Pierre-Charles Boudot vom Vergewaltigungsvorwurf frei gesprochen

Vor fünf Jahren wurde Pierre Charles Boudot der Vergewaltigung beschuldigt und war von den Gremien im Sport mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Lizenz weg, Arbeit weg, Einkommen weg.

Heute meldet TDN, daß das Gericht in Amiens ihn von allen Vorwürfen frei gesprochen hat. So, wie ich das richtig lese, handelt es sich um einen Freispruch erster Klasse (keine Schuld) und nicht zweiter Klasse (konnte nicht bewiesen werden).

Es ist nicht der erste prominente angebliche Straftäter, bei dem die Vorwürfe einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten. Was hätte er pro Jahr verdient? 300.000? Das macht dann 1,5 Mio Euro entgangenes Einkommen wegen eines nicht berechtigten Vorwurfs. Bei der Anzeigenerstatterin wird wahrscheinlich nichts zu holen sein.

Aber was ist das für ein Staat, der fünf Jahre braucht, um solche Vorwürfe zu prüfen und aus der Welt zu schaffen. Ist das eine angemessene Verfahrensdauer?

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138 Antworten auf Pierre-Charles Boudot vom Vergewaltigungsvorwurf frei gesprochen

  1. Theo Epping sagt:

    Ist es wirklich nicht, ganz im Gegenteil, egal ob man fälschlich. beschuldigt wird oder Opfer ist.

  2. Racingman sagt:

    Nee, nee, nee. Auch wenn unzählige Presseberichte in diversen Ländern von der erwiesenen völligen Unschuld des Reiters sprechen – das ist anscheinend nicht zutreffend. Für den frankophilen Blücher zitiere ich hier die Zeitung Libération, die als einzige die juristische Seite richtig beschreibt: „Le non-lieu rendu par la chambre de l’instruction de la cour d’appel d’Amiens «en l’absence de charges suffisantes» n’assure cependant pas l’innocence totale du cavalier. Ce type de décision signifiant simplement le non-renvoi de l’affaire. Il peut d’ailleurs faire l’objet d’un appel si la plaignante décide de l’interjeter, une décision encore inconnue pour le moment.“

    Also, der „non-lieu“ bedeutet, dass das Berufungsgericht in Amiens das Verfahren eingestellt hat, und zwar aus Mangel an Beweisen. Damit ist kein automatischer hundertprozentiger Blankoscheck für Boudot verbunden, und es muss auch noch nicht das Ende der prozessualen Fahnenstange sein, falls die jetzige Entscheidung juristisch angegriffen wird.

    Die aktuelle Entscheidung des Gerichts muss jedoch zunächst jeder akzeptieren, auch ich. Das sage ich bewusst so, weil ich immer Zweifel an der Unschuld von Boudot hatte und habe. Zwei Fälle (2015 und 2021), zwei Orte (Cagnes und Deauville), zwei verschiedene Frauen, aber ein behauptetes Tatmuster (K.o.-Tropfen in Getränk, dann Vergewaltigung). Dazu kommt das Image von Boudot in Turfkreisen als „dragueur“ (Aufreißer). Eine Verdachtssperre eines Jockeys für fünf Jahre finde ich aber exzessiv, zumal der Vorwurf sich nicht auf Taten im Rennbetrieb (z.B. Wettmanipulationen von Galopprennen) bezog, sondern auf Taten außerhalb der Turfwelt.

    • Theo Epping sagt:

      Seine Dreifalltigkeit sagt, zwei gleiche Aussagen sind ein Muster, man spricht erst bei drei gleichen Tatbeständen von einem Muster, zwei können immernoch Zufall sein..
      oder gute Vorbereitung.
      Der Beiname ” Aufreißer” spricht gegen den Beklagten.
      Warum, dann hat er solche fiesen Trix doch nicht nötig.

      Der hat die Frauen nicht aufgerissen, sondern umgerißen.

      Warum hat die Staatsanwaltschaft dann, in 5 Jahren, nicht mehr Frauen gefunden, die das bestätigen?

      Unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist.

  3. Racingman sagt:

    Ich kriege das Kotzen, wenn ich die Reaktion von Baron Rothschild in der Causa Boudot lese. Rothschild hatte sich im Internet mit dem Wort „Endlich“ über die Gerichtsentscheidung der Verfahrenseinstellung gefreut. Dabei war es nicht die Justiz, sondern der bis vor einiger Zeit von Rothschild angeführte Dachverband France Galop, der die Reitsperre gegen Boudot verhängt und immer wieder verlängert hatte – satte fünf Jahre lang.

    Im deutschen Rechtssystem und nicht nur dort ist es so, dass man im Zweifelsfall lieber einen Täter laufen lassen will, als dass man einen Unschuldigen zu Unrecht ins Gefängnis steckt. Da man gegen Boudot keine ausreichenden Beweise („charges suffisantes“) hat, war die jetzige Gerichtsentscheidung zwingend. Er wurde aber nicht freigesprochen, sondern das Verfahren wurde eingestellt. Die lange Verfahrensdauer hat auch damit zu tun, dass es zwei Fälle waren und dass mehr als eine Instanz damit beschäftigt war. Es war ja von Anfang an zweifelhaft, ob man da überhaupt Beweise finden würde. K.o.-Tropfen lassen sich im Labor nur kurze Zeit nachweisen, und wenn es dann keine Augenzeugen für das Verabreichen der Tropfen oder für die Vergewaltigung selbst gibt, dann wird die Sache eben ausgehen wie das Horneberger Schießen.

    Dass die Justiz so lange für die Aufklärung gebraucht hat, ist schlimm, aber das zeigt eben, dass das Justizsystem nicht nur in Deutschland überhaupt nicht mehr funktioniert. In Deutschland fehlen ungefähr zweitausend Staatsanwälte. Ich habe schon diverse Strafanzeigen erstattet, und ich hatte dabei oft das Gefühl, dass die Polizisten eher so die Anweisung von oben hatten, Anzeigeerstatter abzuwimmeln. Erst der Hinweis auf meine Ausbildung als Volljurist hat die Polizisten dann dazu gebracht, ihren Job zu machen. In einem Fall von internationaler Wirtschaftskriminalität mit Schwerpunkten in der Schweiz und Panama kam ich mal mit einem ganzen Stapel Unterlagen zu einer Polizeistation, und der Polizist meinte abwehrend, dass er für die Aufnahme des Falles ja Stunden brauchen würde. Ich habe dann die Anzeige stattdessen schriftlich bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht.

  4. Racingman sagt:

    Für Blücher und seinen Justiziar Dr. Epping hier noch etwas Aufklärung: Es war nicht so, dass da ein mehrköpfiges Strafgericht in einer Hauptverhandlung über den Fall Boudot verhandelt hätte, sondern hier hat ein Untersuchungsrichter entschieden, dass die Staatsanwaltschaft nicht genug Butter bei die Fische geliefert hat, und hat dann das Verfahren eingestellt. Zu einem richtigen Strafprozess mit allen Schikanen kam es also nie. Unzählige Medien in Frankreich und im Ausland stellen das aus Unwissenheit falsch dar. Die TDN sollten vielleicht lieber über Galopprennen und Vollblutzucht berichten.

    Für den frankophilen Blücher hier noch ein Bericht von France Info aus dem Jahre 2021: „Dans la première affaire, pour des faits qui se seraient déroulés à Deauville en août 2015, le jockey est placé sous le statut de témoin assisté. Dans un rapport versé aux deux dossiers instruits à Senlis contre Pierre-Charles Boudot que l’AFP a pu consulter, un expert mentionne “des images à caractère sexuel ou pornographique” découvertes sur ses téléphones et note que “certaines de ces images sont susceptibles de présenter des mineurs”. Ce rapport est issu de l’exploitation de trois téléphones du célèbre jockey. Interrogée par l’AFP sur les fichiers découverts, l’avocate de Pierre-Charles Boudot, Florence Gaudillière, avait déclaré mercredi que son client venait “d’être victime d’un piratage de son compte Facebook”.“

    Was entnehmen wir daraus? Boudot hatte anscheinend drei Mobiltelefone, und die wurden ausgewertet. Gefunden wurden dabei sexuelle und pornografische Fotos, die eventuell auch Minderjährige zeigten. Die Anwältin von Boudot machte geltend, dass der Facebook-Account ihres Mandanten gehacked worden sei.

  5. Racingman sagt:

    Interessant sind noch zwei Aspekte: Boudot durfte zwar in Frankreich keine Rennen reiten, in Katar aber schon. Dadurch relativiert sich Blüchers Bemerkung über das verlorene Einkommen etwas. Erstaunlich, dass die Kataris die französische Sperre einfach negiert hatten. Böswillige Zungen könnten meinen, dass sexueller Missbrauch in manchen Regionen der Welt eben nicht so streng gesehen wird.

    Der Fall Boudot zeigt auch die gefährliche Rolle der Medien. Blücher würde ich hier keinen Vorwurf machen. Er hatte einfach das geglaubt, was die TDN ihm berichtet hatten. Die TDN haben auch sicherlich nicht absichtlich etwas Falsches berichtet mit dem Ziel, Blüchers Meinung zu manipulieren. Es war eher so, dass unzählige Medien voneinander abgeschrieben haben, und wenn am Anfang der Kaskade aus Unwissenheit etwas Unzutreffendes geschrieben wird, setzt sich das lawinenartig fort.

  6. Racingman sagt:

    Der Justiziar Dr. Epping stellt die Frage, warum Boudot es nötig haben sollte, Frauen mit K.o.-Tropfen für Sex gefügig zu machen. Die Frage ist berechtigt, denn „PC“ sieht gut aus, ist wohlhabend, hat beruflich Erfolg und steht als Promi im Rampenlicht. Der hätte doch sicher jede Menge Frauen haben können, warum dann eine, die rumzickt und nicht will? Vielleicht wollte er als Aufreißer gerade das nicht akzeptieren.

    Im deutschen Galopprennsport gab es früher einen männlichen BUNTE-Liebling, der sehr gut aussah, reich und prominent war und der trotzdem hartnäckig einem Stallmädchen hinterher telefoniert hatte, weil er Sex mit ihr wollte (wobei es aber nicht um strafrechtlich Verbotenes ging). Der hätte sonst sicher auch fast Jede haben können.

  7. Racingman sagt:

    Oh je, Ende August wird es bei Theo hoch her gehen und hoffentlich nicht gewaltsam. Bei der Auslosung für die 1. Runde des DFB-Pokals bekam sein Puschenklub Westfalia Rhynern eben die Mannschaft von Dynamo Dresden als Gast zugelost. Bei der bayerischen Polizei herrscht immer Großalarm, wenn die Sachsenkeulen mit ihren schlimmen Fans anrücken. Es gab mal eine Untersuchung, wer die gewalttätigsten Fußballfans in Deutschland sind. Platz 1: Eintracht Frankfurt. Platz 2: Dynamo Dräsdn. Ich selber habe das mal indirekt mitbekommen vor geraumer Zeit, als Fan von 1860 München vor einem Spiel der Zweiten Bundesliga. Es war August, es war heiß, und die U-Bahn machte auf der Fahrt zum Stadion eine halbe Stunde unfreiwillige Pause im Tunnel. Es gab Randale, und die Polizei musste im U-Bahn-Tunnel eingreifen. Nach dem Spiel war der Ärger nicht vorbei, denn da haben die Dynamo-Fans noch eine Autobahn-Tankstelle kurz vor Regensburg demoliert. Hals und Bein, Theo! Und alles gut verrammeln.

    • Theo Epping sagt:

      Wissen Sie, Racingmännchen, wer sich, wie Sie, an einem Gestütswärter abarbeitet, muss es wohl sehr hart treffen..

      Intelligenz ist nicht Klugheit,
      Würstchen

  8. Racingman sagt:

    Fortsetzung der Berichterstattung zum Fall Boudot: Kleiner Spoiler, jetzt wird es hier gleich unappetitlich. Wenn aber der Pechvogel Blücher nichtsahnend ein journalistisches Thema lostritt, das sich doch etwas anders als das vom harmlosen Jockey präsentiert, muss Blücher auch damit leben, wenn hier über die Kehrseite der Medaille berichtet wird. Schon im November 2022 schrieb nämlich die Tageszeitung „Le Parisien“ über die Fotos auf Boudots Handy: „Le matériel informatique de Pierre-Charles Boudot contient des dizaines de photos pornographiques, principalement des femmes nues dans des positions suggestives. Plus gênant, le rapport pointe des « images susceptibles de présenter des mineurs ». Notamment une petite fille, nue, dans une salle de bains. Dans le rapport également, la photo d’un jeune garçon, nu lui aussi, tenant son sexe.“

    Unter den Minderjährigen-Fotos befand sich auch das eines nackten jungen Mädchens im Badezimmer und das eines ebenfalls nackten Jungen, der sein Geschlechtsteil hält.

  9. Racingman sagt:

    Es gibt noch eine weitere Seite des Falles Boudot, die Blücher in seiner Berichterstattung nicht berücksichtigt hat: die sportpolitische Erpressung. In Deutschland wäre es ja undenkbar, dass das Bundesinnenministerium beim Deutschen Galopp in Kölle anruft und darauf drängt, einem bestimmten Jockey Berufsverbot zu erteilen. In Frankreich, einem demokratischen EU-Land, ist aber offenbar das passiert im Fall Boudot. Jetzt könnte man natürlich fragen: Warum beugt sich France Galop als ein unabhängiger Sport-Dachverband dem Druck der Regierung? Diese romantische Sichtweise verkennt aber wohl die Realitäten im Franco-Turf, da es dort eine enge Verbindung zwischen dem Pferderennsport und der Politik gibt.

    Das zeigte sich in der Vergangenheit bei der Schließung von Rennbahnen. Schon zweimal setzte die Politik dem Galopper-Dachverband die Pistole auf die Brust mit der Forderung, jeweils eine der Pariser Galopprennbahnen zu schließen; der Turf hatte dann nur die Wahl, sich ein Hippodrom auszusuchen. Vor einem halben Jahrhundert traf es die nagelneue Rennbahn Evry, die ja erst wenige Jahre zuvor als Ersatz für das geschlossene Le Tremblay eröffnet worden war. Vor wenigen Jahren war das Opfer dann das altehrwürdige Maisons-Laffitte, das aber demnächst unter der Verantwortung eines stadt-eigenen Betreibers wiedereröffnet werden soll.

    Beim Doppelpass-Spiel zwischen Turf und Politik präsentieren die Dachverbände France Galop und Le Trot immer ihr Top-Argument, dass sie der Politik einen Gefallen tun, weil sie die Unqualifizierten von der Straße holen und ihnen Arbeitsplätze in Rennställen und Gestüten geben, so dass die Regierung das Arbeitslosengeld spare.

    • Racingman sagt:

      GaloppOnline schreibt heute zur neuen Lizenzerteilung von Jockey Boudot: „Vor wenigen Tagen war der Jockey von allen Vorwürfen, die gegen ihn im Raum standen, entlastet worden.“ Ein Beweis mehr, dass man im Deutschen Sportverlag nicht den Blücher Blog, das Zentralorgan des Turfs, liest.

  10. h.schmelz sagt:

    Benvenuto Cellini was declared a non-runner in the Derby. Warum? Weil sein linkes Hinterbein beim Start auf dem schmalen Rand der innen Seite der Box ruhte, statt auf dem Boden. Als die Tür aufging, mußte er kurz sein Bein sortieren, und also sprang er etwas langsamer ab als die anderen. 1-2 Galoppsprünge. Weitere Beeinträchtigungen wurden nicht beobachtet.

    Was überhaupt nicht beobachtet wurde, war eine Fehlfunktion der Tür und des Mechanismus der Startmachine. Das Pferd hat sich selbst dahin gebracht, wo es war, und es war niemand Schuld. Es ist niemand zu Schaden gekommen, keiner wurde verletzt, nicht das Pferd, nicht Ryan Moore, sein Reiter, und keine Gegner im Rennen. Er lief dann mit, startete kurz einen Angriff nach Tattenham Corner, der aber schnell versandete.

    Das Pferd wurde also von den Rennrichtern nachträglich zum Nichtstarter erklärt, was zur Folge hatte, das Einsätze zurück gezahlt wurden, und sein offizieller Rennrekord das Rennen gar nicht kennt.

    Ich habe schon viele viele Entscheidungen von internationalen Rennautoritäten erlebt, aber noch keine, die so offenkundig bescheuert ist. Das Pferd hat sich selbst behindert, und das passiert oft, wenn es in der Startmachine steht. Es wird nervös, es wird rappelig und unruhig, es steigt, und es schläft ein. Alles schon passiert. Manchmal ruht es sein linkes Hinterbein auf einem schmalen Simms in der Box aus und merkt dann zu spät, daß es schon los geht. Hastig wird dann das Bein sortiert, und es springt leicht verspätet ab.

    Das Feld war unter Starters Order, und der Rest ist dann Schicksal. Oder, wie man in ENG sagt, Train has left Station.

    • Racingman sagt:

      Die Entscheidung der britischen Rennleitung, ein Pferd NACHTRÄGLICH zum Nichtstarter zu erklären, finde ich abenteuerlich, zumindest nach der deutschen Rennordnung. Deren Nr. 469 besagt Folgendes: „Ein Pferd ist gestartet, wenn beim gültigen Start
      a) aus Startboxen das Pferd seinen Platz in der Startbox eingenommen und die Startbox sich geöffnet hatte;
      b) mit der Flagge das Pferd am Startplatz war.“

      Aber: Andere Länder, andere Sitten… und andere Rennordnung. In der Racing Post heißt es dazu: „The horse was taken out under rule (H)6, which had been introduced in 2024 to bring British racing in line with other jurisdictions operating under the International Federation of Horseracing Authorities rule.“

      Hm, also die deutsche Rennordnung können sie damit nicht gemeint haben, siehe oben. Die ist da eindeutig. Und wat sacht die britische Rule (H)6 nu?
      „6) The stewards may declare a horse a non-runner where:
      6.1 In a race started from starting stalls, a horse is denied a fair start, and its chances are materially affected, including but not limited to where: a horse is prevented from starting on equal terms due to a faulty action of the starting stalls.“

      Das bezieht sich aber auf äußere Einflüsse, die das Pferd um seine Chancen bringen, nicht seine eigene Ungeschicklichkeit oder die seines Jockeys.
      Der Dachverband erklärte dazu: „The BHA said: “The rationale behind the rule is that it is unfair to the betting public to lose their money on a horse who is prevented from starting on equal terms.“
      Ja, aber das haben Pferd/Jockey hier im Derby doch selber verschuldet!
      Wie weiter erklärt wurde, war der Ausgang des Rennens für die Entscheidung maßgeblich, d.h. weil das Pferd so schlecht lief, war dies ein Grund, es nachträglich zum Nichtstarter zu erklären. Hätte es dagegen gewonnen, wäre es der offizielle Sieger gewesen. Abenteuerlich! So macht sich der Rennsport zum Affen. Wer soll so einen Zirkus noch ernst nehmen?

      • Racingman sagt:

        Die Leser der Racing Post haben dieses Thema natürlich umfangreich diskutiert. Einer von ihnen, Keith Nicholson, kommentierte so: „Ich meine ganz ernsthaft, dass der Rennsport keine Füße mehr übrig hat, in die er sich noch selbst schießen könnte.“ Treffender kann man es ja nicht ausdrücken.

    • kassandro sagt:

      Der ganze Vorgang zeigt, wie leicht erpressbar Rennleitungen heute von einem großen Besitzer sind. Coolmore wird wohl selbst überrascht gewesen, dass sie mit so etwas durchkommen, und sie werden diese Macht bei wichtigeren Entscheidungen wie z.B. Disqualifikationen zu nutzen wissen.

  11. Racingman sagt:

    GaloppOnline berichtet davon, dass Dr. Norbert Poth, der ehemalige Präsident des Münchner Rennvereins, kürzlich verstorben ist. Diesem Herrn verdanke ich es, dass das völlig willkürlich vom vorherigen Vorstand des Rennvereins gegen mich verhängte Rennbahnverbot nach fünf Jahren aufgehoben wurde. Es war Poths erste Amtshandlung im neuen Amt, und zwar im Alleingang ohne Konsultation seiner Vorstandskollegen. Er handelte, weil jemand aus einem Turfforum (selber Mitglied im Münchner Rennverein) ihn gebeten hatte, gegen diese Willkürpolitik in Riem einzuschreiten. Der Einschreibebrief mit dem Rennbahnverbot enthielt übrigens keinerlei Grund für die Maßnahme. Nur in der Sport-Welt erklärte der Geschäftsführer: „Wir wollen nicht, dass er auf der Rennbahn herumläuft“. Ja, weil sie anscheinend Angst hatten, dass ich noch mehr Straftaten aufdecke. Zuvor hatte ich über die erste der beiden Razzien der Behörden im Riemer Stalldorf berichtet. Über alles, was dort passierte, wurde ich damals zeitnah telefonisch informiert. Über das willkürliche Rennbahnverbot hat sich Blücher, anders als nun im Fall Boudot, damals übrigens nicht echauffiert.

    • kassandro sagt:

      An diesen Herrn, den ich nie wissentlich gesehen habe, erinnere ich mich auch noch gut. “gut” bedeutet aber nicht, dass ich von ihm jemals eine positive Meinung gehabt hätte. Ganz im Gegenteil, ich kann für mich in Anspruch nehmen, zu seinem Sturz und damit der Bewahrung des Münchner Rennvereins vor der finanziellen Ausschlachtung beigetragen zu haben.
      Als der von unserem Racingman als “praxisbewährter BWL-Professor” bejubelte Herr zum Rennvereins-Präsidenten gewählt wurde, gab es großen Jubel. Goldene Zeiten würden jetzt in Riem anbrechen, meinte z.B. Vereinsmitglied Fritz Rühl im DI-Blog, wo ich damals nach m3iner Verbannung aus dem Galopper-Forum mein Unwesen trieb. Kurze Zeit später ging ich dann zu einem Renntag nach Riem, wo mit dem Bavarian Classic eines der wichtigsten Rennen des Rennvereins auf dem Programm stand. Es war kaum ein Zuschauer vor Ort. Auch der praxisbewährte BWL-Professor ließ sich bei diesem apokalyptischen Renntag nicht blicken. Ich aber wusste, dass die Interessen dieses Herrn ganz woanders lagen. Wo diese Interessen lagen, wurde einige Zeit später klar, als er die Katze aus dem Sack ließ. Das große Gelände der Trainingsbahn sollte zu einem Schrottpreis an einen Investor veräußert werden, wobei der Rennverein auch noch das Risiko tragen, sollte, falls das Gelände nicht Bauland werden sollte. Das ganze wurde über ein komplexes Optionsgestrüpp realisiert. Ich kann für mich in Anspruch nehmen, der Erste gewesen zu sein, der diesen perfiden Plan der Vermögensaneignung durchschaut hatte, und schlug sofort Alarm im DI-Blog. Na Herr Rühl, sind das die Goldenen Zeiten, die sie uns verhießen hatten? Das schaut mir eher nach einer dreisten Plünderung des Vereines aus! So oder so ähnlich tratzte ich den Fritz Rühl. Zu meiner großen Überraschung gab mir Rühl Recht und meinte, er werde den Widerstand gegen diesen Vertrag organisieren. Den kleinen Worten folgten dann große Taten. Von Frankreich aus organisierte Rühl auf breiter Front den Widerstand und konnte den damaligen Ex-Präsidenten Dietrich von Boetticher als Mitstreiter gewinnen. Als der praxisbewährte BWL-Professor merkte, woher der Wind weht, versuchte er sich durch das Einschleusen neuer Mitglieder dagegen zu wehren, aber es half alles nichts. Der Vertrag wurde von den Mitgliedern abgelehnt und wenig später wurde der praxisbewährte BWL-Professor als Präsident abgewählt und durch den ehrenwerten Herrn von Boetticher setzt. Es ist grob falsch, was GOL da schreibt, dass er freiwillig zurückgetreten wäre. Er wurde – völlig zurecht – in Schimpf und Schande davongejagt.

      • Racingman sagt:

        Nach dem Lesen der obigen Zeilen werden nun auch Turf-Laien verstehen, warum am Eingang der Riemer Rennbahn eine Kassandro-Statue steht. Fritz Rühl ist tot, Norbert Poth ist tot, doch Kassandro überlebt sie alle. Vor geraumer Zeit vollzog er an einem der abgelegensten Orte Deutschlands den völligen Rückzug von der Menschheit, doch von seinem Hochsitz aus überwacht er den gesamten Rennsport. Fachlektüre und Austausch mit Branchenleuten braucht er alles nicht, denn mit seiner Spezialbrille erkennt er von oben auch den kleinsten verborgenen Winkel des Turfs. Sehr unterhaltsam, bitte mehr davon. Hab ich früher tatsächlich vom „praxisbewährten BWL-Professor“ Norbert Poth gesprochen? Ich erinnere mich dunkel, dass ich so etwas in der Art gesagt habe, aber an den Wortlaut kann ich mich nicht mehr erinnern. Und dass Poth Professor war, hatte ich völlig vergessen. Norbert Poth (Stall Steiermark) war früher übrigens mit seinem Riemer Pferdebesitzerkollegen Friedrich Holtkötter zusammen geschäftlich aktiv. Die beiden alten Zausel haben gemeinsam marode Firmen aufgekauft und die dann wieder aufgemotzt.

  12. Racingman sagt:

    Die Medien vermelden, dass Wolfgang Porsche (83) auf Malle Hochzeit gefeiert hat mit seiner Gabriele (63). Warum steht das hier? Da dürfen die Turffreunde ihr Gedächtnis testen. Die Gattin ist ja keine Unbekannte… richtig, es ist die Ex des Gestütsbesitzers Aga Khan. Und nachdem der sie abserviert hatte, orientierte sich die Gaby (auch jetzt immer noch top in Schuss) später neu. Natürlich keinen Gestütswärter, sondern den Aufsichtsratschef von Porsche. Und warum muss man den kennen als Turffreund? Weil der zusammen mit seiner früheren Frau Susanne, der Filmschaffenden, auch mal Rennstallbesitzer war. Ja, der Stall Imperator bei Bruno Schütz in Weidenpesch. Und raten Sie mal, wer jetzt bei der Hochzeitsfeier auf Malle als Gast eingeladen war? Ex-Bundesverkehrsminister Andi Scheuer, der „kleine Prager Doktor“. Der ist aber kein Rennpferdbesitzer, Gott sei Dank.

  13. Racingman sagt:

    ITALIEN-NEWS

    Die Doppelrennbahn Neapel hat eine kurze, nicht sehr erhellende Pressemitteilung herausgegeben, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Die nächsten Renntage der Galopper und Traber werden zwar stattfinden, aber ohne Publikum, d.h. den Zuschauern wird der Zutritt zum Gelände untersagt. Als Erklärung wird auf „strukturelle Überprüfungen“ verwiesen. Vermutlich bezieht sich dies auf die Bausubstanz, aber das ist eine Spekulation von mir. Man muss dazu wissen, dass die Rennbahn Agnano am Rande der „roten Zone“ der Phlegräischen Felder, einem aktiven Vulkangebiet, liegt. Es gab in er letzten Zeit häufiger kleine und mittlere Erdbeben, die die Gegend erschüttert haben. Möglicherweise will man nun auf der Rennbahn lieber überprüfen, ob die Tribünen noch sicher für das Publikum sind. In Neapel gibt es zwei Tribünen – eine für die Galopper, die andere für die Traber. In Italien laufen die Traber auf den Doppelrennbahnen in der Regel linksherum, die Galopper auf dem Rechtskurs.

    Ansonsten sind es vor allem vorübergehende Schließungen von Rennbahnen, die den Turf gegenwärtig erschüttern. Seit der Jahrtausendwende wurden schon zahlreiche, meist kleinere Rennbahnen endgültig geschlossen. In den letzten Jahren arbeitete man dann mit 16 verbliebenen Galopprennbahnen: vier im Norden, vier in der Toskana, vier in der südlichen Mitte, und vier auf den Inseln. Diese Zahl ist nun weiter geschrumpft. Mehrere Hippodrome, die eigentlich jetzt veranstalten sollten, mussten kurzfristig Renntage absagen oder verlegen. Aktuell gibt es nur noch zehn Galopprennbahnen, die aktiv sind, aber es werden sicher einige von den temporär geschlossenen wieder hinzukommen.

    • Racingman sagt:

      Meine Spekulation bezüglich des Zuschauerausschlusses in Neapel wegen der Erdbebengefahr war völlig falsch. Der Hintergrund ist ein gänzlich anderer: Die Doppelrennbahn soll für fast 40 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren umgebaut werden zu einer multi-funktionellen Anlage, auf der an 365 Tagen pro Jahr Geld verdient wird. Also das, was ich schon seit Jahrzehnten auch für den deutschen Turf empfehle. In Neapel soll eine Event-Arena für bis zu 55.000 Zuschauer entstehen, dazu mehrere Sportfelder für Tennis und Padel, und kommerzielle Geschäfte. Dafür müssen einige Stallgebäude weichen. Es soll also völlig umgestaltet werden, aber das Ganze wird viel Zeit brauchen. Falls das Erdbeben nicht vorher zuschlägt, und diese Gefahr ist real. Auch Vulkan-Experten finden es unverantwortlich, an dieser Stelle eine Großanlage für ein Massenpublikum neu zu bauen.

  14. Racingman sagt:

    TOTOSCHALTER

    Wie wichtig sind Totoschalter auf einer Rennbahn? Dazu gibt es international durchaus unterschiedliche Meinungen.

    In Italien sind gerade der Galopprennbahn Varese in der Lombardei die kommenden Renntage vom Dachverband entzogen worden, weil sich der neue Rennveranstalter außerstande sieht, Wetten auf der Rennbahn zu organisieren. Der Dachverband meint, ohne dies geht es nicht.

    Die Kollegen in Schweden sind da völlig anderer Meinung. Nebenan im Hoofworld-Forum läuft dazu gerade eine Debatte. In Schweden gibt es keine Wettschalter auf der Rennbahn mehr, es wird dort aber darüber diskutiert, ob eine Rückkehr der Wettschalter vielleicht wieder mehr Publikum auf die Rennbahn bringen könnte. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass in Schweden Bargeld anders als in Deutschland im Alltag keine große Rolle mehr spielt und dass die Leute deshalb auch an das digitale Zocken gewöhnt sind.

    In Frankreich hat man in Vichy und andernorts schon einige Testläufe mit Rennveranstaltungen gemacht und die Wettschalter an diesen Tagen bewusst geschlossen.

    Im Bargeldland Deutschland kann ich mir Rennveranstaltungen ohne Wettschalter derzeit noch nicht vorstellen, weil es ja viele Neulinge und Gelegenheitsbesucher gibt. Ob die dann immer bereit sind, gleich ein Wettkonto beim Wettstar zu eröffnen, nur um an ein oder zwei Renntagen pro Jahr mal etwas gämbeln zu können? Da habe ich meine Zweifel. Erst in etlichen Jahren, wenn das Bargeld auch ansonsten in Deutschland keine Rolle mehr spielen wird, kann ich mir auf der Rennbahn das allgemeine bargeldlose Wetten vorstellen.

  15. Racingman sagt:

    ERICH, DER SCHWAIGER

    Im deutschen Rennsport vertraue ich niemandem, und im Riemer Mikrokosmos erst recht nicht. Der Münchner Rennverein ist seit jeher ein besonders leckerer Rennverein, weil er im Gegensatz zu den allermeisten Veranstaltern in Deutschland noch Immobilienbesitz aufweist. Ursprünglich waren es mal 200 Hektar, jetzt sind es noch 96 Hektar, und davon sollten 40 Hektar Trainingsgelände im Jahre 2011 an den großen Schwaiger verkauft werden: an den überaus diskreten Münchner Rennstallbesitzer, Wirtschaftsanwalt und Immobilien-Investor Erich Schwaiger. Der wollte laut Medien 64 Millionen Euro dafür bezahlen. Kassandro nennt das einen „Schrottpreis“. Der Verkauf platzte. MRV-Präsident Norbert Poth trat zurück, und seinen Nachfolger nennt Kassandro „den ehrenwerten Herrn von Boetticher“.

    Lesen wir dazu das Manager-Magazin vom April 2012: … „Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich von Boetticher in den Chefposten geradezu hineingeputscht hat. Der alte Präsident Norbert Poth (72) wurde in einer Kampfabstimmung aus dem Amt gedrängt. Von Boetticher hatte die Wahl vor allem aus einem Grund gewonnen: Er lehnte die von Poth betriebene Veräußerung des vereinseigenen Trainingsgeländes an den Immobilienunternehmer Erich Schwaiger (44) rundweg ab. Rund 65 Millionen Euro wollte Schwaiger, ebenfalls Mitglied im MRV, für das 40 Hektar große Areal zahlen, das der klamme Verein seit langem loswerden will. Doch von Boetticher machte den Vereinsmitgliedern klar, man könne viel mehr bekommen – und brachte eine Mehrheit hinter sich. Jetzt muss er allerdings liefern, und das dürfte nicht ganz leicht werden. Denn die Stadt München hat mittlerweile für das Gelände, auf dem die Trainierbahn liegt, eine “städtebauliche Entwicklungsmaßnahme” eingeleitet. Das sichert der Stadt ein Vorkaufsrecht – und könnte den erzielbaren Preis empfindlich schmälern. Von Boetticher muss liefern – und die 65 Millionen Euro toppen.“

    Tja, von Boetticher hat aber nicht geliefert. Vielleicht wäre selbst der „Schrottpreis“ doch noch besser gewesen… Über von Boettichers Kritiker im Münchner Rennverein schreibt das Manager-Magazin im April 2012 ferner: „Sie verweisen auf eine Sammelklage unter der Führung zweier US-Pensionsfonds, in der neben anderen auch von Boetticher hart angegangen wurde. In der Klageschrift aus dem Jahr 2008 warfen die Investoren dem Kanam-Gründer vor, als Aufsichtsrat der Mills Corporation, eines Betreibers von US-Einkaufszentren, an Bilanzbetrügereien beteiligt gewesen zu sein. Von Boetticher habe zudem Mills-Aktien für fast 65 Millionen Dollar verkauft, bevor der Börsenwert des Unternehmes kollabierte. Der Streit in Amerika endete mit einem Vergleich, bei dem die Kläger die auch für US-Verhältnisse bemerkenswerte Summe von gut 200 Millionen Dollar erhielten, davon 8 Millionen Dollar von Kanam. Er persönlich habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und deswegen auch nichts gezahlt, sagt von Boetticher, schließlich sei er als Aufsichtsrat allenfalls eine Randfigur in dem Verfahren gewesen. Eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC habe die Vorwürfe der Anleger zudem nicht erhärtet. Der Reputation des Immobilienunternehmers bei den bayerischen Galoppern dürften die neuerlichen Anschuldigungen dennoch kaum förderlich sein.“

    Soviel zu Kassandros „ehrenwertem Herrn von Boetticher“. Das wirklich Spannende an der Geschichte hat Kassandro aber nicht entdeckt. Was medial sexy ist, ist nicht der kleine Galopper-Fuzzi Nobby Poth, sondern der große Investor Erich Schwaiger. Im Oktober 2025 schrieb die Süddeutsche über ihn: „Rätselhaft: Ein Phantom kauft die Münchner Innenstadt auf“. Tatsächlich ist es weit mehr als nur München: Schwaiger kauft Deutschland auf. Etwas Hintergrund über ihn hier:
    https://www.maresmedia.se/wer-ist-erich-schwaiger-und-warum-kauft-er-ganz-deutschland-auf/

    Anders als beim kriminellen Blender-Kollegen René Benko ist bei Schwaiger offenbar Substanz vorhanden, doch die Frage stellt sich: Woher hat er die Unsummen für seine riesigen Investitionen, d.h. wer steht hinter ihm? Damit beschäftigen sich nun Investigativjournalisten Anno 2026.

    • Racingman sagt:

      Durch den geplatzten Verkauf des Trainingsgeländes blieb der Münchner Rennverein übrigens auf Notarkosten in Höhe von 119.000 Euro sitzen. Falls Kassandro weiter kühn behaupten will, er als Phantom vom Oberharz hätte den Verkauf verhindert, müsste er eigentlich die Begleichung dieser Summe übernehmen…

      Auch für den ehrenwerten Herrn von Boetticher ging danach der Ärger weiter, wie die Tageszeitung „tz“ von der Mitgliederversammlung im April 2013 berichtete:
      „Saftige Watschn für Riem-Vorstand
      Riems Galoppervorstand um Präsident Dietrich von Boetticher hat bei der Jahresversammlung des Münchener Rennvereins eine saftige – und nicht erwartete – Watschn abbekommen. Als es in geheimer Abstimmung um die „Entlastung des Gesamtvorstands“ ging, wurden 49 gültige Stimmen abgegeben. Bei zwei Enthaltungen votierten 23 dafür und 24 dagegen. Damit war die Entlastung verweigert. … Natürlich haben die Mitglieder auch noch die Jahresplanung für 2012 im Kopf. Von 100 000 Euro Plus war da ausgegangen worden, tatsächlich gab es einen Abschluss mit 600 000 Euro Minus.“

    • kassandro sagt:

      Auweiowei, tun denn solch alte Niederlagen immer noch so weh, dass sie noch heute so viel Gift und Galle kotzen müssen?
      Herr von Boetticher hat sich nicht in das Präsidenten-Amt hineingeputscht sondern sich dafür geopfert, weil ohne ihn, diese Gaunerei wohl durchgegangen wäre. Die Mitglieder des Rennvereins wurden von dem neuen Präsidenten überfallartig vor vollendete Tatsachen gestellt. Er hatte still und heimlich Vorverträge abgeschlossen, die er nach Meinung von Fritz Rühl ohne Zustimmung der Mitglieder gar nicht hätte abschließen dürfen. Auf Grund dieser Vorverträge, behauptete der praxisbewährte BWL-Professor. gäbe es überhaupt kein zurück mehr. Rühl wollte ihn für die aus diesen Vorverträgen resultierenden Schäden verklagen. Wahrscheinlich sind diese Notarkosten durch die Rückabwicklungen dieser Verträge entstanden. Selbst wenn man diese Kosten Herrn von Boetticher anlasten würde, hätte er diese durch seinen Deal 2020 mit der Allianz als Sponsor des GP von Bayern mehrfach wieder wettgemacht. Die Allianz ist seitdem treuer Sponsor des ganzen Renntages im November, womit die beiden wichtigsten Riemer Renntage durchfinanziert ist. In solch günstiger Lage ist außer Düsseldorf kein anderer Rennverein.
      Als Züchter und Besitzer sind die Leistungen von Dietrich von Boetticher unbestritten, wenngleich er seine besten Pferde in Frankreich hat trainieren lassen. Gleichwohl blieb er im Deutschen Turf immer ein Außenseiter. Kaum jemand schickte eine Stute zu einem seiner Hengste. Es war wohl dieser mangelhafte Respekt, warum er sich irgendwann aus der Vollblutzucht zurückgezogen und das Präsidentenamt hingeschmissen hat.

  16. Racingman sagt:

    Anstatt über rennsportliche Dinge von seinem Hochsitz aus zu fabulieren, könnte sich der Mathematiker Kassandro viel nützlicher machen, wenn er bei seiner Kernkompetenz bliebe. Zum Beispiel, den mathematisch nicht bewanderten Turffans das Phänomen des exponentiellen Wachstums zu erklären. Das wurde etwa in der Weimarer Republik bei der Inflation mal virulent. Dazu kann Prof. Kassandro folgendes Beispiel verwenden:

    Leute, stellt euch ein normales Stadion vor, das mit Wasser gefüllt wird. In der ersten Minute fällt ein Tropfen hinein. Danach wird die Wassermenge mit jeder Minute verdoppelt. Wie lange dauert es, bis das Stadion voll ist? Nur fünfzig Minuten. Testfrage: Wie voll ist das Stadion nach 45 Minuten? Gerade mal zu 7% gefüllt. Erst in den letzten fünf Minuten springt der Füllstand dann von den mickrigen 7% auf 100%. Wahnsinn, gell? Die meisten Menschen können sich solche Steigerungen in der Praxis nicht vorstellen. Bei der Inflation ist es aber oft so, dass auf den letzten 10% des Zeitstrahls 90% der Steigerung erfolgen.

    Der Startschuss für die Inflation weltweit begann übrigens am 15. August 1971. An jenem Tag beendete der US-Präsident Richard Nixon die Anbindung des US-Dollars an den Goldpreis, weil er die Schulden des Vietnam-Krieges nicht mehr bezahlen konnte. Ab dann begann das Gelddrucken und der Weg in den Schuldenstaat. Und da die Währungen der anderen großen Länder über das Bretton-Woods-Abkommen an den Dollar gekoppelt waren, lief die Entwicklung dort genauso. Jemand, der sich nie mit exponentiellem Wachstum beschäftigt hat, wird denken: Wenn die Chose jetzt seit mehr als einem halben Jahrhundert gut geht, wird es wohl in den nächsten fünfzig Jahren ähnlich sein. Diese Einschätzung verkennt aber, wie weit die Staatsschulden seitdem gewachsen sind. Wenn immer mehr Geld des Staates für die Zinszahlungen benötigt wird, bleibt halt kaum noch was übrig für nützliche Dinge.

    Regelmäßige Leser des Blücher Blogs werden sich erinnern, dass ich vor einiger Zeit hier etliche Fragen an Alexander Bethke-Jaenicke, den heimlichen Herrscher des deutschen Galoppsports, gerichtet hatte, auch zur Finanzproblematik. Und seine Antwort lautete damals sinngemäß: Wir haben so viele aktuelle Probleme im Rennsport, da kann ich mich nicht auch noch mit ungelegten Eiern beschäftigen. Diese Haltung finde ich zwar menschlich verständlich, aber unternehmerisch gefährlich. Der Deutsche Galopp müsste einen Plan B entwickeln, wie man sich für ein Krisenszenario vorbereitet. Da stellt sich zunächst die Frage nach dem Anlagevermögen des Direktoriums. Das Investment in die Aktie der Pferdewetten.de AG halte ich in einem solchen Ambiente für selbstmörderisch, denn alle Werte der Freizeitindustrie werden unter solchen Rahmenbedingungen als erste gekillt. Aber in Weidenpesch gilt anscheinend die Maxime: Augen zu und durch. Wladimir Putin bittet seine Oligarchen derzeit um eine „freiwillige“ Spende, weil der russische Haushalt dringend Geldspritzen braucht. Auch das Direktorium sollte rechtzeitig einen Krisenfonds bilden und nicht erst dann, wenn die reichen Leute im deutschen Turf nicht mehr reich sind. Der Krisenfonds könnte etwa in physisches Gold investieren, so wie Kassandro in seinem Bankschließfach. Dieser Beitrag hat mit Kassandro begonnen, und er endet auch mit ihm.

  17. Racingman sagt:

    Wer Kassandros Wahlheimat im Fernsehen anschauen will, hat heute Abend wieder Gelegenheit dazu. Um 21.45 Uhr zeigt die ARD eine Wiederholung aus der Krimireihe „Harter Brocken“. Wenn ich die Zahlen richtig erinnere, hatte St. Andreasberg in den 1950er Jahren annähernd fünftausend Einwohner, heute noch rund fünfzehnhundert. Flapsig ausgedrückt: Tausende sind weg, und nur Kassandro kam neu dazu. Vor allem sind viele Ladengeschäfte nicht mehr da und eine Kneipe dicht. Der Ort blutet aus, aber auch der gesamte (West-)Harz tut sich wirtschaftlich schwer. Und dann ist da noch der Klimawandel mit dem bösen Borkenkäfer, der eine Mondlandschaft hinterlässt. Alles in allem kann ich mir irgendwie nicht recht vorstellen, dass Kassandro da den Winter seines Lebens verbringen wird.

  18. kassandro sagt:

    Diese Harter Brocken Filme schauen ich mir kaum an. Die Drehbücher sind einfach ziemlicher Schrott wie bei den meisten Filmen heute.
    Laut Wikipedia hatten wir Ende letzten Jahres nur noch 1387 Einwohner. Wenn das so weiter geht, fallen wir in 8 Jahren unter die 1000. Ein bitterer Abstieg für einen Ort, der einst in vielerlei Hinsicht Bergbaugeschichte von Weltrang schrieb. Goethe war bei zwei seiner vier Harzreisen hier und machte hier seine bedeutendste geologische Entdeckung.
    Im Grunde stört mich der Einwohnerrückgang nicht, aber er könnte irgendwann zu einem für mich verheerenden Kahlschlag bei der ÖPNV-Anbindung kommen, die wegen der vielen Steigungen auch noch sehr teuer ist. Gemessen am Bedarf ist diese bislang sehr gut. Ansonsten bleibe ich hier bis zur Gebrechlichkeit, die Gott sei Dank überhaupt noch nicht in Sicht ist.

    • Racingman sagt:

      Die Zukunft des Ortes kann man sicher nicht auf der Bergbaugeschichte aufbauen. Vergangenheit ist Vergangenheit. Tourismus ist ein besserer Weg, aber der setzt natürlich eine attraktive Natur ohne zu viele Umweltschäden voraus. Ein besonderer Tiefschlag war bestimmt die Schließung der Kneipe „Bierchen Bierchen“, Treffpunkt der wenigen jüngeren Leute im Ort – soweit ich weiß, wegen Vorwürfen der Nachbarn wegen Ruhestörung. Nun ja, „Ruhestörung“ ist ein relativer Begriff je nach kultureller Identität. Wenn die ruhebedürftigen St. Andreasberger in der Partyzone der Madrider Innenstadt wohnen würden, wüssten sie, was wirklich nächtliches Halligalli ist. Eine wichtige Voraussetzung für den Winter-Tourismus ist ausreichend Schnee für das Skifahren. Ich erinnere mich noch, als ich in Braunschweig zur Grundschule ging, haben wir zum Jahreswechsel mal Ski-Urlaub im Harz gemacht. Aber ohne Schnee war es damit nichts, und der Urlaub war keiner, weil da sonst eigentlich nichts war. Im Sommer bei strahlendem Sonnenschein ist der Harz ganz schön, aber im grauen dunklen Winter passt das eher als Kulisse für einen Edgar Wallace-Krimi. Die Locations der jetzigen Fernsehkrimi-Reihe könnte man aber für „Harter Brocken“-Führungen nutzen und damit den Tourismus promoten. Das tun viele andere TV-Orte auch.

      • kassandro sagt:

        Wow, da kennt sich aber einer aus. Diese obskure Kneipe kann man nur kennen, wenn man vor Ort gewesen war. Sie spionieren mir regelrecht nach, lieber Racingman. Ich komme zwar sehr oft an diesem Bierchen vorbei, war aber nie drinnen und wusste auch nicht, dass das Ding geschlossen ist. Rückwirkend erinnere ich mich natürlich, dass ich dort schon lange keinen Halbstarken mehr gesehen habe. Diese musste nämlich immer die Kneipe verlassen, um ihre Lunge zu schädigen. Dabei wurde offenbar oft Lärm gemacht, der schließlich zur Schließung der Kneipe führte. Diese wurde offenbar ein Opfer des Rauchverbotes in Gaststätten. Obwohl selber ein Genießer sauberer Luft, war ich immer ein Gegner dieses Verbotes, das den Gaststätten schwer schadete, denn es sind gerade die Raucher, die solche Kneipen besuchen. Bei den Besuchern dieser Kneipe handelt es sich allerdings nicht um die zahlenmäßig sehr kleine Dorfjugend sondern um die Insassen des nahegelegenen Dachdecker-Internates. Die Dachdecker-Innungen von Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt unterhalten bei uns im Ort eine zentrale Ausbildungseinrichtung samt Internat. Die meisten Dachdecker der drei Bundesländer kennen also unseren Ort und dieses Kneipchen. Jetzt holen sich die Brüder offenbar den Alkohol aus dem Supermarkt und besaufen sich im Internat, wo sie dann auch nicht zum Rauchen auf die Straße. Das war offensichtlich nicht nur ein Lärm- sondern auch ein Sicherheitsrisiko, denn es gibt auf der Kneipen-Seite gar keinen richtigen Gehsteig, weswegen ich die Kneipe immer auf der gegenüberliegenden Straßenseite passiert habe. Erst gestern Abend war ich mal richtig am Eingang und der schaut mittlerweile schon ziemlich verwittert aus. Die Schließung liegt also schon einige Zeit zurück.

        • Theo Epping sagt:

          Das mit dem Nachspionieren kenne ich gut, unser gute Racingman ist in der Beziehung sehr besessen, wenn auch nicht gründlich und schon gar nicht treffsicher.

          • Racingman sagt:

            Keine Angst, ich setze meine Wühlmaus oder meinen Wirtschaftsdetektiv nicht für einen frühpensionierten Stallmann ein.

          • Theo Epping sagt:

            Sollten Sie aber, vielleich würden Sie dann mal etwas zutreffendes herumpusaunen.

        • Racingman sagt:

          Falsch getippt, Kassandro! Das “Bierchen Bierchen” und die jungen Dachdecker waren im NDR-Fernsehen Teil einer Doku über den Niedergang des Westharzes am Beispiel von St. Andreasberg. Das Fernsehen hat auch gezeigt, dass etwas südlicher die Einkaufspassage von Bad Lauterberg völlig tot ist, fast alle Geschäfte zu. Ich war früher mal ein paar Kilometer weiter in Osterode am Harz einen Rennpferdbesitzer/Züchter besuchen, der für mich eine Dankesanzeige in der Sport-Welt geschaltet hatte, nachdem er in Italien ein Hindernisrennen der Gruppe 1 mit einem in Pisa trainierten selbstgezogenen Pferd gewonnen hatte.

        • Racingman sagt:

          Wer weiß, vielleicht wird Kassandro bald ein paar Kilometer weiter gen Osten übersiedeln, denn der Ostharz gehört ja zum Bundesland Sachsen-Anhalt. Falls die AfD dort im September die absolute Mehrheit nicht an Stimmen, aber an Sitzen schafft, wird in Wernigerode und anderswo die Schulpflicht abgeschafft. Dann werden die Deutschen noch dööfer als jetzt schon…

          • Theo Epping sagt:

            Ich finde es richtig gut, dass man in unserem Land frei wählen kann, zwischen:
            wir sind die Gröößten und
            die sind die Dööfsten.

  19. Racingman sagt:

    Weil Kassandro das Preisniveau des öffentlichen Nahverkehrs anspricht und weil gerade die Fußball-WM läuft, hier ein paar Worte dazu. Ich bin ja sehr für einen kommerziellen (Galopprenn-)Sport, aber die Fußball-WM treibt die Geldgier wirklich auf ein zu radikales Maß. Da muss der Galopprennsport aufpassen, dass er diese Exzesse nicht mitmacht. In Mexiko können sich viele interessierte Fußballfans ja keine Eintrittskarte leisten.

    Hier ein Vergleich München/Madrid zuerst beim öffentlichen Nahverkehr, dann beim Fußball. In München kostet mich eine Senioren-Monatskarte im schlechten, aber ziemlich teuren öffentlichen Nahverkehr knapp 60 Euro, während meine zeitlich unbegrenzte Seniorenkarte in Madrid kostenlos ist und bis zu meinem Todestag gilt; dazu gilt sie für die gesamte Provinz Madrid, die bis ins 60 km entfernte Gebirge reicht, wo im Winter die Skipisten der Madrilenen sind. Der Staat subventioniert den öffentlichen Nahverkehr sehr stark. Im privat finanzierten Profifußball stellt sich die Lage völlig anders dar. Da kosten Eintrittskarten bei Real Madrid mindestens doppelt so viel wie bei Bayern München. Im Bernabeu-Stadion gibt es kaum Tickets unter 100 Euro; die meisten kosten zwischen 100 Euro und 200 Euro, wobei 150 Euro typisch sind für einen mittelprächtigen Platz. Die guten Plätze kosten ab 200 Euro aufwärts, und die sauteuren Hospitality-Plätze mit Catering sind dann noch einmal eine ganz andere Kategorie. Es ist mir ein Rätsel, wie die Spanier mit ihren geringeren Gehältern als in Deutschland das bezahlen können.

    Für den deutschen Galopprennsport lautet meine Devise: Qualität darf und soll ruhig etwas kosten, aber man muss auch immer die wirtschaftliche Lage des Landes und der Menschen im Blick haben. Am besten finde ich für den Standard-Eintritt ein Kombi-Ticket für Eintritt mit Wettgutschein. Auf der einen Seite signalisiert man dadurch den Leuten, dass man das Produkt nicht als Billigware verramscht („was nichts kostet, ist auch nichts wert“), und gleichzeitig führt man die Neukunden elegant ans Wetten heran.

  20. Racingman sagt:

    Vor einiger Zeit plante der Romantiker Lindenau ein eigenes Turfforum als Ersatz für den toten Blücher Blog. Es spricht für seine Intelligenz, dass er davon wieder Abstand nahm. Mit wem hätte er denn das neue Forum betreiben wollen? Blücher kann sich lediglich auf ein treues Quintett stützen: Theo, Martin & Martillo, Daily Impact und Kassandro. Das reicht nicht.

    Theo war seit 32 Jahren auf keiner Rennbahn mehr, weil ihn der Schmonzes nicht interessiert. Was soll so jemand in einem Turfforum beitragen können? Der schreibwillige Theo kann fachlich nicht. Martin & Martillo können, wollen aber nicht. Mehr als einen Zweizeiler ist ihnen die Chose nicht wert. Bleiben dann nur Daily Impact und Kassandro. Beide sind in der Lage, punktuell etwas zu liefern, aber sie sind thematisch nicht genug im Stoff, um konstant Leistung zu bringen. Im Ergebnis reitet Blücher also ein totes Pferd.

  21. h.schmelz sagt:

    Die Zeit war ordentlich für die Distanz. Aber nicht außerordentlich. Die 4 Pferde vorne werden bstimmt in Horn eine gute Rolle spielen, wenn nichts passiert bis dahin. Dazu Gostam. Dann hat man eine Gruppe, die überschaubar ist, und in der sich für jeden Geschmack was befindet.

    Ich fand, Eddie hat es richtig gemacht, und die Latten genommen. Westminster Rocket ist ein Klotz, wie es früher hieß; er erinnert mich entfernt an Orofino, schwärzlich mit schmaler Laterne und hohen Beinen. Er galoppiert wie in Mailand sehr kraftvoll, nicht elegant, aber raumgreifend und mächtig. Was ihm heute fehlte, war ein Antritt in der Geraden. Er ging weiter, auch, weil Eddie nicht viel machte. Mein Gefühl sagt mir, daß er nicht auf 100% war, und daß er in Horn deutlich fitter sein wird.

    Der Sieger war schon beeindruckend, als er flott gemacht wurde, und kam leicht an Westminster Rocket vorbei. Als Nathaniel Nachkomme wird er keine Probleme mit der Derby Distanz haben. Er ist, wenn man so will, noch mehr ein unbeschriebenes Blatt als die anderen, und mehr als gewinnen konnte er nicht. Herr Weiß weiß, wie man Pferde topfit bekommt.

    Es war gut, daß man heute kompakt sehen konnte, was die Jahrgangsspitze bis auf Gostam leisten kann. Noch sind es 4 Wochen hin, und bis dahin kann viel passieren. Von Gefühl ist Gostam der Beste im Rating, weil Chantilly doch besser war, als die Platzierung aussagt. Er ist wohl auch das Pferd mit der taktisch besten Galoppade, mehr Esprit als sein Stallkollege, der aber wie ich denke der bessere Steher ist. Das heute sah mir beim Sieger nach 95 Kilo aus. Also etwa 3 Kilo weniger als das französische Pendant über 2.100 Meter. Da geht wohl generell bei einigen noch etwas mehr. Bei Gostam natürlich auch. Spannend.

    • Theo Epping sagt:

      Schon ein Weilchen her, dass ich einen Beitrag Wort für Wort gelesen habe.
      Die Tatsache, dass ich dieses Getümmel auf der Bahn und anderswo, nicht ertragen kann(will), bedeutet ja nicht, dass mich die Ergebnisse nicht interessieren.

      • Racingman sagt:

        Ach Theo, seien Sie doch mal ehrlich: Sie interessieren sich für das sportliche Renngeschehen genauso wenig, wie ich das tue. Seit ich nicht mehr im Turf tätig bin, interessieren mich dort nur noch die sportpolitischen und wirtschaftlichen Aspekte, aber nicht der Sieger vom Union-Rennen. Im Gegensatz zu Ihnen, Theo, stehe ich aber offen zu meiner Meinung. Sie haben doch nie die Sport-Welt abonniert oder sonst irgendwie eine fachliche Weiterbildung über die körperliche Gestütsmaloche hinaus betrieben.

        • Theo Epping sagt:

          Wer könnte es wissen, wenn nicht IHR, großer Racingman.

          • Racingman sagt:

            Wissen Sie, wer früher als Kind meine Lieblingsfigur in den Donald Duck-Geschichten war? Der faule Glückspilz Gustav Gans, ein Verwandter des ewigen Pechvogels Donald Duck. Seine Hobbies waren: 1) Preisausschreiben gewinnen; 2) kostenlose Luxusreisen; 3) mit Daisy ausgehen. Bei einem Preisausschreiben der Tiroler Tageszeitung hab ich später mal den Hauptgewinn, einen Ski-Urlaub am Arlberg, gewonnen. Positives Denken ist wichtig, Theo!

    • kassandro sagt:

      Gostam ist im franz. Derby nicht schlecht. Vielleicht hat er deshalb in der Endphase nicht mehr sonderlich beschleunigen können, weil das Tempo vorher schon sehr hoch war. Er hat auch gezeigt, dass er problemlos im engen Rudel laufen kann. Beim Bavarian Classic war der Ausgang zwar knapp, aber er wurde dort nur mit den Händen geritten, also auch eine ganz ordentliche Performance. Anzeichen von mangelnden Stehvermögen hat er auch noch nicht gezeigt, obwohl im Pedigree nur der väterliche Großvater Deep Impact wirklich Stehvermögen hatte.
      Trotz dieser insgesamt guten Bilanz ist für mich der Englishman der Derby-Favorit. An seiner Stamina gibt es keinen Zweifel und er hat einen guten Turn of Foot gezeigt. Er war noch etwas unreif und lief auf der Geraden ungerade, aber das war erst sein zweites Rennen und er wurde im eigenen Rennstall ziemlich unterschätzt. Bei ihm besteht also noch mächtiges Steigerungspotential. Das Derby kommt für ihn etwas zu früh, aber für den Sieg sollte es reichen. Er ist ein Pferd für den Arc. Im Union-Rennen hat er gezeigt, das er im Schlussbogen wie einst Lando weit außen schnell laufen kann. Das ist wichtig, wenn man in der Endphase viele Gegner überholen muss.

  22. Theo Epping sagt:

    Warum fangen Sie dann nicht damit an…
    Dummerchen.

    • Racingman sagt:

      Tue ich (im Gegensatz zu Ihnen) schon lange. Am Ende der sozialistischen Ära war ich mit meiner „Daisy“ auf einer Autofahrt durch Osteuropa. In Budapest wollte ich gern am Sonntag zum Galopprennen, aber mir war klar, dass Madame dann Stress machen würde. Und da kam mein Gustav-Gans-Glücksfaktor: Es war Sonntagmittag, Daisy hatte Kopfschmerzen und legte sich in unserer Unterkunft aufs Ohr, und ich konnte ohne Stress zum Galopprennen. T. Epping dagegen findet mit seiner Negativdenke immer zehn Ausreden, warum Dinge nicht funktionieren.

  23. Racingman sagt:

    Sollte Blücher einmal posthum ein „Best of“ seines Blogs planen, muss dieser göttliche Beitrag von T. Epping unbedingt da hinein. Originalton Theo ohne Lektorat meinerseits:

    „Natürlich gibt es nur zwei Geschlächter, wer etwas anderes sagt, redet Unsinn, da gibt es aber verschiedene Modele und Ausstatungen und wer das leugnet ist genauso arm im Geist wie unser unermütlicher Prediger Rennmann.“

    Sein Deutschlehrer von der Hauptschule würde klagen: Wie schafft man es, derart viele Fehler in so wenigen Zeilen unterzubringen? Abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen Inhalt…

    • Theo Epping sagt:

      Ich kenne, leider, sehr viele arme Menschen, kaum einer ist so bedauernswert wie Sie.
      Mein Klassenleher hat sich für mich, in einer Weise eingesetzt, die Ihre Dummheit, völlig überfordert.

  24. h.schmelz sagt:

    Niemand wird gezwungen, einen Hut zu tragen. Niemand wird gezwungen, einen schwarzen Hut zu tragen. Niemand wird gezwungen, unter einem schwarzen Hut in eine Kamera zu schmunzeln. Torsten Castle macht das alles, freiwillig. Er konferiert die Übertragung aus Ascot, von den Feierlichkeiten des englischen Rennsports, und er macht das in der Annahme, daß ihn ein schwarzer Zylinder Hut besonders attraktiv macht. Dazu säuselt und sülzt er, was das Zeug hält, und man möchte hoffen, daß er endlich beim richtigen Fernseh andocken möge, beim Fernsehgarten oder beim Kindergarten Fernseh. Da gehört er hin, das ist seine Arena, das ist seine Bestimmung. Rolf Seelmann-Eggebert als neue Wiederauferstehung, mit schwarzer Smiley Brille?

    Sportlich war das wie stets eine sehr aufregende Sache in Ascot. Die St. James’s Palace Stakes für 3. jährige über den Rundkurs und eine Meile waren eine ganz knappe Angelegenheit, und der Favorit Echo Bow kam so gerade noch hin. Er wurde nach dem Start kurz etwas eingeklemmt, und mußte beruhigt werden. Dann sah es am Anfang der Geraden sehr nach einem sicheren Sieg aus, aber er fing an zu wandern und wackeln, und Ryan Moore konnte seinem Pferd Gstaad erstaunliche Reserven an der Innenseite entlocken. Aber Young Master Loughnanen und sein Partner hielten kraftvoll mit und dagegen, und am Ende war alles gut für die beiden. Haarscharf, wie man so sagt.
    Herr Schridde war als fachlicher Sidekick von Herrn Castle engagiert, und er machte das wie immer sprachlich und inhaltlich seriös und gut. Die Rennen selbst höre ich dann aber doch lieber von Ian Bartlett & Co. kommentiert.

    • Racingman sagt:

      Zum geschmeidigen Thorsten Castle, der vom Naturell her so ziemlich das Gegenteil von mir ist: Wenn Daily Impact eine Tochter statt seines Ziehsohns Felix hätte, würde seine Frau beim gemeinsamen Anschauen der Rennübertragungen schwärmerisch sagen: „Hujo, findest Du nicht auch, dass dieser reizende Herr Castle etwas für unsere Petra wäre?“

      Castles Job ist es, den Rennsport und die Wetten locker-flockig zu verkaufen, und dafür ist er genau der Richtige. Sein Job ist ist es nicht, die Gesprächspartner so zu grillen wie Markus Lanz seine Politikergäste. Castle hat es sogar mal geschafft, ein charmantes Führring-Interview mit Helmut Kappes zu führen – etwas, das ich nie könnte, weil ich den impulsiven Dorstener mit fiesen Fragen löchern würde und er mir spätestens nach zwei Minuten an die Gurgel gehen würde. Thorsten Castle könnte sicher auch locker mit Wladimir Putin plaudern. Das Geschäftsmodell des deutschen Turfs besteht darin, dem Publikum eine heile Castle-Welt zu präsentieren, in der Martin & Martillo ihr Geld gern auf der Rennbahn lassen.

    • kassandro sagt:

      Ich muss hier ausnahmsweise Racingman Recht geben. Thorsten Castle macht insgesamt eine recht gute Arbeit. Das er auch noch eine klassische Schwiegersohn-Type ist, schadet dann nicht im geringsten. Er hat eine große Soziale Kompetenz und sieht gut aus. Da kann unser Hubsi leider gar nicht mithalten und kann seinen Neid hier schon zum wiederholten Male nicht zurückhalten.
      Schridde kann ein Rennen gut lesen, aber wenn es auf die Zielgeraden geht, muss man sich oft die Ohren zuhalten, wenn er dann zum kreischen anfängt.

      • Racingman sagt:

        Für die Galopperbosse ist Thorsten Castle die Idealbesetzung, weil er genau ihr Anforderungsprofil für den Job erfüllt: seichte Unterhaltung, und bloß nichts Kritisches. Ich frage mich nur, wie die Lebensgefährtin von Thorsten Castle diese Mentalität im Privatleben aushält. Immer nur Zuckerguss von morgens bis abends, da müsste sie ihn doch irgendwann mal fragen: „Thorsten, was denkst du eigentlich wirklich?“

        • Theo Epping sagt:

          Wie kann man so einfältig sein?
          Der Mann ist ein Profi, Bühne und Privat haben nichts miteinander zu tun, Sie Hehirnakrobat.

          • Theo Epping sagt:

            Gehirn…

          • Racingman sagt:

            Ich glaube, der Vollharmoniker Thorsten Castle ist privat genau so wie beruflich, spielt also keine Show.

          • Theo Epping sagt:

            Wie ich seine Mutter kenne, glauben Sie völlig falsch…

          • Racingman sagt:

            Theo, reden Sie doch mal Tacheles, statt so rumzueiern. Aus der gemeinsamen Niederrheiner Vergangenheit meinen Sie: „Die Ulrike Castle ist eine falsche Schlange, die nie die Wahrheit sagt. Ich gebe hier mal folgendes Beispiel: …“? Ist es das, was Sie meinen? Dann tun Sie hier doch mal Butter bei die Fische.

          • Theo Epping sagt:

            Ihre Stasimethoden ziehen bei mir nicht,
            Herr Racingman… damit hier sicher ist, wer gemeint ist.
            Genug Butter…

          • Racingman sagt:

            Wozu beteiligen Sie sich eigentlich an einem Forum, wenn Sie doch nichts inhaltlich beitragen wollen? Die Fakten sind zunächst einmal: Von den beiden Niederrheinern Castle und Epping hat sie es zur erfolgreichen Managerin geschafft, während er trotz einer Odyssee durch die deutschen Gestüte immer der Stallmann geblieben ist.

          • Theo Epping sagt:

            Sie “war” eine erfolgreiche Managerin, fachlich auf der Höhe und immer erfolgsorientiert und genau aus dem Grund war sie sehr an ihrem unfähigen Kollegen aus Lehrlingstagen interessiert, hätte ihn so gerne aus dem Sauerland an die Isar geholt.
            Es war beiden nicht gegönnt…
            für mich war das sowieso, eine schlechte Idee.

          • Racingman sagt:

            Halten wir im Ergebnis fest: Zum Thema Thorsten Castle haben Sie hier nichts Neues beitragen können oder wollen.

          • Theo Epping sagt:

            Halten wir im Ergebnis fest:
            Racingman erfüllt alle Anforderungen der Verhörtechniken, der Staatssicherheit…
            nur leider ohne Erfolg, so sehr er auch die Aussagen er bekommt keine verwertbaren
            Nähkästchengeschichten.

            Und nun, rutsch mir den Buckel runter, Schmierfink!

          • Theo Epping sagt:

            Technik
            Die Aussagen verdreht, die er bekommt…

          • Racingman sagt:

            Theos Haltung „ich weiß was Negatives über Ulrike Castle, aber sag es nicht“ hat HolladieWaldfee (vulgo Torsten Wirth) hier früher mal so kommentiert:
            „Es ist übrigens im Rennsport eine Unsitte, nebulöse Andeutungen zu machen und dann nach dem Motto: “Ich weiß etwas was du nicht weißt…ätsch!” sich großmütig und “ehrenhaft” bedeckt zu halten. Oft mit dem Hinweis nicht übel nachreden zu wollen etc. Solche Attitüden sind ein untrügliches Zeichen für die Verlogenheit und des Dahinsiechens einer Gesellschaft.“

          • Theo Epping sagt:

            Und Racinman ist zumindest in dieser Disziplin ganz gut
            armes Männeken

  25. h.schmelz sagt:

    Schiere grobe Klasse hat sich durchgesetzt, Ombudsman in den Prince of Wales Stakes. Nach 2025, jetzt das Double in Ascot. Das ist es, was Rennsport ausmacht, wenn die besten mitmachen, in dem Fall einer der allerbesten auf der Welt über 2 Kilometer auf der Grasbahn. Guter Job von William Buick und den Gosden Vater/Sohn Trainern. Und auch ein guter Job von Robert Havlin, der vorne die richtige Pace für seinen Stallgefährten gemacht hat. Lange nicht so eine deutliche Demonstration in der besten Klasse gesehen.

  26. h.schmelz sagt:

    “Ausgetrabt”

    Mit dieser nur sehr mäßig lustigen Kopfzeile verkündet das Abendblatt, immerhin das Zentralorgan der bürgerlichen Presse in Hamburg, das wirkliche und echte Ende des Pachtvertrages der Traber in Bahrenfeld.

    Es soll demnach auf dem Geländer der Bahn mit den vorbereitenden Bauarbeiten für Wohnungn und Gewerbe in 2027 begonnen werden. Und das bedeutet dann in der Tat, daß in Bahrenfeld nicht mehr getrabt werden wird. Was das für die seit Jahrzehnten geplante Doppelrennbahn in Horn bedeutet, ist nach wie vor unklar. In jedem Fall ist in Bahrenfeld endgültig Feierabend.

    Die Traber haben seit Jahr und Tag an schlimmer Anämie gelitten, noch viel mehr als die Galopper. Nur Günther Herz hat Bahrenfeld am Leben gelassen. denn ohne ihn und sein Geld wäre Bahrenfeld längst den Weg von Farmsen und Elmshorn gegangen. Mommert in Berlin, Herz in Hamburg. Der Rest ist pleite und mausetot. Sieht es aus in GER Trab.

    Für die wenigen Menschen, die sich beruflich um das organisierte Traben kümmern, und die wenigen Züchter und Trainer und Mitarbeiter in der Organisation ist das schrecklich, und die einzige Hoffnung ist in der Tat eine neue Bahn in Hamburg. Dazu müßte aber eine gemeinsame Betreibergesellschaft mit den Galoppern ins echte Leben treten, mit Konzept und genügend Geld. Richtigem Geld. Das hat bis heute nicht geplappt, trotz 25 Jahren Rumgetute und Gehühnere auf allen Seiten. Der HCR ist mit über ner Million beim selbst ernannten Retter des Derbys verschuldet, Albert Darboven. Der Schatzmeister des HRC ist ein Sparkassenmann ohne jede Ahnung vom Rennsport. Schwer vorstellbar, wie das alles gehen soll.

    • Racingman sagt:

      Sehr gut, dass der Hamburger Senat sich nicht länger von den Bahrenfelder Trabern an der Nase herumführen lässt. War überfällig. Es muss ja mit der Science City mal losgehen. Für die Traber ist es in Bahrenfeld definitiv vorbei, weil die Zirkusfirma Mignon ab 2027 der neue Pächter des Geländes ist. Jetzt scheinen die Hamburger Rennsportler in aller Hektik noch zu versuchen, die Traber in Horn unterzubringen, auch ohne Business Plan, der die wirtschaftliche Existenz für zehn Jahre sicherstellt. Die norddeutschen Traber haben aber gar nicht mehr genug Startpferde für einen regelmäßigen Rennbetrieb. Zu den Galoppern: Der Vertrag des HRC mit „Kölle“ über das Galopp-Derby läuft nur noch bis 2028; das wäre dann an der Zeit, das Galopp-Derby ab 2029 an eine „richtige“ Rennbahn zu vergeben, angemessen wäre die Hauptstadtrennbahn Hoppegarten. Der Standort Hamburg hat doch keine Zukunft im Rennsport.

    • Racingman sagt:

      Onkel Delius schreibt, dass dem SPD-Politiker Olaf Steinbiß Ambitionen auf den HRC-Vorsitz nachgesagt werden. Bisher ist er Beisitzer im Vorstand. Der Steinbeißer (wird im November 50 Jahre alt) hat übrigens sein Abitur, genau wie ich, an der „Gelehrtenschule des Johanneums“ (sic) in Hamburg bestanden. Die HRC-Wahlen sind aber erst im Oktober, viel zu spät. JETZT müssen Entscheidungen getroffen werden. Laut Turf-Times wird überlegt, die Innenbahn der Galopper für eine Trabrennbahn zu opfern. (Ursprünglich sollte im Innenraum eine eigene Traberpiste mit eigener Tribüne errichtet werden.) Ja, ist denn heut’ scho Weihnachten? Und Ostern dazu? Die Galopper müssten ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie sich die komatösen Traber ins Haus holen.

  27. Racingman sagt:

    Weil der Krimi-Fan Theo so auf Detektivgeschichten steht, erzähl ich hier mal ein Histörchen von früher. Im deutschen Rennsport wird ja nur selten offen kommuniziert, sondern angesichts der vielen ängstlichen Menschen (stellvertretend der Blücher Blog) wird meist hintenrum gearbeitet. Da besteht dann auch Bedarf für diskrete Ermittlungen durch Profis. Für mich hat das Aufträge beschert. Ein deutscher Züchter hatte mal einen ungewöhnlichen Auftrag, bei dem es nicht darum ging, ein menschliches Zielobjekt auszukundschaften, sondern einen Deckhengst im Ausland. Er war am Ankauf eines Deckhengstes interessiert und hatte mehrere Kandidaten ins Auge gefasst, darunter einen unterkrupschen Stallion in der Toskana in einem eher primitiven Gestüt. Auf meine erstaunte Frage hin erklärte er, dass die Blutlinie ihn interessiere. Na gut, des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Der Züchter wollte keinen der üblichen Vollblutagenten beauftragen, weil er Angst hatte, dass das dann die Runde machen könnte. Racingman stand für diskrete Ermittlungen.

    Der Züchter wollte, dass ich herausfinde, wie der aktuelle Zustand des Deckhengstes ist. Hm, dachte ich so, ich weiß, wo bei einem Pferd vorne und hinten ist, was für meine Beratungstätigkeit im Turf vollkommen ausreichend war, da meine Domäne das Büro und nicht der Stall war. Als Jugendlicher war ich im Reitverein geritten, und später konnte ich mein Rennpferd in der Morgenarbeit auch selber im Galopp reiten. Dies bedeutet aber natürlich nicht, dass ich deswegen Ahnung von Pferden hätte. Und einen Deckhengst zu beurteilen, überstieg definitiv meine Kernkompetenz. Doch da kam mein Gustav-Gans-Glücksfaktor zum Tragen, weil ich jemand in der Toskana kannte, der über den Hengst Bescheid wusste, so dass ich mir die Reise ersparen konnte.

  28. Racingman sagt:

    Im Hoofworld-Forum wird das Bahrenfelder Aus natürlich engagiert diskutiert. Der User Chappiho bringt es so auf den Punkt: „Alles hat seine Zeit, die von Bahrenfeld ist seit Jahren vorbei. Lasst die Bagger endlich rollen. Die letzten Jahre waren in jeder Hinsicht unwürdig. Der Westen und die Niederlande sollen bei sich starten. Ökologisches Verbrechen die letzten Jahre.“
    Er spielt darauf an, dass fast ein Viertel der Startpferde aus den Niederlanden anreisen, weil es im Norden kaum noch Traber gibt. Andi Gruber hat die Bahrenfelder Starterzahlen für das bisherige Rennjahr 2026 aufgedröselt:
    „7,33 Starter pro Rennen:
    28,25% der Starter kamen aus dem Westen
    2.60% der Starter kamen aus dem Süden
    14,61% der Starter kamen aus dem Osten
    31,49% der Starter kamen aus dem Norden
    23,05 % der Starter kamen aus dem Ausland“

    Zu normalen Renntagen finden sich 500 bis 700 Zuschauer und Wetter ein – bei großen Rennen bis zu 2000. Will der HRC in Horn sich das antun und dafür eine Doppelrennbahn bauen? Die Hamburger Rennsportler hatten jetzt rund zwanzig Jahre Zeit, eine Finanzierung für den Betrieb einer Doppelrennbahn zu sichern und haben es nicht geschafft; und nun in aller Eile?

    Die BILD schreibt dazu: „Nach BILD-Informationen laufen hinter den Kulissen Gespräche mit der Senatskanzlei. Die Interessen der Traber vertritt dabei der einflussreiche Unternehmer Günter Herz (85), auf Seiten der Galopper verhandelt Dr. Andreas Jacobs (62). Doch für den regelmäßigen Betrieb brauchen die Traber eine Sandbahn. Fest steht jedoch schon jetzt: „Es wird keinen fließenden Übergang geben“, sagt Weihermüller traurig.“ Letzterer ist Bahrenfeld-Präses Peter Weihermüller.

    Wie belastbar ist die Delius-Information, dass die Innenbahn der Galopper zu Gunsten einer Aschenbahn für die Traber geopfert werden könnte? Das ist wohl eher Spekulation. Der NDR schreibt auf seiner Website: „Die in Horn geplante Doppelrennbahn mit einem Untergrund aus Sand könnte wohl erst in zwei oder drei Jahren fertig sein. Zu spät, befürchtet Weihermüller, bis dahin würden Züchter aufgeben und Besitzer ihre Pferde veräußern.“

  29. Racingman sagt:

    GaloppOnline schreibt heute, dass sich der Vorstand des HRC gestern am Freitagabend neu aufgestellt habe. Volker Linde ist jetzt Interimspräsident bis zur Mitgliederversammlung im Oktober. Natürlich ist es für die Handlungsfähigkeit des Vereins wichtig, einen Chef zu haben. Ob Volker Linde wirklich die Autorität hat, da Weichenstellungen vorzunehmen? Die Gespräche mit dem Hamburger Senat führt nicht er, sondern Andreas Jacobs. (Neben dem Rennverein gibt es noch eine gemeinsame Doppelrennbahn-Gesellschaft der Hamburger Galopper und Traber.)

    Ich kann mich noch an eine Diskussion im früheren Amelie-Forum erinnern, in der es um die Doppelrennbahn ging. Volker Linde hat damals brav die Vorstandslinie vertreten; er war seinerzeit noch Beisitzer im Vorstand und hat sich langsam hochgearbeitet oder hochgesessen in dem Maße, in dem andere Kollegen ausschieden. Nach der Qualität seiner Beiträge im Amelie-Forum muss ich sagen, dass der Lindevolker für mich ein typischer Normalverbraucher ist, also jemand, der weder intelligent noch dumm ist. Wenn der HRC in der Ersten Bundesliga mitspielen will, braucht es aber mehr. Der HRC ist für mich lediglich eine Amateurtruppe ohne Geld, die nur von Attis finanziellen Gnaden abhängig ist. Nun bin ich mal gespannt, wie es mit der Doppelrennbahn weitergeht. Jetzt muss der Lindevolker liefern und kann sich hinter niemandem mehr verstecken.

    • Racingman sagt:

      Bezüglich der Mitgliederversammlung im Oktober schreibt der HRC auf seiner Website: „Bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt Volker Linde als ältestes Vorstandsmitglied den Vorstandsvorsitz.“

      Also eine Interimslösung. Und die künftige Chefrolle? Die wird wohl zwischen dem „Steinbeißer“ Olaf Steinbiß, einem SPD-Abgeordneten, und dem Sparkassenmann Johann-Heinrich Riekers, früher ein CDU-Mann, entschieden.

  30. Racingman sagt:

    HaaEssVau-Fans wie Daily Impact werden sich noch daran erinnern, dass Jürgen Hunke, ein sehr bunter Hund, zu Beginn der 1990er Jahre auch mal drei Jahre lang Präsident des Vereins war. Doch nicht nur das. Unter seinen unzähligen Tätigkeiten war auch eine als Chef der Bahrenfelder Trabrennbahn. Und natürlich gab es auch da Zoff. Karin Walter-Mommert, die Königin des deutschen Trabersports, schrieb eben gerade im Hoofworld-Forum über die Hunke-Ära in Bahrenfeld: „Herr Hunke hat den Vertrag mit der Stadt ohne Zustimmung oder Genehmigung der Mitglieder zurückgegeben. Dieser Vertrag sicherte der Rennbahn ein Dasein bis in das Jahr 2043 für einen Euro Pacht im Jahr. Alle seine Nachfolger hätten dagegen juristisch angehen können – wurden auch diesbezüglich aufgeklärt. Warum dies nie erfolgte, hat sich mir nie erschlossen.“

    Unterstellen wir mal, dass dies so war: Dann stelle ich mir die Frage, warum die unterbelichteten Hamburger Politiker so eine Immobilie praktisch kostenlos auf Jahrzehnte verschenkt haben? Wenn ich mir anschaue, was für Summen in anderen Turfländern für die Rennbahn-Pacht bezahlt werden müssen, finde ich das Verhalten der Hamburger Politik aber schon nahe am strafrechtlich relevanten Bereich.

  31. Racingman sagt:

    Thema C-Bahn: So nennt man bei den Trabern die kleinen ländlichen Veranstalter. Etliche von denen veranstalten auch Galopprennen oder haben dies früher getan. Was wird aus denen, wenn die Zentrale Bahrenfeld ab 2027 wegfällt? Werden die Gastpferde aus NRW und den Niederlanden ausreichen, um die Renntage ausreichend bestücken zu können? Die ländlichen Veranstalter müssen ja in diesem Jahr schon mit den Planungen für 2027 beginnen und Gespräche mit regionalen Sponsoren führen.

    Früher gab es eine Vielzahl von ländlichen Veranstaltern, von den zahlreiche leider schon länger weggefallen sind, bei den Galoppern etwa Schwanewede und Wildeshausen, beide bei Bremen. Jetzt sind folgende fünf Traberpisten aktiv: Stove am Elbdeich nahe Hamburg, das Duhner Wattrennen in Cuxhaven; Hooksiel bei Wilhelmshaven in Ostfriesland; der Schlosspark in Rastede bei Oldenburg sowie Quakenbrück. In Hooksiel und Rastede gab es früher auch Galopprennen, jetzt noch in Cuxhaven-Duhnen und Quakenbrück (übrigens mit einem Seejagdrennen). Beides sehr publikumsstarke Veranstaltungen der Galopper, die nur mit Galoppern und Reitpferderennen (wie im Duhner Watt) wohl nicht ausreichend besetzt werden können.

    • Racingman sagt:

      Dieses obige Beispiel zeigt, dass Alles mit Allem zusammenhängt: Fällt eine große Trabrennbahn in Hamburg weg, kann das auch die kleinen Galoppveranstalter in der Region gefährden. Für die Galopptrainer im Norden werden die Startmöglichkeiten immer weniger: Bremen ist schon weg, und bei Verden sieht es danach aus, weil anscheinend der Rennverein nicht mehr genug aktive Mitglieder hat. Bad Doberan ist ebenfalls schon lange Geschichte.

      Früher bestand die Horner Derby-Woche nach meiner Erinnerung aus sieben Renntagen: Samstag/Sonntag/Dienstag/Mittwoch/Freitag/Samstag/Sonntag. Ein dichtes Programm, und am Donnerstag gab es zusätzlich Trabrennen in Bahrenfeld mit Gästefahren für die Galopper, wo ich auch mal teilnehmen durfte. Hans-Ludolf Matthiessen, damals noch Horner Schatzmeister, begründete die vielen Renntage damit, dass man sie brauche, um den Aufbau der teuren Infrastruktur zu amortisieren. Jetzt jedoch sind es nur noch vier Renntage in Horn, und von einer echten Derby-Woche kann man kaum noch sprechen.

      • Theo Epping sagt:

        Wenn etwas positives geschieht, ist bei Racingmaus Schwafelkopf Funkstille
        Das nennt er dann positives Denke .
        Schmierfink ist noch positiv

  32. Racingman sagt:

    In Blüchers „Best-of“ Werk seines Blogs gehören unbedingt auch die galligen Kommentare des anonymen Jupp Klingelpütz. Man könnte natürlich eine KI-gestützte Analyse-Software über seine Texte drüber laufen lassen, aber ich könnte mir auch rein nach Bauchgefühl denken, wer das ist. Hier einige köstliche Kostproben:

    JUPP über Blücher:
    „Der Feldmarschall von eigenen Gnaden erweist sich dabei nur wieder einmal als geschwätziger Dilettant.“

    JUPP über Direktoriums-Chefmanager Vogel:
    „der immer noch vorgestrige Jan Anthony aus den nebelfeuchten Neusser Hafenauen“

    JUPP über kleine Züchter:
    „Entweder man macht richtig Vollblutzucht mit mindestens einem halben Dutzend Stuten besserer Rennklasse oder man läßt es sein. Da ist kein Platz für dilettantische Glücksritter mit einem 55-kg-Stutchen unterm Birnbaum im Garten hinterm Häusle.“
    Da gab es für T. Epping kein Halten mehr, eine Antwort musste raus:
    „Mehr aufgeblasene Ignoranz geht ja wohl nicht. Bitten Sie doch mal ihre Wärter die Fenster zu öffnen, bevor Sie noch an Ihrer Arroganz ersticken, Herr Klingelpütz.“

    JUPP über Hubertus Joachim Schmelz:
    „Nun hielt es im wahren Leben der Federico T. mit dem Scherzen ähnlich wie der Hubertus Sch., da bleibt Einem leicht der Bissen im Halse stecken und es rührt sich eine herber Würgereiz. Hat mir zumindest ein einstiger Zellennachbar erzählt, der in seiner traurigen Jugend in Pisa Ställe ausmistete.
    Zumal Genien solcher Größe den Scherzton nie so recht treffen wollen. Eo ipso man sie eigentlich nur im finsteren Keller grienen hört, wenn sie traulich enthemmt nach der ein oder anderen Bouteille vino rosso über Nichtanwesende, die absolut keine Ahnung von ihrem Metier haben, herzhaft ablästern. Seltsamerweise für Außenstehende – wie auch für sie selbst – verwechseln solche Koryphaen diese Albernheit irrigerweise mit Humor. Es bzw. er ist halt nicht Jedem gegeben. Aber wer hingegen ist schon in der Lage den humanen Genius in allen seinen Abarten zu erklären. Vll. Hubertus’ Golfpartner, der Psychiater mit PhD vom MIT? Sentenzen für die Ewigkeit. Was wohl Eva-Maria L. dazu beitragen könnte?“

  33. Racingman sagt:

    Wenn man irgendwo den Satz hört „Ganz genauso ist es“, kann man sicher sein, dass er von Sascha Multerer stammt, denn das ist sein absoluter Lieblingssatz. Gestern beim kurzen TV-Gespräch vom Münchner Renntag brachte er ihn gleich zweimal an. Die Wortwahl und Erzählweise von Jupp Klingelpütz ist ebenso unverwechselbar, fast wie ein Fingerabdruck. Angenommen, Old Vollblut würde versuchen wollen, diesen Stil zu kopieren – er könnte es beim besten Willen nicht, denn er ist nicht der Typ dafür. Mein Spitzname für Old Vollblut lautet ja „der Inscheniör“, weil er so sachlich und faktisch argumentiert. Ich würde darauf wetten, dass er beruflich sicher nie als Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen gebucht war.

    Manto und sein Nachfolger Theo sind ein Sonderfall, weil sie intellektuell deutlich unter dem Rest jedes Forums rangieren und deshalb immer durch den geistigen Tiefgang ihrer Beiträge in Verbindung mit Stänkern auffallen, selbst wenn sie wie Manto ab und zu mal den Nickname gewechselt haben. Das Markenzeichen von Racingman ist seine Meinungsstärke; er zieht immer voll durch, obwohl er weiß, dass er dadurch stark polarisiert und sich oft einen Shitstorm einfängt. Und um auf die DNA von Jupp Klingelpütz zurückzukommen: Bei ihm ist der Focus auf sein Pedigree-Know-how deutlich zu spüren. Viele Forumsteilnehmer sind also auch ohne Einsatz einer Analyse-Software relativ gut identifizierbar.

    • Theo Epping sagt:

      Genau wie unser Racingmen,
      nie wirklich wichtig, aber immer genauso unerwünscht, wie Mäuseköttel im Küchenschrank.

  34. Racingman sagt:

    Gute Besserung, Sara Biessey! GaloppOnline vermeldet, dass Werner Glanz’ Assistentin sich in der Morgenarbeit schwer verletzt habe. Zwei Pferde des Stalles wurden von einem anfahrenden Betonmischer erschreckt. Beide Reiter gingen zu Boden, aber während ihr Kollege mit dem Schrecken davon kam, zog sich Sara Biessey einen Bruch des linken Sprunggelenks und einen Bänderriss zu. Hals und Bein!

    Nach den Statistiken der Versicherungsgesellschaften ist das Freizeitreiten schon die gefährlichste Sportart, aber wie ich aus meiner eigenen Erfahrung weiß, liegen zwischen den Warmblütern im Reitverein und den Vollblütern im Rennstall noch mal Welten. Christian Sundermann erzählte gestern im Turf-TV vom Riemer Renntag, dass er mal bei einem Trabertrainer in der Morgenarbeit im zweisitzigen Fohlenwagen mitgefahren sei, und diese „Taxifahrt“ sei ihm schon zu heikel gewesen… Meine bedrohlichsten Situationen haben ich dennoch als Jugendlicher mit einem Warmblüter in der Reithalle erlebt, aber das lag an dem sadistischen Reitlehrer. Während die Reitschüler im Gänsemarsch trabten, kam der Reitlehrer eine lange Longierpeitsche schwingend in die Halle reingaloppiert. Die Schulpferde hatten panische Angst vor dem Brutalo und sprangen sofort in alle Richtungen hin und her. Damit aber nicht genug.

    Da ich der einzige Junge in der Gruppe war, ließ der Reitlehrer mir gern die Spezialbehandlung zur Abhärtung angedeihen. Er baute sich vor meinem Pferd auf, das vorne stieg und auf der Hinterhand panisch zurückwich. Hätte ich dieses Zirkuskunststück absichtlich gemacht, wäre ich reif für die Wiener Hofreitschule gewesen. Die Schwierigkeit bestand darin, nicht einfach hinten runterzurutschen, da das Pferd fast senkrecht in der Luft stand. Meine größte Sorge war, dass das nicht mehr kontrollierbare Pferd beim panischen Rückwärtsgehen auf der Hinterhand nach hinten kippen könnte und mich dann unter sich begraben würde. Aber das gehörte früher anscheinend zur Reitausbildung nach dem blücherigen Motto „gelobt sei, was hart macht“. Immerhin hatte ich dadurch später keine Angst, mich auf einen Vollblüter zu setzen.

    • Theo Epping sagt:

      Ich habe mich gerade entschlossen, doch mal aus dem Nähkästchen zu plaudern.
      Ich verrate Ihnen jetzt mal wie Ferdinand Leisten so etwas wie Sie genannt hätte:

      Dämelack, er hätte Ihnen gesagt:

      “Hör auf zu schwafeln, Du Dämelack!”

  35. Racingman sagt:

    Ich lasse mich ganz sicher nicht mundtot machen von einem Schmarotzer, der selber keine Leistung bringt. Sie saugen sich hier wie eine Zecke am Wirtstier fest, nur mit Stänkern als Bonus. Erzählen Sie doch lieber einen Schwank aus Ihrem ereignisreichen Leben. Heinz Calloway würde gern nochmals die Geschichte hören, wie Ilse Bscher Ihnen um den Hals gefallen ist. Ich glaube, es war eher so: Die korpulente Dame stolperte und rutschte aus. Im letzten Moment konnte sie sich am damals noch zarten Theodor festhalten, der gewaltsam zu Boden ging. Mit schweren Folgen. Mit 38 Jahren war Theos Zeit in der Vollblutzucht vorbei und er berufsunfähig. T.Epping: „Das wird teuer für die Ilse! Jetzt muss sie mir eine lebenslange Rente zahlen!“

    • Theo Epping sagt:

      Ferdinands Spezialität,
      die Schlafis rasten aus und aus die Maus.
      Racingman, nicht ich bin der Schmarotzer, sondern Du schon Dein Leben lang. Du hast schon immer auf Kosten derer gelebt, die Deiner dummen, Unverfrohrenheit entfliehen wollten:
      Gib Ihm was er will, damit endlich Ruhe ist.

      SCHMÄRLAP mochte F.L. auch sehr gerne.

  36. Racingman sagt:

    In rennsportlicher Hinsicht gibt mir der Blücher Blog leider nichts, aber dafür ist er eine interessante Lernwerkstatt für psychologische Studien. Blücher/Kassandro/Daily Impact und der Sonderfall Theodor – vier Köpfe, vier Schicksale, mit einer jeweils eigenen Lebens-Thematik.

  37. Racingman sagt:

    HALLIGALLI ODER GROSSER SPORT?

    In München-Riem gibt es im Sommer zwei Renntage, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Ende Juni der Autohaus-Häusler-Renntag und einen Monat später der Dallmayr-Kaffee-Renntag. Beide aber mit starker Publikumsresonanz, obwohl die Voraussetzungen ganz verschieden sind. Der Autohaus-Renntag mit Basissport am Montagabend, der Dallmayr-Renntag mit Spitzensport am Sonntagmittag. Was ist das gemeinsame Bindeglied der Beiden? Der kostenlose Eintritt mit Freikarten des Rennsponsors. Dazu gibt es eine Tombola oder andere Attraktionen. Also kein Einheitsbrei wie sonst.

    Dies zeigt ganz klar, wo die Prioritäten der Besucher liegen. Spitzensport ist ein Nice to have, aber viel wichtiger sind attraktive Wettmöglichkeiten und sonstige Freebies. Grupperennen sind vom Wettumsatz her im Vergleich zum Rennpreis für den Veranstalter in der Regel kein so gutes Geschäft, weil nur wenige Pferde laufen und dann meist mit einem Rausgucker. Ein offenes Top-Handicap mit 12 Startern ist da wesentlich attraktiver. Klar, wenn man einen Sponsor hat, der den Rennpreis eines Gruppe 1-Rennens voll bezahlt, wäre man schön doof, wenn man das nicht annehmen würde. Das Autohaus Häusler setzt aber nicht auf ein teures Feature Race, sondern auf Basissport. Die Starterfelder hätten allerdings durchaus größer ausfallen dürfen – wenn die Rennpreise etwas höher wären. Der Dallmayr-Renntag ist ein sogenannter Premium-Renntag, da wird es auch im Rahmenprogramm kein Rennen unterhalb von 15.000 Euro geben. Somit ist ein hoher Wettumsatz doch wahrscheinlich. Wäre ich Rennveranstalter, würde ich den Schwerpunkt nicht auf den großen Sport, sondern auf lukrative Ausgleichrennen als Wetträtsel setzen.

  38. Racingman sagt:

    Auf der Finanzmarkt-Website Finanzen.net erschien folgender Beitrag eines redaktionellen Partners über die Aktie der pferdewetten.de AG:

    pferdewetten.de: Sanierung bleibt ein harter Weg
    23.06.26 14:37 Uhr

    Die BaFin-Prüfung des Konzernabschlusses 2024 kommt bei pferdewetten.de nicht völlig überraschend. Für die Aktie ist die Meldung dennoch ein harter Rückschlag. Die BaFin hat bei der pferdewetten.de AG eine Anlassprüfung des Konzernabschlusses 2024 eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen der Ansatz und die Bewertung aktiver latenter Steuern nach mehreren Verlustjahren sowie wertgeminderte Anzahlungen, auf die bereits im Testat des Wirtschaftsprüfers hingewiesen worden war.

    Ganz unerwartet kommt der Schritt daher nicht. Er unterstreicht aber noch einmal, wie tiefgreifend die Krise bei pferdewetten.de war und wie umfassend die laufende Restrukturierung ausfallen muss. An der Börse wurde die Meldung dennoch deutlich negativ aufgenommen: Die Aktie verliert rund 10 Prozent und hat damit fast die gesamte Erholung seit dem Märztief wieder abgegeben. Nun dürfte entscheidend sein, ob dieses Niveau hält oder ob neue Tiefstände markiert werden.

  39. Racingman sagt:

    STUTTGART 21 vs. HORNER DOPPELRENNBAHN

    Der Bau des unterirdischen Stuttgarter Hauptbahnhofes dauert nun schon seit dem Jahre 2010 an, und als neues Eröffnungsdatum wurde mittlerweile Ende 2031 ins Auge gefasst. In so einem Zeitraum von zwanzig Jahren hätte China einmal das gesamte Reich auf links gedreht. Das andere Dauerthema der Hamburger Doppelrennbahn hat jüngst erneut im Hamburger Abendblatt Schlagzeilen gemacht. Daraus hier einige Auszüge.

    Da heißt es: „Dass das Oval auch das nächste Jahr befahren werden darf, schließt die zuständige Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH inzwischen aus. Spätestens im Frühjahr 2027 sei Schluss.“ Aha, doch vielleicht noch eine kleine Zugabe für die Traber? Eigentlich sollte ja am 20. Dezember der letzte Renntag der Traber sein; der Pachtvertrag endet Silvester.

    „Unter enger Begleitung durch die Stadt entwickeln die Pferdesportvereine derzeit ein notwendiges Konzept für eine gemeinsame Nutzung der Horner Rennbahn“, teilte der Senat auf Abendblatt-Anfrage mit. „Dies beinhaltet auch eine Übergangslösung für die Trabrennen, solange die bauliche Umgestaltung in Horn noch nicht fertiggestellt ist. Die Stadt ist weiter bereit, das Projekt finanziell zu unterstützen. Die Voraussetzung dafür ist zunächst eine erfolgreiche Planung.“ Das ist alles nichts Neues und der übliche Polit-Sprech.

    Weiter heißt es: „Teil des Konzepts ist die vom Senat geforderte Zwischenlösung für die Traber. Dafür bleibt jetzt wohl ein knappes Jahr Zeit. „Für den Fortbestand des Trabrennsports in Hamburg, auch in Deutschland ist dieses Provisorium existenziell wichtig. Es muss jetzt etwas passieren“, sagt Peter Weihermüller, Geschäftsführer des Hamburger Trab-Zentrums und Präsident des Hauptverbandes für Traberzucht in Berlin.“ Wieso ZWISCHENLÖSUNG und wieso EIN Jahr? Der schon zweimal verlängerte Pachtvertrag der Traber endet am Jahresende 2026.

    Vollends verwirrt mich diese Passage im Hamburger Abendblatt: „Traber und Galopper planen zudem, eine gemeinsame Betriebsgesellschaft zu gründen. Sie soll den Bau der Doppelrennbahn umsetzen, später das Areal bewirtschaften und verwalten.“ Aber, Kinders, diese gemeinsame Betriebsgesellschaft gibt es doch schon seit ewigen Zeiten. „Pferdezentrum Horner Rennbahn (PHR)“ heißt sie. Und es gibt/gab sie sogar doppelt: als GmbH und als e.V. Ob der Verein die GmbH abgelöst hat oder ob sie nun als doppeltes Lottchen parallel existieren, vermag ich nicht zu sagen.

    Auch zum Thema „Deutsches Derby“ gibt es eine Aussage in der Zeitung: „Der Hamburger Renn Club (HRC) besitzt noch bis 2028 die Austragungsrechte des Galopp-Derbys. Gespräche über eine Verlängerung mit dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln laufen. Konkretisiert sich die Doppelrennbahn, die mit der Modernisierung und Instandsetzung der Anlagen einhergeht, bleibt das Derby auf jeden Fall in Horn.“

    Um die Turfisten auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, zitiere ich eine ganz aktuelle Zahl von Andi Gruber aus seinem Forum. Derzeit werden in ganz Norddeutschland nur noch 81 startfertige Trabrennpferde trainiert. Und dafür eine Doppelrennbahn…

    • Theo Epping sagt:

      … 81 startfertige…
      Hat hier vor kurzem nicht einer von Wahrscheinlichkeit geblubbert?
      Wie wahrscheinlich ist eine wundersame Traber -Vermehrung, wenn ihnen der passende Spielplatz geboten wird?

      • Racingman sagt:

        Bitte schlagen Sie sich nicht meinetwegen die Nächte um die Ohren! Was da herauskommt, ist völlig unverständlich. Meine Aussage ist die, dass ein Startpferde-Pool von 81 Galoppern oder Trabern oder Rennkamelen nicht ausreichend ist, um einen regelmäßigen Rennbetrieb mit einem Acht-Rennen-Programm zu bestücken. Selbst in Athen waren es kurz vor der endgültigen Schließung der Galopprennbahn noch mehr Vollblüter.

      • Theo Epping sagt:

        Oh Sie Überflieger,
        schon mal von Angebot und Nachfrage gehört.

        • Racingman sagt:

          Das Angebot gibt es in Bahrenfeld seit Jahrzehnten, aber die Nachfrage schwindet immer mehr.

          Racingman, der pensionierte Spin doctor, bereitet gerade weiteres Material für das Hamburger Abendblatt vor, um den Hamburger Senat medial zu cornern und um die Doppelrennbahn möglichst zu killen.

          • Theo Epping sagt:

            Sie reden sich, wie immer, selber nach dem Maul.

            Der Senat hat nur auf einen weiteren Fachmann, wie Sie, gewartet.

          • Racingman sagt:

            Der Hamburger Senat wird das Projekt nur fallen lassen, wenn er wegen Steuerverschwendung öffentlich massiv unter Druck gerät. Elbphilharmonie/HSH Nordbank/Warburg und nun Doppelrennbahn..

    • Racingman sagt:

      Mit dem zuständigen Journalisten des Hamburger Abendblatts hatte ich auch früher schon Kontakt, und er hat mir jetzt noch dies mitgeteilt:

      “Aus dem Senat ist zu hören, dass man keine Traditionssportart sterben lassen will, man sich deshalb mit den Realitäten schwertut. Das Olympia-Aus und der Sparzwang könnten aber zum Nachdenken zwingen.”

      Ja, hoffentlich zwingt es jetzt endlich mal…

  40. Racingman sagt:

    Im früheren Amelie-Forum entgegnete Volker Linde mir damals sinngemäß ungefähr so: „Racingman, Sie wohnen doch gar nicht mehr in Hamburg! Was geht es Sie denn an, wenn hier Steuergelder verschwendet werden?“ Ach ja, der Staatsbürger Volker. Hauptsache, er durfte im großen Derby-Zelt (das es im Zuge des Niedergangs jetzt nicht mehr gibt) neben dem mächtigen Darboven sitzen und spachteln. Als Staatsbürger möchte ich in ganz Deutschland und Europa eine völlig andere Finanzpolitik, und das ist mir viel wichtiger als der Turfkram.

    • Theo Epping sagt:

      Ich stimme Ihnen zu 100% zu, nur leider glaube ich Ihnen kein Wort. Sie sind ein viel zu kleinkarrierter Giftzwerg, der rund um die Uhr hinter der Gardine sitzt und seine Nachbarn bespizelt und anschwärzt. Das ist Ihre Passion und sonst gar nichts!

    • Racingman sagt:

      Was hätte Volker Linde wohl gesagt, wenn es statt um Steuerverschwendung um Vergewaltigungen gegangen wäre: “Halten Sie die Klappe, Racingman! Wir in Hamburg entscheiden selbst, wen wir vergewaltigen.”?

      • Theo Epping sagt:

        Genau wie Sie, in Ihrem Kämmerlein, wenn Sie Ihre Ränke im Netz schmieden, gegen alle und jeden. Nicht mal zum Spaß, einfach nur aus Bosheit.

    • kassandro sagt:

      Na ja, wenn sie eine “völlig andere” Finanzpolitik gewollt hätten, dann hätten sie “völlig andere” Parteien wählen müssen. Ich bezweifle allerdings, dass “völlig andere” Parteien wirklich eine “völlig andere” Finanzpolitik machen würden, zu bequem ist das “weiter so”, und bisher hat die überproportionale Aufblähung der Geldmenge auch erstaunlich gut funktioniert. Viel besser als “DIE Wissenschaft” erwartet hatte. “DIE Wissenschaft” hat sich mittlerweile der neuen Realität angepasst, und immer wenn es ein kleines Krischen gibt, heißt es jetzt “print more money”. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Wir wissen nur noch nicht, wann und wie er bricht. Das frisch geschöpfte Geld geht zwar wie beim Merzschen Schuldenwunder zunächst mehr schlecht als recht in die Realwirtschaft, fließt aber von dort recht schnell in die Finanzmärkte ab, wo es in den vergangenen Jahrzehnten zu einer erheblichen Inflation geführt hat. Die Reichen wurden auf dem Papier immer reicher, und müssen den Scheinreichtum sogar noch versteuern, zumindest wenn sie sich nicht in irgendwelchen Steuerparadiesen verlustieren. Dieses Privileg ist allerdings ist allerdings nur den Megareichen und nicht den Kleinreichen wie mir vorbehalten. Bevor ich nach Dubai auswandere, zahle ich doch lieber in Deutschland Steuern. Grob falsch ist jedoch das linke Propagandamärchen, dass die Armen immer ärmer werden, wenn die Reichen immer reicher werden. Vielmehr bekommen auch die Armen ein bisschen davon ab. Würde nämlich die überschüssige Liquidität nicht in die Kapitalmärkte abfließen, so würde sie die Preise von Lebensmittel usw. nach oben treiben, so wie wir das in den 70er Jahren erlebt haben.
      Letztlich können wir also durch Wahlen nicht verhindern, dass der Krug irgendwann bricht, wir können aber diesen Bruch ein bisschen hinauszögern, indem wir ein bisschen vernünftiger wählen, was für uns alte Säcke eine durchaus verlockende Perspektive ist. Sollen sich doch die Jüngeren mit dem Chaos herumplagen, das wir verursacht haben. Nach uns die Sintflut. aber wenn wir Pech haben, reißt sie auch uns noch mit weg. Racingman ist nun mit seiner impertinenten Anbiederung bei den Linksfaschisten der letzte, der etwas zur Verzögerung dieser Sintflut beiträgt. Dann schon lieber Deutschlands Große Alternative, die allerdings auch nur mit Wasser kochen kann.

      • Theo Epping sagt:

        Ich dumme, ungebildete Stallratte, mit Spedizionskaufmann -Ausbildung, Herr Rennwurm, habe schon als junger, unpolitischer, Familienvater gesagt:
        Hat mein Chef kein Geld mehr, habe ich schon lange keins mehr.

        • Racingman sagt:

          Waaas? Sie haben eine Ausbildung als Speditionskaufmann absolviert? Mit erfolgreichem Abschluss? Und damit rücken Sie erst jetzt raus? Haben Sie sich etwa heute schon Mut angetrunken?

          • Theo Epping sagt:

            Für Sie brauch keiner Mut, aber eine extrem hohe Brechreizresistenz :-)

          • Racingman sagt:

            Was kommt als nächste Überraschung? Sie waren der Erfinder der Dixi-Klos? Ohne handfesten Beweis glaube ich Ihnen gar nichts.

          • Racingman sagt:

            In welchen Jahren wollen Sie denn die Ausbildung als Speditionskaufmann absolviert haben? Angeblich sind Sie ja nach der Hauptschule sofort mit voller Begeisterung in die Gestütslehre marschiert. Geboren sind Sie 1956, dann sind Sie 1971 in die Gestütslehre eingetreten. Und wann die Spedition?

          • Theo Epping sagt:

            Hahaha, er ist überrascht und will Beweise.
            Sie wissen es wohl noch gar nicht, Überaschschungen sind für Menschen die keine Ahnung haben.

          • Racingman sagt:

            Jetzt hält der Blücher Blog Sie auch des Nächtens wach… Zwanzig Jahre lang waren Sie hier der Diplom-Pferdewirt, und nun auf einmal ein Speditionskaufmann. Das erinnert etwas an Ihre Reisen an die Loire und nach Mexiko, die nie stattgefunden haben.

          • Theo Epping sagt:

            Meinen ersten Beitrag im
            Blücher Blog habe ich im Juni 2017 geschrieben.
            Sie pusten ständig Unwahrheiten und bewusst Falschinformationen in die Welt und haben die Dreistigkeit Beweise einzufordern.

            Schmierfink

          • Racingman sagt:

            Na gut, dann waren es eben nur neun Jahre, die Sie gebraucht haben, um ganz mutig die Info mit dem Speditionskaufmann rauszulassen.
            Menschen bestehen zu 70% aus Wasser. Eine Ausnahme sind die Menschen im deutschen Turf – die bestehen zu 70% aus Angst. Eine Ausnahme von der Ausnahme ist T. Epping: der besteht zu 90% aus Angst. Sie wollen sich nicht gegen die AfD bekennen, weil Sie Angst haben, später im KZ zu landen; Sie wollen nicht die wenigen von Ihnen besuchten Rennbahnen aufzählen, weil Sie Angst haben, dann als Lachnummer dazustehen; und Sie wollen nichts über Ihre Alternativkarriere erzählen, weil Sie da auch wieder irgendeine Angst haben. Oh je. Wer introvertiert ist, sollte erst gar nicht in Internetforen gehen, denn da macht man sich nackig.

          • Theo Epping sagt:

            Lieber Racingmen, Sie sind nicht nackich, allen guten Geistern sei Dank, Sie sind bar allen Anstandes, Sie sind so niederträchtig, dass es Sie nicht mal stört, als genau das wahrgenommen zu weden.

      • Racingman sagt:

        Eine andere Finanzpolitik wäre zum Beispiel, wenn man eine Mithaftung von Politikern und Verwaltungsbeamten einführen würde. Aktuell entsetzt gerade ein Fall aus Bremen in den Medien. Das dortige Job Center hat einen “Kreativraum” eingerichtet – für eine Million Euro!
        Ich möchte in der Finanzpolitik “ein bisschen Milei” in Europa. Nicht die volle Kettensäge, aber mehr als das kleine Skalpell.

        • kassandro sagt:

          Auf den ersten Blick klingt das mit der Amtshaftung sehr gut, aber in der Praxis funktioniert das einfach nicht, schon in der Privatwirtschaft nicht. Ende Mai war ich auf der Hauptversammlung von Fresenius in Frankfurt. Dort wurde fast ein Drittel der Diskussionszeit auf das sogenannte Vamed-Desaster verwandt. Vamed war eine Tochtergesellschaft von Fresenius, bei der durch Fehlleistungen einiger Fresenius-Manager ein Verlust von 1,4 Mrd. €. Eine beachtliche Summe für ein Unternehmen mit gerade einmal 21,5 Mrd. € Umsatz. Die Aktionäre haben sich dann furchtbar darüber echauffiert, dass Fresenius die Ex-Manager nicht verklagt, aber was hätte das gebracht? Am Ende hätte man sich auf irgendeinen Vergleich geeinigt und die Anwälte beider Seite hätten das meiste abkassiert. Außerdem hätte Fresenius dann den Ruf eines Unternehemens gehabt, das Ex-Manager verklagt, und wer geht schon gern zu so einem Unternehmen? Ähnlich ist die Lage bei der Monsanto-Übernahme-Katastrophe oder bei Jürgen Schrempps Übernahme von Chrysler. Die verantwortlichen Manager kommen letztlich ungeschoren davon.

          • Racingman sagt:

            Ich hatte von der Mithaftung von Politikern und Verwaltungsbeamten gesprochen, nicht von Managern von Privatfirmen. Zum Beispiel der kleine Prager Doktor, Andi Scheuer, als Verkehrsminister. Sehenden Auges hatte er die Verträge für die Lkw-Maut unterschrieben, obwohl klar war, dass das EU-rechtswidrig war. Jetzt haben wir den Salat, eine gigantische Schadensersatzpflicht für den Steuerzahler. Ich finde, da sollte der Andi ruhig auch einen Obolus bezahlen. Allein schon als Warnung an andere Politiker, dass solches Verhalten jetzt nicht mehr durchgeht.

          • Theo Epping sagt:

            Um diese Zeit sollten Sie aber längst im Kreativkoma liegen…

    • kassandro sagt:

      Was nun den Umgang der Stadt Hamburg mit dem Geld der Bürger, nicht mit dem Bürgergeld, angeht, so ist das ehemalige Kraftwerk Moorburg ein sehr gutes Beispiel:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk_Moorburg
      Im Stadtteil Moorburg wurde für 3 Mrd. € eines der modernsten Kohlekraftwerke der Welt errichtet. Es ging 2015 in Betrieb und wurde bereits 2020 wieder stillgelegt – ein gigantischer Triumph Grüner Vernichtungspolitik. Als 2022 im Zuge des Ukraine-Kriegs Gas für die Stromerzeugung knapp wurde, hätte man das KW Moorburg gerne wieder in Betrieb genommen, aber das Hamburger Regime hatte das Kraftwerk bereits so weit demontiert, dass eine Wiederinbetriebnahme unmöglich war. In Anbetracht der gewaltigen Kapazität dieses Kraftwerks, hätte dieses die deutsche Stromversorgung in Deutschland abgesichert und den Kostenanstieg für den Verbraucher entscheidend begrenzt. Mit dieser Partei will Racingman eine “völlig andere Finanzpolitik” durchsetzen. Diese Partei will die Meinungsfreiheit
      auf linke Hofschranzen, maßt sich, wie wir am 4. Juli Erfurt wieder einmal erfahren werden, das Recht an, die Veranstaltungen Andersdenkender mit Gewalt zu verhindern und will schließlich die einzig echte Opposition verbieten. Das sind drei knallharte Faschismus-Kriterien.

  41. Racingman sagt:

    Herrenkrug-Hammer in Magdeburg: „Ruhrpott-Heinz“ Baltus ist als Präsident des Rennvereins mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Über seine Gründe ist öffentlich nichts bekannt. Seine Verdienste im Magdeburger Rennsport sind ja unbestritten. Jetzt muss sich zeigen, wie es ohne ihn weitergeht. War er als Präsident eine One-Man-Show oder war es echtes Teamwork? Jetzt ist hopp oder topp im Herrenkrug.

    • Racingman sagt:

      Wenn ein Präsident Knall auf Fall ohne Vorwarnung für seine Vorstandskollegen zurücktritt, muss schon etwas Gravierendes passiert sein. Am wahrscheinlichsten scheint mir, dass gesundheitliche Gründe von ihm oder seiner Ehefrau Linda den Ausschlag gegeben haben. In dem Fall: Alle guten Wünsche für eine Genesung! Zoff hatte der Heinz immer mit dem Traber-Dachverband HVT wegen dessen Politik, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er deswegen Hals über Kopf zurücktreten würde. Hätte es ohne Heinz Baltus Trabrennen im Herrenkrug gegeben? Sicher nicht. Das Publikum scheint die Trabrennen aber gut angenommen zu haben. Insofern spricht nichts gegen Trabersport auf der Galopprennbahn im Herrenkrug. Baltus ist seit seiner Jugend in Essen glühender Traberfan, und er hat da im Herrenkrug schon seine persönliche Vorliebe ausgelebt. Das kann man so oder so sehen. In jedem Fall hat er sich große Verdienste um die Rennbahn erworben.

      • kassandro sagt:

        Ich nehme auch sehr stark an, dass die Gesundheit der alleinige Rücktrittsgrund war. Er kam mir schon seit einigen Jahren irgendwie krank vor und ich habe da einen ziemlich guten Blick. Jetzt muss man mal sehen, ob er sein Haus gut bestellt hat. Auch die Nachfolgereglung gehört zu einem guten Macher.

        • Racingman sagt:

          „Auch die Nachfolgereglung gehört zu einem guten Macher.“ Absolut richtig! Dadurch zeichnen sich wirklich große Manager aus, dass sie rechtzeitig eine reibungslose Nachfolge vorbereiten. Wenn man im Team arbeitet, wie im Vorstand eines Rennvereins, wäre es schon höflich gewesen, die Kollegen wenigstens ein paar Tage vorher telefonisch auf den Schock vorzubereiten. Letzten Endes können wir es als Außenstehende aber nicht richtig beurteilen.

          Heinz Baltus erinnert mich etwas an Michael-Peter Himmelsbach, den früheren Zampano des Südwestens. Der war nicht nur Präsident des Mannemer Rennvereins, sondern auch Chef des Südwestverbandes. Für die Seckenheimer Rennbahn und den Verband hat Himmelsbach enorm viel geleistet, zum Beispiel Sponsoren beschafft und den Draht zur Lokalpolitik gehalten. Trotzdem gab es am Ende auch etwas Opposition wegen des Sonnenkönig-Gehabes. Ich habe Herrn Himmelsbach mal bei einer von BMW ausgerichteten Veranstaltung kennengelernt, zu der mich sein Geschäftsführer Stephan Buchner als Vortragsredner zum Thema „Rennsponsoring“ eingeladen hatte. Gerade in der Turfprovinz leben viele Rennbahnen von dem einen Dynamo an der Spitze, der vielleicht manchmal etwas dem Motto „in der Provinz bin ich der Prinz“ huldigt. Letzten Endes sollten aber immer die fachlichen Verdienste des Betreffenden im Vordergrund stehen.

  42. Racingman sagt:

    Im Hoofworld-Forum ist nicht nur die Doppelrennbahn ein großes Thema, sondern auch der Rücktritt des dort äußerst beliebten Heinz Baltus. Ein Teilnehmer schlug sogar vor, Baltus solle jetzt das Amt als Geschäftsführer der Doppelrennbahn übernehmen. Die Antwort von Heinz Baltus lautete so: „Meines Wissens bin ich kerngesund. In Hamburg wird es in absehbarer Zeit keine Doppelrennbahn geben. Ein ökologisches Kleinod in der Stadt. Bei dem wohl erforderlichen Bauantrag stehen die Ökos auf der Matte, und dann wird viel Zeit vergehen…“
    Die Ferndiagnose von Hausarzt Dr. Kassandro war also doch nicht zutreffend. Auf weitere Nachfragen im Forum zum Rücktritt antwortete Baltus so: „Es sind hauptsächlich private Gründe.“ Erfreulich, dass es keine gesundheitlichen Gründe sind. Aber dies wäre ein Grund mehr gewesen, die schlechte Nachricht den Vorstandskollegen nicht so vor den Latz zu knallen. Immerhin ist Baltus nicht so ein Geheimniskrämer wie T. Epping.

  43. Racingman sagt:

    Das Große Pardubitzer Jagdrennen habe ich mal live vor Ort zusammen mit dem heutigen TURF TIMES-Korrespondenten Martin Cap aus Prag angeschaut. In Tschechien ist dieser Tag ein großes Ding. Heute Abend berichtet der MDR in einer viertelstündigen Sendung über den Sieger 2023, Sacamiro, aus einem ganz kleinen Stall. Das Video in der Mediathek kann man schon vorher hier sehen:
    https://www.mdr.de/tv/programm/sendung-4418208.html

  44. h.schmelz sagt:

    Denn der Fußball, er ist unser Leben. Tralllllallallaaaaa.

    Ganz Fußballdeutschland weint jetzt und greint und diskutiert und analysiert nach der Niederlage gegen Paraguay. Als wenn es sich um eine Sache handelte, die sich beheben ließe, die sich hätte vermeiden lassen, wenn nur und so weiter und so fort. Wenn der Julian den Deniz und den Nick und den Füllkrug früher oder gleich gebracht hätte und den Manu nicht hätte spielen lassen weil der Uli und überhaupt der Kloppo und der Christian! Man hört es in der BILD Redaktion gemeinsam nach sechsen suchen und finden, einer fordert eine 6 Minus oder eine glatte sieben, wahrscheilich der grausame Herr Draxler, der was immer am Sonntag MIttag im Fernseh sitzt mit lila Socken und messerscharfen Analysen und mildem Sport des älteren Bescheidwissers.

    Dabei ist es im Grunde genommen ganz einfach; der bundesdeutsche Fußball ist top to down zweit- bis drittklassig. Und zwar seit Jahren. Graumäusige Leute beim DFB, ein graumäusiger Trainer, und graue Mäuse auf dem Platz. Dazu Bayern Proporz wohin man blickt, weil der Ulmer Wurstfabrikant es so will. Man hört, Manuel Neuer bereitet sich auf die WM 2030 vor. Sane sitzt in der Türkey auf der Bank. Zu Recht. Musiala erfährt, was viele vor ihm schon erfahren haben; schwere Verletzungen dauern auch im Kopf lange, um zu heilen. Diese Truppe eint eines, eine spröde und hölzerne Ballbehandlung, der jede Geschmeidigkeit und alles Flinke abgeht. Roboter at work. Einer wie der andere. Und wehe, einer macht den Mund auf! Das möchte beim DFB keiner, das wurde schon Helmut Rahn zum beinahe Verhängnis, oder Netzer, oder ganz schlimm Herrn Bernd Schuster. Solche Spieler werden früh aussortiert.

    Der DFB mit seinen korrupten Strukturen, mit seinen Steuer Problemem, mit seiner immer fortwährenden Tendenz, abgehalfterten C Politikern* eine Heimstatt zu bieten, dieser Verband fördert und macht es alles möglich. Wie die FIFA und das IOC, eine sich verselbständigende Organisation, die mal mehr und mal weniger nicht nach Leistung funktioniert, sondern nach vermeintlicher Loyalität und Kadergehorsam.

    Früher hieß es immer, die Indianer und Neger können besser kicken, aber WIR!!! sind fleissiger und organisierter. Heute können sie nicht nur besser kicken, sondern auch schneller laufen und erfolgreicher spielen. Glückwunsch nach Paraguay!

    *Und als Bonbon für meine Rennsportfreunde; Herr Michael Vesper ist ein Top Beispiel für diese Sorte Verbandspolitik. Ganz weit vorne.

    • Theo Epping sagt:

      Jetzt hat er sich aber mal wieder so richtig ausgekozt und wie üblich, sind alle anderen die unfähigen Mitnehmer und Abzocker ohne Leistung.

      Bleiben Sie bei Ihren Anekdoten und Reiseberichten, das hier ist weder gut geschrieben noch lustig…

      • Racingman sagt:

        Der Ghostwriter Schmelz könnte doch die BILD-Serie “Theodor Epping: Meine größten Erfolgsgeschichten” zu Papier/PC bringen:
        * Was die Blücher Blogger von mir lernen können
        * Mein Aufstieg vom Speditionskaufmann zum VW-Manager
        * Der Tag, als Wolfgang Grupp mir das Du anbot
        * Warum ich Claudia Schiffer für Hildegard verließ
        * Wie ich mit meiner Vespa vom Niederrhein zum Bosporus fuhr
        * Als Zuchtpapst Tesio bei mir in die Lehre gehen wollte
        * Andreas Gabalier und ich: Zwei Rampensäue im Duett

    • kassandro sagt:

      Einer der nicht weint sondern das Desaster sogar bejubelt, ist unser großartiger Bundeskanzler und schießt damit wieder ein völlig unerwartetes Eigentor:
      https://www.youtube.com/watch?v=S4ybnnFoPWw

  45. h.schmelz sagt:

    Was man beim Betrachten von Galopprennen lernen kann, hilft dann auch anderswo, z.B. beim Betrachten von Fußballspielen. Es sind oft die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Man sieht oft als erstes Zeichen der Unlust des Pferdes die klitzekleinen oder auch größeren Aktivitäten des Mannes oder der Frau obendrauf, die das Unheil ankündigen, welches sich dann im weiteren Verlaufe der Geschehens immer deutlicher manifestiert. Das passiert oft am Ende der Gegenseite, und ist ein gutes Zeichen, jetzt zu anderen Athleten zu blicken, weil da die Musik spielt.

    Beim Fußball kann man oft das Phänomen der verhungernden Pässe zum nahen Nebenmann erleben, den unbedrängten Pässen in der eigenen Abwehr, die aber kurzfristig zur tödlichen Gefahr werden, weil die Gegner das auch sehen, und nirgendwann das Unheil eintritt. Asymetrische Spieleröffnung, wie man so schräg sagt, und dazu gehört auch das Spiel der Herrn Neuer, der mittlerweile solche Pässe/Abwürfe unbedrängt, weil er Herr des Balles ist, in die Mitte des Platzes spielt, also dahin, wie viele Spieler stehen. Einfach so. Ein Angstpass, ein Altersangstpass, wenn man so will. Man sagt auch, die Nerven flattern, oder er hat Schiß in der Buxe.

    Das setzt sich dann im weiteren Verlauf des Spiels oft fort und wird schlimmer, je länger die Zelt verrinnt; Zweikämpfe gehen reihenweise verloren, oder man läuft blind ins Nirgendwo, oder zumindest in Abseits. Frustfouls kommen hinzu, Meckern, Schwalben und witzige Krümmungen auf dem Spielfeld nach Allerweltsfouls. Es fängt aber in der Abwehr an, oft sehr früh. Und setzt sich dann fort, folgerichtig. Insofern ist das anders als beim Pferderennen; da sind die Pferde einfach platt. Hier, beim Fußball, sind hingegen die Nerven einfach platt.

  46. h.schmelz sagt:

    “Das ist doch eine Witz, Bruder!”

    Was mag man sich beim Veranstalter gedacht haben, als man sich zu einem Renntag mit 16 Rennen und geplanten gut 9 Stunden netto Rennsport entschlossen hat? Irgendwas wird es gewesen sein. Ich kann es nicht nachvollziehen. Ich bin der Ansicht, daß der Sport ein Zuschauersport war, und ich bin oft auch nach Horn gepilgert, trotz zunehmender Verkehrsprobleme, für die der HRC nichts kann. Und immer mit der jahreszeitlichen Unwägbarkeit des Wetters, also der Gewittergefahr, die sich hier manchmal auch zu einem Unwetter auswachsen kann. Alles da gewesen, nicht unbekannt.

    Das erste Rennen ist für 11:20 geplant. Das bedeutet, wer zukucken will, und den Führring auch, der muß sagen wir mal allein aus Hamburg 1 Stunde vorher losfahren, egal ob mit Bus Bahn oder Auto. Also bestenfalls um halb 11. Wer das Hauptrennen auch live erleben will, muß bis mindestens halb 7 ausharren. Dazwischen werden kleine Ausgleiche und Trabfahren geboten. Aber keine Häppchen oder gekühlte Getränke. Oder Sitzgelegenheiten im Schatten.

    Das ganze ist ein Witz, und zwar ein schlechter. Der Charakter einer Galopprennveranstaltung wird abgeschafft. Es wird stattdessen esoterisch und wunderlich. Oder X-beliebig, um es anders zu sagen.

    • Theo Epping sagt:

      Das Sommerwetter fordert seinen Tribut…

    • Blücher sagt:

      Ich stimme Ihnen zu, auch weil es unserer Tradition für den Rennsport entspricht und weil es in Europa ebenfalls so üblich ist. In Frankreich hatte man den Mittagsrenntag, dem der Nachmittagsrenntag folgte. Das hat es einige Zeit gegeben, dann hat man es wieder abgeschafft In Ascot hat es eine lange Diskussion geben, ob man nach Corona die Zahl der Rennen von 6 auf 7 dauerhaft beibehalten soll.
      Aber andererseits hat man in Südamerika 16-20 Rennen an einem Tag. Die fangen um 10 Uhr an und hören um 22 Uhr auf.

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