Torquator Tasso und 100 Jahre Prix de l’Arc de Triomphe

Ich lasse mal den „klassischen“ Rückblick auf den Arc mit Rennbeschreibung etc ausfallen. Es ist schon genug drüber geschrieben worden. Selbst die Medien, die sonst nie oder nur sehr sparsam über den Galopprennsport berichten, haben sich richtig ins Zeug gelegt! Wer Erfolg hat, bekommt auch Presse und ist in den Medien präsent und dabei geht es nicht um heimische Erfolge.

Rene Piechulek hat einen nahezu perfekten Ritt auf einem Pferd vorgelegt, das an dem Tag einfach klasse drauf war! Die Plazierten 2-4 warten mit erstklassiger Form angereist und hatten keine wesentlichen Störungen. Deswegen ist die Form richtig was wert!

Trainer, Reiter und Besitzer waren Debutanten im Arc. Marcel Weiß als Trainer ist erst sein knapp 2 Jahren in Amt und Würden, hat aber schon bisher eine gute Hand für seine Pferde bewiesen. Aber wer längere Zeit bei Uwe Ostmann als Futtermeister tätig war und beim Training aufgepaßt hat, der hat schon sehr gute Voraussetzungen für den Start in die Trainerkarriere. Und wo hätte man mit dem Pferd hingehen sollen, wenn nicht nach Paris? Die deutschen Gruppe-1 Rennen bieten leider keine echte Reputation mehr, auch wenn die Ratings allgemein ziemlich gut sind. Die schmale Dotierung lockt einfach keine Cracks mehr an.

Torquator Tasso ist nach Marienbard und Danedream der dritte Sieger, der vor dem Arc den Großen Preis von Baden gewonnen hat. Das Doppel Englisches Leger – Arc muß weiter auf die Erfüllung warten. Auch Dermot Weld, der irische Meistertrainer, muß auf seinen ersten Arc-Erfolg noch warten. Eine ¾ Länge war er zurück. Bitter, wenn man so nah dran ist.

Ebenso warten die Japaner noch auf den ersten Erfolg. Sie waren dieses Jahr fast mit einem Großaufgebot mit erstklassigen Pferden angereist. Aber der matschige Boden hat die japanischen Chancen in selbigen versinken lassen, noch bevor die Pferde in de Maschine eingerückt waren. In Japan ist der Standardboden „fest“ und manchmal auch „gut“, aber das gilt dort schon als ziemlich weich.

Und jetzt ein kleiner Schwenk in die Geschichte. Der erste Prix de l’Arc de Triomphe wurde am 3. Oktober 1920 gelaufen. Es sollte ein großes Rennen im Herbst an den Sieg der Franzosen über die Deutschen im 1. Weltkrieg erinnern.- Sozusagen eine jährliche große Siegesparade der Franzosen in Form eines großen Galopprennens.

Der erste Sieger war Comrade im Besitz von Evremont de Saint-Alary, trainiert von P Grillpin und geritten von Frank Butters. Die Dotierung betrug damals 200.425 Francs, der Sieger erhielt 172.425, rund 86%. Um den Wert in der damaligen Zeit abzuschätzen bzw. die Höhe im damalige Französischen Rennsystem fehlen mir leider Vergleichszahlen.

Vergleichszahlen kann ich für 1935 anbieten. Der Arc war mit 522.000 Francs dotiert, 402.000 für den Sieger. Die Grand Steeplechase de Paris war mit 465.000 Francs ausgestattet, der Grand Prix de Jockey Club mit 446.000 und der Grand Prix de Paris als wertvollstes Rennen in Frankreich hatte eine Dotierung von 933.100 Francs, davon 783.100 für den Sieger. Der Arc war ein sehr gut dotiertes Rennen in Frankreich, aber eben nicht herausragend. Die Umrechnung zur Reichsmark betrug 6 zu 1. 6 Francs für eine Mark.

Heute sind Gott sei Dank die von zwei Weltkriegen gerissenen Wunden in den Seelen der Völker weitgehend verheilt. Und die Deutsch-Französische Freundschaft, die Adenauer und de Gaulle 1963 begründet haben, hat die vielen Gräben zwischen den Ländern zuwachsen lassen, auch wenn es eine gewisse Asymmetrie gibt.

Über den Gründungsgedanken spricht man heute auch in Frankreich nur noch am Rande. Der Sport hat die Politik eindeutig den Rang abgelaufen. Heute ist Der Arc einfach eines der wichtigsten Galopprennen der Welt, das die besten Pferde aus aller Herren Länder anzieht.

Oleander war der erste Deutsche, der sich in Paris versuchte. 1928 wurde er Fünfter, 1929 Dritter. Es war ein Achtungserfolg. 1936 ließ Nereide den Arc leider auf Anweisung ihres Besitzers aus. Sie hatte zur in Münchens Braunem Band Corrida auf den Platz verwiesen und ein nochmaliges Aufeinandertreffen der beiden Superstuten in Paris wäre sicher hoch interessant gewesen. Aber Baron Thyssen als Nereides Eigner wollte es nicht. 1937 wurde Sturmvogel in Schlenderhaner Farben ebenfalls Fünfter. Dann kam der Krieg und 1939 und 1940 wurde der Arc nicht gelaufen.

1947 siegte Le Paillon der zuvor Zweiter im Cheltenham Hurdle, Sieger im Grande Course de Haies von Auteuil, Sieger im Grand Prix de Deauville und dann Sieger im Arc wurde. Eine wohl einmalige Startfolge.

Wer erinnert sich noch an den Russen Anilin, dem dreifacher Sieger im Preis von Europa? Er lief 1965 in Paris und zog sich als Fünfter sehr ordentlich aus der Affäre Anilin war damals ein „Ostblock-Pferd“ das absolut europäische Klasse vertrat.

Nach mehr oder weniger erfolglosen Versuchen von 1953 mit Niederländer bis 1967 mit Luciano sollte es bis 1975 für einen deutschen Erfolg dauern, bis mit Star Appeal der erste Sieg im Arc gelang. Das Rennen ist inzwischen in Deutschland Legende und als die Racingpost die höchsten Quoten im Arc am Sonntag Abend kommentierte, stelle sie zu Star Appeals 119/1 fest, daß er als Sieger der Eclipse Stakes mit einem englischen Trainer mit 19/1 gestartet wäre die 100 Punkte waren der Malus für den Trainingsstandort Deutschland.

Die Länderwertung für den Arc sieht wie folgt aus:

Land Siege
Frankreich 68
Großbritannien 14
Irland 9
Italien 6
Deutschland 3
Summe Ausländer 32

Aber jetzt es ist dann doch ein wenig Ironie zum Gründungsgedanken wenn ausgerechnet die 100. Entscheidung dann von einem deutschen Pferd gewonnen wird. Gegen eine Stute aus Irland und zwei Hengste aus England. Die 100. Parade zur Erinnerung an den französischen Sieg über die Deutschen wird von einem Deutschen angeführt. Oder ist es ein Zeichen der Völkerverständigung?

Turf-Deutschland hat am Sonntag in Paris ein riesiges Marketing-Paket geschenkt bekommen. Jetzt muß etwas daraus gemacht werden!!

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101 Antworten auf Torquator Tasso und 100 Jahre Prix de l’Arc de Triomphe

  1. Theo Epping sagt:

    Dann ist es doch wohl an der Zeit diesen:
    Wir sind Schuld Schwachsinn entlich los zu werden!
    Geschichte ist Geschichte und der 100 Arc ist in Kürze auch schon wieder Geschichte. Wann hört dieses : Wir sind die Bösen Geschwafel entlich auf?
    Ich war es nicht und sie auch nicht.
    Unsere kleine Vollbutzucht hat mal wieder bewiesen dass sie sehr fein ist.
    Mehr will und brauche ich nicht!

    • Blücher sagt:

      Wir sind überhaupt nicht schuld. Schuld sind alleine die Österreicher, denn der 28. Juni 1914, war eine Angelegenheit der KuK Monarchie.
      Ich wollte lediglich an die Gründungsgeschichte des Arc erinnern und keinesfalls der angeblichen Schuldfrage Deutschlands das Wort reden.

      • Theo Epping sagt:

        Tut mir leid, ich war nach einem entsprechenden Disput wohl noch im Kampfmodus.

      • kassandro sagt:

        Schuld waren eigentlich alle. Es herrrschte damals auf allen Seiten eine heute unvorstellbare Kriegsgeilheit. Da bedurfte es eigentlich nur eines Funken, dass alles in die Luft flog. Alle Seiten dachten auch, dass der Krieg nur ein paar Wochen dauern würde und eine gute Abwechslung zum langweilig gewordenen Frieden wäre. Der damaligen deutschen Führung muss man allerdings ein kaum überschätzbares Mass an Dummheit attestieren. Nicht die Franzosen und die Russen haben Deutschland den Krieg erklärt, sondern es war genau umgekehrt. Die allergrößte Dummheit war allerdings der Bruch der Neutralität Belgiens. Diese war Teil des sogenannten Schlieffen-Plans, der aber seit 10 Jahren der ganzen Welt bekannt war, und somit keinerlei Überraschungsvorteil mehr beinhaltete. Erst der Bruch der Neutralität Belgiens machte Deutschland in den Augen der Welt zur Unrechtsmacht und ermöglichte zuerst den Engländern und später den USA den Kriegseintritt. Ohne die überlegene Wirtschaftskraft der USA, hätten Engländer und Franzosen, deren Wirtschaft einfach nicht für einen längeren Krieg tauglich war, den Krieg niemals gewinnen können.

        • Theo Epping sagt:

          Es geht nicht um die Frage wer Schuld war, sondern ob eine ganze Nation, Generationen später, immer noch die Schuldige ist.
          Für mich ein klares NEIN,
          und das war es dann jetzt auch für mich zu diesem Thema, an dieser Stelle.

        • Un Coeur B sagt:

          Schlieffen Plan 1914, The Tetrarch 1914 drei Jahre alt und schon nicht mehr auf Rennbahn, 7 Starts, 7 Siege…besser geht eigentlich nicht, und wie viel grau geht The Tetrarch zurück, 1914, hier Herr Schlieffen, da The Tetrarch, the Spotted Wonder.

          Ohne The Tetrarch natürlich auch kein Torquator Tasso, vielleicht war The Tetrarch das beste Vollblut aller Zeiten, und niemand weiß es.

          • Blücher sagt:

            Ein Pferd, das aus gesundheitlichen Gründen dreijährig nicht mehr laufen kann, kann niemals das beste Pferd überhaupt sein.

          • Un Coeur B sagt:

            Vielleicht doch.

          • Un Coeur B sagt:

            Stephen Hawking auch nicht gesund und trotzdem spielte er ganz oben mit.

          • Blücher sagt:

            Der hatte auch einen IQ von 160+, also wie Einstein. Der hat halt mit dem Kopf gearbeitet und da war der Körper weniger wichtig.

          • kassandro sagt:

            Der beste Vollbüter aller Zeiten war er meiner Meinung nach nicht, wohl aber der SELTSAMSTE, und er hat ein großes Kapitel Zuchtgeschichte geschrieben, obwohl er ziemlich unfruchtbar und kaum Interesse an Stuten zeigte. Schwul war er allerdings auch nicht. Man darf ihn auch als den besten Zweijährigen aller Zeiten bezeichnen. Dieses Prädikat schreibt man auch Arazi zu, der aber trotz eines sehr langen Lebens nur wenige Spuren in der Zucht hinterlies. Sein Schritt mit war so gewaltig, dass er gelegentlich mit der Hinterhand gegen die Vorderhand schlug und sich dabei verletzte. Das führte zu seinem vorzeitigem Karriereende. Kurios war sein Aussehen mit lauter kleinen weißen Flecken. Man nannte ihn deshalb auch “The Spotted Wonder”. Als er im Auktionsring auftauchte, gab es großes Gelächter, das den Leuten allerdings verging, als er auf der Rennbahn auftauchte. Berühmt wurde seine Tochter Mumtaz Mahal, die über kurze Distanzen unschlagbar und eine der bedeutendsten Mutterstuten aller Zeiten war.

          • Blücher sagt:

            Wenn Pferde sich mit den Hinterbeinen vorne greifen, dann ist es Folge eines Taktfehlers und nicht Folge einer große Aktion. Kann man verschiedentlich im Reitsport sehr gut erleben. Oder das Pferd eine eine “ganz andere” Galoppade mit einer gewissen Selbstzerstörung.

            Aber Sie haben recht, mit Mumtaz Mahal hat er sich ein Denkmal gesetzt und aus der Verbindung mit Nearco entstand dann Nasrullah, einer besten Hengste überhaupt. Flieger-Stute mal Steher-Hengst. Die Punkte hat er teilweise vererbt. Da kam dann mal ein frisches Farbenspiel auf die Rennbahn.

          • Un Coeur B sagt:

            Abgesehen mal von von Blücher, die Experten und sich Auskennenden wissen, wo und wie die Hasen im Turf laufen, wie letzten Sonntag: Tarnawa, Adayar, Hurricane Lane, Snowfall – vor den Rennen, schon in den Wettmärkten immer die gleiche und dieselbe Leier, und dann plötzlich Torquator Tasso, Fassungslosigkeit, Verwirrung, Konfusion bei den sich – so – Auskennenden.

          • Un Coeur B sagt:

            Auch heute gehe ich noch manchmal zur Börse. Nirgendwo sonst kann ich so viele Dummköpfe pro Quadratmeter treffen wie dort. Andre Kostolany…so, noch etwas Kaffee kochen, und weiter geht die rund um Pflege bei Partnerin, eine Straße weiter.

          • Un Coeur B sagt:

            Von der Dummheit der anderen kann der Spekulant oft mehr profitieren als von seiner eigenen Klugheit. Man kann auch von einem Dummkopf etwas lernen, besonders, was man nicht tun soll. Andre Kostolany. gott hab ihn selig.

          • Blücher sagt:

            Vor drei Dummen kann ein Schlauer gut leben.
            Und mit den Rennpferden ist es wie mit den Aktien. Behalten und bereuen, verkaufen und bereuen.

          • kassandro sagt:

            Um hier mal etwas für das Bildungsniveau der Turf-Fans zu tun, sei erwähnt, dass Mumtaz Mahal, der Name der Schönen war, die im berühmten Taj Mahal ihre letzte Ruhe fand, das Denkmal einer großer Liebe. So etwas gab es auch im Islam der Mogule, die einst große Teile Indiens beherrschten.
            Der Aga Khan kaufte die Mumtaz Mahal und gab ihr wohl auch den Namen. Sie begründete dort die wohl größte Stutenlinie des Oberhaupts der Ismailiten, aus der auch die ungeschlagene Arc-Siegerin und Gewinnerin der dreifachen franz. Stutenkrone Zarkava stammt. Auch Kirsten Rausings Alpinista, die momentan die deutschen Rennbahnen unsicher macht, stammt aus dieser Linie. Neben Nasrullah, Vater von Bold Ruler und Großvater von Secretariat, ist auch der für den Aga Khan im Epsom Derby erfolgreiche Mahmoud ein Enkel der Mumtaz Mahal. Dessen Tochter Almahoud ist zum einen Mutter von Natalma, Mutter von Northern Dancer und doppelte Urgroßmutter von Danehill, und zum anderen Mutter von Cosmah, der Mutter von Halo, dem Vater von Sunday Silence. An dieser Mumtaz Mahal, die wie ihr Vater ein fleckiger Schimmel war, hängen also drei der vier bedeutendsten Hengstlinien unserer Zeit. Nur Native Dancer hat kein Blut von The Tetrarch, dafür aber dessen Enkel Mr. Prospector über den Urgroßvater Nasrullah, und über Mr. P. läuft so etwa 70-80% der Native Dancer Linie.

          • Theo Epping sagt:

            Ich muss mal wieder einen meiner gesammelten Sprüche loswerden.

            Meine Lehrmeisterin oder wie man heute sagt
            Ausbilderin, Frau Haasler war der Meinung:

            Man muss nicht alles wissen, es reicht völlig, wenn man weiß wo es steht.

          • Un Coeur B sagt:

            Aber das bisher schönste und effektivste von Kassandro, man ist mehr als überrascht.

            Nur derjenige, der eingebildet ist und sich sagt, das sind alles Dummköpfe, nur ich weiß Bescheid, kann sich der Stimmung widersetzen. Einbildung ist kein schöner Charakterzug, an der Börse ist sie aber häufig nützlich. Auch von A.Kostolany. Nicht nur an der Börse, auch auf Rennbahn nützlich, beim Pferderennsport, siehe Frau Old Vollblut und Torquator Tasso.

          • Un Coeur B sagt:

            The Tetrarch, das Überpferd.

            Ur Vater von Northern Dancer, Mr.Prospector, und all den anderen.

            Ausnahme Native Dancer….vielleicht aber auch Native Dancer das beste Vollblut ever.

          • Un Coeur B sagt:

            Oder Nearco.

          • Blücher sagt:

            Das ist der Beste überhaupt!

          • Theo Epping sagt:

            Ihr habt doch alle keine Ahnung.
            Der beeindruckende Vollblüter der letzten 65 Jahre war MARDUK.
            Der einzige Derdysieger einer Legende.
            Dieses Pferd hatte alles was ein Vollblüter braucht, nur leider nicht die richtigen Vermarkter. Die Orsini Linie war ausgereizt,
            NEBOS und Caro waren das lukrativer Geschäft.
            Wenn ein Hein Bollow sagt, die Marduk’s sind alle so spät, ist das der Todesstoß.
            Ein paar Jahre später, bei einem MONSUN und auch bei seinem Vater, hat das keine Rolle mehr gespielt.
            Marduk war ein künstlicher R(h) einfall.
            Jetzt kommen natürlich jede Menge Lacher, mit stichhaltige Beweisen,
            die ändern aber nichts an meiner Überzeugung!

          • Blücher sagt:

            Marduk ist für mich eines der größten Rätsel der jüngeren deutschen Vollblutzucht. Er schlug 1975 Star Appeal im Großen Preis von Baden. Gräfin Batthyany hatte Pferde in Frankreich und Deutschland im Training. Warum hatte man die Reise nach Paris nicht gewagt?
            Seine Vollschwester war Mata Hari, klassische Siegerin im Poule d’Essai de Pouliches. Ich habe zu ihre keine Nachkommen gefunden. Matuschka, auch einen Vollschwester hat Manetho (plaziert in Gruppe 2) gebracht. Zwei andere Stuten aus der Marlia hatten nette Nachkommen, aber nichts berauschendes.
            Interessanterweise kommt dann in Generation 5 Farbe ins Spiel. Musketier, der eisenharte Sohn des Acatenango stammt aus dieser Stutenlinie, Sieger in Gruppe 2 in den Staaten und Gruppe 1 plaziert. Barancella, ebenfalls von Acatenango stammt auch aus dieser Stutenlinie und ist Gruppe 1 mehrfach plaziert. Als Mutterstute in Japan hat sie einen Nachkommen, ebenfalls Gruppe 1 plaziert. Eine Linie, die lange schlummert, erwacht wieder?
            Aber es ist ja nicht alleine Marduk, bei dem die Landgraf-Linie endet. Orsini brachte vier Derbysieger. Und keiner hat der Zucht seinen Stempel aufgedrückt. Neckar brachte vier Derbysieger, drei in Deutschland, einen in Italien und keiner hat der Zucht seinen Stempel aufgedrückt. Und zwei davon sind aus der großen Waldrun-Linie.
            Niederländer war die arme Socke der großen Ticino-Söhne weil er in der SBZ decken mußte.
            Die Ursache liegt für mich tiefer und nicht daran, daß Marduk zum späten Pferd erklärt wurde. War es Surumu, der den Landgrafen-Stamm verdrängte?
            Von Dschingis Khan hat nur der Königsstuhl-Stamm überlebt. Und hat dann auch noch Geschichte geschrieben!!
            Was wäre aus dem Cagliostro-Stamm geworden, wenn Kondor in ein erstklassiges Gestüt gekommen wäre und nicht bei einem Freizeitzüchter nur wenige Stute decken konnte?
            Fragen über Frage, warum die Linien sich so entwickelt haben, wie sie sind und nicht anders.
            Man könnte auch fragen, was wohl passiert wäre, wenn Nogara Fairway nicht so penetrant abgelehnt hätte, daß man Pharos aus Ausweichdeckhengst nehmen mußte? Hätte dann Nearco auch der Welt seinen dicken Stempel aufgedrückt?

          • kassandro sagt:

            Ich stimme da mit ihrer Lehrmeisterin, der legendären Frau Haasler, vollkommen überein: Entscheidend sind nicht die Details des Wissens sondern dessen Struktur. Wenn man die verinnerlicht hat, kann man den Rest im Beddarfsfall alles nachschlagen oder heutzutage viel bequemer nachgooglen. So ist es auch bei meinem obigen Beitrag über den Tetrarch gewesen. Der Name war mir bekannt, auch das er so ein sagenhafter, ungeschlagener und kurios aussehender Zweijähriger war. Den Namen seiner berühmten Tochter hatte ich aber vergessen, wusste aber, dass es eine Beziehung zum berühmten Taj Mahal gab. Ich wusste auch, dass The Tetrarch denselben Züchter wie Dark Ronald hatte, einen gewissen Kennedy, und von da spannt sich eine lustige Präsidentenschiene nicht nur zu JFK sondern auch zu Trump und Macron, die ich noch gar nicht angesprochen habe.
            Meine Disziplin, die Mathematik, hat eigentlich nur oberflächlich mit Zahlen und viel mehr mit Struktur, nicht nur mit der Struktur hinter den Zahlen sondern vielen anderen Dingen innerhalb und auch außerhalb der Mathematik, wie z.B. der Physik. So steht die Mathematik im Zentrum der intelektuellen Wertschöpfung, wie ich so gerne sage. Mit anderen Worten hat mir das schon mein Vater, ein Bauingenieur, so vermittelt, wofür ich ihm außerordentlich dankbar bin. Struktur ins Chaos der Dinge und Phänomene zu bringen, damit man sie überhaupt irgendwie überblicken kann, ist das Wesen aller wirklichen Intelektuellen Tätigkeit und Mathematik ist nur deren tiefste und höchste Ausprägung.
            Auch unser allseits so geschätzter Dr. Richter, auch als Parlo bekannt, lässt sich hier einordnen. In seinem legendären Hauptwerk “Investieren in Vollblut: Prognose und Kontrolle der Renn- und Zuchtleistungen von englischen Vollblutpferden in Deutschland” hat er versucht einige Aspekte der Vollbutzucht zu mathematisieren und damit auch zu entgurufizieren. Da war er nicht der Erste, die Begriffe AEI und CEI sind hier einzuordnen, aber er ist sicherlich am weitestens in diese Richtung gegangen.

          • Un Coeur B sagt:

            Die Frage nach dem besten Vollblut aller Zeiten wird wohl nie zweifelsfrei und richtig beantwortet werden, die Mathematik auch nur sehr unzureichend, die Algorithmen der Buchmacher in Bezug auf Torquator Tasso versagten völlig, Marduk der beste Vollblüter aller Zeiten, eher nein.

          • Theo Epping sagt:

            War er nicht, steht da auch nicht :-)

          • Un Coeur B sagt:

            Man liest über einiges hinweg, weil Zeit immer knapp.

          • Theo Epping sagt:

            So ist das mit dem ruhigen Lebensabend, den gibt es genauso wenig, wie den besten irgendwas aller Zeiten.

          • Theo Epping sagt:

            Danke!

            Ihre Überlegung in Richtung Surumu ist gar nicht so falsch, zumal er aus der gleichen Mutterlinie stammt. Über seine Qualitäten gibt es keinen Zweifel. Das Marduk-Problem stand nicht auf zwei Beinen und betraf auch nicht nur Marduk, sondern den gesamten Erlenhof. Es gab keinen Nachfolger , der junge Thyssen-Erbe wollte Geld sehen und Herr Liebrecht dachte überhaupt nicht daran das Gestüt für diese Summe zu kaufen.
            Und dann noch die Ablehnung aus den eigenen Reihen.
            Ein prominenter Besitzer wollte in Iffezheit einen Marduk Sohn, aus einer hoch aktuellen und top Mutterlinie, kaufen.
            Ich bekomme jedes Jahr genug Marduks in den Stall, da musst Du nicht noch einen kaufen.
            Wir wissen alle, dass dieser Mann sehr deutlich und weit hörbar sprach.
            Das so ein Hengst nur ein besseres Pferd auf der Flachen, eben besagter Hengst, in Österreich hatte und einen über die Sprünge ist eigentlich gar nicht möglich.
            Allerdings ist er der Vater von Saite und durch sie kein total Versager.
            Was wahrscheinlich auch keiner weiß,
            Marduk ist der einzige Vollbluthengst der jemals DLG Gesamtsieger war.

        • Blücher sagt:

          Natürlich war der Schlieffenplan fehlerhaft und vor allem der lange rechte Flügel der Paris vom Westen umfassen sollte, war mit den damaligen Mitteln der Logistik kaum zu versorgen. Die Kriegserklärung an Rußland war nötig, weil das Bündnis mit Wien dies verlangte . Der Wahnsinn war dann, daß man Frankreich den Krieg erklären mußte, weil es keinen Plan gab, nur im Osten Truppen in Bewegung zu setzen. Man hätte dann Frankreich den Vortritt bei der Verletzung der Neutralität Belgiens lassen können.
          Das Problem war aber Österreich.Nach dem Attentat von Sarajevo war Rußland bereit, eine schnelle Strafaktion gegen Serbien zu tolerieren. Dazu war Wien aber wegen seiner extrem komplizierten Militärmaschiniere gar nicht in der Lage und als dann nichts kam, spielte Ruß´land die Panslavismus-Karte und tolerierte nichts mehr.
          Daß man dann verschiedene Möglichkeiten zum Frieden wie zB 1916 nicht genutzt hat, ist noch eine ganz andere Sache. Man ist in diesen Krieg ziemlich blöde rein geschlitterrt, auch weil man auf Wien nicht mäßigend einwirkte und am Ende fand man den Ausgang nicht mehr. Verschiedentlich auch aus Hochmut.

          • h.schmelz sagt:

            Feldmarschälle wohin man blickt. Dazu Meldehunde und Remonten. Geplatzte Pläne, Schlieffens Pläne, Emser Depechen, Das Haus am Pinnasberg. ElbschloßKeller. Dolchstöße durchs Gewand mit Kielersprotten und Malzbierersatz. Verruchte und verräucherte Bierkeller auf dem Weg zur festen Landsberg und greisen Reichskanzlern. Man fuhr gen Engeland volle Kraft voraus, dam the torpedoes.
            Die letzten Tage der Menschheit. Sie standen an, vorbei am Maschinenhaus.

          • Theo Epping sagt:

            Es ist beeindruckend, oder doch eher…
            erschreckend.

  2. h.schmelz sagt:

    Schuld war nur der Bossanova, der war Schuld daran.

  3. Frankfurter sagt:

    Herr Rumstich, es ist immer wieder interessant, welche Kuriositäten Sie aus Ihrem Archiv heraus fischen. Le Paillon ist wohl der mit Abstand verrückteste Sieger in einem großen Flach-Rennen. Cheltenham – Auteuil – Deauville – Longchamp. Das muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen!
    Ich möchte es mal erleben, wenn der Trainer einer siegreichen Stute (oder Hengst was unwahrscheinlich ist) in Cheltenham dem Reporter auf die Frage nach den weiteren Zeilen erklärt, dass man jetzt den Arc in Longchamp ansteuert. Dem Reporter wird dann nicht nur das Mikrofon aus der Hand fallen.
    So einen Sieger kann es aber wohl nur in so einer “verrückten Zeit” wieder der Nachkriegszeit geben!

  4. h.schmelz sagt:

    Marduk war ein unverdienter Derbysieger. Damit fängt es bereits an. Weil, eigentlich hätte Lord Udo gewinnen müssen. Aber Willie Carson ritt mit Scheuklappen, mit totem Winkel Richtung Links hinten. Er war schon hochgezogen, wie man oft sagt, aber eben nur in der Phantasie, als Joan Pall Marduk außen flott machte. Und Carson vermeintliche Gegner innen an den Rails suchte, wo aber keine kommen konnten. Derweil Peter Remmert eine Strafe absitzen mußte, was er aber oft tat. Zu Recht, wie ich denke. Eisenarm, na ja. Not my cup of tea, der Mann. Aber das führt in die Wilderness des Turfs. Marduk, der glückliche Derbysieger.

    • Theo Epping sagt:

      Das ist ja interessant, wo war Lord Udo, dem ich nichts nachsagen will,
      im Gr. P. von Baden zum Beispiel?
      Lord Udo war eins der klasse Pferde aus der Zeit, als mein Lehrherr
      Heinz Haasler in Röttgen verantwortlich war, auch wenn ein gewisser Cramer was anderes behauptet.

    • Blücher sagt:

      Ohne Fußball-WM hätte Marduk das Derby nie gewonnen. Denn am ersten Sonntag im Juli kurierte er noch die Folgen eines Unfalls aus. Wenn ich mich recht erinnere, dann war er mit der Startmaschine kollidiert.
      Unverdient? Sein Reiter hat alles richtig gemacht und der 4711-Jockey eben nicht. Ist es unverdient, wenn man von den Fehlern anderer profitiert? Den Röttgenern klebte im Derby das Pech an den Hufen. Seit 1959, damals als Schalke das letzte mal Meister wurde, gewann Uomo das Derby. Einer der wenigen Doppelsieger im Derby und im Alten Badener Jagdrennen. Jetzt ist dank klugen Trainings der Bann gebrochen.

      Verdient oder unverdient, die Engländer haben schon vor vielen Jahrzehnten festgestellt, daß der Derbysieg für das Pferd mit dem meisten Glück reserviert ist., Manchmal ist es dann auch noch der Beste des Jahrgangs. Ansonsten teilen Marduk und Lord Udo das Schicksal, in der Zucht kaum Spuren hinterlassen zu haben.
      Lord Udo brachte Solo, eine wuchtige Maschine, ziemlich unreif wurde er Vierter im Derby, gewann den Aral-Pokal überlegen und dann war es vorbei. Als Gesunder wäre das sicher eine Erfolgsstory geworden, aber es sollte nicht sein. Und viel mehr hat Lord Udo nicht gebracht, außer der Mutter von Belenus.

      • Theo Epping sagt:

        Der Unfall war ein Jahr vorher, deshalb ist er 2jährig nicht gelaufen.
        Hat letzten Sonntag nicht auch jemand gefragt:

        Wo kommt der denn her?

        Ist der Arc-Sieg von Torquator Tasso auch unverdient oder hatte damals jemand das falsche Pferd gewettet?

        Doppel- Derbysieger, da klingelt bei mir was.
        Irre ich mich oder hat Altrek auch zwei Derbys gewonnen?
        Das Italienische und das Östereichische habe ich in meinem Erinnerungsspeicher hinterlegt.

        • Theo Epping sagt:

          Na das passt doch wie die berühmte Faust auf’s Auge.
          Schnell Meister hat in Tokio ein Gr. II Rennen gewonnen, seine 4. Mutter ist Saite v. Marduk!

        • Blücher sagt:

          Stimmt leider nicht. Das Derby Italiano hat er gewonnen, aber das Freudenau-Derby hat in dem Jahr Ericson aus Neuss, trainiert von Georg Zuber gewonnen.

          Wie war das denn dann mit Altrek. Wer hat den nach Deutschland geholt, kann das Röttgen gewesen sein. Hinterher stand er in der Halbblutzucht, wenn ich nicht ganz irre. Wir hatten davon zwei im Stall. Hochveranlagte Dressurpferde, aber sowas von nervig, daß man sie kaum arbeiten konnte.

          • Theo Epping sagt:

            Wenn Sie sehen könnten, wie ich grinse!
            Ja, Altrek war ein feuriger Italiener und die meisten seiner Kinder konnten den Papa nicht verläugnen.
            Ich persönlich hatte nur eine Woche, in den Osterferien 1971, mit ihm zu tun, als ich im August meine Lehre antrat, war er schon den Weg allen irdischen, wie Sie es formulieren, gegangen.
            Nicht Röttgen, sondern Rheinberg hat ihn nach Deutschland geholt. Man war sehr stolz und hatte große Hoffungen in ihn gesetzt. Damals machte man noch keine Fruchtbarkeitsuntersuchung und das war das große Pech. Altrek machte in 2 Jahren nur 2-3 Stuten tragend.
            Herr Haasler wuste natürlich von der Misere seines Nachbarn und machte ihm ein Angebot, das der nicht ablehnt. Also wechselte Altrek nach Alpen. Mit viel Geduld und ein paar Trix, z.B. ließ man ihn mit den rossigen Stuten in einer großen Halle frei laufen. So kam man auf ein gutes Befruchtungsergebnis, 10 Jahre lang. 1971 blieben dann wieder die Stuten “leer” und auch in der Uniklinik Hannover wusste man keinen Rat.
            Ich habe gut ein Dutzend Altrek’s geritten, die meisten waren Trakehner, die waren alle sehr lebhaft, aber keiner war kaum zu reiten, gehört habe ich aber schon von solchen Problemen.

          • Blücher sagt:

            Wir hatten mal einen, der war erst bei Schmidtke (Lauvenburg). Schmidtke war genial, Reiter in der Großen Schulquadrille der Kavallerie-Schule, Ausbilder vieler Klassepferde und ein ziemlich harter Hund. Das ging gar nicht. Dann kam er zu Hoffmann. Hoffmann war der ganz Sanfte, aber selbst da ging es nicht. Dann kam über Graf Wengersky zu meinem Vater und da ging er im Schulbetrieb und war ein braves nettes Pferd, leicht zu reiten – solange man ihn nicht versammeln wollte. Dabei konnte sich der KErl bewegen, das war schon große Klasse.
            Der andere war nur kurz da, der fand schnell eine Liebhaberin als Reitpferd nur zum Vergnügen ….

  5. Un Coeur B sagt:

    Torquator Tasso not a good lookin’ Joe

    but TheOnlyOne of AberTausenden im Hundertsten

    Ark

    • Un Coeur B sagt:

      Er sieht auch gut aus, aber er heißt nicht Joe

      Wie viele Arc Aspiranten mögen es rund um den Globus sein

      In diesem Jahr kommen wieder etliche hinzu

    • Un Coeur B sagt:

      Im nächsten Jahr

    • Un Coeur B sagt:

      Jede Fohlen Geburt eine kleine Arc Chance

      • Theo Epping sagt:

        Sie haben recht, wenn man schon spintisiert,
        dann bitte ohne Einschränkung.

      • Un Coeur B sagt:

        Zu Herrn von Blüchers Schul Quadrille in Lauvenburg fällt einem nicht viel ein, eigentlich gar nichts, aber so ist das zuweilen.

        • Blücher sagt:

          Kleines Mißverständnis. Vor 1945 war Schmidtke an der KS in Hannover bzw an der Heeres-Reit- und Fahrschule in Krampnitz und dort Reiter der Schulquadrille. Als Mannschgaftsdienstgrad an die KS zu kommen, war schon eine Auszeichnung und dann noch in der Schulquadrille zu reiten, war etwas besonderes!

          • Theo Epping sagt:

            Nur leider hatten diese Leute kein Verständnis und keine Verwendung für eigenwillige Pferde, dort hieß es: Vogel friss oder stirb. Die Pferde hatten zu gehorchen, zu funktionieren, davon konnte das Überleben abhängen.
            Eigenwilligkeit bei Ross oder Reiter war unerwünscht. Diesen Drill haben viele Reiter Zeit ihres Lebens nicht wieder abgelegt.

          • Blücher sagt:

            Jein. Sie haben natürlich recht, daß bei der Truppe vom Gehorsam des Pferdes das Überleben des Reiters abhängen konnte. Keine Frage, wobei die Pferde, die nach 1942 zur Truppe kamen, teilweise “problematisch” waren. Es gab da Solche und Andere, wie überall. Schmidtke war, wie mein Vater immer Sagte, zeitlebens Wachtmeister geblieben. Ein Schleifer von Pferd und Reiter gleichermaßen. Wer bei Schmidtke in die Lehre ging, mußte ein sehr dickes Fell haben. Wenn er dann noch Talent hatte, war eine große Karriere vorgezeichnet. Ein früherer National-Trainer der spanischen Dressurreiter ist ein Schmidtke-Schüler.
            So schlecht ging es den Pferden in Friedenszeiten bei der Truppe nicht. Und natürlich geht es Torquator-Tasso besser. Er ist der Star in einem Luxus-Segment und Truppenpferde waren Arbeitspferde. Und früher sah die Welt, was die Gebrauchspferdehaltung betraf, sowieso ganz anders aus.

          • Theo Epping sagt:

            Ich will und werde nicht den Stab über diese Zeit brechen, bezüglich des Umgangs mit den Pferden und Tieren generell, das ist genauso kindisch, wie die Vorstellungen mancher heutigen Gutmenschen.
            Unsere Vorfahren hatten natürlich nicht die heutigen medizinischen Kenntnisse, aber so mancher kleine Bauer hätte die heutigen Hippologen ziemlich alt aussehen lassen. Der Umgang mit den Tieren war gewiss, aus unserer Sicht, sehr “rustikal”, nichts desto Trotz war ihr Miteinander und für einander sehr viel inniger, die Tiere waren nicht nur Arbeitskräfte und Nahrungsmittel, sie gehörten dazu.

            Den, uns Kindern wurde der Satz eingebläut:

            Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt genau wie Du den Schmerz!

            Also nein, es war nicht meine Absicht jemanden anzuklagen, es war lediglich meine Wahrnehmung im Umgang mit Kavallerie Angehörigen und Menschen vom alten Schlag. Ich sage jetzt einfach wie ich das sehe.

            Der Umgang mit den Tieren war realistischer, das Tier war Tier und wurde nicht vermenschlicht.

          • Blücher sagt:

            Man kann das nicht vergleichen. Die Ställe damals waren teilweise dürftig – aber die Pferde waren den ganzen Tag unterwegs bei der Arbeit. Und die Wohnungen waren auch viel bescheidener. Ich habe das in den frühern 80ern in Polen erlebt. Ich fand auf einem Bauernhof den Pferdestall ganz fürchterlich – bis ich das Bauernhaus von innen gesehen hatte. Mein Vater sagte ich immer, das ist nicht schlimm, das ist nur konserviert wie es früher in ganz Deutschland war.
            Ja sicher gab es damals eine andere Härte, als das heute der Fall ist. Aber das Leben insgesamt war viel härter. Und natürlich gab es damals Menschen, die übertrieben haben, die maßlos waren. Heute wird das sanktioniert, damals nur in seltenen Fällen.
            Die Zeiten waren anders. Es war nicht alles die gute alte Zeit, aber es war auch nicht die schlimme Zeit, wie uns die Gutmenschen erklären wollen.

          • Theo Epping sagt:

            Dem muss man nichts mehr hinzufügen,
            eins vielleicht doch noch.
            Wenn ein Mensch mit einem Tier so umgeht, wie es die Tiere untereinander tun,
            zum Beispiel:
            Sehen sie sich mal eine Fohlenstuten Herde auf der Koppel an, wie ruppig die Stuten mit den Fohlen umspringen da fliegen öfter mal ganze Büschel Fohlenhaare durch die Luft und ein Hautfetzen ist schon mal dabei.
            dann hat er ganz fix eine Anzeige am Hals.

          • Blücher sagt:

            Oder wenn die Junghengste mal die Rangordnung in der Herde klären, da fließt auch schon mal Blut.

  6. Un Coeur B sagt:

    Und das Video vor dem Arc, mit Herrn Weiß und Torquator Tasso, abseits der Schulquadrillen, fast schon ein kleines Idyll, ein sehr angenehmer Trainer mit einem sehr angenehmen Pferd, das von den Möhren gar nicht genug bekommen kann, man freut sich mit und für den Trainer über den Arc Sieg, alles richtig gemacht, Trainer, Pferd und Jockey, und vor allem auch das Gestüt Erftmühle, Letzteres mehr als der Züchter…look at Adayar, three, four lengths voraus, etwas später, Adayar is paddling, Torquator Tasso run a big race, Torquator Tasso has won it, for Germany, oh my goodness, der andere Brite, Oh du meine Güte, das alles vergisst man nicht so schnell, wird man nicht so schnell vergessen, Torquator Tasso hat es besser als die Pferde der Schulquadrillen.

  7. h.schmelz sagt:

    Schreibste mir, schreibste Dir, schreibste auf MK Papier. Denn siehe: Wer schreibt, der bleibt.

    • Un Coeur B sagt:

      Und der, der bleibt, schreibt dann Dir dann auch ‘mal, vielleicht.

      • Theo Epping sagt:

        Das kann man sich aber nicht aussuchen, weder ob, noch was.

      • Un Coeur B sagt:

        Nein, im grunde kann man sich gar nichts aussuchen und zusammen basteln, ich werde mir eine Stute aus der Allegretta Linie kaufen, sie zu Adlerflug bringen und den Arc gewinnen, so funktioniert das nicht, zumindest nicht mit Vorsatz.

      • Un Coeur B sagt:

        Alles nur vorgegeben, der freie Wille nur eine Chimäre.

        • Theo Epping sagt:

          Wenn alles vorgegeben ist, funktioniert es ja doch, wie oben beschrieben.
          Das es der freie Wille ist bestweist die Entscheidung, kaufe ich die Stute oder nicht, gebe ich sie zu Adlerflug oder nicht, biete ich den Jährling in Baden Baden an oder nicht u. s. w.

        • Un Coeur B sagt:

          Wie gesagt, es kommt einem nur so vor, dass das Bewusstsein den neuronalen Prozessen vorrangig ist, das kann aber nicht sein und ist nicht so, vor ca. 20 Jahren gab es die Versuche, die belegten, dass der vermeintlichen Entscheidung immer ein Impuls vorgeschaltet war, in der FAZ daraufhin ein großer Artikel mit einem großen Foto, ‘Wir alle nur Marionetten? , irgendwie so, wenn niemand für sein Verhalten verantwortlich wäre, so was von Wahrheit würde ja in keine Realität ‘reinpassen.

          • kassandro sagt:

            Ja unser armes Coeurchen. Die fixe Idee, dass alles deterministisch abläuft und somit vorbestimmt ist, lässt ihn einfach nicht los. Immer wieder muss er diese vermeintliche Weisheit hier anbringen. Auch dagegen kann er nichts machen. Am Ende dreht sich alles im Kreis:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Ewige_Wiederkunft

          • Blücher sagt:

            Gemach Gevatter. In diesen Heiligen Hallen streiten wir um die Sache aber nicht mit persönlichen verschossenen Giftpfeilen.

          • Theo Epping sagt:

            Wissen Sie, Kassandro, auf dünnem Eis sollte man besser keinen Step tanzen.

      • Un Coeur B sagt:

        Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

        • Theo Epping sagt:

          Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Sie oder ich nicht verantwortlich sind, für den Unsinn, den wir verzapfen.
          Da machen Sie es sich etwas zu leicht.

          Wir sind nicht entschuldigt für unsere Taten, weil ein anderer Sie Vorbestimmt hat. Da würde ich eher den Bolzenschussaperat für mich benutzen.
          Ich bin der Entscheider meines Lebens, so unerfüllt es auch sein mag.
          Es wäre nicht schlecht, entlich mal Position zu beziehen.

  8. Old Vollblut sagt:

    Falls es noch nicht jeder im TT-Newsletter gesehen hat, hier der Link auf die Webseite mit dem Beitrag zu den Arc-Sensationssiegern: https://www.turf-times.de/tt-artikel/star-appeal-topyo-und-anderen-arc-sensationen

  9. Un Coeur B sagt:

    Adlerflug ein Chestnut, Torquator Tassos Mutter auch ein Chestnut, Tucana ein Chestnut, wie Acatenango und Surumu, Turbaine und Allegretta Chestnuts, Lombard und Anatevka beide Chestnuts, Tijuana-Tucana-Turbaine-Allegretta-Anatevka-Almyra 6x durch die Bank chestnuts, wie war die Farbe Urban Sea’s eigentlich, ich meine sie wäre auch chestnut gewesen, Patti Scialfa, die Frau Springsteens auch etwas chestnut.

    • Theo Epping sagt:

      Zaungäste wissen das wohl nicht, können es vieleich nicht wissen, obwohl, könnten schon, allso das was jeder Stift im ersten Lehrjahr lernt:
      Fuchs mal Fuchs, gibt immer Fuchs.
      Was die Datei angeht, sollten Sie wohl noch mal überdenken.
      Ihr ganzes Weltbild beruht doch auf sowas, Daten und Erkenntnisse anderer.

    • Un Coeur B sagt:

      Ohne festgefahrene Daten vielleicht alles doch ein wenig besser und schöner, mehr Raum zum Spekulieren, Fuchs mal Fuchs gleich Fuchs, definitiv, irgendwie ernüchternd und auf Dauer langweilig, alte Herren auf der Suche nach den verlorenen Zeiten, ohne Datenbanken, nur in der Erinnerung, vielleicht doch schöner.

      • Theo Epping sagt:

        Die alten Herren auf dem Sofa sind 100% nur eine Randgruppe dieser Datenbank. Die Hauptnutzer sind Käufer und Züchter und Medien… Heinis auf der Suche nach schnellen und umfassenden Informationen.

      • Un Coeur B sagt:

        Ja, der Zaungast, vor dem Zaun, außen vor, der eine oder andere der Zaungäste konnte sich vorstellen, was hinter dem Zaun so abging, dass man sich dann sehr oft an den Kopf hätte fassen mögen, wenn nicht gerade eine Kamera vorgeschaltet war, Consul Mehl war dann eher Zaunkönig, bzw. seine Gattin Frau Mülhens die Zaunkönigin, sie soll am Ende alles nur noch aus ihrem Bett gemanagt haben, sie wusste ja, wie es auf ihrem Gestüt aussah und was da so abging, ob das alles so stimmte mit Frau Mülhens, schwer zu sagen, aber Management aus dem Bett als Option, das möchte man gern glauben, so was möchte man gern glauben.

        • Theo Epping sagt:

          Das können Sie getrost so glauben, sie hatte ja in ihrer Nichte, Beatrix Mühlens Klemm, eine kompetente und zuverlässige Assistentin, die auch nach Frau Mühlens Tod den Betrieb eine Weile geleitet hat.

        • Un Coeur B sagt:

          Das weiß ich nicht, ob sie kompetent und zuverlässig war, wenn Sie das sagen, glaube ich Ihnen das, als Zaungast ist alles einfacher, man kann sich frei und unbekümmert auf den Rennbahnen bewegen, muss nicht auf diesen oder jenen Rücksicht nehmen, wird nicht wie Herr Schmelz aus sicherer Distanz von Damen aus Aschaffenburg kritisch beäugt, und viel Zaun gibt es auf den Rennbahnen eigentlich auch nicht, vielleicht an Führring oder Waage, den man aber locker kompensieren tut.

          • Theo Epping sagt:

            Ich stehe seit fast 30 Jahren auch nur noch an Zaun, lang Zeit hat es sehr weh getan, heute ist es nur noch Schei…!

          • Un Coeur B sagt:

            Ja, das kommt hinzu, das Schöne der Vergangenheit, plötzlich weg.

            eigentlich wollte ich schreiben

            Man hat einen richtigen Namen, ist aber irgendwie inkognito unterwegs, auf Deutschlands Rennbahnen.

            das passt jetzt nicht mehr so ganz

          • Theo Epping sagt:

            Ganz im Gegenteil, jeder hat einen Namen und sollte ihn nennen. Nirgendwo ist man einsamer, als in der Masse und nirgendwo ist man weniger, als im Internet mit falschem, also, ohen Namen.
            Was ist Torquator Tasso ohne seinen Namen?

          • Un Coeur B sagt:

            Heinz Jakobs, eigentlich mit c, der Standesbeamte hatte sich in den 30er Jahren verschrieben, sagt Ihnen der Name etwas, nein, wie denn auch, irgend wie weitläufigst wohl mit Walther J. Jacobs verwandt, Gut Jacobs auf der Warthe nahe Paderborn, da kommen sie wohl her, die einen ins Ruhrgebiet verschlagen, die anderen nach Bremen.

          • Theo Epping sagt:

            Na klar sagt mir der Name etwas, da ist ein Mensch, der zu sich steht. Niemand hier im Blog hat je von mir gehört, dennoch hat jeder sein Bild von mir und das würde höchstwahrscheinlich nicht anders sein, wenn man sich persönlich kennen würde. Mit Theotor kann ich gut leben,
            Coeurchen würde mich da schon etwas ärgern.

          • Un Coeur B sagt:

            Im Oberharz ist viel Inzucht.

            Aber auf youtube ein Drohnenflug über Gut Warthe, Herr Jacobs kokettierte ja oft damit, dass er im grunde von einem Bauerhof käme, gut möglich, dass da auch seine genetischen Wurzeln lagen, der Bruder meines Vaters hatte im Alter verblüffende Ähnlichkeit mit Acatenangos Eigner…. aber in den 50/60er Jahren war alles dort viel schöner und anders, Autobahn hat alles kaputt gemacht.

            http://www.youtube.com/watch?v=3tkpq31vCuA

  10. Un Coeur B sagt:

    Blüchers Datenbank…gut und schön…etwas für alte Herren, die auf der Suche nach vergangenen Zeiten ins Stolpern geraten, Torquator Tassos Sieg schöner als von Blüchers Datenbank, wird sie dann vom Erfinder nicht mehr gepflegt, der Tag wird kommen, auch sie nur noch ein Relikt der Zeit Geschichte.

    • Blücher sagt:

      Nur mal so am Rande. An guten Tagen haben wir 200 Besucher – aus aller Herren Länder. Echte Besucher, keine Bots. Die Woche vor dem Arc und bei anderen Großereignissen merkt man die Zugriffe bei der Performance teilweise sehr deutlich!
      Und um den Fortbestand machen Sie sich mal keine allzu großen Sorgen. Der Junior ist schon involviert.

      • Theo Epping sagt:

        Hin und wieder bekomme ich so Anwandlungen, dann gehe ich zu den Stammtafeln und gebe Namen ein von Pferden mit denen ich zu tun hatte. Einfach nur um zu sehen ob sich noch was tut. Manchmal habe ich auch nur so ein Gefühl bei einem Namen und siehe da, meist taucht dann weiter hinten eine alte Bekannte auf.
        Ich finde das jedesmal sehr schön.

        • Blücher sagt:

          Bei “alten” deutschen Pferden tut sich im Moment ziemlich wenig. Die Nachkriegszeit ist “komplett” die Zeit vor dem Krieg hat Lücken, die nur mit neuen Rennkalendern gefüllt werden kann, die im Moment nicht auf dem Markt sind.
          Hier und da finden sich Ergänzungen zu Pedigrees. Der Fokus ist im Moment aber Europa und da finden man dann im mer wieder deutsche Blutlinien.

          • Theo Epping sagt:

            Mit, ob sich was tut, meinte ich , ob die Stutenlinien noch aktiv oder versiegt sind, manchmal ruhen sie aber auch nur.
            Bsp.: Birthday Moss – Fanfalle – Krönungspracht – Napolitana – Nostrana – Ultima, alles Stuten mit überdurchschnittlichen Nachkommen, sie haben eins gemeinsam, momentan tote Hose.

          • Blücher sagt:

            Die Familie der Krönungspracht lebt in Karlshof eigentlich recht gut. Die anderen genannten Stuten leiden alle darunter, daß sie das Heimatgestüt verloren haben. Und heute verabschiedet man sich recht schnell von einer Familie, wenn zwei Generationen nichts Nennenswertes gekommen ist.
            Apelt äußerte einmal, daß die Familie der Schwarzgold heute wohl nicht so groß geworden wäre, weil man die Geduld von damals heute nicht mehr hat.
            Bei Nostrana nehme ich an, daß Sie Nebos Mutter meinen. Da ist in der Tat nicht mehr viel gekommen. Aber gehen Sie zur Nella da Gubbio zurück, die man ja als Stammutter des dt. Zweigs der Catnip sehen muß, dann finden Sie eine blühende Linie.

          • Theo Epping sagt:

            Himmel ja, Kaiserzeit ist mir ganz entfallen,
            Neckar mal Orsini.
            Nostrana war nach Nebos nur noch ein mal tragend von Dschingis Khan, das war 1978 – 1979.

      • Un Coeur B sagt:

        Nein, keine Sorgen, alles wird gut, und ist gut.

        Seinen Kritikern antwortete Buffett: Wir stehen modernen Industrien offen gegenüber, wie wir auch die Eroberung des Weltraums bestaunen.
        Nur mitfliegen wollen wir nicht!

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