Pferde-”Zucht” im Reitsport

Geht ein Mann in den Baumarkt und fragt, wo denn die Leihmuttern zu finden seien. Hinten durch bei den Spahnplatten, erklärt der Mitarbeiter. Diesen “Witz” hat mein Junior mir gestern aus dem Internet vorgelesen.

Man kann die Vollblutzucht als altmodisch bezeichnen. Nur Natursprung, keinen Embryonen-Transfer, etc.. Pferdezucht nach alter Tradition aus Zeiten, in denen mit dem Begriff Reproduktionsmedizin noch niemand etwas anfangen konnte.

Die Warmblüter sind da wesentlich kreativer. Künstliche Besamung in verschiedenen Varianten, Embryonen-Transfer, damit eine Top-Stute jedes Jahr viele Fohlen haben kann und die anderen Möglichkeiten, die die moderne Reproduktionsmedizin bietet, werden auch umfassend ausgeschöpft.  Ist das noch Zucht oder ist das Vermehrung oder Reproduktion?

Heute Morgen las ich auf Spring-Reiter.de einen Artikel über eine Embryonen-Auktion in Dublin am Rande der Dublin-Horse Show. 25 Embryonen wurden mit einem Durchschnittspreis von 33.000 Euro versteigert, und die Iren waren Höchstbieter bei 20 der angebotenen 25 Embryonen.

Bin ich jetzt altmodisch, weil ich davon ziemlich angewidert bin? Es erinnert mich an “Brave New World” von Aldous Huxley, den ich in der Schule gelesen habe. Ein Roman über die negative Utopie für eine Gesellschaft im Jahr 2540.

Soll das die Zukunft sein? In  der Pferdezucht und demnächst auch anderswo? Die Leihmütter hinter den Spahnplatten?

Embryonen-Auktion in Irrland

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50 Antworten auf Pferde-”Zucht” im Reitsport

  1. Theo Epping sagt:

    Ich bin auch altmodisch und das aus Überzeugung.
    Das Argument:
    Es geht nicht anders, auf natürlichem Wege können wir die Menschheit nicht mehr ernähren, sehe ich ja noch, wiederwillig, ein.

    Warum dann aber nocht die Reproduktionsmedizin beim Menschen?

    Die Menschen verhungen und leben in bitterster Armut und die Reichen, die es sich leisten können, pfuschen der Natur ins Handwerk.
    Das gehört natürlich auch wieder nicht hierher, deshalb noch einen Satz;

    In der Zucht für Sport und Freizeit gehört diese GELD- Vermehrungsmedizien verboten!

  2. Racingman sagt:

    Humortechnish war es früher im Galopperforum definitiv lustiger als im drögen Blücher Blog, vor allem dank des Forums-Entertainers Ostseemeeting (aka Adolf-Friedrich Schleifenbaum), dem Menschen mit dem höchsten Humorquotienten im deutschen Turf. Fleißig unterstützt wurde Schleifi von seinem braven Sidekick Daily Impact, sozusagen das Pendant zu Harald Schmidt’s Stichwortgeber Manuel Andrack in der kultigen Late Night Show. Leider war Schleifi weltanschaulich eher auf der Linie von Kassandro.

    Die deutschen Galopper stehen am Abgrund, die Traber sind schon einen Schritt weiter. Was den Traberfans im Forum weiterhilft, ist nur ihr Galgenhumor. Die gestrige Rennveranstaltung in Mönchengladbach wurde so kommentiert. Die Userin Michaela Reiß meinte: „In Mönchengladbach ist immer noch Luft nach unten. Man könnte sogar jemanden mit dem Handy hinsetzen, um die Rennen live zu streamen – schlechter als das aktuelle Kamerabild wird es wohl nicht mehr werden.“

    Frau Reiß benutzt übrigens als Avatar ein Profilbild, das sie zusammen mit Didi Hallervorden (90) zeigt. Der Forumskollege Frascati ist begeistert: „Das Profilbild gefällt mir…Sie auf dem Bild mit einem Rennbahnbesucher im Durchschnittsalter, sehr schön!“

    Nicht Alle schaffen es, die Mönchengladbacher Veranstaltungen mit Humor zu nehmen. Kollege Natter deprimiert: „Die Präsentation des heutigen Renntages macht einen fassungslos. Was bleibt ist die absolute Hoffnungslosigkeit.“

    Auch kreative Vorschläge gibt es. Persianer weist darauf hin, dass die Krefelder Galopprennbahn nur noch fünf Renntage im Jahr stemmt und deshalb Spielraum hätte. Persianer schlägt Rennen für Satteltraber und Sulkytraber im Stadtwald vor: „Wer weiß, vielleicht ist Krefeld ja bald das Mekka des deutschen Monté-Sports, initiiert durch den Verein zur Förderung des rheinischen Trabrennsports e.V.!“

    Träumen ist erlaubt.

    • martin sagt:

      gladbach ist bald geschichte, einige sommer veranstaltungen in krefeld für grastraber sichern vllt einge besitzr,trainer usw. aber in eigener regie. krefeld ist tot genug. die frage bleibt natürlich,wo bleibt familie nimczyk??

      • Theo Epping sagt:

        Das sich das Thema eines Artikels mehr oder weniger schnell verliert ist ja nichts Neues aber das hier ist …

        • Theo Epping sagt:

          Die Decksaison 2026 ist seit vier Wochen offiziell beendet, die Uhr für das Derby 2030 läuft. Wo es wohl stattfindet?

          • Racingman sagt:

            Schön wäre es gewesen, wenn Sie die Debatte mit einer eigenen Einschätzung eröffnet hätten. Aber immer nur zu sagen “los, Leute, bietet mir mal Programm” ist nicht sehr solidarisch.

          • Theo Epping sagt:

            Das heiße Luft verströmen überlasse ich doch lieber den Fachleuten, die in der Ecke kauern und nichts zu melden haben. Ich habe auch nichts zu melden und weiß das auch…

      • Racingman sagt:

        1) Familie Nimczyk: Noch in Willich bei Krefeld ansässig, aber wie lange noch?
        2) MG: Ende 2026 oder spätestens Ende 2027 ist Feierabend.
        3) Eher als Scherz gemeint: Heinz Baltus organisiert einen Traberrenntag im Krefelder Stadtwald.

        Jetzt im Ernst: Ich bin schon ganz lange für eine strikte räumliche Trennung von Rennbetrieb und Trainingsbetrieb. Motto: Nicht auf derselben Anlage! Galopprennbahnen haben nur noch als multifunktionale Anlage eine Überlebenschance, und Rennpferde mögen keine Techno-Beats und umherfliegende Golfbälle.

  3. Un Coeur B sagt:

    Jod S 11 Körnchen, bei dem Thema kann ein großer Teil der Migranten nicht mitreden, weil sie irgendwo anders waren als in BRD, Jod S 11 Körnchen von Trill – Thrill etwas anderes, übersetzt vielleicht Nervenkitzel, The Thrill Is Gone, eine Nummer von B.B. King, Nervenkitzel ist weg, Nervenkitzel ist gegangen, The Thrill of Trab is gone, irgendwie ganz weg der Thrill of Trab, Galopp irgendwie noch da, warum, wieso, weshalb, schwer zu sagen.

  4. Racingman sagt:

    In Südhessen nahe Aschaffenburg tobt derzeit ein Waldbrand; die Bevölkerung wurde gebeten, nicht mehr zu duschen oder die Pflanzen zu gießen und auch sonst Wasser einzusparen, wo dies nur möglich sei. An diese Nachricht erinnert mich die aktuelle Botschaft von der Galopprennbahn Halle, die ihren Samstagrenntag absagen musste, weil kein Wasser aus einem nahen Fluss für die Bewässerung des Grasgeläufs mehr zur Verfügung steht. Für manche Börsianer gilt schon seit Jahren das Motto „Wasser ist das neue Öl“. Jetzt hat die harte Realität auch den Rennsport erreicht. Mit einer pflegeleichteren Sandrennbahn hätte Halle die Galoppveranstaltung durchführen können.

    Der Renntag am kommenden Freitag auf der Trabrennbahn Enghien im Großraum Paris wurde wegen der hohen Temperaturen auf den Vormittag vorverlegt. Der Start des ersten Rennens wird nun bereits um kurz nach 9 Uhr sein. Die Franzosen können diesbezüglich flexibel sein, während dies für die deutschen Galopper wegen der zeitlichen Abhängigkeit vom PMU nur eingeschränkt möglich ist. Eine Verlegung der Rennen auf den frühen Vormittag oder den späten Nachmittag dürfte in den meisten Fällen nicht möglich sein, wenn es eine PMU-Veranstaltung ist.

    • Blücher sagt:

      In Griechenland sind inzwischen 280 Personen wegen Brandstiftung verhaftet worden. In Frankreich soll die Zahl auch erheblich sein. Wie das derzeit in DE aussieht, weiß ich nicht.

      Das Wetter ist in der Tat im Moment kritisch, zu heiß und vor allem zu trocken. Neulich las ich, durch die saubere Luft weniger Wolkenbildung erfolgt und es deswegen wärmer wird und weniger regnet. Durch fehlende Wolken hat die Sonneneinstrahlung spürbar zugenommen.
      Ob ein paar rauchende Schlote das wieder ändern könnten?
      Ich meine immer noch, daß das Klima atmet. Wärmere und kältere Phasen wechseln sich ab. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, daß es auch wieder kältere und vor allem nassere Jahre gibt.
      Geschieht das nicht, dann werden wir massive Probleme erleben, denn neben den klimatischen Herausforderungen haben wir erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.

      • Racingman sagt:

        Ich glaube, wer bis jetzt noch nicht vom menschengemachten Klimawandel überzeugt ist, wird das auch in Zukunft nie sein.
        Vor rund zwanzig Jahren habe ich schon bei Turfnachrichten über die Auswirkungen von Umweltproblemen auf den Galopprennsport geschrieben. Damals ging es mir vorrangig um die Grasrennbahnen in Südeuropa; dass auch Deutschland von der Dürre jetzt schon anno 2026 betroffen sein könnte, hatte ich nicht auf dem Schirm. Die Entwicklung ist leider viel schneller im negativen Sinne vorangeschritten, als man das damals annahm. Ich habe früher schon diese zwei Vorschläge gemacht:
        * die Rennbahn Haßloch (nur ein Renntag pro Jahr) für Rennzwecke aufgeben und stattdessen dort ein state-of-the-art-Trainingszentrum für ambitionierte Frankreich-Starter (Typ Suborics) einrichten. Andreas Jacobs hätte nicht in Mahndorf, sondern in Haßloch investieren sollen.
        * die damals noch sechs bis sieben Galopprennbahnen in NRW unter einem gemeinsamen Management vereinen und sie für Rennzwecke und Trainingszwecke trennen. Mein angepasster Vorschlag anno 2026 wäre nun: in Köln, Düsseldorf und Dortmund nur Rennen, in Mülheim und Krefeld nur Training. Eventuell könnte man auch die Schlenderhaner Trainingsanlage reaktivieren, falls das noch möglich ist. Und was passiert eigentlich mit den vielen leeren Boxen in Weilerswist?

        Rennbahnen nur für sehr wenige Renntage im Jahr zu unterhalten, ist völlig unrentabel. Da muss es zu Änderungen kommen. All das wäre auch ohne Klimawandel nötig, aber der wird die wirtschaftlichen Probleme künftig verstärken. Trinkwasser ist bisher in Deutschland noch sehr billig, aber das wird nicht ewig so bleiben, weil man das Verhältnis von Angebot und Nachfrage einpreisen muss. Die Gletscher in den Alpen sind in absehbarer Zeit abgeschmolzen. Das Gletscherwasser, das jetzt nach Norden fließt, ist das Trinkwasser in München. Das Gletscherwasser, das jetzt nach Süden fließt, bewässert die Landwirtschaft in der Po-Ebene zwischen Turin und Mailand. Dort ist es aktuell bereits trocken. Das treibt die Preise für Nahrungsmittel nach oben.

  5. Racingman sagt:

    DERBY

    Meines Wissens läuft der Derby-Vertrag mit dem HRC bis inklusive Juli 2028; das erste Derby andernorts wäre also das von 2029. Die Ausschreibung und die Finanzierung müssten aber schon 2028 stehen. Ich glaube nicht, dass heuer schon eine Entscheidung fallen wird, aber 2027 wäre das eigentlich nötig. Ich tippe auf die zweite Jahreshälfte 2027. Nach meiner Einschätzung wird man abwarten wollen, wie es mit der Horner (Doppel)rennbahn weitergeht. Wenn die Horner Rennbahn über 2028 hinaus weitermacht, erwarte ich, dass sich die große wertkonservative Kurfürst-Fraktion im deutschen Turf mit ihrer Devise „alles so lassen, wie es ist“ durchsetzen wird, und dann wird es eine Verlängerung des Derby-Vertrages geben. Auch, wenn dann einige andere Rennbahnen die Fäuste in der Tasche ballen werden. Es wird sich aber niemand offen trauen, vorher Hamburg-Horn in aller Öffentlichkeit den Dolchstoß zu versetzen. Im deutschen Rennsport geschehen solche Dinge immer nur hinter den Kulissen durch Antichambrieren.

    Deshalb finde ich die Entwicklung in Großbritannien bezüglich der Umstrukturierung des britischen Turfs so positiv. Die Unterschiede zu Deutschland:
    * Das Thema wird nicht ausgesessen, sondern aktiv in Angriff genommen.
    * Die Diskussion erfolgt öffentlich transparent mit klaren Fronten. Jeder weiß, woran er ist. Kein Cäsarenmord hinterrücks.
    In Deutschland wäre eine Derby-Konferenz angemessen, auf der jeder Teilnehmer Stellung beziehen muss.

    • Racingman sagt:

      Nur der Vollständigkeit halber zur Wiederholung: Ich würde das Deutsche Derby ab 2029 nach Hoppegarten vergeben.

      • Racingman sagt:

        Ich liefere hier inhaltlich ab, während Sie Beide nur immer rumstänkern. Damit Sie was über den Rennsport lernen können, erzähle ich Ihnen hier eine Episode, die ich bisher nur im privaten Kreis, aber noch nie im Rennsport berichtet habe. Aber wir sind ja hier ein kleiner elitärer Kreis…

        Es war kurz vor dem Iffzer Frühjahrsmeeting im Juni 2002, als ich einen Anruf von einem der Mächtigen des deutschen Turfs erhielt. Er rief komischerweise nicht selber an, sondern ließ dies durch eine nahestehende Person tun. Man wollte mich beim Meeting am Sonntagvormittag zu einem vertraulichen Gespräch in einem Baden-Badener Hotel treffen. Den Grund des Treffens wollte man mir im Vorhinein nicht mitteilen, was ich ungewöhnlich fand. Aber ich dachte mir, so what, als Geschäftsmann ist für mich jedes Treffen mit den maßgeblichen Leuten interessant. An dem betreffenden Sonntagvormittag in Baden-Baden offenbarte man mir dann, dass mehrere Großkopferte bei der Hauptversammlung der Besitzervereinigung Ende August 2002 (damals noch im Baden-Badener Kurhaus) Dieter Ellerbracke, den damaligen „Paten“ des deutschen Galoppsports, stürzen wollten, und ich sollte der neue Chefmanager im Kölner Direktorium werden. Holy Moly! Das war schon eine Überraschung für mich.

        Eine ernsthafte Option war das allerdings nicht für mich, denn nur die eine Fraktion durch eine andere auszutauschen ändert an den Strukturen gar nichts. Das Direktorium bestand und besteht aus den Machtblöcken Besitzer und Rennvereine, und der Geschäftsführer ist im Sandwich dazwischen die ärmste Sau. Der Job an der Spitze des Direktoriums wäre für mich nur dann von Interesse gewesen, wenn ich da hätte „durchregieren“ können, also wie ein Selbständiger völlig autonom entscheiden können. Die Realität im Proporzstadl Direktorium ist jedoch das genaue Gegenteil. Ende August 2002 fand kein Kurhaus-Putsch statt. Ein Jahr später wurde Dieter Ellerbracke dann aber tatsächlich entmachtet.

        • Theo Epping sagt:

          Der ganze Inhalt, den Sie abliefern, egal wo, sind Märchen und alte Kamellen, die Sie irgendwo geklaut und abgeschrieben haben. Was Sie stänkern nennen, ist in Wahrheit nur das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Sie doch angeblich so sehr verteidigen.

          • Racingman sagt:

            Ich erzähle den Turfisten seit fast dreißig Jahren, was hinter den Kulissen des Rennsports vor sich geht. Sie dagegen wissen nicht einmal, wo die Löwenbahn liegt; Sie wissen nicht, was das EPC ist; Sie wissen nicht, was Peter Franceschini macht. Mit anderen Worten: Sie wissen gar nichts vom Galopprennsport.

          • Un Coeur B sagt:

            Sie wissen gar nichts vom Galopprennsport.

            Einfach nur doof und dumm.

          • Theo Epping sagt:

            Sie erzählen was Sie sich Zusammenreimen, alles Hörensagen und Neidhammelei. Ich hingegen hatte mit den Menschen, denen Sie Ihr Lebenlang nachlaufen, täglichen Kontakt.

            Selbstredend bin ich irrelevant seit ich raus bin, zu meiner Zeit war mein Rat allerdings was wert und meine Einschätzung auch.
            Lang ist es her und vorbei, bei Ihnen war es aber nie anders.

        • kassandro sagt:

          ich kann mir nicht mal in den kühnsten Träumen vorstellen, dass ein so postensüchtiges Wesen wie sie solch ein Pöstchen ausschlägt. Ich kenne einige Leute, die im Gegensatz zu mir, diese Zeit aktiv miterlebt haben, und davon wissen sollten. Etliche Mitleser hier im Blog sollten das ebenso wissen. Und was soll so eine Palastrevolution überhaupt gebracht haben? Ellerbracke ist nachwievor die einflußreichste Person im deutschen Turf. Das ist ein großes Problem, denn ein jeder weiß, dass seine Gesundheit ziemlich angeschlagen ist, aber keiner weiß, wie es ohne ihn an der Quelle der Großen Aue weitergehen soll. Irgendwie hat man den Eindruck, dass er sich darüber selber keine Gedanken gemacht hat.

        • Racingman sagt:

          Die Blücher Blog-Leser wissen nun, dass die Entmachtung von Dieter Ellerbracke erst ein Jahr später als ursprünglich geplant erfolgte. Seine Ablösung 2003 hat sehr wohl machtpolitisch einiges verändert, weil er mit dem Chefsessel der BV auch seinen Sitz im Direktoriumsvorstand verlor. Die Akademiker-Fraktion tat sich immer schwer mit dem „Proleten“ aus der Provinz, der zudem mit Kläusken Göntzsche einen gefürchteten „Außenminister“ als Mann fürs Grobe hatte. Ellerbracke und Göntzsche spielten Doppelpass, und es war keineswegs eine Einbahnstaße, aber Ellerbracke war natürlich der Boss. Die Mächtigen im deutschen Turf hatten Angst vor diesem Duo, und ab 2003 war der GaloppIntern-Göntzsche zwar nicht bedeutungslos, aber er hatte seine Informationsquelle ganz oben verloren.

    • Theo Epping sagt:

      Oh großmächtiger, allwissender Racingman, wer soll das sein, vor dem sich alle fürchten, edwa Herr Darboven mit seinem großen Vollblutimperium?
      Wie immer, sind Sie nichts weiter, als eine Zeitverschwendung.

  6. Lindenau sagt:

    Um mal auf das eigentliche Thema dieses Blogbeitrags zurückzukommen: Ich bin ein grundsätzlicher Gegner von Embyotransfer, Klonen und ähnlichen Reproduktionstechniken. Zerstört die Magie der Pferdezucht, ist bis jetzt den Erfolgsbeweis schuldig geblieben und ist, insbesondere für Spenderstuten, Tierquälerei.

    Dennoch befürworte ich die künstliche Befruchtung, und es gibt m.A. auch keinen vernünftigen Grund, diese nicht auch bei den Vollblütern zu nutzen – zum Wohle der Stuten, aus Kosten- und Hygienegründen und letztlich auch für den Zuchtfortschritt.
    Der immer wieder angeführte Hauptgrund für den Natursprungzwang, die Verhinderung genetischer Verengung, lässt sich ohne weiteres durch die Begrenzung der Bedeckungen pro Hengst erreichen (so wie es ja in den USA bei einigen Junghengsten gemacht wird).

    Bleibt also nur noch als Argument die obszöne Verschwendungssucht der Ultrareichen, die das gemeine Züchtervolk allein schon durch örtliche Distanz aus ihrem Zirkel fernhalten wollen. Stuten ab einer bestimmten Follikelgröße per Exklusiv-Taxi von Deutschland nach Irland zu karren ist hier nur das untere Ende der Dekadenz, sie ans andere Ende der Welt zu fliegen, die Königsdisziplin.

    Wenn jetzt bei den Galoppern Workshops durchgeführt werden, wie mit dem Klimawandel umzugehen sei, sollte man zunächst einmal erkennen, in welchem Maße man selbst dazu beiträgt.

    • Blücher sagt:

      Da ist was dran. Aber ich würde die Limits nicht nur auf einzelne Hengste setzen, sondern auf Blutlinien. Nearco – Northern Dancer – Sadler’s Wells ist einfach zu dominant.

      Werden Bedeckungs-Zahlen überschritten, müssen die Strafen drastisch sein. also mindestens Verlust der Decktaxe und Nicht-Anerkennung des Produkts.

      Es hätte natürlich was, wenn japanische oder australische Hengste zur Verfügung stünden. Vor allem Japaner legen viel Wert auf Härte und das könnte den Europäern mal ganz gut tun.

      Jetzt brauchen wir noch eine Lösung, mit der der heimische, lokale Markt geschützt wird. Denn es gilt immer noch die alte Regel, daß jeder Superstar in seinem Pedigree mindestens einen Krummen hat. Wenn aber nur noch Stars herangezogen werden, dann gibt es keine Krummen mehr, die die Pedigrees bereichern. Wir hatten da ein paar Hengste in DE, die nix werden konnten, weil sie bei kleinen Züchtern standen und keine Stutenherde hatten, mit denen sie sich profilieren konnte.

      Ich nenne mal als die herausragenden Protagonisten dieser Spezies Kondor und Wladimir. Beide Gruppe-1 Sieger und lange geprüft!

      • Theo Epping sagt:

        Ich befürchte Sie wissen nicht was Sie tun.
        Zum Wohl der Stuten, soll heißen? Das man ihnen die Transporte ersparen kann. Gut das ist ein Argument.
        Wenn ich den Stuten aber ein Gefühlsleben zugestehe und das tue ich ganz sicher, dann bin ich überzeugt, das der Natursprung ihnen besser gefällt, dann weiß sie nämlich wo ihr Sprösslinge her kommt.

        Ausserdem wir die künstliche Befruchtung zu einer überzüchtung führen, genau wie bei vielen anderen Nutztierrassen.
        Die von Blücher angeführten Hengste, die keine unterstützung bekommen aber den Genpool halten wird es nicht mehr geben.

        Ich hoffe mein Geschreibsel ist halbwegs verständlich…

        • Lindenau sagt:

          Also da haben Sie ja einen sehr romatischen Blick auf den Deckbetrieb. Es sei denn, Sie finden, dass Hardcore-Bondage und Rosamunde-Pilcher-Romane sehr gut zusammen passen.

          Aus Sicherheitsgründen werden – insbesondere bei den Vollblütern – die Stuten i.d.R. gefesselt und geknebelt und wissen ungefähr so genau wo die Spösslinge herkommen, wie nach einem Glory-Hole-Erlebnis.

          Der einzige, zu dem sie evtl. eine emotionale Bindung aufbauen können, ist der Probierhengst, der, in der Illusion doch einmal das Ziel alles Strebens zu erreichen, in der Regel sehr gewissenhaft seiner Tätigkeit nachgeht.

          Zugegeben blicke auch ich etwas melancholisch auf die Zeit zurück, als ohnehin nur diejenigen Hengste in Frage kamen, die mit dem Fahrrad und der rossigen Stute an der Hand erreicht werden konnten. Auf jeden Fall artgerechter, und auch züchterisch insofern vorteilhaft, als dass i.d.R. alle Hengste ausreichend Möglichkeiten hatten und die Nachzzucht (da nicht auf der ganzen Welt verstreut) besser bewertbar war.

          • Theo Epping sagt:

            Ich rede vom Natursprung an der Hand, nicht von Vergewaltigung, wenn die Leute ihre Arbeit richtig machen, sind die Sicherheitsmassnahmen nicht so wie in Ihrer Fantasie(?). Ich kenne Freisprünge ohne jede Fesselung, mit Seilen und oder Schuhen.
            Natürlich ist da ein Zwang und kein ungestörer Deckakt aber dann ist jede Boxe jeder Ritt usw. eine Vergewaltigung.
            Warum gehen Sie nicht auf die eigentliche Aussage meines Beitrges ein, nämlich die Überzüchtung durch Genkonzentration weniger Hengstlinen.

            Durch künstliche befruchtung können sich nicht nur wenige einen zB. Frankel leisten, er hätte nicht nur 4000 – 5000 Fohlen in seinem ganzen Leben, sondern in einem Jahr und das ist auch 30 Jahre nach seinem Tot noch möglich.

            Ich bin ganz sicher kein Tierschutz Romantiker, in keiner Beziehung, ich weiß wie ruppig Pferde, auch Stuten mit ihren Fohlen, miteinander umgehen, das sollten sich diese sogenannten Tierschützer mal genauer ansehen.

          • Blücher sagt:

            In Amerika habe ich es mal erlebt, wie die Stute “in Ketten gelegt” wurde. Das fand ich dann schon befremdlich. Ansonsten ist es bei den meisten Hengsten aber noch relativ normal. Wie viele Gestüte haben denn heute noch einen Probierhengst? Vielfach muß doch der Hengst selbst “probieren”

            Mit dem Fahrrad ist das so eine Sache. Tesio schickte seine Stuten öfter nach England zur Bedeckung und das war eine Mehrwochentour, wenn man da mit dem Fahrrad hinwollte. Kincsem wurde in Wien trainiert und gab ihr Rennbahndebut in Berlin, was etwas über einer Fahrradentfernung lag. Der wesentliche Unterschied früher war doch, daß die Hengste mit 40 Stuten ausgebucht waren, heute sind bei den besseren Hengsten dreistellige Bedeckungen normal.

            Würde man KB in der Vollblutzucht zulassen, dann ist meine größte Sorge, daß die “Brot und Butter-Hengste” raus fallen und ohne Beschäftigung sind. Aber wenn ein paar “Sprünge” auf einem anderen Kontinent per KB verkauft, könnte den Blutaustausch fördern. KB auf dem gleichen Kontinent halte ich für einen Fehler. Das gibt dann allerdings wieder andere Probleme, weil die Hygiene-Vorschriften für KB unterschiedliche zu denen im Natursprung sind. Trotz einiger Vorteile öffnet man am Ende die Büchse der Pandora!

  7. Racingman sagt:

    Das Thema hat nichts mit dem Galopprennsport zu tun, aber solche Themen interessieren mich ohnehin am meisten. Im Bundesfinanzministerium ist der Teufel los. Lars das Klingbeil hat die Chefin der Haushaltsabteilung abgelöst. Klingbeil – ein Rockmusiker, der ein Zahlenallergiker wie Daniel Delius ist und der keinerlei Interesse an Finanzen hat, weil er sein ganzes Berufsleben immer vom Steuerzahler alimentiert wurde – dieser Klingbeil hat hausintern und in der Regierungskoalition wegen seiner fachlichen Inkompetenz mit wachsendem Widerstand zu tun. Unglaublich, dass so jemand Bundesfinanzminister werden darf.
    https://www.bild.de/politik/inland/lars-klingbeil-feuert-haushalts-chefin-mitten-in-steuerberatungen-6a7dccd7dc674b59e6e1d644

  8. kassandro sagt:

    Ich hab immer gedacht, sie seien ein Verteidiger unserer Demokratie und jetzt dieser AfD-Sprech!

    • Racingman sagt:

      Sie liegen wie fast immer falsch. Das hat nichts mit AfD-Sprech zu tun, sondern ich setze mich für Fachkompetenz in gewählten Ämtern ein. Und da sind wir doch bei einer Parallele zum Galopprennsport: Man kann Mitglied der Bundesregierung oder Vorstandsmitglied bei Deutscher Galopp sein, ohne irgendeine fachliche Voraussetzung mitzubringen. Als die Weißmeier-Burschen Berufstrainer werden wollten, brauchten sie dafür eine Lizenz vom Dachverband. Diese haben sie erst bekommen nach dem Bestehen der Berufstrainer-Prüfung. Zu dieser Prüfung wurden sie aber erst zugelassen, nachdem sie den mühevollen Vorbereitungslehrgang absolviert hatten. Und dafür wiederum wurden sie erst zugelassen, nachdem sie eine mehrjährige praktische Erfahrung im Rennsport nachgewiesen hatten. Mit anderen Worten: Eine Berufstrainer-Lizenz wird niemandem hinterhergeworfen. Um jedoch auf der obersten Management-Ebene des Galoppsports die Richtlinien bestimmen zu dürfen, sind keinerlei fachliche Qualifikationen nötig. Wenn der deutsche Rennsport erfolgreicher werden will, muss er da den Hebel als erstes ansetzen.

    • Blücher sagt:

      Erstens hat Klingbeil NICHTS mit der AfD zu tun, zweitens geht das demokratische Spektrum von sehr weit links bis sehr weit rechts, drittens frage ich mich manchmal wer denn die Antidemokraten sind, wenn in Brüssel mal eben der Artikel 10 GG kassiert wird und in einem Nebensatz zum neuen Geheimdienstgesetz der Klageweg gegen BfV -Einstufungen auf eine Instanz beschränkt wird, viertens bin ich offen für den politischen Disput, aber Parteipolitik bleibt hier bitte draußen.

      Die (fehlende) Qualifikation in der Politik ist schon lange ein Thema aber bei dieser Regierung wird es immer sichtbarer – Minister nicht nur ohne Fachbildung sondern frei von jeder Allgemeinbildung.

      • kassandro sagt:

        Ich hab nie behauptet, das Klingbeil etwas mit der AfD zu tun hat. AfD-Sprech meine ich das berchtigte Lästern über Bildung und berufliche Karriere von linken Politikern, wie es von der AfD und den mit ihr verbundenen Alternativen Medien ausgeht. Hier geht es um den Covorsitzenden der Grünen Felix Banaszak, der eine ähnliche Karriere wie Klingbeil hinter und vor sich hat, zusätzlich aber noch ein sogenannter Listenversager und ein Verfahren wegen Hinterziehung der Zweitwohnungssteuer hat. Hier der Größte Demagoge der Deutschen Medien – ich sage das mit einem positiven Unterton – über Felix Banaszak:
        https://youtube.com/shorts/7h6LNOs16mY

  9. Un Coeur B sagt:

    Am Tag, als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht, doch Dalida, etwas überraschend, das war Dalida, die mit Celentano Contes Lied zum besten gab, auf dessen DVD, der Text wieder sehr aktuell, Celentano mittlerweile auch am Comer See wohnhaft, eigentlich schon ziemlich lange dort wohnhaft, F.Tesio war mit seinen Pferden doch auch da irgendwo nahe Comer See, lebt Tesio noch, gut möglich, vielleicht aber auch tot, mausetot.

    • Un Coeur B sagt:

      Sie hatte recht, google hatte auch recht, Dalida, selbst dachte man aber an Mina, Italiens Grande Dame, die später in der Schweiz lebte und der man in den 60ern auch ein deutsches Lied aufs Auge gedrückt hatte, Heißer Sand, Heißer Sand nicht Am Tag, als der Regen kam, warum schreibt man die ganze scheiße, vielleicht um sich hier von diesem Schlaumeier etwas zu erholen.

      • Racingman sagt:

        Ich hab mich dafür heute von den beiden Minderbegabten des Blogs erholt: Telekom Cup-Spiel des FC Bayern gegen Red Bull Leipzig. Zillertaler Hochzeitsmarsch statt La Ola-Stänkerwelle von Heinz und Theo. Eine angenehme Abwechslung.

  10. h.schmelz sagt:

    Einmal, ich war bei Milva in der Stadthalle zu Hannover. Das war so grausam – Jonniiiiii, wann Du Gaburstaaaaaaggggggggggg haaaaaastt – daß ich nach der ersten Hälfte gegangen bin. Hingegen Alice, das war eine Augen- und Ohrenweide. Alice.

    • Frank J. Richter sagt:

      Möönnschsch, hschmelz – Milva habe ich in meiner unseligen Hannöverschen Zeit auch gehört – ihr Konzert war aber wohl in einer Messehalle, wenn ich recht erinnere. Ist immerhin schon etwa 40 Jahre her. Egal, das künstlerische Genusserlebnis war dto.

      … und Alice war immer eine ganz andere Liga nach jedem Maßstab! Alice zu Milva = Prix de l’Arc zu Preis von Hoppegarten. oder so ähnlich etwa … PER ELIZA!

  11. Un Coeur B sagt:

    So viele Unwägbarkeiten, auch bei quo vadis Turfdeutschland.

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