown) Honeysuckle (2020, 2021, 2022)

Punchestown Champion Hurdle winner Honeysuckle (2021, 2022)

Queen Mother Champion Chase winner Captain Guinness (2024)

Ryanair Chase winners Allaho (2021), Envoi Allen (2023)

Stayers’ Hurdle winner Bob Olinger (2025)

Last winner Ma Belle Etoile, Cork, May 10, 2025

Highest-rated mount A Plus Tard (RPR 181 in 2022 Cheltenham Gold Cup)

Top jockey at Cheltenham Festival 2021 (6 wins)

Cheltenham Festival wins 18

Champion conditional jockey 2016-17

Runner-up in jump jockeys’ championship 2018-19, 2020-21

Most wins in a season 100 in 2020-21 (Ireland 92, GB 8)

Total wins over jumps 564 (Ireland 527, GB 37) plus 12 on Flat

Sportswoman of the Year 2021 (Irish Times/Sport Ireland award)

(C) Copyright: Racingpost, Compiled by John Randall

Die Frage nach der Zukunft hat sie offen gelassen – sie sprach die Leere an, die sie erleben wird, weil sie kein Jockey mehr ist, was der Terminstreß nicht mehr sein wird. Ich bin sicher, daß sie Ihren weg finden wird.

Sie wird immer eine ganz große Ausnahmesportlerin bleiben, sie ist die erste Frau, die den Sieger in der Grand National und im Cheltenham Gold Cup geritten hat. Irgendwann werden ihr andere Folgen, aber der Erste zu sein, war ist und bleibt immer etwas besonderes!

Alles gute für die Zukunft Lady!

Grand National 2021 Minella Times

Cheltenham Gold Cup 2022 A Plus Tard

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Weihnachten 2024

Allein Freunden des Galopp-Sports und von Galopp-Sieger ein gesegnetes Weihnachtsfest!

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Drei Tote Pferde beim Cheltenham-Meeting und die Presse

Während des Eröffnungsmeetings in Cheltenham Mitte November haben drei Pferde das Leben lassen müssen. Die Medien in Deutschland, auch und besonders die, die sonst nicht über Galopprennen berichtet, haben das natürlich aufgegriffen. Drei tote Pferde, da kann man sich mal wieder richtig echauffieren und den Galopprennsport als böse, tierquälerisch und blutrünstig beschimpfen. Man hat zwar keine oder nur wenig Kenntnis, aber das braucht es auch nicht, wenn man nur wild um sich schlagen und laut schimpfen will. Selbst angeblich seriöse Medien wie „die Welt“ stimmen ein, wenn man über den Rennsport mal wieder richtig herziehen kann!

Nach den inzwischen vorliegenden Informationen hat Abuffalosoldier, der beim Interview des Jockeys nach dem Sieg zusammen gebrochen ist, einen Aortenabriß erlitten. Ebenso wurde der Wallach Bangers and Cash im Rennen wegen Kreislaufproblemen angehalten und ist dann verendet. Napper Tandy war gefallen und hat sich dabei Verletzungen zugezogen, die eine Tötung notwendig machten. Bei Pferden ist ein Beinbruch leider in den seltensten Fällen reparabel.

Kardiovaskuläre Erkrankungen, wie es im Medizinerdeutsch so schön heißt, gehören zum Leben leider dazu und plötzliche Todesfälle sind nicht auf Pferde beschränkt, sondern betreffen auch andere Sportlern, zB Fußballspieler, die im Spiel tot umfallen. Und es passiert auch in Ruhe, wie zB der Deckhengst Scat Daddy bei seinem winterlichen Spaziergang außerhalb der Decksaison tot umgefallen ist, weil er einen Aortenabriß erlitten hat.

Wer im Rennsport erinnert sich nicht an den großartigen Kauto Star? Ein Superheld der Rennbahn, in über 40 schweren Hindernisrennen gelaufen, nie etwas passiert und dann tobt er als Rentner auf der Weide und bricht sich das Rückgrat und war so schwer verletzt, daß er getötet werden mußte. Weidegang kann manchmal so tödlich sein wie ein Hindernisrennen.

179 tote Pferde im englischen Rennsport in diesem Jahr wurden in den sozialen Medien berichtet. Ich habe diese Zahl nicht verifiziert. Es kling zunächst viel, bei der Größe des Rennsports in Britannien und der Vielzahl der Starts (insgesamt nicht je Pferd) relativiert sich diese Zahl aber sehr schnell wieder. Mein Vater stellte früher dazu fest, das im Reitsport im Raum Düsseldorf in einem Jahr mehr Pferde wegen der Unfähigkeit der Freizeitreiter oder bei Unfällen oder durch Unwissen getötet werden müssen, als in einem Jahr auf Deutschlands Rennbahnen verunglücken. Und damals hatten wir 3000 Rennen im Jahr in Deutschland.

Unfälle passieren leider und manchmal. Sie sind nicht zu verhindern, weder im Spitzensport, noch bei den Freizeitreitern noch auf der Weide! Ich will den Tod eines Pferdes keinesfalls bagatellisieren oder kleinreden. Besonders für die Betroffenen ist es neben dem finanziellen Verlust immer eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Aber der Tod gehört zum Leben dazu und mir scheint, daß wir diesen Zusammenhang nicht mehr akzeptieren wollen.

Am Ende möchte ich einmal feststellen, daß Galopprennen eine Gesundheits- und Leistungsprüfung sind und es liegt in der Natur der Sache, daß Prüfungen nicht von allen Teilnehmern bestanden werden, sowohl was die Leistung, als auch was die Gesundheit betrifft. Und ein Aortenabriß kann in Ruhe, wie bei Scat Daddy passieren oder wenn der Vollblüter dreimal die Weide hoch und runter läuft und dann gibt es eine Perforation und danach einen Riß in der Aorta. Wie gesagt, Weidegang kann sehr gefährlich sein.

Herzerkrankungen beim Pferd sind eher selten. Bei den Gesundheitsprüfungen ist meistens der Bewegungsapparat das Problem und bei den Gott sei Dank selten auftretenden Knochenbrüchen handelt es sich in der Regel um Splitterbrüche, die irreparabel sind. Verschiedene Versuche, hochreputierte Rennpferde für die Zucht zu retten, sind mit ganz wenigen Ausnahmen gescheitert – nicht weil der Bruch nicht heilen wollte, sondern weil das Pferd auf einem oder mehreren vormals gesunden Beinen eine Hufrehe bekam. Die damit verbundenen Schmerzen sind erheblich. Eine Entzündung der Huflederhaut, die den „lebenden“ des Hufes umschließt und in mit dem toten Teil, dem Hornschuh verbindet, gehört zu den extrem schmerzhaften Erkrankungen.

Wir erfreuen uns heute allgemein des modernen, leichtrittigen Reitpferdes und vergessen dabei, daß es dies erst durch die Einkreuzung von Vollblut so geworden ist, wie wir es heute kennen. Die schweren Warmblüter, die überall in der Landwirtschaft vor dem Wagen gingen, würde heute niemand mehr reiten wollen.Und es war der Vollblüter, der mit seiner Auslese auf der Rennbahn auch die Gesundheit und Belastbarkeit der Warmblüter erheblich verbessert hat.

Vor dem Krieg gab es eigentlich neben dem Vollblüter nur ein wirklich brauchbares Reitpferd in Deutschland und das war der Trakehner. Dort hat man „seit ewig“ auf Gesundheit und Leistungsbereitschaft gezüchtet und die Selektionsmethoden waren anders als im Rennsport, aber sehr konsequent. Mein Großvater, der vor dem Krieg regelmäßig in Trakehnen Pferde kaufte, hat sich dazu sehr deutlich geäußert.

Zum Abschluß einen kleinen Dialog, zwischen Friedrich dem Großen und dem General v. Seydlitz als Generalinspekteur der Kavallerie. Der König monierte die vielen Verletzungen, die bei der Ausbildung der Kavallerie-Soldaten berichtet wurden. Seydlitz antwortete: Wenn Euer Majestät eine schlagkräftige Kavallerie haben wollen, dürfen sich Euer Majestät sich über ein paar gebrochene Hälse keine Gedanken machen.

Und die Moral: Du kannst das eine (das gesunde und leistungsbereite Reitpferd) nicht haben, wenn Du das andere (Verletzungen bei der Gesundheitsprüfung) nicht bereit bist zu akzeptieren. Keine Rose ohne Dornen – bei den Pferden, in der Liebe oder sonstwo!!

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Friedrich von Metzler gestorben

Er war, so sagte man in Frankfurter Bankenkreisen, einer der letzten echten Bankiers alter Schule. Und er war über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte ein großer Sponsor des Frankfurter Galopp-Sports.

Das ursprüngliche Adolf-Schindling-Rennen, das danach viele Jahre von den Steigenberger Hotels gesponsert wurde, wurde zuletzt vom Bankhaus Metzler gesponsert. Es war der erste “bessere” Test für die Dreijährigen. In der Siegerliste stehen Pferde wie Königsstuhl, Ataxerxes, Abary, Le Glorieux, Monsun und viele andere mehr. Alles Pferde, die Gruppe-1 gewonnen haben und manche haben Turfgeschichte geschrieben.

Mit Don Giovanni (1969), Königsstuhl (1979, Kamsin (2008), Sea the Moon (2014) und Fantastic Moon (2023) waren fünf spätere Derbysieger hier siegreich. Seit dem Ende der Frankfurter Rennbahn wird das Rennen in Baden-Baden gelaufen.

Traurige Berühmtheit erlebte die Familie durch die Entführung des damals elfjährigen Jacob, der am Ende nur noch tot aufgefunden wurde.

Als Mitglied des Kuratoriums der Senckenberg-Gesellschaft steht er in der Tradition der “Waldfrieder” Gebrüder Dr. Arthur und Karl v. Weinberg, die in der Zeit vor dem WK I und bis 1933 zu den großen Förderern der Gesellschaft gehörten.

Heute meldet die FAZ, daß er verstorben ist.

Bankier v. Metzler gestorben

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FEI thematisiert das Tierwohl im Reitsport

Die FEI thematisiert das Tierwohl im Reitsport. Auch wenn die Anforderungen und Probleme im Galopprennsport ganz anders gelagert sind, sitzen wir doch mit dem Reitsport in einem Boot.

Der Sankt Georg berichtet aktuell ausführlich darüber.

Wenn ich bei nächster Gelegenheit Zeit und Muße habe, wer ich die unterschiedlichen Probleme einmal ausführlich herausarbeiten. Der Pferdesport muß das Heft des Handelns in der Hand behalten und den Tierschutzorganisationen auch die Stirn bieten und sich nicht alles gefallen lassen!

Sankt Georg – Tierwohl-Papier der FEI

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Waldgeist 2025 im Gestüt Lünzen

Wie TDN heute meldet, kommt der Arc-Sieger und Galileo-Sohn Waldgeist vom irischen Ballyinch Stud ins Gestüt Lünzen im niedersächsischen Schneverdingen. Die neue Decktaxe soll 6.000 nach 10.000 Irland betragen.

Waldgeist ist vierfacher Gruppe-1 Sieger und hat auf passender Bahn 2019 den Arc gegen Enable und Sottass gewonnen. Bei 21 Starts gewann er neun Rennen und war sechsmal plaziert.

Aus zwei Gestütsjahren sind bisher drei Listensieger hervor gegangen – zu wenig, um auf den Inseln als erfolgreich betrachtet zu werden. Der Ruhm eines Arc-.Siegers ist schnell verfolgen, wenn er in der Zucht nicht entsprechend liefert.

Für das Gestüt Lünzen ist Waldgeist trotzdem ein Sprung nach oben, denn wer kannte international das eher kleine Gestüt bisher. Die Vermarktung dürfte aber nicht ganz einfach sein. In einer Steherzucht mit einem Steherhengst erfolgreich zu sein, ist nicht einfach und der Markt ist ohnehin nicht einfach in Deutschland.

Wünschen wir den Eignern einfach mal Glück!

TDN-Meldung

Rennleistung Waldgeist bei GS

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Sigmar “Siggi” Klein lebt nicht mehr.

Siggi Klein gehörte zu den Jockeys, gegen die ich noch geritten habe. Es sind viele Erinnerungen, die mich mit ihm verbinden. Und jetzt ist er mit gerade mal 69 Jahren verstorben!

Sein größter Erfolg war sein zweiter Platz im Derby 1982 mit Arcosanti aus dem Stall von Monika Siegenbrink. Sein Ritt wurde kritisiert, weil er vorne in die Gerade kam und dann die Spur innen an den Rails frei machte, auf der Dave Richardson Navarino zum Sieg ritt. 1982 ritt er Lodino im Derby für Ostermann / Jentzsch und wurde Dritter . Und im gleichen Jahr gewann er mit Anno das Bayerische Zuchtrennen in Schlenderhaner Farben für Heinz Jentzsch.

Aber eigentlich war er der Leichtgewichtsjockey für die Handicaps. Damals gab es noch eine ganz andere Handicap-Kultur im  Deutschen Rennsport und für die 48 kg-Ritte gab es nicht viele Jockeys. Siggi Klein stand dort oft auf dem Siegertreppchen – oder war mindestens gut plaziert.

GOL hat einen schönen Nachruf geschrieben, den ich einfach mal verlinke.

Erfolge von Siggi Klein bei Galopp-Sieger

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Es gibt ein lieblich Land

Rennen in Hannover und ein Däne gewinnt das Gruppe-Rennen und niemand hat an Noten für die Dänische Hymne „Es gibt ein lieblich Land / Der er et yndigt land“ gedacht. Kann passieren, so oft laufen die Dänen ja nicht in Deutschland. Das ist wie die Niederländer, die auch mal ein Gruppe-Rennen in Deutschland gewonnen haben oder die Spanier.

Es gibt eine Publikation in Deutschland, die einmal wöchentlich erscheint und die – das sei ausdrücklich konstatiert – interessante Beiträge über den Rennsport in Deutschland und rund um die Welt publiziert. Und diese Publikation rühmt sich, eine sehr umfassende Datenbank ihr eigenen zu nennen, mit der die wichtigen Fragen rund um den Rennsport und die Vollblutzucht beantwortet werde können.

Und dann kann man eine einfach Frage, wie den letzten dänischen Sieger in Deutschland nicht beantworten. Was soll man dazu sagen – Honi soit qui mal y pense.

Ich liefere die Antwort einfach mal nach – es war 2019 King David im Großen Preis von Lotto Hamburg, der für Dänemark punktete. Der erste Dänische Sieger in Deutschland nach dem Krieg war wohl der Zoppenbroicher Andalusier, der in Düsseldorf den Preis der Industrie und Wirtschaft gewann.

Ich will meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, daß meine Aufstellung vollständig ist, denn das Feld für das Trainigsland eines Pferdes wurde erst später eingeführt und dann so gut es ging nachbearbeitet. In den alten Daten ist die Rennberichts-Nr entsprechend dem Rennkalender, ab 2019 ist es das Datum im Format MMTT.

Daenische_Siege_in_Dtld

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Gruppe-Sieger mit deutschem Zuchthintergrund in England

Turf-Times veröffentlichte in der letzten Ausgabe einen Artikel über die Erfolge von Nachkommen von in Deutschland stationierten Deckhengsten in Gruppe-1 Rennen in Britannien. Dieses Jahr waren das Tamfana und Goliath. Der Rückblick auf 2002 als Kazzia und Boreal als Nachkommen von zwei in Dtld stationierten Hengsten Gruppe 1 in England gewannen, erklärt sich mir nicht.

Warum wird nicht auf 2013 zurück geblickt, als Monsun mit Novellist und Estimate zwei Gruppe-1 Sieger in Britannien stellte. Die eine in königlichen Farben, der andere in Deutschland trainiert.

Wie auch immer, ich habe das mal zum Anlaß genommen, die Erfolge von Pferden mit deutschen Zuchthintergrund in Britannien auszuwerten. Einmal nur die Gruppe-1 Sieger und einmal alle Gruppe-Sieger. Mit der Definition „Deutsche Zucht“ bin ich etwas großzügig. Sie trifft auf alle Pferde zu, die entweder von einem deutschen Hengst, aus einer deutschen Stute abstammen oder einen deutschen Hengst als Stutenvater haben. Wo der Hengst aufgestellt ist, spielt dann keine Rolle. Viele Söhne von Monsun stehen im Ausland und die kann man nicht einfach auslassen.

Die Mehrzahl der Pferde stammt aus einer Stute mit deutschem Zuchthintergrund, aber inzwischen werden auch deutsche Hengste immer mehr von ausländischen Stuten besucht oder stehen gleich im Ausland. Auch wenn die Zucht in Deutschland in den letzten 20-25 Jahren deutlich geschrumpft ist, sind die internationalen Erfolge beachtlich und in der Relation zum Stutenbestand, verglichen mit den großen europäischen Ländern, ist der Erfolg außerordentlich.

Lange vor Einführung des Pattern-Systems gab es den einen oder anderen Sieger in Britannien mit deutschem Zuchthintergrund. Zwei Stuten aus dieser Zeit seien erwähnt.

Bella Paola, die rein deutsch gezogene französische Tochter des großartigen Ticino und Pia, aus der Zucht der Gräfin Batthyany. Bella Paola hat ein rein deutsches „Waldfrieder“ Pedigree, wurde aber in Frankreich von dem Hotelier und Vollblutmann Francois Dupré gezogen. Man hatte offensichtlich viel Mumm auf die Stute, denn man ließt nach meinen Quellen die französischen Klassiker aus und ging nach England in die Höhle des Löwen – und war siegreich! Sie war außerdem Zweite im Prix du Jockey-Club, dem Französischen Derby. Heute wird das Epsom Derby und das französische Pendant am gleichen Wochenende entschieden. Wie das damals war, ist mir nicht bekannt. Aber lange dürfte die Pause für die Stute nicht gewesen sein. Sie siegte danach noch im Prix Vermeille um dann im Arc im geschlagenen Feld einzukommen. Wer die Stute als „über den Berg“ sah, wurde in den Champion Stakes von Newmarket eines besseren belehrt. Sie siegte gehen den irischen Derbysieger Sidon und Major Portion, Zweiter in den 2000 Guineas von New Market und Sieger u.a. in den Sussex Stakes und während Royal Ascot.

Auch heute, wo inzwischen Pferde aus deutscher oder in Deutschland trainiert rund um den Globus Rennen auf höchstem Niveau gewinnen, ist Bella Paola immer noch eine der größten Sternstunden der deutschen Vollblutzucht

Mit Corrida hat man 1935 in gleicher Weise versucht, die englischen Stutenklassiker zu gewinnen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Sie kam in beiden Fällen im geschlagenen Feld über die Linie. Aber Corrida war wohl erst vierjährig die große Stute, an die wir uns heute erinnern.

Ebenso siegte Pia, die mit Darius einen englischen Vater und eine Neckar-Tochter zur Mutter hatte, in den Epsom Oaks. Also Epsom-Oaks-Siegerin ist sie zweifelsohne etwas besonderes und vielleicht ist sie auch auf dem Gestüt Erlenhof aufgewachsen, aber für mich war sie nie so präsent, wie es Bella Paola war.

Auf YouTube ist ein Video von Bella Paolas Sieg in den Oaks. Der Schluß-Accord, mit dem die Stute das führende Duo am Ende überrollt und leicht gewinnt, ist imponiert.

Eigentlich sollte es nur um Pferde mit deutschem Zuchthintergrund in englischen Gruppe-.Rennen gehen. Am Ende ist noch ein Ausflug in die Geschichte daraus geworden.

Epsom-Oaks 1958

Eclipse-Stakes 1975

Auslandserfolge_GR in GB

Auslandserfolge GR-1 in GB

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Keine Pferderennen mehr in Singapur

Nach 181 Jahren endete gestern, am 9. Oktober 2024 die Geschichte des Galopprennsports in Singapur. Ein Ereignis, über das sogar der Spiegel berichtet. Sonst liest man dort über Galopprennen nur, wenn man bei der Relotius-Agentur einen Skandal wittert.

Die Meldung an sich ist ja nicht neu. Über eine Schließung der Rennbahn und die Nutzung der Immobilie für Gewerbe und die Errichtung von Wohnhäusern ging vor längerer Zeit schon durch die Presse. Aber jetzt ist es endgültig.

Im Unterschied zu Hongkong, in dem der Galoppsport sich größter Beliebtheit erfreut, sank das Interesse in Singapur fortlaufen und nach Corona fanden kaum noch Besucher den Weg nach Kranji. So jedenfalls berichtet der Spiegel.

Andreas Schütz und Andreas Wöhler sind zum Singapore Airlines International Cup und zum Singapore Cup gereist und stehen mit Epalo und Silvano in einem der Rennen in der Siegerliste. Damals blühte der Rennsport auch in Deutschland noch, auch wenn der Zenit schon überschritten war.

Spiegel-Bericht

Singapore Airlines International Cup

Singapore Cup

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