Waldpfad mit Gruppe-I Plazierung in Britannien

Der Sprint Cup in Haydock zählt zur British Campions Series und ist eines der renommierten Fliegerrennen auf der Insel. Nach seinem Überraschungserfolg in den Hackwood Stakes von Newbury und einer guten Plazierung in der Goldenen Peitsche von Baden Baden wollte Waldpfad in den Flieger-Olymp aufsteigen.

Das Rennen war hochklassig besetzt, aber durch den Ausfall von Ten Sovereigns wegen des Bodens und Advertise wegen nicht so berauschender Arbeitsleistungen steigen die Chancen des Brümmerhofers schon vor dem Start deutlich an.

Das Rennen wurde aus der Maschine raus schnell gelaufen und Waldpfad mußte sich anstrengen, um Anschluß zu behalten. Mit zunehmender Distanz kam er aber immer besser ins Rennen. Andrea Atzeni brachte den Shamardal-Sohn außen immer besser in Position und als auf den letzten 100 Metern innen Hello Youmzain in den Farben von Jaber Abdullah  The Tin Man mit ½ Länge auf den Platz verwies, kam außen Waldpfad mit gewaltigem Speed auf den dritten Platz und schlug Brando innen noch mit einem Kopf.

Das war wohl die beste Form, die ein in Deutschland trainiertes Pferd dieses Jahr gezeigt hat und Waldpfad ist wohl auch das beste, derzeit in Deutschland trainierte Pferd.

Wenn ich nichts übersehen habe, dann war das die erste Plazierung eines in Deutschland trainierten Pferdes in einem englischen Gruppe-I Fliegerrennen. Es gab einige Versuche und es gab auch Plazierungen in Gruppe II und Gruppe III, aber eine Gruppe-I Plazierung habe ich nicht gefunden!

Man darf auf die weitere Karriere von Waldpfad gespannt sein. Am Champions Day in Ascot ist der Boden meistens weich und das kommt dem Vertreter der Waldrun-Familie sicher entgegen. Und 1200m scheinen mir auch besser zu sein, als die 1000m zum Prix de l’Abbaye am Arc-Tag in Longchamp.

Haydock Sprint Cup Stakes – Hello Youmzain

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20 Antworten auf Waldpfad mit Gruppe-I Plazierung in Britannien

  1. Un Coeur B sagt:

    Ja, das war schön, wie er sich mit diesem Speed noch das dritte Geld schnappte, und auch anschließend die Aussage seines Trainers, dass man erst einmal abwarten will, was Waldpfad den Verantwortlichen in den nächsten Wochen so sagt.

    • Un Coeur B sagt:

      Das, was man bei den Aktiven spürt, zu spüren meint, dass sie alle irgendwie einen Volltreffer landen wollen, quasi einen Meisterstreich…wie Frankel…oder Secretariat.

  2. Theo Epping sagt:

    Für mich ist das ein weiterer Beweis, nicht die deutschen Pferde sind alle schlecht, die Eigentümer – Besitzer genannt – sind … oft schlecht beraten.

    • Blücher sagt:

      Naja, so pauschal würde ich das nicht sehen. Bei Röttgen weiß man schon, wie das Geschäft funktioniert. Und trotzdem sind Windstoß und Weltstar zwar Derbysieger und sicher auch gute Pferde, aber eben keine Stars. Sie haben sich nach dem Derby nicht mehr weiter entwickelt. Das ist bei Schlenderhan, Ostermann und anderen alten Besitzern ähnlich. Da hilft auch eine gute Beratung nichts. Denn schon Goethe wußte, was die Natur nicht hat gegeben, das ringst Du ihr nicht ab, nicht mit Haken, nicht mit Hebeln.

      So einen Frankel oder einen Secretariat gibt es einmal in 30 Jahren und den Meisten würde doch eine Danedream reichen oder ein Protectionist und den Cup gewinnen. Muß doch nicht gleich ein Superstar sein, ein normaler Star wäre doch schon genug.

      • Theo Epping sagt:

        Schlecht beraten im übertragenen Sinn für: die falsche Endscheidung treffen. Das Risiko eingehen, ein gutes Angebot auch mal abzulehnen und nicht zu verkaufen. Im Rennsport gibt es keine Sicherheit, der Star von heute kann sich morgen verletzen und aus der Traum. Deshalb begnügen sich zu viel mit dem Spatz in der Hand, statt auf die Ringeltaube zu warten. Diese Einstellung geht leider pauschal durch alle Etagen der Pyramide.

        • Blücher sagt:

          Behalten und bereuen, verkaufen und bereuen – Das gilt für Aktien, Pferde Kunst und was weiß ich nicht alles. In leicht gewandelter Form gilt das auch für Frauen, auch wenn man sie nicht verkauft…. ;-)

          Mal trift man die richtige und dann wieder die falsche Entscheidung. Solange die Zahl der richtigen Entscheidungen überwiegt, ist doch alles okay!

          • Theo Epping sagt:

            Jetzt pauschalisieren Sie aber gewaltig, ich rede nicht von Aktien und schon gar nicht von zwischenmenschlichen Beziehungen. Es werden zu viele talentierte Pferde ins Ausland verkauft, der sicheren Mark wegen, das kann ich verstehen aber nicht okay finden.

  3. Un Coeur B sagt:

    Der deutsche Galopprennsport bräuchte vielleicht die Ausgeschlafenheit eines T.Eppings, alles irgendwie zu unüberlegt, zu hektisch und unstet.

  4. Theo Epping sagt:

    Der Rennsport ist nun mal ein Saisongeschäft: Deck.- Abfohl.- Rennsaison. Das bringt immer auch eine Hektik mit sich. Jedes Rennpferd hat seine Saison. Hektik und ständiger Wandel sind nicht das Problem. der Irrglaube man könnte sein Geld mit Pferdezucht und Sport mehren, ist ein großes Problem. Wer nicht willens und in der Lage ist, Geld zu verlieren, sollte es gleich sein lassen und nur zusehen.

    • Un Coeur B sagt:

      Walther J. Jacobs versuchte sein Gestüt wie ein Unternehmen zu führen, mit Gewinn und entsprechendem Erfolg, aber das ist ja alles bekannt.

      • Theo Epping sagt:

        … versuchte, Un Coeur B, versuchte!
        Was ein Surumu – Acatenango – Königstuhl oder Monsun verdienen, fressen über die Jahre, die Kosten für alles andere wieder auf. Plus minus Null ist schon eine große Leistung.

        • Blücher sagt:

          Wie heißt es so schön, über einen Zeitraum von 7 Jahren sollte ein Gestüt eine schwarze Null schreiben.
          Bei Fährhof waren in den Goldenen Jahren ein paar Nullen aneinander gereiht und davor stand dann eine Zahl>0.

          Ich glaube, das Geheimnis von Fährhof/Jacobswar, daß er das Gestüt kaufmännisch geführt hat, aber nicht auf kurzfristige Erfolge geguckt hat, sondern die Dinge auch mal laufen ließ. Als Surumu ins Gestüt ging, gab es viele Kritiker, die dieses weiche Pferd nicht sehen wollten und anfangs hatte er nur wenige (weniger als 10) Stuten. Aber Surumu war Grundlage der Erfolgsstory von Fährhof. Wäre das schief gegangen, wer weiß, wie die Fortsetzung gewesen wäre. Wie lange hätte Jacobs noch Geld in die Hand genommen, um erfolgreich zu sein? Der kaufmännische Erfolg kam mit dem züchterischen Erfolg und mit dem Erfolg auf der Rennbahn – und nicht weil man Pferde von tollen Hengsten aus BT-Stuten auf der Auktion für viel Geld verkauft hat.

          Andere Gestüte hatten teilweise bessere Stutenherde als Fährhof und auch sehr gute Hengste, da hat es nicht so geklappt. Warum auch immer. Fehlte das Glück? Was war im Management anders – Fragen über Frage, auf die man nur schwer Antworten finden wird.

          • Theo Epping sagt:

            Mit Literat war es genauso, der ist auch schon
            4 jährig ins Gestüt gegangen. Vater und Sohn galten beide als nicht hart genug und Literat war bei von Mitzlaff in Training.

          • Un Coeur B sagt:

            Bei Danedream lag man auch falsch, oder John Henry, Auktionsergebnis 1.100 Dollar, knapp 7 Mio. Dollar dann zusammengaloppiert.

          • Un Coeur B sagt:

            Wenn man sich in der Schule um sieben Millionen verrechnen würde, wäre das weniger als ungenügend, hoffnungslos dumm.

          • Blücher sagt:

            Den Kelso wollte auch niemand haben und bei Snaafi Dancer hat man sich auch verrechnet und bei so vielen anderen Pferden auch. Und bei Snaafi Dancer nicht vergessen, damals stand der Dollar bei 3 DM.

            Aber eigentlich hat man sich nicht verrechnet, sondern das Pferd einfach falsch eingeschätzt. Und das kann ja mal vorkommen.

          • Theo Epping sagt:

            Das finde ich nicht. Frau Haasler sagt immer:
            “Dumm sein ist nicht schlimm, nur dumm bleiben!”

          • Un Coeur B sagt:

            Zu Walther J. Jacobs fällt einem noch Hans Hugo Miebach ein, der mit der gleichen und derselben Leidenschaft ein Gestüt hervorbrachte, von ganz klein zu ganz groß, zu ziemlich groß, mit ähnlichem Erfolg wie Jacobs, auf der einen Seite Ostermann, Ullmann, Jacobs jr. , auf der anderen Seite die Gründer und Erschaffer, mit einer ganz anderen Qualität, mit einer anderen Qualität.

          • Theo Epping sagt:

            Lange Rede, kurzer Sinn:
            Kaum eine private Zucht übersteht die dritte Generation … nach den Gründern und Erschaffern.

            Was das Genpoolproblem angeht:
            Ursprünglich erlangte man den Status GESTÜT erst, wenn man 5 Stuten und einen Deckhengst hatte. Syndikats Hengste – Luciano war in Deutschland der erste – waren in 40 Anteilen aufgeteilt, pro Anteil ein Sprung / eine Stute
            jährlich. Außer den Haupt-Blut-Strömen, gab es jede Menge Neben und Zuflüsse. Erbgut das heute einfach brach liegt, weil es unrentabel ist, blieb aktiv und bei Erfolg verfügbar.
            Ich glaube Vielfalt nennt man das.
            Das Prinzip der Zentralisierung, in der Wirtschaft und Verwaltung, ist ja auch nicht gerade das gelbe vom Ei.

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