TT berichtete neulich über “Konfusion“, einem Schiaparelli-Sohn, der im britischen Newcastle ein besseres Handicap über die schweren Sprünge gewonnen hat.
Konfusion ist ein Sproß der alten Eichholzer T-Line, die man heute kaum noch kennt. Aus dieser Linie stammen so hervorragende Pferde wie Thiggo und Thila, die 1957 als erstes Pferd zum Galopper des Jahres gewählt wurde.
Ebenso die beiden großartigen Steepler Tangelo und Toronja. Toronja wurde von Hein Bollow trainiert und gewann 1974 in Auteuil mit dem Prix Maurice Gillois das französischen Hauptjagdrennen der Vierjährigen. Tangelo war Zweiter zu Witschi im klassischen Henckel-Rennen, damals in Gelsenkirchen gelaufen und einer der ganz großen Steepler in Deutschland. Erst von Hein Bollow und dann von Norbert Sauer trainiert
Auch die in England klassisch plazierte Gruppe-1-Siegerin Tamfana stammt aus dieser Linie.
Walter Eichholz war ein Züchter, der eine kleine Zucht auf den Ruhrwiesen bei Hattingen hatte. Die Pferde waren meistens mit viel Springtalent ausgestattet und hatten einen extreme Vorliebe für weichen bis tiefen oder auch sehr tiefen Boden. Micky Liffers, der Hindernisjockey bei Eichholz und hinterher Reisefuttermeister am Stall Spaulding von Robert Backes in Düsseldorf war, hat das sehr schön gesagt: Im Sommer da haben wir geritten, damit wir nicht abgehangen Letzter wurden und im Herbst wenn der Regen kam, dann haben wir auf der Bremse gestanden, damit wir nur mit einer Weile gewonnen haben.
Irgendwann verschwanden die Farben dann, der Züchter hatte für seine Passion keinen Nachfolger gefunden. Aber die Linie, als deren Stammutter man die 1925 gezogene Tremonia sehen kann, steht heute noch in voller Blüte!
Die Stuten sind das Tafelsilber eines erfolgreichen Gestüts, hat Ulrike Castle bei einem Vortrag über Vollblutzucht einmal gesagt. Die alte Eichholzer T-Linie ist der lebende Beweis – der Züchter lebt nicht mehr, die Stuten sind verstreut, aber immer noch erfolgreich.
Am Ende war ich selbst erstaunt, wie groß die Stammtafel dieser Zucht eines Privatzüchters heute ist – in Deutschland und dem Rest der Welt.
Walter Eichholz war sicher ein Züchter der den grossen beweisen konnte dass man auf nicht so fein eingezäunten koppeln auch Rennpferde züchten kann, den Pferden ist der zaun egal Hauptsache das Umfeld stimmt sicher keine pferdemüde Koppeln
Die Erfolge von Herrn Eichholz sind ihm unbenommen, nichts desto Trotz, gibt es einen Unterschied zwischen nicht so feinen Zäunen und Stacheldraht.
Nur mal so….
stacheldraht ist auch tierschutzmässig nicht erlaubz. da halten sich natürlich alle dran..
Vor 50 Jahren…
Gemach – wenn Rinder und Pferde auf der gleichen Weide liefen, war die Weide mit diesem Teufelsdraht eingezäunt. Das war fast überall standard, mein Vater hat sich in Holstein regelmäßig darüber aufgeregt.
Wie das bei Eichholz war, weiß ich nicht, ich war nie dort. Ich habe auch kein Gesicht zu ihm in Erinnerung. Nur die Eichholzer T-Linie ist mir geblieben. Gab es Weideverletzungen oder hatten die Pferde Respekt vor dem Zaun und hielten Abstand? .
Übrigens – irgendwo hatte ich mal eine Abhandlung gelesen, wie man in Australien Pferde trainiert hat, bei Fuchsjagden über Stacheldrahtzäune zu springen. Das Hindernis war immer so hoch, wie die Pfosten hoch waren.
Früher sah man das eben anders. Und wenn der Zaun das einzige zur Diskussion ist, hab ich wohl was falsch gemacht!
Sie nicht…
Ich habe Herrn Eichholz persönlich kennengelernt, ein sehr beeindruckender Mann. Er mache sich über sich selber lustig, als er feststellte, dass sein “Onkel” in der Sandalen aus der Socke guckte
Ich habe auch einige seiner Stuten gekannt, Thusis,natürlich, Thusme, Thusmenia, die wohl gewaltigste Stute die ich jemals an der Hand hatte: Toronja
Toronja war aus der Thorgund, aber nicht von Walter Eichholz, sondern von Richard Lehmann gezogen.
Ich weiß!
Jetzt geht der Züchtertreff in Röttgen auch noch den Bach runter. Na, ja, wenn eh nur noch mit einer Handvoll deutscher Hengste ernsthaft gezüchtet wird…
die gulaschsuppe war das beste ,manche vortrage waren für studierte schon schwer zu verstehen. Sprünge wurden wahrscheinlich wenige verkauft
Eigentlich muss man Tremonias Urgroßmutter Zama die Linienbegründerin. Zama war der Ort, an dem die Römer im 2. Punischen Krieg den entscheidenden Sieg über Carthago errangen. Der älteste Derby-Sieger, der bleibende Spuren in der Zucht hinterließ, zog aus ihr die rechten Geschwister Hannibal und Cannae. Cannae war der Ort der großen Niederlage Roms gegen Carthago unter dem Feldherrn Hannibal. Auch Tarent, die Tochter der Cannae und Mutter der Tremonia, führte Krieg gegen Rom und rief den griechischen Feldherrn Pyrrhus zu Hilfe. Er gewann alle seine Schlachten gegen die Römer, aber nicht überzeugend. Mit dem Satz “Noch so ein Sieg und ich bin erledigt” zog er sich zurück und wurde dadurch unsterblich.
Wie Frau Haasler immer so richtig sagte: Man muß nicht alles wissen, es reicht völlig wenn man weiß wo es steht.
Zama, nicht Zuma. Ich habs korrigiert.
Erst war es eine Linie aus den punischen Kriegen, dann wurde sie “nordisch”, weil der nordische Klang typisch für Eichholz war. Ich hat die Line da “entstehen” lassen, wo sie Eichholz wurde, nicht wo sie nach Deutschland kam.
Man kann natürlich auch beim Urknall anfangen.
Etwas schwierig, weil ich aus der Zeit keine nachvollziehbaren Aufzeichnungen habe.
Meine Frau ist auch heilfroh, daß der Pferderennsport erst mit dem Import der arabischen Hengste nach England begonnen hat. Man stelle sich vor, die Wagenrennen von Ben Hur wären relevant für Vollblutzucht und Rennen und in den Unterlagen aus römischer Zeit müßten die alten Steintafeln und Pergamentrollen der Rennergebnisse gesichtet und dokumentiert werden….
Kann ich nachvollziehen, egal ob Mann oder Frau und welche Konstellation auch sonst noch, ein Partner leidet immer unter der Aktivität des anderen, wenn nicht…
arme … Socke
Es ist das Risiko, daß in der Region die Luft zuweilen sehr bleihaltig ist.
Vielen Dank für die Korrektur. Wie kam ich auf “Zuma”. Unterbewusst dachte ich an die Zoppenbroicherin Numa. Deren Mutter war wie Tremonia eine Tochter des Cyllene-Sohns Lycaon.
Aus der Linie der Tremonia stammt auch der unglückliche Sholokov-Sohn Timos, der als Vater des zweifachen Cheltenham Gold Cup Siegers Galopin des Champs posthum zu einigem Ruhm kam.
Auf Wikipedia gibt es auch einen Walter Eichholz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Eichholz
Das könnte der Vater des Tremonia-Eichholz gewesen sein.
Mein lieber Kassandro, Sie sind ganz sicher eine dieser armen Socken.
In den 20ern gibt es bei GS schon G u W Eichholz als Besitzer. Sowohl einzeln als auch gemeinsam.
So selten ist der Name auch nicht. Ich hatte mal einen Namensträger in Hattingen kennen gelernt, der aber mit dem Vollblut-Eichholz nicht verwandt war.