In Düsseldorf auf der Rennbahn ist die Sau los. Wildschweine haben das Geläuf derart verwüstet, daß der Sparkassen-Renntag am Sonntag abgesagt werden mußte.
Wenn ich die in der Rheinischen Post veröffentlichten Bilder von Frau Höngesberg sehe, dann sieht das eher so aus, als wenn es einige Tage länger dauern wird, bis das Geläuf wieder praktikabel ist. Boden aufbereiten und einsähen geht ja schnell, aber bis da eine belastbare Grasnarbe gewachsen ist, wird das einige Tage mehr in Anspruch nehmen.
Früher wäre der Renntag auf die nächste Bahn im Umkreis verlegt worden. Heute ist sowas nicht mehr möglich. Nach GOL werden zwei Rennen von München übernommen. Es ist Dunkel in Rennsportdeutschland. Der Sparkassenrenntag war immer ein gut finanzierter Renntag durch den Sponsor, wenn so ein Renntag ausfällt, ist das ein Loch in der Bilanz des Rennvereins.
Im Wildpark neben der Rennbahn ist ein Wildschweingehege, aber die leben eben im Gehege und sind ungefährlich. Bisher hat es in Düsseldorf Ost bzw Nordost noch keine Vorfälle mit Wildschweinen gegeben. Wenn die Rotte nicht konsequent bejagdt wird, war das nicht der letzte Angriff auf das Geläuf.



Wenn das Gelände nicht als Jagdrevier verpachtet ist, hoffe ich, dass es wenigstens gegen Wildschaden versichert ist, sonst oh oh.
So eine Rotte legt auf der Suche nach Futter, bei Bedarf, auch schon mal 30 km in einer Nacht zurück. Da kann keiner sagen: Nanu wo kommen die denn her, hier gab es noch nie Schweine.
Der Sommer ist heiß und trocken, das Futter ist knapp.
Da haben Sie natürlich recht, die Viecher sind gut zu Fuß.
Ich meine, daß die Bahn zu einem Jagdrevier gehört, ganz sicher bin ich nicht.
Damals während des Renntags Kastaniensammler unterwegs, nun, wohl im Schutz der Dunkelheit, Wildschweine.
Stimmt, an die Kastaniensammler kann ich mich auch noch erinnern. Sie waren ganz konsterniert, daß das Sammeln während des Renntags nicht erlaubt ist.
Der Grafenberg ist auch nicht die erste Rennbahn, deren Geläuf von Wildschweinen verwüstet wurde. Nach meiner Erinnerung musste Haßloch schon mal „Wildschwein-Pause“ einlegen, und für das badische Meißenheim, eine sympathische kleine Rennbahn in den Rheinauen, waren die Wildschweine sogar der Sargnagel als Hippodrom, weil die Reparaturen zu teuer wurden. In Magdeburg waren die Viecher auch schon mal aktiv.
Stimmt, Haßloch war vor zwei oder drei Jahren auch mal den Schweinen zum Opfer gefallen.
Düsseldorf hat in dieser Saison noch zwei Renntage: Am Sonntag 13. September und am Sonntag 4. Oktober ist der Grafenberg jeweils Alleinveranstalter, an beiden Tagen mit hochdotierten Prüfungen, dem BBAG-Rennen und dem Düdorf Grand Prix. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bis dahin wieder eine belastbare Grasnarbe vorhanden ist. Also wäre es von Seiten des Dachverbands zweckmäßig, jetzt schon Umplanungen vorzunehmen.
Vor genau fünf Jahren musste auch auf der Galopprennbahn Halle (Saale) ein Renntag wegen Wildschwein-Attacken kurzfristig abgesagt werden. Düsseldorf muss jetzt wohl oder übel in einen Wildschweinzaun investieren, ansonsten steht der nächste Angriff früher oder später bevor.
Die NRZ schreibt zum Thema:
„Es ist nicht das erste Mal, dass Wildschweine im Düsseldorfer Osten Schäden anrichten. Zu Beginn des Jahres haben die Tiere auf dem Waldfriedhof in Gerresheim immer wieder den Zaun beschädigt und Gräber, Wege und Grünflächen verwüstet. Zunächst hatte die Verwaltung versucht, die Wildschweine mithilfe von Duftstoffen zu vertreiben – jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Im Frühjahr wurde deshalb ein neuer Schutzzaun rund um den Friedhof errichtet. Zudem wurden die Zugangstore umgerüstet: Sie öffnen nun ausschließlich nach außen und schließen selbstständig.“