Der Arc 2020

Vor 100 Jahren am 3. Oktober 1920 wurde der erste Prix de l’Arc de Triomphe gelaufen. Es siegte Comrade aus dem Stall von Evremond de Saint-Alary, geritten von dem in Deutschland bestens bekannten Frank Bullock und trainiert von Peter-Purcell Gilpin. Die Dotierung betrug 200.425 Francs, der Sieger bekam 172.425 Francs. Die Zeit des Siegers für die 2400m betrug 2:39,0, der Boden war gut.

2020 wird der Arc seit 100 Jahren gelaufen, aber während des WK II 1939 und 1940 fiel er aus, so daß im 100. Jahr des bestehen des Rennens der 98. Arc zur Austragung kommt. Und es ist ein spannender Arc mit einer Besetzung, die der Bedeutung des Rennens gerecht wird. Schon lange im Vorfeld des Arc ist dabei die beherrschende Frage in den Diskussionen, ob Enable. ob Enable als „Königin von Longchamp“ an diesem Sonntag zur Kaiserin gekrönt werden wird, ob sie das erste Pferd in der Geschichte dieses Rennens wird, das dreimal in die Siegerliste eingetragen wird.

Sie ist eine von drei Pferden, allesamt Stuten, die den Prix de l’Arc de Triomphe nicht nur zweimal gewonnen haben, sondern auch in einer dritten Austragung platziert gelaufen sind. Die Mutter aller Arc-Königinnen ist immer noch die von Marcel Boussac gezogene “ Wunderstute“ Corrida die 1935 als Dreijährige Dritte wurde und das Rennen 1936 und 1937 gewonnen hat.

Ich möchte es vorweg nehmen, ich glaube nicht, daß am Sonntag die Krönungsmesse zur Kaiserkrönung für Enable in Paris nicht gelesen wird. Es sind nicht alleine die insgesamt erstklassigen Gegner, die dies verhindern werden, sondern es ist Petrus, der den Boden von Longchamp mit so viel Regen bedacht hat, daß er offiziell als „schwer“ angegeben wird. Schon im letzten Jahr, als Waldgeist auf weicher Bahn vor Enable siegte, stellte ihr Trainer John Gosden vor dem Rennen fest, daß es auf dem aufgeweichten Boden für seine Stute keine echte Siegchance gebe.

Es wundert mich deswegen doch einigermaßen, daß die Stute immer noch als heißer Favorit gehandelt wird.

Schon im Vorfeld haben die intensiven Regenfälle in Paris ein erstes „Opfer“ für das Monstre-Rennen gefordert. Love aus dem Stall des irischen Supertrainers Aidan O’Brien wurde im Vorfeld gestrichen, weil ihr der aufgeweichte Boden nicht zusagt.

15 Pferde rücken am Sonntag in die Stadtmaschine ein. Nachfolgend eine kurze Vorstellung der Kandidaten mit einer sehr persönlichen Chancenbewertung.

Persian King
Der Sohn des Klasse-Meilers Kingman versucht sich erstmals über 2400 m. Als letztjähriger Sieger der „Poule Poulains“ und zweitplatzierte im französischen Derby gehört er natürlich den besten Pferden seines Jahrgangs. Dieses Jahr war er Sieger im Prix d’Ispahan über 1800m und im Moulin de Longchamp über 1600m. Zweifelsohne ein erstklassiges Pferd, aber 2400m sind nicht seine Welt.

Royal Julius
er war zuletzt Zweiter in Mailand in einem Gruppe zwei Rennen über 2000m. In diesem Feld ist aber eindeutig überfordert.

Way to Paris
Der Sieger des diesjährigen Grand Prix de Saint Cloud ist sicherlich ein gutes Pferd, der auch über genügend Stamina verfügt, aber auch für ihn wird es in diesem Klasse Feld schwer werden, in die Platzierung zu laufen.

Japan
Der Galileo Sohn aus dem Stall von Aidan O’Brien gehört in jedem Fall zu den interessanten Kandidaten des Rennens. Letztes Jahr wurde er hier vierter und gewann im Sommer den Grand-Prix de Paris. Dieses Jahr ist er noch sieglos, war in Ascot deutlich zurück Dritter in den King George und zuletzt fünfter in Leopardstown. Die aktuellen Form sind damit weder die weniger die große Empfehlung, aber nach seiner dreijährigen Form ist er ein interessanter Kandidat und wenn er den Boden kann, sollte er vorne dabei sein.

Sottsass
Der Sieger des letztjährigen französischen Derbys gewann dieses Jahr den Prix Ganay. In den zuletzt war er in den Champions Text von Leopardtown vierter und damit vor Japan. Ein Sieganwärter ist er eher nicht, aber sicherlich ein interessantes Pferd für eine Platzierung. Im letzten Jahr wurde er Dritter zu Waldgeist und Enable.

Souvereign
Der Sieger des letztjährigen irischen Derbys ist dieses Jahr ebenfalls noch sieglos. Als Vertreter des großen O’Brien Stalls sollte man ihn nicht ganz außen vor lassen. Die aktuellen Formen machen ihn aber nicht zu einem Kandidaten für die Geldränge.

Stradivarius
Ein absoluter Superstar, der die große Unbekannte dieses Rennens ist. Sein Element sind eigentlich die großen Cup-Rennen also die Rennen über eine Distanz von mehr als 3200 m. Er ist einer von drei dreifachen Siegern des Ascot Gold Cups und der einzige vierfache Sieger des Goodwood Cups. Aber 2400 m? Eigentlich ist das Rennen zu Ende, bevor Stradivarius richtig auf Betriebstemperatur gekommen ist.

Zuletzt war er Zweiter im Prix Foy, dem Arc-Trial für die älteren Pferde zu Anthony van Dyck. Die Form ist sicher respektabel aber die älteren Pferde waren rund 9 Sekunden langsamer, als die Dreijährigen im Grand Prix de Paris am gleichen Tag. Allerdings ist Petrus sein Freund, er kann weichen Boden und das schwere Geläuf verändert die Bedingungen, sodass er zu den sehr chancenreichen Kandidaten gerechnet werden muß. Etwas salopp gesagt, die 800m, die das Rennen für Persian King zu lang ist, ist es für Stradivarius zu kurz.

Deirdre
Seit vielen Jahren versuchen die Japaner, das prestigeträchtige Rennen in Paris zu gewinnen. Teilweise haben sie dafür ihre besten Pferde an die Seine geschickt aber das Turf-Glück war ihnen in Paris nie hold gewesen. Die diesjährige Starterin aus dem Land der aufgehenden Sonne gehört allerdings nicht zu den guten Pferden aus Japan und muss als chancenloser Kandidat betrachtet werden. Interessant ist noch die Tatsache, daß sie zuletzt 2018 in Japan ein Rennen bestritten hat und danach nur noch im Ausland, in Dubai, Hongkong und England gelaufen ist.

Gold Tip
Er ist der beste Nachkomme aus dem ersten Jahrgang seines Vaters Outstrip. Nachdem er im Derby chancenlos im geschlagenen Feld einkam, war er vor drei Wochen Dritter im Grand Prix de Paris. Diese Form sollte für eine Plazierung gut genug sein. Wenn er den Boden kann.

Chachnak
Der Kingmman Sohn ist einer der Dreijährigen im Feld. Im diesjährigen Französischen Derby war im geschlagenen Feld ein, zuletzt gewann er den Prix du Prince d’Orange über 2000 m vor drei Wochen hier auf der Bahn. Wenn er sich nich als Bodenspezialist erweisen sollte, muß man ihn hier zu den chancenlosen Kandidaten rechnen.

In Swoop
Der Deutsche Kandidat, der in Frankreich trainiert wird, hat für mich allererste Chancen. Im Grand Prix de Paris kam er mit mächtigem Speed auf dem zweiten Platz ein. Das Rennen wurde nach meinen Unterlagen in der drittschnellsten Zeit gewonnen, die jemals in Longchamp gelaufen wurde und es war für den Adlerflug-Sohn auch erst der vierte Start im Leben überhaupt. Davor gewann er das Derby in Hamburg auch mit riesigem Speed. Sein Vater Adlerflug gewann das Derby in Hamburg auf sehr weicher Bahn und ein Jahr später den Deutschland-Preis (Großer Preis von Berlin), damals noch in Düsseldorf gelaufen, auf schwer Bahn. Der Boden sollte ihm deswegen „schmecken“. In Swoop gewan sein Debut auf weicher Bahn, im Derby war der Boden offiziell gut bis weich.

Mogul
Auf den Inseln hatte Mogul als Vertreter des O’Brien-Quartiers noch keine Bäume ausgerissen. Seine beste Form ist der Sieg im Grand Prix de Paris, in dem er in sehr schneller Zeit gegen In Swoop. In Ascot blieb er auf Boden gut bis weich als Favorit unter den Erwartungen und wurde Vierter. Ich glaube nmicht, daß er ein Freund weicher Bahn iist und deswegen sehe ich ihn hinter In Swoop

Serpentine
Den amtierende Epsom-Derby-Sieger aus dem O’Brien Stall darf man nicht ignorieren. Aber im Grand Prix de Paris war er als Vierter zwar nicht weit zurück. Aber einen echten Grund für eine Formumkehr gegen die drei Erstplazierten sehe ich nicht.

Raabihah
Die Sea the Stars Tochter ist nach Enable die zweite Stute im Feld. Zuletzt war sie Zweite im von Tarnawa gewonnenen Prix Vermeille. Sie wird von dem geringen Gewicht profitieren, das sie als dreijährige Stute zu tragen hat. Man sollte ihr ein Platzgeld zutrauen.

Und die Moral von der Geschicht?
Es bleibt Enable zu wünschen, daß sie trotz des für sie unpassenden Bodens in die Plazierung läuft. Die Stute ist inzwischen auch eine Art Botschafterin des Turfs geworden. Auch wer sich für die Materie kaum interessiert, kennt ooft wenigstens den Namen der Stute. Ihre größten Gegener sind für mich Strativarius, der durch den Boden vielleicht auch auf 2400m eine scharfe Klinge schlagen kann. Dazu In Swoop, der f+ür mich den Boden kann und der Schlenderhan im 151. Jahr des Bestehens endlich mal einen Sieg im Arc verschaffen könnte und vielleicht noch Mogul oder Raabihah auch wegen des Gewichtsvorteils!

Letzte Meldung

Nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, las ich auf Twitter die Meldung, daß die Pferde von Aidan O’Brien noch Rückstände einer nicht erlaubten Substanz im Urin haben. Es bestünde zwar die begründete Hoffnung, daß diese Reste bis Sonntag abgebaut würden. Aber um die Integrität des Rennens und des Rennsports insgesamt nicht in Frage zu stellen und zu beschädigen werden alle O’Brien-Pferde als vom Vater und seinen beiden Söhnen am Sonntag Nichtstarter.

Ein Arc ohne Pferde aus dem Stall von Aidan O’Brien, das ist wie eine salzlose Suppe oder wie die Bundesliga ohne Bayern München. Dieses Jahr das erste mal ujnd nicht wegen Corona sondern wegen eines Fehlers beim Futtermittelhersteller, in dessen Haut ich nicht stecken möchte.




Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

44 Antworten auf Der Arc 2020

  1. Theo Epping sagt:

    Schön mal wieder von Ihnen zu hören, Herr Blücher!
    Oben im Artikel steht ein “nicht” zu viel. Ich glaube nicht, dass am Sonntag…

  2. martin sagt:

    wer die geschichte glaubt,lässt sich alles erzählen

  3. kassandro sagt:

    Ich sehe das ähnlich wie Blücher und rechne mit einem überlegenen Sieg unseres Swoopies. Er wird wahrscheinlich auch der Toto-Favorit sein, denn Enable ist schon im letzten Jahr trotz eines optimalen Rennverlaufs bei ähnlichen Bedingungen gescheitert. Bei 2200m sah sie noch wie die sichere Siegerin aus und blieb dann bei 2300m förmlich stehen. Das Wort “Steherin” hat sie ziemlich wörtlich genommen. Auch in den anderen Rennen könnte es wegen der extremen Bedingungen deutsche Überraschungen geben. Das könnte heute der größte Tag in der Geschichte der deutschen Vollblutzucht werden. Ärgerlich, dass Oschmann seine Donjah gestrichen hat. Sie hätte heute für sie optimale Bedingungen vorgefunden.

  4. h.schmelz sagt:

    “Wenigstens soll auch mal was aufbauendes geschrieben werden, nämlich was zum Arc und In Swoop. Das Pferrd sieht nach Potenzial aus, ist aber gleichzeitig noch sehr unfokussiert unterwegs. Ein ziemlicher Brocken, der im Derby deutlich raus stand, im wahrsten Sinn des Wortes. Letzthin in Paris war das ähnlich, alles paßte noch nicht zusammen, aber gegen Ende fand er Tritt und Gefallen an der Sache. Der Boden wird wohl passen am Sonntag. Zu Enable fehlen einige Kilo, und gegen Mogul muß er sich sicher mehr ranhalten, wenn er den Spieß umdrehen will. Gleichwohl könnte es Eachway eine schöne Wette sein. Früher nannte man sowas euphemistisch Sympathiewette. Ich finde, die Sympathie hat einiges für sich.”

  5. h.schmelz sagt:

    Mittwoch war die Welt noch anders. Jetzt sind alle von O’Brien raus, und damit gibt es weniger Tempo, und Enable und Stradivarus können sich das Rennen selbst machen. Immerhin, In Swoop muß gute 5 Kilo gegen diese beiden finden, das soll man nicht vergessen. Auch sind andere auf die Idee Eachway gekommen, und sein Kurs hat sich halbiert. Jetzt finde ich die Idee nicht mehr so prickelnd, offen gestanden. Aber im Grundsatz hat sich seine Chance nicht verschlimmert, außer, wenn es vorne im Hundegalopp zugeht. Das mag gut sein, und wer traut sich, Dettori oder Peslier zu überholen? 3. kann er nach meiner Ansicht werden, aber mehr wird extrem schwer. Dazu sind die beiden vov Gosden einfach zu gut.

  6. h.schmelz sagt:

    Tja, so geht’s manchmal. In die Zange genommen, und schon ist alles perdu. War für Enable nicht erfreulich, aber so ist das, und so richtig ging sie zum Zeitpunkt der Behinderung nicht. Wer weiß. In Swoop ist sehr gut gelaufen, wenn auch Sottsass sicher gewonnen hat. In Swoop ist immer noch sehr unkonzentriert unterwegs und macht Kunstpausen, so Mitte der Geraden, als er wieder in Schwung kommen mußte, aber dann ging er wieder ab wie ne Rakete. Ein nach wie vor hoch veranlagtes Pferd, das nächstes Jahr einen weiter kommen kann.

    • Theo Epping sagt:

      Schade dass sich die, klugen und sicherlich richtigen,
      Analyse ihrer/eurer Kommentare leider immer so
      Buchhalterisch, dröge und emotionslos anhören.
      Ich freue mich für das Schlenderhahner Pferd und die
      kleine deutsche Zucht. Es trägt leider die falschen Farben.
      Niemand kann aus seiner Haut.

      • h.schmelz sagt:

        Wenn Sie emotionale Berichte lesen wollen, müssen Sie nur Galopponline.de und Deutscher-galopp.de lesen. Da schwärmen die beiden echten Kenner der Materie, Guido Göbel und Michael Hähn, in patriotischen Tönen und schwelgerischen Superlativen. Da finden die echten Titanen- und Mega Events statt.

        • Theo Epping sagt:

          Sie scheinen Theater und Schauspiel
          mit, wie heißt das heutzutage?, Authentizität,
          oder einfach Ehrlichkeit, zu verwechseln.
          Macht aber nichts, ist wahrscheinlich etwas zu viel erwartet.

      • martin sagt:

        wie sind denn die richtigen farben? rot-weiss ,passenderweise ,wie laccario,oder welche? kaum ein hahn kräht nach LACCARIO,wo er doch auch 2ter war,naja,mit hilfe

        • Theo Epping sagt:

          Wenn Sie mich so fragen, blau weiß natürlich.
          Zoppenbroich – Erlengrund – Wittekindshof
          Chronologisch.

          • Un Coeur B sagt:

            Zuerst Zoppenbroich, dann Erlengrund, später Wittekindshof, vom Niederrhein in den Taunus, last but not least vom Taunus ins schöne Sauerland, auch irgendwie ein Triple.

          • Un Coeur B sagt:

            Zoppenbroich ist das noch Niederrhein, vielleicht hart an der Grenze.

          • Theo Epping sagt:

            Rheinland, Niederrhein fängt ab Ddorf an.
            Die Niers fliesst direkt am Gestüt vorbei
            und die Maas ist auch kaum weiter als der Rhein entfernt.

          • Un Coeur B sagt:

            Wüsste jetzt nicht wo genau Zoppenbroich wäre, Neuss geistert bezüglich Zoppenbroich etwas durch den Kopf, die Niers fließt ziemlich nahe an der Trabrennrennbahn Mönchengladbach vorbei, weit nach Schlenderhan, In Swoop, dürfte es von Zoppenbroich auch nicht mehr sein, ich gucke jetzt einfach mal nach…

            Mönchengladbach, der älteste Bruder wohnt dort seit Ultimo, mehr auf der Trabrennbahn dort gewesen als beim besagten Bruder.

          • Un Coeur B sagt:

            Nach dem Verlassen Zoppenbroichs, peu a peu der dortige Niedergang, Engelbrecht-Bresges ging ins Exil, Zoppenbroich nur noch eine Marginalie des deutschen Galopps, dann in Erlengrund in den 80er Jahren die Turbulenzen, inkl. Leisten bleib bei Deinem Leisten, danach Wittekindshof bis Ende, first we take Miebach, then Zoppenbroich, last and least Erlengrund mit Leisten, vielleicht so, vielleicht aber auch ganz anders.

          • Theo Epping sagt:

            Na ja, wenn man es genau nimmt,
            habe ich in allen Gestüte, außer Wittekindshof,
            das Licht ausgeknipst. Ich habe für 5 Gestüte gearbeitet, davon ist nur noch eines in der Vollblutzucht aktiv. :-(

          • Un Coeur B sagt:

            Ja, Wissen und Erfahrung kommen dann zwangsläufig mit den Jahren.

          • Theo Epping sagt:

            Zwangsläufig, aber eben doch oft zu spät!

            Tröstlich ist, dass auf dieser Welt nichts je
            wirklich weg oder völlig vergebens ist!!

          • Un Coeur B sagt:

            Ein schönes Schlusswort.

  7. kassandro sagt:

    Das war sicherlich einer der schwächsten Arcs der Geschichte. Bei der Zeit von 2:39,2 muss man sicherlich die schlechten Geläufbedingungen berücksichtigen, was von der Ferne sehr schwierig ist. Dennoch möchte ich von einem Bummel-Arc sprechen, was man schon alleine daran sehen kann, dass zwei Pferde, Persian King und Chachnak, die Pace bestimmten, die kein Interesse an einem schnellen Tempo haben konnten. Chachnak konnte selbst dieses Tempo nicht stehen und behinderte dann auf dem Rückzug auch noch Enable. Persian King rettete sich mit einem respektablen dritten Platz ins Ziel und bestätigte seine große Klasse. Ich vermute mal, dass es zwischen den Teams von Persian King und Chachnak die Absprache gab, gemeinsam das Feld einzubremsen, was dann auch ziemlich gut gelang. Die Engländer schimpften jedenfalls wie die Rohrspatzen über dieses “taktische Rennen”. Das wäre natürlich nicht passiert, wenn die 4 Coolmore-Starter nicht zurückgezogen worden wären. Die hätten mit Sicherheit einen Pace-Maker dabei gehabt, so dass es kein solches Schrottrennen gegeben hätte. Wie man das macht, hat Cooolmore mit Nobel Prize im Grand Prix de Paris gezeigt. Der hat ein so höllisches Tempo vorgelegt, dass beinahe der Bahnrekord von Danedream gefallen wäre. Ich kann mich auch nicht erinneren, dass es mal nur 11 Starter in diesem Rennen gab.
    Die Ursache für den Coolmore-Rückzug ist natürlich weniger lustig. Ich wusste schon lange, dass die Amerikaner Hormone oder besser der künstliche Variante also Steroide in Schweine- und Rindermast einsetzen. Jetzt stellt sich heraus, dass die dieses Zeugs auch zur Muskelbildung bei Rennpferden einsetzen, und auf irgendwelche Weise gelangte das auch in das europäische Futter. Da wundert es einen nicht, dass die Pferde so aufgeblassen ausschauen. Wenn man das Zeugs rechtzeitig vor dem Rennen absetzt, wird es kaum nachzuweisen sein. Im Gegensatz zu dem vor kurzem bei uns aufgedeckten Coffein-Doping, das man nur als Deppen-Doping bezeichnen kann, ist das eine ziemlich üble Geschichte, und man muss wohl davon ausgehen, dass dieses Turbofutter auch bei uns eingesetzt wird.

    • Theo Epping sagt:

      Unfähige und Dummköpfe und noch übleres Gesindel,
      gibt es immer und überall. Leider ist der Rennsport und die
      Zucht seit jeher Tummelplatz für Leute die es sonst nicht bringen.

      Wenn nichts geht, da kann man mit Vitamin B und besser noch,
      dem richtigen Namen, immer noch seinen Schnitt machen.

      Leute die ihr Fach verstehen, haben Lug und Trug nicht nötig und da kann
      man auch mal ein ehrliches Wort sagen ohne gleich abserviert zu werden.

      Das war, ist und bleibt wohl auch so.

      • kassandro sagt:

        Für Swooopie besteht eine gute Chance, dass er den Sieg im Grand Prix de Paris noch am Grünen Tisch zugesprochen bekommt, denn der damalige Sieger Mogul gehörte auch zum Coolmore-Aufgebot für den Arc und war die Wahl des Stalljockeys Ryan Moore. Ich denke mal, dass die Pferde schon drei Wochen vorher das Turbofutter bekamen. Nichts machen die Franzosen lieber, als Engländer zu disqualifizieren. In diesem Fall sind das allerdings Iren.
        Den Grand Prix de Paris hat, glaube ich, noch nie ein deutsches Pferd gewonnen. Kisber, vor knapp 150 Jahren Deckhengst auf Gestüt Harzburg, und Nuage, vor 100 Jahren Deckhengst in Graditz, haben das geschafft. Tesios Nearco ist weiterer berühmter Sieger dieses Rennens. Damals ging dieses Rennen noch über 3000 Meter.

      • martin sagt:

        ein schönes schlusswort wäre vo GALOPPONLINE zu risikogebiet köln,bzw denneuesten stand zu berichten,oder ganz was böses,mal die gerüchte um LASIX/LACCARIO aufzulösen. wenns denn erlaubt ist?

  8. Un Coeur B sagt:

    Man schleppte einen schon in den 50er und 60er Jahren mit auf die Rennbahn, als die Bundespräsidenten noch nach Wambel kamen, zum St.Leger muss das gewesen sein, das St.Leger damals mit einem ganz anderen Stellenwert, da kamen dann auch Gräfin Batthyany und die anderen Damen und Herren und machten im Führring ihre Schau, mit ihren Hüten und ihrem Getue, alle mittlerweile schon lange nicht mehr unter uns, damals Realität heute nur noch vage Erinnerung.

  9. kassandro sagt:

    Armer Windstoß, schlimmer Besitzer und Züchter!
    Da kommt der ehemalige Deckhengst Reliable Man aus Frankreich wieder zurück und deswegen soll jetzt für Windstoß kein Platz als Deckhengst mehr frei sein und er muss noch ein Jahr nachsitzen. Er ist jetzt 6 Jahre alt und drei Jahre sieglos. Er war ein überdurchschnittlicher Derby-Sieger und der letzte überhaupt, der nach seinem Derby-Sieg noch ein Rennen gewann. Ich hab ihn zum ersten mal in der Düsseldorfer Derby-Quali gesehen. Da ging sein Stern auf und er distanzierte überlegen einen Novellist-Halbbruder. Dann sah ich ihn in der Hannoveraner Derby-Quali wo er unverschuldet zu Sturz kam. Der Jockey war längere Zeit außer Gefecht aber Windstoß startete zur Verwunderung aller schon wieder 6 Tage später im Union-Rennen und wurde nur knapp von dem gewiss nicht schlechten, leider vor kurzem eingegangenen Colomano geschlagen. Das Derby gewann er dann trotz eines mäßigen Rittes von Maxime Pecheur. Ein paar Wochen später bestätigte er dann seinen Derby-Sieg mit einem überlegenen Sieg im Preis von Europa, der sicherlich nicht der best besetzte aller Zeiten war. Ich empfahl damals ihn für den eine Woche später stattfinden Arc nachzunennen. Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Leider wurde dieses dann kalt und er sollte nie mehr wieder siegen. Es folgten viele gute Platzierung und er erwies sich als treues, hartes und gesundes Pferd, aber er hat offensichtlich seinen Biss verloren und es ist sehr unwahrscheinlich, dass er den mit 7 Jahren wiederfindet. Man hat alles versucht und ist heuer auf noch längere Distanzen ausgewichen. An den Ergebnissen hat sich wenig geändert. Wir haben heuer einen sehr starken Derby-Jahrgang In Swoop, Torquato Tasso, Dicaprio, Kaspar und Grocer Jack werden den Turf im nächsten Jahr dominieren, wobei In Swoop wohl kaum in Deutschland starten wird. In seinem eigenem Rennstall wird Windstoß hinter Kaspar nur die Nummer zwei sein. So kann man einfach nicht einem Pferd danken, das Röttgen nach 59 Jahren wieder einen Derby-Sieg bescherte. Er ist ein sehr gutes Pferd mit sehr guter Abstammung, gehört aber nicht zur absoluten Topklasse. Dafür verfügt er über sehr viel Gesundheit und Härte. Insgesamt hätte er das Zeugs für einen sehr guten Vererber, aber nach drei sieglosen Jahren wird das Interesse an ihm recht gering sein. Vielleicht gelingt ihm noch eine Überraschung bei Oleander-Rennen am 1.11. Das wäre dann ein sehr schöner Abgang, den ich ihm von Herzen gönnen würde, aber Rennen sollte er danach nicht mehr bestreiten.

    • Theo Epping sagt:

      Das ist eine Menge Text, ich sage es jetzt einfach mal in Kurzfassung, :
      Härte und Gesundheit und Beständigkeit sind nicht gefragt.
      Ein Pferd das 5-6 Jahre beständig Leistung gebracht hat ist nicht gut genug,
      es muß dieses Blacktyp sein, warum sonst kommen die Ausländer hierher,
      um sich den Anschein von Klasse zu geben.
      Manchmal ist es ja tatsächlich so! Meistens aber nur Augenwischerei!

  10. kassandro sagt:

    In der Aufzählung der sehr guten Dreijährigen habe ich Jürgen Imms Nerium vergessen. Der debütiert heute mit sehr guten Chancen auf Gruppe-Ebene in Italien. Sein ein Jahr älterer Halbbruder Nubius wird heute der Favorit im Ausgleich I in Hannover ins Rennen gehen, möglicherweise mein letztes in diesem Jahr. Ursprünglich hatte ich noch den Renntag um den GP von Bayern im Visier, aber der kanzlergeile Söder hat Bayern in ein Irrenhaus verwandelt. Schon beim Dallmayr-Preis hätten man mich beinahe rausgeschmissen, denn in Riem musste man im Gegensatz zu allen anderen Rennbahnen, wo ich heuer war, auch außerhalb von Führ- und Absattelring eine Maske tragen. So etwas möchte ich mir nicht noch mal antun. Eine realistischere Chance besteht für meinen traditionellen Schlussrenntag in Krefeld, aber die Corona-Hysterie nimmt momentan stärker zu als die Infektionszahlen. Obwohl letztere ebenso wie die Erkrankung von Obervollpfosten Jens Spahn eigentlich nur die Wirkungslosigkeit der Gegenmaßnahmen bestätigen, will man diese noch irrwitziger verstärken. Hoffentlich erwischt es bald auch noch Söder, Laschet und Merkel, damit die endlich Ruhe geben. Dauerquarantäne für unsere Politiker, das wäre jetzt das beste.

    • Un Coeur B sagt:

      Vom Harz nach Hannover ein relativ kleiner Sprung, bis nach Riem schon etwas weiter, und zurück muss man auch, wenn man nicht gerade ins Gras gebissen hat.

      • Theo Epping sagt:

        Selbst dann, wenn man nicht gerade…
        in der Fremde ruhen will.

      • kassandro sagt:

        Ganz so ist es nicht. Ich komme ursprünglich wie Söder aus Nürnberg. Um so mehr muss man sich für den missratenen Sohn der alten Reichsstadt schämen. Ich hab mich allerdings als Franke schon vor Jahren für die Oberbayerin Ilse Aigner als Nachfolgerin von Seehofer im Amt des Bay. Ministerpräsidenten eingesetzt, und das heißt schon etwas, wenn sich ein Franke gegen einen Franken für eine Oberbayerin einsetzt. Aigner ist eine patente Elektromeisterin, die das elterliche Geschäft übernommen hat, während Söder ein windiger Paragraphenheini ist, der zuerst als Generalsekretär und dann als Finanzminister die CSU systematisch unterwandert hat, so dass er selbst das schlimmste Wahlerergebnis in deren Geschichte überlebt hat.
        Da meine Verwandten und Bekannten dort unten sich alle schon im fortgeschrittenen Alter befinden und sich von der Hysterie haben anstecken lassen, bin ich dort unten auch momentan nicht gerade willkommen. Die Rennbahn ist Riem ist meine erste Rennbahn überhaupt, 1972 bei Lombards wohl bester Leistung im Olympia-Preis. Die Riemer Rennbahn ist auch eine der besten Rennbahnen für Photographen. Nur in Düsseldorf hat man ähnlich gute Lichtverhältnisse. An so einem Renntag bin ich ziemlich unterwegs und im Gegensatz zu anderen Photographen fast überall auf der Rennbahn, wie man an Hand der Bilder vom Dallmayr-Preis erkennen kann:
        https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gro%C3%9Fer_Dallmayr-Preis_2020
        Vor allem muss man teilweise mit Kameraequipment mehrere Hundert Meter richtig rennen und das ist mit Maske unmöglich.

    • Eva Maria Limmer sagt:

      Sein Sie doch froh, daß Sie als kassandro, nicht noch von einem Peitschenschwinger auf ihrem Rücken im Kreis gehetzt werden,der an der Nussknackertrense hängt als Balancierstange,gerne noch kombiniert mit ,Zungenband,Sperrhalfter und Steigergebiß-Kombi.Nachweislich nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch extrem atembehindernd.Da kann man sich als nicht rennender Rennaktiver und Sportler doch auch entsprechend einkleiden lassen-übrigens von ein und derselben “Elite”.Ich finde alles hochverdient im Namen der Goldenen Regel.Hoffentlich kommt bald die Impfung und die Dauerquarantäne in der Coronabox für Leute, die Jährlinge! verauktionieren! um dann einen Mietreiter draufzuwerfen-Herr Schmelz.Peinlicher geht es doch gar nicht.Rennen Sie doch alle gefälligst selbst, dann kann das Wettgeschäft auch bestens florieren.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>