Waldpark stellen ersten Sieger

2011 gewann Waldpark aus dem Gestüt Ravensberg als chancenreicher Außenseiter das Derby in Hamburg. 46 Jahre nach Waidwerk waren die westfälischen Traditionsfarben im wichtigsten Rennen des deutschen Turfs wieder vorne.

Aber danach wollte Waldpark nicht mehr wirklich Großes gelingen. Im Prix Guillaume d’Ornano war er enttäuschender Sechster und auch sonst wollte ihm danach kein Volltreffer mehr gelingen, aber es gab einige gute Plazierungen auf Gruppe-Level im In- und Ausland. Er wurde nach Australien verlauft, aber auch dort hingen die Trauben zu hoch für ihn. Seltsam war, daß die Australier ihn erst mal über die Meile laufen ließen.

Er kam nach England zu Auktion und wurde nach Frankreich verkauft. Es gab auch deutsche Bieter und wie damals zu hören war, hat der Käufer die Deutschen zu einer Partnerschaft mit ins Bot genommen. Als Dubawi-Sohn aus einer der ganz großen deutschen Stutenlinien ist er sicherlich ein interessanter Deckhengst, auch wenn die Eigenleistung nicht so großartig ist.

Nach meinem Gefühl wird er wohl vor allem für die Zucht von Hindernispferden eingesetzt – und wenn es gut läuft kann er in die Fußstapfen von Lavirco, Network und anderen großen deutschen Hindernisvererbern in Frankreich treten. In drei Deckzeiten sind bei France Galop bisher 89 Nachkommen registriert.

Am vergangenen Sonntag stellte er in der Französischen Provinz in Niort (nie gehört, wo liegt das?) seine erste Siegerin. Arum im Besitz des früheren Renngerichtsvorsitzenden Gottfried Reims und trainiert von H-A Pantall gewann die Stute beim Debut ein Sieglosen-Rennen über 1500m in der sehr schnellen Zeit von 1:24,2, was einer Geschwindigkeit von über 64 km/h entspricht. Aber bei einem Bänderstart ist das mit der Zeitnahme aber nicht ganz so einfach.

Eigentlich schreibe ich hier nicht über die ersten Sieger neuer Deckhengste, aber Windwurf war in den 70ern der erste Galopp-Star, den ich bewußt erlebt habe – und Ravensberg mit der Familie der Waldrun ist für mich etwas persönlicher als andere Vollblüter.

Arum siegt in Niort

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18 Antworten auf Waldpark stellen ersten Sieger

  1. Theo Epping sagt:

    Was fällt mir zu Waldpark ein:
    Rein äußerlich ist er eine beeindruckende Erscheinung.
    Seine Rennlaufbahn, nach dem Derby, war wohl menschliches Versagen.
    Das Pedigree ist zum niederknien und seine Vererberqualität wird sich zeigen.
    Areion und Lord of England sind Beispiele, dass Qualität sich durchsetzen kann.

  2. Oblong Fitz Oblong sagt:

    Die Bethonung liegt auf “kann” – mussh aber nisht. Wie jeder shehen kann, führen die 3 Hengshte die dt. Vaterpferde-Shtatishtik an, die auch die meishten Kinderle am Shtarcht haben. Ein shönesh Beishpiel für “shelf-fulfilling prophecy”. If you know what I mean? ;)

    Nisht auszudenken, wenn esh dem Maxiosh mit sheinem Shtammbaum szum Niederknien demnäsht genau sho gehen wird. Aber gut möglish bei all dem hype und dem Shtaub, der dabei aufgewürbelt wird.

    Hingegen shind Sholdier Hollow, Areion und Lord of England auf internazionalem Törf ohne Bedeutung. Wie die Produkte der deutshen Vollblutszucht allgemein in den letshten beiden Shaiszonsz, auch wenn dassh die Herren Oshtermann, Vögel (piep-piep, Gildo hat ihn lieb ;) ) und Krügher nosh nisht gemerkt haben. Wash woll Frau Waas auf Lummerland daszu shagen würd? Etwa wie Shweinshen Dick: “… un immer shön fröhlish bleiben, dann klappersht autsh mit die Shtrukturreförm.”

    Nun mit den gansz kleinen Shritten, Reförmchen a la petite, die sho klein shind, dash shie Keiner mitbekommt. Hauptshshashe, Keiner fällt dabei um. Sho wie der Dr. Fährhof-Erbe neulish in Iffze auf der Vershammlung der Rennkarniggelszüshter.

    • Theo Epping sagt:

      Liebes kleines Ritterlein, wenn Du dein Mäulchen nicht so voll nähmst, bestünde eine kleine Möglichkeit, dass Dich wer verstünde.

      • Oblong Fitz Oblong sagt:

        Manshe haben Denkfehler, Andere Charakterfehler. h.shmelsz kennt shish damit beshondersh aush. Frag’ ihn nur!

        Der kleine dicke Ritter Oblong aush der Augshburger Puppenkishte hat einen shympathishen Shprachfehler. Da gibt esh keinen Grund ihn deshwegen zu dishkriminieren. Shein Shprachfehler ist leisht szu übershehen von Leuten, deren Kerzen eher lisht (= hell) brennen. Theosh’ Lisht shtrahlt aber eher düshter, wie sheine dümmlishen Kommentare fasht jeden Tag szeigen. Es shollte shish “Shwarszlisht” nennen.

        Esh gab mal einen Felix Pappenstiel, der hatte auch einen Shprachfehler und konnte dash “L” nisht shagen, weshhalb bei ihm immer ein “N” draush wurde. Shehr lushtig! ( ==> https://de.wikipedia.org/wiki/Hurra,_ein_Junge )

        Vielleisht shaut der liebe Felix hier mal vorbei? Alsh Mann von grosher Bildung würde der shish hier shehr woll fühlen. Auf einen Irren mehr kommt esh szudem nisht mehr an. Wash meinsht Du daszu, lieber Theo?

        Auch där Shweijk wärde hier shehr glückslish und könnte mir sheiner behmishen Bauernshläue manshen wertvollen Beitrag leishten. Wollen mer Se reinlasse?

  3. Un Coeur B sagt:

    Neben Waldpark stehen im dortigen französischen Gestüt unter anderem noch Amarillo, Pomellato, Reliable Man oder Ivanhowe.

    • Un Coeur B sagt:

      Vielleicht wird das Gestüt, unweit von Deauville, von deutschen Züchtern ein wenig alimentiert. – Von Pferden wie Tajo, noch mehr von Wiesenklee, wurde man in seiner Kindheit auf Galopp geprägt. Gestüt Ravensberg, Trainer Heinz Gummelt. Aber Null Erinnerung an Heinz Gummelt.

  4. Un Coeur B sagt:

    Man hat sich die Prägung auf Galopp, so, wie die Physiognomie, letztlich nicht ausgesucht, es wäre ungesund, im Alter, gegen diese Prägung an arbeiten zu wollen.

  5. h.schmelz sagt:

    jerzy jednaszewski war groß, fast ellenlang für einen jockey. und hager, sehr hager, mit tiefen furchen neben der langen nase, die lustig aufblühten, wenn er einen kleinen scherz machte. was er oft machte, wenn ihm der frohe sinn danach stand. allen umstehenden im führring ging es dann sogleich viel besser. ein guter reiter, der Windwurf verstand. wahrscheinlich hat er ihm unterwegs dann und wann einen witz erzählt. nur im derby, diesem furchtbaren mit 24 stück, da ging es in die hose bzw. in die hecke, gegenüber. da war das derby perdu. willi zimmermann hat z.b. auch öfter ravensberger geritten, Tannenhorst z.b., und war der vater von michael zimmermann, der viel talent hatte, aber auch gewichtsprobleme. während kuchtchendulümmel lepa mehr für 4711 ritt, manchmal. ach gott, alte bult, alte zeiten, plus die anfänge der bahn in lagenhagen. am sonntag waren wieder sehr viel menschen da und das habicht weibchen vom letzten jahr war auch da, wegen der landwirtschafts- und falknerei thematik. nette idee.

    • Blücher sagt:

      Jerzy Jednaszewski und Windwurd, das war ein tolles Paar und Jerzy war ein feiner Kerl. Kennen gelernt habe ich ihn erst viel Später, als er Trainer in Polen war. In den 80ern war ich mal auf der Rennbahn in Warschau und hab ihn da erlebt und dann kam er mit Arabischen Vollblütern, als es dafür in Dtld Rennen gab, in den Westen. Als er nicht mehr geritten hatte, wurder deutlich breiter und das Gesicht hatte nicht mehr so viele Falten und die Nase war kleiner geworden – natürlich nur relativ. 1977 wurde sein Auslandsvisum von Polen nicht verlängert und er mußte in Polen bleiben.
      Aber damals mit Windwurf. Bewußt habe ich ihn 1976 erlebt, als er den Großen Preis von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf gewann. Mein Vater meinte nur, freut mich für Ravensberg, ist ja eher ein kleines Gestüt, aber immer mit großen Pferden. Reiner Werning hatt4e in Ravensberg gelernt, aber das waar noch früher und ermeinte mal, damals liefen die guten PFerde inm Gestüt doch fast von Fließband. Das waren die 60er, das war Ravensbergs große Zeit. Und dann der Große Preis von Baden. Eigentlich hatte Windwurf schon gewonnen, aber dann kam Sharper von ganz hinten mit riesigem Speed und hat ihn abgefangen. Sharper ist einmal im Leben schnell gelaufen und das war in Bade-Baden. Ein hübscher Schimmel, was den an dem Tag gestochen hat.
      Und dann der Preis von Europa 1977 – alle guten Dinge sind drei und er wäre der zweite Dreifache in dem damals hochdotierten Rennen gewesen. Die Dotierung war knapp 50% vom Arc. Und Windwurf war der Favorit, aber es lief nicht. Schon im Schlußbogen mußte Geoff Lewis nachfassen, aber es kam nix. Aber Ebano kam mit Ralf Suerland. Im Frühjahr hatte der in Düsseldorf noch einen Ausgleich I gewonnen. Die deutschen Handicapper hatten damals echte Klasse! Und Ebano ging mit On my Way die Gerade runter, ein Finish auf Biegen und Brechen Kampf Kopf war der Richterspruch – ich konnte mich trotzdem nicht richtig freuen, denn mein Geld war mit Windwurf futsch.
      Im Gestüt war er nicht so glücklich. Erst stand er in Waldfried im alten Heeresgestüt Altefeld. Aber da war Waldfrieds große Zeit schon einige Jahre vorbei und dann kam er nach Hause nach Ravensberg. Ein Hengst aus der Waldrun-Linie in Ravenbergs, was kann der da viel machen? Als Stutenvererber hat er Spuren hinterlassen und mit Grimpola hat er eine Stammutter gebracht. Damit züchten die Scheichs große Pferde. Farhh ist einer davon. Und Fame and Glory von den Coolmore-Boys und Legatissimo, Sieger in den 1000 Guineas von Newmarket und kK geschlagen in den Epsom Oaks. Da hat sich der Ravensberger verewigt.

  6. h.schmelz sagt:

    daß Waldpfad in hamburg gewonnen hat, ist seinen leuten und jozef zu gönnen, allerdings lag das daran, daß Earl of Tinsdal fast in letzter sekunde abgemeldet worden wäre, weil er bis kurz vor dem rennen nicht pinkeln konnte. er war sicher der bessere der beiden von wöhler, wie sich auch später herausstellte. aber so ist der rennsport, nie um eine anekdote verlegen. das macht ihn spannend. statistiken machen das gegenteil, die machen gähnen.

    • Blücher sagt:

      Ach, so schlimm sind Statistiken auch nicht. Die vielen Siege von Jentzsch machten ihn dam jedes Jahr in der Statistik zum Champion. 30mal war er Champion, war kann das schon von sich sagen? Da wird doch soger der Hoeneß neidisch, der hat viel weniger.
      Und wenn man dann mal bedenkt, daß der Trainer mit den meisten Siegern überhaupt in England bei knapp 4200 Siegern steht und Heinz Jentzsch im wesentlich kleineren Turfdeutschland 4041 Sieger trainiert hat, dann ist das eine enorme Leistung – aber dafür braucht man dann auch eine Statistik, sonst sieht man das nämlich nicht!

      • Theo Epping sagt:

        Auch wahre Statistiken muss man lesen können. Man muss wissen wer und was der “Stall Asterblüte” damals war.
        Im Gegensatz zu Uli Höeneß waren Herrn Jentzsch diese Verehrungen unangenehm.

  7. h.schmelz sagt:

    herrjeh, WALDPARK natürlich! aber Waldpfad wäre auch ganz nett.

  8. h.schmelz sagt:

    wie auch Wladimir zu horst horwart gehört, den manche spaßvögel “Igor” nannten. heinz gummelt war so ein etwas im verborgenen wirkender fachmann wie robert backes, der die maggie pferde trainierte, von denen einer Wladimir war, womit sich diese abhandlung schließt.

    • Blücher sagt:

      Das “Team Spaulding” war so eine Sache. Eine besondere “Trainiranstalt” in Düsseldorf. 1977 bin ich mit dem Transporter nach Horst gefahren, mein Vater hatte mich zur Bahn gebracht. Und da kam Micky Liffers, der Reisefuttermeister und meinte nur, “man achte auf Wladimir”. Und Vater und Liffers kannten sich gut, damals von Piefke Vaas und Eichholz. Und Micky redet keinen Stuß, den solltest Du Wetten.
      Gesagt getan und der Rest ist Geschichte. Wladimir cantert den großen Surumu weg, zahlt 88 am Toto und Surumu war danach so demoralisiert, daß er nie wieder gelaufen ist. ;-)
      Über Wladimir und das Team Spaulding könnte man noch viel schreiben. Leider hat Wladimir nur wenige Stuten bekommen. Er war ein hartes Pferd, bei dem ziemlich regelmäßig der Charakter seines Großvaters durchkam.

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