Hein Bollow feiert 90. Geburtstag

“Wenn ich an Galopprennen denke, dann fällt mir zuerst Hein Bollow ein”, so wird Udo Lattek immer wieder zitiert.

Hein Bollow, der ewig muntere und “omnipresente” Botschafter des deutschen Turfs feierte heute seinen 90. Geburtstag in allerbester Verfassung. Seine Erfolge als Reiter und Trainer sind Legende und sie zu wiederholen, hieße Eulen nach Athen tragen.

Er hat auf drei Kontinenten geritten, eigentlich alles gewonnen, was ein deutscher Trainer und Reiter damals gewinnen konnte. Der erste Preis von Europa 1963 war einer seiner letzten Ritte und er ritt Opponent als Sieger nach Hause. Als Trainer wäre es ihm fast gelungen, nach Star Appeal den zweiten Sieger aus Deutschland im Arc zu satteln, aber ein sehr harter Rempler rund 250 vor dem Ziel brachte Nebos aus dem Tritt. Zwei Längen war er am Pfosten geschlagen, ob es gereicht hätte ….? Das kann niemand sagen, aber es wäre phantastisch gewesen.

Runde 30 Jahre war er der einzige Aktive mit Doppelmitgliedschaft im Club der 1000. Als Trainer und als Reiter. Seit 2010 leistet ihm Peter Schiergen in diesem auserwählten Club ebenfalls mit Doppelmitgliedschaft Gesellschaft.

Hein Bollow hat einige Spitznamen, lebende Legende des deutschen Turfs ist einer davon. Und auch heute nach über 20 Jahren Ruhestand nimmt er am Turfgeschehen noch regen Anteil. Er wäre sicher immer noch einer der gefragtesten Interviewpartner, wenn er die gestellten Fragen auch noch hören könnte.

Das Team von Galopp-Sieger gratuliert dem Jubiliar zu seinem Ehrentag ganz herzlich und daß er dem Rennsport noch viele viele Jahre bei bester Gesundheit erhalten bleibt!!

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Der Tag der Deutschen in Paris-Auteuil

In Deutschland existiert der Hindernis-Sport leider so gut wie gar nicht mehr. Mannheim, Quakenbrück und einige anfdere kleine Bahnen versuchen, die Fahne noch hochzuhalten, was hoffentlich noch lange gelingen wird. Jagdrennen werden nur noch ausnahmsweise gelaufen.

Ganz anders in Frankreich, dort gehören Hindernis-Rennen und ein blühender Hindernis-Sport zum Jahresprogramm und in Auteuil, der Hochburg des französischen Hindernissports werden ausschließlich Jagd- und Hürdenrennen gelaufen. Aber nicht nur in der Anzahl der Rennen, auch in der Dotierung ist Frankreich im Hindernis-Sport erstklassig.

In Frankreich sind einige deutsche Stallions im Hindernis-Sport groß im Geschäft. Lavirco aus dem Gestüt Fährhof, Derby- und Euopa-Preis-Sieger, Beinahe-Tripple-Crown Sieger wie sein Vater Königsstuhl, Laveron ebenso aus dem Gestüt Fährhof und in den Farben von Dirk Grauert selbst ein Großer des französischen Hindernis-Sports, Network (von Monsun) aus der Zucht des Gestüts Wittekindshofs und für den Stall Harlekin Sieger in der Union sind deutsche Exporte nach Frankreich, die dort in der Stallion-Statistik für den Hindernis-Sport führende Plätze belegen.

Lavirco, der leider schon abgetreten ist, belegt mit einer Gewinnsumme von über 1,2 Mio EUR Platz 2 hinter Poliglote, Network liegt mit 770.000 EUR an 11 Stelle, Laveron steht mit 655.000 EUR an 17. Stelle, Ungaro mit 514.000 an 23. Stelle. Und schließlich der Acatenango-Sohn Protektor aus der Zucht von Frau Hildegard Leisten und in den Farben von Dieter Joswich in 6 Rennzeiten und 44 Rennen hart geprüft, an 87 Stelle. Bei Protektor muß man berücksichtigen, daß er erst seit 2006 in Frankreich deckt und deswegen nur Dreijährige auf der Jagdbahn hat.

Am vergangenen Sonntag den 28 November wurden in Auteuil 7 Hindernis-Rennen gelaufen, 4 davon gewannen Pferde von Deutschen Vätern. Zweimal Lavirco einmal Network und einmal Laveron. Der Network-Sohn Rubi Ball siegte im mit 240.000 EUR dotieren Prix Georges Courtois (Grade 2), einem Jagdrennen für Vierjährige.

Eine bessere Werbung für “Deutsches Vollblut” gibt es kaum.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Frankel

Es war ein beeindruckener Sieg von Frankel in den renommierten Dewhurst Stakes, immerhin eine Gruppe 1-Rennen. Die halbe Distanz wurde er “kopfschief” festgehalten um dann vom Feld wegzuspringen, als wenn die anderen Pferde cantern. So ein Pferd läßt die Rennsportherzen hüpfen.

Vier Starts, vier Siege sind eine makellose Bilanz dieses Superzweijährigen. Mit der Bezeichnung “Wunderpferd” sollte man aber noch ein wenig warten. Er ist ohne jeden Zweifel ein beeindruckender Zweijähriger, aber ein “Wunderpferd” sollte auch drei- und möglichst auch noch vierjährig die Konkurrenz nach belieben beherrschen.

Jedenfalls darf man auf die Dreijähigen-Campagne des Galileo-Sohnes sehr gespannt sein.

Robert Frankel war Khalid Abdullah’s Trainer in den USA und ist im November 2009 verstorben. Es ist eine bemerkenswerte Geste und Ausdruck großen Respekts, wenn ein großer Besitzer eines seiner talentierten Pferde nach einem gerade verstorbenen Trainer seines Vertrauens nennt.  Und wenn Frankel dreijährig die Hoffnungen erfüllt, die er zweijährig geweckt hat, dann wird er in großartiger Weise mit jedem Sieg auch an den großen Trainer erinnern, dessen Namen er trägt – wie einst Nijinsky an den großen Tänzer erinnerte.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar