6. Juni 2011

Auf der Informationsveranstaltung des Direktoriums zum Glücksspielstaatsvertrag vom vergangenen Montag  wurde die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Buchmacher Albers hervorgehoben und gelobt.

Am 7. Juni um 11:00 Uhr wird vor dem Verwaltungsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 20 K 1357/10 eine Klage von Buchmacher Albers entgegen die Stadt Hamburg verhandelt. Buchmacher Albers klagt gegen die Stadt Hamburg als Aufsichtsbehörde, die eine Vermittlung von Lotto-Annahmestellen in den Totalisator genehmigt hat.
Wichtig: Entgegen der Überschrift ist die Verhandlung nicht am 6. sondern am 7. Juni vor dem Verwaltungsgericht in HH

Als Betroffene ist der Hamburger Renn Club und das Hamburger Trabzentrum zum Termin geladen.

Man muß sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der Buchmacher, der vom Direktorium für seine partnerschaftliche Zusammenarbeit gelobt wird, klagt gegen die Vermittlung von Pferde-Wetten in den Totalisator. Eine Ausweitung der Weltannahmestellen außerhalb der Buchmacherszene wäre ein echter Gewinn für den Galopprennsport und genau das ist einem so genannten Partner des Rennsports natürlich ein Dorn im Auge. Das derzeit bestehende Quasimonopol der Buchmacher zur Annahme von Außenwetten könnte damit mittelfristig aufgebrochen werden.

Man soll sich nicht zu viele Hoffnungen machen, die Struktur und die Einrichtung der Lottoläden ist nicht unbedingt geeignet, große Wetten in den Toto zu vermitteln. Sonntags haben Lottobuden geschlossen. Allerdings sind Pferdewetten über Lotto geeignet, neue Wetter für das Produkt Pferderennen zu interessieren.

Erschwert wird die Pferdewette über die Hamburger Lottoannahmestellen vor allem dadurch, daß das neue Ausweisverfahren hier schon angewendet wird. Man muß sich erst registrieren, damit man auf Pferderennen wetten darf. Genau dieses Verfahren wird als Hauptursache für den enormen Einbruch bei der Oddset werde verantwortlich gemacht.

Das alles tut den rechtlichen und sachlichen Zusammenhänge aber keinen Abbruch. Buchmacher Albers scheut weder Mittel noch Wege, das bestehende Quasimonopol der Buchmacher aufrechtzuerhalten.

Interessant ist auch der Rechtsbeistand des Klägers in diesem Verfahren. Die Kanzlei Redeker, Sellner, Dahs aus Bonn vertritt seine Interessen. Der Kanzlei gehört auch Dr. Ronald Reichert an, der derzeit das Direktorium in Sachen Glücksspielstaatsvertrag berät. Eigentlich ein klassischer Fall von Interessenkollision, daß nämlich eine Kanzlei einen Mandanten berät und in einem anderen Fall Vertreter einer Partei ist, die indirekt gegen dieses Beratungsmandat eine Klage betreibt.

Interessant auch die berufliche Vita von Dr. Reichert. Seine Publikationen, soweit sie die Sportwetten betreffen, werden vornehmlich auf der Webseite isa-guide.de veröffentlicht. Betrieben wird isa-guide.de von Journalisten, die sehr offensichtlich die Interessen Sportwetten Anbieter betreiben. Honi soit qui mal y pense….

Es ist schon interessant, was man mit einigen wenigen Recherchen alles über die “Freunde” des Galoppsports findet.

Und wer am 6. Juni noch nichts besseres vorhat, sollte einfach um 11:00 Uhr zum Verwaltungsgericht Hamburg fahren und sich dieses Schauspiel einmal “live” ansehen.

Dankeschön an den Bitburger aus Amelies Galopper-Forum, der mich auf die Fährte gebracht und mir wichtige Informationen zur Verfügung gestellt hat.

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Stallcheck

Der Verfasser ist allgemein nicht gerade als Buchmacher-Freund bekannt. Im Gegenteil, er betrachtet die “lieben” Buchmacher als eine Hauptursache für den desolaten Zustand und die finanzielle Misere des deutschen Galoppsports.

Andererseits muß man aber anerkennen, daß Buchmacher geschäftstüchtige Menschen sind und  zuweilen gute Ideen haben. Einen interessanten Beitrag zur Vermarktung des Galopprennsports liefert derzeit der Internetbuchmacher Pferdewetten mit seinem Stallcheck.

Während German Racing, die offizielle Vermarktungsplattform des deutschen Galoppsports, die Besucher der Webseite mit nicht gerade spannenden Interviews mit den Aktiven zu unterhalten versucht, schickt Pferdewetten die attraktive NRW-TV Moderatorin Sophie Keiser zum Stallcheck in die Rennställe. Die Moderatorin ist gut gebrieft, führt in einer angenehmen Art durch den Stall und läßt die Trainer über die Pferde plaudern. Manchmal wünscht man sich ein paar konkretere Fragen, hier und da mal ein Nachhaken, aber das tut den Checks keinen Abbruch.

Fazit: Es macht Spaß, die Clips auf YouTube zu gucken, bitte mehr davon und nicht nur die großen Trainer, auch mal bei den Pferdeleuten der zweiten Reihe einen Blick in den Stall werfen.

Bisher erschienen sind:

Mario Hofer

Andreas Wöhler

Peter Schiergen

Jens Hirschberger

Wolfgang Figge

Andreas Löwe

Ob uns German Racing auch mal positiv überraschen wird?

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Lando-Dreierwette im Gerling-Preis

Es kommt nicht häufig vor, daß ein Hengst Vater der drei Erstplazierten eines Gruppe-Rennens ist. Lando (v. Acatenango) ist dies heute mit Scalo, Sir Lando und Val Mondo gelungen.Die letzte Stallion Dreierwette in Deutschland hat es in einem “besseren Rennen” 2003 im Düsseldorfer Auktionsrennen (NL) für Big Shuffle gegeben.  Night Magic, die hochgehandelte Münchener Stute des Stalles Salzburg wurde in dem sehr gut besetzten Rennen Vierte.

Nach dem Sieg von Animal Kingdom im Kentucky-Derby ist es wieder ein großer Tag für den den ehemaligen Fährhofer Stallion. Geboren 1990 entstammt er einem der besten Jahrgänge, der  in Deutschland jemals geboren wurde. Zu seinen Altersgefährten zählen Monsun, Sternkönig und Kornado. Alles Pferde, die sich nicht nur auf dem grünen Rasen spannende Duelle geliefert haben, sondern auch in der Zucht erfolgreich waren oder sind.

Lando, der längere Zeit in Frankreich als Deckhengst wirkte, ist letztes Jahr nach Deutschland zurück gekehrt und er ist der derzeit profilierteste Vererber der alten Dark Ronald Linie in Deutschland.  Aber mit 21 Jahren zählt er auch schon zu den älteren Deckhengsten. Es bleibt zu hoffen, daß Scalo als sein derzeit profiliertester Nachkomme in Deutschland aufgestellt wird und diese einzigartige Hengstlinie fortgesetzt wird.

Ergebnis

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Sensation in USA: Acatenango-Enkel gewinnt Kentucky Derby

Das 137.  Kentucky-Derby auf der Bahn von Churchill-Downs endete mit einem für die deutsche Vollblutzucht faszinierendem Ergebnis. Animal Kingdom, der aus der Acatenango-Tochter Dalicia gezogen ist, siegt im “Race for the Roses” vor Nehro und Mucho Macho Man. Im Sattel von Animal Kindom saß John Velazquez und mit 2 3/4 Längen hat er das Rennen ausgesprochen leicht gewonnen. Rund 1,4 Mio US-Dollar (rund 990.000 EUR) wurdem dem Team Valor als Besitzer des Siegers gut geschrieben. Die Siegquote betrug 209 für 10 Einsatz, damit gehörte Animal Kingdom zu den chancenreichen Außenseitern.

Damit siegt erstmals in der Geschichte dieses bedeutenden Rennens ein Nachkomme einer alten deutschen Stutenlinie. Dalicia geht auf die Röttgenerin Diu zurück, die selbst klassische Siegerin und Tochter der in den 60iger Jahren aus Ungarn importieren Didergö ist. Dalicia gewann unter anderem den Preis der Sparkassen-Finanzgruppe (GR 3) in Baden Baden gegen Soldier Hollow und hatte 93 kg als höchstes GAG.

Nach den Erfolgen im Deutschen Derby mit Lando (1993), Borgia (1997) und dem Doppelerfolg mit Nicaron und Night Tango (2005), dazu Blue Canari im französischem Prix de Jockey-Club (2004) hat der deutsche Super-Stallion seiner an Höhepunkten überreichen Karriere posthum noch eine Krone aufgesetzt.

Auch unter dem Eindruck dieses Erfolges muß man es noch mehr bedauern, daß es Fährhof nicht gelungen ist, diese über Generationen erfolgreiche Hengstlinie fortzusetzen.

1939 gewann Johnstown das Kentucky Derby. Johnstown geht wie Acatenango auf Dark Ronald, den Stempelhengst der deutschen Vollblutzucht zurück. So gesehen ist der Sieg von Animal Kingdom der zweite Erfolg dieser einzigartigen deutschen Hengstlinie im Kentucky-Derby.

Rennfilm

Ergebnis

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Laveron stellt den Sieger in der Irish Grand National

Wieder ein großer Erfolg für die deutsche Vollblutzucht im Hindernissport. Die deutschen Stallions in Frankreich sind in der dortigen Hindersszene ohnehin prominent im Geschäft.

Jetzt stellt Laveron erstmals den Sieger in der Irish Grand National in Fairyhouse. Der in Irland gezogene Organisedconfusion gewinnt das renommierte Jagdrennen auf der grünen Insel souverän mit fünf Längen gegen Wetern Charmer und Sunnyhillboy. Geritten wurde Organisedconfusion von der Amateurrennreiterin Nina Carberry, die nach Ann Ferris (1984) die zweite Reiterin überhaupt ist, die den Sieger in diesem renommierten Jagdrennen geritten hat.

Laveron ist vom Gestüt Fährhof gezogen und war u. A. Dritter im Deutschen Derby und Sieger im St. Leger 1998. Später wechselte er in den Besitz von Dirk Grauert und war einer der besten Pferde seiner Zeit im französischen Hindernissport. Er siegte u. A. im Grand Course de Haies d’Auteuil, dem wertvollsten französischen Hürdenrennen.

Laverons Rennkarriere

Irish Grand National 2011

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SWR Wer zeigt’s wem – Jockeys gegen Lange Kerls

In der Spiel-Show “wer zeigt’s wem” vom Süddeutschen Rundfunk treten vier Jockeys gegen vier Basketballspieler an. Der Rennsport wird von Rebecca Schumacher, Dr. Lydia Lammers, Andre Best und Alexander Pietsch vertreten.


Die Sendung wird am Montag 2. Mai um 22:30 ausgestrahlt. Eine Pflichtsendung für alle Galopp-Sport-Fans und es heißt natürlich Daumen drücken.

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Sadler’s Wells abgetreten

Im hohen Alter von 30 Jahren ist mit Sadler’s Wells in Irland auf dem Coolmore-Gestüt einer der bedeutendsten Deckhengste der Vollblutzucht abgetreten.

Sadler's Wells beim Aufgalopp

Sadler’s Wells wurde 1981 vom Swettenham Stud gezogen und lief in den berühmten Farben von Robert Sangster. Bei 11 Starts stehen 6 Siege und 4 Plazierungen in seinem Record. Sadler’s Wells war kein echter Steher, seine beste Distanz waren die 2000m. Zu seinen großen Siegen zählen in England die Eclipse-Stakes und in Irland die Champion Stakes über diese Distanz.  Sein Trainer war der legendäre Vincent O’Brien und bei seinen großen Erfolgen wurde er von Pat Eddery geritten.

Trotz seines fehlenden Stehvermögens belegte er im Prix de Jockey Club, dem französischen Derby, einen sehr guten zweiten Platz hinter Darshaan, aber vor dem Arc-Sieger Rainbow Quest. Ebenso wurde er Zweiter in den King George VI and Queen Elizabeth Diamond Stakes von Ascot, dem wichtigsten Altersvergleich über die klassischen 2400m auf der Insel.

Vierjährig wurde er als Deckhengst aufgestellt und wenn man seine Erfolge als Deckhengst betrachtet, dann wirkt seine zweifelsohne sehr gute Rennkarriere dagegen schon fast bescheiden.

In Galopp-Sieger sind 66 individuelle Gruppe-1 Sieger mit 121 Gruppe-1 Siegen für ihn aufgeführt. Wahrscheinlich sind es ein paar mehr, denn die außereuropäischen Gruppe-Rennen sind nur sehr lückenhaft dokumentiert. Danehill, der Zweite in der ewigen Besten-Liste hat bisher 80 Gruppe-1 Siege aufzuweisen. Insgesamt ist Sadler’s Wells Vater von über 150 individuellen Gruppe-Siegern mit 331 Gruppe-Siegen. Sein Sohn Istabraq ist dreifacher Sieger des World Champion Hurdles in Cheltenham und war der dominierende Hürdler seiner Zeit. Ein weiterer “einmaliger” Nachkomme ist Yeats, der einzige vierfache Sieger im Ascot Gold Cup.

In fünf europäischen Rennen der Gruppe 1 war er Vater der drei Erstplazierten:

IRE 1999 The Irish Derby Stakes GR 1
Montjeu, Daliapour, Tchaikovsky

GB 2001 The Oaks Stakes GR 1
Imagine,Flight of Fancy, Relish the Thought

IRE 2002 Irish 1000 Guineas GR 1
Gossamer, Quarter Moon, Starbourne

IRE 2002 The Irish Derby Stakes GR 1
High Chaparral, Sholokhov, Ballingarry

GB 2002 Racing Post Trophy GR 1
Brian Boru, Powerscourt, Illustrator

Seinem Sohn Galileo gelang dieses äußerst seltene Kunststück in den St. Leger Stakes von Doncaster 2006.

Alle großen Sieger dieses Ausnahmehengstes aufzuführen, würde ein ganzes Buch füllen. In The Wings, Montjeu, El Prado, Barathea, Galileo, High Chaparal sind wohl seine besten Söhne. Über 50 seiner Söhne sind selbst als Deckhengste aufgestellt worden. Wobei Galopp-Sieger sicher nicht alle Deckhengste erfaßt hat.

In Deutschland ist Sadler’s Wells durch den noch recht jungen Sholokov, der mit Night Magic bereits eine Gruppe-1 Siegerin auf der Bahn hat, und durch Saddex vertreten.

Von 1990 bis 2004 war er Champion der Vaterpferde in England, nur 1991 von Caerleon und 1997 von Danehill unterbrochen. 1999 errang er das Championat der Vaterpferde zusätzlich in Frankreich.

Sadler's Wells als Stallion

2008 wurde Sadler’s Wells wegen Fruchtbarkeitsproblemen aus dem Deckbetrieb genommen und genoß seit dem seinen Lebensabend auf dem Coolmore Gestüt in Irland.

Ein langes Pferdeleben ist zu Ende gegangen. Aber solange Galopprennen auf der Welt gelaufen werden, wird man sich eines Sadler’s Wells erinnern, den man mit seinem Urgroßvater Nearco als den bedeutendsenten Deckhengst der modernen Vollblutzucht in Europa in einem Atemzug nennen wird.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Rennkarriere
Irish Champion Stakes 1984 (Video)
King George VI and Queen Elizabeth Diamond Stakes 1984 (Video)

Nachkommen
Gruppe 1 Sieger

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Doch kein Rekord für Overdose

Einigermaßen peinlich für die Rennbahn in Hoppegarten. Das Direktorium hat die Zeit für Overdose am Sonntag auf 0:57,1 Sek und damit um 3 Sekunden korrigiert. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h läuft ein Pferd 16,67 m/sek, die Differenz beträgt damit volle 50m von der angeblichen Siegzeit zur nunmehr offiziellen Zeit.

Das Rennen war trotzdem ein schnelles Rennen und Overdose ist eigentlich nicht ausgeritten worden. Bei entsprechenden Gegnern wäre die Zeit mit Sicherheit schneller gewesen. Dem Pferd bricht das keinen Zacken aus der Krone, aber dem Veranstalter schon. Er hat in den Medien einiges an Glaubwürdigkeit eingebüßt.

So etwas hätte nicht passieren dürfen.

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Overdose meldet sich eindrucksvoll zurück

Es war lange Zeit um das aus England stammende “Ungarische Wunder” still geworden. Nach dem Drama an der Startbox zur Goldenen Peitsche in Baden-Baden und dem ausdrucklosen Laufen hat man dem Pferd scheinbar mal die dringend nötige Ruhe zum Ausheilen der Hufprobleme gegeben.

Jetzt hat er sich am Sonntag in Hoppegarten in einer leichten Aufgabe eindrucksvoll zurück gemeldet. Hochüberlegen 6 Längen lautete der Richterspruch. Die Gegner waren in dem mit 10.000,- EUR dotierten Altersgewichtsrennen sicher nicht erste Wahl, aber nicht nur der Ton macht die Musik, sondern auch die gelaufene Zeit war erstklassig und daß, obwohl Overdose praktisch “ohne Gegner” lief. Die 1000m in 54,1 Sekunden sind europäische Spitzenklasse. In Deutschland gibt es einige schnellere Zeiten für die Distanz, Dortmund und Köln haben bzw. hatten 1000m-Geraden, aber die sind oder waren nur knappe 1000m, wohl eher 950 besonders in Dortmund, so daß die gelaufenen Zeiten nicht ganz echt sind.

Dieses Manko hat Hoppegarten nicht, auf der Geraden Bahn können 1400m gelaufen werden und somit ist die Distanz “echt”. Wirft man einen Blick auf die europäischen Rennen der Sprinter-Elite, dann ist die Zeit erstklassig! Mit knackigen 66 km/h ist er das Rennen gelaufen.

Während bei Rennen ab 2000m der Rennverlauf einen großen Einfluß auf die Zeit hat, ist dieser Faktor bei den Sprintern minimal. Aus der Maschine raus, wird volles Tempo gelaufen. Kein taktisches Geplänkel, einfach full Speed über die Distanz. Deswegen kann man auf den kurzen Distanzen die Zeiten als echte Elle für die Klasse eines Pferdes nehmen.

Es bleibt zu hoffen, daß die Hufe bei Overdose nicht wieder zum Sorgenkind werden. 2009 startete er auch fulminant in einem eigens für ihn ausgeschriebenen Rennen in seiner Heimat auf der Budapester Bahn in die neue Saison um  danach für lange Zeit auf Feierschicht zu gehen. Zu wünschen wäre es dem symphatischen und sehr sensiblen Braunen, dem bei jedem seiner Auftritte die Sympathien entgegen schlagen, sehr. Ein gutes Jahr mit einem Gruppe-1-Treffer in einem der renommierten Sprinterrennen und er hätte sich die Deckhengstbox redlich verdient. Gut genug scheint er zu sein. Der Sieger im Wiederholungslauf des Prix de l’Abbaye de Longchamp 2008, an dem Overdose nicht mehr teilnahm, brauchte 3/10 Sekunden länger.

Hoppegartener Fliegerpreis

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Grand Prix-Aufgalopp 2011

Mit dem Grand Prix-Aufgalopp wird am Sonntag in Köln der erste Hochkaräter der neuen Saison gelaufen. In der “guten alten Zeit” gab es noch früher im Jahr den Frühjahrsausgleich in Köln und einge hochdotierte Handicaps auf den Westbahnen, aber die sind leider alle dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Der Grand-Prix Aufgalopp wurde 1953 als Memorial für Dr. A. Moormann in Dortmund gegründet. In den ersten Jahren wurde er im Spätsommer/Herbst gelaufen, seit 1958 wird er Anfang des Jahres im März/April ausgetragen.

Auf der im Frühjahr neutralen Distanz von 1800m etablierte sich das Rennen schnell als Aufgalopp für die besseren Pferde in die neue Saison. In der Siegerliste stehende große Namen wie Dschingis Khan (1965 u. 1966), Priamos (1968), Deutschlands erster Turf-Millionär Lombard (1972) und viele andere gute und sehr gute Pferde haben das Rennen während der Dortmunder Zeit gewonnen. Erwähnenswert sind noch Thiggo und  Wladimir. Neben Dschingis Khan ist Revlon Boy, der das Rennen 1982 und 1983 gewonnen hat ein weiterer Doppelsieger. Eine gewisse Sonderstellung nimmt Dornkaat ein. Er ist der einzige Halbblüter in der Siegerliste dieses Rennens. Dornkaat war der erfolgreichste jemals in Deutschland gelaufene Halbblüter auf der Flachen. Von vier- bis zehnjährig hatte er jedes Jahr ein GAG von über 90 Kilo erreicht und ist nur knapp an der Deckhengstmarke “vorbei geschrammt”.

Seit 1983 hat das Rennen Listenstatus, 1986 wurde es erstmals in Köln unter dem neuen Titel “Grand Prix-Aufgalopp” gelaufen. Die erste Ausgabe oft der neuen Bahn wurde von dem Norweger Our Martin in Besitz und trainiert von L. Reuterskiöld gewonnen. Es ist der erste ausländische Sieg in diesem Rennen. Doppelsieger in Köln war 1992 und 1993 Friedland aus dem Stall Nordpol. Mit Fleurie Domaine gewann 2003 erstmals seit 1956 wieder eine Stute das Rennen.

Mit dem Wechsel nach Köln wurden die Distanz zunächst von 1800 auf 1900m verlängert, seit 1990 wird das Rennen über 2200m ausgetragen. Seit 2007 hat es Gruppe-3-Status, der erste Gruppensieger im Grand Prix-Aufgalopp war Egerton, trainiert von Peter Rau und geritten von Torsten Mundry. 2010 gab es einen norwegischen Doppelerfolg, Appel au Maitre siegte vor Touch of Hawk. Beide Pferde wurden von Wido Neuroth trainiert.

Erfolgreichster Besitzer ist “natürlich” das Gestüt Schlenderhan mit fünf Siegen. Rechnet man die Pferde von Baron Ullman dazu, sind es sogar sieben Siege für das Traditionsgestüt. Zweiter ist das Gestüt Fährhof mit vier Siegen.

Erfolgreister Trainer war Heinz Jentzsch, der allein dreizehnmal den Sieger sattelte. “Abgeschlagen” dahinter stehen Peter Schiergen und Bruno Schütz mit jeweils drei Siegen.

Erfolgreichste Reiter sind Terry Hellier und Fritz Drechsler mit fünf Siegen vor Horst Horwart mit vier Erfolgen. 1992 saß mit Lester Piggott der wohl weltweit bekannteste und erfolgreichster Reiter im Sattel des Siegers. Sein einziger Erfolg in diesem Rennen. 1968 wurde Priamos von Werner Krbalek, der damals 57 Jahre “jung” war, geritten. Werner Krbalek ist heute noch ein häufig und gern gesehener Gast nicht nur auf der Kölner Rennbahn.

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