Ihrer Majestät der Königin zum 90.

Quelle: Racing Post

“Unser Leben währet siebenzig Jahr, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahr, und es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.” so steht es in Psalm 90, Vers 10

Ihre Majestät die Königin, die Königin Elizabeth wird heute 90 Jahre alt und wenn nicht für sie, für wen dann gilt, daß das Leben köstlich gewesen ist, weil es voll Mühen und Arbeit gewesen ist?  Seit fast 65 Jahren regiert sie England, ist Oberhaupt der Anglikanischen Kirche und zahlreicher anderer Staaten des Commonwealth. Und auch, wenn sie eine Königin ohne formale Macht ist, nimmt sie am politischen Leben regen Anteil – und der wöchentliche Vortrag des Premierministers bei seiner Chefin soll nicht immer nur ein Höflichkeitsbesuch sein. Zuweilen soll es auch zur Sache gehen, so wird in der Presse gemutmaßt. Aber es ist vor allem auch die Präsenz der Königin in der Öffentlichkeit, der prall gefüllte Terminkalender und das damit verbundene Arbeitspensum, das auch Nichtroyalisten Respekt abnötigt. Schafft der deutsche Bundespräsident im Jahr so viel öffentliche Auftritte, wie die Königin in einem Monat absolviert?

Sie ist in eine Pferdefamilie hinein geboren, saß als kleines Kind schon im Sattel und es waren ungewöhnliche Umstände, schwer Stunden der Monarchie 1936, als ihr Onkel, Edward VIII aus Liebe zu der geschiedenen Schauspielerin Wallis Simpson auf den Thron verzichtete (… the woman I love.. ) und Elizabeths Vater als Georg VI den Thron bestieg.
Im Krieg tat sie Dienst in der Frauenabteilung des Britischen Heeres und als sich die Königliche Familie am 8. Mai 1945 auf dem Balkon des Buckingham Palastes der jubelnden Menge zeigte, trug sie Uniform. Der Dienst in der Armee ist etwas, was ihr heute auch von jungen Briten ganz hoch angerechnet wird.

1947 heiratete sie den Prinzen Philip von Griechenland und Dänemark, mit dem sie nächstes Jahr das 70jährige Hochzeitsjubiläum feiern kann. Dann ist sie noch Mutter von 4 Kindern, zahlreicher Enkel und Urenkel. Nächstes Jahr feiert sie das eiserne (65 Jahre) Thronjubiläum,  ein wohl auf ewig einmaliges Jubiläum in der Weltgeschichte. Was das bedeutet? Sie hat ALLE Kanzler der Bundesrepublik als regierende Monarchin erlebt, sie war und ist inzwischen die Chefin von 13 britischen Premierministern, angefangen bei Winston Churchill über Margret Thatcher bis zu David Cameron – und die Liste dürfte sich noch verlängern. Sie erlebte 12 amerikanische Präsidenten, von Harry Truman (33. Präsident) bis Barak Obama (44. Präsident) und dieses Jahr wird die Liste wieder verlängert. Eine Generation wird mit 30 Jahren gerechnet, in England wird jetzt die dritte Generation unter der Regierung Königin Elizabeths geboren – die Liste kann man beliebig fortsetzen, aber hier endet sie in diesem Post.

Aber das sei alles am Rande erwähnt- die Königin ist eine begeisterte Vollblutzüchterin und Rennstallbesitzerin, die viele große Siege zur Waage zurück begleiten konnte.
Angefangen mit Aureole, den sie von ihrem Vater Georg VI geerbt hat. Es war das Derby 1953, ein paar Tage vor oder nach der Krönung in Westminster Abbey am 2. Juni 1953. Es wäre der zweite Derby-Sieg für das englische Königshaus im 20. Jahrhundert gewesen, nachdem Minoru 1909 für Edward VII das Blaue Band gewonnen hat.

Es war ein besonderes Derby, nicht allein, weil Aureole das Pferd der Königin, zu den Favoriten gehörte. Gordon Richards, der 26malige englische Champion-Jockey, hatte für das Ende der Saison seinen Rücktritt angekündigt – und er hatte eigentlich alles gewonnen, was es damals für einen englischen Jockey zu gewinnen gab – außer dem Derby. Sein Ritt war Pinza und am Ende waren es vier Längen, mit denen Gordon Richards Aureole am Pfosten geschlagen hat.

Es sollten viele große Pferde und Sieger folgen, nur die wichtigsten seien genannt:

Aureole
Coronation Cup / Epsom
King George VI and Queen Elizabeth Stakes / Ascot

Carrozza
The Oaks Stakes / Epsom

Pall Mall
2000 Guineas / Newmarket

Canisbay
Eclipse Stakes / Sandown

Hopeful Venture
Grand Prix de Saint Cloud / Saint Cloud Frankreich

Highclere
1000 Guineas / Newmarket
Prix de Diane /Chantilly Frankreich

Dunfermline
The Oaks Stakes / Epsom
St. Leger Stakes / Doncaster

Estimate
The Gold Cup / Ascot

Eine Liste der Erfolge Elizabeths, soweit sie bei Galopp-Sieger vermerkt sind, gibt es hier

Ein Derbysieg blieb der Königin bisher leider versagt. Mit Carlton House hatte sie 2011 einen der Favoriten am Start, aber es sollte nicht ganz reichen, er wurde Dritter. Dafür feierte Sie mit Estimate 2013 als erster regierender Monarch einen Erfolg im Ascot Gold Cup. Und Estimate hat als Tochter von Monsun, wie die Königin auch, deutsche Wurzeln.

Wer weiß schon, was die Pferde in den königlichen Farben sonst noch alles gewinnen werden – in jedem Fall ist ein Sieger aus dem Stall der Königin immer etwas Besonderes – und Hayley Turner, die erste englische Jockette, die einen Gruppe-1 Sieger geritten hat, antwortete in einem Interview auf die Frage, welche (Renn)farben sie denn am liebsten trage: Die Farben der Königin. Warum: Weil es etwas Besonderes ist.

Ein Leben ist süß, wenn es voll Arbeit gewesen ist – und wenn man Pferde im Stall hat, hat man gar keine Zeit, alt zu werden und deswegen ist die Königin auch heute noch fit and well!

Happy Birthday Ma’am

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Eine Antwort auf Ihrer Majestät der Königin zum 90.

  1. Eva Maria Limmer sagt:

    Eine wirklich sehr vornehme Dame (Interieur wie Exterieur) und genau die passende Symbolfigur für das edle Wettgeschäft auf Kosten junger Pferde:

    Das Leben ist süß:

    Quelle:
    OMV Ostholstein – Britische Ehrung der Bomberpiloten des II …
    http://www.omv-ostholstein.de/…/Britische-Ehrung-der-Bomberpiloten-des-II.-...

    Britische Ehrung der Bomberpiloten des II. Weltkriegs
    67 Jahre nach Kriegsende wurde soeben am 28. Juni von der Queen ein selbst bei vielen Briten umstrittenes
    pompöses Ehrenmal für die im II. Weltkriege im Kampf gegen Deutschland gefallenen 55 573 Piloten des
    „Bomber Command“ in London eingeweiht. Dem gegenüber stehen mindestens 600 000 deutsche Ziviltote,
    davon 80 000 Kinder, die ihr Leben in einem sinnlosen Flächenbombardement des Air Marshals Arthur Harris
    auf Befehl von Winston Churchill lassen mussten.
    Es war kein Zufall, dass gerade Bomber – Harris von Churchill als Oberbefehlshaber des „Bomber Command“
    der Royal Air Force (RAF) ausgesucht wurde, hatte er sich doch schon 1930 in den britischen Kolonien des
    Nahen Ostens durch seinen brutalen Giftgaseinsatz gegen arabische Zivilisten „bewährt“. Nicht umsonst erhielt
    er bald den Beinamen „The Butcher“ (Metzger, Schlächter) für seinen radikalen Bombenterror gegen deutsche
    Zivilisten. Dafür wurde ihm bereits 1992 in Gegenwart von Queen Mum trotz weltweiter Proteste ein BronzeDenkmal
    vor der RAF-Kirche in London gesetzt. Köln, Hamburg, Dresden, Pforzheim und Halberstadt mit
    Tausenden von unschuldigen Toten, meist Kinder, Frauen und Alte sind nur einige Stationen dieses
    völkerrechtswidrigen anglo-amerikanischen Bombardements. Noch 1945 kurz vor Kriegsende fielen die
    meisten deutschen Städte sinnlos in Schutt und Asche, von der Zerstörung der deutschen Kultur ganz zu
    schweigen. Selbst nach der totalen Zerstörung des einstigen „Elbflorenz“ Dresden, das vollgestopft mit
    schlesischen Flüchtlingen war, wurde trotz zunehmender weltweiter, auch britischer Proteste weitergebombt.
    Die genaue Zahl der Toten Dresdens wird bis heute auf 25 000 heruntergespielt

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