Relaunch Deutscher Galopp – ein paar aufgeschnappte Meinungen

Turfdeutschland organisiert sich – mal wieder – neu und neben einer neuen, hier bereits kritisierten Struktur, wurde auch der Internetauftritt mit allem,was dazu gehört, neu gestaltet. Ich war ja nie ein Freund von German Racing, weil ich die Anglismen nicht leiden kann, aber wenn ich das neue sehe, dann sehne ich mich nach der alten Seite zurück.

Abgesehen davon, daß es bei der Markenpflege eine sehr gefährliche Operation ist, sowohl Namen als auch Erscheinungsbild einer Marke komplett zu ändern, kann man über die jetzige Darstellung sehr geteilter Meinung sein. Aus Raider wurde Twix, aber das Erscheinungsbild des Schokoriegels war im gleichen Design geblieben, nicht so bei den Galoppern.

Wir haben uns deswegen im pferdeaffinen Bekanntenkreis ein wenig umgehört und folgende Antworten bekommen.

  • Das ist kein Logo, das ist ein Piktogramm. Wofür soll das stehen? Ein Pferd ist nicht zu erkennen.
  • Das Pferd ist „negativ“ dargestellt. Die Ohren sind angelegt, „positive“ Pferdeohren zeigen nach vorne. „Mit gespitzten Ohren“.
  • Was soll die Kugel da? Ist das der Mond über dem Berggipfel (das wurde O-Ton so gesagt)
  • Die Webseite ist jetzt Klicky-Bunti. Hat da ein Praktikant mal ausprobiert, welche Farben man auf einer Webseite verwenden kann, ohne sie komplett unleserlich zu machen?

Und das Statement „Mit Herzblut für Vollblut“. Ist das aus der Herzschmerz-Serie des ZDF am Sonntag Abend? Rosamunde Pilcher et al? Oder ist das aus der Werbung von Doppelherz, „Mit der Kraft der zwei Herzen“? Oder hat man den Slogan im Wendy-Forum geklaut?

Und das dazu veröffentlichte „Manifest Deutscher Galopp“ – ich lese da immer nur „wir …wir… wir“ oder “ich, ich, ich”. Wir beschäftigen uns erst mal mit uns selbst und störende Kunden und Interessenten können wir dabei nicht gebrauchen. Wir rechtfertigen uns, für das, was wir tun, wir fühlen uns in die Ecke gestellt etc. etc. Man könnte auch sagen, das Manifest ist ein Kniefall vor Peta. Das hat der Galopprennsport nicht nötig – nicht ansatzweise!

Und der Besucher? Wo wird auf der Webseite der Besucher angesprochen, wo wird man neugierig auf Pferderennen gemacht. Galopp-Rennen ist seit ewigen Zeiten eine Leistungsprüfung für Sportpferde und gleichzeitig ein gesellschaftliches Ereignis, daß alle Klassen einer Gesellschaft miteinander verbindet. Galopprennen ist Freizeit für Kumpel und Könige. Okay, Kumpel haben wir kaum noch in Deutschland und Könige leider (sic!!) auch nicht mehr! Aber die Idee, daß sich auf der Rennbahn der einfache Mann mit dem Vertreter der großen Gesellschaft trifft, wird auf der Rennbahn immer noch gelebt.

Die ehemalige Produktmanagerin der SparkassenCard, der Chipkarte mit der größten Verbreitung im deutschen Finanzwesen, fragte dazu:
Woran soll der Besucher den Sport wiedererkennen? Als was soll der Besucher die Marke verstehen? Nach knapp 10 Jahren soll sich der Besucher komplett neu orientieren, neues Logo, neue Farben … hmmm Wo stehen die Alleinstellungsmerkmale des Sports? Was ist die besondere Faszination des Galoppsports? Warum sind Pferderennen interessanter als andere Sportarten? Warum geht man mit der Familie am Wochenende besser auf die Rennbahn als ins Fußballstadion?

Warum soll ich auf Pferde am Toto setzen und nicht auf das Ergebnis eines Fußballspiels setzen?

Für Insider ist Galopprennen der großartigste Sport auf der Welt – aber bei Deutscher Galopp spürt man nichts davon, nichts, gar nichts. Wo ist die Dynamik des Vollbluts zu spüren, wo die Leidenschaft auf der Rennbahn?

Ich frage mich, wer hat das zu verantworten? Ich plädiere dafür, den Projektmanager nach Sibirien zu verbannen – 20 Jahre mindestens!

Einzig positiv ist, daß der Rennsport für diese Übungsveranstaltung einer Markenagentur ein Honorar von 60.000 Euro erhalten haben soll. Ist ja immerhin etwas Geld in die Kasse!

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57 Antworten auf Relaunch Deutscher Galopp – ein paar aufgeschnappte Meinungen

  1. Pferdebesitzer sagt:

    Da haben Sie aber verdammt hart gegen die Herren beim Direktorium (heißt ja nicht mehr so) geschrieben. Aber ich kann Ihnen nicht widersprechen. Alles was Sie sagen, ist richtig! Gäbe es nicht die Möglichkeit, in Frankreich zwischendurch mal einen ordentlichen Geldpreis zu gewinnen, hätte ich die Pferde schon längst abgeschafft.

    Allerdings wären 10 Jahr Sibirien ausreichend, länger halten die Jungs aus Köln das doch eh nicht aus.

    • Theo Epping sagt:

      Ich denke auch, dass er ziemlich recht hat, außerdem denke ich, dass diese traurigen Zustände sich nicht ändern können, solange überall nur gesichtslose Pferdebesitzer und co. rumlaufen.

  2. Blücher sagt:

    Interessanterweise hat Thalia die gleiche Farbkombination grün-blau, wie sie jetzt der Galopp-Rennsport verwendet. Das eine ist Sport, das andere ist Versandhandel/Buchhandel. Ob es damit Probleme geben kann?

    https://www.thalia.de/shop/home/show/?ProvID=10907020&gclid=Cj0KCQiApt_xBRDxARIsAAMUMu_iIjr_kYIs0tZt2zzKR9qeebzkBX5-y_eOIPyIX8QTIb40iGpdtd4aAs54EALw_wcB

  3. Frage sagt:

    Einzig positiv ist, daß der Rennsport für diese Übungsveranstaltung einer Markenagentur ein Honorar von 60.000 Euro erhalten haben soll. Ist ja immerhin etwas Geld in die Kasse!

    Wo findet man eine solche agentur? die geld bezahlt das sie arbeiten darf? die dürfen dann auch gerne meine rennfarben entwerfen, wenn sie die trainingskosten und kaufreis des pferdes übernehmen.

    • Theo Epping sagt:

      Gut aufgepasst, er sie es Frage, habe mich schon gewundert wo sie bleibt.
      Allerdings frage ich mich, warum man diese Frage nicht unter seinem echten Namen fragen kann? Ist doch fraglos eine berechtigte Frage.

    • Blücher sagt:

      Da sollten Sie einfach mal beim Direktorium anfragen, wie so etwas vertraglich gestaltet werden kann. Die können da besser Auskunft geben, als ich das kann.

      • Theo Epping sagt:

        Direktorium heißt das doch nicht mehr. Ob ich mich wohl je daran gewöhnen werde nicht mehr Direktorium zu sagen und denken??

  4. h.schmelz sagt:

    Wieso sollen Sie nicht denken, was Sie denken? Die Gedanken sind frei, immer dran denken!

  5. Theo Epping sagt:

    Nicht nur die Gedanken, laut Un Coeur B auch die Taten, allerdings nur unter Beachtung der Regel, sich nicht erwischen zu lassen. Nicht ganz neu und immer noch genauso fragwürdig.

  6. h.schmelz sagt:

    Auf geht’s, Deutscher Galopp!
    Eine neue Marke für den Galopprennsport – das steht für uns auch für den Austausch mit Euch. Danke dafür. Wir haben gelernt: Unser Manifest muss diejenigen stärker in den Fokus rücken, die hinter den Kulissen „alles am Laufen halten“. Deshalb hier das Manifest Deutscher Galopp 2.0

    “Wir sind Züchter und Besitzer.
    Wir sind Beschäftigte und Aktive.
    Wir sind Jockeys und Trainer.
    Wir sind Rennvereine und Wetter.”

    So geht es jetzt los – Beschäftigte und Aktive. Immerhin hat man reagiert, aber Beschäftigte und Aktive ist wieder schwachbrüstig, weil Aktive inklusiv ist, also auch Trainer und Jockeys, und weil niemand im Sport von Beschäftigten redet, wenn Pfleger gemeint sind, meinetwegen auch Stallpersonal. Das ist alles ein Zeugnis der tiefen Unkenntnis des Sports und seiner Systematik. Ich schätze, Herrn Pommer wird es als ersten umhauen, a la Halm. Wenn er so weiter macht. Dann wird Vesper folgen, weil das Geld alle ist.

    • Theo Epping sagt:

      Auf jeden Fall bleibt dann alles in Bewegung, denn Stagnation ist ja bekanntlich Rückschritt. In diesem Sinne… Glück auf! Petri Heil! Oder doch: Hals und Bein!

      • Theo Epping sagt:

        Henk Grewe der neue Held im Trainerlager, mit 73 Siegen war er der erfolgreichste unter ihnen. 29 Zweijährigen Erfolge garantieren seinem Nachwuchs ein gesundes, verletzungsfreies Leben. Toll, weiter so!!

  7. j.w. sagt:

    klappt nicht. dann bitte löschen …

  8. Hubertusjagd sagt:

    Schmelz war 10 Jahre lang Hinterbänkler im BV-Vorstand von Ostermann & Friends.

    Nicht Gutes hat man damals von ihm gehört. Seitdem er aus gesundheitlichen Gründen aus diesem Gremium ausgeschieden hat, bietet ihm der Blücher-Blog die Gelegenheit für große Auftritte in altbewährter Schmelzweise. Denn anders kann er nicht: Sachfragen werden von ihm stets zu Personalfragen aufgebauscht und umgedeutet.

    Die Problematik um neuer Verbandsname, Logo, Motto, Manifest zeigt einmal mehr, woran es im deutschen Galopprennsport hapert:

    Man redet nicht (konstruktiv) miteinander, sondern (diskreditierend) übereinander. Die „große Rennsportfamilie“ existiert in wirren Hirnen nur, wenn die vermögenden Unvermögenden das Geld anderer Leute einfordern zum Weiterbetrieb ihres geerbten Luxushobbys, bei dem sie auf internationalem Parkett („auf höchstem Level“) mehr denn je hinterher laufen.

    Es lobt sich der dt. Galopprennsport selbst mit den vielen hervorragenden Persönlichkeiten und großen Talenten, über die er angeblich verfügt. Doch wo sind diese, wenn man sie bräuchte? Dann greifen die hohen Herren auf externe Beratung zurück um sich „zeitgemäß neu aufzustellen“. Dabei wäre die ganze Sache billiger und möglicherweise besser im Ergebnis gewesen über einen Kreativitätswettbewerb innerhalb der großen Familie mit allen ihren Begabungen.

    Doch was regt sich das Turfvolk der großen und kleinen Schmelze auf, wenn das Beratungs-Ergebnis von der kopfstarken DVR-Mitgliederversammlung offenbar unkritisch abgenickt wurde?

    Ist es aber die Schuld der Pommers und der Vespers, wenn das Manifest weiterhin sprachlich holpert? Weil die deutsche Sprache keinen treffenderen Ausdruck entwickelt hat als das sperrige „Stallpersonal“; wenn „Pfleger“ und „Betreuer“ ebenfalls nicht passen wollen, weil diese Begriffe Prekariat, Leiden und Siechtum und nicht Athletik, Hochleistung, Dynamik und Lebensfreude assoziieren.

  9. Un Coeur B sagt:

    Und immer wieder fällt der Name Schmelz, von Blücher würde ihm hier eine unangemessene Plattform geben, kann die verkorkste Galopp Situation dadurch überhaupt noch schlechter, schlimmer, werden, eigentlich nicht, absurdes Theater.

    • Blücher sagt:

      Das ist im Rennsport so wie in der Politik. Frei nach Tucholsky: Nicht wer den Schmutz macht, ist der Böse, sondern wer auf den Schmutz hinweist, wird als Böser an den Pranger gestellt.

  10. Un Coeur B sagt:

    Galopp war immer ein Ausgleich für den Alltags Trott, ein Faszinosum, das die persönlichen Probleme etwas vergessen ließ, damals besonders die Mittwoch Renntage, die Ruhe und Beschaulichkeit der Rennbahnen vor den Rennen, nicht dieser Graus der Sponsoren Renntage, BMW Renntag in Düsseldorf, Kind und Kegel, die einem keinen Platz und Muße lassen, Faszination Galopp nur noch ein Relikt der Vergangenheit – es war mal schön, Faszination und Faszinosum, blowing’ in the wind.

  11. h.schmelz sagt:

    Die Zeit vergeht. Die Raumzeit, um genau zu sein. Hermann Minkowsi hat sich das ausgedacht, die Zeit als Verbindung von Ereignissen von hier nach später. Quasi als Vector. Da hilft nur der Computer im Kopf, als Instrument der Erinnerung, der verknüpft und relativiert. Der Osterhasen Renntag in Bremen, mit Schokoeiern und Milka, dann der Haribo Stand und das Pony Reiten neben der Hüpfburg am Eingang, Albers Wettannahme, Lirung im Bayeff Rennen sowie Belenus und Indikator später. Es sind die Kontraste, die interessant sind. Heute ist nur noch eine Brache übrig.

  12. Un Coeur B sagt:

    Möbel Ostermann in Witten, Fredi Ostermann, sein Sohn Manfred, Heinz Wewering Anfang der 70er Jahre mit seinen Faxen in Dinslaken, damals im westdeutschen Alltagssport Vico der ewige Gegenspieler von Un Coeur B, Vico, Stall Cortina, nach dem Tod ihres Mannes Doris Wilhelm Eignerin des Stalles Cortina, Heinz Wewering dann längere Zeit mit Doris Wilhelms Tochter liiert, später mit Afsoon Amirfallah, Fredi Ostermanns Sohn Manfred heiratete dann und später Doris Wilhelms Tochter, die erste Frau Heinz Wewerings…eine trab und galopprennsportliche Symbiose………mehr Geschick als Schicksal.

  13. h.schmelz sagt:

    Witten ist ja eigentlich nichts anderes als eine zersiedelte Landschaft, irgendwie eingeklemmt zwischen Ruhr und Bergischem Land und dem Westfalen Stadium. Eine Privat Universität und ein Möbelhaus in Annen. Der Rest ist viel Schweigen.

    • Theo Epping sagt:

      Ich kann gar nicht genug kriegen, von all der Ruhe und Idylle.
      Ein Freund dagegen sagte einst:
      “Mach doch mal das Radio an, ich werde ganz kribbelig von all der Ruhe hier!”

      • Un Coeur B sagt:

        In Witten-Annen geht es Richtung Ruhr ziemlich stark bergauf, schnell wird es dann , als wäre man im Bayrischen Wald, ruhig, idyllisch, kaum eine Menschenseele.

  14. h.schmelz sagt:

    Ich habe den Anstieg mal gemessen – es geht bei Witten bis fast 200 Meter über n.N. Dann kommt das County Hagen. Weiter oben nach links gehts zum Gestüt Wittekindshof. Da pfeifft der Wind brachialisch. Besonders im Februar. Das nämliche Hotel von Herrn Miebach an der B1 kenne ich nicht. E sah von ferne oft gediegen und altbacken aus, Schmiedeeisen mit Kupfertraufe.

    Der Flughaven Dortmund hingegen strahlt Future aus, Raum Patrouille Orion, wem das was sagt. Eine Serie aus dem Märchen, aus den Welten Hermann Minkowskis und Richard Feinmans, obskure Teilchen virtueller Art, die rückwärts fliegen, wenn man Feinman glaubt.

    Benno Sterzenbach hat einen üppigen Raumgeneral in der Serie Orion gegeben, und meine Mutter kannte ihn, weil er in Hannover oft die Matjessaison auf der Treppe des Schauspielhauses eröffnete. Er schluckte freihändig den angeblich ersten Matjes der Saison mit Haut und Haaren runter, und meine Mutter war hin und weg. Meine Schwester nannte die Serie Raumpitrulle. Es muß die Zeit von Goldbube gewesen sein.

    Alles hat seine Zeit, jedoch nimmt die Zeit keine Rücksicht auf unsere Befindlichkeiten. Es geht weiter, ob man will oder nicht. Am Ende siegt die Entropie.

    • Theo Epping sagt:

      Wie immer sehr anschaulich, Ihre Reisebeschreibung, h,schmelz.
      Da Sie den Wind so zeitgenau, wenn auch nicht unbedingt richtig, beschreiben, gehe ich davon aus Sie waren nur einmal im Februar dort. Nun ja, das Sauerland ist rauer als das Hannoverland, seine Pferde sind dennoch genauso erfolgreich.

    • Un Coeur B sagt:

      Goldbube ! , so lange nicht mehr an ihn gedacht.

  15. Un Coeur B sagt:

    Goldbube in all den Jahren in irgendeiner Ecke des Unterbewußtseins, gibt es eine schöneren Namen für einen Galopper, Goldbube, auch damals in Wambel sehr präsent, wer waren damals seine Gegner, Fant, Basalt… mal nachschauen.

  16. h.schmelz sagt:

    “20 Längen Vorsprung im legendären Matchrace (nur zwei Teilnehmer im Rennen) zum Criterium International (Gr. I) in Paris 2019 machen Alson zum gewinnreichsten zweijährigen deutschen Rennpferd aller Zeiten. Beim Sieg im wichtigsten Rennen für zweijährige Pferde in Europa sitzt Franki Dettori im Sattel………”

    So wirbt “Deutscher Galopp” für die Wahl zum Galopper des Jahres.

    “Franki” ist die deutsche Fassung des englischen Frankie, wie der Mann weltweit geschrieben wird. Es ist die Fassung des “Deutscher Galopp”. Es ist schlechtes deutsch, weil es nicht wiedergibt, was es vorgibt zu kennen. Nämlich den Namen.

    Dann wird insinuiert, es handele sich um ein Match Rennen, ein legendäres zumal. Aber es war nur deshalb ein Matchrennen, weil zwei abgesagt haben, und nicht, weil es gemäß Ausschreibung ein legendäres Match Rennen ist. Es ist keine Kopie von Seabiscuit / War Admiral.

    Noch weniger ist es “das wichtigste Rennen in Europa für 2 Jährige.” Das sind die Dewhurst Stakes in New Market. Es ist ein Gruppe 1 Rennen in Europa für 2 Jährige, welches damit eo ipso wichtig ist. Aber die Musik spielt in ENG in den Dewhurst Stakes.

    Man sieht an diesen wenigen Kleinigkeiten, wie wenig der Verantwortliche dieser Marketing Abteilung – Herr Pommer – von der Materie versteht. Nämlich gar nichts.

    • Blücher sagt:

      Richtig heißt der Mann Lanfranco, aber das ist italienisch blumig und nicht knackig kurz und griffig. Während die RP die anglisierte Form in den Rennergebnissen verwendet, steht auf France Galop der richtige italienische Name.
      Köln ist doch sowieso die Stadt der Superlative, eine dezenter Ausdrucksweise ist dort nicht bekannt. Und deswegen ist das von einem Deutschen in Frankreich gewonnene Zweijährigen-Rennen mit Gruppe 1 Status das wichtigste Zweijährigen Rennen in Europa. Dafür muß man doch mal Verständnis haben, oder?
      Der Sport ist in Dtld inzwischen so klein geworden, daß er nur durch superlative Beschreibungen wahrgenommen wird. Wenn man Köln glauben soll.

      • Theo Epping sagt:

        Sie sind ein kluger Mann, Herr Blücher, aber Sie verlangen nicht wenig. Verständnis und Großmut erfordert eine gewisse Demut.

        • Blücher sagt:

          Danke fürs Kompliment!
          Soll ich jetzt großmütig oder demütig sein und wie soll sich das DVR aufstellen? ;-)

          • Theo Epping sagt:

            Nicht entweder oder, erst im Chor wird eine Melodie daraus.
            Das DVR heißt jetzt DG und muss das Laufen erst noch lernen. Ein paar schmerzhafte Stürze sind da nicht zu vermeiden.
            Bis er seinen ersten Galopp geht, werden die meisten von uns wohl demütig neben der Bahn stehen und auf das Beste hoffen müssen.

          • Blücher sagt:

            Jawoll, heben wir Turf-Deutschland sozusagen in den neuen Sattel, reiten wird es schon können. (frei nach Bismarck)

          • Theo Epping sagt:

            Das ist nicht die schlechteste Methode, bei mir hat es ganz gut geklappt. Ob das heute, bei der rundum Behütung und Absicherung noch funktioniert? Ich höre schon das Gezeter der besorgten Mami.

  17. martin sagt:

    aber die sind in newmarket,nicht auf dem neuen markt,da gibts nur geld

  18. Un Coeur B sagt:

    Goldbube, Minkowski, im Zweifelsfall für Goldbube, man hat einiges über Minkowski gelesen, aber irgendwie ist es nicht mehr greifbar, Niels Bohr, Wolfgang Pauli, Einstein evtl. noch Heisenberg sprachen irgendwie persönlich mehr an, war Minkowskis Lebenslauf nicht eher tragisch, so kommt es einem im Nachhinein vor……gibt es einen schöneren Namen als Goldbube, Jolly Joker war auch ganz schön, Minkowski wäre auch nicht schlecht, besser als Bukowski…ach ja, von Feynman war auch noch die Rede, ohne Feynman keine Stringtheorie, man weiß es schon gar nicht mehr so genau, Feynman U.S.A. , Bohr Dänemark, der Rest Deutschland, Österreich, etwas U.S.A. und etwas Schweiz, Minkowski müsste man nachschauen, aber heute nicht, Minkowsi vielleicht sogar Osteuropa,

    • Un Coeur B sagt:

      Ohne Feynmans Tools hätten die Stringtheoretiker wohl schlechte Karten gehabt.

      • Un Coeur B sagt:

        Ein Gen, auch eine Art von String, die Welt in Strings, an Strings aufgehangen und aufgehängt, auch der Galopprennsport, Letzterer ohne Gene und Strings nicht vorstellbar.

  19. h.schmelz sagt:

    Die Feynman Diagramme und sein Bongo Spiel waren echt klasse. Die Diagramme beruhten auf jahrelangen Debatten mit Archibald Wheeler, seinem Doctorvater, wie man hier sagen würde. Sein Bongo Spiel erlernte er während seiner Aufenthalte an der Copacabana, wo er attraktiven Damen mit großem Erfolg nachstellte. Er ging auch gerne in Strip Clubs, fast ein und aus. Dann hatte er einen späten Coup im Leben. Er fand heraus, was das Challenger Unglück verursachte, die wegen der eiseskälte brüchig gewordenen Gummidichtungen an den Triebwerken der Rakete. Als Junge eröffnete er eine mobile Radioreparatur Werkstatt. An der Atombombe hat er mitgebaut, auf Wunsch von Hans Bethe, in Los Alamos, in der Wüste. Ein Wunderknabe, wenn man so will.

    • Un Coeur B sagt:

      Ja, jetzt wo man es liest, die Bongos, seine Diagramme, Hans Bethe und Alamos, kommt die Erinnerung daran zurück.

      Auf der einen Seite Feynmans Diagramme, Stringtheorie, Edward Witten fällt einem dazu noch ein, die Welt der Quanten, Unschärferelationen, auf der anderen Seite Kaufland, gestern die verschmutzten Toiletten etwas abseits von Bananen und Wurstregal, Pommer und Vesper in Köln, Widersprüche, die man auszuhalten hat.

  20. Un Coeur B sagt:

    Zeiten, viel Biografien gelesen, zuerst immer, wie, auf welche Art und Weise, sie starben, Freud hatte zuletzt kleine Knochen, Knöchelchen im Speichel, die sich aufgrund des oralen Krebs lösten, Feynman mit seinen Bongos, Einstein mit seinem Aneurysma, das Buch über Los Alamos ziemlich dick, war ziemlich dick, Hans Bethe und die anderen Koryphäen, eigentlich nur der erste Versuch der Kernexplosion davon in Erinnerung geblieben, wie sie sich in vermeintlich sicherer Entfernung die Brillen aufsetzten, der Blitz, der Knall, der Luftzug, in Hiroshima und Nagasaki ahnte man noch nicht, was kommen wird, Hiroshima mit Auschwitz vergleichen, darf man nicht, taboo.

  21. h.schmelz sagt:

    Man erlebt, wie sich die Dinge entkoppeln. Mit der Ankunft der beiden Herren Pommer und Vesper hat sich eine Tendenz verselbständigt, die seit Jahren versucht, dem Sport zeitgeistliche Aspekte abzuluchsen. Das hat gefühlt vor etwa 25 Jahren angefangen, als das Internet die Welt erreichte. Damit war es vorbei mit der Alleinstellung des Totalisators, und die Konkurrenz brachte die Finanzierung des Sports dahin, wo er heute dümpelt. Der Weg war folgerichtig und unabwendbar, aber immer wieder wurde versucht, sich den Zeiten anzupassen. Es gab Foren, es gab Strukturreformen, es gab und gibt GOL als Bild Zeitung des Rennsports. Es gibt neue Marken, es gibt neue Farben. Und es gab und gibt neue Köpfe, die vorstellen sollen, was den Sport ausmacht. Was es nicht gab und gibt ist eine ordentliche Analyse, wie der Sport funktioniert. Er funktioniert, weil es immer noch Leute gibt, die züchten und Pferde kaufen. Das ist das Fundament, auf dem der Sport ruht. Rennbahnen sind Mittel zum Zweck, nicht mehr. Wenn es keine Pferde mehr gibt, sind sie sinnlos.

    Wer Züchter kennt, und Besitzer, der weiß, daß die meisten diesen Sport als Hobby betreiben, in der Gewißheit, daß das per saldo ein Minusgeschäft ist. Sie machen das, weil sie das Kulturgut schätzen und pflegen, und weil diese gelebte Kultur einen Kern hat, der nicht zerstört werden darf. Das Pferd steht im Mittelpunkt, seine Leistung, dazu die des Reiters und des Trainers und der Pfleger. Das ganze spielt sich auf der Leinwand Rennbahn ab, im Idealfall bei gutem Wetter auf sattem Grün. Das Stück, das jeden Renntag mehrmals gegeben wird, ist immer ähnlich, aber nie gleich. Es wechseln immer die Pferde, oft die Reiter, meistens die Distanzen. Das Repertoire ist schier unerschöpflich, die Varianten endlich, aber letztlich unwägbar. Ein Wanderzirkus, der seit 300 Jahren den Jahreszeiten folgend mit immer neuen Darstellern agiert, und jeder Rennerlauf und jedes Drama ist neu. Das ist das Faszinosum.

    Das Erlebnis ist sinnlich und intellektuell zugleich, wie viele Kunst, die erstmal keinen weiteren Zweck verfolgt, als anzuregen. Das Dasein zu bereichern. Pferderennen regen den Geist an, die Beschäftigung mit dem Geschehen, der Einordnung in andere Ereignisse ähnlicher Art zu anderen Zeiten. Man vergleicht, erinnert sich, es entstehen Bilder und Kontraste. Die Raumzeit lebt.

    Wir erleben nunmehr neue Aspekte, die diese Dinge überlagern und kaschieren. Bullet Points und Key Performance Indicators und dergleichen, dazu getunte Fahrzeuge in Führringen und Influencerinnen in der Boxengasse. Wenn man das mag, ist man jetzt gut aufgehoben bei Deutschland Galopp.

  22. Eva Maria Limmer sagt:

    “Die Pferde stehen…” das stimmt,aber mitnichten(persönlich und als Lebewesen) in irgendeinem Mittelpunkt,sondern stehen praktisch und kostensparend verstaut in schäbigen kleinen vergitterten Verschlägen hinter den Tribünen und weit weg vom “satten Grün”,welches sie bestenfalls kurz einmal sehen dürfen,sofern sie außerhalb ihres vergitterten Klos sind in welchem sie ihre jämmerliche Diät erhalten plus der pharmazeutischen Vor-und Fürsorge selbstredend.

    Im Mittelpunkt steht hier die kleinbürgerliche Geltungssucht und Geldgier,als der einzig relevante Wertmaßstab.

    Das Pferd jedoch,degradiert zu Handels- Tauschware und ggf.Kryptowährung,steht auch nicht im Mittelpunkt,sondern ist lediglich Mittel zum Zweck der Schacherei und “Der schlimmste Horror” der Frau v.Bötticher,gem.Südd.Zeitung..”dass man den Falschen verkauft” zeigt auch wie wunderbar sich die große Liebe zu Pferden doch auszudrücken vermag.
    Das Kulturgut heißt dann höchstens-sehr euphemistisch betrachtet:
    Kultur der Kaufleute und Viehhändler mit angeschlossenem Glücksspielgewerbe.

  23. Hubertusjagd sagt:

    Nur kultivierte Menschen können Kulturgüter pflegen.

    Schmelz hingegen zeigt bei seinen öffentlichen Auftritten seit vielen Jahren, dass ihm alles fehlt, was einen kultivierten Menschen auszeichnet. Anything but a gentleman – die von ihm „gelebte Kultur“ ist das egomane, soziopathe Gehabe eines anmaßenden, ewig-gestrigen Herrenmenschen, das gegenwärtig eines populistischen US-Präsidenten würdig sein mag, aber nicht vereinbar ist mit dem eines achtenswerten Sports- und Turffreunds und mit den Idealen, für die der Galopprennsport einst stand und mit denen dieser immer noch renommiert.

    Man erinnere sich aber an die Eröffnungsszene eines NDR-Features zur Hamburger Derby-Woche: Schmelz Rolle darin zeigt exemplarisch die hässliche Fratze des Galopprennsports. Solche Influencer braucht der Galopprennsport wahrlich nicht, sie nähren nur die Limmers dieser Welt.

    Neulich in Röttgen streiften die Gespräche am Rande des Züchtertreffs kurz den FALL (sic!) Schmelz. Allgemeines angeekeltes Grimassenschneiden bei Nennung seines Namens. Niemand hört mehr auf diesen Sniper. Seine selbstentblößend abstoßenden Tiraden seien nur noch letzte Zuckungen im Stadium eines Seins, dessen absehbares Verlöschen keine Lücke hinterließe. Auch solle er sich nicht immer so aufführen, als ob er je für umme gearbeitet hätte.

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