Frohe Weihnachten

Allen Galoppsportfreunden und Galopp-Sieger Fans ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr, in dem uns Gott vor Sturm und Wind und Pferden die zu langsam sind, schützen soll.

Anmerkung: Das Video ist kein KI-Produkt. Gemäß göttlicher Verfügung sind die Gesetze der Physik für Santa Claus außer Kraft gesetzt und finden deswegen keine Anwendung. Rechtsmittel dagegen können vor einem irdischen Gericht nicht eingelegt werden.

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78 Antworten auf Frohe Weihnachten

  1. Theo Epping sagt:

    Wo ich schon hier bin.
    Wünsche ich Ihnen und uns allen auch!

    • Theo Epping sagt:

      Nachtrag zum Weihnachtswunsch, könnte mal jemand dafür Sorge tragen, dass der Blog nicht von Themenfremden Messis missbraucht wird. Die sollen ihr Zeug woanders lagern. Aber da ist man wohl nicht so großzügig, sonst kämen die nicht immer wieder hierher.

      • Racingman sagt:

        Sie sind nun wirklich der Allerletzte, der das Recht hätte, hier rennsportlichen Inhalt einzufordern. Ich habe hier lange genug ausführliche Fachbeiträge zum Rennsport geschrieben, aber mittlerweile habe ich einfach keine Lust mehr, Turfthemen nur für ein Kinopublikum zu servieren.

        • Theo Epping sagt:

          Sie müssen es ja wissen.

          • Racingman sagt:

            Haben Sie mal von der rennsportlichen Relativitätstheorie gehört? Also, Theo und Kassandro laufen gemeinsam in Panik um ihr Leben, denn sie werden von einem gefräßigen Braunbären verfolgt. Der Mathematiker Kassandro weiß dabei eines: Er selber muss nicht schneller laufen als der Bär. Es reicht, wenn er schneller ist als Theo.

          • Theo Epping sagt:

            Ich an Ihrer Stelle, würde mich freiwillig dem Bären stellen und Kassandro sein Überleben gönnen.

  2. Theo Epping sagt:

    Fragen Sie meinen Namensvetter,
    der wird nicht sehr amüsiert sein.

  3. Racingman sagt:

    Wenn es um das Bereitstellen rennsportlicher Informationen im Blücher Blog geht, gibt es zwei Fraktionen:
    1) Theo will, kann aber nicht (mangels Fachwissen).
    2) Martin, Lindenau und der Frankfurter können alle, wollen aber nicht (aus Bequemlichkeit).
    Bis auf den Theodor könnten Alle hier wesentlich mehr leisten. Hier folgt jetzt ein Textbeispiel aus dem amerikanischen Rennsport; das hätte fast jeder schreiben können, denn es beruht auf öffentlich zugänglichen Informationen.

    DECOUPLING – wer kennt dieses Wort?

    Man stelle sich vor, im Rheinland würde die Galopprennbahn auf dem Düsseldorfer Grafenberg geschlossen werden, um den Rennbetrieb künftig ganz in Köln-Weidenpesch zu konzentrieren. Ähnliches wird im Sommer in New York auf der Insel Long Island passieren. Dort gibt es bisher noch die beiden Flaggschiffe Aqueduct und Belmont Park, doch Aqueduct wird Ende Juni geschlossen werden und voraussichtlich dem Wohnungsbau weichen müssen. Belmont, das längere Zeit wegen eines Generalumbaus den Rennbetrieb ruhen ließ, bekam in dieser Zeit eine neuere (kleinere) Tribüne und ein zusätzliches Geläuf, das als Tapeta-Bahn künftig auch Winterrennen anstatt Aqueduct ermöglichen soll. Nach den Sommerrennen im amerikanischen Baden-Baden, Saratoga, nahe der kanadischen Grenze wird ab dem Herbst dann Belmont als Alleinunterhalter den New Yorker Rennsport repräsentieren.

    Das Schließen von Rennbahnen in den USA geschieht schon längere Zeit landesweit, z.B. in den Metropolregionen San Francisco, Los Angeles und Miami. Im Großraum Miami gab es früher mit Gulfstream Park, Hialeah und Calder drei Galopprennbahnen, jetzt mit Gulfstream nur noch eine, und auch die ist in Gefahr. In diesem Zusammenhang habe ich ein für mich neues Turfwort gelernt: Decoupling. Das bezieht sich auf die staatlichen Lizenzen, die jede Rennbahn braucht. Viele Rennbahnen sind ja nur noch deshalb wirtschaftlich überlebensfähig, weil sie neben den Pferderennen auch ein Casino anbieten. Dabei gibt es zwei getrennte Lizenzen: eine für den Rennbetrieb, eine zweite für das Casino. In der Regel bekommt der Veranstalter die Casino-Lizenz aber nur, wenn er auch eine gewisse Anzahl an Pferderenntagen durchführt. Diese gekoppelten Kombi-Lizenzen wurden im Bundesstaat Florida aber schon teilweise aufgehoben. Die Betreiber durften den lukrativen Casinobetrieb weiterführen, mussten gleichzeitig aber nicht mehr den finanziell weniger attraktiven Pferderennsport anbieten. Das führte in Florida dazu, dass dort inzwischen aus finanziellen Gründen keine Trabrennen und keine Quarter Horse-Rennen mehr stattfinden. Die Galopprennbahn Gulfstream Park nördlich von Miami, ein wertvolles Immo-Sahnestück an der Küste, ist jetzt sozusagen der Last Man Standing. Der Betreiber Stronach hat sich zumindest für die Jahre 26/27/28 verpflichtet, dort eine festgelegte Anzahl von Galopprennveranstaltungen durchzuführen. Was ab 2029 wird, muss man abwarten.

    • Racingman sagt:

      P.S. Es gibt in Florida bis jetzt noch eine weitere Galopprennbahn nahe der Großstadt Tampa, die aber weit von Miami entfernt liegt.

    • Theo Epping sagt:

      Sie setzen, wie so oft, falsche Behauptungen in die Welt.

      Theo will und wollte nie Beiträge, hier oder sonstwo, veröffentlichen und das hat er auch ausdrücklich, mehrfach betont. Es käme ihm nie in den Sinn, ungefragt-gebeten, jemandem seine Weisheiten aufzudrängen, zumal, bekanntermassen, seine schriftlichen Möglichkeiten eingeschränkt sind.

      Sein praktisches Fachwissen in Zucht und Haltung, reicht ganz sicher aus, um mit jedem, der das wünscht, zu fachsimpeln.

      • Racingman sagt:

        So, so, Sie wollen also über Vollblutzucht und Haltung diskutieren. Aber warum hängen Sie sich dann hier in alle möglichen Themen rein, zu denen Sie inhaltlich nichts beitragen können? Dafür reichen dann Ihre publizistischen Fähigkeiten auf einmal…

        Dass der putzige Blücher Blog (Club der alten weißen Männer) nicht stellvertretend für die deutsche Bevölkerung steht, kann man sehr schön an dem unterschiedlichen Interesse am Schließfachthema ablesen. Bei dem Recklinghäuser Rechtsanwalt, der die Interessen der Geschädigten vertritt, haben sich schon mehrere Filmproduzenten gemeldet, die den Kriminalstoff gern in einem Spielfilm umsetzen wollen. Das wird bestimmt sehr spannend! Die Täter waren übrigens absolute Profis, haben sogar ein spezielles Spray eingesetzt, mit dem man DNA-Spuren unkenntlich machen kann. Die Polizei hat ihre kopfstarke Sonderkommission auf 100 Leute aufgestockt, aber ohne DNA-Spuren wird eine spätere Verurteilung der Täter sicher schwierig.

        • Theo Epping sagt:

          Weil man Ihren unreträglichen Stumpfsinn, nicht einfach so hinnehmen kann. Sie drängen sich einfach rein und scheren sich keinen Deut darum, ob Sie erwünscht sind.
          Asozial nennt man das.

          • Racingman sagt:

            Medien sollten nicht nur Schlagzeilen transportieren, sondern den Kunden auch Hintergründe und Zusammenhänge erklären. Zwei britische Turfmedien haben das getan. Fakten statt Epping.

            DAS GELOBTE LAND

            Der Galopprennsport geht überall auf der Welt finanziell den Bach runter. Wirklich überall? Nein. Es gibt ein kleines gallisches Dorf, das in Wirklichkeit eine große Insel ist: Australien. Die Australien-Begeisterung im weltweiten Turf ist greifbar, hierzulande bei Daniel Delius. Wie aber sieht die Realität für die Branchenleute hinter den Kulissen aus? Das erzählte der britische Neutrainer Oli Rix (31), der gerade erst mit 15 Pferden in den berühmten Bedford House Stables in Newmarket loslegte. Rix hatte mehrere Stellen als Assistenztrainer inne, darunter eine in Australien, wo er den Stall in Melbourne für Chris Waller leitete. In Großbritannien ist es für die Trainer wirtschaftlich sehr schwer: hohe Betriebskosten und vergleichsweise bescheidene Rennpreise. Mehrere mussten aufgeben oder nach Frankreich wechseln. Da wollten die Journalisten natürlich wissen, warum Rix nicht in Australien, dem gelobten Turf-Land, geblieben ist und sich dort selbständig gemacht hat.

            In zwei Interviews erläuterte er die Gründe. In der RP sagte er: „Jeder meint, dass Australien das Land der Möglichkeiten ist. Ich bin anderer Meinung. Die haben wirklich eine tolle Turf-Industrie, die Rennpreise sind fantastisch, und die Struktur der Branche ist hervorragend. Aber der Aussie-Turf wird komplett von den Supermacht-Trainern dominiert, und es ist unmöglich, einen Stall in der Stadt zu pachten.“

            Im Gespräch mit TDN wurde er noch deutlicher: „Ich habe ein Jahr für Chris Waller in Australien gearbeitet, so dass ich mich tatsächlich mit der Frage auseinandergesetzt habe, dort als selbständiger Trainer zu starten. Aber der Lebensstil ist wahrscheinlich noch zermürbender als hier in Großbritannien. Die arbeiten dort praktisch Nachtschichten, und je größer dein Stall wird, desto mehr Rennstarts hast du außerhalb deines eigenen Bundesstaats. Die Reisetätigkeit ist monströs. Und außerdem werden die vorderen Plätze der Trainer-Statistik von den Dickschiffen dort belegt. Ich fühlte, trainieren in England war wirklich das, was ich tun wollte.“

  4. Racingman sagt:

    VESPERS KNIFFLIGE AUFGABE

    Der deutsche Galopprennsport ist fürwahr ein eigentümlicher Mikrokosmos. Unter der Überschrift „Vespers knifflige Aufgabe“ wird bei TURF-TIMES über die Aktivitäten des Deutscher Galopp-Chefs berichtet. Ist er im Bundestag etwa schon mit Lobbying beschäftigt, um nach der Attacke durch den Bundesrechnungshof wegen der Pferdewettsubventionen das Überleben der Branche zu sichern? Nöö, über dieses Thema herrscht bei TT dröhnendes Schweigen, obwohl die Redaktion seit Tagen darüber informiert ist.

    Stattdessen wird über den Fußball-Retter Vesper geschrieben. Der 73-Jährige soll jetzt im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes die Fußball-Regionalligen retten! Und dafür hat er Zeit. Ob er wohl eine Vergütung dafür bekommt? Davon gehe ich schwer aus. Laut TT soll er für vertraglich vorgesehene zehn Tage Arbeit pro Monat im Direx ein Jahressalär im sechsstelligen Bereich erhalten. Seine Amtszeit dort läuft am Jahresende aus, wieder antreten will er nicht. Ob er es jetzt in Weidenpesch gemütlich austrudeln lässt?

    Mein Briefing für den Haushaltsausschuss des Bundestages in Sachen Rennwettsteuer-Subvention ist übrigens fast fertig geschrieben und wird nächste Woche abgeschickt, auch wenn Deutscher Galopp bis dahin nicht Stellung nimmt (wovon ich ausgehe).

  5. Racingman sagt:

    Das obige Szenario kenne ich seit Jahrzehnten: Die wichtigen Themen werden vor dem Turfvolk verheimlicht, und stattdessen werden die Turffans mit Leichtverdaulichem zur Unterhaltung gefüttert.

  6. Racingman sagt:

    Zeit, um mal auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen drei Blücher Bloggern hinzuweisen. Auf der einen Seite Martin & Martillo, auf der anderen Parlo. Mein Eindruck ist, dass alle Drei echt treue Burschen sind, die wirklich mit dem Herzen am deutschen Galoppsport hängen und die ihn auch bis zum Sterbebett begleiten werden. Der britische und französische Galoppsport wäre für sie kein Ersatz, wenn es hierzulande keine Rennen mehr gäbe.
    Und nun zu den Unterschieden: Martin & Martillo wirken auf mich eher wie gutmütige Typen, die sich alles gefallen lassen, ohne mal durchzuladen. Könnte man sie zum Sturm auf die Weidenpescher Bastille animieren? Glaube ich nicht. Parlo dagegen war schon dort. Er hat nicht anonym im Internet abgepestet, sondern ist mit voller Identität gegen das System der Oligarchen aufgetreten. Sein kritischer Leserbrief an die Rennzeitung wurde (natürlich) nicht abgedruckt, da hat er halt im Direktorium mit den Obermotzen im direkten Gespräch Tacheles geredet. Wenn es von der Sorte mehrere Dutzend gäbe, würde sich im deutschen Rennsport vielleicht etwas ändern. Aber leider ist die größte politische Gruppierung im deutschen Turf die „Hauptsache-morgen-ist-Rennen-Fraktion“.

  7. Racingman sagt:

    Mit Leserbriefen in der SPORT-WELT ist das so eine Sache. Sie werden nämlich gern zu taktischen Zwecken eingesetzt. Wie der untenstehende, sehr kritische Leserbrief des Großmeisters aus Großenkneten es im September 2012 geschafft hat, zur Veröffentlichung freigegeben zu werden, kann ich mir nicht recht erklären:

    Rieche die Fackeln der Revolution
    Ich bekomme zunehmend den Eindruck, mit meinem eingesammelten Kommandit-Anteil an der Verwaltung eines Irrenhauses beteiligt zu sein. Da empfiehlt der Chef eines führenden Unternehmens seinem Dachverband, dessen Vorstand er auch noch angehört, die anderen Unternehmen doch einfach zu schließen, damit denn sein Laden besser laufen möge.
    Schlimmer noch: der Geschäftsführer dieses Dachverbandes, der in drei geschäftsführenden Funktionen keine Meilensteine zur Verbesserung setzen konnte, bietet plötzlich an, das Kernstück der Firma mit seiner Privatfirma zu okkupieren und in Kürze lukrativ zu gestalten.
    Und schließlich trägt der Präsident des ,,Arbeitgeberverbandes” Diskussionen, die ins Privatissimum gehören, in die Breite, nachdem ein Getretener sich wirksam wehrt. Da zertrampeln wirklich einige Elefanten den kleinen Rest heil geblieben Porzellans. Man sagt Elefanten zwar ein gutes Gedächtnis nach, aber an der schnellen Wahrnehmung scheint es hier und da zu fehlen. Der Rennsport hat sich längst kontinuierlich vom Sport der Könige zum Sport der Kumpel entwickelt. Und das Volk pflegt irgendwann Könige, die ihr Volk nicht mitnehmen, hinwegzufegen. Ich rieche schon die Fackeln der Revolution.
    Hans-Heinrich Jörgensen, ehemaliger Vorsitzender des Vereins Deutsche Besitzertrainer e.V.

  8. Racingman sagt:

    In der Teamvorstellung des Blücher Blogs firmieren Norbert Rumstich und Frank J. Richter als die Macher. Richter, huuuch? Gerüchteweise ist Letzterer doch schon lange nicht mehr dabei. Aber wie lange eigentlich: Fünf Jahre? Zehn Jahre? Oder noch mehr? Und wie ging das damals eigentlich auseinander, was war der Grund? Ist nun eitel Sonnenschein oder herrscht Rosenkrieg? Und wie sah es mit der finanziellen Teilung des BB-Imperiums aus? All das werden wir wahrscheinlich nie erfahren.

  9. Racingman sagt:

    Am Freitagabend habe ich GaloppOnline den Link zum Artikel der Augsburger Allgemeinen über die Rennwettsteuer-Sache geschickt. In der aktuellen Saure-Gurken-Zeit ohne Galopprennen müsste das eigentlich hundertprozentig sofort veröffentlicht werden, aber in der Vergangenheit war es immer so, dass alles, was von Racingman kommt, geblockt wurde. Selbst wenn ich von einem Doppelmord im Direktorium mit Belegen berichtet hätte…

  10. Racingman sagt:

    PFERDEWETTEN.DE & BET3000
    Im Traberforum schreibt ein unbekannter Markus über Pferdewetten.de: „Angeblich soll ja der “Deal” mit dem Springer nicht geklappt haben… Weiß nicht ob es stimmt. Soll aber wohl Insiderhandel gewesen sein und jemand hat sich angeblich frisch gemacht.“ 

    Bleiben wir bei den nachprüfbaren Fakten. Wenn Sie die Website von Bet3000 (www.bet3000.de) aufrufen, erfahren Sie dort, dass über die Website nicht mehr gezockt werden kann, dass dies aber in den stationären Wettannahmestellen von Bet3000 weiterhin möglich ist. Was war der Hintergrund? Die Glücksspielbehörde GGL hat das Online-Angebot von Bet3000 aufgrund von technischen Mängeln von der Whitelist genommen. Man kann sagen: die Zulassung entzogen. Es tobt ein längerer Rechtsstreit, der anscheinend noch nicht endgültig geklärt ist. Die Marke Bet3000 bleibt erhalten, doch deren Wettshops werden Teil von Sportwetten.de (im Eigentum von Pferdewetten.de). So der Plan im September 2025.

    Die Pferdewetten.de AG will stark wachsen und bis zum Ende des Jahrzehnts in Deutschland die Nr. 2 hinter Tipico (Marktanteil 50%) werden. Im dritten Quartal 2025 zahlte Pferdewetten.de nach Angaben von Pierre Hofer 300.000 Euro allein für Rechtsanwälte und sonstige Berater. Kurz vor Weihnachten gab die Pferdewetten.de AG über die Zusammenarbeit mit Bet3000 bekannt: „Im Rahmen der Vertragsarbeiten hat sich eine Modifikation der Zusammenarbeit ergeben. Diese betrifft insbesondere den ursprünglich vorgesehenen flächendeckenden Einsatz der sportwetten.de-Software, der nun in diesem Ausmaß nicht erfolgt. Die Vertragsparteien befinden sich aber weiterhin in konstruktiven Gesprächen über gemeinsame künftige Aktivitäten im Sportwetten-Retail Shop-Bereich.“

  11. Racingman sagt:

    PMU-KONKURRENZ FÜR DEUTSCHLAND

    Heute gab es die Information, dass der PMU künftig mit dem italienischen Pferderennsport zusammenarbeiten werde. Italienische Pferderennen sollen künftig im Wettangebot der Pariser enthalten sein, so wie das schon lange mit deutschen Rennen der Fall ist. Könnte das den deutschen Turf aus dem PMU-Angebot rauskicken? Wahrscheinlich nicht, aber es kann Druck auf die Margen ausüben. Vor allem sollen die Italo-Top-Rennen im Angebot sein, sowohl von den Galoppern, aber schwerpunktmäßig anscheinend von den Trabern. Sollte es später dazu kommen, dass der PMU auch die ganz normalen Rennen aus Italien übernimmt, könnte das für den deutschen Rennsport eine gefährliche Konkurrenz werden.

  12. Racingman sagt:

    Das Leben im Rennsport ist ja derzeit nicht das einfachste. Um die Resilienz nicht zu verlieren, beschäftigen sich die Traberfans einfach mit der schönen Vergangenheit. In deren Forum gibt es einen äußerst beliebten Thread, der sich nennt: „Olle Kamellen… lasst uns in Erinnerungen schwelgen“. Und das tun die älteren Herrschaften denn auch fleißig, richtig beschwingt und nicht so knarzig wie beim Blücher. Dieser Thread hat schon 34.000 Klicks eingesammelt, eben weil sich Alle so prima beömmeln. Tue ich auch beim Mitlesen. Hier einige Beispiele, zwecks besserer Lesbarkeit redaktionell überarbeitet.

    Über einen früheren Gelsenkirchener Trabertrainer meint der Forumler Loser (der Name ist Programm): „Lothar Rudnik, Spitzname „Whiskynase“, zig Jahre eine Trainieranstalt mit Fritz Beckmann, Paradepferd u.a. Prater… Es hieß immer: „Wenn der Rudnik die Peitsche bei der Parade in einer bestimmten Position hat: Obacht!“ War natürlich Unsinn, aber auf der Tribüne der Ahnungslosen hielt sich so ein Gerücht hartnäckig.“

    Tino aus ´n Pütt meint: „In Recklinghausen gab es (weit über 40 Jahre alt) die Aussage: „Rölle im gelben (Sulky)“. Konnte dann angeblich nicht verlieren. Hat komischerweise oft hingehauen.“

    Elch: „Gelsenkirchen sonntags, früher Nachmittag im Stall von L.R.: „Lothar, du musst jetzt endlich die Pferde aufwärmen“… Antwort: „Jetzt guck ich erst Augsburger Puppenkiste.“

    Holger Hülsheger erinnert sich an die Promis: „Friedhelm Funkel hat mal in Mönchengladbach ein Gästefahren gewonnen. Stefan Raab hat bei der Nacht des Pferdes in Gelsenkirchen mit Heidi M gewonnen.“

    Über einen NRW-Rennbahnsprecher, der stets mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Rennbahnen anreiste, hat Fahrer Thomas Welsing dies zu berichten: „Zu Ulis Zeiten brauchten wir uns um die Startnummern keine Sorgen machen. Sie kamen immer pünktlich auf die Stallgasse. Unvergessen, einmal kam er erst zur Parade und rief: Alles Scheiße heute, Straßenbahn hatte Umleitung.“

  13. Racingman sagt:

    Am heutigen Sonntag hatte ich Kontakt mit Christian Sundermann und habe ihm von der Sache mit dem Bundesrechnungshof berichtet. Er will in Weidenpesch beim „Krügeren“ nachforschen, ob in dieser Causa verbandsseitig irgendeine Aktivität geplant ist. Schaun mer mal. Beim Deutschen Galopp sind bekanntlich die ersten fünf Arbeitstage nach dem Wochenende immer besonders schwierig. Egal, meine schriftliche Stellungnahme mit einer wirtschaftlichen und rechtlichen Bewertung der Rennwettsteuer-Subvention ist bereits im Bundestag eingetroffen.

    Deutscher Galopp, GaloppOnline und Turf Times sind alle informiert über den Vorstoß des Bundesrechnungshofes, mauern auf ihren Webseiten aber eisern. In Ermangelung von Renn-News berichtete GaloppOnline heute sogar, dass in Iffezheim Christian Schmid ohne Gegenkandidat zum Bürgermeister wiedergewählt worden sei. Toll! Kein Wort dagegen über ein existenziell wichtiges Thema des deutschen Turfs. Der Frankfurter im Blücher Blog sieht nun, dass man ihn dreist verarschen will. Solange er sich am Rhein nicht beschwert, ändert sich gar nichts.

  14. Racingman sagt:

    TV-FRONTMANN DES TURFS IST PLEITE

    Keine Angst, es geht hier nicht um Daniel Delius (im März 72 Jahre alt), sondern um sein jüngeres britisches Gegenstück Matt Chapman (54). Für die Sender ITV Racing und Sky Sports berichtet er von den Rennbahnen. Anders als Delius ist Chapman nicht schon seit Anno Zwieback des TV-Gesicht des Galoppsports, sondern erst seit 2017. Und anders als Delius gründete er dafür eine GmbH, die Matt Chapman Racing Limited. Vor einem Jahr im Januar 2025 firmierte sein Unternehmen um zu Grey Lane12 Limited. Der schicke Name konnte nicht verhindern, dass der Laden zwei Monate später im März 2025 in die Insolvenz ging. Nur drei Tage vor dem Namenswechsel des Unternehmens hatte Chapman noch eine weitere GmbH gegründet, die Yeeehaaa Broadcasting Limited.

    Die Schulden von Grey Lane betragen rund 340.000 Pfund, gut die Hälfte davon beim britischen Finanzamt. Chapmans Rechtsanwalt macht geltend, dass es hier nicht um den Vorwurf eines kriminellen Verhaltens geht. Was war die Ursache der Schulden? Das weiß die Öffentlichkeit nicht. Ein gewisser Hinweis könnte sein, dass auch knapp 30.000 Pfund an Kreditkartenschulden enthalten sind. Dass die Racing Post über den Fall detailliert berichtet, hängt damit zusammen, dass der Pferderennsport eben eine Wirtschaftsbranche ist, und darum beschäftigt die britische Galoppzeitung nicht nur Rennreporter, sondern auch „Industry editors“, die die wirtschaftlichen Aspekte abbilden.

  15. Racingman sagt:

    „EJBIEDSCHEJ“ ALS VESPER-NACHFOLGER?

    Der Thread „Frohe Weihnachten“ ist sozusagen die Feinkost-Abteilung des Blücher Blogs, in der es um die Themen geht, die andernorts nicht zu lesen sind. Wer ist der Shootingstar der deutschen Galopperszene? Zweifellos der Düsseldorfer Unternehmensberater Dr. Alexander Bethke-Jaenicke (ABJ). Vor elf Jahren betrat der jetzige Grafenberg-Boss überhaupt zum ersten Mal in seinem Leben eine Galopprennbahn, und im letzten November wurde er bereits vom einfachen Vorstandsmitglied von Deutscher Galopp zu einem der beiden Vizepräsidenten des Dachverbandes befördert. Ein rasanter Aufstieg! ABJ und sein Co-Vize Gregor-ein-Kerl-wie-ein-Baum amtieren unter dem Cheffe Michael Vesper, der noch bis Silvester der Hauptübungsleiter von Deutscher Galopp ist. Dann wird ein neuer Vorsitzender gebraucht. Vielleicht ABJ (nach dem WEB wieder ein trendy Kürzel)? Wer weiß, ob seine Ehefrau, die wegen der Kinder pausierende Rechtsanwältin Kerstin Manteuffel-Bethke-Jaenicke (was für ein Name!), mit dieser zeitlichen Belastung einverstanden wäre.

    Zu der Zeit, als ABJ zum ersten Mal ein Hippodrom betrat, war ich schon Privatier, so dass wir uns nie über den Weg gelaufen sind. Damals nahm sein Geschäftsfreund, der TMB-Bretzger, ihn und seine Frau zu einem Renntag in Dortmund mit. Um die Eheleute Bethke-Jaenicke war es galoppmäßig sofort geschehen, zügig wurde ein eigenes Rennpferd erworben. Sagenhaft, dass ein Renntag im eher unglamourösen Wambel das geschafft hat. Beim Präsidentenposten im Direx hat der arrivierte Baum gegen das „new kid on the block“ ABJ trotz dessen steilen Aufstiegs aber sicher noch einen Stern mehr. Wer im deutschen Turf noch keine dreißig Jahre dabei ist, gilt als Neuling. Ich wäre trotzdem für den Reformer ABJ, wenn ich mitstimmen müsste.

    Sollte der aus Heidelberg stammende Betzenberg-Fan ABJ, der sich selbst als Gestalter denn als Verwahrer sieht, wider Erwarten kandidieren, um inhaltlich Dinge nachhaltig zu reformieren, müsste er nach meiner Meinung zuvor die Mitgliederversammlung dazu bringen, die Satzung von Deutscher Galopp e.V. und insbesondere § 14 (Zusammensetzung des Vorstands) zu ändern. Mit dem ewigen Proporzstadl zwischen Rennvereinen und Besitzern wird kein Präsident im Direx jemals erfolgreich sein, davon bin ich seit Jahrzehnten überzeugt. Nötig wäre eine Ressortverteilung wie in Wirtschaftsunternehmen, und dabei müsste es nach Know-how und nicht nach dem kölschen Klüngelprinzip gehen. In dem Fall müsste ich vielleicht sogar meine Meinung ändern, die ich seit 1998 im Turfkönig-Forum und bei Turfnachrichten vertrete, nämlich dass das Direktorium genauso wenig reformierbar sei wie die Katholische Kirche.

  16. Racingman sagt:

    SAHEEL, DIE NEUE SUPERRENNBAHN

    Nicht in allen Rennsportländern geht es bergab, neulich hatten wir hier schon über Australien gesprochen. Heute ist Saudi-Arabien dran. Das Königreich versucht mit Sportswashing in allen möglichen Disziplinen, sein weltweites Image zu verbessern. Bei den Galoppern ist der Saudi Cup in der Hauptstadt Riad bereits das höchstdotierte Galopprennen weltweit. Im kommenden Jahr soll nachgelegt werden mit einem neuen Großprojekt am Roten Meer in Dschidda, wo auch ein Formel 1-Rennen ausgetragen wird und wo die spanischen Fußballclubs in einem Miniturnier ihren hispanischen Supercup ausspielen, den kürzlich Hansi Flick mit seinem FC Barcelona holte. Außerhalb von Dschidda entsteht ein neuer Pferde-Park namens Saheel mit einer 1400 m-Rennbahn. Im September 2027 soll ein hochdotierter Renntag mit acht großen Trabrennen stattfinden, als Highlight das „Saudi Trot Race“ mit Millionendotierung. Trabrennen hat es in Saudi-Arabien bisher noch nie gegeben. Dafür müssen dann natürlich die Stars aus Europa eingeflogen werden. In der neuen multifunktionalen Anlage sollen angeblich auch Galopprennen, Polo, Springreiten usw. angeboten werden. Die Macher des Projekts sprechen von einem Pferde-Disneyland.

  17. Racingman sagt:

    Zwischendurch mal etwas Anderes: Die ehemalige First Lady, Bettina Wulff, ist wieder solo. Nach neun Monaten ist die Liaison mit dem Bodyguard vorbei. Auf der Website von ntv wird diese Nachricht mit einem Foto veröffentlicht, das ich im Führring einer Galopprennbahn verorten würde. Baden-Baden? Hm, ich tippe eher auf Hoppegarten:
    n-tv.de/leute/Bettina-Wulff-bestaetigt-Liebes-Aus-id30296478.html

    Und auch von meinem Lieblingsthema, den Schließfächern, gibt es Neues. (Ein Leser des Blücher Blogs hat mir geschrieben, dass ihn das Thema nicht interessiere. Ja, da wird er nicht der Einzige sein, hi hi, aber das lässt mich kalt…) In Gelsenkirchen war die Sonderkommission zunächst von 100 Mitarbeitern auf 230 Kriminalbeamte aufgestockt worden und nun bereits auf 350! Gearbeitet wird jetzt im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche.
    Mit der Schlagzeile „Schon wieder! Diebe knacken Sparkassen-Schließfächer“ berichtet die BILD über einen neuen Fall, diesmal in Wilhelmshaven an der Nordsee:
    bild.de/news/inland/wilhelmshaven-diebe-knacken-sparkassen-schliessfaecher-697a229e55dd99352277ad90

  18. Racingman sagt:

    AUF DER SUCHE NACH DEM SCHMELZ-TURF

    Jeder Mensch hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber kein Recht auf eigene Fakten. Und so erfüllte Heinz Baltus vor einigen Jahren meinen Wunsch im Hoofworld-Forum und listete alle finanziellen Einzelposten im Zusammenhang mit einem Renntag im Magdeburger Herrenkrug auf. Ergebnis wie erwartet: Die Pferdebesitzer bezahlen nicht die ganze Chose, sondern über die Nenngelder nur einen Anteil. So weit, so gut. Muss dieses Fazit aber für ganz Europa gelten oder gibt es irgendwo vielleicht ein kleines gallisches Dorf mit einem Schmelz-Turf? Mir war klar, dass wenn es so etwas gäbe, dies nur in einem extrem kleinen Rennsportland mit entsprechend geringen Kosten der Fall sein könnte. Der Blick fiel auf Portugal.

    Meine einzige Verbindung zum portugiesischen Pferderennsport war gut zwanzig Jahren ein Kontakt zu einer Deutsch sprechenden Sekretärin der portugiesischen Rennsportliga, die in einem Vorort der Metropole des Nordens, der Großstadt Porto, ihren Sitz hat und die alle Galopp- und Trabrennen mit gemischten Renntagen organisiert. In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Rennbahnen (kleine Sandbahnen, alle im äußersten Norden des Landes) stark geschwankt, es kamen immer neue dazu oder alte fielen weg. Der Trend geht eher nach unten. Im letzten Jahr fanden nur noch 17 Renntage von Anfang März bis Ende Oktober auf insgesamt nur sechs verschiedenen Hippodromen statt. Ein durchschnittlicher Rennpreis beträgt 860 Euro, wovon der Sieger 500 Euro erhält. Das Nenngeld inkl. Startberechtigung beträgt stolze 10% der Siegdotierung, also 50 Euro. Nenngelder und Reugelder werden also einen erheblichen Teil der Dotierungen abdecken, aber eben nicht alles. Der Dachverband hat ferner eine Gebührentabelle für Dienstleistungen für Besitzer, Trainer und Jockeys ähnlich wie das Kölner Direktorium. Auch das bringt etwas Geld in die Kasse. Die Jahresgebühr für Mitglieder der Rennsportliga beträgt 60 Euro.

    Was könnte sonst noch Geld in die Kasse bringen? Im Jahre 2015 wurde zwar ein Wettgesetz eingeführt, aber Wetten gibt es bisher trotz aller Anstrengungen nicht. Die Basis wäre auch viel zu klein; es lohnt sich schlicht nicht. Und Eintrittsgelder? Selbst beim Gran Premio-Renntag war der Eintritt frei. Rennsponsoring fällt ebenfalls flach als Option. Die Rennen sind durchnummeriert und tragen keine Titel. Im Ergebnis können wir also festhalten, dass die portugiesischen Pferdebesitzer einen wesentlich größeren Anteil der Renntagskosten tragen als die Kollegen in Deutschland, aber selbst im kleinen Portugal sicher nicht alles. Zudem bleiben dann noch weitere Gemeinkosten, die nicht direkt mit der Organisation der Renntage in Verbindung stehen wie der Rennbahnunterhalt oder die Arbeit des Dachverbandes. Woher dieses Geld kommt, kann ich nur raten, vielleicht aus Mäzenatentum.

  19. Racingman sagt:

    ABJ ROCKT DEN DEUTSCHEN GALOPP

    Wo Deutscher Galopp draufsteht, ist immer noch Direktorium drin? Diese Aussage hätte ich so unterschrieben. In dieser Woche habe ich jedoch eine erfreuliche Überraschung erlebt. Am Montag (26.1.) hatte ich eine E-Mail an Alexander Bethke-Jaenicke geschickt und dabei mehrere Themen angesprochen. Mit enthalten war auch ein Hinweis, dass die Website des Dachverbandes nicht up-to-date sei. Dies betraf die Teamvorstellung des Vorstandes. Letztere stammte noch aus dem Jahre 2022, war also wirklich nicht mehr ganz taufrisch. Dass es Mitte November 2025 Vorstandswahlen mit mehreren Änderungen gab, war in Weidenpesch offenbar noch niemandem aufgefallen. Auf der Website tauchten immer noch die ehemaligen Vorstände Baumgarten und Schöningh auf, die im November aber durch die Herren Buchner und Sonnenburg ersetzt wurden. Außerdem wurde ABJ damals vom einfachen Vorstandsmitglied zum Vize befördert.

    Als ich nun zwei Tage nach meiner E-Mail wieder auf die Teamvorstellung schaute, war sie in der Zwischenzeit auf den aktuell gültigen Stand gebracht worden. Das kann nur auf eine schnelle Einflussnahme von ABJ in Weidenpesch geschehen sein. In meiner E-Mail hatte ich ABJ auch angeboten, dass ich sehr gern im Internet Anmerkungen von ihm zu den von mir angesprochenen Themen veröffentlichen würde. Na ja, das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

    Christian Sundermann hat mich derweil wissen lassen, dass er ABJ für einen „prima Typ“ hält, dass er aber nicht glaubt, dass sich der Düsseldorfer den Präsidentenjob im Direx antun wird, weil er dazu in seiner eigenen Unternehmensberatung zeitlich viel zu stark engagiert sei. Stimmt, das dürfte den Ausschlag geben. Aber dann wird es wohl auf den bisherigen Co-Vizepräsidenten Gregor Baum hinauslaufen. Oder wird man nach Walter Scheel, Jochen Borchert und Michael Vesper noch mal einen Politiker engagieren? Bei Jochen Borchert war es so, dass man ihn später möglichst schnell wieder loswerden wollte. Ich finde es richtig, wenn der Galopper-Dachverband auf einen Repräsentanten mit guten Verbindungen zur Politik setzt, aber das muss nicht als Präsident des Verbandes sein. Frankie Dettori ist bei AMO Racing als „Botschafter“ tätig, so könnte es auch beim Deutschen Galopp sein. Präsident sollte jemand sein, der eine klare rennsportliche Agenda hat, die er auch nachdrücklich verfolgt.

    • martin sagt:

      hamburg steht vor der lt GOL, handshake läuft in dundalk. gabs schon mal nen derbstarter mit chance,der im januar gelaufen ist

  20. Racingman sagt:

    WIE WIRD MAN EIGENTLICH PRÄSIDENT?

    Heute soll es um die Frage gehen: Wie wird man eigentlich Präsident von Deutscher Galopp e.V. – welches Verfahren ist dafür vorgesehen? Zunächst wollen wir das Thema aber etwas weiter fassen: Was ist die Gemeinsamkeit eines Galoppertrainers und eines Rechtsanwalts? Es ist das geregelte Zulassungsverfahren. In allen etwas anspruchsvolleren Berufen ist es so, dass man die Tätigkeit nur ausüben darf, wenn man eine Zulassung besitzt. Diese bekommt nur, wenn man eine Prüfung bestanden hat. An letzterer darf man aber nur teilnehmen, wenn man vorher eine mehrjährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Dieses Verfahren soll verhindern, dass völlig Ahnungslose auf die Menschen (oder die Tiere) losgelassen werden.

    In der Politik gilt dieses Verfahren nicht. Bundestagsabgeordneter, Bundeskanzler oder Bundespräsident kann jeder werden, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und (für den Bundespräsidenten) mindestens 40 Jahre alt ist. Fachkenntnisse werden nicht verlangt. Das Ergebnis kann man in der Praxis besichtigen: Der „kleine Prager Doktor“ Andi Scheuer unterzeichnete als Verkehrsminister voreilig Verträge in Sachen der von ihm geplanten Lkw-Maut, obwohl absehbar war, dass diese nicht mit dem EU-Recht vereinbar war. Den gigantischen Millionenschaden bezahlt nun nicht er selbst, sondern die Gesamtheit der Steuerzahler.

    Nun stelle ich mir die Frage, wie die Voraussetzungen für den Chefposten im Direktorium geregelt sind. Mal hypothetisch angenommen, der Blücher Blogger Parlo aus dem Köln-nahen Aachen würde kandidieren wollen, um trotz der Gewissheit der sicheren Niederlage für die Stimmberechtigten der Mitgliederversammlung in einer Kampfkandidatur eine Alternative zum Kandidaten der Weidenpescher Oligarchie zu bieten – wäre das theoretisch denkbar? Blicken wir dazu in die Rennordnung. Da steht aber in den Paragrafen 8 und 9 nur etwas über die Funktionäre und Ausschüsse, jedoch nichts über den Präsidenten. Muss es auch nicht, denn die Verfahrensfragen sind in der Satzung von Deutscher Galopp e.V. geregelt.

    § 12 der Satzung besagt, dass der Präses mit Zweidrittelmehrheit von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Das wissen wir nun also. § 14 regelt, dass sich der Vorstand eine Geschäftsordnung für seine Arbeit gibt. Sehr interessant, aber damit wissen wir immer noch nicht, wie man eigentlich Präsident wird. § 16 beschäftigt sich nur mit dem Präsidenten. Da steht, welche hehren Ziele der Präsident verfolgen soll. Von irgendwelchen Zulassungsvoraussetzungen steht dort aber nichts. Ergo: Diese gibt es nicht. Frage: Könnte ein Belarusse, der kein Deutsch spricht und der noch nie auf einer Galopprennbahn war, Präsident von Deutscher Galopp e.V. werden? Die Antwort lautet: JA. Angesichts dieser Perspektive wären wohl alle Turffans der Meinung, dass man dann doch lieber den Andi Scheuer nehmen sollte. Der hätte ja jetzt Zeit. Der Kandidat Gregor Baum könnte für sich in Anspruch nehmen, dass er fachkompetenter als Andi Scheuer und der Belarusse ist.

    • martin sagt:

      fachkompetenz spielt keine rolle. aber son guter oligarch mit langeweile täte aber gut!!

      • Lindenau sagt:

        Leider ist dem nichts hinzuzufügen.
        Außer dass Baum nie und nimmer in Frage kommt. Passt erstens nicht zu seiner Rolle als Großbesitzer und -züchter und zweitens wäre, auch wenn man unter Vesper nicht diesen Eindruck haben kann, VerbandsARBEIT gefragt, etwas, das ihm eher nicht so liegen dürfte.

        • Racingman sagt:

          Ja, aber wer dann? Stephan Buchner wäre sicher geeignet, aber ich finde eine Doppelrolle Rennbahn/Dachverband generell problematisch. Der Vorstandsvorsitzende der Allianz-Versicherung könnte ja auch nicht gleichzeitig Präsident des Aufsichtsamtes für das Versicherungswesen sein. Na ja, im deutschen Turf wäre eine derartige Verfilzung nichts Besonderes. Soll der Neue im Direx wieder eine sechsstellige Summe verdienen, oder wie viel wird ausgelobt?

          Am wichtigsten finde ich die programmatische Stärke des neuen Chefs. Der Kapitän muss festlegen, wohin das Schiff steuert. Man braucht eine „Agenda 2035“: Wo soll der deutsche Turf in zehn Jahren stehen? Wie sollen Züchter, Besitzer und Trainer zu Investitionen angeregt werden, wenn man ihnen keine Perspektive aufzeigt? In meiner E-Mail an Alexander Bethke-Jaenicke habe ich deshalb den frommen Wunsch geäußert, dass sich zum ersten Male in der Geschichte des deutschen Rennsports ein Präsidentschaftskandidat mit einem inhaltlichen Wahlprogramm vorstellen möge, damit die Stimmberechtigten in der Mitgliederversammlung nicht die Katze im Sack kaufen müssen. Ich finde, das sollte laut Satzung eine Pflicht werden. Angela Merkel hatte früher statt eines inhaltlichen Wahlprogramms mal das Wahlkampfmotto: „Sie kennen mich!“

          • martin sagt:

            als politiker fiele mir w. bosbach ein,aus dem aktuellen geschäft raus,und vor allem interessiert,was seine vielen rennbahnbesuce zeigen. und dann gibts noch eiige geschasste starmanager,die jetzt frei sind. von der deutschen bahn zum beispiel

          • Racingman sagt:

            Kardinal Wölki wäre auch bald frei, hi hi. Dass Wolfgang Bosbach ein fleißiger Rennbahngeher ist, wusste ich gar nicht. Das ist eine relevante Information. Bosbach wohnt in Bergisch Gladbach, also nahe Köln, das würde passen. Wolfgang Bosbach (aber bitte nicht seine Tochter…) erscheint mir als eine akzeptable Wahl, aber wie gesagt, ich würde ihn nicht als Präsident engagieren, sondern als „Botschafter“ oder mit ähnlichem Titel. Es geht lediglich darum, dass man jemanden hat, der einen guten Draht in die Berliner Politikzirkel besitzt und der telefonisch zu den wichtigen Leuten in der Hauptstadt auch durchgestellt wird.

            Angenommen, Deutscher Galopp wäre ein börsennotiertes Unternehmen, wer hier würde dann Aktien kaufen? Oder anders herum gefragt: Wie müsste der Rennsport aufgestellt sein, damit die Privatanleger Martin und Lindenau dort investieren? Jedes Unternehmen, dass neu startet und das Geld am Kapitalmarkt einsammeln will, muss dazu einen Business Plan ausgearbeitet haben, sonst wird es gar nicht ernst genommen. So etwas sollte auch Deutscher Galopp für die nächsten zehn Jahre vorlegen.

            Da geht es dann um ganz grundsätzliche Fragen: Soll der deutsche Galoppsport weiterhin als Profisport oder als Amateursport langfristig aufgestellt sein? Wie viele Rennbahnen sollen den Turf dann tragen? Wie soll das schwierige Verhältnis zwischen großen und kleinen Rennbahnen dann austariert werden? Soll der Wettmarkt weiter die Hauptertragsquelle sein, oder will man sich breiter aufstellen? Der DG-Vorstand müsste dazu die Leitlinien beschließen und sodann Co-Geschäftsführerin Janine Knautz beauftragen, ein detaillierteres Konzept mit Zahlen auszuarbeiten. Dass man Daniel Krüger, dem gelernten Pferdewirt, eine Betriebswirtin als Co-Geschäftsführerin an die Seite gestellt hat, lässt vermuten, dass es da vorher Defizite gab.

            Was die Sachkenntnis im Vorstand angeht, folgende Anmerkung: Es ist doch unvorstellbar, dass Idee Kaffee-Chef Albert Darboven eingestehen müsste: „Sorry, Leute, aber von Kaffee verstehe ich wirklich nichts.“ Der deutsche Turf lebt bisher immer noch hauptsächlich vom Wetten, und diesbezüglich war es doch häufig so, dass DG-Vorstandsmitglieder nicht behaupten konnten, besonderes Wett-Know how zu haben. Will sagen: Die Kapitäne des Turfs sind in ihrem Kerngeschäft nicht kompetent. Da darf man sich doch nicht wundern, wenn es mit der Branche bergab geht. Übrigens, kleiner Spoiler Alert: Mein übernächster Themenbeitrag hier dreht sich um Henk Grewe, und es geht dabei am Rande auch um das Thema eines Wechsels ins Ausland (ich glaube nicht, dass er aktuell Pläne hat), weil der Galoppsport in Germanien eben ist, wie er nun mal ist. Meine Meinung: Wenn der DG-Vorstand Grewe keine wirtschaftlich überzeugende Perspektive aufzeigen kann, dann sollte er gehen, auch mit kleinem Kind.

  21. martin sagt:

    das mit der wett-inkompetenz wird wohl stimmen !

    • Racingman sagt:

      Ja, zum Beispiel Andreas Jacobs. Deshalb muss in dem Punkt unbedingt nachgebessert werden. Leider haben die wettkompetenten Leute oft… hm, wie sage ich das vorsichtig…nicht immer in erster Linie das Wohlergehen des Turfs im Auge. In der Ära Woeste hatte man mal Klaus Zellmann als Wettberater engagiert, obwohl es da in menschlicher Hinsicht gewisse Vorbehalte gab. Dass er nur mit einer elektronischen Fußfessel im Direx unterwegs war, ist aber ein Gerücht. In fachlicher Hinsicht als „Mr. Wettkompetenz“ ist der Ostberliner Berufswetter David Bechtel aka High Roller die klare Nr. 1 in Deutschland, trotzdem vertraue ich ihm menschlich nicht so ganz.

  22. Racingman sagt:

    FX MACHT HARAKIRI

    Sibylle Vogt hat ihr Ritt-Management neu geregelt und jetzt Trainer Fabian Xaver Weißmeier als ihren Jockey-Agenten verpflichtet. Huuuch, habe ich mir gedacht, das darf doch nicht wahr sein: Ein aktiver Trainer betätigt sich nebenbei noch in einem ganz anderen Turfgewerbe, das stark ablenkt vom Wesentlichen.

    Ich vergleiche jetzt mal die Weißmeier-Kombi (Trainer/Jockey-Agent) mit meiner Kombi früher (Berater/Journalist). Es geht darum, welche Kombi komplementär oder schädlich ist. Erst mal die zeitliche Perspektive: Telefon klingeling. Für eine Reportage hatte ich Trainer Christian von der Recke mal einen ganzen Arbeitstag lang auf Schritt und Tritt verfolgt und dabei eine Strichliste über seine ein- und ausgehenden Telefonate geführt. Auch F.X. Weißmeier wird viel telefonieren. Bei meiner Tätigkeit als Berater war es auch intensiv: Die Pferdebesitzer riefen am Samstagabend bis 20 Uhr an, und die Trainer sonntagmorgens ab 8 Uhr. Wer einen ruhigen Beamtentrott möchte, ist im Rennsport definitiv fehl am Platze.

    Nun zur inhaltlichen Seite im Vergleich. Ein Beispiel: Als Trainer Josef Vana sr. einem tschechischen Turfjournalisten und mir in Böhmen das Gelände mit seinem neuen Stallhof zeigte, rief ein deutscher Trainer bei mir wegen eines Beratungsauftrags an. So etwas lässt sich problemlos kombinieren, und ganzseitige Reportagen zu Hintergrundthemen in Sport-Welt und Galopp Intern haben mir jede Menge Beratungsaufträge reingespült, weil sie der Zielgruppe die Fachkenntnis des Schreibers demonstriert haben. Bei F.X. Weißmeier ist das mit der Kombi Trainer/Jockey-Agent jedoch anders: Er muss Trainer-Wettbewerber anrufen, um Ritte für das „Schweizer Bauernmädel“ zu keilen. Das dürfte nicht jedem Trainerkonkurrenten gefallen, vor allem, weil die Coaches nicht gern Stall-Interna mit der Konkurrenz teilen. Und was macht FX, wenn er im Führring gerade eine Order gibt oder wenn er im Stall in Gegenwart des Pferdebesitzers die Sehnen eines Pferdes abtastet, und es will jemand einen Ritt absagen oder ändern? Außenstehende machen sich keine Vorstellung davon, wie zeitaufwändig und nervig dieses Gewerbe als Jockey-Agent sein kann. Ein paar fiktive Aussagen: „Kann Sybille für den Ritt auf Guantanamera ein halbes Kilo leichter reiten?“ – „Für den Preis von Hügelsheim müssen wir stornieren, weil das Pferd am Tag danach in Dortmund eine bessere Chance hat. Geht das auch?“ – „Die drei Ritte in Dräsdn sind im Angebot, aber die Besitzer wollen keine Reisekosten zahlen.“ – „Kann Sybille von Le Croisé-Laroche gleich zum Renntag in Wissembourg kommen?“ usw.

    Überhaupt, das Alptraum-Thema Reisekosten. Für französische Jockeys ist das moderne System der rechtelosen Lohnsklaverei in Deutschland unglaublich. In Frankreich läuft das automatisch und problemlos. Die Wohnorte der Jockeys in Chantilly und Maisons-Laffitte sind bei France Galop bekannt, und der Dachverband bucht dann einfach die Entfernungspauschalen zu den jeweiligen Rennorten auf das Konto des Reiters.

    Ich glaube, die Tätigkeit als Jockey-Agent ist Negativwerbung für den badischen Rennstall Weißmeier, weil so mancher Pferdebesitzer davon ausgehen dürfte, dass der Trainer sich nicht mehr voll auf seine Kerntätigkeit konzentrieren kann. Ich bezweifle auch, ob sich die neue Tätigkeit für FX finanziell lohnen wird. Was käme dabei heraus, wenn er einen Stundenlohn als deutscher Jockey-Agent berechnen würde? Wohl nicht einmal Mindestlohn. Er sollte lieber über alternative Einkommensquellen nachdenken, die komplementär zum Trainerjob sind, zum Beispiel der Pferdehandel. Mir haben früher Trainer erzählt, dass der Pferdehandel für sie schon fast lukrativer sei als das Trainieren.

    • martin sagt:

      vllt läuft das nur unter seinem namen,und die verwandtschaft nimmt den hörer ab

      • Racingman sagt:

        Es wäre jedenfalls eine weit bessere Idee gewesen, wenn Vater Joachim Weißmeier für die Jockette tätig würde. Das ist ein sehr umtriebiger Mensch. Ich erinnere mich noch an einen Renntag auf dem Gothaer Boxberg, den es leider rennsportmäßig nicht mehr gibt. Die Weißmeiers – sozusagen die Kelly Family des deutschen Turfs – waren damals in Gotha zu Hause, und der Tausendsassa Jo hat als Turfmacher den Rennsport dort organisiert. Gotha ist eine der vielen Rennbahnen, die so klammheimlich von der Bildfläche verschwunden sind. Bremen und Frankfurt wurden mit großem Brimborium beerdigt, aber wer hat es mitbekommen, dass Wildeshausen, Großenkneten, Meißenheim, Lebach, Knielingen, Blieskastel und Walldorf nicht mehr unter uns weilen? Die Milliardäre Albrecht Woeste und Andreas Jacobs sicher nicht.

  23. Racingman sagt:

    ABJ WILL NICHT PRÄSIDENT WERDEN

    Gestern habe ich eine sehr ausführliche Antwort von Alexander Bethke-Jaenicke per E-Mail bekommen und hatte das in der Form wirklich nicht erwartet. Bisher kannte ich die kölschen Turf-Fürsten eher so als Maurer, die sich in ihrem Fort Weidenpesch verschanzen und mit dem gemeinen Turfvolk nichts zu tun haben wollen.

    „Weitere Ämter strebe ich allerdings nicht an“, sagt er zu meinem Vorschlag, dass er doch als Präsident von Deutscher Galopp kandidieren solle. Das wäre damit geklärt. In einer Organisation entspricht das informelle Organigramm aber nicht immer dem offiziellen. Durch seinen Gestaltungsdrang wird er als Vize unwillkürlich, auch ohne das zu wollen, automatisch mehr in den Vordergrund rücken, und die Vorstandskollegen werden sich an ihm orientieren.

    Mein weiterer Vorschlag war, dass jeder Kandidat für den Präsidentenposten vorher ein Wahlprogramm kundgeben solle, damit die Stimmberechtigten in der Mitgliederversammlung nicht die Katze im Sack kaufen müssen. O-Ton ABJ dazu: „In jedem Fall sprechen Sie mir aber mit dem Thema Wahlprogramm sehr aus dem Herzen. Auch bei meiner Wahl zum Vizepräsidenten war es mir ein Anliegen, zumindest einmal ein paar Minuten Rede-Zeit zu bekommen, um meine Sicht der Dinge zu erläutern. Mir war das wichtig. Weitere Ämter strebe ich allerdings nicht an.“

    Zum Thema Bundesrechnungshof ließ er mich wissen: „Das Thema ist bereits Gegenstand auf der Agenda Deutscher Galopp. Die Berichterstattung ist leider völlig unsachlich und von fehlender Kompetenz geprägt und zeigt einmal mehr, dass das Image des Galoppsports leider viel Luft nach oben hat.“ Da bin ich natürlich völlig anderer Meinung, aber es ist gut, dass er sich klar geäußert hat, während GaloppOnline und Turf Times das Thema konsequent wegmauern.

    Beim Thema Ressortverteilung haben ABJ und ich wohl etwas aneinander vorbei geredet. Mein Vorschlag ging dahin, die DG-Satzung zu ändern und den Vorstand mit unabhängigen Fachleuten für bestimmte thematische Ressorts zu besetzen. Dies ist jedoch im Hause Deutscher Galopp nicht geplant. Es wurden lediglich im bisherigen Vorstand Sachthemen verteilt, ohne dass aber für einen Außenstehenden wie mich ersichtlich wäre, wer nun für was zuständig ist (z.B. auf der DG-Website). ABJ dazu: „Sie erinnern sich für meinen (leider) viel zitierten Ausspruch zu den „dysfunktionalen Strukturen“, der mir ja viel Kritik eingebracht hatte. Trotzdem ist es so gelungen, die Strukturen von einem „jeder für alles“ weg zu kommen. Aus meiner Sicht war es richtig – und der Zweck heiligt die Mittel.“ Auf jeden Fall war es ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es nicht das ist, was ich mir wünsche. Und es zeigt, wer im Deutschen Galopp wirklich die Hosen an hat…

    Er sagt dann auch noch, wofür er selbst zuständig ist: „Ich selbst bin im DG im oben genannten Ressort-Sinne im Übrigen vor allem für Finanzen inkl. Verrechnungsstelle und IT zuständig. Geben Sie mir bitte einfach ein wenig Zeit in meiner neuen Rolle und lassen Sie uns dann schauen, was in 2026 insgesamt und konkret auch in diesen Feldern auf den Weg gebracht wurde und was nicht.“

    Dann noch zu einem finanzpolitischen Thema und seinen Auswirkungen auf den Galopprennsport. Ich wollte von ihm wissen, ob Janine Knautz einen Plan B in der Schublade hat, falls es mit dem weltweiten Finanzsystem wegen der wachsenden Überschuldungssituation eng wird. Das war ihm aber zu weit hergeholt. Seine Antwort: „Dann vielleicht noch zu Ihrer Frage zum Crash-Szenario – und ich fokussiere mich bewusst nur auf den Galopp-Sport: Dort verorte ich existenzielle Herausforderungen für unseren Sport eher an anderen Stellen: Entwicklung der Besitzer, Entwicklung der Zucht, finanzielle Situation der Protagonisten, ehrenamtliche Strukturen in den Rennvereinen, Image des Sports in Politik und Gesellschaft usw. Lassen Sie es mich so sagen: Wir brauchen keinen „exogenen Crash“ des Finanzsystems, um den deutschen Galopp in „worst case Szenarien“ zu projizieren. Lassen Sie uns also dort, wo wir mit konkreten Maßnahmen Einfluss auf eine Entwicklung nehmen können, versuchen positiv Einfluss zu nehmen. Das scheint mir schwierig genug.“ Aus seiner Sicht hätte ich auch so geantwortet. Absolut nachvollziehbar.

    Das waren die wichtigsten Punkte des Gesprächs, das ohne einen Schlenker zum Betzenberg natürlich nicht vollständig gewesen wäre. ABJ: „Und gestatten Sie mir mit einem Augenzwinkern den Hinweis: Wenn es uns im Vorstand in Düsseldorf gelingen würde, dass der Grafenberg eines Tages die gleiche Bedeutung für die Region hat wie der Betzenberg in Kaiserslautern, dann hätten wir einen herausragenden Job gemacht.“

    Sehr nett, wenn ein vielbeschäftigter Turffunktionär sich die Zeit nimmt, solche Informationen auf der 1:1 Ebene zu kommunizieren. Um mich zu bedanken, habe ich ihm sogleich eine Reihe von Ideen für den Grafenberg und für Deutscher Galopp geliefert. Darunter der Vorschlag, den Ostberliner Berufswetter David Bechtel (High Roller) als Wett-Consultant zu engagieren, weil im Wettsektor im deutschen Galoppsport ein großes Manko besteht.

  24. Racingman sagt:

    HENK GREWE: „ICH WILL REICH SEIN!“

    Vor einem Jahr sprach Catrin Nack für eine englischsprachige Fachzeitschrift mit Henk Grewe über seine Erfahrungen im Trainerberuf. (An dieser Stelle zunächst ein großes Kompliment für Catrin Nacks ausgefeiltes Englisch; ich habe früher für dieselbe Zeitschrift geschrieben, aber in einer deutlich schlichteren Sprache.) Aus diesem aufschlussreichen Gespräch zitiere ich hier einige Aussagen, die auch die deutschen Turffans interessieren werden.

    Grewes Devise generell lautet „keine Gefühle“, und so fühlt er sich auch keinem einzigen seiner Pferde nah. Zu der Zeit des Gesprächs im Februar 2025 war Grewes Pferdeanzahl von früher 120 Vollblütern auf 80 Schützlinge gesunken. Ein Ausdruck des Niedergangs im deutschen Turf ganz allgemein. Der Trainer führt das auf die zu hohen Kosten für die Besitzer zurück. Bei ihm würde ein Besitzer mit dreitausend Euro Kosten pro Monat nach Hause gehen. Aus dem Grund sieht Grewe die Lösung in Besitzergemeinschaften, so wie zum Beispiel mit Liberty Racing. Dass er im Umgang mit den Besitzern noch an seiner Diplomatie arbeiten muss, weiß der sehr direkte Trainer. Weil das Training bei ihm nicht billig ist, werden schlechte Vollblüter alsbald aussortiert, und da wird Grewe im Peter-Remmert-Stil gegenüber dem Eigner des Rosses auch schon mal deutlich. Das mag nicht jeder. Bekanntlich ist es im Rennsport so: Ein Trainer darf sich negativ über die Ehefrau des Besitzers äußern, aber nie abfällig über dessen Pferd.

    Zu Beginn seiner Berufskarriere hatte Grewe die Wahl, ob er professioneller Tischtennisspieler wird oder aber zum Galopprennsport geht. Er entschied sich seinem Lebensmotto gemäß ganz ohne Emotionen für die Vollblüter, des Geldes wegen. Sein Ziel ist klar: „Ich will reich sein!“ Im deutschen Turf dürfte das allerdings schwierig werden. So einige Leute erwarten, dass Grewe den Sprung ins Ausland machen könnte. Vielleicht ist es bei ihm wie früher beim Kollegen Christian von der Recke. Der erklärte mir zu Beginn des Jahrtausends, warum er nicht in sein geliebtes England wechseln würde, dass er dafür als Trainer in Deutschland immer noch zu viel Geld verdienen würde. Ja, man kann auch den richtigen Zeitpunkt für den Absprung verpassen, wenn man zu lange in der eigenen Komfortzone verbleibt.

    Fußballspieler Leon Goretzka vom FC Bayern, einer der reflektierteren Zeitgenossen der Branche, sagte jüngst zu seinem Vereinswechsel im kommenden Sommer: „Ich finde es spannend, in meiner Karriere noch ins Ausland zu gehen. Ein Schritt heraus aus der Münchner Komfortzone wäre auch ein Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung. Etwas Neues kennenzulernen, das würde auch mein Leben bereichern.“ Das gilt auch für Henk Grewe. Wie sagte einst Effzeh-Trainer Erich Rutemöller zu Einwechselspieler Frank Ordenewitz: „Mach et, Otze!“ Und ich empfehle dem Weidenpescher Trainer: Mach et, Grewe! Was am Ende des Lebens zählt, sind nicht Geld oder Macht, sondern die Erlebnisse, die man gesammelt hat. Dass der Trainer jetzt ein kleines Kind hat, ist kein valides Gegenargument gegen die Auslandsmission, wie ich aus meiner eigenen Kindheit weiß.

    Als einen der Gründe für die Probleme im deutschen Galoppsport identifizierte Grewe die ineffiziente Leadership. Ui, ui, so eine Bemerkung kann gefährlich werden. Ich erinnere mich noch, wie ein Düsseldorfer Redaktionskollege ein Turfnachrichten-Interview mit Jockey Filip Minarik führte, der damals gerade auf der (inzwischen stillgelegten) Rennbahn in Macau weilte. Minarik kritisierte die Zustände im deutschen Turf heftig, ohne aber jemanden persönlich anzugreifen. Die tragenden Besitzer im Asterblüte-Rennstall fanden das Interview gar nicht gut. Minarik musste öffentlich zu Kreuze kriechen (obwohl er über seinen Arbeitgeber, den Stall Asterblüte, kein einziges Wort gesagt hatte! Arbeitsrechtlich ein Wahnsinn) und in einem Mea-Culpa-Interview auch bei GaloppOnline beteuern, dass er Dummerchen das alles nicht so gemeint habe. Dann durfte er seinen Job behalten. Die Rache Weidenpeschs gegen Turfnachrichten kam später, als allen Mitarbeitern ihre DVR-Presseausweise nicht erneuert wurden, um sie am Recherchieren in den reservierten Rennbahnbereichen zu hindern. Diese Episode zeigt allen Turffreunden, wie es um die Meinungs- und Pressefreiheit im deutschen Rennsport bestellt ist. Bitte immer dran denken, Herr Grewe!

  25. Lindenau sagt:

    Bei Facebook ist ein sehr unterhaltsames Interview von Ex-BV Vorstandsmitglied Jochen Stargardt zu sehen, wie er sich in Bezug auf sein (nicht vorhandenes) Gestütspersonal um Kopf und Kragen redet.

    https://www.facebook.com/share/r/18G4gfyCca/

    Nun ist es ja in der Besitzer- und Züchterszene die Regel, dass Einsteiger eine Bauchlandung machen und merken, dass all das viele Geld und über Jahre angeeignete Internet-Wissen nichts gebracht haben, sondern es schon Generationen an Superreichen und Fachleuten braucht, um etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen.
    Offensichtlich aus diesem Frust heraus schmeißt Herr Stargardt hier mit Bonmots um sich wie „Mitarbeiter sind die Pest“, die man sich „baut“, „macht“ oder „kauft“.
    Eigentlich schade, dass er nach kurzem Itermezzo seiner Rolle als BV-Vorstand, Schwerpunkt Mitarbeitergewinnung und -entwicklung, enthoben wurde.

  26. Racingman sagt:

    DAS NEUE ERFOLGSREZEPT DER TRAINER

    Wenn man schon lange nichts mehr mit dem Rennport zu tun hat, bekommt man Vieles gar nicht mehr mit oder erst mit großer Verspätung. Letzteres war bei mir jetzt der Fall, was moderne Trainingsmethoden im Galoppsport betrifft. Durch Zufall habe ich erfahren, was das Geheimnis von Francis Graffards Erfolg als Trainer sein soll, aber nicht nur dasjenige von ihm, sondern auch von vielen weiteren erfolgreichen Coaches in Frankreich, wie etwa Hindernis-Guru Guillaume Macaire im Südwesten oder Jérôme Reynier im Trainingszentrum bei Marseille. Sie alle setzen in der Morgenarbeit nun auf doppelte Canter.

    Bei Graffard werden auf der Sandbahn zwei Canter hintereinander über je 1200 m gegangen. Graffard schwört auf diese Methode, weil dies die Pferde richtig fit mache, ohne auf der Grasbahn eine scharfe Arbeit gehen zu müssen. Einer der Trainerkollegen von Graffard variiert die Canter etwas: der erste etwas langsamer und kürzer, der zweite schneller und über 1000 m. Das Ganze erinnert mich etwas an das Intervalltraining im Trabrennsport. Graffard hatte sich die doppelten Canter bei Trainerkollegen in England und Irland abgeschaut, besonders mit dem Ziel, seine jungen Pferde besser in Schwung zu bringen, die vorher gegen die Konkurrenz von den Inseln wenig Möglichkeiten hatte.

    So weit, so gut. Ich frage mich nur, wie dieses zeitaufwändige Konzept hinsichtlich der Arbeitszeiten funktioniert, die in Frankreich ja noch strikter geregelt sind als in Deutschland. Bei einem Besuch in Weilerswist hatte mir Christian von der Recke früher mal erzählt, dass seine Arbeitsreiter auch untereinander stinkig werden, wenn ein Kollege beim Vorbereiten der Pferde in der Box zu sehr bummelt, selbst wenn dies jedes Mal nur fünf Minuten seien. Denn: Fünf Minuten bei sechs oder mehr Lots mache dann schon mindestens eine halbe Stunde aus, und die Leute wollen halt pünktlich fertig sein mit der „Morgen“arbeit am Mittag.

  27. Racingman sagt:

    NEUSS: MILLIONEN WEG

    Am 8. Dezember 2019 fanden die letzten Galopprennen auf den Neusser Rheinwiesen statt, und ein Jahr später im Dezember 2020 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Neusser Rennvereins eröffnet. Erst Ende Mai 2025 stellte das dafür zuständige Amtsgericht Düsseldorf das Verfahren ein – mangels Masse. Damit konnte der Rennverein sodann auch aus dem Vereinsregister gelöscht werden. Was nur als Erinnerung blieb, war eine Restforderung der Stadt Neuss über fast dreieinhalb Millionen Euro, die nicht mehr beglichen werden wird. Shit happens. In der Realität dauerhaft bleiben soll allerdings die Flutlichtanlage der Ex-Rennbahn. Sie soll zum Beispiel bei der Landesgartenschau 2026, aber auch zu anderen Gelegenheiten mal leuchten.

    Die Vorbereitungen für die Gartenschau (16. April bis 11. Oktober) laufen gut und der Kartenvorverkauf auch. Buchmacher Sieberts musste übrigens aus seinem Quartier ausziehen, denn seine Räumlichkeiten werden als Schaltzentrale der Gartenschau gebraucht. Zweitausend neue Bäume werden gepflanzt. Die Sandbahn und der Richterturm sollten als Erinnerung an die Ex-Rennbahn bleiben, doch tatsächlich bleibt jetzt noch viel mehr: die Tribüne, das Globe-Theater, das Totalisatorgebäude und die Wetthalle, und, ja, auch die Ställe, die nun umgebaut werden, damit sie künftig als Räumlichkeiten für Neusser Vereine dienen können.

  28. Racingman sagt:

    BLEIBEN ODER GEHEN?
    (Should I stay or should I go?)

    Kennen Sie den Unterschied zwischen Carina Fey und Julia Römich? Ich würde sagen, es gibt keinen. Beides sind mutige Frauen, die etwas riskiert haben und die deshalb meinen Respekt haben. Dazu gleich mehr.

    Sehr viele italienische Trainer und Jockeys haben den Rennsport auf dem Stiefel verlassen und sind nun über die ganze Welt verteilt: Amerika, Frankreich, Deutschland, Dubai, Südkorea usw. Der Grund liegt darin, dass sie zu Hause keine wirtschaftliche Perspektive mehr gesehen haben. In Deutschland hat die nordhessische Realschülerin Carina Fey bereits als Reiterin den Sprung nach Paris gewagt und sich dann in Chantilly als Trainerin mit aktuell 33 Pferden etabliert. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, denn der Pariser Rennzirkel ist aus finanziellen Gründen sehr taff für die Trainer. In der Provinz ist es vergleichsweise einfacher. Die ostwestfälische Abiturientin Julia Römich, eine Freundin von Fey, arbeitete in Chantilly erst als Assistenztrainerin und dann als Organisatorin für deutsche Frankreich-Starter, konnte vor Ort aber selber keine Trainerin werden und ist längst zurück in NRW. Hätte sie den Sprung ins Ausland nicht riskiert, würde sie sich irgendwann Vorwürfe machen: „Warum hab ich blöde Kuh das damals nicht wenigstens mal probiert?“

    Der deutsche Rennsport muss aufpassen, dass ihm das Personal nicht in den kommenden Jahren von der Fahne geht. Es müssen Investitionen her, aber das ist leichter gesagt als getan. Wirtschaft hat viel mit Psychologie zu tun, und darum muss Deutscher Galopp den Stakeholdern der Branche jetzt ein Zehn-Jahres Konzept „Agenda 2035“ vorlegen, das Mut zum Investieren macht: Soll Gestüt A einen hochklassigen Deckhengst aus Irland importieren? Soll Gestüt B zwei vielversprechende Mutterstuten bei Arqana kaufen? Soll Trainer C einen neuen Transporter anschaffen? Soll Rennbahn D Skyboxen für das lukrative Hospitality-Geschäft bauen? All diese Investitionen werden nicht stattfinden, wenn die Betreffenden nicht das Gefühl haben, dass dies auf Dauer sinnvoll ist.

    Tritt der Galopper-Dachverband glaubwürdig auf? Für mich nicht. Eine Information, die für potenzielle Turf-Investoren wichtig wäre, betrifft die gefährdete Rennwettsteuer-Rückvergütung, doch ausgerechnet darüber schweigt sich die Website von Deutscher Galopp aus. Es wird ein Potemkinsches Dorf Weidenpesch errichtet. Was dem Dachverband in meinen Augen ebenfalls geschadet hat, war die Ernennung von Jochen Stargardt zum Leiter der Akademie von Deutscher Galopp e.V. Mittlerweile ist auf der entsprechenden Web-Präsenz jedoch keine Spur mehr von ihm zu finden. Alles andere als vertrauenerweckend war auch die seinerzeitige Pressemitteilung von Deutscher Galopp, als es um die in den Medien hochgekochte Debatte um Rechtsradikalismus im deutschen Turf ging. Deutscher Galopp hätte dieses Thema sicher gern ausgesessen, aber man musste irgendwann doch reagieren. Was dabei herauskam, war eine wachsweiche Erklärung, die das Wort „AfD“ nicht einmal in den Mund nahm. Ohne entsprechende Vorkenntnisse hätte man gar nicht gewusst, um was es in der Pressemitteilung eigentlich ging. Langer Rede kurzer Sinn: Ich sehe nicht, dass sich das Direktorium irgendwie im Wesen verändert hätte und glaube darum auch nicht an den Erfolg des Dachverbands.

  29. Racingman sagt:

    DACKEL-DERBY, DIE ZWEITE

    Nach dem erfolgreichen Debüt im letzten Jahr findet auch in diesem Jahr das Dackel-Derby im Magdeburger Herrenkrug statt. „Deutsche Meisterschaft im Dackelrennen“ heißt das Event offiziell. Gelaufen wird in mehreren Disziplinen. Am 30. und 31. Mai ist es wieder soweit. Der Veranstalter verspricht: „Mehr als Wackel Dackel – ein tierisches Vergnügen!“

    • martin sagt:

      endlich mal ne gute meldung. ein oder zwei pferderennen zwischen den dackel-wettkämpfen wäre vllt ne gute werbung. erst recht wenn die dackel meisterscaft ins fernsehen kommt.

      • Racingman sagt:

        Die Idee ist nicht so ohne Weiteres umzusetzen, denn die Grasbahn wird für die Dackel gebraucht, die in mehreren abgesteckten Pisten nebeneinander laufen. Die Galopper könnten aber ihr Showrennen auf der Sandbahn austragen.

  30. Racingman sagt:

    Die Dortmunder Rennbahn bietet am Sonntag, den 8. März, eine besondere Aktion an für Leute, die mal hinter die Kulissen schauen wollen. Janina Boysen und ein Kollege führen die Interessierten herum. Los geht es morgens um 10 Uhr und kosten soll der Spaß 38 Euro.

  31. martillo sagt:

    gibt es da auch leckeres Essen und gute Getränke sonst muss man sich das Desaster doch nicht ansehen

  32. Racingman sagt:

    Ich finde 38 Euro für eine Rennbahnführung einen sehr stolzen Preis. Was wird da geboten? Ist vielleicht noch eine Überraschung mit dabei? Janina Boysen in einem sexy Outfit wie die Kellnerinnen bei der Restaurantkette Hooters?

  33. martillo sagt:

    ich glaube viel natürliche Haut würde man bei ihr nicht sehen

  34. martin sagt:

    da spricht ein insider, aus erster hand

  35. Racingman sagt:

    DEUTSCHER GALOPP SCHNARCHT

    Welche Schnarchnase bei Deutscher Galopp ist eigentlich zuständig für den Inhalt der Website? Ich weiß es nicht. Aber man kann sagen, es klappt nicht. Neulich hatte ich Alexander Bethke-Jaenicke darüber informiert, dass die Teamvorstellung des Vorstandes veraltet sei. Er hatte daraufhin Weidenpesch kontaktiert, und dort hatte man die Sache aktualisiert. So weit, so gut. Ein aufmerksamer Mitarbeiter von Deutscher Galopp hätte aber von sich aus überlegt, ob noch an anderer Stelle eine Aktualisierung nötig sei, zum Beispiel im Impressum. Als ich in den letzten Tagen auf der Website unterwegs war, um nach verbliebenen Spuren von Jochen Stargardt zu suchen, fiel mein Blick auch auf das Impressum der DG-Website, wo es immer noch heißt:
    „Vertretungsberechtigter Vorstand nach § 26 BGB: Dr. Michael Vesper (Präsident), Gregor Baum (Vizepräsident), Gerhard Schöningh (Vizepräsident)“. Schöningh sitzt aber überhaupt nicht mehr im Vorstand. Ihm da jetzt immer noch eine rechtliche Haftung im Außenverhältnis unterzuschieben, ist suboptimal. Es geht mir hier aber um die fehlende Eigeninitiative von DG-Angestellten, wenn man dem Personal für jede einzelne Aktion sagen muss „tu dies“ und „tu das“. So wird das Direktorium nie ein moderner Dienstleistungsbetrieb.

  36. Racingman sagt:

    DIE EPSTEIN-AKTEN UND DER DEUTSCHE TURF

    Es ist schon sehr erstaunlich, wer laut den Medien alles Kontakt zu Jeffrey Epstein hatte. Vollständig veröffentlicht wurden die Akten bisher nicht, aber das vorhandene Material kann man auch als einfacher Bürger durchsuchen. Ich wollte einfach mal einen Test machen und schauen, ob da auch jemand aus dem deutschen Rennsport drinsteht. Also habe ich ein paar Namen gecheckt, und gleich der erste war ein Treffer. Epstein ging es ja anscheinend darum, Kontakt zu Prominenten herzustellen, möglicherweise mit dem Ziel, für den russischen Geheimdienst belastendes Material zu produzieren. Wer also ist richtig prominent im deutschen Turf? Da fiel mir als erstes der Name von Andreas Jacobs ein, und richtig, sein Name taucht in den Epstein-Akten auf, allerdings in völlig anderem Zusammenhang.

    Andreas Jacobs war früher der Chef der Sportmarketing-Agentur Infront, die später an ein anderes Unternehmen verkauft wurde. Über diesen Verkauf befindet sich ein Schreiben in den Akten, und in dem Zusammenhang wird Andreas Jacobs wörtlich zitiert. Nur aus dem Grund steht Jacobs drin. Wieso dieses reine Business-Dokument in die Epstein-Akten kommt, kann ich mir nicht erklären. Ich schildere dieses Beispiel nur, um zu zeigen, wie die Aussage „Jacobs steht in den Epstein-Akten“ zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen kann.

    Diese Sache erinnert mich irgendwie an die Rosenholz-Dateien des DDR-Geheimdienstes Stasi. Diese Akten gelten als Verzeichnis der Stasi-Agenten im Ausland. Tatsache ist aber, dass die große Mehrheit der darin enthaltenen Namen aus ganz anderen Gründen darin steht. Aus meiner Karteikarte ergibt sich, dass ich von der Stasi mit einer Operativen Personenkontrolle in Hamburg überwacht wurde. Das kam wohl daher, weil ich mit einem Ostberliner Ehepaar, die beide für die Auslandsspionage der DDR arbeiteten, privat bekannt war und mit ihnen gelegentlich in Hoppegarten und Karlshorst zum Pferderennen ging. Tja, so kann einen der Rennsport direkt in die Akten eines Geheimdienstes bringen…

    • martin sagt:

      unser THEO ist nicht vertreten??

      • Racingman sagt:

        Der Name “Epping” ist in den Epstein-Akten richtig populär, taucht in zehn verschiedenen Dokumenten auf, aber “Theo Epping” gibt es dort nicht.

      • Racingman sagt:

        In den deutschen Medienredaktionen ist jetzt richtig was los, um die Akten zu durchforsten. Das ZDF hat einen jungen Blogger aus Deutschland enttarnt, der offenbar von Epstein Geld bekommen hat. Blücher war es aber nicht, der ist (meines Wissens) schon 64 Jahre alt.

      • Racingman sagt:

        In den Akten stehen jede Menge olle Kamellen und Themen, die mit Epstein rein gar nichts zu tun haben, etwa über Angela Merkels Energiepolitik oder über einen internationalen Dopingskandal im Pferderennsport. Es gibt aber auch E-Mails zum „Thema“. Hier übersetzt aus dem Englischen.

        (Anfrage:) Jeffrey bat mich, den Namen der Universität in Rumänien herauszufinden, „von der die Leute her sind“… Lass mich bitte die Antwort wissen.
        (Antwort:) Die zwei Mädels sind von der Universität in Iasi in Rumänien. Es ist die älteste Uni in Rumänien in der Stadt, die vor mehreren Jahrhunderten mal unsere Hauptstadt war. Bitte lass mich wissen, ob Jeffrey noch weitere Informationen braucht.

  37. Racingman sagt:

    NOCH MEHR EPSTEIN, MIT UND OHNE TURF

    In den deutschen Medienhäusern läuft die Epstein-Sache richtig heiß. Die WELT hat schon zahlreiche Politiker und Wirtschaftsbosse identifiziert, die mit Epstein in Kontakt waren. In Norwegen wird gegen den ehemaligen Regierungschef jetzt polizeilich ermittelt, weil er Geld von dem Amerikaner genommen haben soll. Die BILD ist durch die Akten auf ein Video gestoßen, auf dem vor dem angeblichen Selbstmord des Amerikaners ein menschlicher Schatten vor seiner Tür gesichtet worden sein soll.

    Zielgruppe von Epstein waren die Reichen und Mächtigen, und für diese Elite ist Royal Ascot natürlich ein Muss. Am 16. Januar 2012 fragte ein Mensch mit geschwärztem Namen in einer E-Mail Jeffrey Epstein: „Möchtest du, dass ich Jes für Royal Ascot im Juni einlade? Soll ich sonst noch jemanden einladen?“ Von einem Reiseanbieter bekam Epstein dieses Angebot per E-Mail: „Fliegen Sie mit uns im kommenden Mai zum Kentucky Derby nach Louisville“.

    Unter dem Tag „horse racing“ findet man insgesamt 33 Einträge in den Epstein-Akten, darunter der international bekannte Dopingskandal mit den Herren Navarro und Servis, der auch in der deutschen Turfpresse Beachtung fand. Aus den Epstein-Akten weiß ich nun, dass „Monkey“ (Affe) in der Trainersprache ein Codewort für eine Droge ist, die die Zahl der roten Blutkörperchen beim Pferd erhöht.- Im Jahre 2014 schrieb Epstein in einer Mail an Ariane de Rothschild: „Komm nach Florida mit Mädels“, worauf sie ihre Antwort mit dem Satz begann: „Ich arbeite dran.“ In der Rückantwort von Epstein darauf ein für mich rätselhafter Satz: „Ich habe versucht, dem Sultan zu erklären, dass der Pferderennsport ein junger Sport ist, doch der Araber in ihm ließ ihn dies ignorieren.“

    Ein sehr ungewöhnliches Dokument in den Akten ist eine Liste von Kreditkartenbesitzern mit dem exakten Ablaufdatum ihrer Karte und dem Kartenlimit (daily cash withdrawal limit) in den Jahren 2019 und 2020. Da erfährt man dann, dass Stephanie zu Guttenberg, die damalige Ehefrau unseres Karl-Theodor, täglich nur 1.500 Dollar Bargeld mit ihrer Karte abheben durfte, während es bei Jeffrey Epstein immerhin 12.000 Dollar waren. Ach ja, unser Karl-Theodor, immer inmitten der Elite. Im Jahre 2013 war er einer von 150 elitären Gästen des „Dialog 2013“ im Sundance Resort im US-Bundesstaat Utah. Um nicht gestört zu werden, hatte man die gesamte Anlage für die (laut Einladung) „globalen Leader“ gemietet. In der Einladung hieß es forsch: „Die Dialog-Teilnehmer sind nicht bescheiden. Wir wollen die Welt verändern.“ Klingt nach den Bilderbergern. Krethi und Plethi, bitte draußen bleiben.

    Doch es geht noch elitärer. In einem Dokument aus dem Jahre 2008 taucht auch unser Bürzel aus dem Hochsauerland, der Bundestagsabgeordnete Friedrich Merz, auf. So ganz kapiere ich dies nicht, aber es geht um irgendetwas Mega-Elitäres. Die Überschrift lautet: „Illuminati Families and Their Associates“. Es geht da scheinbar um die New World Order. Es folgt eine lange Liste von Namen, unter anderem: The Kennedy Bloodline, The Onassis Bloodline, The Rockefeller Bloodline, The Rothschild Bloodline, The Krupp Bloodline, The Bilderberg Group, usw. Unter der Überschrift „NEW TRILATERAL MEMBERS ATTENDING FROM EUROPE“ steht auch Friedrich Merz, zusammen mit dem Obermotz der Ölfirma Shell. War der jetzige Bundeskanzler 2008 bei der Schaffung einer neuen menschlichen Eliteklasse mit dabei?

    • Racingman sagt:

      Ich glaube, die Bemerkung mit dem “Pferderennsport ein junger Sport” ist so zu verstehen, dass Epstein damit nicht den Galopprennsport, sondern Endurance-Rennen mit Pferden auf der arabischen Halbinsel meinte. Ein “Sultan” war dabei schwer gestürzt und verletzt worden.

    • Racingman sagt:

      Ich habe gerade an den Grünen-Parlamentarier Dr. Konstantin von Notz im Bundestag folgende E-Mail geschickt:

      Ich möchte Sie bzw. Ihre(n) Assistent*in bitten, sich das hier als Link beigefügte PDF-Dokument aus den Epstein-Akten einmal anzuschauen. Ich bin wie Sie gelernter Volljurist und neige nicht zu Verschwörungstheorien. Für mich sieht es jedoch so aus, als ob Friedrich Merz im Jahre 2008 Teilnehmer einer elitären Illuminati-Versammlung in den USA war, um eine Art New World Order zu begründen. Der Name des Bundeskanzlers befindet sich ganz am Ende der ellenlangen Teilnehmerliste unter der Überschrift “attending from Europe”. Ich wäre interessiert an Ihrer Einschätzung. Außer Ihnen hat diese E-Mail bisher niemand im Bundestag erhalten.

  38. Racingman sagt:

    ALLES DELIUS ODER WAS?

    Adelige gibt’s im deutschen Galoppsport ja reichlich, doch nicht alle sind echt. Manche Familien sind zwar nicht offiziell von Adel, aber doch irgendwie gefühlt blaublütig. Dazu würde ich auch die Familie Delius zählen, pardon, richtiger wäre „die Familienverbindung Delius“, denn es handelt sich de facto um eine weltweit verzweigte Dynastie. Sie hat sogar ein wunderschönes rot-weißes Familienwappen und eine eigene Website – sogar auch auf Englisch. Die Delius-Website gibt es gleich doppelt: „Delius.de“ bezieht sich auf ein Bielefelder Textilunternehmen, während „Delius.com“ die Internetpräsenz der Familienverbindung (gegründet 1873) ist. „Westfälischen Stammes“ heißt es dort nobel. Ja, aber natürlich global denkend. Früher konnten sich auch Nicht-Deliusse („Delii“ für die Altphilologen unter uns) den für Familienmitglieder reservierten Bereich der Website anschauen. Damals war es noch möglich, die technische Zugangshürde (Passwort) elegant zu umschiffen, ohne strafbare Mittel anwenden zu müssen. Neben einem Familien-Blog gibt es im reservierten Bereich auch ein weltweites Mitgliederverzeichnis mit E-Mail-Adressen, damit die Familienmitglieder auf sämtlichen Erdteilen schnell miteinander Kontakt aufnehmen können. Andi Möller würde dazu sagen: „Mailand oder Madrid – egal, Hauptsache Delius!“

    • martin sagt:

      da gibts ja auch berühmte leute, kpmponisten, schriftsteller etc

    • Racingman sagt:

      Für Kassandro gibt es zwei Kategorien von menschlichen Wesen: die wertvollen MINT-Menschen und die restliche Mischpoke. Zu letzterer dürfte für ihn der studierte Literat und bekennende Zahlenallergiker Daniel Delius gehören.

      Jeffrey Epstein scheint das Gegenteil von Kassandro zu sein. Zwar MINT-Mann, aber mit seinem Mathe-Studium an der Uni ohne Abschluss geblieben. Dann wurde er Lehrer (vermutlich Mathe) an einer sehr teuren Privatschule in New York, wo er aber rausflog. Immerhin scheint er dabei so hochrangige Beziehungen geknüpft zu haben, dass er für den Aktienhandel bei der Investmentbank Bear Stearns engagiert wurde. Bear Stearns? Das war doch die Bank, die mit ihrer Pleite zusammen mit Lehman Brothers die große Finanzkrise 2008 auslöste. (Ohne das Fluten der Märkte mit Geld durch die Zentralbanken wäre das weltweite Finanzsystem damals schon zusammengebrochen. Für mich war dies der Wachrüttler.) Man kann sagen: Epstein, als Mathematiker wohl keine Leuchte, aber dafür ein begnadeter Netzwerker.

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