Es gibt noch Richter in Frankfurt!

Einen Paukenschlag hat es heute in Frankfurt gegeben. Das OLG hat entschieden, daß die Zwangsräumung der Rennbahn durch die Stadt aus dem Urteil des LG Frankfurt vom 16. Dezember gegen Sicherheitsleistung von 75.000 EUR eingestellt wird.

Die Urteilsbegründung hat einen Umfang von 15 Seiten  - und wenn man an das letzte Urteil des OLG in den Streitigkeiten um die Rennbahn denkt, könnte es eine erneute schallende Ohrfeige für die in der Stadtverwaltung am Projekt beteiligen “Fachleute” sein. Damit ist das Ansinnen der Stadt, die Rennbahn an den DFB zum Bau der Sportakademie baldmöglichst zu übergeben, in weite Ferne gerückt. Das OLG ist dabei der Argumentation des Rennklubs gefolgt, wonach dieser noch einen Pachtvertrag bis mindestens 2024 hat.

Das Urteil wird auch Signal-Wirkung auf den DFB-Bundestag haben, der im September über den Bau der Akademie entscheiden soll. Entgegen den bisherigen Äußerungen des DFB’s ist es nämlich keinesfalls so, daß mit der Übergabe des Geländes direkt gebaut werden kann. Dafür ist nämlich nicht nur ein Präsidiumsbeschluß erforderlich, wie von DFB-Seite bisher der Eindruck vermittelt wurde. Vielmehr muß der DFB-Bundestag insgesamt darüber entscheiden – und ob der angesichts jahrelanger Streitigkeiten dazu eine Mehrheit finden wird, ist mehr als fraglich.

Es ist jetzt sehr dringend an der Zeit, daß die Stadt die Niederlage eingesteht und baldmöglichst mit dem Rennklub konstruktive Gespräche über die Fortführung des Rennbetriebs aufnimmt. Das Gelände gammelt vor sich hin und bietet keinen schönen Anblick. Die Stadt als derzeitiger indirekter (oder direkter??) Besitzer läßt die Anlage einfach vor sich hingammeln und wenn im Frühjahr überall das Unkraut sprießt, dann sieht es dort bald aus wie auf einer Industriebrache – und das mitten in Frankfurt.

Glückwunsch an das Team um Graf Solms und seine Mitstreiter im Frankfurter Rennklub. Es zeigt sich mal wieder, daß es sich lohnt, um eine Sache, von der man begeistert ist, zu kämpfen.  Und an dieser Stelle muß man auch an Rebekka Unrath erinnern, die “damals” als 2014 der Frankfurter Magistrat einfach beschlossen hat, den Rennsport zu enteignen, ein Bürgerbegehren auf die Beine gestellt hat, das zwar formaljuristisch gescheitert war, aber in Frankfurt einen richtigen Wirbel verursacht hat.

Es sind die Amateure, die in Frankfurt eine heiße Klinge schlagen, während sich die Profis in Köln mehr als bedeckt halten.

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2 Antworten auf Es gibt noch Richter in Frankfurt!

  1. Ein Jockey sagt:

    Sie beschreiben die Situation sehr treffend. Die Akademie wird nicht kommen und es ist in der Tat Zeit, daß die Stadt sich mit dem Rennklub an einen Tisch setzt und über die Zukunft der Rennbahn gesprochen wird – so wie sie seit über 150 Jahren zu Frankfurt gehört!

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