Keine Gerichts-Entscheidung in Frankfurt

Wie Radio FFH berichtet, hat das LG Frankfurt heute keine Entscheidung über den Fortbestand der Rennbahn verkünden können. Grund ist ein kurz vor dem Termin eingelegtes Rechtsmittel gegen eine Entscheidung des OLG zur Frage der Befangenheit des Senats bzw. eines Richters.

Man mag das Vorgehen des Rennclubs als Zeitschinderei oder wie auch immer bezeichnen können – es ist juristisch absolut legitim. Durch Anträge den Prozeßverlauf verlängern, damit eine Entscheidung erst dann verkündet werden kann, wenn die Sache für den Prozeßgegner uninteressant wird.

Es wird interessant, wann denn die Stadt endlich die Waffen streicht – vielleicht am 8. Mai? Der 5. Dezember ist ja etwas kurz, so schnell können sich Beamte ja nicht bewegen.

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Pierre-Charles-Boudot neuer Europa-Rekordler mit 275 Siegern

Es war nicht mehr die Frage, ob der Europarekord von Peter Schiergen von 1995 fallen würde, sondern nur noch die Frage wann.

Am Dienstag in Chantilly war es dann soweit. Im Prix de la Foret de l’Isle Adam, einem Altersgewichtsrennen gelang Pierre-Charles Boudot mit Nalon der 274. Treffer und damit gab es einen neuen Europarekord. Der 22. November 2016 – ein Tag für die Geschichtsbücher!

1391 Ritte auf 720 Pferden brauchte “PCB” für diesen neuen Rekord und mit einem Schnitt von rund 19,6% Sieger zu Ritten hat er den besten Schnitt unter den französischen Top-Jockeys, Rund 10,1 Mio Euro an Rennpreisen und Besitzerprämien hat er für seine Besitzer zusammen geritten und nach Christophe Soumillon 2008 mit 11,2 Mio euro und 2013 mit 10,7 Mio Euro ist er der zweite Reiter, der in Frankreich mehr als 10 Millionen Euro an Preisgeldern erritten hat.

Sechs Gruppe-Sieger und 18 Listensieger stehen in der diesjährigen Bilanz von “PCB”.

Der 275. Treffer gelang dann im letzten Rennen der Veranstaltung und in Frankreich geht das Rennjahr bis zum 31. Dezember mit fast täglichen Veranstaltungen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Marke von 300 dieses Jahr auch noch fällt.

“Damals” ritt Peter Schiergen für seine 273 Sieger 1161 Rennen und hatte damit eine Schnitt von rund 23%. Dazu gewann in seinem Rekord-Jahr zehn Gruppe-Rennen und ebenso zehn Listenrennen. Überragend war aber, daß Peter Schiergen damals 9,4% aller in Deutschland gelaufenen Rennen gewonnen hatte. Der Champ kam damals aus dem Kleinsten der großen europäischen Rennsportländer.

Es gab vor einiger Zeit ein wenig Verwirrung, denn in der Türkei hatte der dortige Dauer-Champion Halis Karatas 2007 330 Sieger in einem Jahr geritten und das wäre eigentlich ein neuer Rekord. Aber außer der Rennbahn von Istanbul liegen alle türkischen Rennbahnen im asiatischen Teil des Landes und damit ist dieser Rekord eher ein asiatischer denn ein europäischer Rekord.

Herzlichen Glückwunsch an den neuen Europa-Rekord-Jockey Pierre Charles Boudot!

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Peter Schiergen nicht mehr Europa-Rekord-Halter?

Paris Turf schreibt heute in einem Artikel, daß nicht Peter Schiergen sondern der türkische Jockey Halis Karatas Rekordhalter mit 330 Siegen ist. In der Türkei werden viele Araber-Rennen gelaufen und diese Woche sagte mir Rüdiger Schmanns vom Direktorium, daß nur Siege in Vollblutrennen zählen würden. Außerdem muß man bei der Türkei noch berücksichtigen, daß sie sowohl im europäischen als auch im asiatischen Verband Mitglied ist und dann muß man die Siege auch nach Europa und Asien unterscheiden, je nachdem, wo die Rennbahn liegt.

Sie dazu auch den Post von Jochem Heicke bei Facebook , der die türkische Statistik vor ein paar Tagen verlinkt hatte.

Jedenfalls ist jetzt Trouble in der Bude, denn dann wäre Peter Schiergen bereits seit 2003 nicht mehr Europa-Rekord-Halter!

Artikel Paris-Turf

Türkische Jockey-Statistik

In der Türkei-Statistik  muß eine Jahreszahl ausgewählt werden. Zusätzlich können die Siege nach Rennbahn ermittelt werden.

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Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Freddy Tylicki

Matt Chapman, ein Rennbahn-Reporter aus West Twickenham Ward hat ein Spendenkonto eingerichtet und den Erfolg muß man einfach als Großartig bezeichnen. In knapp zwei Tagen wurden von knapp 2900 Spendern fast 180.000 GBP gespendet. Es sind bekannte Namen unter den Spendern und einige sehr namhafte Spenden auch aus Deutschland, aber die Masse und die große Summe kommt aus vielen kleinen Spenden, die diese enorm große Summe ergeben.

Was kann einer alleine bewegen, denken sich hunderttausende Menschen – hier kann man es erleben. Und die Welle der Hilfsbereitschaft geht um die Welt. “Ganz Euopa” scheint dabei zu sein, auch aus Japan kommen Spenden, nicht nur von den derzeit dort tätigen europäischen Jockeys.

So traurig das Schicksal von Freddy Tylicki ist – er erlebt derzeit die Solidarität einer europäischen oder sogar einer weltweiten Rennsportfamilie.

Das Geld kann er sehr gut gebrauchen, denn außer der Reha muß er sein Leben komplett neu organisieren. Von einer Mobilität mit einem angepaßten PKW will ich gar nicht sprechen, die Wohnung muß umgebaut werden etc. und er wird viel Hilfe benötigen.
Hoffen wir, daß er jetzt mit seinem Schicksal genauso ein Kämpfer ist, wie er es im Sattel war.

Wer für Freddy Tylicki spenden will, kann das hier machen – anonym oder mit Namen.
GoFundMe

Ergänzung: Zu den inzwischen gesammelten 180.000 Pfund kommen noch einmal 60.000 Pfund von den Buchmachern, wie auf der Seite von Matt Chapman zu lesen ist. Jeder der großen englischen Buchmacher gibt 10.000 Pfund.

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Frederik Tylicki hat schwere Rückenverletzung erlitten

No News are good News ist leider nicht immer die ganze Wahrheit.

Man hat sich in England mit einer neuen Mitteilung zum Gesundheitszustand von Frederik Tylicki viel Zeit gelassen, bis man am Freitag Abend eine neue Erklärung abgab. Und leider übertrifft die Veröffentlichung die schlimmsten Vermutungen, denn danach ist Frederik Tylicki ab dem 7. Brustwirbel gelähmt. Dies ist so  ungefähr ab dem unterem Rippenbogen, wie mir ein befreundete Medizinerin heute erläutert hat. Diese Nachricht ist nicht mehr einfach nur traurig, das ist wirklich schlimm!

Es ist zu respektieren, wenn die Familie verlauten läßt, daß Frederik bis auf Weiteres keinen Besuch empfangen will – aber ist es wirklich eine gute Entscheidung? Ja es tut weh und ich weiß es aus eigener Erfahrung, wenn man mit kaputten Knochen im Bett liegt und sich nicht bewegen kann, während die Kumpels fröhlich reiten gehen – aber noch schlimmer ist es, allein auf dem Zimmer zu liegen und eigentlich kaum etwas machen zu können, außer Trübsal zu blasen. Wenn zu den Verletzungen auch noch trübe Gedanken kommen ist das eine ganz schlechte Mischung. Nicht umsonst soll ein guter Freundeskreis für die Genesung von Patienten von großer Bedeutung sein.

Wie die befreundete Medizinerin von einer aktuellen Konferenz berichtet, sollen Reha-Plätze bei Querschnittlähmungen in England eine sehr lange Wartezeit haben, so daß  die Patienten deswegen lange in einer für die Betreuung solcher Verletzungen eigentlich gar nicht spezialisierten Klinik bleiben müssen. Es bleibt zu hoffen, daß der Jockey-Unterstützungs-Fonds (IJF) über Kontakte verfügt, daß diese Wartezeit für Jockeys verkürzt wird und Frederik so schnell als möglich in die Reha kommt.

Angesichts dieser Situation sollte das Direktorium m. E. sehr schnell und vor allem wohlwollend prüfen, ob die Geldstrafe und einbehaltenen Gewinnprozente aus dem Derby nicht zugunsten von Frederik Tylicki an den IJF überwiesen werden sollten.

Wie heißt es in meines Vaters Pferde doch so treffend: Das Leben, daß Leben ist ein verdammt unfairer Sport!

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Erleben wir einen neuen Europarekord?

1993 brach Peter Schiergen den Rekord des legendären Otto Schmitt von 1924 mit 143 Siegen. 150 Sieger waren die neue Bestmarke und der fast 70 Jahre bestehende Rekord war Geschichte. Aber Deutschland war nicht genug.

1995 ritt Peter Schiergen 273 Sieger und überbot damit den Rekord des ebenso legendären Sir Gordon Richards aus dem Jahr 1947 mit 269 Siegern. Dieser hatte den Rekord von Fred Archer aus dem Jahr 1885 mit 246 Siegern “erlegt”.

Insgesamt hatte Sir Gordon Richards bei 12 seiner 26 Championate jeweils mehr als 200 Sieger geritten. Die “Jäger” für die meisten Sieger in einem Jahr  waren Lester Piggott 1966 (191), Pat Eddery 1990 (209) und Frankie Dettori 1994 (233).

Für Frankreich stehen Zahlen für den Gewinner der Cravache d’Or leider erst seit 1958 zur Verfügung. 1964 ritt Yves Saint Martin 184 Sieger und 1988 war es der Amerikaner Cash Asmussen, der erstmals genau 200 Sieger ritt. Der Jockey mit den bisher meisten Siegern in einem Jahr waren die 228 Treffer von Christoph Soumillon in 2013. Mit diesen beachtlichen Leistungen eines Jahres kamen die Jockeys dem Europarekord zwar nah, aber nie nah genug.

Aber 1995 kam ein Deutscher aus dem kleinsten der großen Rennsportländer und brach den 50 Jahren währenden Europarekord der englischen National-Legende Sir Gordon.

Wenn man bedenkt, dass 1995 in Deutschland 2916 Rennen gelaufen wurden, hatte Peter Schiergen rund 9,4% der in Deutschland gelaufenen Rennen gewonnen.
Vor allem noch in Hinsicht darauf, daß damals am Wochenende jeweils Rennen auf drei und manchmal vier Bahnen waren und ein  Jockey meistens nur auf einer Bahn reiten konnte (Nachmittags- und Abendrennen am gleichen Tag waren Ausnahmen), ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis. Die Siegquote lag damit wohl bei deutlich über 15% und das bei einer viel größeren Spitzengruppe an Jockeys als dies heute der Fall ist.

Bisher war nur von den Flachrennen die Rede.
In der Saison 2001/2002 ritt Sir Anthony Peter McCoy 289 Sieger über Sprünge und hat damit eine wohl noch sehr lange geltende Bestmarke für den Hindernissport gesetzt – und den “allgemeinen Europarekord” von Peter Schiergen auf die Flachrennen reduziert. Und ähnlich wie Sir Gordon Richards hat auch Sir Anthony Peter McCoy 9 seiner Championate mit mehr als 200 Siegern gewonnen. Auch das ist ein Rekord.

Jetzt droht dem deutschen Europarekordhalter erneut Gefahr:
Gestern, am 2. November 2016, ritt Pierre-Charles Boudot, französischer Champion im toten Rennen mit Christophe Soumillon von 2015 mit 179 Siegern, seinen 250. Sieger.

In Frankreich werden auch spät im Jahr noch täglich Rennen gelaufen und bei der Schlagzahl, die Pierre-Charles Boudot in den letzten Tagen und Wochen vorgelegt hat, dürfte der alte Rekord Ende November Geschichte sein – wenn nicht etwas Außergewöhnliches passiert. Der Rekordjäger ist zudem mit 23 Jahren nicht nur sehr jung, sondern sitzt auch erst seit März 2009 im Rennsattel.

Zum Schluß noch ein Blick über den großen Teich:
Dort ritt Kent Desormeaux 1989 in einem Jahr 598 Sieger und das dürfte der aktuelle Weltrekord sein. Viermal wurde das amerikanische Jockey-Championat mit mehr als 500 Siegritten gewonnen: 1973 Sandy Hawley (515), 1997 Edgar Prado (536), 1974 Chris McCarron (546) und eben 1989 Kent Desormeaux (598). Für Europa sind dies (noch) unvorstellbare Zahlen.

Man darf gespannt sein – nicht nur, ob es einen neuen Europarekord geben wird, sondern vielleicht auch, ob es vorne eine 2 oder gar eine fantastische 3 sein wird.

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Einen Präsidenten für das DVR

traditionell kommt der Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen aus dem Sport, ist entweder als Gestütsbesitzer oder Rennstallbesitzer mit den Interna des Sports bestens vertraut, hat idealerweise noch eine allgemeine gesellschaftliche Reputation und Schnittstellen zur Politik – und vor allem hat er ausreichend Zeit, sich um die Belange des Sports zu kümmern und diesen nach außen zu repräsentieren. Und er sollte nicht allzuweit vom Rheinland entfernt wohnen, denn seine Präsenz in der Zentrale ist nicht täglich aber regelmäßig erforderlich.

Aber die Gesellschaft wandelt sich und dies merkt man auch an den Protagonisten des Sports. Der Senior-Chef eines großen Unternehmens, der die Unternehmensleitung in jüngere Hände gelegt hat und seine Leidenschaften lebt, ist nicht mehr der typische Protagonist im Rennsport. Es sind vielfach junge Menschen, die im Rennsport aktiv sind und es sind nicht mehr die klassischen Patriarchen.. Die großen Gestüte haben aufgehört zu existieren, werden von einer Stiftung getragen oder sind geschrumpft und haben längst nicht mehr die Bedeutung früherer Jahre.

Kurz – die Suche nach einem repräsentativen, allseits geachteten und vernetzten “Anchorman” für den Sport als zukünftigen Präsidenten ist nicht einfach. Dazu sind die Anforderungen wesentlich höher, als sie es noch vor Jahren waren. Der Sport durchleidet seit langem eine Krise und eine Besserung ist nicht absehbar. Es gibt eine Vielzahl an Baustellen, für deren Bewältigung eigentlich “Vollzeit-Einsatz” erforderlich ist.
Aber es hilft alles nichts – ein neuer Präsident muß 2017 gewählt werden, denn Albrecht Woeste als amtierender Präsident hat bei seiner letzten Wiederwahl bereits verlauten lassen, daß er über die jetzige Wahlperiode nicht mehr für das Amt zur Verfügung stehe. Verständlich, denn er hat die 80 überschritten, und es sind ja nicht alle wie Konrad Adenauer, der erst mit 73 Jahren richtig los gelegt hat.

Bereits zweimal hat der Rennsport einen Präsidenten von “Außen” gewählt. 1982 wurde der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel zum Präsidenten des Direktoriums gewählt. Man erhoffte sich damit einen besseren Draht zur Politik. Ob das so wahr geworden ist, oder ob die Wünsche nicht zu groß waren, sei einmal dahin gestellt. Aus heutiger Sicht muß man die Ära Scheel als ein “Goldenes Zeitalter” des Sports nennen. Ich gebe allerdings zu, daß ich mit dem DVR-Präsidenten Scheel fremdelte, aber nicht wegen seines Engagements für den Sport sondern wegen seiner politischen Vergangenheit. Aber wenn ich an seine Rede zur Wiederöffnung der Galopprennbahn von Bad Doberan am 7. August 1993 denke, dann sprach da ein Mann in fast freier Rede, der nicht nur wußte, wovon er sprach, sondern auch, wie er das Auditorium begeistern konnte. Hut ab, das war ein toller Auftritt. Allerdings war es nicht nur ein repräsentativer Präsident, sondern mit Hans Heinrich von Loeper auch ein sehr engagierter Generalsekretär, der im Sport groß geworden war und damals viele Weichen gestellt hat.

Nochmal einen Präsidenten zum DVR-Präsidenten wählen? Warum eigentlich nicht! Christian Wulff mußte vorzeitig demissionieren, angeblich wegen diverser nicht ganz sauberer Hotel- und Bewirtungsabrechnungen und zu wenig Distanz von seinen Freunden aus der Wirtschaft. Tatsächlich war es aber wohl eine Rede zum Euro-Rettungsfonds aus dem Jahr 2011, die manchem im politischen Berlin nicht geschmeckt hat und man deswegen nach dem Haken gesucht hat, diesen unbequemen Präsidenten loszuwerden.. Egal – die Gründe der Demission wurden trotz Anklage und aufwendiger Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft von Gericht als nicht relevant eingestuft und es gab einen Freispruch erster Klasse! Außerhalb des Juristischen mag das nicht alles wirklich koscher gewesen sein, aber wer in der Politik ist schon koscher?!

Christian Wulff ist der Rennsport nicht fremd. Im Norden sah oder sieht man ihn öfter auf der Bahn. Es ist sicher nicht der große Stallgeruch, aber einen, auf den man aufbauen kann. Entscheidend wird die Frage sein, wie weit ein DVR-Präsident Christian Wulff sich für den Sport einbringen würde, nur die reine Repräsentation ist bei der derzeitigen Lage des Galoppsports zu wenig. Hat er noch funktionierende Netzwerke im politischen Berlin? Fragen, die man nicht so einfach beantworten kann und die sicher zu klären wären. Und dazu noch einen Hauch von Glamour mit einer attraktiven Präsidentengattin…..?

Aber es wäre ein Versuch, eine Persönlichkeit mit nicht koscherem Lebenslauf für ein schwieriges Amt in schwieriger Zeit zu gewinnen. Denn ganz ehrlich und Hand aufs Herz, die Chance zu gewinnen, ist derzeit viel größer als das der Sport verlieren kann!

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Schwerer Unfall in Kempton – Jockeys auf dem Weg der Besserung

- UPDATE –

Es war ein heftiger Unfall am Reformationstag auf der Allwetter-Bahn von Kempton. Vier Pferde waren gestürzt und man mußte erst mal Schlimmes für Reiter und Pferde befürchten.

Alle Pferde sind wohlauf, bei den Jockeys ist es sehr unterschiedliche.  Steve Drowne kam wohl ohne größere Blessuren davon, Ted Duncan hat sich einen Knöchel gebrochen und der Jockey Champion der Saison 2016,  Jim Crowley hat sich das Nasenbein gebrochen und dazu noch Prellungen erlitten.

Wesentlich schlimmer hat es Frederik Tylicki erwischt. Er wurde mit dem Hubschrauber in die Klink geflogen und auf der Intensiv-Station behandelt. Heute Morgen kam die Meldung, daß sein Zustand stabil und ansprechbar sei und man weitere Untersuchungen machen müsse. Für Morgen den 2. November wird ein weiteres Statement der Klinik erwartet. Auch aus dem engsten Umfeld von Freddy Tylicki war heute kein Statement über seinen Zustand zu erhalten.

Man kann nur hoffen, daß keine bleibenden Schäden entstanden sind und man kann nur das Beste hoffen!

Update 2.11. die Racing Post hat  heute berichtet, daß der Zustand von Freddy Tylicki weiterhin stabil ist und die Familie sich über die Anteilnahme und die guten Wünsche freue, es zur medizinischen Situation heute aber keine Erklärung gebe werde, sondern vielleicht später in der Woche.

Dann muß man weiter hoffen, daß es keine negativen Nachrichten über eine Verletzung der Wirbelsäule mit eventuell bleibenden Schäden geben wird.

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Ein “Deutscher” Tag in Auteuil

Die Freitagsveranstaltung im französischen Hindernis-Mekka Auteuil war ein kleines Festvial für Pferde mit deutschem Zuchthintergrund. Drei Siege und einen zweiten Platz gab es für den Wittekindshofer Monsun-Sohn Network (Borice , Baron du Seuil, Allegro des Isles und Catamaran du Seuil), einen für Laveron (Chameron) und jeweils einen zweite Platz für Anzillero (Fiasco du Pecos) und Belenus (Singapur).

Kleiner Wermutstropfen. Im Hauptrennen, dem Prix Triquerville, einem Listenrennen über die festen Sprünge für Vierjährige war Via Dolorosa (König Shuffle) als einziger “Deutscher” Starter gefallen.

Mit rund 1 Mio Euro Gewinnsumme steht Network derzeit an siebster Stelle im französischen Hindernis-Championat, das ganz klar von Poliglote dominiert wird. Desweg Nachkommen haben rund 2,8 Mio über Sprünge gewonnen, zweiter ist Saint des Saints mit einer Gewinnsumme von rund 2 Mio Euro. Zahlen, von denen man in Deutschland nicht mal träumen kann.

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Stellungnahme des Rennstalls Wöhler zum Derby

Auf seiner Webseite hat Andreas Wöhler eine Stellungnahme zum Derby und dem Protest abgegeben,die sehr lesenswert ist und die wir deswegen hier wieder geben!

Obwohl unmittelbar betroffen, haben wir uns zu dem Geschehen um Isfahan’s Derby-Sieg bisher öffentlich noch nicht geäußert da wir den Initiatoren dieser Aufführung nicht noch mehr Plattform bieten wollten und der Schaden, der dem Rennsport mutwillig dadurch zugefügt wurde, schon groß genug ist.

Das scheint den meisten Mitwirkenden aber scheinbar nicht bewußt oder auch egal zu sein. Da wurden munter unsinnige Vorwürfe, Verallgermeinerungen und falsche Behauptungen gestreut, die von Schreibtisch-Journalisten dankbar aufgegriffen und sogar auch dann noch veröffentlicht wurden als der Protest und die von PeTa angestrengte Klage wegen Tierquälerei schon abgewiesen war – frei nach dem Motto “ich recherchiere mir doch nicht die eigene Geschichte kaputt”.

Nach dem Derby erschien auf Facebook folgende Meldung:”Nicht nur Dschingis Secret, der wohl gewonnen hätte, wenn er so verprügelt worden wäre, wie der erste und zweite des Derbys, sondern ALLE anderen Gruppen im Rennsport (Züchter, Besitzer, Wetter, Deckhengshalter und Zuschauer) wurden im höchsten Maße betrogen… Wenn das Direktorium nicht so bald als möglich die Paragraphen ändert und ausländische Jockeys, die ihre Pferde verprügeln, disqualifiziert.. ja dann kann man im Grupperennen keinen deutschen Jockey mehr engagieren! Diese Geschichte ist ein Armutszeugnis für den Deutschen Rennsport und wird ein Nachspiel haben, nicht nur bei den Tierschützern! von Helmut von Finck”

Und so wurde PeTa, auf welchem Weg auch immer, auf den Plan gebracht und schlachtete diese Geschichte medienwirksam für ihre eigenen Zwecke aus, in dem sie mit  marzialischer Wortwahl und reißerischer Darstellung das Geschehen in großen Zeitungsartikeln propagierte, mit aberwitzigen Fallzahlen von zu Tode gekommenen Pferden den Rennsport diskreditierte und alle Tierfreunde dazu aufrief, keine Rennveranstaltungen mehr zu besuchen. Die Enttäuschung ein Derby nicht zu gewinnen, ist verständlich aber wenn dann deshalb von einigen Personen die eh schon sehr fragile Darstellung des Rennsports mit einer mutwillig inszenierten Schlammschlacht öffentlich so derartig verzerrt wird, ist das einfach nur dumm und kurzsichtig. Leider wurde diese verheerende Außendarstellung seitens des Rennsports nie öffentlich kommentiert. Man wolle “den Ball flach halten” hieß es auf Nachfrage und so blieben sämtliche von PeTa an den Haaren herbeigezogenen Anschuldigungen, unsinnigen Klagen und desaströsen Zeitungsartikel ohne Gegenwehr.

Was war eigentlich passiert? Einer hat angeblich was gehört, gab das weiter und das angeblich Gehörte landete bei den Drittplatzierten des Derby’s. Aus Unsportlichkeit, persönlichen Animositäten oder welchen Gründen auch immer, wurde daraus der allseits bekannte Vorwurf gestrickt, Darius Racing-Manager Holger Faust hätte Jockey Vargiu dazu angestiftet, die Peitsche auch über das erlaubte Maß hinaus zu benutzen. Da es bis auf das angeblich Gehörte keinerlei Beweise für diesen Vorwurf gab, wurde auf sehr fragwürdige Weise versucht, sich noch den ein oder anderen Beistand zu sichern, was dann allerorts und in der Presse als “die Zeugen” bezeichnet wurde.

Wie sich aber herausstellte, war das angeblich Gehörte eigentlich nur eine Vermutung, welche dann aber einfach so weitergegeben wurde als hätte man sie tatsächlich gehört. So gab es natürlich auch gar keinen Tatbestand, der von Zeugen, die es im Übrigen auch gar nicht gab, hätte untermauert werden können. Was dazu führte, dass der eingelegte Protest von der Rennleitung und nun auch vom Renngericht abgewiesen wurde. Abgesehen davon, würde die Deutsche Rennordnung auch gar keine rechtliche Grundlage bieten, Isfahan wegen der genannten Vorwürfe im Derby zu disqualifizieren.

Hätte man meinen können, dass es nun genug ist und die Gegenseite nun auch endlich einen Schlusstrich unter diese unwürdige Angelegenheit ziehen kann, ist dem nicht so. Nach dem Urteil wurden weitere rechtliche Schritte – auch wenn vor dem Renngericht eine Revision ausgeschlossen ist – angekündigt. Da fragt man sich dann schon, um was geht es jetzt eigentlich? Ist es Rachsucht, verletzte Eitelkeit oder einfach nur die Lust, jemanden zu schaden? Geschadet wird allerdings nur dem Rennsport und da zumindest einer der Beteiligten sein Geld im Rennsport als Züchter verdient und bestimmt auch weiterhin verdienen will, ist das mit normalen Menschenverstand nicht nachzuvollziehen. Um Sportlichkeit und Fairneß geht es jedenfalls definitiv nicht.”

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